Verfassungsblog bringt Gespräch zwischen Halmai und Scheppele

Diktatur oder Polizeistaat? Der Verfassungsblog druckt ein Gespräch zwischen Kim Lane Scheppele und Gábor Halmai ab.

http://verfassungsblog.de/dictatorship-police-state/

 

Advertisements

47 Kommentare zu “Verfassungsblog bringt Gespräch zwischen Halmai und Scheppele

  1. Danke HV für die Publikation, danke Christian Boulanger für diese Diskussion und für die interessante Bemerkung über den Frosch, der in das Becken springt.
    Jetzt warte ich gespannt auf die Kommentare von Peter Herche.

    • @Pfeifer

      Möglicherweise haben wir es hier mit einer fulminanten Batrachophobikerin zu tun. Ihre intellektuelle Konversation mit Halmai über Ungarn ließe sich von daher auch als der Versuch deuten, alles, was Sie an Frösche erinnert, zu entwerten. Vor dreißig Jahren hätte man sogar noch auf „psychohydraulische“ Verhaltensmodelle, bzw. deren akademische Fortentwicklungen, wie z.B. das Konzept von den Übersprungsbewegungen rekurrieren müssen, um eine gute Prüfungsnote zu bekommen.

      Apropos Ungarn und Frösche: Ich erlebte mal ’ne ganz wilde Sommernacht in Gyula, in der bei schweißtreibender Temperatur die Frösche im Tümpel vor dem Hotel unaufhörlich quakten. Ich kann also gut nachvollziehen, was die Frau durchmacht, wenn sie jenseits des großen Teichs von anti-ungarischen Albträumen geplagt wird.

  2. Angesichts der gegenwärtigen Entwicklung in Europa bin ich nicht sicher, wie relevant die verfassungsrechtliche Debatte bzgl Ungarn noch ist. Eher scheint es fast so, als sei Ungarn Trendsetter. Man hört auch gar nicht mehr so viel Kritik…

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article108265971/Europa-ist-genervt-von-deutscher-Verfassungstreue.html

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article108208802/Politiker-machen-Stimmung-gegen-Verfassungsrichter.html

  3. Lieber Herr Pfeifer,

    Ich spreche nur als Laie und lasse mich gerne korrigieren, aber die Debatte wird m.E. dennoch sehr viel breiter und Ungarn zunehmend nur ein Teilaspekt mit schwindender Bedeutung.

    ich schrieb es vor einiger Zeit in der Weltwoche: Das, was Orbán auf nationaler Ebene versucht, ist nichts anderes als das, was die EU bzw deren Hauptprotagonisten auf europäischer Ebene versuchen: Eine Zentralisierung der Macht, um der vielschichtigen Krise Herr zu werden. Ein wesentliches Element ist dabei der Versuch, zu verhindern, dass von der Seite dazwischengeschossen wird, und sei es durch Verfassungsgerichte.

    Der Unterschied zwischen Orbán und EU ist nicht die Demokratie. Es ist der Unterschied zwischen nationaler und transnationaler Ebene, aber die Stoßrichtung ist identisch.

  4. Lieber Kollege Kálnoky,
    Halmai und Scheppele sehen es nicht so wie Sie und von einem Versuch der kulturellen Homogenisierung habe ich in der EU außer Ungarns nichts bemerkt. Ich nehme die Bedenken von Halmai und Scheppele ernst und finde es erfrischend, dass auf HV die (bis jetzt) nicht befetzt wurden.
    Wenn Ungarn unter dieser Regierung so weitermacht, dann stellt sich früher oder später die Frage, ob es nicht besser wäre, es würde den „nationalen Befreiungskampf“ außerhalb der EU führen.
    György Dalos hat in einem seiner Artikel in mozgó világ den folgenden Budapester Witz erzählt: Frage: „Kann man davon sprechen, dass Ungarn ein autoritärer Staat wird. Antwort: N o c h kann man davon sprechen.“ (Aus der Erinnerung zitiert). Wäre ich Ungar, der in Ungarn lebt, würde ich mich mit diesem Wort n o c h nicht trösten.
    Freilich werden sich einige trösten, weil doch Rumänien unter Ponta doch in die gleiche Richtung geht wie Ungarn. Aber auch deren Bäume wachsen nicht in den Himmel.

    Alles in allem macht die ungarische Regierung heute den Eindruck, sie hätte keine klare Wirtschaftspolitik, sagt der eine hott, sagt der andere hütt und wie auch Fidesznahe Wirtschaftspolitiker bemerken kostet der „nationale Befreiungskampf“ dem Land sehr viel. Orbán scheint nicht nur ein Fußballspieler, sondern auch ein Pokerspieler zu sein. Das Problem dabei ist, dass die EU und IWF die besseren Karten hat und Orbán nicht sein eigenes Vermögen einsetzt. Gründet die Behauptung, dass die EU und IWF ein Interesse hätten Ungarn Anleihen zu gewähren auf Realität? Gibt es da Hinweise?

    • Herr Pfeifer beichtet, György Dalos habe in einem Artikel für die seit 1971 in Budapest erscheinende Monatszeitschrift „mozgó világ als Witz zum Besten gegeben:

      “Kann man davon sprechen, dass Ungarn ein autoritärer Staat wird. Antwort: N o c h kann man davon sprechen.“

      Wer sich jetzt fragt, ob György Dalos sich mit seinem Witz schon jetzt den „Darwin Award“ verdient hat, muss leider enttäuscht werden.

      N o c h erfüllt Dalos nicht alle Kriterien für den Darwin-Preis. Den erhält nämlich nur, wer nachweislich den folgenden Regeln entsprochen hat:

      1. Es muss eine außergewöhnlich dumme Fehleinschätzung der Situation
      vorliegen.

      2. Der Preisträger muss bereits aus dem Genpool ausgeschieden, also tot
      oder unfruchtbar sein.

      3. Der Preisträger muss sein Ausscheiden selbst verschuldet haben.

      4. Der Preisträger muss zurechnungsfähig sein.

      5 Das Ereignis muss nachweislich stattgefunden haben.

      Punkt 1 kann Dalos offensichtlich schon erfüllen. Was die Punkte 2-4 angeht, oute ich mich hier mal als boshaft. Ich hoffe nämlich, er wird sie nie erfüllen

      Sollte das Herrn Pfeifer entmutigen, wüsste ich einen besseren Witz. Den behalte ich aber vorläufig n o c h für mich. Aus Pietät gegenüber Herrn Pfeifer.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Darwin_Award

      • Was die Beurteilung von Punkt 4 angeht, bin ich innerlich gespalten. Als Mensch ist Herr Dalos wahrscheinlich uneingeschränkt zurechnungsfähig. Ob er das auch als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens ist, kann ich aber nur vermuten. Ich kenne die Aktenlage nicht.

  5. @Herren Kálnoky und Pfeiffer,

    Ich sehe das noch einmal anders. So sehr ich Frau Scheppeles Arbeiten zum ungarischen Verfassungsgericht schätze: ihre Wertungen teile ich oftmals nicht und die Artikel in der NYT fand ich zu alarmistisch und vor allem mit viel zu heißer Nadel gestrickt. Im Interview relativiert sie ja auch einige Aussagen aus ihren Artikeln. Gábor Halmai drückt ja auch unzweifelhaft aus, dass er mit Frau Scheppeles Einschätzungen nicht immer übereinstimmt.

    Ich kann aber auch Herrn Kálnokys Eindruck nicht bestätigen. Der Vergleich mit dem Bundesverfassungsgericht ist dabei instruktiv: natürlich gibt es „Warnungen“ der Politiker, die nervös sind, das das Gericht ihnen eine mühsam aufgebaute Konstruktion zerschießt. Aber eine derart kaltblütige Missachtung, wie sie die FIDESZ-Mehrheit dem Gericht gegenüber gezeigt hat (die Vertreter der KDNP hatten viel größere Bauchschmerzen), ist in Deutschland undenkbar. Außerdem: das BVerfG hat in Fällen mit weitreichenden politischen Auswirkungen immer sehr besonnen geurteilt. Auch das ungarische Gericht würde sich, erst recht in seiner jetzigen Zusammensetzung, hüten, wichtige Gesetzesprojekte der Regierung zu Fall zu bringen. Aber es hat, wie sich gezeigt hat, keine Scheu, bei klar rechtsstaatswidriges Vorgehen (wie etwa im Fall der rückwirkenden Strafsteuer) zu intervenieren. Und das unterscheidet die Orbán-Regierung von anderen: dass man sich im Zweifelsfall, solange niemand genau hinschaut, rechtsstaatliche Prinzipien nicht allzu wichtig nimmt.

    Die rumänische Entwicklung erlaubt weitere vergleichende Einsichten. Unzweifelhaft ist, dass das Vorgehen der Rumänischen Regierung weitaus rechtsstaatsfeindlicher ist als die von Orbán und seinen Getreuen. Dass die europäischen Sozialdemokraten die rumänische Regierung verteidigen, ist unsäglich, selbst wenn die Lage unübersichtlich ist und alle in der rumänischen Politik Dreck am Stecken haben, einschließlich des Verfassungsgerichts selbst. Nur: was bedeutet das? Will sich die Ungarische Regierung auf dieses Niveau herabgeben und aus der Tatsache Befriedigung ziehen, dass sie zumindest besser als Rumänien ist? Ich denke, Rumänien hätte nie so früh in die EU aufgenommen werden dürfen, sie waren noch weit von den Zuständen entfernt, die in Ungarn zur Zeit seiner Aufnahme herrschten. Ich hoffe, dass die EU im Fall von Rumänien sehr hart reagiert, sonst würde sie tatsächlich sehr unglaubwürdig werden.

  6. Ein wirklich hellsichtiger Artikel in der FAZ, nicht direkt zum Thema, aber zur Frage, wie es hat kommen können zu dem, was heute ist, nicht nur in Ungarn:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/polen-ungarn-und-rumaenien-das-bermuda-viereck-11816293.html

    Der Autor beschreibt völlig treffend die jetzige Haltung der Konservativen als „selbstgerechte Pose“ und erfasst damit auch die Arroganz der heutigen ungarischen Regierung gegenüber dem Verfassungsgericht. Die gewendeten Reformkommunisten waren nicht rechtsstaatlicher, sie waren nur schlauer und sicherten sich Pfründe und Posten so weit es geht ohne es die EU-Institutionen durch Rechtsbrüche merken zu lassen. So schlau sind die jetzigen rumänischen Postkommunisten anscheinend nicht mehr – oder es klappt irgendwie nicht (ich kenne mich in Rumänien nicht aus).

    Der Punkt, der von vielen Kommentator/innen auch hier immer wieder vergessen wird: es reicht nicht, die Taten der bösen Postkommunisten anzuprangern. Man muss sich auch selbst besser benehmen.

    • @Christian Boulanger

      Vielen Dank für den Link zu dem sehr lesenswerten FAZ-Artikel.

      Interessant ist die Aussage, man sollte sie aber ergänzen:
      „Die einstigen Kommunisten hingegen haben ein feines Gespür für das Opportune: Das war in realsozialistischen Zeiten die Geschäftsgrundlage für den Zugang zu Macht, Pfründen und Privilegien. Das Bekenntnis zu einer politischen Richtung ist für sie Mittel zum Zweck.“

      Das Opportune gilt aber auch für die „gewendeten“ Politiker, Akademiker etc., für die früher das rote Parteibuch die Eintrittskarte für den gesellschaftlichen-sozialen Aufstieg war.

      Und das Opportune gilt auch für die vielen, die sich für die inzwischen freigewordenen Stellen in Verwaltung und Justiz bewerben. So hat der gefeuerte Richter in der Region Csongrad Lászlo Ravasz, kritisiert, dass in den Gerichten mehr und mehr ein Feudalsystem Einzug halte, bei dem nicht die professionelle Eignung über die Karriere eines Richters entscheide.

      Und es deutet vieles darauf hin, dass Politik und Wirtschaft inzwischen auch im konservativen Lager Hand-in-Hand arbeiten, wie das Beispiel Lajos Simicska’s Közgép zeigt. Und auch die Vergabepraxis für Staatsaufträge zeigt Bevorzugungen für FIDESZ-nahe Unternehmen.

      Man sollte – wie sie richtig schreiben – nicht nur mit dem Fingen auf die Postkommunisten zeigen. Opportunisten gibt es in beiden Lagern!

  7. Vielen Dank Christian Boulanger für ihren Beitrag und für Ihre klärenden Worte. Ich fürchte, diese ungarische Regierung ist beratungsresistent. Allein die Tatsache der Kampagne gegen Philosophen ohne einen Funken von Substrat und ohne jeglichen Anstand, die Politik der Anschwärzung und die Hoffnung etwas wird schon haften bleiben, zeigt, dass man von dieser Regierung noch einige Skandale erwarten kann.
    Nyirö war ein Mitglied des Rumpfparlaments in Sopron, also Mitglied der Fraktion, die noch 1945 Szálasi treu ergeben und für die Weiterführung des Krieges eintrat. Nyirö betrieb noch im Jänner 1945 Propaganda für diese Regierung und er war einer der Anführer der Hungaristen-Pfeilkreuzler-Emigration.
    Jede andere EU Regierung hätte sich überlegt, ob sie einen Menschen mit solch einer Vergangenheit feierlich begraben will. Nicht so die ungarische Regierung, die natürlich von Kövérs und Szöcs‘ Initiative wusste.
    Es ist zu befürchten, dass dies nur der Anfang war. Ist der ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

    • Sehr geehrter Herr Pfeifer,

      ich halte Ihr semantisches Priming für eine dolle Sache.Sitze gerade im Zug nach Düsseldorf und Sie können sich gar nicht vorstellen, wie voll der Zug ist.. Schweißgeruch ist da nnoch gar nichts. Igittigitt. Wie im Bus nach Hebron.
      Was für ein Deo benutzen Sie eigentlich, wenn Sie über unappetitliche Dinge schreiben.
      Versuchen Sie es doch mal mit „affektive Priming“. Als Deoroller gibt es das bei jedem Chinesen an der tschechischen Grenze.

      Mit herzlichen Grüßen

      Peter Herche

  8. *Ich hoffe, dass die EU im Fall von Rumänien sehr hart reagiert, sonst würde sie tatsächlich sehr unglaubwürdig werden.*

    Na, wer den Präsident des Europäischen Parlaments als Freund hat, dem muss nicht Bange werden!!

    • Na, ich lass mich da mal überraschen, denn es „ist doch nicht die Aufgabe der EU, sich in die inneren Angelegenheiten der Mitgliedsländer einzumischen*
      Das ist doch mal eine verblüffende Aussage und MIR ist das ganz neu.

    • „the President of Freedom House who served as Assistant Secretary of State for Democracy, Human Rights and Labor for President George W. Bush“

      Wirklich erfrischend, diese Amerikaner. Wirklich erfrischend.

    • Mein Schwager, der Bundesverdienstkreuzträger Günter Nooke kennt sich in Menschenrechten gut aus. Das Merkel hatte ihn deshalb mal zum Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung gemacht. Er war nämlich um die USA ähnlich besorgt, wie Karl Pfeifer und der Senator Ben Cardin um Ungarn. Der Günthi gab sogar Erklärungen zur Lage in den USA ab. Wegen der miesen Menschenrechtspraxis dort und wegen der Legalisierung von Folter. Mein Schwager war um den Ruf der USA echt besorgt. Er drückte das damals so aus: „395 Gefangene sind eben nur 395 Gefangene“ und sagte noch: „Viele hätten jedoch ein Interesse daran, Vergehen der Amerikaner besonders drastisch darzustellen“.
      Das hat gewirkt. Obama versprach dem Günthi als erstes, das Folterlager Guantanamo zu schließen. Dafür bekam der Obamadann auch gleich den Friedensnobelpreis.
      Mein Schwager wurde als Mahner und Menschenrechtler für Amerika deshalb nicht mehr gebraucht.
      Das Merkel hat ihn deshalb in die Teppichabteilung zum Dirk geschickt. Kaum war er da Merkelbeauftragter, brach in Afrika der Frühling aus.
      Hat sie jemand gezählt?

      Jetzt frag ich mich, ob Ungarn in der jetzigen Lage nicht vielleicht genau so einen Mann, wie meinen Schwager Günthi, gebrauchen könnte?

      Einen CDUler, der erst mal nachzählt, aber dennoch immer weiß, was zählt.

      Vielleicht schickt das Merkel meinen Schwager auch nach Amerika, zum Senator Ben Cardin. Womit der bestimmt noch nicht rechnet, weil der Frühling in Afrika doch überhaupt nicht mehr aufhören kann, wo die Ungarn jetzt nur noch Böses machen.

      Die ungezählten Horthy-Denkmäler zum Beispiel, die es in Ungarn gar nicht gibt und die Lenin-Denkmäler. Und die vielen Wass Albert Paperbacks, also known as softback or softcover, die seit Péter Medgyessy in Ungarn verkauft wurden. Nachgezählt hat der Senator auch nicht, wie oft in den letzten zwei Jahren in Ungarn schon die Todesstrafe verhängt wurde. Da könnte ihm der Günthi, der doch Physiker gelernt hat, bestimmt helfen.

      Mir fällt zu Ungarn heute Abend auch nicht mehr ein, als dem Merkel mal am Morgen beim Zähneputzen eingefallen ist.

      God Bless America

      hat sie gedacht. Und nach dem Spülen hat sie den Günthi zu ihrem persönlichen Beauftragten gemacht. Damit jemand Amerika vor dem George W. rettet.

      Wer rettet Ungarn vor Senator Pfeifer und Ben Cardin?

      Isten, áldd meg a magyart: Jó kedvvel!

      Wie es mit Ungarn überhaupt noch weitergehen kann, überleg ich mir dann morgen früh beim Zähneputzen.

      Gute Nacht Wien, gute Nacht Amerika!

  9. Peter Herche glaubt mit einer Retourkutsche die Kritik von Senator Cardin erledigt haben. Zum Inhalt des Cardin statement hat er nichts zu bemerken.
    Ich warte noch, dass er uns erklärt, wie sich Senator Ben Cardin von den bösen Linksliberalen in Budapest hat irreführen lassen.

    • „Peter Herche glaubt…“

      „Als Retourkutsche (von französisch retour = „Rückkehr“, „Wiederkehr“) bezeichnet man redensartlich eine Vergeltungsaktion, bei der Gleiches mit Gleichem vergolten oder ein Vorwurf mit einem Gegenvorwurf gleichen Inhalts erwidert wird. Die Bezeichnung eines Arguments als Retourkutsche soll üblicherweise zum Ausdruck bringen, dass der Argumentierende sich einfallslos oder hilflos verteidigt, indem er ein zur Verteidigung ungeeignetes Tu-quoque-Argument gebraucht…“

      „Als Tu-quoque-Argument (lateinisch tu quoque ‚auch du‘) wird der argumentative Versuch bezeichnet, eine gegnerische These durch einen Vergleich mit dem Verhalten des Gegners zurückzuweisen. Es kann als Variante des Argumentum ad hominem verstanden werden und kommt insbesondere gegen moralische Bewertungen oder Vorschriften zum Einsatz.
      Beispiele:
      A: Du solltest weniger trinken.
      B: Du säufst doch selbst wie ein Loch!

      A: Die katholische Inquisition war verbrecherisch.
      B: Die Christen sind selbst vom römischen Staat verfolgt worden.“

      Quelle: Wikipedia

      Lieber Herr Pfeifer,

      Sie wirken mir in letzter Zeit etwas fahrig*. Sie sollten meinen Text noch einmal lesen. Sie finden darin kein einziges Argument dafür und auch keins dagegen. Ich schrieb etwas über meinen Schwager Günthi, der Amerikas Ansehen vor der ganzen Welt gerettet hat, indem er einfach mal nachgezählt hat.

      Könnte es sein, dass Sie meinen Schwager Günthi mit dem berühmten Menschenrechtler Haraszti verwechseln? Da wären Sie aber auf dem falschen Dampfer. Der Günthi war nämlich gar kein maoistischer-anarchistischer Jugendfreund. Der Günthi ist nie wegen seiner maoistischen-anarchistischen Ansichten unter Polizeiaufsicht gestellt worde. 1971 war er noch nicht einmal konfirmiert. Der Günthi ist nie verfolgt worden, weil er keine antimarxistischen Ansichten hatte. Der Günthi war wegen Hungern auch nie in Lebensgefahr. Wir kennen den Trick zum Beispiel vom Siegmar Faust, der auch ein großer Menschrenrechtler ist. Der hat als Marxist auch sowas Schlimmes erlebt, wie der Haraszti. Für den Siegmar Faust hat der Genosse Havemann einen Brief an seinen alten Kumpanen Erich geschrieben. Damit der Siegmar Faust im Westen besser ankommt. Weil der Siegmar Faust doch in den Westen geschleust werden musste. Weil die Kommunisten im Westen empört waren über den Aufbau des Sozialismus im Osten und der Pfarrer Brüsewitz sich in Zeitz demonstrativ mit Benzin übergossen hatte.

      Lieber Herr Pfeifer! Der Abweichler-Trick zog schon immer. Der Jesus zum Beispiel hat den angewendet. Und der Graham Chapman, der 1989 gestorben ist, hat den Trick angewendet. John Cleese hat auch getrickst, wie Terry Gilliam und Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin. Die waren alle Dissidenten, aber so richtig! Die haben sich 1969 in Cleeses damaliger Wohnung in der Basil Street in Kensington getroffen und beschlossen in Cleeses damaliger Wohnung in der Basil Street in Kensington „Monty Python’s Flying Circus“ zu sein. So haben die das im Westen gemacht. Der Brüsewitz hat sich angezündet und Stolpe und alle haben dann das Fanal für verrückt gehalten, wie ja auch das „Life of Brian“ alles auf den Kopf gestellt hat.

      Der Günthi war nie „demokratische Opposition“. Der war auch kein maoistischer-anarchistischer Marxist. Der Günthi war ein braver DDR-Beamter im Hygieneinstitut in Cottbus. Aus dem hat meine Schwester Maria einen Oppositionellen gemacht. Und der Spiegel. Und die Bild-Zeitung. Der hat sich auch nicht vom Brian verunsichern lassen.

      Der Günthi hat nie getrickst.

      Was den Haraszti angeht, den berkannten Menschenrechtler, über den hat eigentlich der Georg von Lukácsy schon alles gesagt. Und der Genosse János hat auch was gesagt. Weil doch die Rimma dem Georg von Lukácsy erzählt hatte, dass sie die Sicherheitskräfte gehauen hätten.

      Dass muss man wissen, lieber Herr Pfeifer, was der Genosse János am 22. Februar 1971 an den Genossen Lukácsy geschrieben hat:

      „Dalost és Harasztit nem – egyébként elfogadhatatlan – maoista és anarchista nézeteik, hanem az [a géppel írott és áthúzott “osztály” szó helyett fölötte kézírással – D. Gy.] ország érdekeit károsító és politikai rendjét veszélyeztetö tetteik és magatartásuk alapján helyezték rendöri felügyelet alá.“

      Ich lass das mal so stehen, weil es „streng geheim“ ist. Esist nämlich immer noch nicht zu Ende. Irgendwie hört das nie auf.

      „Ez a két fiatalember öneröböl, vagy rossz tanácsadókra (a budapesti maoista rezidencia sugalmazására?) hallgatva, egymással összebeszélve, átgondolt elözetes tervet készítve, a végrehajtást megszervezve, elhatározták, hogy provokálják a magyar hatóságokat; eröpróbába bocsájtkoznak. Elhatározták, semmibe veszik a hatósági végzést, kihívó, sokszorosított “nyilatkozatukat” megküldik barátnak és ellenségnek, politikai zsarolással meghátrálásra kényszerítik a magyar államot. Magatartásukból világosan kitűnik, arra is összebeszéltek, hogy további eljárás, örizetbe vétel esetén ellenállnak (összerugdossák a kötelességüket teljesítö hatósági közegeket, éhségsztrájkba lépnek és közbotrányok keltésével fokozzák harcukat.“

      Weil ich den Blog vom HV, dessen Geduld mit mir, ich nicht überstrapazieren darf, weil ich noch viel verzapfen und mich blamieren möchte, ich den Blog nicht völlig zumüllen will, mache ich hier mal vorläufig einen Punkt.

      Also der Günthi hat nie sowas gemacht. Nur der Siegmar Faust mit dem Havemann, Robert, dem aufrechten Kommunisten, der dem Deutschen Adel niemals verboten hat, ins Theater zu gehen, wie es doch der Georg von Lukácsy tuen tat, 1919. Der Havemann hat nur Widerstand mit der „Europäischen Union“ gemacht, gegen die Nazis. Die haben ihn sogar zum Tode verurteilt, damit er seine kriegswichtige Forschung ordentlich weiter macht. Und damit er mit dem KGB, dem Ministerium für Staatssicherheit und der Armeeaufklärung der DDR zusammenarbeiten kann.

      Also der Lukácsy hat, und der Haraszti und der Dalosi …

      Aber das wissen wir doch alle, nur der Genosse János wusste es nicht. Der dachte doch tatsächlich, dass die Rezidentur vom Mao hinter denen stecken würde.
      Was rede ich nur für einen Schwachsinn. Lesen Sie einfach das Buch von …

      Lesen Sie einfach mal das Buch vom Ralf Georg und vom Andreas. Der Ralf Georg kommt aus Kronach und ist Chefkorrespondent der Welt am Sonntag. Und der Andreas ist beim Bayrischen Rundfunk und Honorarprofessor für Fernsehjournalismus an der der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt.
      Lesen Sie, lieber Herr Pfeifer einfach „Das Komplott“.**

      Und behaupten sie bitte nie wieder, dass ich argumentiere, mit Retourkutsche und so.

      Argumente hatten der Lukács und der Kádár. Und dann gab es noch die Residentur. Aber das war „streng geheim“. Kadar dachte an Mao.
      ( http://epa.oszk.hu/01300/01326/00003/marciu2.htm )

      Ich halte alles für möglich. Beim Lukács und beim Havemann, also noch vor der Gruppe „Lichtstrahl“ wie „Ljutsch“ *** und den anderen Gruppen, die so „streng geheim“ sind, dass nicht mal der Kádár davon erfuhr. Und wenn er nicht gestorben ist, weiß er immer noch nicht, wer der Günthi ist, und der Dalosi und der Haraszti.

      * verwirrt, fiebrig, verwirrt, flatterig, verwirrt, gedankenlos, verwirrt, hastig, verwirrt, hektisch, verwirrt, konfus, verwirrt, kopflos, verwirrt, nachlässig, verwirrt, nervös, verwirrt, ruhelos, verwirrt, sprunghaft, verwirrt, unaufmerksam, verwirrt, unausgeglichen, verwirrt, ungeordnet, verwirrt, unkontrolliert, verwirrt, unkonzentriert, verwirrt, unkoordiniert, verwirrt, unruhig, verwirrt, verwirrt, wirr, zerfahren, wirr, zerstreut; wirr, unstet; wirr, durch den Wind, wirr, kribbelig, wirr, zappelig; wirr, schlampig, wirr, schusselig, wirr, verdreht; wirr, fickerig, wirr, fusselig; ruschelig, wirr

      ** Ralf Georg Reuth, Andreas Bönte, Das Komplott, Piper, 1993
      http://www.welt.de/print-wams/article117651/Das-Komplott-vor-dem-Mauerfall.html
      http://www.amazon.de/Das-Komplott-wirklich-deutschen-Einheit/dp/3492036589

      *** http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?s=7ef8bc805972a3659f4c871e0dc4f414&showtopic=3943

  10. Erstaunlich wie bekannt Ungarn ist.
    Ich wette 5 Flaschen Pálinka, dass vor 20 Monaten selbst ein Cardin und von den 50 briefeschreibenden mind. die Hälfte nicht wusste wo Ungarn *
    Irgend so ein Staat auf dem Balkan“ eigentlich liegt!!
    Aber toll, wie doch die Nachrichten so nach Übersee dringen!!

  11. Turó Rudi,
    glauben Sie an die Theorien von L. Grespik? Das Ungarn intelligenter sind als andere Menschen?
    „Während die DNS der menschlichen Rasse innerhalb einer gegebenen Länge zwei bis drei Drehungen aufweist, weist die der ungarischen Rasse neun Drehungen auf […], was wiederum mit der Drehzahl des vom Planeten Sirius auf die Erde kommenden Lichtes identisch ist. Aus dieser Tatsache resultiert der kosmische Ursprung der ungarischen Intelligenz, der ungarischen Seele und des ungarischen Geistes und darauf ist die Auserwähltheit des ungarischen Volkes zurückzuführen“. Der Autor dieser im Jahr 2000 veröffentlichten hohen These amtierte im gleichen Jahr als Staatssekretär der ersten Regierung unter Viktor Orbán.
    Es handelt sich um den Juristen László Grespik, der damals Staatssekretär und Leiter der obersten Stadtverwaltungsbehörde Budapests war.
    Quelle:
    http://pusztaranger.wordpress.com/2012/05/08/juristenkarrieren-unter-orban-antisemitismus-im-gerichtssaal-und-das-neunfach-drehende-ungarische-chromosom/

    • Hallo Herr Pfeifer,

      *glauben Sie an die Theorien von L. Grespik? Das Ungarn intelligenter sind als andere Menschen?*
      Jetzt haben Sie mich aber kalt erwischt und nun steh ich dumm da.
      Das mit den Drehungen war mir bisher nicht bekannt, genau so wenig wie der Grespik (ich merke dies ist ein Wissenslücke! oder muss man den überhaupt kennen?)
      Wenn sie mich aber so direkt fragen woran ich glaube:
      Ich glaube an Shlomo Sand!!
      und ausserdem daran, dass die Ungarn weder intelligenter sind als andere, noch dümmer; wie das ja wohl auch gerne behauptet wird.

  12. HV
    zu behaupten, dass ein USA Senator, Mitglied der außenpolitischen Kommission nicht wußte wo sich Ungarn befindet, ist das Ihrer Meinung keine billige Polemik?
    Erspart sich doch T.R. dadurch, auf die Argumente von Senator Ben Cardin einzugehen und verbreitet noch dazu ein in Europa so weit verbreitetes Pauschalurteil über Amerikaner.
    Ich habe T.R. eine höfliche Frage gestellt, die mit einem einfachen ja oder nein beantwortet werden können.
    Bitte erklären Sie mir, weshalb sollte ich in diesem Zusammenhang nicht Staatssekretär a.D. László Grespik erwähnen?
    Darf man denn bezugnehmend auf ein Pauschalurteil nicht hinweisen auf solch einen hohen Würdenträger der ersten Orbán Regierung?
    Warum glauben Sie, mich rügen zu müsssen, anstatt aufzuzeigen, was alles Ihrer Meinung nach in der Erklärung des Senators zu beanstanden ist?

    • Guten Morgen Wien!

      „Hier steht Wille gegen Willen.
      Kein Resultat, kein Ziel auf dieser Erde wird nach dem logisch geführten Beweis ex argumentis gewonnen. Überall steht das Ziel, gefühlsmäßig geliebt, vorher fest, die Argumente folgen, als Entschuldigung für den Geist, als Gesellschaftsspiel für den Intellekt. Noch niemals hat einer den andern mit Gründen überzeugt. Hier steht Wille gegen Willen: wir sind uns über die Ziele mit allen anständig Gesinnten einig – ich glaube, was an uns bekämpft wird, ist nicht der Kampf: es ist die Taktik.“

      Kurt Tucholsky (1890 – 1935): Wir Negativen (1919)

  13. Es ist ermüdend, Menschen zu widersprechen, die aus Widersprüchen eine Ideologie gezimmert haben. Mit Verschwörungsphantasten läßt sich nicht debattieren. Am Ende haben sie immer recht. Bzw. rechts.

    Gert Ockert, “Verfolg uns, Wahn!” in: konret 10/2003

  14. Peter Herche,
    sie haben ein Zitat von Tucholsky gebracht, in der gleichen Schrift schrieb
    Tucholsky:
    „Und damit wir in der Welt geachtet werden, müs-
    sen wir zunächst zu Haus gründlich rein machen. Be-
    schmutzen wir unser eigenes Nest? Aber einen Augi-
    asstall kann man nicht beschmutzen, und es ist wider-
    sinnig, sich auf das zerfallene Dach einer alten Scheu-
    ne zu stellen und da oben die Nationalhymne ertönen
    zu lassen.“
    Das schrieb er 1919 über Deutschland, es würde aber auch dazu passen, was heute in Ungarn passiert.

    • Ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür, dann wird die ganze Straße sauber.
      (chinesisches Sprichwort)

      Gute Nacht Wien!

    • Social Media News: Erinnerungskultur 2.0 *

      G.2.0 und Duzi, Duzi

      Duzi, Duzi berichtet über G.2.0?

      G.2.0 mit Duzi, Duzi auf gleicher Wellenlänge?

      http://hungarianspectrum.files.wordpress.com/2012/07/gati-a-kilencedik-unokajaval.jpg?w=300&h=199

      * Erinnerungskultur 2.0 ist ein Schlagwort, das für eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets, speziell des World Wide Webs, verwendet wird. Hierbei konsumiert der Nutzer nicht nur den Inhalt, er stellt als Prosument selbst Inhalt zur Verfügung.

      Rechtswirksame Erklärung:
      Ich, Peter Herche, geb. am 20.04.1955 in Bad Freienwalde erkläre hiermit, Duzi, Duzi ist mein Lieblingspolt. Eventuelle Ähnlichkeiten oder Übereinstimmungen mit lebenden Personen wären rein zufällig und sind nicht beabsichtigt.

      • Erinnerungskultur G.2.0

        Gábor Vajna (1891–1946), ungarischer Politiker und Nationalsozialist
        Helmut G. Walther ( 4. Mai 1924 in Buch am Forst (Stadt Lichtenfels (Oberfranken)); † 8. Oktober 1981 in Lichtenfels)
        Ovidio G. Assonitis ( 1943), italienischer Filmproduzent und -regisseur Charles G. Clarke (1899–1983), US-amerikanischer Kameramann Charles Kirk Clarke (1857–1924)
        Friedrich G. Beckhaus ( 1927), deutscher Schauspieler
        Gábor Vajna (1891–1946), ungarischer Politiker und Nationalsozialist …

        Duzi, Duzi Gáti

        Andrew G. Vajna ( 1944), ungarischer Filmproduzent
        Frederick G. Katzmann (1875–1953), US-amerikanischer Staatsanwalt
        Elvin G. Nimrod ( 27. August 1943 in Carriacou ) ist ein grenadischer Politiker
        John G. Rowland Waterbury , Connecticut ist ein US-amerikanischer Politiker (Republikanische Partei
        Pablo G. Rios ( 11. Juni 1889 ; † ) war ein uruguayischer Politiker
        Victor G. Atiyeh ist ein ehemaliger US-amerikanischer Politiker
        James G. Martin (Savannah , Georgia ) ist ein US-amerikanischer Politiker (Republikanische Partei )
        David G. Classon (1870–1930), US-amerikanischer Politiker
        Charles G. Atherton (1804–1853), US-amerikanischer Politiker
        Horace G. Snover (1847–1924), US-amerikanischer Politiker
        Thies G. J. Goldberg ( 16. Februar 1962 in Hamburg ) ist ein Hamburger Politiker der CDU .
        Peter G. Ten Eyck (1873–1944), US-amerikanischer Politiker
        William G. Whiteley (1819–1886), US-amerikanischer Politiker

        Gittler, Adolf

        http://www.faceyourmanga.com/mangatar.php?id=121019

    • „A nyers valóság az, hogy Nyugat-Europa -és mind
      nagyobb mértékben Közép-Europa is – amerikai védnökség
      alatt áll, s a szövetségek az ókori vazallusok és hübéresek
      helyzetét idézik. “
      Zbiegniew Brzezinski
      A nagy sakktábla. Amerika világelsösége és geopolitikai
      feladatai. Europa Könyvkiadó 1999

      Karl Pfeifer Wahrlich, ein interessantes Interview.
      Und so viele Widersprüche.
      Also ein Buch über Brzezinski, auch sehr interessant.

      ….“Kaum zu glauben, aber im Rahmen dieses Projekts war
      Brezinski die Haupttriebkraft hinter dem Sturz des Schahs von
      Persien und der anschlißenden Machtübergabe an Ajatollah
      Chomeini in Teheran.“
      ..“Man kann Brezinski also mit Recht als den Vater des modernen
      islamischen Fundamentalismus betrachten, über den sich nun
      alle Welt beschwert. Seine Rolle war kein >>Fehler<< sondern
      vielmehr das Ergebnis einer sorgfältigen geopolitischen Kalkulation:
      Brerzinski behauptete, der islamische Fundamentalismus sei das
      Hauptbollwerk gegen den Sowjetkommunismus – damit qualifiziert
      sich Brzezinski als der Urahn von Al Qaida. Er provozierte die
      sowjetische Invasion nach Afghanistan, unterstützte das völker-
      mordende Regime Pol Pot in Kambodscha und ruinierte die
      amerikanischen Beziehungen zu den damaligen Regierungen
      in Deutschland und Frankreich. "
      Webster G. Tarpley "Barack Obama " Wie ein US-
      Präsident gemacht wird 2008

      Ein Jammer dass den Friedensnobelpreiss nicht bekommen hat.
      Würde passen zu Linie Woodrow Wilson, Henry Kissinger, und
      natürlich zu seine "entdeckung" Barack Obama.

      Heuer nur einmal in Außenministerium? Enttäuschend!
      Aber einmal Berater, ist immer Berater, ist es nicht so?
      Ich weiss nicht warum, aber habe ich das Gefühl dass
      beide (Balogh und Gáti) leben nach dem amerikanischen
      (und neoliberalischen) ideologischen Doktrin.
      Nach so viel Jahren kann man das gar nicht übel nehmen.
      Nur dann sollten sie Ungarn in Ruhe lassen.
      Weil für die Land helfen sie so nicht, im gegenteil.
      Ich habe das Zweilfel ob das möchten.

      "The readers of Népszabadság, HVG and a few Internet
      newspapiers are well informed."
      No na.
      Da lachten wohl die Hühner.

  15. Istvan Jung, natürlich sind Balogh und Gati in Ihren Augen keine guten Ungarn, weil sie halt ihr Leben nach der „neoliberalen ideologischen Doktrin“gestalten. So stellen Sie sich das Leben von Universitätsprofessoren in den USA vor. Was natürlich wenig mit der Realität zu tun hat, sondern interessanterweise auch aus der extrem linken Ecke kommt, die ja uns ständig vor den Neoliberalen warnen.
    Wie anders sind die Fidesz-KDNP-Leute, die dankbar die Vorschläge von Jobbik aufnehmen, Statuen von Horthy aufstellen, die Asche eines Pfeilkreuzler-Politikers (damit kein Irrtum entsteht, ich denke da an József Nyirö, der nach dem Krieg einer der Anführer der Pfeilkreuzler-Emigration wurde) feierlich empfangen und sogar bestätigen, dass Bischof Ottokár Prohászka mit dem Antisemitismus nichts am Hut hatte und wenn schon, so war das doch verständlich, denn das war eben der Zeitgeist.
    Was viele ungarische Intellektuelle im Ausland sich aneignen, ist eine andere Perspektive. Sie sehen mit Erschrecken, wie Ungarn droht ein großes Mucsa (Provinznest) zu werden.
    Man kann nur staunen, ob des „nationalen Befreiungskampfes“ den man in Ungarn postuliert und über den Mangel einer kohärenten Wirtschaftspolitik. Aber wenn man Istvan Jung liest, weiß man, eine solche ist total überflüßig, wichtig ist nur die richtige nationalistische Phrase. Und wenn dann alles in Scherben liegt, dann waren die anderen schuld, die Weltverschwörung, die es angeblich gegen Ungarn gibt.
    Und fröhlich steigt aus dem Schutt der Zeit die Strassersche Wirtschaftstheorie, vom raffenden ausländischem und schaffendem inländischen Kapital. Manche denken auch in den Kategorien einer Autarkie über die sich schon der von P.H. hier zitierte Kurt Tucholsky sich lustig gemacht hatte.

  16. HV Istvan Jung schrieb: „Ich weiss nicht warum, aber habe ich das Gefühl dass beide (Balogh und Gáti) leben nach dem amerikanischen (und neoliberalischen) ideologischen Doktrin.
    Nach so viel Jahren kann man das gar nicht übel nehmen.
    Nur dann sollten sie Ungarn in Ruhe lassen.
    Weil für die Land helfen sie so nicht, im gegenteil.
    Ich habe das Zweilfel ob das möchten.“

    Wenn also ein Ungar im Ausland seinem Land nicht hilft, sondern das Gegenteil tut, also schadet, dann wird er in den Augen von I. Jung, der so urteilt, nicht als guter Ungar gesehen. Am liebsten würde er ihnen verbieten zu schreiben, denn seiner Meinung nach hängen Gáti und Balogh der neoliberalen Doktrin an. „Nur dann sollten sie Ungarn in Ruhe lassen.“

    HV Ich denke, dass ich nicht unfair war, bei der Einschätzung seines Schreibens.

  17. terrier, es ist auf Wienerisch gesagt powidl, ob Gáti oder Balogh auch ungarische Staatsbürger sind oder nicht.
    Hier versuchen einige die Diskussion wegzulenken von der wesentlichen Frage, sind die Aussagen von Gáti und Balogh richtig oder falsch und wenn sie falsch sind, Belege dafür zu liefern, dass sie falsch sind.
    Dass lange in Amerika lebende Ungarn notwendigerweise einer „amerikanischen (und neoliberalischen) ideologischen Doktrin“ anhängen zeigt ja nur, dass der Schreiber, wahrscheinlich einige Artikel von László Bogár internalisiert hat. Zu glauben, dass Intellektuelle in den USA „notwendigerweise“ irgendeiner Ideologie anhängen müssen ist eigentlich ein Spiegelbild der kommunistischen Vorurteile gegen die USA, die László Bogár noch aus seiner Zeit als Kommunist herübergerettet hat.

    • Im Zweifelsfall gegen den Angeklagten? Herr Pfeifer, wenn jemand wie die „Chefankläger“ Balogh und Gati ihre Theorien über Ungarn ausstoßen, dann sind es ausschließlich diese beiden, die die Richtigkeit ihrer Thesen beweisen müssten. Niemand steht in der Pflicht, Belege dafür zu liefern, dass sie falsch sind. Selbst dann nicht, wenn Sie alle Versuche, Ungarn in die diktatorische, autoritäre, antisemitische, uneuropäische oder sonst eine Ecke zu drängen, dankbar aufnehmen und wie ein Schwamm aufsaugen und jedes Werfen mit Dreck irgendwie rechtfertigen. Ich bin eben nicht der Meinung, dass einer wie Gati, der Gyurcsány als „den ungarischen Tony Blair“ geadelt und Balogh, die 2006 über einen Fidesz-Putschversuch fabuliert hat, sich als einzig richtige Quellen für Ungarnfragen eignen. Selbst dann, wenn das State Department Baloghs Blog lesen sollte. 🙂 Dort schaut man ja auch Fox News …

    • „…wegzulenken von der wesentlichen Frage, sind die Aussagen von Gáti und Balogh richtig oder falsch und wenn sie falsch sind, Belege dafür zu liefern, dass sie falsch sind…“ (Zitat Pfeifer)

      @HV

      Sehr geehrter HV,

      tut mir leid, ich widerspreche Ihnen.

      Es gibt keine Sachdebatte. Es gibt in der deutschen Sprache nicht einmal das Wort Sachdebatte, jedenfalls aktuell nicht. Der Duden kennt nur das Fremdwort ‚Debatte’. Sachdebatte gibt es nicht. Das Wort ist über die französische Sprache, französisch débattre, aus dem Vulgärlateinischen ins Deutsche gekommen. Debatte lässt sich aus dem Lateinischen ‚battuere’ ableiten. Battuere bedeutet schlagen. Karl Pfeifer ist unschlagbar.

      Sachfragen lassen sich erörtern und möglicherweise beantworten.

      Was steht in diesem Blog zur Debatte?

      Ganz aktuell die von Herrn Pfeifer aufgeworfene Frage, „ob die Aussagen von Gáti und Balogh richtig oder falsch“ sind.
      Generell und überspitzt gesagt, ob die Weltsicht von Karl Pfeifer & Co. das Maß aller Dinge ist.

      Ich sage es Ihnen ehrlich: Ich lache gern. Wenn es nichts mehr zu lachen gibt, bringe ich mich auch gern selbst zum Lachen. Doch das gelingt mir immer seltener, weil das, was Pfeifer & Co. sich herausnehmen, ein ernstes Problem schafft.

      Wem fiele bei dem Reim »Knusper, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?« etwas anderes, als die alte Hex aus dem Märchen Hänsel und Gretel ein?

      Wem fiele bei der Schlagzeile “Hungary´s Backward Slide” nicht zuerst Charles Gati ein.

      Lieber HV, wenn Sie bei Bewusstsein sind – und vielleicht auch, wenn Sie es nicht sind – wird Sie das Bild eines Frosches, der aus dem Knusperhäuschen der Frau Professor Balogh herausspringt, zumindest doch überraschen. Dahinter muss gar keine Phobie stecken.

      Was fiel Ihnen denn ein, als Sie das Interview von Frau Balogh lasen, indem sie Gati als gütigen Uropa malt, der Babys im Arm wiegt und die schreiende Welt mit einem Schnuller zu beruhigen weiß?

      Mir fiel da einfach nur noch mein Lieblingspolt, der „Duzi, Duzi“ ein.

      Duzi, Duzi Orbán und Gati’s Backward Slide.

      Und der Gedanke, dass Gati Kövér mit dem Schnuller kommt, brachte mich zum Lachen. Jetzt fühle ich mich tatsächlich wieder besser.

      Wobei ich Ihnen in der Sache ja gar nicht widerspreche. Denn meine Art, mich mit Pfeifer & Co. herumzuschlagen, bringt nichts.

      Mal abgesehen davon, dass ich die wesentlichen Aussagen der Frau Balogh vielleicht doch auf den Punkt gebracht habe:

      „Duzi, Duzi Gati“!

      Insofern bin ich bei der Sache. Unschlagbar!

    • Gati : …“Én mégis egyetértek Mark Palmer nagykövettel: igenis vannak lehetőségek arra, hogy a kormányt ( Orban kormányt ,terrier´s Bemerkung) – ha lehet, demokratikus módon, ha nem lehet, másképpen -( sic !!! terrier´s Bemerkung) elmozdítsák…“ wer soll für diese Drohung Belege liefern ? Nicht der Verfasser ? Was heißt “ másképpen“, also nicht demokratisch ? Bumm-bumm ra-ta-ta-ta a lá Irak ?

      ***
      Nach einigen Äusserungen, zB: „Kertész: Ich bin ein Produkt der europäischen Kultur, ein Décadent, wenn Sie so wollen, ein Entwurzelter, stempeln Sie mich nicht zum Ungarn.“ halte ich schon entscheidend, ob Gáti und Balogh Ungar sind.
      Fremde als Feinde sind mir viel lieber als Nestbeschmutzer.

      Lieber Gott,
      beschütze mich
      vor meinen Freunden!
      Mit meinen Feinden
      komm ich selber klar!

  18. Peter Herche verfälscht meine Aussage. Es stehen eben nicht die (wie hier einer vermerkt hat amerikanische neoliberale oder andere) Weltsicht von Gáti und Balogh zur Debatte, sondern deren konkrete Kritik an der jetzigen ungarischen Regierung. Und da gibt es eine breite Palette von Möglichkeiten, wenn man denkt, diese Kritik basiere nicht auf Fakten und sei aus der Luft gegriffen.
    Da kann man also eine Beschuldigung, die aus den Fingern gesogen ist zitieren und mit Fakten widerlegen. HV hat das einige Male in anderen Fällen getan und das respektiert man. Wenn ich mich irre – und das passierte schon – und mir HV nachwies, dass ich mich geirrt habe, dann bedankte ich mich und meinte nicht, dass ich die Kritik von HV nicht ernst nehmen muss, weil seine mutmaßliche Ideologie……. ist.
    Was aber P.H. und auch einige andere tun, entspringt folgender Logik: Gáti und Balogh kritisieren die jetzige ungarische Regierung, daher sind sie als ……. abzulehnen und wir brauchen gar nicht auf deren Kritik einzugehen, weil Menschen die………sind, müssen abgelehnt und lächerlich gemacht werden.
    Wer also so denkt, wie P.H. dem wird das gefallen, doch wer sich eine Meinung über Ungarn bilden will, der wird abwägen, was trägt Peter Herche und was tragen Charles Gati und Éva Balogh dazu bei, damit man mehr erfährt über das heutige Ungarn.

    • Der Vorwurf des Antisemitismus ist mal wieder nicht weit, was, Herr Pfeifer? Werden Sie die Grenze überschreiten oder kommen Sie mit Ihren „…..“ Pünktchen daher, um die Phantasie der Leser anzuregen? Nennen Sie doch Ross und Reiter: Wer hier ist Antisemit und verfolgt die von Ihnen in Bezug genommene „Logik“?

      Dass Gati „…..“ ist, wusste ich übrigens nicht. Was ist ein „….“? Würde Magdalena Marsovszky das, was Sie hier tun, als „codiert“ bezeichnen?

    • @Pfeifer
      Sie haben vergessen, lieber Herr Pfeifer, dass ich öffentlich und mit Nachdruck erklärt habe, Kövér sollte von seinem Amt als Präsident des ungarischen Parlaments zurücktreten. Ich war und bin der Meinung, dass er mit seinem Versuch, nämlich mit der Neubestattung Nyírös in Siebenbürgen Einfluss auf die Wahl in Rumänien zu nehmen, politischen Schaden angerichtet hat.

      Sie kümmern sich nicht um Tatsachen, Herr Pfeifer, denn Sie verfolgen ein politisches Ziel. Das machr Sie blind.
      Aber, und das meine ich ernst, Sie schaden dem Ansehen Österreichs und auch dem Ansehen der jüdisch-stämmigen Ungarn, so wie Kövér dem Ansehen Ungarns und der ungarischen Minderheit in Siebenbürgen politisch geschadet hat.
      So einfach ist das.
      Ich gebe mir Mühe, immer nur mir selbst zu schaden. Manchmal gelingt es mir, manchmal gibt es auch Kollateralschäden. Deutschland wird es verkraften. 🙂

      C’est la vie!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s