Budapest: Budapest Pride verläuft problemlos

Die Schwulen- und Lesbenveranstaltung „Budapest Pride“ verlief am Samstag (07.07.2012) friedlich. Laut Twitter-Berichten der Teilnehmer hatten die Rechtsradikalen, die Störungen der Veranstaltung angekündigt hatten, „keine Chance“.

http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=26170

Die Polizei schützte die Veranstaltung mit mehreren tausend Beamten.

http://index.hu/belfold/2012/07/07/rengeteg_rendor_minden_eddiginel_tobb_felvonulo/

Fotostrecke via Index.hu:

http://galeria.index.hu/belfold/2012/07/07/budapest_pride_melegfelvonulas_2012/

 

 

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21 Kommentare zu “Budapest: Budapest Pride verläuft problemlos

  1. HV zum Jubeln gibt es meiner Meinung nach keinen Anlass. Wenn über 2000 Polizisten aufmarschieren müssen, wenn dann der geplante Schluss des Aufmarsches am Kossuthplatz wegen einer Gegendemo von „Ungarischen Gardisten“ nicht stattfinden kann, dann gibt es ein Problem.
    Zum Glück ist kein Mensch zum Schaden gekommen, aber es wirft ein sonderbares Licht auf Budapest.
    Wer weiß, ob die Polizei sich so verhalten hätte, wenn nicht 16 westliche Botschaften in Budapest ihre Unterstützung für den Aufmarsch der Homosexuellen bekanntgemacht hätten. Sogar die US-Botschafterin ist ein wenig mitmarschiert.
    Was wohl mag die Ursache dieser Homophobie sein, die natürlich nicht plötzlich 2012 entstanden ist, die während der Gyurcsány-Regierung zu physischen Übergriffen von Rechtsextremisten geführt hat.

    • Wer jubelt, Herr Pfeifer? Tatsache ist, dass aktuell die „Prides“ friedlicher verlaufen als noch vor 2010. Es gab leider, wie man im letzten Jahr sehen konnte, Übergriffe, und Jobbik spielt eine mehr als unrühmliche Rolle der Homophobie und Provokation.
      Der Rest Ihres Beitrages („wer weiß, ob“) ist typische Pfeifer´sche Spekulation mit dem Ziel, die aktuelle Regierung in ein „sonderbares Licht“ zu rücken. Aber dass Sie kein positives Wort finden, überrascht wohl keinen, der diesen Blog seit zwei Jahren verolgt. Orbán könnte sich auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln.

      • HV, Herr Pfeifer, im Grunde haben Sie doch beide Recht: Die Polizei hat die Veranstaltung wie in den Vorjahren zuverlässig geschützt. Hierzu mag auch die internationale Aufmerksamkeit beigetragen haben. Grund zum Jubeln besteht aber auch nicht: Noch immer ist die Toleranz gegenüber Menschen mit abweichender sexueller Orientierung in den postkommunistischen Staaten deutlich geringer ausgeprägt als in Skandinavien, Deutschland oder Großbritannien. Ungarn stellt da keine Ausnahme dar.

        Ich würde mir wünschen, dass der Pride March eines Tages in Budapest stattfinden kann, ohne dass tausende Polizisten die Demonstration schützen und fast die gesamte Strecke mit Gittern abschirmen müssen. Aktive Solidarität von Regierungspolitikern mit der LGBTQ-Gemeinde könnte hierzu beitragen, ist derzeit aber wohl kaum zu erwarten.

    • Nun man könnte ja darüber nachdenken, das Ganze ins tolerante Österreich abzuschieben.
      Einfach mal so als Gegenleistung dafür, dass Österreich Veranstaltungen, die dort unerwünscht sind, nach Ungarn abschiebt!
      Gleiches Recht für Alle!!!

  2. es ist nicht nur eine „Schwulen- und Lesbenveranstaltung“, sondern gilt allen „queeren“ Menschen, die jenseits der genormten Heterosexualität befinden; die Kategorien schwul und lesbisch sind nicht ausreichend, denn es gibt bi-, trans-, poly-… aber warum eigentlich sich selbst unbedingt in eine Kategorie stecken? Die Pride selbst bezeichnet sich als LGBT freundlich. Und heißt jeden willkommen. Queer ist mehr als lesbisch oder schwul, queer widersetzt sich den einfachen heutigen Schubladen.

  3. Kerstin und Kurt,
    natürlich haben Sie Recht. Aber in Ungarn sind insbesondere die homophoben Emotionen stark. Wahrscheinlich deswegen habe ich nicht den von Ihnen angegebenen korrekten Begriff verwendet.
    Diese homophoben Emotionen gab es auch zur Zeit des Kádárregimes. Ich erinnere mich, an den Sohn eines protestantischen Pfarrers aus Ostungarn, der in Budapest arbeitete, er hätte sich nich outen können und war froh, dass eine Witwe bereit war mit ihm ins Theater und in die Oper bzw. Konzerte zu gehen, denn nichts hätte ihm mehr geschadet, als wenn seine sexuelle Neigung bekanntgeworden wäre.
    Ich bin froh in einem Land zu leben leben, in dem sich auch Politiker ganz offen dazu bekennen können, nicht heterosexuell zu sein. Ich hoffe, das auch die ungarische Gesellschaft sich in diese Richtung bewegen wird.

    • @Pfeifer
      Wie verträgt sich Ihre Sympathie für die Glaubensgemeinde Budapest (Hit Gyülekezete) mit deren Schwulen-Diskriminierung?
      Efraim Zuroff, der morgen in Budapest mit einer neuen Jagdtrophäe aufwarten kann, hat heute in einem Vorabinterview auf atv Ihre homophoben Charisschwachmatiker als die wahren Ungarn gepriesen.

      Ob Doppelbödigkeit oder -blödigkeit, (…) antiungarische Texte [sicc!] lassen nach seines gleichen suchen!.

  4. Ich habe mich geirrt. Bis jetzt dachte ich, Pfeifers antiungarischer Schabernack sei durch nichts mehr zu übertreffen. Aber als ich gestern seinen Beitrag über die homophoben Emotionen der Budapester las, konnte ich nicht mehr an mich halten. Ich bin in Tränen ausgebrochen und habe stundenlang geweint. Heute morgen habe ich zuallererst mein Tränen durchtränktes Kopfkissen in die Sonne gehängt. Aber es will nicht trocknen.
    Vorhin fragte mich meine Frau, warum ich denn das Bettzeug auf die Wiese vor das Haus gebracht habe. Ob ich denn nicht sehen könne, dass es regnet, schon seit Tagen und Du Trottel hängst das Federbett auf die Leine.
    Es reicht. Meine Frau ist homophob. Da bin ich mir jetzt ganz sicher. Wie Sie mit mir umgeht! Und das nicht nur, weil ich mal aus versehen Ihre Schlüpfer anbehalte habe. Das muss sie von unserem Hausarzt erfahren haben. Er ist nämlich der einzige, vor dem ich mich nicht schämen musste. Er hatte immer mein Zutrauen und meinen Respekt. Jedes Mal, wenn ich ihn in seiner Praxis heimsuchte, umarmte er mich, ja nahm mich zur Brust, so dass ich sein Herz für mich schlagen hörte. Sein Verrat hat mir weh getan.
    Ich habe mich geirrt. Bis jetzt dachte ich, Pfeifers antiungarisches Gutmenschentum wäre nicht mehr zu übertreffen. Aber als ich gestern las, er wünsche sich Ungarn als ein Land, in dem sich auch Politiker ganz offen dazu bekennen können, nicht heterosexuell zu sein, da kamen mir die Tränen, weil ich mich an meinen Hausarzt erinnert fühlte. Unter der Enttäuschung, die er mir mit seinem Verrat angetan hat, leide ich schon seit Fidesz an der Regierung ist. Gleich nachdem Orbán die Macht über mich ergriffen hatte, sagte meine Frau zu mir, du gehst jetzt zum Nervenarzt oder ich lass mich von Dir scheiden. Dabei wies sie mir den Ausgang.
    In der psychiatrischen Ambulanz haben sie bei mir zuerst ein ADHD im Erwachsenenalter festgestellt und Ritalin verschrieben.
    Erst als meine Frau sagte, jetzt hör mal auf das Zeug zu fressen, bei dir geht ja gar nichts mehr, bin ich noch mal hin. Da haben Sie dann ein posttraumatisches Stresssyndrom, so eine richtige Störung bei mir gefunden. Ritalin sollte ich absetzen und dafür Lyrica lutschen. Die Ärztin hat noch gesagt, wenn es wiederkommt, soll ich mich melden.
    Bis gestern dachte ich, das ist überstanden.
    Aber ich habe mich geirrt. Weil ich bis jetzt geglaubt habe, Pfeifers antiungarischer Kampf würde mit dem Rücktritt Viktor Orbáns abrupt sein Ende finden.
    Seit gestern weiß ich, Karl Pfeifer hat mit Ungarn noch großes vor. Und als ich mir vorstellte, wie Viktor Orbán in Damenschlüpfern vor die Kameras tritt und sich als Latenter outet, der als Politiker einfach nur das falsche Leben geführt hat, da war ich retraumatisiert. Und das will jetzt gar nicht mehr aufhören.

  5. Peter Herche kann hier verzapfen was er will. Und die Leser können sich darüber eine Meinung bilden. HV gibt uns die Möglichkeit dazu und dafür bin ich dankbar. Ich vertraue auf die Intelligenz und den Anstand der meisten Leser.
    Ich laufe nicht mit ideologischen Scheuklappen herum und im Gegensatz zu P. H. verteufele ich keine Medien in Ungarn und wenn ich zum Beispiel im Magyar Hirlap einen Artikel finde, der mir gefällt, dann gebe ich auch hier das URL an. Ich fand heute einen bemerkenswerten Artikel
    http://www.magyarhirlap.hu/velemeny/allatkerti_mese.html

    • Lieber Herr Pfeifer, ich werde dank Ihrer stetigen Hilfe auch zukünftig immer wieder an den Pranger kommen.
      Ihre Pauschalisierungen wie zum Beispiel „in Ungarn sind insbesondere die homophoben Emotionen stark“ , beflügeln mich geradezu.

      Übrigens fand auch ich heute einen interessanten Artikel:

      http://hetivalasz.hu/kultura/zeneszkarrierje-antikomcsi-free-jazzel-indult-51369/

      Warum setzen Sie sich eigentlich nie für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft ein?

      • Lieber Herr Herche,

        gegen Pauschalaussagen anzugehen, ist manchmal nötig. Hier sind Sie aber einfach auf dem falschen Dampfer. Schauen Sie gelegentlich mal in diese Studie, S. 74 ff: http://www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/pdf_11/FES-Studie%2BDie%2BAbwertung%2Bder%2BAnderen.pdf. Ergo: Herr Pfeifer pauschalisiert nicht. Er spricht ein echtes Problem an.

        Exemplarisch empfehle ich Ihnen noch diesen, wie ich finde, überaus peinlichen Brief des Budapester Oberbürgermeisters samt Vorgeschichte zur Lektüre: http://www.lgbt-ep.eu/news-stories/budapest-mayor-worrying-about-pride-safety-does-not-indicate-intellect/.

      • @ungarnfreund

        Ob alle Verallgemeinerungen falsch sind, wie Alexander Chase (geb. 1926) es einmal witzig formulierte, brauchen wir hier nicht zu diskutieren, solange Sie Pfeifers anti-ungarische Behauptungen für differenziert halten. Ich habe pauschalisieren im Sinne von undifferenzierter Zuschreibung verwendet.

        Auch was Ihr eigenes Engagement angeht, so haben Sie als Ungarnfreund natürlich Recht. Wer nicht zwischen der sich gegen Lesben und Schwule richtenden Aversion, die ihre Kraft wohl aus der Abscheu und dem Ärger gegenüber dem Fremden zieht oder aber in der meist unbewussten Angst bezüglich der eigenen sexuellen Identität wurzelt, zu unterscheiden weiß, der wird auch kein Problem mit dem Kampfbegriff „homophob“ haben.

        Dass Holländer in der von Ihnen zitierten Studie graduell besser wegkommen als Ungarn, weil sie nicht so „homophob“ und auch nicht so ängstlich wie der Rest der Weltbevölkerung sind, mag ja richtig sein. Mir ist es leider noch nie gelungen, auf der A 5 ’nen Holländer zu penetrieren Aber ich war schon nahe dran. Umgekehrt müssen die Holländer sich aber nicht nachsagen lassen, auf Sklavenschiffen in das Tiefland unter Meereshöhe gelangt zu sein. Waren immer feine Kerle. Hab selbst Vorfahren, die ein Lehen vom Grafen Egmont hatten, dann aus dem Hennegau in die Hanauer Grafschaft fliehen mussten.

        Klar, Daten lassen sich erheben und können dann in Tüten abgepackt werden. Ich will auch nicht behaupten, dass in der Ebert-Studie nicht drin ist, was auf der Tüte drauf steht. Wichtig ist letztendlich aber nur die Tüte, denn mit Daten können Affen nicht umgehen, m it Tüten um sich werfen aber schon.

        Nehmen wir nur mal das Kriterium Einkommen. In der Studie wird zwischen hohem und niedrigem Einkommen unterschieden. Ich denke mal, für ein niedriges holländisches Einkommen würde wohl so mancher Ungar, der heute vor Pfeifers Kamera Schwule beschimpft, seine Homophobie vergessen und sich nach dem zweiten Joint t auch noch an ’nem preiswerten Transvestiten aus Übersee vergehen wollen.

        Verallgemeinerungen sind falsch, natürlich auch meine.

        Solange der Ritter seinen Sancho Panza hat und nicht vom hohen Ross fällt, na und solange keiner merkt, was er im Schilde führt, wenn er von homophoben Ungarn schreibt und das mit einem Jobbik-Arschloch und ziemlich hilflos wirkenden Polizisten verlinkt, ist die Welt doch noch in Ordnung.

        Trotzdem lass mich von ihm nicht penetrieren. Weil ich mich ekle.

  6. Da habe ich doch wieder mal ins Schwarze getroffen:
    Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Sexismus und Homophobie empören die Linksdrall-Aktivisten und über geistig Behinderte grinsen sie fett Disability Mainstreaming sieht bei Sozialisten so aus http://www.opni.hu/

    Warum hat der Gutmensch Pfeifer eigentlich nie die Einhaltung der UN-Konvention zur Förderung und zum Schutz der Rechte und Würde von Menschen mit Behinderungen durch die ungarischen Sozialisten eingeklagt?

  7. Die Internetseite der Regierung bringt einen Artikel zum „Pride March“, in dem hervorgehoben wird, dass die rechtliche Stellung von Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung in Ungarn zu den stärksten in der Region gehöre: http://www.kormany.hu/en/prime-minister-s-office/news/7th-budapest-pride-event-in-budapest.

    Kleiner Schönheitsfehler: Die Meldung erschien nur auf Englisch, aber nicht auf Ungarisch. Sie war also offensichtlich speziell fürs Ausland gemacht, wie diverse Internetseiten feststellten. Die ungarische Regierung fürchtet wahrscheinlich interne Differenzen oder negative Reaktionen eines Teils ihrer Wählerschaft, wenn sie offen für LGBT-Rechte einträte.

    Das ist dieselbe Logik wie im Antidiskriminierungsartikel der neuen Verfassung, wo ein Verbot von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung o.ä. nicht explizit ausgesprochen wird, aber ein Verbot der Diskriminierung aufgrund „sonstiger Gründe“ als Auffangbestimmung existiert. Den Richtern bleibt überlassen, hierunter auch das Verbot wegen der sexuellen Orientierung zu subsumieren. Mit der Venedig-Kommission ist zu hoffen, dass die Justiz diesen Weg gehen wird.

    Das ungarische Grundgesetz ist also in diesem Punkt keineswegs LGBT-feindlich. Es ist allerdings auch nicht ausdrücklich LGBT-freundlich. Anders sieht es bei der eindeutigen Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau aus. Da wird künftigen Verfassungsinterpreten kein Spielraum gelassen. Wöllte man Ehen und eingetragene Partnerschaften, die es in Ungarn ja schon seit einigen Jahren gibt, aufgrund eines eventuellen Wertewandels in der Gesellschaft irgendwann gleichstellen, müsste man das Grundgesetz ändern.

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