NZZ: Charles Ritterband über wachsenden Antisemitismus in Ungarn

In der heutigen Online-Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung befasst sich Charles E. Ritterband mit der Situation der Juden in Ungarn. Er konstatiert wachsenden Antisemitismus und rügt, die ungarische Regierung sei nicht aktiv genug, gegen solche Tendenzen vorzugehen:

http://www.nzz.ch/aktuell/international/antisemitismus-macht-ungarns-juden-zu-schaffen-1.17469384

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82 Kommentare zu “NZZ: Charles Ritterband über wachsenden Antisemitismus in Ungarn

  1. Das hätte auch Gregor Mayer schreiben können. Der Autor dieses Berichts hat nicht einmal mit auswanderungsbereiten Juden gesprochen. Gibt es überhaupt Zahlen darüber, wie viele seit dem Ausbruch der Freiheit in die USA bzw. Israel ausgewandert (UND WIE VIELE VON DIESEN DANN ZURÜCKGEKEHRT IST)??? So reiht sich auch dieser Artikel in die lange Reihe, in der „Berufszitterer“ ihre (völlig unbegründete) Ängste äußern.
    Noch etwas: Ich habe in ungarischen Medien nur über den geschändeten Friedhof von KAPOSVÁR gelesen, das nicht identisch von Marcali ist. (Obwohl beide Orte im Komitat Somogy liegen, K.-vár ist die Bezirkshauptstadt.)

  2. zlr suggeriert uns einiges: Erstens sind mehr Juden zurückgekommen, als ausgewandert, zweitens ist die NZZ einem „Berufszitterer“ aufgesessen, drittens hat der Fotograf in Marcali selbst die Grabsteine im jüdischen Friedhof umgeworfen.
    Vielleicht sollte der ung. Botschafter in Bern, die NZZ belehren, dass doch alles paletti sei?

    • Der Artikel enthält keine Zahlen. Ohne konkrete Angaben ist dieser Artikel wie seine unzähligen Vorgänger zu nehmen. Mich würde tatsächlich interessieren, wie viele Leute von Ungarn aus- bzw. dorthin zurückwandern, habe aber kaum Zeit zum Suchen: http://www.ksh.hu/statnap10_kivandorlas
      Vor vielen (10? 12?) Jahren gab es einen Artikel in HVG, der sich mit der Auswanderung von Ungarn nach Israel beschäftigte. Schlagen Sie nach, wenn Sie Geduld und Lust haben! Ich habe mir die wichtigsten Behauptungen gemerkt:
      1. Die meisten wanderten wegen misslungener Universitätsaufnahmeprüfung, Liebesenttäuschung oder Lust auf Abenteuer aus.
      2. Es gibt mehr Heimkehrer als endgültige Auswanderer.

  3. Ich bin durchaus der Meinung, dass Antisemitismus und historische Unkenntnis in Ungarn ein Problem darstellen. Mit der Couleur der jeweiligen Regierung würde das allerdings nur sehr vorsichtig in Zusammenhang bringen wollen.

    Immerhin zeigen Studien, dass eine beträchtliche Zahl von Ungarn Vorurteilen wie „Juden haben zu viel Einfluss in der Gesellschaft“ zustimmen, typischen Stereotypen also. Zudem ist die historische Bildung in dieser Beziehung katastrophal: Es kann schlichtweg nicht sein, dass nur ein Bruchteil der jungen Menschen (18-30 Jährige) weiß, was der Holocaust war und wie viele ungarische Juden ihm zum Opfer fielen. Diese Unkenntnis ist jedoch eine Konstante seit der Zeit des Kommunismus, ebenso wie die Strategie, die Verantwortung allein den Deutschen zuschieben zu wollen.

    Im Beitrag Ritterbands haben mich einige Punkte stutzig gemacht:

    Die Verknüpfung Überschrift („in den letzten Monaten haben sich antisemitische Vorfälle gehäuft“ mit dem Bild eines geschändeten Friedhofes in Marcali suggeriert, dass es sich um einen aktuellen Vorfall handelt. Das ist aber nicht so. Der traurige Vorfall ereignete sich im Januar 2011.

    Darüber hinaus vermisse ich – gerade im Hinblick auf die Behauptung Ritterbands, die Regierung tue zu wenig gegen Antisemitismus in Reihen des Fidesz – die Information, dass Ministerpräsident Viktor Orbán nach dem Vorfall von Marcali reagiert und deutliche Kritik geübt hat.

    http://hvg.hu/itthon/20110128_marcali_zsidotemeto_miniszterelnok

    Das Gleiche gilt für den Vorfall mit dem ehemaligen Oberrabbiner Schweitzer. Als ein Unbekannter ihn wüst antisemitisch anging, hat sowohl die Regierung, als auch Staatspräsident Áder reagiert und diesen Vorfall heftig kritisiert.

    https://hungarianvoice.wordpress.com/2012/06/06/verbaler-angriff-auf-pensionierten-oberrabiner-in-budapest-lost-emporung-aus/

    Das Bild des „schweigenden“ Fidesz entspricht also nicht ganz den wahren Begebenheiten. Obwohl auch ich mir mehr und deutliche Worte, gerade in Richtung eines Zsolt Bayer und ähnlicher Gestalten, wünschen würde.

    Weitere Anmerkung: Wie groß ist denn nun die Zahl derer, die auswandern möchten? Ist sie tatsächlich gewachsen? Und vor allem: Mir fällt auf, dass Ritterband davon spricht, die Gesprächspartner seien „diplomatisch“, gar ängstlich, und würden sich nicht klar äußern. Heißt das, die im Vergleich zu ausländischen Reaktionen im Vergleich sehr vorsichtige und realistisch scheinenden Worte der ungarischen Juden seien nicht ernst zu nehmen, weil sie sich nicht trauten, sich zu beschweren? Brauchen die Juden also (z.B.) tatsächlich die deutsche Antifa und die ungarischen Sozialisten, ihre wahren Eindrücke zu äußern? Ich weiß nicht so recht, was ich damit anfangen soll.

    Und was die Schlussbemerkung Ritterbands angeht: Tatsache ist, dass kuruc.info – das ekelhafteste Hetzportal in ungarischer Sprache – aus den USA seinen Müll verbreitet. Und auch die Aussage Orbáns, er selbst sei Zielscheibe dieses Portals, trifft zu. Es ist also keineswegs grotesk, wenn Orbán den Abgeordneten desjenigen Landes, in dem man ungestraft mit Hakenkreuz herumlaufen und solche Portale mit Content befüllen darf, an ihre eigene Verantwortung erinnert. Dies schließt es nicht aus, dass Ungarn selbst seine Hausaufgaben macht. Die Kritik ist jedenfalls nicht unberechtigt.

    • Ich sehe das mein bereits um 12:36 gesandter Kommentar noch moderiert werden muss, obwohl Sie um 13.54 kommentierten.
      Die Autoren von kuruc, die sich in Ungarn aufhalten und dort Gesetze vermutlich brecheb sind den ungarischen Behörden bekannt, wer hindert diese geeignete Maßnahmen zu ergreifen?

      • Herr Pfeifer: Das WordPress-System hat die Eigenheit, dass ich, so lange ich einen Beitrag verfasse, im System selbst keine Meldung über neue Beiträge sehe. Als ich meinen Beitrag abgesendet habe, dsah ich den Ihren und habe ihn sofort freigeschaltet. Was also ist Ihr Problem?

    • Den Friedhof von Marcali habe ich völlig vergessen. Ich meine, dass es genauso die primitiv barbarische Aktion von betrunkenen /unter Drogeneinfluss stehenden Halbstarken wie in Kaposvár in diesem Jahr war.

  4. Das Problem sind nicht irgendwelche Jugendliche die einen jüdischen Friedhof schänden. Das ist eine Aufgabe für die Polizei. Und auch die kuruc Schmierer, die in Ungarn leben, wären eine Aufgabe für die Polizei.
    Wenn aber in Fidesz nahen Medien antisemitische Texte publiziert werden, dann haben wir ein Problem.
    Ich denke, die Wurzeln liegen tiefer. Der heuchlerische „Antifaschismus“ der Kádárperiode hier beginnt es und es endet bei der Farce mit Nyirös Asche.
    Lendvai fragt in seinem englischsprachigen Buch „How is it possible that in the generation of those aged between 18 and 30 only 4 per cent know what the word Holocaust means?“ und er folgert: „All governments after the 1989 change of the regime have been responsible for the failure of the entire educational system.“
    Man möchte alles was unangenehm ist, wegschieben. Deswegen auch keine Publikation der Kádárschen Geheimpolizeiakten.

    • Wie kommen Sie darauf, dass die Behörden wüssten, wer die „kurucschmierer“ in Ungarn sind? Wer sind sie denn?
      Die von Ihnen gewünschte Antwort wäre wohl: „Weil die Staatsanwaltschaft von Neonazis durchsetzt ist“. Leider kann ich mit dieser Erklärung nicht dienen.

      • Herr Pfeifer, finden Sie gelegentlich die Zeit, auf meine Frage zu antworten?

        (Wie kommen Sie darauf, dass die Behörden wüssten, wer die “kurucschmierer” in Ungarn sind? Wer sind sie denn?)

      • Es wäre spannend zu wissen, ob es den ungarischen Behörden tatsächlich bekannt ist, wer hinter „Otto Skorzeny“ oder „Prónay Pál“ usw. steckt. Tomcat, der sich fast vollständig von der rechtsradikalen Szene abgesetzt und mit dem Bloggen aufgehört hat, behauptete, dass Molnár Balázs der Chefredakteur von kuruc.info ist bzw. dass Novák Előd ebenda hetzt.

      • HV ich las auf einer ungarischen Homepage eine ausführliche Darstellung darüber, wer für die Werbung von kuruc in Ungarn kassiert.
        Wenn also die ungarischen Behörden vorgeben, nicht zu wissen, wer die kuruc Schmierer sind, dann hat das wahrscheinlich damit zu tun, dass man Jobbik nicht weh tun will, macht man doch in Bugac (Kurultaj) und in Transsylvanien gemeinsame Sache, da mußte sogar die Frau Selmeczi bestätigen, dass Fidesz Abg. Köszegi, der eine Grenzrevision erörterte, seine Privatmeinung kundtat.

      • Varga ist auch Inhaber einer in Deutschland registrierten Domain.
        Das Denic-Domainabfrage-Ergebnis zeigt einen Wohnsitz in der DORNBERGSTR. 17, BERG AM LAIM in München an. Unter der gleichen Adresse ist dort ein Getränkemarkt ansässig.

        Handelt es sich hier um einen Zufall?

        Ich selbst meide seit Jahren den Getränkemarkt, den wir hier vor Ort haben, seitdem mir der Inhaber mal antisemitische „Samisdate“ zum Lesen mitgeben wollte. Es muss in der Oberpfalz einen „rechten“ Tauschring geben, der über Getränkemärkte Hassschriften in Umlauf bringt.

        Wenn es um Samisdat geht, bin ich übrigens generell misstrauisch. Meine „baráti kapcsolat“, die mir in den frühen Achtzigern ungebeten „illegale“ Zeitschriften ins Haus brachte, ist heute bei Jobbik.

        Vermutlich ist Varga nur die Spitze des Eisbergs.

        Wer lässt schon privat so viele Domains registrieren?
        Echte Provokateure agieren eher mit Decknamen und müllen so die anständigen Politblogs voll. Würde ich mal meinen.

        Apropos Provokateure: Pfeifer schrieb jedes mal, die ungarischen Behörden wüssten, wer die kuruc Schmierer seien. Wusste Pfeifer, dass der Domain-Inhaber des Hetzportals nicht in Ungarn zu suchen sei?

        Whois LookupBelow is the report for the domain owner „BELA VARGA“.

        Our records show 10 currently registered domains and 18 previously registered domains with that search string in the WHOIS record. The oldest record in our archive for which your search string appears is for the domain FLASH2MOVE.DE and was captured on 02/26/2006. There are 3 unique nameservers used on the current domain list and 2 additional unique nameservers used on the historical list.

        Current Domain Report

        10 Current Domains
        4 .coms
        0 .nets
        6 other gTLDs
        0 ccTLDs

        Historical Data also available for purchase

        18 Historical Domains
        6 Historical .coms
        0 Historical .nets
        3 other gTLDs
        9 ccTLDs

  5. Nur ein Beispiel !!! :http://www.linkswende.org/5936/Juedische-Graeber-geschaendet-Die-einen-hetzen-die-anderen-handeln
    Bin ich gespannt, wann der Standard Orban Viktor dafür verantwortlich macht.

    noch was:http://www.nordkurier.de/cmlink/nordkurier/lokales/anklam/judischer-friedhof-geschandet-1.458906
    http://www.bild.de/regional/bremen/friedhoefe/juedischer-friedhof-von-nazi-ideoten-geschaendet-24707008.bild.html

    Ich könnte , leider ( ! ) , hier dutzende Fälle aus ganz Europa aufzählen. Darüber schweigt aber Ch.Ritterband ! Ja, zweierlei Maß !

    Bagoly mondja a verébnek, hogy nagyfülű !

    „Man möchte alles was unangenehm ist, wegschieben.“

  6. Ich will jier mit Sicherheit nicht das im Zweiten Weltkrieg erlittene Leid der Juden kleinreden oder oben beschriebenes verharmlosen, aber fällt wirklich keinem auf wie auch hier mit zweierlei Maß gemessen wird? Wenn Juden angepöbelt oder ein jüdischer Friedhof geschändet wird (schlimme Sachen!), dann weis das am nächsten Tag ganz Europa. Aber wenn in den Nachbarstaaten Ungarns Ungarn verprügelt werden, oder aus Läden geworfen werden oder ungarische Denkmäler geschändet werden, dann interessiert das kein Schwein. Dieserlei Dinge geschehen mittlerweile gefühlt wöchentlich (heute wurde in Nagyvárad mal wieder eine Ungarin handgreiflich aus einem Geschäft geworfen, das Denkmal )am Vereckei-hágó wurde erneut geschändet), aber ich kann mich nicht erinnern, dass das in westlichen Medien jemals thematisiert worden wäre oder gar ganze Bücher darüber geschrieben worden wäre. Sicherlich kommt den deutschen Medien vor dem historischen Hintergrund eine besondere Verantwortung zu wenn es darum geht, Antisemitismus zu thematisieren. Aber es ist unverhältnismäßig, dass Antimagyarismus überhaupt gar nicht angesprochen wird. Würde jemand in Deutschland eine Umfrage durchführen, würde er sicher feststellen, dass die Deutschen von dieser Problematik gar nichts wissen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass nichtjüdische Ungarn weniger wert sind als Juden. Und dann kann man vielleicht auch verstehen weshalb manche der Meinung sind, dass der jüdische Einfluss in der Gesellschaft zu groß wäre.

    Merken Pfeifer und Co. nicht, dass sie sich selbst keinen Gefallen tun wenn sie sich selbst derart aufspielen?

  7. Die NZZ und namentlich Charles Ritterband gehören meiner Meinung nach zu den gut informierten und in der Regel differenziert kommentierenden Beobachtern der ungarischen Politik. Auch dieser Artikel ist kein Grund, die Nerven zu verlieren oder wieder diese alte Leier von „zweierlei Maß“ anzustimmen. Die Hauptaussage ist zutreffend und überhaupt nichts Neues: antisemitische Vorfälle haben in den vergangenen Monaten in Ungarn zugenommen. Und die Regierung könnte insgesamt mehr dagegen tun. Auch das lässt sich nicht wegdiskutieren.

    Anfang 2011 (Marcali) gehört für mich durchaus noch zum Zeitraum „in den vergangenen Monaten“. Wahrscheinlich war in der Keystone-Datenbank einfach kein aktuelleres Bild, z.B. eins von der Friedhofsschändung in Szekesfehervár, vorhanden. Ein Defizit des Artikels besteht aber in der Tat darin, dass er nicht gleichzeitig darstellt, wie die Fidesz-Führung um ihren Ruf in der internationalen Gemeinschaft ringt, wie sie das Etikett des Antisemitismus abzustreifen versucht.

    Orbán hat mehrfach erklärt, dass er persönlich für „null Toleranz“ gegenüber Antisemiten stehe und der Staat die Sicherheit aller gesellschaftlichen Minderheiten garantieren werde. Áder hat sich nach dem Schweitzer-Vorfall mit einem offenen Brief an seine Landsleute gewandt usw. Diese Rhetorik sollte man nicht kleinreden, sondern als Maßstab für die tatsächliche Regierungspolitik nehmen und die führenden Politiker des Landes ggf. auch mal an ihre eigenen Bekenntnisse erinnern. Mindestens sollte ein guter Artikel in der NZZ diese Bekenntnisse überhaupt erwähnen.

    Die „Diplomatie“ Feldmájers (schreibt sich übrigens mit j nicht mit y!) überrascht mich nicht. Sein Verband Mazsihisz steht bekanntermaßen eher dem linksliberalen Lager nahe, während EMIH mit seinem Leitenden Rabbiner Köves eher dem konservativen Lager zuneigt. Trotzdem wäre es für Mazsihisz unklug, sich durch übertriebene Einlassungen mit der jetzigen Regierung völlig zu überwerfen. Die Religionsgemeinschaften in Ungarn brauchen den Staat genauso wie in Deutschland. Also betreibt man Realpolitik. Ausländische Scharfmacher („Antifa“) stören dabei nur das delikate Gleichgewicht.

    Schließlich noch eine letzte Anmerkung zu diesem Dauerbrenner von Paloc, dem Vergleich mit angeblichen Untaten der bösen Nachbarvölker an den bei ihnen lebenden ungarischen Minderheiten, für die sich kein westlicher Journalist interessiere. Ja, darüber soll man auch reden. Aber man sollte dabei nicht bewusst oder unbewusst einen Gegensatz zwischen „Juden“ und „Ungarn“ aufmachen. Die Juden in Ungarn sind mehrheitlich weitgehend säkularisiert und assimiliert. Sie fühlen sich in der Regel als Ungarn jüdischer Religion oder Ungarn mit einer besonderen einer jüdischen „Kultur“, ganz unabhängig vom Glauben an Gott. Da muss man keine künstlichen Gräben zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Ungarn ziehen.

    • Ungarnfreund,

      ich bin gegen Gleichsetzung, und auch die Erklärung Palóc´ von den Juden, die angeblich mehr wert sein sollen als andere Ungarn, halte ich für abgedroschen. Ich kenne diese Erklärung, sie erscheint mir weinerlich und unzutreffend. Ich teile Palócs Meinung hier nicht.

      Aber Ihre Aussage von

      „angeblichen Untaten der bösen Nachbarvölker an den bei ihnen lebenden ungarischen Minderheiten“

      finde ich wirklich nicht angemessen, und da bin ich vorsichtig in meiner Wortwahl, lieber Ungarnfreund. Es fängt schon damit an, dass Teile der slowakischen Politik den Begriff „ungarische Minderheit“, den Sie verwendeten, für nicht existent erachten.

      Palóc sprach nicht von „bösen“ Nachbarvölkern, sondern von Vorfällen, die es leider gibt. Und das seit 20 Jahren, was Sie zweifellos wissen, wenn Sie tatsächlich der Kenner der Materie sind, als der Sie sich hier gerieren. Daher meine Frage: Haben Sie schon mal vom „schwarzen März“ gehört? Wenn nicht, empfehle ich das hier zur Lektüre:

      http://hu.wikipedia.org/wiki/Fekete_m%C3%A1rcius

      Rumänien im Jahr 1990. Die ungarische Minderheit demonstriert für ungarischsprachige Bildung (Bildung in der Sprache der Minderheit ist in Ungarn selbstverständlich), als Reaktion darauf hetzt man ihnen – mit dem Placet der damaligen Regierungsparteien – rumänische Nationalisten auf den Hals, die Verwüstungen anrichten und Unruhen auslösen. Es waren übrigens nicht nur einmal die in Rumänien lebenden Zigeuner, die der ungarischen Minderheit in dieser traurigen Phase der Wende zu Hilfe kamen („Ne féljetek Magyarok, itt jönnek a Cigányok“). Ja, auch das sollte man wissen, wenn man von „angeblich bösen Nachbarvölkern“ redet…

      Es wäre also der Sache dienlich, wenn man als Ungarnfreund die Situation der Ungarn in den umliegenden Ländern weder bagatellisiert oder gar Hinweise darauf ins Lächerliche zieht.

      Gerade weil Sie stets den „wahren Kern“ hervorheben, wissen Sie sicher, dass es zu eben diesem „wahren Kern“ gehört, dass die ungarischen Minderheiten in Rumänien, der Slowakei und auch im ehemaligen Jugoslawien es nicht immer sehr leicht haben. Und als Spielball der dortigen Politik benutzt werden, siehe Slowakei. Es gibt unterschiedliche Erklärungen dafür, dass es ist, wie es ist. Die des Pester Lloyd ist die: Ungarn und (besonders) Fidesz ist schuld. Ich denke, es handelt sich um ein Ursachenbündel.

      Wie erklären Sie uns denn, dass es kaum den Willen gibt, das nicht immer ganz leichte Schicksal der ungarischen Minderheiten in den umliegenden Ländern einmal genauer zu betrachten? Passt nicht zum eingeführten Tonfall, würde ich vermuten: Da ist Ungarn der Störenfried in der Region (das schrieb Michael Frank 2010, die Ungarn hielten sich „in Sachen Kultur und Lebenskraft für ziemlich einzigartig“ – Zeichen von Sympathie oder eher Antipathie?). Ich kann mich an keinen Beitrag in deutschen Mainstream-Medien erinnern, der die Situation der ungarischen Minderheiten einmal vertieft thematisiert hätte. Der „wahre Kern“ ist: Ungarn als Opfer darzustellen, scheint manch einem politisch nicht korrekt. Am Ende könnte man die Leser ja verwirren…

      • HV, ich habe doch geschrieben, dass man auch über die Situation der ungarischen Minderheiten reden muss, nur eben nicht so, dass man reflexartig ein Problem gegen das andere in Stellung bringt. Außerdem gefällt mir diese „Wir-allein-gegen-den-Rest-der-Welt-Mentalität“ nicht. In der FAZ findet man durchaus gelegentlich Artikel über die Situation der Auslandsungarn. Ich erinnere mich sogar an ein Stück zum Fall Hedvig Malina – da kann man schon fragen: Wer will das in Deutschland eigentlich lesen? Haben wir als Einwanderungsland nicht selbst genügend „interethnische“ Spannungen?

        Dass die ungarischen Minderheiten die Aufmerksamkeitsschwelle in Deutschland eher selten überwinden, liegt vermutlich einfach in der Arbeitswirklichkeit unserer Medien begründet. In Ungarn spricht man selbst gern von ungarisch-ungarischen Beziehungen, die Drittstaaten eigentlich nichts angehen. Denke, selbst die ungarische Regierung legt keinen Wert auf „Vermittlung“ durch Drittstaaten. Nicht zuletzt sind die entsprechenden Akteure sprachlich gesehen ziemlich abgeschottet vom deutschen Medienmarkt. Ich würde da also nicht unbedingt eine bewusste Böswilligkeit deutscher Medienmacher unterstellen.

        Die Geschichte von den ungarischsprachigen Roma, die ungarischen Rumänen gegen rumänische Nationalisten zu Hilfe kamen, kannte ich übrigens schon. Gut, dass Sie mal darauf hinweisen: Neben den magyarischen Auslandsungarn gibt es in den Nachbarländern Ungarns auch noch eine nicht geringe Zahl von Roma, die ebenfalls Ungarisch als Muttersprache habe. Spannend für Interessierte und Völkerkundler – aber wohl leider nicht für die große Masse der Medienkonsumenten bei uns…

    • Sie vertauschen hier die Rollen. Gerade die, die über die Diskriminierung der ungarischer Juden berichten, gleichzeitig aber über die Diskriminierung nichtjüdischer Ungarn schweigen (ja, sie sogar kleinreden), sähen die Saat der Zwietracht. Gerade solche Leute machen einen Unterschied zwischen jüdischen und nichtjüdischen Ungarn. Ich fordere doch nur, dass man über jede Art der Diskriminierung im angebrachten Maß berichtet. Im Falle der ungarischen Minderheiten der Nachbarstaaten ist das leider nicht der Fall. Sicher gibt es dafür auch andere Beispiele, nur kenne ich mich mit diesen nicht aus (woran könnte das liegen, liebe Presse?). Ich vermute mal, das Basken ebenfalls Diskriminierungen ausgesetzt sind, so wie es die Moslems meiner Ansicht nach in Deutschland waren als diese unsägliche Kopftuchdebatte losbrach. Vermutlich gibt es noch viele, viele weitere Beispiele in Europa – die Ungarn sind keine Ausnahme und sicherlich nicht mehr wert als diese Ethnien oder religiöse Gruppen!, nur wird nicht darüber berichtet.

      Im Übrigen, Sie haben in der Vergangenheit Herrn Gy. in Schutz genommen und sich in derart geäußert, dass man mit Orbán vielmehr ins Gericht gehen müsste als mit Rumänien. Normalerweise würde ich mich mit diesem offensichlichen Verlust an Realitätssinn nicht weiter beschäftigen, aber angesichts dessen erscheint mir Ihr Nutzernamen wie der blanke Hohn… Hören Sie doch bitte auf, den großen Wohltäter zu geben.

      • Palóc, hier noch mal Post vom Wohltäter. Verzeihen Sie mir zunächst meine Prinzipientreue, die mich dazu bringt, diesen Forumnamen beizubehalten, den ich mir nun einmal zugelegt habe und den ich durchaus ernst meine.

        Wenigstens haben Sie ein klares Weltbild: Wer nicht gleich „Schlagt ihn tot!“ schreit, wenn es um Gy. geht, sondern die übliche Betrachtungsweise einmal, quasi zu Übungszwecken, in Frage stellt, den stempeln Sie gleich zum Gy.-Freund. Ich kann Ihnen versichern, dass mir der Mann mitnichten sympathisch ist und bestimmt nicht meine Stimme bekäme, wenn ich in Ungarn wählen könnte. Worauf Sie sich mit dem Rumänien/Orbán-Hinweis beziehen, weiß ich nicht. Wenn Sie mir die Stelle wörtlich und im Kontext zitieren, versuche ich Ihnen noch mal zu erklären, wie es gemeint war.

        Gut, dass Sie hier klargestellt haben, dass Sie mit Antisemitismus eigentlich nichts zu tun haben wollen. Aber dann denken Sie doch noch mal genau nach: Wieso fordern Sie eigentlich reflexartig mehr Aufmerksamkeit für das, was sie Anti-Magyarismus nennen, sobald es um Antisemitismus geht? Ich will Sie nicht in die rechtsextreme Ecke drängen, wenn Sie sich da nicht wohlfühlen. Aber denken Sie mal scharf darüber nach, wo Sie eigentlich stehen.

        Im Netz gibt es Bilder von Rechtsextremen bzw. verwirrten Omis in rechtsextremer Umgebung, die die Frechheit oder Dummheit besitzen, sich Judensterne anzuheften und so als die heute eigentlich verfolgte und ausgegrenzte Minderheit darzustellen. Pusztaranger nennt das klassische Täter-Opfer-Umkehr: http://pusztaranger.wordpress.com/2009/11/27/ultrarechte-davidsterne/ Wollen Sie zu solchen Leuten gehören?

  8. Ich bin nicht überrascht, dass hier jemand nicht das Leid der Juden (merken wir, die Juden, die die Horthy Administration nach Auschwitz-Birkenau geschickt haben, waren keine Ungarn, sie waren Juden und sonst nichts) kleinreden wollte.
    Ja es ist dieses Relativieren, das die rechtsextreme „Argumentation“ auszeichnet “ Es drängt sich der Verdacht auf, dass nichtjüdische Ungarn weniger wert sind als Juden. Und dann kann man vielleicht auch verstehen weshalb manche der Meinung sind, dass der jüdische Einfluss in der Gesellschaft zu groß wäre“.
    Palóc gebührt Dank, dass er dies so klar und unmißverständlich hier ausdrückt und natürlich HV auch, der das publiziert.

    • Herr Pfeifer, ich werde Ihnen das jetzt zum letzten Mal erklären: wenn ich etwas gesagt haben sollte, das missverständlich ist, dürfen Sie gerne nachfragen was ich meinte. Sie dürfen sogar meine Beiträge inhaltlich kritisieren. Aber legen Sie mir gefälligst nicht Dinge in den Mund die ich nicht gesagt habe (versuchen Sie bitte Ihre Unterstellung mit Textbelegen zu untermauern!)! Ich habe ausdrücklich gesagt, dass ich das Leid der Juden im zweiten Weltkrig NICHT kleinreden will. Ich habe auch gesagt, dass Antisemitismus ein Problem ist (s. „schlimme Sachen“). Ich habe sogar zugestanden, dass sich deutsche Medien mit Antisemitismus mehr befassen als mit Antimagyarismus. Ich habe NICHT gesagt jüdische Ungarn wären keine Ungarn, nur, dass über die Diskriminierung nichtjüdischer Ungarn nicht berichtet wird – wären es jüdische Ungarn, würden Sie schon dafür sorgen, dass man vom neuerlichen Antisemitismus hört. Ich betone nocheinmal: über Antisemitismus aufzuklären ist richtig. Ich habe auch mit keinem Wort behauptet, dass ich selbst denken würde, der jüdische Einfluss auf die Gesellschaft sei zu groß, ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass dies für viele der logische Schluss ein wird.

      Nennen Sie mir doch einen Fall aus den letzten 10 Jahren, indem ein europäischer Staat Antisemitismus betrieben hat so wie es die slowakische Regierung mit dem Antimagyarismus im Falle Hedvig Malina tat. Und wenn Sie einen finden, dann können wir gerne die Auseinandersetzung damit in den europäischen Medien mit dem des Falles Hedvig Malina vergleichen. Sie können sagen was Sie wollen, es kann nicht recht sein, dass ein derart großer Unterschied gemacht wird.

      Im Übrigen, genau diese Reaktion habe ich genau von Ihnen genau so erwartet. Weil das Ihre Art ist: den Gegenüber mit Unterstellungen zu dämonisieren statt sich mit dem Inhalt auseinaderzusetzen. Ein Armutszeugnis für einen Journalisten!

  9. Der Antisemitismus in Ungarn nimmt zu???
    Nun, da möchte ich mal die Kommentare sehen, wenn es nicht die Israelische Fussballmannschaft gewesen wäre, die sich in der Budapester Synagoge „ein wenig daneben „benommen hat
    Ich vermisse Berichte über den Vorfall in den Blättern, die doch sonst so schnell sind mit der Berichterstattung wenn es Ungarn betrifft.

    Nachtrag:Ich hoffe der Beitrag erscheint nicht 2x, leider spinnt mein Funkinternet mal wieder

  10. Palóc, ich habe Sie schon richtig verstanden. Thema war Charles Ritterbands Artikel in der NZZ, der sich mit Ungarn auseinandersetzt. Wenn Sie versuchen, diesen zu relativieren, dann verwenden Sie nolens-volens ein rechtsextremistisches Argumentationsmuster, das häufig in Ungarn gebraucht wird. HV hat Sie auch kritisiert. Ich nehme also nichts zurück.
    Was soll der Hinweis hier auf die slowakische Regierung, die angeblich oder wirklich Ungarn diskriminiert? Das kann nur als Relativierung undAblenkungsversruch gewertet werden. Und ich kenne sehr gut die rechtsextreme Mantra in Ungarn, vom Ungarnhaß und von den armen Ungarn, die in ihrem eigenen Land vom Haß leiden.

      • Ja Balazs, vergleichen ist zulässig aber nicht relativieren.
        In Rumänien gibt es einen sozialdemokratischen Minister, der den Holocaust geleugnet hat.
        http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/13736
        Man kann also Ungarn mit Rumänien vergleichen und mit Recht behaupten in Ungarn gibt es keinen solchen Minister.
        Man kann aber nicht den real in Ungarn existierenden Antisemitismus – siehe z.B. jetzt den Skandal einer geplanten Theatervorführung eines antisemitischen Stückes von István Csurka im Neuen Theater – damit relativieren, dass man auf realen oder eingebildeten Ungarnhaß verweist.
        Ich denke, es ist auch nicht sehr intelligent, wenn man der NZZ Ungarnfeindlichkeit oder Linkslastigkeit andichtet.

    • Nein, Sie haben es eben nicht verstanden. Der Punkt ist, dass ich den oben erwähnten Artikel nicht relativieren will, ich wundere mich bloß, dass die Situation der Ungarn so gut wie nie thematisiert wird, obwohl es sich doch auch um Diskriminierung einer ethnischen Minderheit handelt. Objektiv betrachtet, ist doch dort kein Unterschied, ob (nichtjdüsche) Ungarn oder Juden (ungarische oder nichtungarische) diskriminiert werden, oder? Und nein, ich erwähne den Fall in der Slowakei nicht um den Artikel der NZZ zu relativieren, ich wollte nur wissen warum dieser Fall in der deutschen Presse nie thematisiert wurde, obwohl hier die Ausmaße bis in die höchsten Ebenen des slowakischen Staates reichen (Fico…). Anders ausgedrückt: wenn der slowakische Ministerpräsident Druck ausübt um den Fall unter den Teppich zu kehren und das Opfer zu diffamieren, dann handelt es sich eindeutig nicht mehr um eine Bagatelle.

      • Nachtrag: ob HV mir zustimmt oder nicht, ist mir nicht sonderlich wichtig. Er ist ja nicht Gott (so wie ich auch nicht), also wer sagt, dass er immer Recht hat?

  11. @Ungarnfreund: Hier der Beleg zu Ihrer Einschätzung Rumänien / Orbán: „Nichts für ungut, aber dieser Artikel ist ein ziemlicher Schmarren. Als ich die Überschrift las, vermutete ich zunächst, dass der Autor sich darüber beschweren wolle, dass Ungarn nicht genauso hart angepackt wurde, wie es jetzt mit Rumänien geschieht. Ich hatte schon ein paar relativierende Sätze in den Fingerspitzen. So was wie: “Naja, die Vorgänge in Rumänien sind schon ein bisschen krasser als das, was wir in Ungarn erlebt haben. Da ist auch eine andere Tonart angebracht.” Aber dann lese ich, dass der Autor das genaue Gegenteil behauptet: Rumänien würde im Vergleich zu Ungarn zu weich angepackt.“

    Ich gehe jetzt hier nicht noch einmal auf Ihren Versuch ein, mich in die antisemitische Ecke zu stellen – nur so viel: wie gestört ist Ihre Wahrnehmung, wenn Sie einen Vergleich zwischen mir und einen Haufen von demonstrierenden Rechtsextremen anstellen, nur weil ich in einem Beitrag poste in dem es um das Aufklärung über Diskriminerung poste, weil ich erreichen möchte, dass auch über anders geartete Diskriminierung berichtet wird. Das ist auch nicht der erste solche Beitrag hier seit dem ich Hungarian Voice lese bzw. hier schreibe. Ich bin mir sicher: bisher habe ich mein Anliegen noch nicht vorgetragen, also inwiefern habe ich reflexartig geschrieben? Ich rufe auch nicht zum Mord an Gy. auf, ich stelle nur fest, dass er einfach ein ausnahmslos schlechter Ministerpräsident war und Sie ihn trotzdem noch als Opfer darstellen.

    • Danke zunächst, Palóc, für das Zitat bezüglich Ungarn / Rumänien. Aus diesen Zeilen schließen Sie tatsächlich, dass ich der Meinung sei, „dass man mit Orbán viel mehr ins Gericht gehen müsste als mit Rumänien“? Sorry, kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Um es auch für Sie noch mal festzuhalten: Was ich über das Thema Politik und Rechtsstaatlichkeit in Rumänien, bspw. den dortigen Umgang der Regierung mit dem Verfassungsgericht lese, toppt entsprechende Nachrichten aus Ungarn um Längen. Ich bin genau der Meinung, die in der o.g. zitierten Pressemeldung der europäischen Grünen zum Ausdruck kommt: Solche Vorgänge müssen auf EU-Ebene unabhängig von der Zugehörigkeit zu einzelnen Parteifamilien untersucht, bewertet und möglichst geahndet werden.

      Und dann noch eine Abschlussbemerkung zum Thema Antisemitismus / Antimagyarismus. Ich will Sie mitnichten in die antisemitische Ecke drängen. Ich will Ihnen zur zeigen, wie schräg die Sache wird und in welche Gesellschaft man sich begibt, wenn man Ihre Argumentationsmuster auf die Spitze treibt. Sie ziehen meiner Meinung nach künstliche Grenzen zwischen „Ungarn“ und „Juden“ und setzen sich des Verdachts der Relativierung aus, wenn Sie als Reaktion auf einen Artikel über Antisemitismus in Ungarn, das Thema Antimagyarismus bringen. Man stelle sich vor, es erschiene eine Untersuchung über Antisemitismus oder meinetwegen Islamophobie in Deutschland und jemand forderte dann als Reaktion darauf, endlich auch mal das Thema „Deutschenfeindlichkeit“ zu bearbeiten. Das ist einfach abwegig.

      Ich glaube, dass Sie ein Opfer der in regierungsnahen Kreisen in Ungarn allgegenwärtigen Formel vom „Messen mit zweierlei Maß“ geworden sind. Ihre Auffassungen zu Antisemitismus / Antimagyarismus und Ungarn / Rumänien zeigen das sehr deutlich. Ich halte das für eine reine Nebelkerzentaktik: Man zeigt auf Problem B, weil man sich mit Problem A nicht auseinandersetzen will, und erklärt ausländische Beobachter ganz en passent unwissend und voreingenommen. Nicht sehr überzeugend, aber sehr durchsichtig, das ganze Spiel.

      • Nun, daher können wir ja froh sein, dass wir Sie und Herrn Pfeifer haben. Sie beide garantieren, dass alle bestehenden Probleme von allen Seiten objektiv beleuchtet werden 😀 … vielleicht sollten Sie das mit den „ausländischen Beobachtern“ nicht so persönlich nehmen und auf sich beziehen. Wahrer Kern, Sie verstehen.

  12. Palóc: „Wenn Juden angepöbelt oder ein jüdischer Friedhof geschändet wird (schlimme Sachen!), dann weis das am nächsten Tag ganz Europa. Wenn Juden angepöbelt oder ein jüdischer Friedhof geschändet wird (schlimme Sachen!), dann weis das am nächsten Tag ganz Europa.“

    Wirklich?

    Hier kann man sehen, was bei einem Fußballspiel in Budapest passierte, als die israelische und als die ungarische Hymne gespielt wurde. Das war am Mittwoch (15.8.2012)
    http://dotoho.blog.hu/2012/08/17/ki_nem_ugral_budos_zsido

    • Herr Pfeifer, der Artikel, den Sie hier verlinkt haben hat für mich zwei traurige, allerdings keineswegs überraschende Erkenntnisse:
      1) Während des Länderspiels Ungarn gegen Israel gab es in Teilen der ungarischen Fans antisemitische Sprechchöre. Auf den Videoaufnahmen, die über die Sprechchöre ins Internet gestellt sind, sind mal Dutzend bis einige Dutzende Fans zu sehen und zu hören, die antisemitische Parolen skandieren. Die Aufnahmen sind aus der Nähe wahrscheinlich mit einem Handy gemacht worden. Darüber, ob die Sprechchöre auch in der Fernsehübertragung zu hören waren, habe ich im Internet widersprüchliche Informationen gefunden.
      2) Das Thema wird vom Autor des Artikels aber gleich missbraucht: er stellt die Verbindung zwischen den paar Dutzend Primitiven im Fußballstadion und den Unterstützern der ungarischen Olympiamannschaft in London her.

      Erik Bánki, Parlamentsabgeordneter von Fidesz und Mitglied des Präsidiums des Ungarischen Fußballbundes hat den Vorfall verurteilt. Der Ungarische Fußballbund wird sich mit der Angelegenheit in der nächsten Sitzung befassen.
      http://hvg.hu/sport/20120818_Zsidozas_a_magyarizraeli_meccsen_az_MLSZ_

      • Offenbar war Karl Pfeifer noch nie in einem italienischen oder deutschen Fußballstadion. Da wurden farbige Spieler mit Bananen beworfen oder mit Affengeschrei beleidigt. Nazigebrüll ist dort auch zu hören. Ein italienischer Fußballspieler hatte gar „Dux“ auf seinen Oberarm tätowiert. Das sind traurige Vorfälle, die es in ganz Europa gibt. Unverzeihlich und schäbig, aber leider nicht selten. Keiner kam bislang auf die Idee, dafür ein ganzes Land verantwortlich zu machen. Ich als Deutscher würde es mir jedenfalls verbiten, mit solchem Gesocks in einen Topf geworfen zu werden. Und um es vorweg zu nehmen: Ich glaube auch nicht, dass Orbán oder Áder sich wegen dieser paar Nazideppen zu Wort melden müssen.

      • An HV: Grundsätzlich stimme ich zu, dass man das Verhalten von Fußballfans nicht generalisieren und auf eine ganze Nation übertragen sollte. Wenn es doch geschieht, kann es dafür nachvollziehbare Gründe geben. Sie lieben ja meine irgendwann mal benutzte Rede vom „wahren Kern“. Also dann noch einmal auf dieser Klaviatur, verbunden mit Ihrem Argument von der unterschiedlichen innenpolitischen Reife:

        Wenn man Deutschland heute nicht mehr als Ganzes für Nazisprüche von ein paar Fußballfans verantwortlich macht, dann ist das ein Ergebnis jahrzehntelanger politischer und zivilgesellschaftlicher Entwicklungen. Man vertraut uns offenbar. Man weiß, dass es eine breite Abwehrfront von Regierung, Parlament, Kirchen, Vereinen gegen rechtsextreme Umtriebe gibt.

        Ungarn als vergleichsweise junge Demokratie genießt ein solches automatisches internationales Vertrauen noch nicht, sondern muss sich dieses Vertrauen — auch angesichts der Tatsache, dass die Rechtsextremen drittstärkste politische Kraft im Land sind — erst noch erarbeiten.

      • Dass Ungarn sich gewisses Vertrauen erst erarbeiten muss, ist durchaus richtig. Ich zweifle nur daran, dass gerade Deutsche und Österreicher aufgrund ihrer eigenen Geschichte und der keineswegs lupenreinen Erinnerungskultur in diesen Ländern nach 1945 dazu berufen sind, den Oberlehrer zu spielen. Ich habe da zu oft den Eindruck, man wolle auf andere zeigen, um sich selbst als positives Beispiel hervor zu heben. Ungarn als demokratisches Kleinkind zu behandeln, ist reichlich respektlos – insbesondere wenn man selbst im warmen Lüftchen der Freiheit aufwachsen durfte.

        Wenn Ungarn genau so lange braucht wie Deutschland, um seine Geschichte aufzuarbeiten, dann kann man getrost kritisieren. Nicht aber in diesem Tonfall schon 22 Jahre nach der Wende. Im Jahr 1967 war in der BRD nämlich noch gar nichts von Aufarbeitung zu sehen. Das wissen Sie, wenn Sie diejenigen fragen, die damals zur Schule gingen.

      • Es mag so sein, dass Deutsche oder Österreicher vom nationalen Lager in Ungarn seinen Freunden schnell als Besserwisser oder als „traumatisiert“ und deshalb nicht ganz ernst zu nehmen abgetan werden, wenn sie sowas wie Lehren aus der Vergangenheit ins Gespräch bringen. Ich persönlich mag das Etikett der „Aufarbeitungsweltmeister“, das man uns oft sogar wohlmeinend anhängt, aus genau diesem Grund nicht.

        Unsere Geschichte lässt uns rechtsextreme Entwicklungen auch in anderen Ländern verhältnismäßig stark wahrnehmen und bewerten. Aber die Behauptung, dass hier jemand Ungarn runtermachen will, um sich als Deutscher oder Österreicher besser zu fühlen, ist für die große Mehrheit der Kommentatoren bestimmt unzutreffend. Man sollte allerdings seitens des „Westens“ stärker versuchen, diese „ungarische Seele“ besser zu verstehen.

        Das fällt freilich manchmal ziemlich schwer. Wir hatten das Thema hier schon: Ich finde z.B., dass Holocaust-Überlebende eine wichtige Funktion haben, vor Fehlentwicklungen in Politik und Gesellschaft zu warnen. Sie dürfen dabei auch mal übertreiben, den Teufel an die Wand malen oder politisch unkorrekte Redeweisen führen. Das muss eine Gesellschaft einfach aushalten können.

        Stattdessen beschimpft man diese Leute als vaterlandslose Nestbeschmutzer. Mit welchem Vaterland sollen sie sich denn bitteschön identifizieren? Imre Kertész sagte mal in einem Interview sinngemäß, dass es ihm ja Leid tue, dass er das Klischee vom heimatlosen Juden erfülle. Aber er habe eben nie die Chance bekommen, sich in Ungarn heimisch zu fühlen. In der Sprache vielleicht, aber nicht in der Gesellschaft. Jetzt wohnt er auf seine alten Tage lieber in Berlin als in Budapest – ist doch verrückt!

      • „Ich finde z.B., dass Holocaust-Überlebende eine wichtige Funktion haben, vor Fehlentwicklungen in Politik und Gesellschaft zu warnen. Sie dürfen dabei auch mal übertreiben, den Teufel an die Wand malen oder politisch unkorrekte Redeweisen führen. Das muss eine Gesellschaft einfach aushalten können.“

        Ja und nein, finde ich. Warnen ja, gerne auch überspitzt, was mit der subjektiven Erfahrung zu tun haben kann. Eine wichtige Rolle? Stimmt, und zwar uneingeschränkt! So lange die Opfer noch leben, sollen sie ihr Wissen weitergeben. Bald sind sie leider nicht mehr.

        Nur: Wenn man den Teufel an die Wand malt oder politisch unkorrekte Redeweisen führt, muss man das Echo der heutigen Generation abkönnen. Wir haben es in der Mehrheit nicht mehr mit Tätern zu tun, und da es keine Kollektivschuld nachfolgender Generationen gibt, darf man auch widersprechen. Teile dieses „Echos“ sind unerträglich, sehr oft (z.B. von Jobbik oder kuruc) ist es auch gar kein Echo, sondern aktive Hetze. Dieses Gesindel wird es immer geben, befürchte ich.

        Aber Kritik ist zulässig, Holocaust-Überlebende sind ja bekanntlich keine unfehlbaren oer gar unantastbaren Menschen. Man darf ihre Aussagen und Handlungen kritisieren, man muss auch nicht allem Verständnis entgegenbringen. Gerade wenn sie sich exponieren und in der Politik mitmischen. Beispiel: György Konrád ist in seiner politischen Starrköpfigkeit und Intoleranz m.E. beinahe unerträglich, er meint, in politischen Fragen moralisieren zu können und grenzt die, die nicht seiner Meinung sind, aus. Er ist das, was er Orbán vorwirft. Warum, mit welchem Recht? Etwa weil er Holocaustüberlebender ist? Das gibt ihm m.E. nicht das Recht, offen zum Boykott Ungarns aufzurufen mit dem Ziel, die Regierung zu stürzen („Viktor Orbán ist ein schlechter Mensch“). Der Holocaustüberlebende Konrád ist eben auch der ehemalige SZDSZ-Politiker Konrád.

        Aus den o.g. Gründen teile ich z.B. Ihre Auffassung zum Heller-Auftritt in Brüssel nicht. Sie zeigten beinahe unbegrenztes Verständnis, ich hingegen sage, dass Ágnes Heller dort nicht zur Wahrheitsfindung beitrug. Man darf, auch ohne sich dem Vorwurf des Rechtsextremismus oder Antisemitismus bieten lassen zu müssen, sagen: Heller sagte die Unwahrheit, sie betrieb Propaganda. Sie hat für mich keinen Glaubwürdigkeitsvorsprung in der Tagespolitik. Damit greife ich sie nicht als Jüdin an, sondern als Person des öffentlichen Lebens. Und das zu sagen, hat nichts mit fehlendem Respekt vor ihrer Lebensgeschichte und auch philosophischen Lebensleistung zu tun. Denn selbst TGM sagt: „Heller hat in politischen Fragen nur selten Recht“. Und TGM Antisemitismus vorzuwerfen, wäre schon reichlich bizarr …

        Ich hoffe, ich konnte meine Sichtweise verständlich machen. Das Ziel ist dann erreicht, wenn zwei Spezies der Vergangenheit angehören: Einerseits die, die Kritik antisemitisch formulieren und am Judentum anstelle der Taten des Gegenüber festmachen. Und andererseits die, die denken, Juden gegen jede Art von Kritik verteidigen zu müssen, und zu diesem Zweck auch gerne mal den undifferenzierten Vorwurf erheben, es handle sich um Antisemitismus; diejenigen, die den Antisemitismusvorwurf verwenden, den Gegenüber unmöglich zu machen. Zwei Seiten einer Medaille. Zwei Extreme, mit denen ich nichts zu tun haben will.

      • HV schreibt: „Wenn Ungarn genau so lange braucht wie Deutschland, um seine Geschichte aufzuarbeiten, dann kann man getrost kritisieren. Nicht aber in diesem Tonfall schon 22 Jahre nach der Wende. Im Jahr 1967 war in der BRD nämlich noch gar nichts von Aufarbeitung zu sehen. Das wissen Sie, wenn Sie diejenigen fragen, die damals zur Schule gingen.“

        Ich bin bei Wikipedia zufällig auf die Schriftstellerin Agnes Miegel gestoßen. Ihre Biographie erinnerte mich an einige Diskussionen, die ich hier bei HungarianVoice verfolgt habe. Stichwort Vergangenheitsbewältigung in Deutschland und Ungarn, Stichwort József Nyírő… Einige interessante Passagen:

        Bekannt wurde Miegel besonders mit ihrer Ballade Die Frauen von Nidden, In ihrer Heimatlyrik verarbeitete sie insbesondere ostpreußische Bezüge und wurde oft als „Mutter Ostpreußens“ bezeichnet.

        Während der Zeit des Nationalsozialismus war Miegel eine Verehrerin Adolf Hitlers. Dem Nationalsozialismus gegenüber bezog sie eine unkritische und befürwortende Haltung, und hat sich auch nach 1945 nicht von dieser distanziert. 1939 nahm sie das Ehrenzeichen der Hitlerjugend entgegen; 1940 wurde sie Mitglied der NSDAP. Ihre Einstellung wird an glorifizierenden Hymnen auf Adolf Hitler (unter anderem in Bühners Anthologie Dem Führer, 1938, einem Gedicht An den Führer, 1940) und einer Hinwendung zu Blut-und-Boden-Themen deutlich.

        Nach 1945 schrieb Agnes Miegel zu ihrer Verstrickung in den Nationalsozialismus: „Dies habe ich mit meinem Gott alleine abzumachen und mit niemand sonst.

        In der Nachkriegszeit war Miegel Namensgeberin für Schulen in Düsseldorf, Osnabrück, Wilhelmshaven und Willich sowie für Straßen, Wege und Plätze in mehreren deutschen Städten. So wurde zum Beispiel 1959 im Wilhelmshavener Stadtteil Fedderwardergroden, in dem sich nach dem Krieg Tausende Vertriebene angesiedelt hatten, eine Realschule nach ihr benannt – „aus Dankbarkeit für die unvergänglichen Werke der Dichterin und zugleich als Ausdruck unlöslicher Verbundenheit mit dem deutschen Osten“, wie es auf der Widmungsurkunde zu lesen ist. Die Deutsche Bundespost gab 1979 eine Briefmarke als Sondermarke zu ihrem 100. Geburtstag heraus.

        In neuerer Zeit kommt es in einigen Städten auf Grund der Haltung der Autorin zum Nationalsozialismus zu Umbenennungsbestrebungen.

        Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki nahm 2005 drei ihrer Balladen in den fünften Teil seiner Anthologie Der Kanon unter der Rubrik Die deutsche Literatur. Gedichte auf: Die Schwester, Die Nibelungen und Die Frauen von Nidden.
        http://de.wikipedia.org/wiki/Agnes_Miegel

  13. Hungarian Voice, ich habe konsequent und durchgehend von ungarischen Behörden geschrieben und nicht von Staatsanwaltschaft wie Sie behaupten, das kann jeder der meine Stellungnahmen hier nachliest überprüfen. Und zu den Behörden gehört die breite Palette derjenigen, die sich damit zu befassen haben wie z.B. Polizei, Sicherheitsdienst und Staatsanwaltschaft.
    Anscheinend im Gegensatz zu Ihnen halte ich diese ungarischen Behörden nicht für total unfähig, die von mir darüber aufgeklärt werden müßten, wer die kuruc Schmierer sind. Wenn sie es nicht tun, dann vermute ich politische Gründe, weil man es sich doch nicht mit einem potentiellen Koalitionspartner 2014 (Mit Jobbik) verderben will.

    HV niemand veurteilt ganz Ungarn wegen der Bagage, die das Spielen der israelischen Hymne gestört hat. Und mir ist bekannt, welche Ausschreitungen in verschiedenen Ländern Fußballhooligans sich leisten.

    Ich bin der grundsätzlichen Meinung, dass man während einer Hymne aufsteht und sich ruhig verhält. Das habe ich auch ausgedrückt, als einige Politiker bei der ungarischen Hymne nicht aufgestanden sind in Regensburg.

    Wenn also der ungarische Fußballverein sich damit befaßt und Maßnahmen ergreift, dann ist das zu begrüßen.

    http://derstandard.at/1345164527564/Antisemitische-Ausfaelle-in-Budapest-bei-Match-Israel-Ungarn

    • Geschenkt, dann eben Behörden. Ändert nichts daran, dass Sie behaupteten, die Behörden würden die kurucschmierer kennen und dadurch den Eindruck erweckten, man würde dieses Pack vorsätzlich gewähren lassen. Dabei vermuten Sie nur…wie so oft. Also wieder einmal im Zweifel gegen den ungarischen Angeklagten 🙂 .

      • „Also wieder einmal im Zweifel gegen den ungarischen Angeklagten“

        Und mit der der boshaften Unterstellung, „man“ wolle es sich doch nicht mit dem potentiellen Koalitionspartner Jobbik verderben.

    • Sehen Sie, der Standard berichtet schon, Sie haben den Beweis selbst geliefert. Wie gesagt, soll der Standard ruhig berichten, obwohl ich mich im vorliegenden Fall den Ausführungen von HV und Halász János anschließe – wobei ich mich dennoch dafür geschämt hätte, wäre ich dort gewesen.

      Zu weiteren Stellungnahmen von Ungarnfreund weiter oben. Sie werfen mir vor, ich würde eine künstliche Grenze zwischen Juden und Ungarn ziehen – das tue ich nicht. Die Religion eines Menschen ist mir egal und damit ist auch ein jüdischer Ungar ein Ungar. Defakto ziehen aber diejenigen eine künstliche Grenze, die über die Diskriminierung der einen berichten, aber nicht über die der anderen – das habe ich bereits ausgeführt.
      Wenn SIe der Ansicht sind, dass die ethnischen Spannungen in den Nachbarstaaten Ungarns für den deutschen Leser nicht interessant genug sind, dann haben Sie die Zündkraft der Situation nicht verstanden. Wie HV Ihnen bereits geschildert hat, hat es in Siebenbürgen bereits Straßenschlachten und Opfer gegeben – wer sagt, dass dies nicht wieder geschehen kann? Gerade unter den instabilen politischen Verhältnissen in der Ukraine und Rumänien. Selbst wenn zunächst nur in einem der NAchbarn Unruhen ausbrechen, kann sich das wie ein Lauffeuer verbreiten und dann haben Sie einen multilateralen Konflikt. Mal abgesehen davon, dass hier ein zweites Südtirol entstehen kann. Auch dort hat der Westen zunächst weggeschaut und erst als die Leute zu den Waffen griffen, konnte das Problem durch westlichen Einfluss gelöst werden – welche Lehren ziehen wir also aus Südtirol? Wenn der Westen weiterhin wegschaut, muss er sich hinterher vorwerfen lassen, dass das Blut der Opfer auch an seinen Händen klebt.
      Sie mögen meine Ausführungen für hemmungslose Übertreibungen halten, aber ich bleibe bei meiner Ansicht – ein Funke genügt! Darüberhinaus denke ich, dass es für deutsche Leser ohnehin für Interesse sein sollte, wenn sich eine Regierung in der EU an Diskriminierung beteiligt, denn das verletzt tatsächlich europäische Werte.

      • An Palóc: Denke, wir haben unsere Punkte gemacht und sollten uns nicht ewig gegenseitig belöffeln. Hoffe selbstverständlich mit Ihnen, dass es nicht zu einer Eskalation in Siebenbürgen oder anderswo kommt. Halte aber an meiner Auffassung fest, dass nicht unbedingt „böser Wille von Journalisten“ oder „zweierlei Maß“ dafür verantwortlich zu machen sind, dass über Probleme der ungarischen Minderheiten in Drittländern relativ wenig in der deutschen Presse zu lesen ist. Halte das eher für eine normale Medienlogik, nach dem Motto „Was geht es uns an?“ Für das Schicksal von Juden weltweit besteht aus historischen Gründen einfach ein sehr viel größeres Interesse in Deutschland. Ist einfach so.

  14. HV im Gegensatz zu Ihnen halte ich die ungarischen Behörden nicht für total unfähig und glaube, dass diese doch wissen müssen, was in Ungarn vorgeht. Die Argumentation, dass das Problem von den USA gelöst werden könnte, ist wohl das schwächste Argument, das je von Orbán gebraucht wurde.
    Vergleichen wir doch diesmal mit der österreichischen neonazi Website Alpen-Donau, der auch einen Server in den USA hatte.
    Zunächst wollten sich die österr. Behörden auch auf die USA ausreden. Heute stehen die Macher dieser Website vor dem Gericht in Wien. Wenn es also politisches Interesse gibt, dann können die Behörden rasch zugreifen.
    Wenn es aber kein politisches Interesse gibt, dann machen die beide Augen zu.
    Also wer in Bugac bei der Kurultaj Zusammenrottung mit Jobbik kungelt, bei einer Tagung in Transsylvanien das gleiche tut mit Jobbik Abgeordneten, dem wird man politische Absicht unterstellen dürfen.

    • „Csapás helyett manipuláció“

      Vielleicht sollte man in Sachen Glaubwürdigkeit zuallererst eine Expertise zum Beispiel des Instituts für Glaube und Wissenschaft einholen.
      http://www.iguw.de/

      Ich meine, wenn einer glaubt, dass andere etwas wissen müssten, weil er glaubt, dass sie es wüssten, dann können bei dem doch nur noch ganz Ausgebuffte, Experten eben, helfen.

      Ich zum Beispiel glaube, dass die Schriften, die auf diesem Blog unter dem Namen „Karl Pfeifer“ veröffentlicht werden, nicht nur einem einzigen Verfasser zuzuordnen sind. Ob es so ist, weiß ich nicht. Aber ich halte es für merkwürdig, dass „Karl Pfeifer“, wenn er seine Tage hat, fehlerfrei Deutsch kann. Und es ist auffällig, dass dem selben „Karl Pfeifer“, der sich im ungarischen Hetz-TV einmal dafür entschuldigte, nicht richtig ungarisch zu können, gelegentlich fette Interferenzfehler unterlaufen, Fehler, wie ich sie nur von Dalos oder Konrád kenne. Manchmal, wenn „Karl Pfeifer“ so seine Tage hat und manchmal, wenn er sie eben nicht hat, werden unter diesem Namen Texte veröffentlicht, in denen es vor Interferenzfehlern nur so wimmelt und von denen ich dann immer das große Staunen kriege.

      Ich weiß, dass ich den geneigten Leser mit meinem Wissen jetzt überfordert habe. Ich glaube aber, dass ein jeder Muttersprachler, den es betroffen macht, wenn unter dem Namen „Karl Pfeifer“ die Glaubwürdigkeit ungarischer „Behörden“, insbesondere aber der Redlichkeit der ungarischen Regierungspartei „Fidesz“ in Frage gestellt wird, Fehler auf der morpho-syntaktischen Ebene von Texten, die unter dem Namen „Karl Pfeifer“ veröffentlicht wurden, stutzig machen sollten. Der kontrastive Ansatz ermöglicht es, aufgrund typischer Interferenzfehler aufzudecken, ob ein deutschsprachiger Text z.B. von einem Verfasser stammt, der Ungarisch als Muttersprachler spricht, oder eben nicht

      Weil aber das Sprechen einer Fremdsprache so ist, wie das Leben mit einer Körperbehinderung, glaube ich, nein, weiß ich, dass es sich nicht verbergen lässt, wer man wirklich ist.

      Ich finde es immer komisch, wenn die blinden Bettler im Portal des Regensburger Doms am Ende eines langen Arbeitstages die dunkle Brille absetzen, um die Scherflein zu zählen, mit denen die Empathie ihrer Mitmenschen zu ihrem Elend beigetragen hat.

      An der Glaubwürdigkeit des im Jahre 2009 vom Bielefelder autonomen AJZ (Arbeiter-Jugend-Zentrum) ausgeladenen Holocaust-Überlebenden und ausgewiesenen Kenners der ungarischen Nazi-Szene mag ich jedenfalls nicht zweifeln.

      Ich zweifele lediglich an, dass die unter dem Namen „Karl Pfeifer“ veröffentlichten Texte immer von ein und demselben Autor stammen. Und ich glaube, dass es einen Schnittpunkt zwischen den Autoren gibt, die den Namen „Karl Pfeifer“ und „omar chamra“ oder „Karoly“ benutzen. Ich halte, wie die Autoren, die die deutschsprachige Welt unter den Namen „Karl Pfeifer“ und „omar chamra“ über Ungarn aufklären, „die ungarischen Behörden nicht für total unfähig und glaube, dass diese doch wissen müssen, was in Ungarn vorgeht“. Ja, ich glaube sogar, dass es in den „ungarischen Behörden“ Leute geben muss, die wissen, was in zionistischen Kreisen z.B. auch in Wien und Budapest so alles vor sich geht. Jedenfalls glaube ich nicht, dass die Glaubwürdigkeit Wiener Zionisten höher zu bewerten sei, als die Glaubwürdigkeit von ungarischen Politikern, wie Csanád Szegedi
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/ungarn-jobbik-abgeordneter-szegedi-entdeckt-juedische-wurzeln-a-850342.html
      oder Ferenc Gyurcsány.

      Und bis jetzt habe ich noch gar nichts über die Aktivitäten ungarischer Top-Leute, wie dem Notenbankpräsidenten oder dem Hoffnungs- und Sympathieträger Bajnai an paradiesischen Orten außerhalb Ungarns geäußert. http://www.offshore.co.hu/

      Ich glaube aber am ungarischen Nationalfeiertag, dass mit dem öffentlichen Anzweifeln der Glaubwürdigkeit von redlichen Ungarn sich diese nicht wirklich in den Dreck ziehen lassen können, jedenfalls nicht in den Dreck, in dem jene hocken, die anderen so gerne etwas ankreiden möchten.

      Als weiterführende Lektüre erlaube ich mir noch, diese zwei Verweise in das Forum zu stellen.

      http://index.hu/belfold/2012/08/18/otven_eve_jott_letre_a_iii_iii-as_csoportfonokseg/

      http://index.hu/belfold/2012/08/19/iii_iii_csapas_helyett_manipulacio/

      Aus Anlass des ungarischen Nationalfeiertages auch liebe Grüße an Herrn Dalos!

      • Jetzt habe ich es aber bekommen, Deutsch kann ich nicht, weil ich – wenn ich hier schnell schreibe – Fehler mache, dann aber entdeckt P.H. an gewissen Tagen kann ich doch Deutsch. Wie schon so oft sind die Bemerkungen von P.H. vollkommen irrelevant. Denn auch den allerdümmsten Menschen ist der Unterschied zwischen einem Text, den man für eine Veröffentlichung schreibt und zwischen ein paar schnell hingeworfenen Zeilen klar.
        Mir also aus diesen Fehlern einen Strick drehen zu wollen, kommt aus der untersten Schublade.
        Die „zionistischen Kreise“ bemüht P.H. auch. Das hat der ehemalige DDR-Bürger auch noch nicht vergessen. Auf mich machte seinerzeit Paul Lendvais Buch über den Antisemitismus ohne Juden in den „realsozialistischen“ Staaten einen Eindruck. Da sagte der Prager Staatsanwalt über den Hauptangeklagten Rudolf Slansky u.a. er hätte eine „kosmopolitische Fratze“. Nun ist das Wort kosmopolitisch nicht mehr „in“ und so versucht P.H. – etwas verhatscht – eine Parallele zwischen dem neonazistischen kuruc und „zionistischen Kreisen“ in Wien und in Budapest herzustellen.

  15. Also wieder einmal im Zweifel gegen den ungarischen Angeklagten???
    In Österreich gibt es derzeit einen Prozess u.a. wegen einer offensichtlich ähnlichen Homepage in den USA. Anscheinend ist es doch möglich die Hintermänner in den USA zu belommen. So man wirklich will. Zweifel sind, so denke ich, im Fall des derzeitigen Ungarn angebracht.

  16. HV natürlich gilt Vermutung gegen Vermutung. Ihre Vermutung, die davon ausgeht, dass die ungarischen Behörden irgendwie beschränkt, handlungsunfähig oder/und einfach ahnungslos sind, oder meine Vermutung, dass ihre Untätigkeit mit der gegenwärtigen Politik von Fidesz zu tun hat.
    Gerade das österreichische Analogiebeispiel zeigt, dass wenn der politische Wille da ist, die Justiz und Polizei auch rasch handeln können.
    Was aber bei all dem nicht vergessen werden darf, ist das gemeinsame Auftreten von Fidesz und Jobbik Abg. in Transsylvanien. Wenn dann der Fidesz Abg.Köszegi versucht in Radikalität den Jobbik Abg. zu überholen und eine Revision herbeifantasiert, dann sehe ich ein starkes politisches Motiv gegeben, sich es sich doch mit Jobbik nicht zu verderben.
    Dann kommt noch die Kurultajzusammenrottung an der der Vizepräsident des ung. Parlaments Sándor Lezsák teilnimmt und die Vorführung eines antisemitischen Dramas von Csurka am städtischen Neuen Theater.
    Kann man es übel nehmen, wenn man da einen Zusammenhang sieht?

    • Dünn, Herr Pfeifer, ist Ihre Argumentation, wenn Sie es schon wieder nötig haben, mir etwas in den Mund zu legen, was ich nicht gesagt habe (“ Ihre Vermutung, die davon ausgeht, dass die ungarischen Behörden irgendwie beschränkt, handlungsunfähig oder/und einfach ahnungslos sind“). Das führt nicht weiter, glaube ich. Ich habe alles dazu gesagt.

  17. HV ich habe Ihnen in den Mund gelegt, dass die ungarischen Behörden irgendwie beschränkt wären. Ich bin froh von Ihnen zu erfahren, dass dem nicht so ist und die ungarischen Behörden fleißig nachforschen, wer denn im kuruc schreibt und wohin das Geld, das für Werbung im kuruc bezahlt wurde, hinfließt, vielleicht sollte da die Steuerbehörde nachforschen?
    Hoffen wir auf baldige Aufklärung. Sollte diese bald erfolgen, werde ich mea culpa sagen.

  18. HV 20. August 2012 um 22:52 hungarianvoice
    Sie stellen in Ihrer obigen Stellungnahme richtig fest, es gibt keine Kollektivschuld. Doch anderswo bemerken Sie, dass Deutsche und Österreicher sich bei der Kritik an der Politik der ungarischen Regierung zurückhalten sollten. (das ist jetzt kein wörtliches Zitat)
    Hier sehe ich einen logischen Widerspruch.
    Sie üben Kritik an György Konrád. Das ist Ihr gutes Recht. Doch wie steht es nun mit der Aktion von Ádám Fischer, der gegen die Vorführung eines antisemitischen Stückes von István Csurka eine Unterschriftenaktion gestartet hat. Ist solche eine Aktion gerechtfertigt?

    • Sie sehen einen logischen Widerspruch, der aber nicht besteht. Wenn Deutsche und Österreicher unter Bezugnahme auf ihre (salopp gesprochen) „ach so tolle“ Aufarbeitungspraxis Ungarn kritisieren, dann verlange ich Zurückhaltung. Und zwar aus einem Grund: Beide Länder haben sehr lange gebraucht, sich mit ihrer Nazivergangenheit offen zu befassen. Diese Geduld sollte man mit Ungarn auch haben. Es geht hier übrigens nicht um die „Kollektivschuld“ von Deutschen oder Österreichern am Naziterror, sondern darum, dass man nicht auf andere zeigen sollte.

      Ádám Fischer kann Unterschriftenaktionen starten, so viele er möchte. Insbesondere dann, wenn es um ein Theaterstück mit angeblich antisemitischer Intonation geht. Ich kenne das Stück nicht und kann selbst keine Meinung dazu kundtun. Das Portal szinhaz.hu bringt eine kurze Zusammenfassung des Meinungsstreits, ob es sich um ein antisemitisches Stück handelt: http://szinhaz.hu/szinhazi-hirek/47650-antiszemita-e-a-hatodik-koporso-velemenyek-pro-es-kontra
      Generell gilt für mich die Kunstfreiheit, selbst für István Csurka. Allerdings auch die Meinungsfreiheit (Fischer). Ich selbst würde mir ein antisemitisches Stück aber nicht ansehen, und wäre froh, wenn das auch jedes Theater so sehen würde. Hetze gehört nämlich auch nicht ins Theater.

    • „,,,Doch wie steht es nun mit der Aktion von Ádám Fischer, …“

      Ein typischer Interferenzfehler. Richtig wäre: „Doch wie steht es um die Aktion von Ádám Fischer, …“

      • Nein, lieber Herr Pfeifer, an der Glaubwürdigkeit des Fürsten von Oettingen-Wallerstein aus dem 19. Jahrhundert lässt sich nicht rütteln.

        Aber das Rad der Zeit drehte sich weiter. Das hat seine Spruren auch in der deutschen Sprache hinterlassen.

        Wenn ich mich zum Beispiel heute um Ihren geistig-seelischen Zustand sorgen müsste, könnte ich mir die Frage stellen:

        Wie steht es um Karl Pfeifer?

        Es steht schlecht mit ihm, wäre wohl die korrekte Antwort.

        Daran ließe sich auch nicht rütteln, was sehr traurig ist, zumal ich auch keine Besserung mehr er erwarte

        So schlecht steht es mit seiner Kompetenz und Glaubwürdigkeit.

        Oder etwa nicht?

      • Für Oberlehrer P.H.

        Ich habe Google bemüht und folgendes gesucht
        „Doch wie steht es nun mit der“ und fand 65 Antworten und zwar auch in ganz neuen Büchern.

        https://www.google.at/search?tbm=bks&hl=de&q=Doch+wie+steht+es+nun+mit&btnG=#hl=de&tbm=bks&sclient=psy-ab&q=%22Doch+wie+steht+es+nun+mit+der%22&oq=%22Doch+wie+steht+es+nun+mit+der%22&gs_l=serp.12…254356.255747.1.257471.4.4.0.0.0.0.214.402.3j0j1.4.0…0.0…1c.j2nVIZhQE6w&psj=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&fp=d8176861c827d73e&biw=1272&bih=561

      • Lieber Herr Pfeifer,

        als Oberlehrer erfüllt es mich mit Stolz, dass Sie sich diesmal so große Mühe geben, meinen Glauben zu widerlegen. Wir Oberlehrer mögen gelehrige Individuen.

        Ich habe deshalb einen Rat für Sie. Steigern Sie die Effizienz des operativen Einsatzes von Google im antifaschistischen Kampf gegen P.H.
        Verwenden Sie „Google Österreich“ statt „Google Deutschland“.

        Verstehen Sie es nicht falsch, aber aus kosmopolitischer Sicht kann ich Österreich per se nicht viel abgewinnen. Und von Wien halte ich eh nichts.
        Ich will mich jetzt und hier nicht über Individuen in Wien, wie Schicker & Co. auslassen. Was aus denen wird, ist absehbar und aus DDR-Sicht längst uninteressant. Schicker sen., z.B., der ja aufgrund seiner DDR-Vorgeschichte in der Epoche der friedlichen Transformation des DDR-Volkseigentums Brosamen, die vom Runden Tisch in Berlin gefallen waren, aufklauben konnte und dann, als diese unseligen Stasi-Überprüfungen das Nachwendeklima trübten, von der Spree in die Donaumonarchie entkam, Schicker sen. z.B. steht nicht einmal auf dem Lehrplan und der Pester Lloyd ist irgendwo neben dem Abgrund.

        Nein, denk ich an Wien, fallen mir erst ganz zuletzt Schicker und seine Antimadjaren ein.
        Jeder, der das Phänomen Wien von Europa her auf der Autobahn angegangen ist, hat die Entschleunigung des Lebens vor Wien schon selbst einmal durchgemacht. Wien ist per se die Verlangsamung jeglicher Entwicklung. Wer aus dem Westen kommend das Moloch von damals erblickt, die Stadt im Tal, über der noch immer ein Hauch Schönerer und Lueger als giftiger Schleier liegt, der hat eine Vorstellung von den Dimensionen, die der Kessel hat, aus dem das Gift gen Osten ins Karpatenbecken zieht.

        Vergessen Sie Wien, Herr Pfeifer. Lassen Sie sich entgiften und vergessen Sie Österreich.

        Und steigern Sie die Effizienz Ihres operativen Einsatzes bei der Verwendung von Google.

        Wenn Sie in Österreich“ bei Google nach: „Doch wie steht es nun mit der“ fragen, liefert. „Google Österreich“ Ihnen nur ganze 65 Ergebnisse.

        Kommen Sie nach Europa, Herr Pfeifer. Hier in Europa liefert Ihnen Google Deutschland auf die selbe Suchanfrage prompt 546 Ergebnisse.

        http://www.google.de/#hl=de&gs_nf=1&cp=31&gs_id=h&xhr=t&q=%22Doch+wie+steht+es+nun+mit+der%22&pf=p&output=search&sclient=psy-ab&oq=%22Doch+wie+steht+es+nun+mit+der%22&gs_l=&pbx=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&fp=7964df66ca62f4a9&biw=1432&bih=749

        Steigern Sie die Effizienz Ihres operativen Einsatzes bei der Verwendung von Google, rät Ihnen Oberlehrer P.H.

      • P.H. Wie ich sehe können Sie auch ohne Verbissenheit schreiben.
        Nur sehen Sie sich wieder einmal als Opfer und phantasieren einen antifaschistischen Kampf herbei, den ich niemals gegen Sie geführt habe. Vielleicht sollten Sie sich – wenn Sie das nächste Mal wieder in die Rolle von Oberlehrer Wichtig schlüpfen – doch nicht ganz so wichtig nehmen. Zumal es mir gelungen ist nachzuweisen, dass ,,Doch wie steht es nun mit der Aktion von Ádám Fischer, …“ korrekt formuliert war.
        Ich habe nicht verstanden, was Ihre Bemerkungen über die Familie Schicker mit mir zu tun haben.

        Ich erwartete von Ihnen berichtigt zu werden. Doch das deutsche google ist vermutlich nicht so gut und Sie fanden nicht heraus, wer das schrieb, was ich zitierte. Nämlich kein Österreicher.
        Ich akzeptiere, dass Sie Wien nicht mögen. Aber bei allen internationalen Wertungen nimmt Wien einen prominenten Platz unter den Städten mit der höchsten Lebensqualität ein. Keiner wird gezwungen hier zu leben.
        Wissen Sie aus welchem Land die meisten Ausländer kommen, die in Österreich leben

      • Sie klingen plötzlich so versöhnlich. Wäre ich der Ältere, würde ich Ihnen sofort mein Du anbieten, jetzt gleich, seitdem ich weiß, dass Sie keinen antifaschistischen Kampf gegen mich führen.

        Ansonsten irren Sie sich in jeder Hinsicht. Es ist Ihnen mitnichten gelungen, nachzuweisen, dass ,,Doch wie steht es nun mit der Aktion von Ádám Fischer, …” korrekt formuliert war.

        Ihr hochgelobtes Google Österreich liefert heute auf die von mir mit Rücksicht auf die Österreicher etwas vereinfachte Suchanfrage ,,wie steht es mit“ prompt 335.000.000 Ergebnisse.

        Die Anfrage auf Google Österreich nach ,,wie steht es um“ ergibt hingegen etwas mehr, nämlich 361.000.000 Ergebnisse.

        Stehen mit „um“ schlägt auf Google Österreich stehen mit „mit“!

        Wenn Sie sich immer noch nicht geschlagen geben können, versuchen Sie es doch mal mit Google Deutschland.

        „Wie steht es mit“ bringt Ungefähr 1.380.000 Ergebnisse.

        http://www.google.de/#hl=de&sclient=psy-ab&q=%22wie+steht+es+mit%22&oq=%22wie+steht+es+mit%22&gs_l=hp.3..0l3j0i30.4321.10223.0.10798.18.18.0.0.0.0.276.2691.0j15j3.18.0…0.0…1c.acdOCL5AgP8&pbx=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&fp=7964df66ca62f4a9&biw=1440&bih=732

        „Wie steht es um“ hingegen 2.080.000 Ergebnisse.

        http://www.google.de/#hl=de&sclient=psy-ab&q=%22wie+steht+es+um%22&oq=%22wie+steht+es+um%22&gs_l=hp.12..0l4.92385.92679.1.94411.2.2.0.0.0.0.164.307.0j2.2.0…0.0…1c.THm0Q1pNwno&pbx=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&fp=7964df66ca62f4a9&biw=1440&bih=732

        Sie haben, lieber Karl, als Österreicher einfache keine Chance gegen Deutsche.

        Wohl deshalb ist Ihnen Ihr Beißknochen Ungarn so wichtig!

        Das vermute ich jedenfalls.

        Übrigens verdankt Wien seinen Aufstieg dem Stapelrecht, dass der Stadt 1221 verliehen wurde. Könnte es nicht sein, dass es deshalb so viele politische Hochstapler nach Wien zog und zieht?

        Weil es eben für die Nachfahren gelernter Konditoren schicker ist, in Wien zu leben, als in dem Kaff Annaberg-Buchholz?

    • Nehmen Sie es nicht als Vorwurf. Verstehen Sie es als Ihr Schicksal. Was Károly nicht lernte, lernt Karl mimmermehr.

      Wie steht es eigentlich um Karl? Steht er noch mit beiden Füßen auf dem Boden der Realität?

      • Oberlehrer Wichtig (PH) macht weiter.

        “Er muß alles wissen, und wer alles wissen muß, der weiß alles besser. …
        Der Oberlehrer verleidet einem jeden Kunst-, jeden Naturgenuß, weil er alles glaubt erklären zu müssen. Und er glaubt alles erklären zu müssen, weil er verzweifelt, wenn er niemand erziehen kann. Er erzieht zu Kenntnissen, zu korrektem Betragen, zur Benutzung der Sinnesorgane, zur Tugend – oder auch zur Freiheitlichkeit, je nachdem, was er gerade für eine Spezies protegiert. Wie er seine Frau zur Korrektheit erzog, habe ich auch einmal in Florenz an einem der heißesten Tage, die mir in Erinnerung sind, belauscht. Die Dame bestellte in einem Café eine Eisschokolade. Ihr Gatte aber, der ein deutscher Universitätsprofessor, etwa aus Halle an der Saale, gewesen sein muß, belehrte sie: »Das wirst du nicht trinken! Du siehst doch, kein Mensch trinkt Eisschokolade. Das kann man wohl in Rom oder Neapel tun, aber in Florenz doch nicht mehr!« Als ich darauf vernehmlichen Tones Eisschokolade verlangte, warf er mir einen vernichtenden Blick zu. Er ist – diese Eigenschaft teilt er mit den beiden anderen Stiefbrüdern – stets mit sich zufrieden. Für alles Weltgeschehen hat er hinreichende Erklärungen, so daß ihm die Mirakel der Kunst und der Natur nichts anhaben können. Nur über sich selbst ist er ganz unorientiert. Er hat keine Ahnung, wie ekelhaft er ist, wenn er jedes Kunstwerk auf die Farbensubstanz studiert, mit der es gemalt ist, ohne irgend welchen seelischen Nutzen daraus zu ziehen; er sieht nicht, welchen schönheitzerreißenden Eindruck seine Klumpfüße in die herrlichsten Gegenden treten; ihm kommt kein Gefühl dafür auf, wie grotesk sich seine Erscheinung im Vergleich zu den prächtigen Südeuropäern ausnimmt, die es verstehen, mit Genuß zu atmen.”

  19. Ein bedeutender österreichischer Schriftsteller schrieb dies und jedes Wort trifft auf Oberlehrer Wichtig P.H. zu:

    “ Ich komme zum Stiefbruder Oberlehrer. Er erfreut sich im Auslande unter den Brüdern der weitesten Bekanntheit. Nur schade, daß man überall über ihn lacht. Seine Seele ist nämlich bucklig – darum ist er so komisch. Den Buckel, den seine Seele hat, nennt er Logik und Exaktheit. Der deutsche Oberlehrer ist gründlich und gebildet. Wissen Sie, ich will meiner Mutter Germania ja nicht zu nahe treten, aber manchmal hab‘ ich sie im Verdacht, daß sie doch auch Beziehungen zum Geiste der Vorzeit unterhalten haben muß; sonst wüßte ich kaum, wie ich mir den deutschen Oberlehrer erklären soll. Ich halte ihn für den gefährlichsten der drei Brüder.“

  20. Mal sehen wann und was Mister Ritterband wohl darüber berichten wird.

    Erstaunlich, dass bei dem in Ungarn vorherrschenden Antisemitismus in diesem Jahr
    die Hauptversammlung des ZSVK (World Jewish Congress) Anfang Mai in Budapest stattfinden wird.Das ist seit Jahrzenten das erste Mal, dass er nicht in Jerusalem stattfindet
    und man hat -kaum zu glauben-Orban!! dazu eingeladen.

    http://mazsihisz.hu/index.php?scid=n5818

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