Ex-MSZP-Politiker György Fürst: Rolls Royce Phantom und diplomatische Immunität

Heti Válasz berichtet über den ehemaligen Vizebürgermeister (alpolgármester) des seinerzeit MSZP-regierten Budapester Stadtbezirks Theresienstadt (Terézváros), György Fürst.

Fürst war neben seiner politischen Rolle eine der Hauptfiguren des Immobilienskandals in Theresienstadt, der sich um den weit unter Wert erfogten Verkauf kommunaler Immobilien drehte. Musterbeispiel: Das denkmalgeschützte Gebäude Andrássy út 47.

http://hetivalasz.hu/uzlet/meg-ez-is-nagykovet-lett-a-rolls-royce-tulajdonos-furst-gyorgy-51288/Darüber hinaus war Fürst

Darüber hinaus war Fürst, der mit seinem Rolly Royce Phantom (Kennzeichen: BEAST-1) durch die ungarische Hauptstadt fuhr und regelmäßig wegen Falschparkens Parkkrallen angelegt bekam, Chef des Unternehmens Centrum Parkolási Kft., das in einigen Budapester Stadtbezirken die Parkraumbewirtschaftung durchführte. Fürst stand zudem einem Unternehmen mit Offshore-Hintergrund vor, das die Bezahlung von Parktickets per Mobiltelefon abwickelte.

Wie sich nun herausstellte, hat Fürst, der sich wegen des o.g. Immobilienskandals strafrechtlichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue ausgesetzt sieht, versucht, sich die diplomatische Immunität zu beschaffen. Er verfügte über einen Diplomatenpass der Zentralafrikanischen Republik.

http://mno.hu/celpont_musor/a-fantom-1089394

Die Leser können sich übrigens vertrauensvoll an Fürst wenden: Er verkauft seinen Phantom für 100 Mio. Forint. Was in etwa das Dreifache des üblichen Marktwertes ist. Er hat sich wohl an Vorzugsbehandlung gewöhnt.

MSZP-Politiker bezeichnet rentenpolitische Maßnahme der Regierung als „Mengele-Plan“

Die Wortwahl des MSZP-Politikers Lajos Kórozs, der die von der Regierung angestrebte Überprüfung der Erwerbsfähigkeit bei Invalidenrentnern in einen Zusammenhang mit dem Dritten Reich und der sog. „Selektion“ im Vernichtungslager Auschwitz gebracht hatte, sorgte für Empörung im Regierungslage.

Die ungarische Regierung strebt derzeit an, die Invalidenrente einer Überprüfung zu unterziehen. Im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung soll geprüft werden, ob die Bezieher von Invalidenrenten erwerbsfähig sind, d.h. sich gegebenenfalls Veränderungen in deren Gesundheitszustand ergeben haben. Die Maßnahme zielt auf einen Anstieg der Beschäftigungsquote (Ungarn hat eine der niedrigsten in der EU) ab, zugleich soll mit der bisherigen Praxis der bisher großzügigen Gewährung von Invalidenrenten gebrochen und die Sozialausgaben gesenkt werden.

Kórozs hatte die Maßnahmen am vergangenen Mittwoch wie folgt kommentiert:

„Anstelle eines Kálmán Széll Planes kommt jetzt der Mengele-Plan. Wie auf der Rampe in Auschwitz. Mit einem Fingerzeig werden Menschen ohne Gliedmaßen als arbeitsfähig deklariert.“

Staatssekretär Miklós Soltész bezeichnete die Wortwahl Kórozs´ als empörend. Es könne nicht sei, dass Maßnahmen der Regierung mit der Vorgehensweise eines Nazi-Massenmörders (Anm.: mit Josef Mengele, dem „Arzt“ im Vernichtungslager Auschwitz, der für seine Experimente an Menschen berüchtigt wurde) zu vergleichen. Es handele sich um die Verhöhnung der Opfer, ihrer Angehörigen und Nachfahren sowie eine Beleidigung gegenüber denjenigen Ärzten, die die Frage, ob Bezieher von Invalidenrenten am Erwerbsleben teilnehmen können, prüfen.

Der Verband der ungarischen jüdischen Glaubensgemeinschaften, Mazsihisz, zeigte sich ebenfalls empört. Man könne den Massenmord nicht mit einer rentenpolitischen Maßnahme der Regierung vergleichen. Mazsihisz forderte die Sozialisten auf, sich von den Aussagen Kórozs´ zu distanzieren.

Kórozs, der keineswegs zu den Hinterbänklern der Sozialistischen Partei gehört, sondern in den Jahren 2008-2010 (Kabinette Gyurcsány und Bajnai) Staatssekretär im Arbeits- und Sozialministerium war und dem Präsidium der Partei angehört, hat zwischenzeitlich zwar seine Wortwahl bedauert, die Kritik halte er aber aufrecht.

Budapest: Budapest Pride verläuft problemlos

Die Schwulen- und Lesbenveranstaltung „Budapest Pride“ verlief am Samstag (07.07.2012) friedlich. Laut Twitter-Berichten der Teilnehmer hatten die Rechtsradikalen, die Störungen der Veranstaltung angekündigt hatten, „keine Chance“.

http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=26170

Die Polizei schützte die Veranstaltung mit mehreren tausend Beamten.

http://index.hu/belfold/2012/07/07/rengeteg_rendor_minden_eddiginel_tobb_felvonulo/

Fotostrecke via Index.hu:

http://galeria.index.hu/belfold/2012/07/07/budapest_pride_melegfelvonulas_2012/