Süddeutsche: Cathrin Kahlweit über „Geschichtsrevisionismus“ in Ungarn

Cathrin Kahlweit über „Geschichtsrevisionismus“ und „historische Ignoranz“ in Ungarn:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/geschichtsrevisionismus-in-ungarn-angst-vor-einer-neuen-mode-1.1392381

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26 Kommentare zu “Süddeutsche: Cathrin Kahlweit über „Geschichtsrevisionismus“ in Ungarn

  1. „Verbürgerlichung faschistischer Ideologie“…

    Schon Konfuzius sagte, daß Staat und Gesellschaft zugrundegehen, wenn der Sinn der Worte entstellt wird 🙂

  2. Ein hingeklatscher, einseitiger Bericht. Positives ist nicht zu lesen, vorteilhaftes, wieso vielleicht Hothy doch ein Denkmal verdient haben könnte, wird ganz und gar verschwiegen. Mal als Anmerkung aus dem Wikipedia:
    – Entgegen den Wünschen der deutschen Regierung weigerte sich Ungarn allerdings, seine jüdischen Einwohner auszuliefern bzw. deren Transport in Lager zuzulassen.
    – Die Deportation jüdischer Ungarn nach Auschwitz begann am 15. Mai 1944 und hielt bis zum 9. Juli 1944 an, bis Horthy die Transporte stoppen ließ und die jüdische Bevölkerung von Budapest damit weitgehend verschonte.

    Wohl bemerkt hielt er die Züge trotz den Willen der deutschen Wehrmacht auf! Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Ungarn am 15. März 1944 („Unternehmen Margarethe“) und nachdem er als Machthaber von den Deutschen durch Sztójay abgesetzt worden ist.

    • Herr Richter, haben SIe eigentlich die diversen Diskussionen zu Horthy, Holocaust usw. in diesem Forum mitgelesen?

      Seriöse Historiker können sich ungefähr auf folgende Linie einigen: Horthys Antisemitismus war ursprünglich kein eliminatorischer. D.h., die Vernichtung der Juden war nicht sein eigentliches Ziel, aber er hat die Deportationen billigend in Kauf genommen und er hat sie erst gestoppt, als es ihm opportun erschien, weil der Krieg sich endgültig gegen Deutschland wendete, die Proteste der neutralen Staaten nur so auf Ungarn einprasselten, man die Bombardierung Budapests befürchtete und schließlich weil Horthy gut Wetter für den Frieden bei den Alliierten machen wollte.

      Etwa 200.000 Ungarn waren an den Deportationen aktiv beteiligt, sagen Fachleute wie Braham, Karsai usw. Dafür dass die ungarische Gesellschaft dieses Verbrechen mindestens zuließ und oft sogar unterstützte, hatte die „Judenpolitik“ Horthys seit 1920 den Boden bereitet — Stichworte: Numerus-Clausus-Gesetz, Judengesetze, Massaker on Kamenez-Podolsk und Novi Sad. Man kann über Horthy kontrovers diskutieren. Denkmäler hat er definitiv nicht verdient.

      Ungarns Außenminister Martonyi erklärte anlässlich der Eröffnung des Wallenberg-Gedenkjahrs am 17.01.2012: „Magyarország külügyminisztereként különösen fájdalmas kimondanom: a vészkorszak idején a magyar állam megméretett és könnyűnek találtatott. Nem tudta megvédeni állampolgárait, sőt – jóllehet idegen megszállás alatt – de elpusztításukhoz is segítséget nyújtott. Így váltak szülőhazájukban hazátlanokká, magyarságuktól és emberi mivoltuktól megfosztva sorstalanokká zsidó magyarok százezrei.“

      • Die seriösen Historiker mögen sich darauf einigen oder Sie, Ungarnfreund, interpretieren es so, aber die ungarische Bevölkerung sieht in Horty nicht nur einen Mann der sich gegen die Juden wandte, weil er sich gegen die Bolschewisten wandte, sondern auch einen Mann unter dessen Führung Ungarn ihm viel zu verdanken hat. Sie picken einen Zeitraum von seiner Regierungzeit (1920-1944) raus und wollen ihn für etwas verurteilen, wobei er schon meines Wissens zwei mal wegen Kriegsverbrechen angklagt worden ist und zwei mal von der Anklage freigesprochen worden ist. Aber Sie werden es wohl bestimmt besser wissen als die verehrten Richter von damals.

      • Ja, ja. Und Hitler hat die Arbeitslosigkeit beseitigt, den Deutschen die Autobahnen beschert etc.

        Zur ungarischen Judenpolitik unter Horthy ergänze ich gern die Jahreszahlen: Numerus-Clausus-Gesetz 1920, Judengesetze 1939ff., Massaker von Kamenez-Podolsk 1941, Massaker von Novi Sad 1942, Deportationen 1944. Einen bestimmten Zeitraum habe ich da nicht herausgepickt.

        Was meinen Sie hat Ungarn Horthy zu verdanken? Die Beendigung des roten Terrors? Ist durch weißen Terror geschehen. Die vorübergehende Revision von Trianon? Die war teuer erkauft. Eine ganze Armee verblutete dafür am Don. Ganz ohne Polemik: Mich würde wirklich interessieren, welche seiner Leistungen Sie für denkmalwürdig erachten.

      • Ich beantworte gerne ihre Fragen, sogenannter Ungarnfreund: Horthy hat Ungarn geholfen sich wieder zu erstarken. Das Land blühte auf nach dem Vertrag von Trianon. Dieser Vertrag bei dem Ungarn 66% des Landes verloren und 1/3 der Bevölkerung auf einmal sich außer Landes befand. Diese überaus ungerechte Aufspaltung des Landes schockierte die Ungarn und unter Horthys Führung kam es zur Stabilisation und zur neuen Entwicklung und Entfaltung auf allen Ebenen. Das was ihm gelang, gelang keinem Politiker bis jetzt in Ungarn seit der Abschaffung des Kommunismus und der Einführung der Demokratie. Da werden nur Schulden gemacht und die Banken gestützt. Wenn ein Mann, der in Krisenzeiten zwischen zwei Weltkriegen es schafft, Ordung und Entwicklung in ein Land reinzubringen, wird natürlicher versucht (vor allem auch im damaligen kommunistisch regierten Ungarn nach Horthy) ihn als Faschisten und Antisemiten zu bezeichenen und auf ein solches zu reduzieren.
        In diesen Zeiten der Kriege, in dem Europa in Flammen stand, sind selbstverständlich auch zu Übergriffen auf Juden gekommen. Jedoch waren die Juden selbst organisiert und kämpferisch in bolschewistischen Gruppierungen aufgetreten. Das es zu Übergriffen kam, die aber nicht von Horthy befohlen worden sind, ist einleuchtend. Oder wollen Sie sagen dass Horthy die von Ihnen genannten Massaker befahl?
        Ich denke im Krieg sterben viele Menschen, unter anderen auch Juden. Jedoch kann man Horthy nicht verurteilen für die systematische Vernichtung der Juden, wie es von einigen anderen zu behaupten wäre. Darüber waren sich die Richter auch einig, als Sie ihm von der Anklage als Kriegsverbrecher freigesprochen haben.
        Und nochmals zu Verdeutlichung: Die Deutschen, also Hitler, mussten einmarschieren, um Horthy zu stürzen! Dementsprechend würde ich jegliche Vergleiche mit Hitler nicht als angemessen betrachten! Außerdem wie können Sie sagen, dass die Revision von Trianon teuer erkauft worden ist? Wie können Sie so reden, wenn es von der 1/3 der Bevölkerung Ungarns sich handelt, die zu unrecht von den anderen getrennt wurden? Natürlich versucht man alles, um diese wieder zu vereinen, so wie die deutschen alles dafür taten, um die ihrigen wieder zu vereinen.

      • Was muss ich heute über Horthy hören?

        „Das jetzige Regime ist schlimmer als das Horthy-System. Ich will damit nicht Horthy verteidigen, sondern auf das wahre Gesicht des Fidesz hinweisen. Man kann auf Grundlage von Fakten feststellen, dass das Horthy-System keine Autokratie war, auch keine Alleinherrschaft oder Diktatur. Es funktionierte ein beschränkter, wenn auch nicht demokratischer Parlamentarismus, die Justiz war unabhängig, die Presse funktionierte nach den Grundsätzen des Liberalismus…“

        Wer hat das wohl gesagt? Ich gebe einen Tipp: Es war kein Fidesz- und kein Jobbik-Politiker.

      • Herr Richter, mein Blick auf Trianon ist ein anderer als Ihrer. Das haben Sie vielleicht schon mitbekommen. Ich finde es zu einseitig, immer nur die ungarischen „Verluste“ an Bevölkerung und Land herauszustellen. Im Übrigen wirkt es auf mich sehr anachronistisch, wenn heute, über 90 Jahre nach Trianon immer noch über den Diktatfrieden gejammert wird. Die Sehnsucht nach Großungarn ist im modernen Europa ziemlich fragwürdig. Kein vernünftiger Politiker des demokratischen Spektrums strebt heute noch Grenzveränderungen an.

        Dass Slowaken und Kroaten inzwischen eigene Staaten haben, ist, wenn Sie so wollen, eine Spätfolge von Trianon. Und das finde ich durchaus ok. Sicher war Trianon für die Nicht-Magyaren eine Befreiung und für die Magyaren eine Belastung. Minderheiten haben es immer schwer, sich zu behaupten. Aber es ist nicht unmöglich. Denken Sie mal an die Siebenbürger Sachsen. Die haben unter wechselnden Herrschaften rund 850 Jahre in der Region gelebt, ohne assimiliert zu werden.

        In Transsilvanien stellten die Rumänen nach dem Ersten Weltkrieg eine Bevölkerungsmehrheit, so jedenfalls eine Darstellung, die ich neulich in der Hand hielt. (Genauere Zahlen wären willkommen.) Anders als Ungarn, Szekler und Sachsen genossen die Rumänen jedoch nie irgendwelche Privilegien, sondern standen mit den Juden zusammen am unteren Ende der sozialen Hierarchie. Kein Wunder, dass sie das Königreich Ungarn verlassen wollten. Auch die Sachsen waren damals für den Anschluss an Rumänien, weil sie die Magyarisierungspolitik satt hatten. Dass sie mit Bukarest vom Regen in die Traufe kamen, konnten sie freilich nicht ahnen.

        Dann zu Horthy selbst: Dass er ein Revisionist und Irredentist war, ist aus seiner Zeit heraus vielleicht verständlich. Aber ich bleibe dabei: Ungarn hat für den kurzen Erfolg der Wiener Schiedssprüche sehr teuer bezahlt. Das Bündnis mit Hitler-Deutschland hatte einen wahnsinnig hohen Preis, u. a. den der Vernichtung einer ganzen ungarischen Armee im Angriffskrieg gegen die Sowjetunion, aber auch den Holocaust, die kommunistische Herrschaft und letztlich die endgültige Bestätigung von Trianon.

        Was Kamenez-Podolsk und Novi Sad angeht, bin ich nicht quellenkundig genug, um Ihnen aus dem Handgelenk auf die indirekte Frage antworten zu können, inwieweit Horthy persönlich (mit-)verantwortlich war. Ich kann mir aber nur schwer vorstellen, dass solche Dinge geschehen und das jeweilige Staatsoberhaupt (und sei es als Oberbefehlshaber der Armee) davon gänzlich unberührt bleibt. Wissen und (stillschweigende) Billigung wären in solchen Fällen schon schwere Belastungspunkte. Den Protest von Herrn Jung gegen die Aufnahme dieser Punkte in meine summarische Darstellung der „Judenpolitik unter Horthy“ muss ich deshalb zurückweisen.

        Warum man Horthy nach dem 2. Weltkrieg nicht anklagte, wüsste ich auch gern. In zeitgenössischen Presseberichten ist davon die Rede, dass man ihm sein Bemühen um einen Separatfrieden angerechnet habe. Das wäre also eine rein politische Überlegung, keine rechtliche Aussage bezüglich Schuld oder Unschuld. Ich finde, was wir sicher über Horthy und seine Zeit wissen, reicht völlig aus, um ihm heutige Ehrungen zu versagen. Sie erkennen hoffentlich, dass sich diese meine Aussage von der aus kommunistischen Zeit bekannten Propaganda unterscheidet.

      • Sein Blick ist ein anderer. Er fände es zu einseitig, immer nur die ungarischen “Verluste” an Bevölkerung und Land herauszustellen.

        Sehr geehrter Ungarnfreund!

        Ich kenne einen, der hatte mal einen Streit. Dem haben sie dabei das halbe Hirn weggepustet, mit beiden Schwänzen seiner zwei Seepferdchen.

        Mein Bekannter hat heute einen ungetrübten Blick auf die Welt.
        Seine Ärzte erklären das mit Hippocampus::

        Demnach finden sich bei ganzen Hirnen zwei Hippocampi. Pro Hemisphäre gibt es ein Pferdchen. Eins für die westliche und eins für die östliche Hemisphäre. Wenn mein Bekannter nun mittags bei Glockengeläut in Richtung Sonne schaut, kann man ihm nichts anmerken. Der Hippocampus ist eine zentrale Schaltstation des limbischen Systems. Das steht bei meinem Bekannten auf stur. Sonst sieht man ihm wirklich nichts an.

        Die Ärzte sagen, wenn er nur ohne westliches Pferdchen wäre, würde er jetzt gen Osten reiten, wo die Madjaren leben. Aber ohne Schwanz versteht er gar nichts, weiß alles und ist ein sturer Sonnenanbeter.

        Ich überlege, ob ich mir nicht auch die Seepferdchen beschneiden lasse.

        Schöne Grüße

        Ihr Peter Herche

        P.s. In dere Zeitung steht, dass Juden und Muslime empört auf das Kölner Urteil reagiert hätten.

        Was die Beschneidung Ungarns angeht, sind sich aber alle einig. Der Schnitt musste sein.

        Ich finde das beruhigend.

      • HV, ich vermisse wirklich die Daumen. Dieser Beitrag von Herrn Herche hat keine Erwiderung in Worten verdient, sondern allenfalls einen gesenkten Daumen.

      • Sogenannter Ungarnfreund, Ihr Blick auf alles ist ein anderer als meiner! Ich weiß gar nicht wo anzufangen, aber versuchen wir es mal der Reihe nach.

        „Ich finde es zu einseitig, immer nur die ungarischen “Verluste” an Bevölkerung und Land herauszustellen.“
        Wieso stellen Sie „Veluste“ in Anführungsstriche? 1/3 der Bevölkerung ist kein Verlust? Wann beginnt bei Ihnen denn ein wirklicher Verlust?
        Wissen Sie, seit der Gründung des Königreichs Ungarn im Jahre 1000 n.Chr. war Ungarn ein Vielvölkerstaat. Nach dem Vertrag von Trianon stand die ungarische Bevölkerung in dem Gebiet, das an Rumänien abgegeben wurde leicht in Unterzahl. Aber mit den deutschen Bevölkerung mitgerechnet kann man von einer 1:1 Situation sprechen. Nach dem ersten Weltkrieg hat sich das Staatsgebiet und die Bevölkerungszahl Rumäniens sich verdoppelt! Und dadurch wurde Rumänien zu einem Vielvölkerstaat! Wenn man die heutigen Zahlen ansieht, haben wir eine Bevölkerungsanteil 6,6% Ungarn in Rumänien. Im damaligen „Großrumänien“ konnte man von ca. 15 % sprechen. Die Zahlenentwicklung ist richtungsweisend. Abgesehen hiervon haben die Ungarn fast alles an Kohle-, Erz- und Salzbergwerke, sowie einen Großteil an Erdöl- und Erdgasvorkommen, Bauholzwäldern, Weidefeldern und Arbeitskräften verloren. Und dies alles, weil in der östereich-ungarischen Monarchie die Österreicher das sagen hatten und Ungarn nur als Marionette unter diesem gemeinsamen Schutznamen diente. Die Siegermächte haben in Trianon sich das Ziel gesetzt, langfristig Frieden in Europa durch die Neuschaffung der Gesetze zu gewährleisten. Zumindest haben sie dies behauptet, was daraus wurde, ist ein zweiter Weltkrieg in Kürze. Ungarn wäre niemals auf Seitens Hitlers gelandet, wenn Trianon nicht gegeben wäre, behaupte ich. Vor allem weil durch diese ungerechte Aufteilung sehr viel Leid und Probleme auf die Menschen in diesen Gebieten zukamen, die immer noch aktuell sind und alles andere als „anachronistisch“ zu bezeichnen sind! Was sind schon 90 Jahre? Wir diskutieren Horthy ,also tragen Sie doch selbst zu dieser „Anachronismus“ bei.
        Was Ihre Annahmen zu Horty angeht: behalten Sie sie besser für sich. Das Sie ihm die kommunistische Herrschaft als Schuldigen dafür in die Schuhe schieben wollen, ist wohl die Spitze des Eisberges. Ich empfehle Ihnen die auf ungarisch geschriebene Seite über Horthy in Wikipedia, ist viel ausführlicher und aussagekräftiger als die deutsche. Zu lesen ist unter anderen darin, dass Horthy die Nazis für „Briganten und Clowns“ hielt. Außerdem hat Hitler persönlich ihn mehrmals ermahnen müssen die Gesetze gegen die Juden in die Tat umzusetzen.
        Abgesehen von Ihren Annahmen, was wissen wir denn sicher über Horthy?
        Meiner Meinung nach wissen wir, dass er mit den Deutschen kooperierte, weil ihm von den Deutschen die Revision des Trianoner Vertrags versprochen wurde. Zweitens wissen wir, dass er stets den Rechtsradikalen Kurs ablehnte. Drittens wissen wir, dass er den Bestrebungen Hitlers immer mehr sich wiedersetzte, so dass die Deutschen in Ungarn schließlich einmarschieren mussten. Und viertens Wissen wir, dass er die Nazis für „Briganten und Clowns“ hielt. Fünftens wissen wir, dass er die Ausliefung und Abtransport der Juden so lange wie nur möglich aufhielt, sogar tatkräftig persönlich den Befehl gab, die von Hitler in Gang gesetzte Züge aufzuhalten. Sechstens wissen wir, dass er ein ehrenwerter Mann war, der über 60 Auszeichnungen erhielt! Wieviel Auszeichnungen haben sie sich verdient, um so über jemanden zu „philosophieren“?

      • @Richter

        Es geht bei Euch zu, wie in einem Ehestreit. Haben sich erst einmal Fremde eingemischt, gibt es kein zurück mehr.

        Ich für meinen Teil sollte mich tatsächlich besser heraushalten. Dachte nur, auf die „Verluste“ in Anführungszeichen müsse man reagieren. Ich war sogar am Überlegen, ob ich >>Schwanz<< nicht auch in Gänsefüßchen setzen sollte. Mein Neurochirurge sagt aber, so ein Hippocampus hätte nur ein Schwänzchen, ein ganz kleines. Das wüßte jeder.
        Ich für meinen Teil, ziehe mich jetzt als Nichtungar aus dem Historikerstreit zurück. Das ist nicht Feigheit vor dem Feind. Nein. Es gilt sich jetzt auf die nächste Attacke vorzubereiten.
        Trianon haben sie ja gründlich genug durchgekaut und abgelutscht.

        Wetten, dass mit dem Sommerloch Nessy aus den Tiefen des Plattensees auftauchen wird!

        Deutschland hat sich nach der Niederlage Italiens nun wirklich auch ein Trostpflästerchen verdient. Ich habe auch immer meine kleine Schwester Elisabeth gehauen, wenn ich mittags mit 'em Tadel aus der Schule kam.

        Warten Sie ab. Die Frage ist nicht, ob auf Nessy eingedroschen wird, sondern womit sie diesmal auf Ungarn losgehen.

        Wir sollten deshalb nicht abwarten, bis irgendwann und irgendwo einer Nessy aufs Fotohandy kriegt. Schicker, Standard, Jungle World, Spiegel, Deutschlandfunk, Deutschlandradio, ZDF – alle Palette abgeladen, ehe sich Hefty oder Kálnoky besinnen können.

        Dass Nessy am Loch Balaton auftaucht, da kannste jetzt schon von ausgehen. Ne 'Handykamera reicht: DPA, Reuters AFP, DDT, LSD und OJEMINÉ, EP, Nato Verteidigungsrat, Kongress, Ratzingere und die Glaubenskongregation. Sie kriegen Nessy nicht mehr raus aus dem kollektiven Gedächtnis, wenn Dalos erst darüber in der NZZ geschrieben hat.

        Gehen wir doch mal die Sache durch. Da haben wir die Abteilung XV bei den Bezirksverwaltungen. Sie wissen schon!

        (War ja selbst "XV-erfasst", in den 1970ern, als die operative Arbeit noch wie Woodstock war, Operette mit Gulaschkommunismus ohne Hanf.)

        Nehmen wir mal das Beispiel hier: Die Roten wollen einen Sieg feiern, als Sieger, versteht sich doch von selbst, nach all den Niederlagen. 'Ne bessere Idee als den Hitlerfaschismus gibts da doch gar nicht.

        Ein bißchen Nyírö, ein bißchen Horthy, so soll er aussehn, der Geist auf den ihr wartet, ein bißchen Schimmel, ein bißchen Krieg, Weimar an der Seite, ja das wäre gut …

        Wenn die Abteilung XV erst mal den Auftrag hat, geht 's richtig los. Wobei, die Abt. XV ist ja nur die Dependance von Wolfsrudel im Operationsgebiet. Die arbeiten denen ja nur zu. Also erst heißt es für die Balatonbrigade, 'nen Dödel finden, 'nen Bürgermeister oder 'nen schwulen Priester, 'nen reformierten Bischof. Wenn du den hast, dann ein Denkmal, am besten Horthy oder 'ne Urne, 'Ne Urne passt auch in 'ne Aktentasche rein. Kann was ganz Kleines sein, ein Klapp-Horthy oder 'ne Nyirö-Tüte. Dann braucht 's noch jemanden, der den Holz-Horthy rot lackiert, Polizei, Blaulicht, noch keine Festnahme, 'ne hilflose Staatsanwältin mit 4 Dioptrien kmmt besser rüber.
        Jetzt erst geht es im Operationsgebiet los. Zuerst ein Aufschrei. Die NGOs schreien schon für 'ne Spende, die Opferverbände sowieso und Journalisten – dunát lehetne velük – am günstigsten kommen dir noch die Pensonisten. Jetzt geht es wirklich los, aber so richtig. Mit Frau Mondcek warten wir noch, erst in Utcavár Hauptfeldwebel Schulze, erst wenn der sein Martellato vorgetragen hat, kommt die Mondcek. Kein Subjektivismus. Immer nach Operativplan. Also zuerst liefert die Abteilung XV lein Handyfoto von Nessy, ein Handyfoto reicht immer. Das kann auch eins aus dem letzten Jahr von Lassy sein, siehste ihm sowieso nicht an, die im Operationsgebiet wissen schon, wie es geht, DPA, Reuters AFP, DDT, LSD, OJEMINÉ, wenn das Foto rum ist, ich meine, das vom Roten Horthy, dann kriegst du Nessy nie mehr raus aus dem kollektiven Gedächtnis. Am besten ist natürlich Nessy mit Hitler, oder Nessy an Goebels Seite. Kriegen die hin. Die haben ihre Archive. Das läuft dann wie von selbst. Das haben die schon in den 1970ern gemacht. Die sind Profis, im Operationsgebiet.

        vorabinfo @Ungarn

        Ungarnfreund lassen wir jetzt mal hinten vor. Der macht dann den Spindoktor und schüttelt die Daumen!

      • Sogenannter Richter, meine Ueberlegungen gehen vom Jetzt und Heute aus. Ich kann diese gebetsmuehlenartige Wiederholung von den „ungarischen Verlusten“ durch Trianon einfach nicht mehr hoeren. Was wird damit Gutes bewirkt? In wessen Interesse haelt man diese alten Wunden offen und belastet die gemeinsame Zukunft der Laender in Mitteleuropa?

        Im modernen Europa haben nationale Minderheiten viele Rechte, die sie natuerlich immer wieder verteidigen muessen. Aber die Zugehoerigkeit zu einer nationalen Minderheit ist nicht automatisch mit einer persoenlichen Katastrophe gleichzusetzen. Deswegen setzte ich die „Verluste“ in Anfuehrungszeichen. Dasselbe gilt fuer die von Ihnen genannten wirtschaftlichen „Verluste“. Im Europa der Marktfreiheiten ist das alles irrelevant.

        Meine Sicht ist eine postnationale Perspektive, wenn Sie so wollen. Weil diese endlosen Debatten ueber Grenzen, angestammte Rechte, Verluste und Gewinne zu nichts fuehren, sollte man sie endlich beenden. Um es zuzuspitzen: Ungarn braucht weiss Gott keinen Trianon-Gedenktag und auch keine Denkmaeler dafuer. All diese Aufkleber, Hologrammkarten, Schnitzwerke usw. mit der Darstellung des alten Grossungarn sind anachronistischer Firlefanz. Rechte Spinner profitieren davon, einige Unternehmer auch. Ansonsten nutzt dieser „Trianon-Kult“ niemandem.

        Ausserdem kann ich nicht anders, als Leuten wie Ihnen immer wieder dieselben Fragen zu stellen: Denken Sie denn nicht, dass Slowaken und Kroaten eigene Nationalstaaten verdient haben? Haben Sie sich jemals mit der anderen Seite des Ausgleichs, d.h. der darauf folgenden Magyarisierungspolitik befasst? Und weil Sie Ungarn und Deutsche in Siebenbuergen gemeinsam gegen Rumaenen aufrechnen: Gibt es Ihnen nicht zu denken, dass die Siebenbuerger Sachsen nach dem Ersten Weltkrieg mehrheitlich keineswegs weiter bei Ungarn bleiben, sondern den Anschluss an Grossrumaenien wollten?

        Wir muessen diese Debatte natuerlich nicht endlos weiterfuehren, auch wenn sie Herrn Herche offenbar Spass macht. Nur so viel als Schlussueberlegung meinerseits: Ungarn sollte endlich lernen, im Interesse seiner Minderheiten in den Nachbarlaendern eine moderne Sprache zu finden. Ich wage mal die Behauptung, dass die allermeisten Auslaender ziemlich irritiert sind von der Art und Weise, wie manche Ungarn irgendwelchen vergangenen Zeiten nachtrauern, das „eigene“ Schicksal beweinen und voellig blind sind fuer die Perspektiven der anderen beteiligten Voelker.

      • „Aber die Zugehoerigkeit zu einer nationalen Minderheit ist nicht automatisch mit einer persoenlichen Katastrophe gleichzusetzen.“

        Was hat er denn da schon wieder geschrieben!

        Ich zum Beispiel bin Deutscher. (Auf Anfrage schicke ich gern einen Ahnennachweis)
        Mein Elternhaus steht in Nosydłojce. Nosydłojce wurde 1940 in die Stadt Baršć eingemeindet. Nach der Schneeschmelze, wenn aus den Weiden schon das Bienengesumm tönte, sind wir mit dem Käscher die Malxe aufwärts Richtung Domašojce gewatet und haben Kaulquappen gefangen. (@ Ungarnfreund Es gab da auch Blutegel.) In Małe Bóžemysle wurde ich das erste Mal in meinem Leben gemäß § 213 StGB (DDR) straffällig. Dazu musste ich nur die Nysa überqueren. (Bewacht wurde nur das andere Ufer von nackt in der Sonne badenden polnischen Grenzsoldaten.)
        Jetzt könnte ich fortfahren, vom Kirschen klauen in Wizok erzählen http://www.heideblick.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=49281
        und so weiter und so fort.
        Weil Ungarnfreund schon wieder Blödsinn geschrieben hat. Denn es war für mich als Deutschen eine persönliche Kathastrophe, aufzuwachsen unter Wenden , die keine Sprache hatten, deren Kultur unterging, die als Proletariat in den düsteren Hallen der Webereien und Spinnereien tagaus tagein nur Tuch für deutsche Soldatenröcke webten, Leichentuch für die Moderne.

        „…alles, was an die alte Zeit erinnerte, ist verloren gegangen – für immer“, sagte Silke Seybold anlässlich im Zusammenhang mit der Herero-Sammlung und deren Präsentation im Überseemuseum Bremen.

        http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1440242/

        Was außer Moorleichen von der Kultur der Wenden und Sorben in der Lausitz blieb, wird heute von der EU gefördert. Eine super Perspektive, die sich für die Minderheitenvölker in der EU da auftut.

        Ungarnfreund webt die Phantasmagorie Europa.

        Für die Umsetzung braucht es nur noch eines Paul von Lettow-Vorbeck, des großen Hererofreundes, des Boxerfreundes.

        Was ihr wollt! Was will Ungarnfreund?

        Oder meint Ungarnfreund wirklich aus seiner postnationalen Perspektive, dass mit dem Fiskalpakt auf einem Berg von Aberbillionen [sicc!] Euro Schulden Europas Zukunft gerade erst begonnen hätte?

        Ich vermute, dass das Ende Europas für Deutsche, für Ungarn und für die anderen, die den Spinnereien von Europa, der globalen Marktliberalisierung und der Geschichte vom Mann im Mond aufgesessen sind, auch persönliche Katastrophe sein wird. So reinigend, wie die Weltkriege für Europa waren.

        So oder so!

        Wenn Sie das Gejammere der Ungarn über den Verlust ihrer Zukunft vor 92 Jahren nicht mehr hören können, gönnen Sie sich den Luxus für Ohren!

        http://www.ohropax.de/

        Gegen Klugscheißerei helfen immer noch Kohletabletten am besten.

        Dagegen hilft nicht mal Jammern.

      • Sogenannter Ungarnfreund! Jeder Satz, den Sie hier posten, ist so dermaßen einfühlsam und Ungarn freundlich, wie ein Waschlappen, der gegen den Schmutz vorgeht. Deshalb bitte ich Sie freundlichst nochmal Ihren Namen zu überdenken und was passenderes auszusuchen.
        Dieser „gebetsmühlenartige Wiederholung“ wie Sie das nennen, kann ich als eingedeutschter Ungar mit siebenbürgischen Wurzeln ebenso bei den Deutschen nicht verstehen, jedoch auf den Holocaust bezogen. Das ständig Wiederholende, überall Mahnende dessen, was fast 70 Jahre zurück liegt, zermürbt das Deutschsein der heutigen Gesellschaft hier und jetzt und verfälscht bzw. reduziert die Geschichte der Deustchen von Generation zu Generation verstärkt auf diesen Punkt. Ich sage nur „Jude“ und schon löst das ein Gedankengangprozess aus, der alles umfasst, was die Groß- und Urgroßeltern erlebt haben und wofür wir Deutschen heute einiges Gut zu machen haben. Ich sage „Jude“ und schon fängt das Schubladendenken an. Ist er ein Faschist, ein Antisemit? Was will er uns damit sagen? Aber das ist ein Teil der deutschen Geschichte und das andere ein Teil der ungarischen Geschichte. Was ich Ihnen erzähle sind Fakten und keine Gefühlsduseleien. Jedoch sind es Fakten über uns Menschen, die Gefühle hervorrufen. Bei manchen, die diese Gefühle nicht so gut nachvollziehen können, weil dessen Vorfahren es nicht miterlebt haben und sie somit nicht persönlich konfrontiert wurden, klingen die Fakten nur als Fakten und werden bagatelisiert. Bei den anderen, so wie ich und die Ungarn im Allgemeinen, denn ein Großteil der Ungarn hatte (hat) Verwandte bei den außer Grenzen gesetzten 1/3 der Bevölkerung, sind natürlich tief betroffen. Die Wurzel des Übels bei den Vergleichen zwischen Holocaust und Trianon sind nicht nur geschichtlicher, sondern auch moralischer Natur und auf einen Nenner zu bringen: Ungerechtigkeit! Ich rede jetzt nicht nur von den Gebieten die verloren Gegangen sind, ich rede vor allem von den 1/3 der Bevölkerung, die sich auf einmal außer Grenzen sich befanden. Und uns Ungarn kann man am allerwenigsten für den Ausbruch des 1. Weltkrieges verantwortlich machen, nicht desto trotz hat man uns am stärksten bestraft. Das sind Fakten! Es ist auch kein “Trianon-Kult”, wie Sie das verhöhnen, es ist ein Teil unserer Geschichte! Bitte mehr Anstand und Mitgefühl, wenn ich bitten darf. Als ich schon klein war, gab es massenhaft Großungarn Aufhänger, Matritzen, Karten usw., mein Vater selbst hat immernoch eins zu Hause bei sich hängen. Denn da kommen wir her, da habe ich noch an die 50 Cousins und Cousinen 2. Grades. Wir wollen kein Slowakei, Kroatien oder ein Großteil Rumäniens zurück, wer sowas behautet ist ein Schwachsinniger. Bestrebungen sind jedoch da, im Siebenbürgenland in den ungarischen Gebieten eine Autonomie (wie es bei den Basken der Fall ist) zu erreichen, wenn auch aus rumänischer Sicht es ein Ding der Unmöglichkeit ist. Denn die ungarische Minderheit im Siebenbürgenland ist die zweit größte Minderheit in Europa! (Und Sie sagen, was soll das Gejammer…)
        Hoffentlich verstehen Sie es ein wenig besser jetzt und um auf Ihre Bemerkung zurück zu kommen: Jedoch sind auch einige, nicht wenige und immer mehr werdende Ungarn irritiert über die Arroganz der im Ausland lebenden Personen, die ohne die Geschichte, Kultur und Sprache der Ungarn näher zu kennen, Ihnen sagen und beschreiben wollen, wie Sie sich zu verhalten haben oder was sie denken sollen über die eigene Geschichte. Ist doch befremdlich, nicht wahr?

  3. Was anderes war auch nicht zu erwarten.
    Mir scheint, daß auch Cathrin Kahlweit in einer Art Zwangsjacke primitiver politischer Korrektheit steckt. So kann sie dem ihr unangenehmen Phänomen eines kleinen Rechtsruckes in Ungarn nur die antisemitische Deutung geben und verwendet den Begriff Faschismus, nach „alter“ sovjetischer Mode, als Schimpfwort. Was aber tatsächlich faschistisch ist, kann auch sie nicht definieren, geschweige denn erklären.

  4. Nein Der Richter, ich denke nicht auf Ihre Sach- und Denkfehler hier hinzuweisen.
    Es gibt nämlich seriöse ungarische Historiker wie K. Ungváry, L. Karsai und I.Romcsics die geschrieben haben darüber was war. Und dann gibt es solche wie der richter, die all die Geschichtsfälschungen aus dem Fidesz-Jobbik Dunstkreis, wie der gütige Horthy, wiederholen.

    Das Handelsblatt über Orbán:
    http://www.handelsblatt.com/meinung/pinocchio-des-tages/pinocchio-des-tages-erwischt-/3728114.html#image

  5. Ungarfreund 28.6.

    Es tut mir Leid Ihnen sagen zu müssen, aber
    Sie haben keine, aber absolut keine Ahnung
    von die ungarische Geschichte.
    Wikipedia und ein paar Bücher sind zu
    wenig.
    Das musste einmal gesagt werden.
    Nichts für ungut !

  6. Istvan Jung,
    bitte geben Sie uns doch ein paar seriöse Quellen an, damit wir wissen, woher Sie ihr Wissen schöpfen.

    • Welche Quellen ?
      Mir geht es nicht um Horthy, er lässt mich ziemlich kalt.
      Aber das Massaker-Liste in diese Form ein Unverschämheit.
      Man könnte über Winston Churchill auch so urteilen:
      1940 Ermordung 1300 französische Marinesoldaten
      in Mers-El-Kebir,
      1943 Ermordung General Sikorski – Gibraltar,
      1940-1944 Luftangriffe auf deutsche Städte
      Ermordung ca.600 000 Zivilisten,
      1945 Kapitulation vor Stalin in Jalta –
      dadurch Teilung Europas.

      Ist es seriös ? Na eben.

      • Herr Jung, mir geht es aber um Horthy, genauer gesagt um die Frage, ob man ihm ein ehrendes Andenken bewahren soll oder nicht. Ich würde sagen: eindeutig nein. Er führte Angriffskriege und trug eine enorme Mitverantwortung für die Ausgrenzung, Enteignung, Entrechtung und schließlich Ermordung der ungarischen Juden. Kamenez-Podolsk und Novi Sad waren Stationen auf dem Weg der Radikalisierung der ungarischen Judenpolitik, die in einer solchen Aufzählung einfach genannt werden müssen.

        Laut Randolph Braham hat Horthy 1941 persönlich die Abschiebung tausender Juden in den deutschen Herrschaftsbereich genehmigt. Braham und viele andere Historiker sehen in dem anschließenden Massaker bei Kamenez-Podolsk den Auftakt zum ungarischen Holocaust, auch wenn wahrscheinlich keine ungarischen Sicherheitskräfte direkt an den Erschießungen beteiligt waren, sondern diese „nur“ von Tribünen aus zugesehen haben. Die Mitverantwortung des von Horthy geführten ungarischen Staates für diese Verbrechen, liegt klar auf der Hand.

        Im Falle des Massakers von Novi Sad 1942 ist die Verantwortungskette bis zur Staatsspitze auf den ersten Blick weniger eindeutig. Immerhin fanden schon 1943 in Ungarn Prozesse gegen ungarische Militärs in dieser Angelegenheit statt, so dass man versucht ist, an Verfehlungen einzelner Befehlshaber zu glauben. Gleichwohl ist zu bedenken, dass diese Verbrechen im Rahmen eines aus heutiger Sicht völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen Jugoslawien erfolgten, für den Horthy unbestreitbar die Gesamtverantwortung trug.

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