Staatsanwaltschaft: Anschuldigungen gegenüber Csatáry teilweise unbegründet

Die Budapester Ermittlungsstaatsanwaltschaft hat die von „Nazijäger“ Efraim Zuroff erhobenen Anschuldigungen gegenüber dem mutmaßlichen Nazi-Kriegsverbrecher László Csatáry als teilweise unbegründet bezeichnet. Zuroff, der das Simon Wiesenthal Center in Jerusalem leitet, hatte Csatáry auch mit Deportationen aus dem heute slowakischen Kosice (Kaschau) im Jahr 1941 in Zusammenhang bringen wollen. Seinerzeit waren Juden in das Gebiet um Kamenec-Podolsk deportiert worden, wo sie von der deutschen SS ermordet wurden.

Nach der Auffassung des von den Ermittlern eingeschalteten Gutachters hielt sich Csatáry im Jahr 1941 nicht in Kaschau auf, sondern war als Polizeibeamter in Kecskemét tätig. Er könne daher nicht mit den Deportationen in die heutige Ukraine in Zusammenhang gebracht werden. Entsprechende Meldungen waren bereits vor über einer Woche verbreitet worden – das Ergebnis der Ermittlungen bestätigt diese nun.

Die Ermittlungen im Zusammenhang mit Folterungen und Deportationen aus Kaschau im Jahr 1944 dauern die Ermittlungen gegen Csatáry an. Der Beschuldigte selbst hat die Taten geleugnet. HV berichtete.

Die Tatsache, dass sich ein Teil der Anschuldigungen als haltlos erweist, wirft ein durchwachsenes Bild auf den Nazijäger Zuroff. Ungarische Historiker, unter anderem László Karsai und Krisztián Ungváry, bezeichneten Zuroffs Beweisführung schon in der Vergangenheit – im Fall Képíró – als dünn. Der ehemalige Angehörige der ungarischen Gendarmerie war 2011 in erster Instanz vom Vorwurf der Beteiligung an Kriegsverbrechen freigesprochen worden. Auch damals war Zuroff die treibende Kraft des Verfahrens und nutzte die Medien gezielt. Karsai, der selbst Sohn von Holocaust-Überlebenden ist, bezeichnete Zuroff als „berufsmäßigen Nazijäger“, der dem Andenken Simon Wiesenthals schade.

http://index.hu/belfold/2012/08/06/alaptalan_az_egyik_csatary_elleni_feljelentes/