Elie Wiesel: Kövérs Antwort nicht ausreichend

Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel hat die Antwort des ungarischen Parlamentspräsidenten László Kövér auf einen in der vergangenen Woche an diesen verfassten Protestbrief als unzureichend bezeichnet.

Kövérs Schreiben ist hier abrufbar:

http://www.168ora.hu/itthon/ime-a-levelvaltas-elie-wiesel-es-kover-laszlo-kozott-98251.html

Wiesel hatte das Großkreuz des Ungarischen Verdienstordens aufgrund der aus seiner Sicht unbefriedigenden Haltung der ungarischen Regierung gegenüber rechtsextremen Tendenzen und den – so Wiesel – Versuch der Rehabilitation der Horthy-Zeit zurückgegeben.

Hungarian Voice berichtete:

https://hungarianvoice.wordpress.com/2012/06/18/protest-elie-wiesel-gibt-ungarischen-verdienstorden-zuruck/

Wiesel, der in seinem Brief unter anderem die Teilnahme Kövérs an einer Gedenkveranstaltung zu Ehren des umstrittenen Schriftstellers József Nyirö (der bis 1945 Abgeordneter des ungarischen Parlaments war) in Rumänien kritisiert hatte – an dem Treffen hatte auch Jobbik-Chef Gábor Vona teilgenommen – betonte zwar, er wisse die lange und im Tonfall herzliche Antwort Kövérs zu schätzen. Kövér habe versucht, ihn davon zu überzeugen, dass Nyirö weder Faschist noch Antisemit gewesen sei. Im Hinblick auf die fehlende klare Positionierung im Bezug auf den „Horthy-Kult“ sei die Antwort aber ungenügend.

http://www.168ora.hu/itthon/wiesel-a-168-oranak-kover-leveleben-vedelmebe-vette-nyirot-98237.html

http://index.hu/belfold/2012/06/22/elie_wiesel_nem_tartja_kielegitonek_kover_laszlo_valaszat/

Wiesel hat angekündigt, die Antwort Kövérs in der kommenden Woche an die Öffentlichkeit zu bringen (Kövér hatte die Frage der Veröffentlichung Herrn Wiesel überlassen). Vorher wolle er jedoch mit dem Parlamentspräsidium Kontakt aufnehmen.

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64 Kommentare zu “Elie Wiesel: Kövérs Antwort nicht ausreichend

  1. Ausweislich eines Berichtes von Index.hu hat László Kövér in seinem Schreiben an Elie Wiesel unter anderem einen Vergleich zwischen József Nyirö und György Lukács angeführt.

    Der jüdischstämmige Philosoph Lukács (der Lehrer von Ágnes Heller) werde wegen seiner wissenschaftlichen Leistungen anerkannt und verehrt; seine Tätigkeit als Politkommissar im Jahr 1919 (Lukács ließ hier mehrere Menschen hinrichten) sei ebenso wenig wie seine Nähe zum Kommunismus nach 1945 Grund dafür gewesen, sein Werk in Abrede zu stellen. Nyirö hingegen dürfe nicht einmal in seiner Heimat bestattet werden.

    http://index.hu/belfold/2012/06/23/kover_nyiro_nem_volt_haborus_bunos/

  2. HV das was Kövér macht ist typisch für Menschen, die sich unfehlbar halten

    Bestatten hätte man Nyirö können. Doch Kövér & Co haben den nazifreundlichen antisemitischen Propagandisten und späteren Anführer der Hungaristen-Pfeilkreuzler mit militärischen Ehren empfangen.

    Das NYIRÖspektakel, der Horthykultus und die beabsichtigte Statue des Ottokár Prohaszka im XIII Bpester Bezirk sind ein Signal, das richtig verstanden wird.

    All das, vielleicht nur um die Aufmerksamkeit der Ungarn von der Unfähigkeit von Orbán-Matolcsy, die jetzt nach 2 Jahren „Freiheitskampf“ zu Kreuze kriechen, abzulenken oder Jobbik einen Gefallen zu tun.

    • Wow, Herr Pfeifer! „zu Kreuze kriechen“, „nazifreundlich“, „antisemitisch“, „Anführer der Hungaristen-Pfeilkreuzler“…da waren ja einmal alle Attribute drin, was? Und das, ganz ohne auf das Thema einzugehen, welches Kövér ansprach: György Lukács hat persönlich Menschen ermorden lassen und wird gleichwohl wegen seiner wissenschaftlichen Leistungen verehrt. Keiner stört sich daran. Würde man – oder besser: würden SIE – sich aufregen, wenn man Lukács ehren würde?

      Vielleicht ist das ja der Schlüssel zur Differenzierung: Wäre Nyirö ein besserer Schriftsteller gewesen (das beurteilen freilich wieder Sie), könnte man ihm seine Unterstützung Szálasis auch verzeihen. Wie man an Lukács, dem Mörder und großen Philosophen, sieht. Richtig?

  3. Mal sehen was die tatsächlichen Briefe und das 168ora IV sagen, ausweislich der Anrisse scheint es, das Köver mit dem Lukacs-Vergleich geschickt kontert, während Wiesel – wenn das wirklich die Essenz seiner Antwort sein sollte – erstaunlich defensiv antwortet. Denn wir hätten dann ja die Abfolge 1) er protestiert dagegen dass mit Nyirö ein Antisemit iund Nazi geehrt wird, 2) Köver sagt dass er gar nicht so antisemitisch oder Nazi war und 3) Wiesel erwidert, naja aber es geht ihm eigentlich um den Horthy-Kult.

    Bin neugierig auf die Originaltexte.

  4. Wow HV was ist das für eine Argumentation? Wollen Sie jetzt eine Diskussion über die ungarische Rote Armee 1919 eröffnen? Oder über die jüdische Abstammung von Lukács?
    Wollen Sie behaupten Lukács, der einige Deserteure aus der Armee hat erschiessen lassen wäre ein Mörder, während Horthy der Hunderte Deserteure hat erschiessen lassen und, wäre eine Persönlichkeit, die Verehrung verdient? Einige Fidesz-Bürgermeister ehren ihn ja, weil man ja über Geschichte diskutieren kann laut V.O.

    Ist die Propaganda für die Fortführung des Krieges Anfang 1945 Grund genug den Leichnam dieses Nyirö mit militärischen
    Ehren zu empfangen?

    • Interessant, ich habe kein Wort über Horthy verloren, also können Sie Ihr „wollen Sie behaupten“ gerne unterlassen. So weit ich weiß, habe ich noch kein Wort des Lobes für Horthy verloren. Zu schade, was?
      Es geht um Nyirö und Lukács. Lukács war ein Mörder. Und Lukács war ein bedeutender Philosoph. Scheinbar funktioniert bei ihm die „Trennung“, die bei Nyirö nicht geht. Gibt es nicht sogar einen Lukács-Preis? Wie erklären Sie sich das?

  5. HV Natürlich haben Sie kein Wort über Horthy verloren. Auch Kövér hat das nicht getan, obwohl Wiesel ihn darauf angesprochen hat.
    Ich nehme zur Kenntnis Lukács der „jüdischer Abstammung“ war, ist Ihrer Meinung nach als Mörder zu qualifizieren.
    Interessant die Betonung der Abstammung, Szálasi war katholischer Abstammung, das wird aber in der Regel nicht erwähnt. Warum wohl?
    Nyirö aber ist ein „Szekler Apostel“, der mit seiner Kriegshetze 1945 nur den „Szeklern helfen“ wollte und seine Position als Anführer der Pfeilkreuzler Emigration macht ihn würdig mit militärischen Ehren in Ungarn empfangen zu werden,
    Und dann wundern sich diese Völkischen wenn man ihnen den Spiegel vorhält, wie häßlich ihre Fratze scheint.

    • Ja, Lukács war meiner Meinung nach ein Mörder. Die „jüdische Abstammung“ betone übrigens nicht ich. Ich gab eine Stelle von Index wieder, wie Sie zweifellos selbst festgestellt haben. Hier die Originalpassage:

      „Párhuzamként hozta fel, hogy „mint ahogy a zsidó származású magyar filozófusnak, Lukács Györgynek sem az 1919-ben betöltött bolsevik komisszár tevékenysége és az 1945 utáni kommunista diktatúra kiépítésében és fenntartásában való jelentő szerepe, hanem iskolateremtő filozófusi munkája miatt jár elismerés“. Kövér László rámutatott, hogy miközben Lukácsról utca van elnevezve Budapesten, Nyirőtől még azt is elvitatják, hogy a végakarata szerint a szülőföldjében nyugodhasson.“

      Offenbar ist Ihnen und Kövér die Betonung der Abstammung bzw. Religion Lukács´ wichtiger als mir, Sie reiten nämlich beide darauf herum. Wenn man so will, könnte man sagen, Sie und Kövér seien zwei Seiten einer Medaille. Sie, Herr Pfeifer, leben offenbar in dem Wahn, man würde Lukács nur wegen seines Judentums verurteilen. Ich denke, man zum Mörder Lukács schweigen, nur weil er Jude war. Und bitte ersparen Sie mir jetzt die Replik, dass Kádár schlimmer war als Rákosi…

      Ich verlange, was einen Nyirö und einen Lukács angeht, gleiches Maß. Und das bedeutet nicht, dass ich für beide Ehrenveranstaltungen verlange.

      • @HV

        Für Jürgen Meier* steht den Georg von Lukácsy sein edles Streben nach einer echten Menschlichkeit in einer Wechselwirkung mit dem Humanismus von Erich Fromm und Albert Schweitzer! Jürgen Meier* ist der neueste Stand der fröhlichen Wissenschaft.

        Also sprach Tibor Déry vor vierzig Jahren am Grab des Genossen Georg Lukács**:

        „Was war es, was uns für seine Arbeit und seine Persönlichkeit gleichermaßen einnahm? In einem Wort zusammengefasst möchte ich sagen: seine Liebe zum Menschen.“
        *
        Also würdigte sich (…)** am 13. November 1989 in dem Nachruf auf die Errungenschaften des Sozialismus:

        (Quellen)
        *http://www.socialnet.de/rezensionen/11802.php

        **Er war nicht irgendeiner. Er war kein beliebiger unbekannter, unbedeutender Mensch. Er war ein Philanthrop.

        ***Er war nicht irgendeiner. Er war kein beliebiger unbekannter, unbedeutender Mensch. Er war ein Philanthrop.

  6. Nehmen wir ein anderes Beispiel aus einem anderen Land: In Israel ist nach Protesten von Holocaust-Überlebenden ein Wagner-Konzert abgesagt worden, das die dortige Wagner-Gesellschaft veranstalten wollte. Wagner (1813 – 1883) galt als Antisemit. Die Nazis haben sich gern auf ihn berufen.

    Der Organisator des Konzerts ist allerdings sehr enttäuscht und erklärte laut Spiegel Online, dass er auch weiterhin versuchen werde, in Israel Wagner-Konzerte auf die Beine zu stellen: http://www.spiegel.de/kultur/musik/richard-wagner-konzert-in-israel-endgueltig-abgesagt-a-838143.html.

    Ob man zwischen dem musischen oder dichterischen Werk und den politischen Einstellungen und Handlungen eines Künstlers unterscheiden sollte, ist also auch anderswo eine äußerst kontrovers diskutierte Frage. Ich denke, dass man dabei die Gefühle der Opfer achten sollte.

    • Aus dem von Ihnen genannten Grund kann ich auch den Brief Wiesels und seine Gefühle nachvollziehen. Kövér hätte besser getan, keine solche Rede zu schwingen.

      Ich muss aber zugeben, dass Kövér, was den Lukács-Vergleich angeht, einen neuralgischen Punkt getroffen hat. Ich muss ihn weder mögen noch seine Auffassungen teilen: Was Doppelmoral angeht, hat seine Aussage jedoch m.E. einen wahren Kern. Man kann nicht einerseits empört aufschreien, wenn Nyirö beerdigt wird, und ebenso voller Empörung aufheulen, wenn die Lukács-Bibliothek umbenannt wird.

      Ich gebe aber zu: Die Doppelmoral ist im rechten Lager genau so verbreitet. Horthy zu verehren und Lukács zu verurteilen, ist ebenso inkompatibel.

      • Zumindest hätte Kövér –alle– Seiten von Nyirös Persönlichkeit beleuchten müssen. Ansonsten bleibe ich dabei: Es ist sehr bedauerlich, dass die Vergangenheitsbewältigung in Ungarn auf der Stelle tritt, weil Rechte und Linke sich gegenseitig nicht als Demokraten anerkennen können und geschichtliche Argumente für die tagespolitische Auseinandersetzung missbrauchen.

        Magyarországnak Németországgal ellentétben sohasem volt bátorsága ahhoz, hogy szembenézzen a holokausztban viselt felelősségével – jelentette ki Randolph L. Braham professzor, a magyar holokauszt ismert kutatója a szerdán Washingtonban az Egyesült Államok Holokauszt Emlékmúzeumában megtartott előadásán.

        Quelle: http://www.mazsihisz.hu/2012/06/21/braham–magyarorszagnak-nem-volt-batorsaga-ahhoz,-hogy-szembenezzen-a-felelossegevel-5259.html

      • @ungarnfreund zum Thema Alles so machen wie Deutschland

        Der Vergleich zur deutschen Vergangenheitsbewältigung ist m.E. ebenso germanozentrisch wie unpassend. Die Deutschen bewältigten ihre Vergangenheit mit großer Mühe, über Jahrzehnte hinweg und vor allem: Chronologisch nach der zu bewältigenden Phase, also relativ bald nach der Nazizeit, (und auch nur deswegen, weil die Alliierten nachhalfen)

        Wenn aber Deutschland erst 1990 frei geworden wäre, wie Ungarn, nach 50 Jahren einer weiteren mörderischen, kommunistischen Diktatur, dann wage ich zu denken, dass auch in Deutschland zunächst das emotional und erfahrungsmässig nächstliegende geschehen wäre: Zuerst eine Abrechnung mit der unmittelbaren kommunistischen Vergangenheit, und erst danach eine weit approximativere, vielleicht sogar teilweise apologetische oder restaurative Beschäftigung mit dem, was davor (vor dem Kommunismus) geschah. Diese Zeit ist ja nun auch allmählich historisiert, sie lebt kaum noch in der persönlichen Erfahrungswelt der Gesellschaft fort.

      • Herr Kálnoky, Studierende der Politikwissenschaft lernen im ersten Semester, dass Vergleiche in diesem Fach in dem Maße sinnvoll wie Experimente unmöglich sind. Vergleichen heißt nicht gleichsetzen, sondern Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen. Um ungarische Vorgänge zu verstehen, ziehe ich in diesem Sinne gern mal Vergleiche mit Deutschland heran. Damit zeige ich auch, dass ich mir meiner „deutschen Brille“ bewusst bin. Ich bekenne mich zu ihr, denn ich habe keine andere. Dies als abstrakte Einleitung.

        Dann wieder konkret: Wir diskutierten bereits an anderer Stelle darüber, ob die unvollständige Aufarbeitung des Holocaust in Ungarn nicht auch eine Folge des unsachgemäßen Umgangs mit diesem Thema in der Zeit des Kommunismus ist. Ich verwies dabei auf das Beispiel Ostdeutschland und bin weiterhin der Überzeugung, dass der Erfolg des Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern sehr viel damit zu tun hat, dass die Aufarbeitung der Nazizeit in der DDR schablonenhaft und einseitig geschah. Der Holocaust war dort z.B. kein Topthema. Die Verfolgung von Kommunisten wie Thälmann war für das DDR-Regime ein sehr viel wichtiger.

        Ich fragte dann Herrn Herche, ob er vielleicht Erinnerungen daran habe, wie in der Volksrepublik Ungarn mit dem Holocaust umgegangen wurde. Gern frage ich auch Sie, ob Ihnen was dazu einfällt. Zoltán Balog erklärte 2009, dass Auschwitz im Kommunismus zu politischen Zwecken manipuliert worden sei. Die Erben der Kommunisten, so erklärte er sinngemäß weiter, führte diese Strategie weiter und benutzten Antisemitismus-Vorwürfe als politische Waffe. Teilen Sie diese Einschätzung?

      • @Ungarnfreund

        Ja, Sie haben mir die Frage nach der Aufarbeitung in Ungarn zugeschoben.
        Aber Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass ich Ihnen in dieser Sache kompetent Auskunft geben könnte. Als ich 1978 nach Ungarn ging, war das für mich jedenfalls noch kein Thema von Priorität.
        Antisemitische Bemerkungen gab es gelegentlich über Lehrer oder Kommilitonen. Mich wunderte das. Den meisten war es egal. Professor Halász kannte den Literatur-Mayer aus Leipzig noch persönlich. Den äffte er gern nach. Der soll nicht nur Jude, sondern auch schwul gewesen sein. Aber Halász machte alles und jeden verächtlich. Als Esterházys „Kleine ungarische Pornographie“ erschien, nahm er sich das Haus Esterházy vor, den ungarischen Adel, der, so er denn nicht in den Westen geflohe war, eingeknickt ist.. P. Esterházys Vater stand mit seinen Sprachkenntnissen bei der Budapester Rundschau in Lohn und Brot. Wer wollte, der wußte! So war es auch mit der Mittäterschaft an der Judenvernichtung. Zwar gab es in keiner Familie einen „Csendör“, der beim Einwaggonieren seiner Nachbarn Tränen vergossen hätte, aber als bei der Kollektivierung die Gendarmen wieder auftauchten, um die Kulaken in die Produktionsgenossenschaft zu bugsieren, da erinnerte sich dann doch jeder. Die redseligen haben sie dafür eingesperrt.
        Aber bitte schön Ungarnfreund, Sie könnten mich auch Fragen, ob es in der Volksrepublik Ungarn schon einen Wetterdienst gab, der sich mit Fragen wie, a Horthy éra éghajlati tendenciák és időjárási szélsőségek a Kárpát-medencében, befasst hätte.

        Lassen Sie mich das einmal festhalten:

        In der laufenden Auseinandersetzung hat nicht die Aufarbeitung von Geschichte die Priorität.

        Jetzt wird Geschichte instrumentalisiert, um von der Misere abzulenken, in der die stecken, die an der allgegenwärtigen Not Schuld tragen.

        Verantwortung und Schuld sind zwei Stiefel. Verantwortung hat jeder. Schuld hat der Täter. So er denn seiner Tat überführt werden kann, soll er auch bestraft werden. Die Täter von einst sind hoffentlich tot.

        Wenn jene, die sich 1989 mit dem „Volkseigentum“ im Sack davongestohlen haben, um Investoren für ihren Machterhalt zu ködern, wenn die der heutigen Generation die Schuld an der Judenvernichtung vor 1945 ins Gewissen schreiben wollen, dann ist das Opferverhöhnung.

        Opferverhöhnung – oder wie Sie wollen – Aufarbeitung wurde auch schon in der Volksrepublik Ungarn betrieben. Kertész hat das bezeugt. Was uns das gebracht hat, können Sie sich selber ansehen. Wenn Sie den Kopf frei für die Wirklichkeit haben.

      • Ob Jenninger seinerzeit die Nazizeit schöngeredet hat oder nicht, war damals Gegenstand einer innenpolitischen Debatte in Deutschland. Der Vors. des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, hat später übrigens Teile von Jenningers umstrittener Rede wörtlich in eine eigene Ansprache übernommen, weil er diese Ausführungen offenbar nicht für so verwerflich hielt wie viele andere. Mit dem Verweis auf Jenninger wollte ich eigentlich nur andeuten, wohin es führen kann, wenn man in Bezug auf die Shoa die falschen Worte wählt.

        Wiesels kurze Antwort an Köver fällt meiner Meinung nach so schroff aus, dass ich mir vorstellen könnte, dass die Affäre damit noch nicht beendet ist, sondern weitere Kreise ziehen könnte. Köver ist nicht sehr geschickt vorgegangen. So enthält sein Antwortbrief keinen Satz des Bedauerns darüber, dass Wiesel seinen Verdienstorden zurückgab. Auch versucht er nicht, Wiesel umzustimmen. Köver fühlte sich von Wiesel offenbar zu Unrecht angegriffen und reagierte entsprechend „pampig“.

        Außerdem bin ich mir wie schon bei Rakosi, über den wir an anderer Stelle sprachen, überhaupt nicht sicher, ob bei Lukács ein Verweis auf sein angebliches Judentum nötig ist. Überhaupt bin ich mir nicht sicher, ob Wiesel sich in diesem Zusammenhang für Lukács interessiert. Dieser „Vergleich“ Lukács-Nyirö ist typisch für die innenpolitische Debatte zwischen Links und Rechts in Ungarn. Dem Amerikaner Wiesel dürfte das ziemlich egal sein.

    • „Jenninger stammt aus einem katholischen und zentrumsnahen Elternhaus. Sein Vater, ein Buchdruckermeister, war daher während der Zeit des Nationalsozialismus häufig Schikanen ausgesetzt. Seine Brüder Walter und Wilhelm fielen im Zweiten Weltkrieg.“

      „In seiner Funktion als Bundestagspräsident hielt Jenninger zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 am 10. November 1988 bei einer Gedenkstunde des Deutschen Bundestages eine Rede, die versuchte, die Ursachen der Begeisterung der Deutschen für den Nationalsozialismus (Jenninger: „Faszinosum“) zu erklären. Seine Rede trug er, wie er Jahre später selbst einräumte, insoweit falsch vor, als aufgrund von Sprechlage und Betonung der Eindruck entstehen konnte, Jenninger würde sich nicht ausreichend vom nationalsozialistischen Gedankengut distanzieren. Hierzu trug vor allem das eingesetzte Stilmittel der erlebten Rede bei, mit der Jenninger eine angeblich passive bis einschränkend zustimmende Stimmungslage im deutschen Volk dem Nationalsozialismus gegenüber wiederzugeben versuchte. Nach erheblichen Protesten (einige Abgeordnete hatten noch während der Rede den Bundestag verlassen) trat er am 11. November 1988 zurück und kandidierte auch bei der Bundestagswahl 1990 nicht erneut für ein Mandat. Am 9. November 1989 hielt Ignatz Bubis eine Rede, in der er Passagen aus der umstrittenen Rede Jenningers wörtlich übernahm. Bubis wollte damit demonstrieren, dass die Rede Jenningers nicht inhaltlich verkehrt, sondern nur wenig überzeugend vorgetragen worden war.

      Heute wird die Rede im Studium der Sprachwissenschaft oft herangezogen, um aufzuzeigen, in welchem Ausmaß der Sprachgebrauch beeinflusst, was als transportierter Inhalt verstanden wird.“

  7. Angeblich hat der Knesset-Präsident Rivlin seinen ungarischen Amtskollegen Köver wegen der Nyirö-Affäre ausgeladen. Köver sollte an einer Gedenkveranstaltung für Wallenberg teilnehmen. Mehr weiß der ORF: http://orf.at/stories/2127545/. Ich sag ja: das zieht jetzt Kreise und die Gefahr ist groß, dass sich Köver einigelt und damit alles nur noch schlimmer macht.

  8. Asche zu Asche, Staub zu Staub? Israel legt jetzt im Nyírö-Konflikt ’ne Schaufel drauf! Kövér hat sein Fett weg!

    „Rivlin retracts invite for Hungarian counterpart“

    http://www.jpost.com/DiplomacyAndPolitics/Article.aspx?id=275018

    Dass Kövér gar nicht nach Israel fahren wollte, fällt bei den antiungarischen Skandalierern nicht ins Gewicht. Fette Sache!

    http://index.hu/kulfold/2012/06/24/visszamondtak_kover_izraeli_meghivasat/

    (Ist Möros noch auf Urlaub? Um HerrnPfeifer ist es in letzter Zeit so still!)

    http://klavierlied.de/index.php?option=com_content&view=article&id=85%3Abuergschaft-d-246&catid=34%3Afranz-schubert-1797-1828&Itemid=28&lang=de

  9. In der heutigen FAZ wertet G.H. J.Nyirö als Nazi

    P.H. versucht mir ans Bein zu p……, doch nun weht der Gegenwind und plötzlich landet alles bei ihm selbst.
    Ich wurde hier auf HV als Ungarnhasser u.ä.m. abqualifiziert, nur weil ich schon vor ein paar Wochen auf die Provokation des L. Kövér aufmerksam gemacht habe.
    Und wie wurde ich gescholten weil ich de „szekler Apostel“ als Nazi qualifizierte.
    Heute kommentiert G.Hefty, dem P.H hoffentlich nicht Linkslastigkeit vorwerfen wird in der FAZ (Seite 8) unter dem Titel „Nicht klug genug“ u.a. so:
    „Da der Tote nicht nur Literat, sondern im Zweiten Weltkrieg auch Politiker, jedenfalls Abgeordneter gewesen war, […] Die andere Hälfte ist abstoßend, Genauso wenig wie heute die rechtsradikale Jobbik vertraten damals die rechtsextremen, Hitlerhörigen Pfeilkreuzler die nationalen Interessen Ungarns. Im Gegenteil. Einen dieser Nazis auf sein literarischen Werk reduzieren zu wollen ruft zu Recht den Widerstand […] hervor.
    Dass nun Israel den ungarischen Parlamentspräsidenten ausgeladen hat, hätte man absehen können, wäre Fidesz klug gewesen, aus den Fehlern anderer zu lernen“.

    • Oooch, der P.H., der pinkelt sich doch fortwährend ans eigene Bein und merkt es noch nicht nicht einmal….
      Das Lustige ist, daß er sich in der Rolle als Wadlbeisser gefällt und seine Beiträge auch noch für besonders geistreich hält 😀
      Was macht eigentlich Herr Unger? Er fehlt mir, aber, er wird ja sehr gut vertreten von P.H.

      Ich hoffe, Herr Pfeifer, Sie bleiben dem Blog hier noch recht lange erhalten, Ihre Kommentare sind erhellend und zeugen von Ungarnkenntnis ,im Gegesatz zu manch selbsternannten Ungarnkennern und vorallem den Ungarnkennerinnen 😉

      Für den P.H. hab´ ich noch etwas zum Nachlesen in puncto Kövérs Ein-und Ausladung.
      Voll fett.
      http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1259793/NyiroeAffaere_Schlagabtausch-zwischen-Ungarn-und-Israel?from=gl.home_politik

      • Weil mir neupor ganz gut gefällt und Sie sich wenigstens einmal als clever darstellen können 😀

      • Spätestens jetzt erkennt man Sie. Immer beleidigend, immer herablassend. Eine wahre Heldin des Alltags. Leider ohne Inhalte, aber wer braucht die schon, wenn man Feindbilder hat?

      • Ich passe meinen Ton ganz Ihrem Blog an, HV, auch Ihrem Persönlichen im Übrigen.
        Sie dulden diesen Ton beispielsweise bei P.H., bei den vielen unsachlichen, unappetitlichen, agressiven Ausfälle Herrn Pfeifer gegenüber.
        Das ist der Ton, den Sie anscheinend hier haben wollen.
        I just delivered:)

      • Mein persönlicher Tonfall hat Ihrem einiges voraus. So lange Sie also Ihre Behauptung nicht beweisen können, schlage ich vor, Sie schweigen hier und jubeln sich stattdessen selbst auf Pusztaranger zu 🙂

      • P.H. ,Ihre Notdurft verrichten Sie auf diesem Blog, das kriegen wir hier alle mit 😀
        Im Übrigen machen Sie sich keine Mühe mit links, die klicke ich eh nicht an.
        Schönen Abend noch!

      • Beweise?
        Lesen Sie Ihre eigenen Blog nicht? 😀
        Aber, ich kann es Ihnen nicht verübeln, die Kommentare P.Hs sind eine Herausforderung.
        Ich freue mich, daß Sie bei PR vorbeischauen!

      • Hach, wie originell. Scheinbar lesen Sie in Ihrer Aufgeregtheit, die Sie durch Häme überspielen wollen, Ihre Kommentare nicht.
        Was schrieben sie gerade? „Ich passe meinen Ton ganz Ihrem Blog an, HV, auch Ihrem Persönlichen im Übrigen.“
        Und wie zu erwarten war, kommt auf Nachfrage zu meinem „persönlichen Ton“ nichts. So sind sie, die Störenfriede. Tauchen auf, plärren, klagen an, verschwinden. Aber kämpfen (wie übrigens auch Herr Ignac Unger) für die „gute Sache“.

      • @farkas alias wolf

        Nehmen Sie ruhig Herrn Pfeifer in Schutz. Er dauert mich auch. Könnte mir die antiungarische Bewegung jemand vom Format des Josef Goebbels liefern, würde ich sofort von ihm und den Trollen, die HV’s Blog füttern, ablassen.
        Jedenfalls lese ich hier lieber sinnvolles von Kálnoky.
        Pustekuchen! Die Antiungarischen müllen die Welt mit Nyírö und Horthy zu. Als ob das die Probleme wären, die Ungarn heute tatsächlich hat.

  10. Ich teile Heftys Wertung.
    Ich selbst habe Nyírö niemals auf sein literarisches Werk reduziert. Ich habe wegen des Wahlkampf-Happenings in Siebenbürgen, für das Kövér und Jobbik Nyírös Asche instrumentalisieren wollten, ausdrücklich gefordert, dass Kövér von seinem Amt als Präsident des ung. Abgeordnetenhauses zurücktreten sollte. Allein diese meine Forderung war vermessen, denn ich habe in Ungarn keine politschen Rechte und von daher steht es mir nicht zu, bei der politischen Willensbildung mitzuspielen.

    Ich fühle mich auch nicht der politischen Rechten in Ungarn verbunden. Auch ich bin kein Rassist, kein Antisemit, wie Herr Pfeifer am Anfang unserer inniglichen Freundschaft einmal hier in diesem Forum es andeuten wollte.

    Wenn ich etwas hasse, dann ist es die Verlogenheit.

    Nichts von den gegen Ungarn erhobenen Faschismus-Vorwürfen landet bei mir, egal was Pfeifer sagt. Auch was ich von Jobbik-Politikern und der Rolle dieser unsäglichen „Bewegung“ halte, habe ich in diesem Forum eineindeutig zur Sprache gebracht. Dass es unter den Jobbik-Leuten aus meiner Generation en masse ehemalige Mitarbeiter des kommunistischen Staatssicherheitsdienstes gibt, das habe ich hier vorsichtig zum Ausdruck bringen wollen. Woher ich das weiß? Fragen Sie doch nach, bei den ehemaligen Hauptamtlichen der Hauptabteilung II, Spionageabwehr Bruderländer. Oder fragen Sie einfach Lothar Bisky, der im Europaparlament mit einem deutschlandweit geschätzten siebenbürgischen Politchamäläon eine Pressekonferenz zu Ungarn hielt, die er rotzfrech mit der Schlagzeile, den Bock zum Gärtner machen, angekündigt hatte.

    Ich gehe jetzt auch noch einen Schritt weiter, Herr Pfeifer. Was ich über Kövérs „Vergangenheit“ aus der Zeit vor 1989 weiß, und Kövér hat „eine Vergangenheit“ (van múltja), weiß ich von einem seiner Mitbewohner aus dem Bíbó-Studienkolleg. Der ist seit Jahrzehnten Abgeordneter des ungarischen Abgeordnetenhauses. Was der mir vor gut zwanzig Jahren sagte, das deckt sich mit der Notiz aus dem Jahr 1988, die heute Orbán zugeschrieben wird. Orbán hielt angeblich handschriftlich fest:

    „Csáki István
    Temesvári fn. tmb. – Fidesz belső tag
    Győri Gábor fn. hálózati személy
    Kövér”

    Deshalb wunderte es mich überhaupt nicht, als ich hörte, dass Kövér gemeinsam mit Vona in Siebenbürgen eine Nyírö Gedenkfeier halten wollte. Vona hat keine „Vergangenheit“, wie Schiffer oder Mille oder Kukorelly oder wie die aus meiner Generation da alle heißen. Vona und Schiffer sind gegenwärtig. Auch Gegenwart hat ihren Hintergrund. Der kann im Verborgenen liegen. Und ist nur halb zu sehen und ist doch …

    Sie aber können sich winden, wie Sie wollen, Herr Pfeifer. Wenn ich pinkle, dann mit offenem Visier und bei hochgeklapptem Klodeckel.

    „P.H. versucht mir ans Bein zu p……, doch nun weht der Gegenwind und plötzlich landet alles bei ihm selbst.“ Zitat Karl Pfeifer

    Ihre Schamhaftikeit, Herr Pfeifer, die ist verständlich, vielleicht auch anständig, aber nicht zeitgemäß. Komisch ist nämlich, wenn heute jemand zur Fäkaliensprache greift, sich dabei aber nicht so richtig getraut. So was geht immer in die Hose.

    Reden wir Klartest. Solange die ungarischen Archive des ungarischen Staatssicherheitsdienstes verschlossen bleiben, solange Reste der ungarischen HVA sich mit den Abschaumresten der Hauptabteilung III bekriegen, solange dieser fiese Machtkampf auf dem Rücken der in immer größere Not geratenden ungarischen Bevölkerung und jetzt sogar in den westlichen Medien geführt wird, solange Herr Pfeifer mit seiner lächerlichen Verfolgung durch die Stasi zum tausendsten Mal auf den Putz haut, solange muss ich mir von Ihnen gar nichts vorwerfen lassen. Nicht von Ihnen und nichts von Dalos und der Eulenspiegel Verlagsgruppe. Solange SED-Gelder verschwunden und rote Bücher in immer größerer Zahl erscheinen, solange die Rosa-Luxemburg-Stiftung und André Brie noch furzen können, muss ich mir nichts, aber auch gar nichts vorwerfen lassen.

    Und dabei bleibe ich. Wer die Shoa, wer die Vernichtung der europäischen Juden, wer die Auslöschung von unzähligen Menschenleben, egal und im Unterschied zu Elie Wiesels Auffassung, egal welcher Abstammung diese Menschen waren, egal welche religiöse, politische oder sexuelle Präferenz diese Menschen hatten, im politischen Kampf der Gegenwart instrumentalisiert oder sie instrumentalisieren möchte, der muss sich an den Kopf werfen lassen: Du betreibst Opferverhöhnung.
    Ich kämpfe mit offenem Visier. Ich ziele mit meinen Worten auf Köpfe, nicht auf kranke Füße. Wenn ich direkt ins Herz treffe, dann als Hirtenknabe. So steht es mit falscher Interpunktion in meiner Stasiakte: „Er vertritt die Meinung ihm kann nichts passieren.“

    Nichts lasse ich mir von Ihnen nachsagen, Herr Pfeifer. Nicht von Ihnen, von keinem der Akteure in dieser hässlichen Schlammschlacht um Ungarn lasse ich mir etwas anhängen.

    G. Hefty spielt in einer anderen Liga als Sie, Herr Pfeifer! Ich glaube nicht, dass er mit Gyurcsánys DK sympatisiert oder eine „Vergangenheit“ hat, wie Schicker sen. oder Lendvai. Er ist nicht verschlagen, er schreibt, wie er es denkt.

    Danke, dass Sie meine Glaubensfreiheit nicht antasten können. Den Rest, Herr Pfeifer, ob Sie mich nun einen Verwirrten, Besoffenen oder einen Pisser, einen Wadenstecher nennen, das alles stecke ich weg. Danke!

    Weil Ungarns Menschen das nicht verdient haben, was auf ihrem Rücken von Leuten, wie Sie es sind oder Marsovszky, mit der sie in Deutschland durch die Szene tingelten, als noch niemand wußte, was völkisch in Zukunft heißen wird, weil Ungarns Kinder das nicht verdient haben, was auf ihrem Rücken von Kövér, Vona und der anderen Seite ausgetragen wird. Das haben meine Ungarn nicht verdient!
    Ihre schon!
    Nehmen Sie Pampers, bevor es ihnen wieder warm das Bein herunter läuft.

  11. Auf Argumente kommen nur P.H.s lange Selbstbeweiräucherungen, und sein larmoyantes Selbstmitleid; nur kann er nicht erklären, warum ich derartig auf diesem Blog angegriffen wurde, weil ich Nyirö einen Nazi nannte, wenn die hier gegen mich schreibenden Gewußhabenichtse, nichts dazu bemerken, dass G.H. in der FAZ Nyirö auch als Nazi qualifiziert.

    Denn Nyirö war ein Nazi und die mich angreifendenn Personen versuchten mit abfälligen Bemerkungen über mich davon abzulenken. Und nun sind sie gründlich blamiert. Freilich noch mehr blamiert ist Fidesz, der G.H. bestätigte „Nicht klug genug“ zu sein.

    Sachlich kann P.H. nicht diskutieren, daher merkt er auch nicht, dass seine Bemerkungen unter der Gürtellinie viel mehr über ihn aussagen als über mich.

    Ich nehme aber HV in Schutz, denn er läßt den P.H. sich hier selbst entlarven.
    P.H. ist unbelehbar, er darf hier sich selbst blamieren und wird sich auch weiterhin selbst beschädigen. Also wird P.H. weiter die Leser mit seiner Mantra „beglücken“.

    • Ich habe mal nachgeschaut, was mein Duden zu dem Wort „Selbstbeweihräucherung“ sagt. Es hat nichts geholfen.

      „larmoyantes Selbstmitleid“ ? Ich schrieb, Sie dauern mich, Herr Pfeifer.

      Warum ich Sie für verachtenswert hinstelle, entspringt nicht meinem Selbstmitleid.

      Erstens haben Sie mich zuerst angegriffen. Ich schrieb dazu, Auge um Auge!
      Zweitens halte ich Ihre Geisteshaltung für verachtenswert.
      Ich finde, dass Sie Geschichte instrumentalisieren.
      Dass Nyírö ein Nazi war, steht für mich außer Frage.
      So wie es für mich außer Frage ist, dass ich Antisemit sein könnte oder mit der politischen Rechten sympatisiere.

      Ihr Repertoire an Beleidigungen reicht nicht aus, um mich zu treffen.
      Dass ich mich von Ihnen nicht belehren lasse, ist richtig. Wer lässt sich schon von einem antiungarischen Fanatiker belehren?

      Ob ich sachlich diskutieren kann, ließe sich in einer Diskussion mit Ihnen nur schwer beweisen.

      Es käme aber auf einen Versuch an. Ich fühle mich durch Ihre Versuche, mich verächtlich zu machen, nicht gekränkt. Schade nur, dass Sie so verbohrt sind und immer noch meinen, es falle heute noch ins Gewicht, ob Nyírö Nazi war.
      Wer Nyírös Worte, die uns durch Miklós Radnótis Tagebuchaufzeichnungen überliefert wurden, aus ihrem zeitgeschichtlichen Kontext herausreißt, um das Zitat in der aktuellen politischen Auseinandersetzung als Waffe zu gebrauchen, hat längst das Urteil über sich selbst gefällt.

      „Szép képet láttam éppen az előbb a templomban, amint Luther rámutat a bibliának arra a mondására, hogy a vér megtisztít minket. A vér megtisztítja Európát. Európa népei a békének, a léleknek és az új szellemiségnek a jegyében összefognak és egymásra találnak. Teljes szívvel, teljes lélekkel akarjuk ezt a munkaközösséget vállalni. Éljen Hitler Adolf! Éljen Németország! Éljen a német írótársadalom!”

      Radnóti hat den Tagebucheintrag am 3. November 1941 vorgenommen. Die Wannseekonferenz fand am 20. Januar 1942 statt. Erbringen Sie mir den Beweis, dass Nyírö in die Vernichtungspläne der deutschen (!) Nationalsozialisten eingeweiht worden war, erbringen Sie den Beweis, dass er sich der Konsequenzen seiner überschwenglichen Begeisterung für Adolf Hitler 1941 gewahr gewesen ist!

      Was heißt denn, „das Blut reinigt“? Geben Sie doch einfach die Worte „Blut“ und „Jesu“ bei Google ein. Oder fragen Sie Sándor Németh in Budapest!

      Verstehen heißt nicht billigen. Verstehen ist nur möglich, wenn man frei von Angst und Hass ist. Vergessen Sie Nyírö! Der war in seiner Zeit gefangen. Er hatte Theologie studiert, – wie sagt man auf Deutsch „kiugrott pap“? –
      Nyírö war Nazi. Ja. An seinem Leben und Wirken können wir den WAHNSINN erfahren. Könnten wir!

      Schauen Sie doch einfach nur über Ihren Tellerrand hinaus. Die Blutsymbolik des Neuen Testaments ist nur in Ergänzung zur Frage der Blutrache verständlich.Nyírö war getrieben vom Gefühl der Schmach, als die er Trianon empfunden haben muss.

      Auge um Auge …

      Ich meinte das nur rhetorisch. Tut mir leid, wenn Sie mich mißverstanden haben. Die Nationalsozialisten meinten es ernst. So einfach ist das. Und Magdalena Marsovszky Augen leuchten, wenn Sie ihre Vision vom Bürgerkrieg in Ungarn in Worte fasst.

      • Sie schreiben beweihräuchern ohne Dehnungs-h, mir passiert das beim Wort Zuneigung. Sie sehen, ich sympat-h-isiere mit Ihnen! Weil Sie so verletzlich sind.

    • Herr Pfeifer, nehmen Sie es mir nicht übel: Aber auch Sie beweihräuchern sich selbst. Wer ist denn „blamiert“? Etwa diejenigen, die nach ihrem anfänglichen Herumgestocher im Nyirö´schen Nebel, zu Ihren Behauptungen, er sei Nazi gewesen, Fragen stellten, Beweise verlangten? Das war vor Wochen, und Ihr Eiertanz war wenig souverän (meine subjektive Meinung). Höhepunkt war eine „Quellenangabe“ von mehreren hundert Seiten Parlamentsmitschrift aus 1944/45 als „Beweis“ für seine Äußerungen, ohne Kennzeichnung auch nur eines Zitats, nach dem Motto, „such Dir raus, was Du brauchst“. Ich fand das seinerzeit wenig überzeugend, gar unbeholfen. Frau Marsovszky hat offenbar nicht mitgelesen, sonst wäre sie ob der „Unwissenschaftlichkeit“ dieser Vorgehensweise bestimt an die Decke gegangen 🙂 . Ich sage es Ihnen ganz offen, ohne Feindseligkeit: Sie sind einer, der erst nach Aufstellen von Behauptungen nach Beweisen sucht. Andersrum wäre souveränder.

      Blamiert man sich denn, wenn man Sie nach Beweisen fragt, wie das hier geschehen ist? Wenn dem so wäre, dann offenbar deshalb, weil man Herrn Karl Pfeifer nicht anzweifeln darf. Womit wir das zweite Unfehlbarkeitsdogma nach der katholischen Kirche hätten.

      Bemerkenswert an Ihrer „Replik an die Fans“ ist, dass Herr Herche, soweit ich mich erinnere, bezüglich Kövérs Auftritt gar keine andere Auffassung vertritt als Sie.

  12. ..“nur kann er nicht erklären, warum ich derartig auf diesem Blog angegriffen wurde, weil ich Nyirö einen Nazi nannte, wenn die hier gegen mich schreibenden Gewußhabenichtse, nichts dazu bemerken, dass G.H. in der FAZ Nyirö auch als Nazi qualifiziert….“

    Sie nennen nicht nur Nyirő Nazi, Wass , Peter Herche Antisemit, Sie versuchen mich und alle die, die ungarisch denken zu diffamieren.Für wen halten Sie sich ? Sie Hassen und n u r Hassen alle diejenigen die ein Vaterland, ein Volk eine Gemeinschaft haben. Ja, viele von uns fahren nach Ungarn, fahren “ nach Hause „. Das haben Sie anscheinend nicht.
    Ihnen gefallen ausschließlich nur die hasserfülte Meinungen von Frau Marsovszky, Galamus, Elie Wiesel, Ákos Kertész, usw..
    Ich wiederhole meine Meinung: die Ungarn zu hassen ist Ihr gutes Recht und ich kann , besser als Ihnen lieb sein dürfte, es gut nachvollziehen. Was ich nicht verstehen kann, dass ist Ihr Janusgesicht womit Sie als “ Freund“ ausgeben.
    Ich verstehe nicht, aber ich habe das nicht zu verstehen sonder als existierende Meinung zu akzeptieren.
    Anscheinend kann man aus diesem Hass gut existieren . Mein geliebter Vater sagte : “ minden bóvlira jön egy bóvlivevő “
    Die Kramphaftigkeit womit Sie hier und überall Ihnen völlig unbekannte Menschen „antisemiten“ „nazis“ „hungaristen“ …nennen, zeigt Ihr Wert.
    Haben Sie mit Nyirő gesprochen oder mit P.H., oder hat Ihnen gegenüber Kövér „antisemitisch“ geäussert ? Wollen Sie wirklich alle „Antisemiten“ auf dieser Welt ein Begräbnis verweigern oder nur Nyirő ?

    Es gab, es gibt und wird es immer Menschen geben die keine Ruhe, oder keine Familie , etwa keine Nationalität usw. vom Elternhaus mitbekommen und nie selbst besorgen konnten. Bedauerlich , aber ist eben so.
    Als ich Kind war, haben wir Nyirő im Zeitungspapier gebunden auf dem Bücherregal.
    Warum im Zeitungspapier ? Weil wir wieder Angst haben mussten von schwarzen победа-s.

    Heute danke ich meinem klugen Vater, der Arbeitsdienst-überlebender (MUSZ) war, daß er mir einen Platz in dieser Welt gegönnt hat. Ich habe sein Leid n i e in mein Geld gewechselt.Er hat es auch nie getan ! Ich bin stolz, daß Er für Hass-Dienste unter Kommunisten nicht zu haben war.

    Schliesslich bin ich der Meinung, daß diese Hasspolitik gegen die demokratisch gewählte FIDESZ-Regierung falsch ist , hat keine nachvollziehbare Berechtigung.Das ist meine Überzeugung . Wenn nur „Antisemitismus“ der Orban-Regierung vorgeworfen wäre, hätte man nachdenken müssen. Und was war mit : Dilettantismus, Antidemokratismus, Inkompetenz, sogar die Legitimtät wurde bezweifelt.

    Gewußhabenichtse ? Mag sein. Ich habe eine Frau, zwei Kinder zwei Enkelkinder ,ein Hund, Haus ,eine Muttersprache, ein Vaterland. Ja , was ich noch habe: eine streng abgelehnte IM Verpflichtung.Und ich liebe Menschen, fast alle !

    Terrier von Habenichts

  13. HV natürlich gibt ein Journalist nicht seine Pointen preis, bevor er sie publiziert hat.
    Ich dachte, die Tatasache das Nyirö noch im Jänner 1945 Nazipropaganda machte und nach dem Krieg ein Pfeilkreuzler-Hungaristen Anführer war, würde genügen.
    Natürlich sind all diejenigen blamiert, die trotz besseren Wissens darauf bestanden, dass Nyirö nur ein transsylvanischer Patriot gewesen ist.

    Und der L. Kövér der noch vor ein paar Tagen behauptete, Nyirö wäre kein Faschist gewesen hat sich lächerlich gemacht und bewiesen, dass die Entfernung zwischen Fidesz und Jobbik nicht allzugroß ist, wenn es um die Rehabilitierung eines Nazipropagandisten geht.

  14. Also was mich betrifft, ich würde gerne an meiner differenzierten Betrachtung festhalten wollen, wenn es erlaubt ist, und Nyirö nach wie vor nicht auf eine Stufe stellen mit deutschen Nazis. Sein politisches Verhalten betrachte ich genau wie zuvor: Als „regressiv“, also rückschrittlich radikalisiert im Angesicht eines vermeintllichen drohenden Untergangs seiner Welt.

    Aus dem einen wirklich antisemitischen Spruch, der von ihm bislang zitiert wurde, ist das Phänomen deutlich spürbar: Weg mit den Andersherzigen, sonst wird das Ungarntum untergehen. Das ist klare Panik, und seine radikale Haltung eine psychische Angst-Reaktion, die sich auch relativ spät im Leben entwickelte. Nyirö klammerte sich an die seiner Meinung nach einzigen Kräfte, die Siebenbürgen „retten“ konnten (Nazi-Deutschland), fand in den „Juden“ offenbar eine Art Sündenbock für alle „Gefahren“, und fand von diesem Irrweg nicht mehr zurück.

    Und nach wie vor würde ich Nyirö als Schriftsteller auf anderer denn auf politischer Grundlage bewerten wollen, schon deswegen, weil er ja eine ziemlich zerrissene, labile Seele war und heftige Änderungen seiner Ansichten durchlebte. Vielleicht ist seine Angst und Labilität der Schlüssel zu der Frage, warum er sich so krampfhaft am vermeintlich „starken“, „unbesiegbaren“ festklammerte,

    • Das für mich ein wenig befremdliche ist, dass man – dies war der Ausgangspunkt dieser „Debatte“ – offenbar die Frage, ob gewisse Personen (Wass Nyirö u.a.) im Schulunterricht behandelt werden sollen oder nicht, mit der Bewertung verknüpft, ob sie „gute Schriftsteller waren“. Dieses Urteil sollten Literaturwissenschaftler, aber nicht dpa-Korrespondenten oder Journalisten treffen. Ich traue den Lehrern in Ungarn zu, dass sie nicht nur das Werk, sondern auch die Person angemessen behandeln. Und ihre unrühmliche Rolle hinreichend beleuchten.

      Geschmack ist subjektiv. Ich persönlich mag Villons Gedichte, insbesondere die „Lästerzungen“, aber es wird nicht jedem gefallen. Neulich sah ich Civil a Pályán auf ATV: Júlia Váradi (der man gewiss keine Nazisympathien nachsagen kann) sagte sinngemäß, die Befassung mit Wass und Nyirö sei empörend, aber Szabó solle man lesen, er sei ein genialer Schriftsteller und habe niemandem je ein Haar gekrümmt. Also kann man doch differenzieren. Wie man es übrigens auch beim Werk des Heller-Lehrers Lukács macht, der nicht nur ein großer Philosoph war, sondern zur Zeit der Räterepublik als Politkommissar Menschen hat erschießen lassen.

      • @HV
        Ihr ‚Lästerzungen‘ Traum von einem Gedicht ist aber eher eine didaktische, vielleicht sogar nur ’ne pädagogische Übung, denn Poesie.
        Darf ich neugierig sein? Wessen Zunge hätten sie denn gern gesotten? Sie haben aber nur einen Wunsch frei!

      • Bertolt Brecht war treuer Kommunist auch in den dunkelsten stalinistischen Zeiten. Die Opferzahlen dieser Ära sind bekannt. Soll Brecht deshalb aus den Lehrplänen genommen werden? Wie viele Strassen, Plätze und Schulen in Deutschland tragen seinen Namen? Sollen die alle umbenannt werden? Wenn Nyírő wegen seinen politischen Irrungen keinen Platz in den Lehrplänen haben darf, müssen die gleichen Maßstäbe auch für andere Schriftsteller gelten. Dann müsste der Brecht auch weg und viele andere auch. Es wäre schade!

    • Auch die Nazis waren in Panik, dass doch die Juden – die Gegenrasse – im Fall ihres Sieges – als solchen phantasierten sie den Sieg der Alliierten, der bevorstand – Deutschland vernichten würden. Soweit mir bekannt, versucht man den Rassenwahn in Deutschland nicht mit der Panik der Paranoiden zu entschuldigen.

      Was Sie geschätzter Kollege – bewußt oder unbewußt – ausblenden, ist die Tatsache, dass nach 1945 Nyirö einer der Anführer der pfeilkreuzlerischen-hungaristischen Emigration wurde. Ist das auch entschuldbar, weil doch Nyirö ein transsylvanischer Heimatschriftsteller war?

      • Lieber Herr Pfeifer,

        In gewissem Maße sticht ihr Argument: Weil viele konservative Deutsche Deutschlands Zurechtstutzung nach Versailles erbitterte, wurden sie – ohne von Haus aus Nazis zu sein – anfällig für deren Führungsanspruch. Ähnlich erging es Nyirö, nur das bei ihm Trianon und nicht Versailles der Auslöser war.

  15. J. Halász. Bert Brecht hat sich nach dem 17. Juni 1953 über die Machthaber in der DDR lustig gemacht. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges ab 22. Juni 1941 gab es nur die Wahl mit den Alliierten gegen die nazistische Barbarei oder mit der Nazibarbarei gegen die Alliierten. Nyirö hat bis zum Schluss für Szálasi und Hitler Propaganda gemacht.
    Winston Churchill, der nicht verdächtigt werden kann ein Kryptokommunist gewesen zu sein, hat dies sofort im Juni 1941 erkannt und sich für die Allianz mit der Sowjetunion eingesetzt.

    Das Buch des französischen Armenarztes Céline au bout de la nuit ist ein Meisterwerk. Leider war Céline ein wütender Antisemit und hat während der deutschen Besatzung Juden angezeigt.
    Allerdings hat nicht einmal die FN der M. le Pen vorgeschlalgen, den C. mit militärischen Ehren aufzubahren und dann feierlich zu bestatten.
    Ezra Pound war ein bedeutender amerikanischer Poet. Aber er war auch ein Propagandist gegen die USA während des Zweiten Weltkriegs im faschistischen Italien. Die USA wollten keinen Märtyrer und sperrten ihn für ein paar Jahre in eine psychiatrische Klinik. Auch er wurde nicht nach seinem Tod vom Staat geehrt.

    Also wenn auch J. Nyirö mit diesen von mir erwähnten Personen etwas gemeinsam hat, war es hirnrissig, ihn mit militärischen Ehren aufzubahren und ihm als „szekler Apostel“ zu feiern.

    • *Bert Brecht hat sich nach dem 17. Juni 1953 über die Machthaber in der DDR lustig gemacht.*
      Bin eigentlich voll in der Fremdenverkehrssaison, aber das ist mir dann doch neu und hat mich fast vom Stuhl gehauen.

      Irgendwie muss ich dann wohl in der Schule geschlafen haben.

    • Herr Pfeifer:
      „Bert Brecht hat sich nach dem 17. Juni 1953 über die Machthaber in der DDR lustig gemacht.“

      Im Wikipedia steht über Brecht und den 17. Juni folgendes:
      „Als es am 17. Juni 1953 in Berlin zu Massenprotesten der DDR-Arbeiter kam, drückte Brecht noch am selben Tag in einem knapp gehaltenen Brief an Walter Ulbricht seine „Verbundenheit mit der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ aus, formulierte aber gleichzeitig die Erwartung einer „Aussprache mit den Massen über das Tempo des sozialistischen Aufbaus“. Weitere kurze Solidaritätsadressen schickte Brecht am gleichen Tag an Wladimir Semjonowitsch Semjonov („unverbrüchliche Freundschaft zur Sowjetunion“) und an Otto Grotewohl sowie Gustav Just mit dem Angebot, Beiträge zum aktuellen Radioprogramm zu liefern.“

      An anderer Stelle schrieb Brecht über den 17. Juni:
      „Organisierte faschistische Elemente versuchten, diese Unzufriedenheit für ihre blutigen Zwecke zu missbrauchen. Mehrere Stunden lang stand Berlin am Rande eines dritten Weltkrieges. Nur dem schnellen und sicheren Eingreifen sowjetischer Truppen ist es zu verdanken, daß diese Versuche vereitelt wurden. Es war offensichtlich, daß das Eingreifen der sowjetischen Truppen sich keineswegs gegen die Demonstrationen der Arbeiter richtete.“

    • Herr Pfeifer:
      „In der Zeit des Zweiten Weltkrieges ab 22. Juni 1941 gab es nur die Wahl mit den Alliierten gegen die nazistische Barbarei oder mit der Nazibarbarei gegen die Alliierten.“

      Allerdings waren die USA oder Großbritannien keine kommunistische Staaten, so gab es einen Antifaschismus jenseits des Kommunismus. Aber auch wenn einem in den 20-er, 30-er Jahren der Kommunismus als die wahre antifaschistische Alternative erschien, mußte einem intelligenten Menschen wie Brecht in wenigen Jahren klar werden, wie verbrecherisch der stalinistische Kommunismus war. Trotzdem machte er noch in den 50-er Jahren in der stalinistischen Diktatur von Ulbricht den prominenten Literaten.

  16. an terrier
    Sehr gut geschrieben!

    an Halász János
    Nicht nur Brecht, sondern jeden Menge große Namen.
    Siehe Stephen Koch: Double Lives.
    Stalin, Wili Münzenberger and the Seduction of the
    Intellectuals. 1994

    Bezeichnend, gibt es keine deutsche Übersetzung.

    Aber Kollaborateur gibt es eh nur in die Rechte Lager,
    sowieso.

    „Die entscheidende Rolle spielen dabei die Medien,
    die ganz überwiegend links dominiert sind.
    So spricht man ja auch längst nicht mehr von
    einem „Kampf gegen den Rechtsextremismus“, den
    jeder vernünftige Mensch nach Kräften unterstützt,
    sondern vom „Kampf gegen rechts“ und meint
    damit jeden, der nicht ausdrücklich links ist.
    In Wirklichkeit führt man also nicht den Kampf gegen
    irgendwelche Nazi-Sympathisanten oder Antisemiten,
    sondern gegen das gesamte konservative Lager,
    das gegen die „Auschwitzkeule“ keine Chance hat.
    Denn während ein Rechtskonservativer immer
    beweisen muss, dass er nichts mit Auschwitz zu tun
    hat, wird ein Linker niemals mit einem stalinistischen
    GULAG in Verbindung gebracht.

    Das alles ist eine strategische Leistung, vor der man
    den Hut ziehen muss!“

    Reinhard Günzel -auch ein Medienopfer.

  17. Lieber Kollege Kálnoky,
    was Sie bei Ihrem Beispiel Deutschland vollkommen vergessen, ist die Haltung der KPD, die mit Unterstützung des Kominterns voll gegen den Friedensvertrag Versailles polemisierte.

    Das absurde Theater, das Szöcs und Kövér mit Nyirös Asche vorführten gehört sicher nicht zu den Glanzleistungen dieser Regierung und zu erklären, Nyirö, einer der Pfeilkreuzler-Hungaristen Anführer nach 1945 wäre kein Faschist gewesen, gehört zu der heute in Fidesz-KDNP Kreisen so populären Umschreibung der Geschichte. Seine Kriegshetze 1945 und diese Aktivität in der Emigration sind sicher nicht durch das Trauma Trianon erklärbar.

    Lustig ist, dass nachdem Szegedi versuchte Vona zu beerben, herauskam, dass Jobbik MEP Csanád Szegedi eine jüdische Großmutter namens Klein hatte. Auch Imrédy hatte eine konvertierte jüdische Großmutter.
    Als nach der deutschen Besatzung Veesenmayer Horthy vorschlug Imrédy zum Ministerpräsidenten zu machen, lehnte Horthy die Ernennung dieses „zsidó“ ab. Imrédy wurde nach dem Krieg in Budapest hingerichtet.

    Herr Jung, das arme konservative Lage mit Frau Merkel and der Spitze hat keine Chance in Deutschland, denn die werden, meinen Sie mit der „Auschwitzkeule“ bedroht? Ist das eine realistische Sicht der Dinge? Ich wage das zu bezweifeln. Und was Ungarn anlangt, gibt es genug impliziten und expliziten Antisemitismus im „konservativen“ Medienmainstream. Journalisten müssen diesbezüglich nichts erfinden.

  18. Herr Pfeifer,

    Ich glaube, wir können die endlose Debatte mit der Feststellung beenden, dass wir hier das vorexerzieren, was dann die Lehrer im Unterricht und die Schüler angehen werden: man kann darüber ewig diskutieren.

    Die Lehrer werden die Wahl haben zwischen nationaler Verherrlichung, oder nivellierender Faschismuskeule, oder, was ich wünsche und erwarte, differenzierter Suche nach Erkenntnis.

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