Fußballspiel Ungarn-Israel: Regierung verurteilt antisemitische Ausfälle

Die ungarische Regierung hat auf die antisemitischen Ausfälle ungarischer rechtsradikaler Fußballfans während des Freundschaftsspiels am 15. August mit einer Stellungnahme reagiert:

Die ungarische Regierung verurteilt auf das Schärfste das Verhalten derjenigen Fans, die am 15. August einen würdevollen Ablauf des Freundschaftsspiels Israel-Ungarn gestört haben.

Die Regierung schützt die nach dem neuen Grundgesetz garantierten verfassungsmäßigen Rechte in größtmöglichem Umfang und tritt daher entschieden gegen alle Arten von Diskriminierung wegen der Zugehörigkeit zu einer Rasse, Religion oder Nationalität auf. Die Regierung meldet sich auch dann zu Wort, wenn radikale Äußerungen nicht unmittelbar gegen Gesetze verstoßen, und Behörden daher über keine direkte Handhabe verfügen.

Die Regierung betrachtet alle Völker der Welt als Freunde, und bittet auch alle Ungarn, diese Auffassung zu teilen.

(Miniszterpräsidialamt)“

(Übersetzung aus dem Ungarischen: Hungarian Voice)

http://www.kormany.hu/hu/miniszterelnokseg/hirek/a-kormany-allaspontja-az-izraeli-magyar-magyar-labdarugo-merkozes-meltosagat-megzavaro-nezok-magatartasarol

 

Nachtrag vom 24.08.2012:

Auch der ungarische Fußballverband MLSZ hat das Verhalten ungarischer Fans kritisiert. Die WELT berichtet:

http://www.welt.de/newsticker/sport-news/article108775311/Ungarischer-Verband-verurteilt-Verunglimpfungen.html

Kathrin Lauer in der TAZ: „Nazis unter sich“

Kathrin Lauer berichtet in der Tageszeitung (TAZ) über den Fall László Csatary und eine Antifa-Aktivistin, die von Rechtsradikalen bedroht und drangsaliert wird, seit sie vor der Wohnung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Csatáry demonstriert hat. Das Nazi-Portal kuruc.info hatte ihre persönlichen Daten veröffentlicht:

http://www.taz.de/Antisemitismus-in-Ungarn/!100057/