Demonstration vor dem „Neuen Theater“: Vorsitzender der ungarischen Antifaschisten verletzt

Vilmos Hanti, der Vorsitzende des „Bundes der ungarischen Widerstandskämpfer und Antifaschisten“ (MEASZ), wurde gestern Abend im Anschluss an eine  Demonstration linker Gruppen vor dem Budapester „Neuen Theater“, verletzt. Die Demonstranten versammelten sich vor dem Theater, um gegen Rechtsextremismus, Rassismus und die Aufführung des Stückes „Der sechste Sarg“ von István Csurka zu demonstrieren (die Entscheidung, das Stück nicht aufzuführen, war bereits am Dienstag gefallen). Das Stück wird von Kritikern wegen seines Inhaltes als antisemitisch bezeichnet.

Während der Demonstration entwickelten sich Sprechchöre zwischen einer kleinen Gruppe rechtsgerichteter Jugendlicher („Das neue Theater gehört den Ungarn“, „Wir sind hier zu Hause“) und den deutlich zahlreicher erschienenen Teilnehmern der Demo („Nazis nach Hause“). Die Polizei trennte beide Gruppen voneinander.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurde der Vorsitzende der MEASZ nach seiner Darstellung von einer Gruppe von 15-20 rechtsradikalen Jugendlichen umringt, einer der Angreifer schlug ihm mit der Faust in das Gesicht.  Die Polizei ermittelt.

http://hvg.hu/itthon/20120829_antifasiszta_tuntetes

 

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32 Kommentare zu “Demonstration vor dem „Neuen Theater“: Vorsitzender der ungarischen Antifaschisten verletzt

  1. Ein schlimmer Vorfall. Den Aber muss man so darauf reagieren?

    Die MSZP behauptete prompt, „der gestrige Vorfall, der Angriff auf auf Vilmos Hanti, zeige das „ungenügende Funktionieren des Rechtsstaates“…

    http://hvg.hu/itthon/20120830_MSZP_Hanti_Vilmos

    Hierzu meine Frage: Wann begannen die „Garden“ doch gleich, herum zu marschieren? War seinerzeit der Rechtsstaat auch nicht funktionsfähig? Höre ich nämlich zum ersten Mal aus diesen Kehlen.

    Die Jugendorganisation der Sozialisten, Societas, forderte lautstark, „alle Mitglieder des Fidesz“ sollten sich „distanzieren…von dem Nazigesindel, das die Partei auf Ungarn losgelassen hat“.

    http://os.mti.hu/hirek/77363/hol_a_pofon

    • Man kann auch so darauf reagieren.

      In der vergangenen Woche wurde Vilmos Hanti, der Präsident der FIR – Bund der Antifaschisten und Präsident des ungarischen antifaschistischen Verbandes MEASZ, von einer Gruppe neofaschistischer Gewalttäter überfallen.
      http://www.jungewelt.de/2012/09-03/038.php
      Ach, wie liebe ich die junge Welt.So nah am Geschehen und immer demokratisch und wahrhaftig.
      Genau das was Ungarn fehlt!

      http://www.welt.de/politik/deutschland/article13552796/Gysi-distanziert-sich-von-Zeitung-Junge-Welt.html
      Mir wird gleich übel.

      • Danke Turó Rudi, ich habe dieses Pamphlet heute gelesen. Was ich nicht verstehe, ist folgende Passage:

        Mit dem Angriff auf Hanti sei „eine neue Qualität faschistischer Gewalt in Ungarn erreicht. Die ersten Opfer gewalttätiger Übergriffe der extremen Rechten von Jobbik waren Angehörige der Roma-Minderheit. Nun werden Demokraten attackiert.“

        Neue Qualität, weil nun statt Roma Demokraten attackiert werden? Sind Roma denn keine Demokraten? Wieso hat der Angriff auf Hanti eine andere Qualitöt als der Angriff auf Róbert Csorba, das Opfer der tödlichen Nazi-Attacke von Tatárszentgyörgy?

  2. Hoffentlich wird der Schläger ermittelt und bestraft. Es ist auch zu hoffen, dass endlich mal die Schreier der Sprechchöre, die bei solchen Gelegenheiten immer wieder zu hören sind und mit Sicherheit einen Straftatbestand darstellen zur Verantwortung gezogen werden.

    Sehr bedauerlich finde ich auch die Tatsache, dass das Thema Rechtsextremismus von den Gegnern der Regierung regelmäßig missbraucht wird. Mit großem propagandistischem Einsatz wird versucht die Regierung in die rechtsextreme Ecke zu drücken. Bei jedem Rülpser von irgendeinem Rechtsextremen Idioten wird Fidesz verantwortlich gemacht, es kommen Aufforderungen zur Distanzierung nach dem Motto, wer sich nicht distanziert, ist selber ein Faschist. Wer es versucht aus solchen bedauerlichen Vorfällen tagespolitisches, parteipolitisches Kapital zu schlagen, der macht sich selber schuldig. Er macht es schwierig, dass die politische Mitte, die vernünftige Mehrheit der Gesellschaft unabhängig von Parteisympathien gemeinsam gegen Rechtsextremismus vorgeht.

      • „Kann man es rechtfertigen, wenn der ungarische Regierungschef sich mit mit dem Anführer der rechtsextremen Jobbik vor Jugendlichen zeigt?“

        Herr Pfeifer, das ist hoffentlich nicht Ihr Ernst. Lesen Sie mal den Beitrag. Und sehen sich das Foto dazu an.

        Dort steht zwar, dass Gábor Vona während des Jugendlagers Fidesz seine Kooperation angeboten haben soll, um die „Sozialisten zu vernichten“ („Együttműködést ajánlott a Jobbik elnöke a Fidesznek, hogy közösen takarítsák el a politikai színtérről a szocialistákat. Mindez az Erdélyi Magyar Ifjak borzonti táborában történt, Vona Gábor szerint ugyanis az MSZP nemzetellenes.“)

        Viktor Orbán war allerdings gar nicht in dem Lager, das Bild hat also mit dem Thema des Beitrages rein gar nichts zu tun. Das Bild, das Sie uns vorstellen, stammt aus dem ungarischen Parlament. Hinten deutlich an den Holzintarsien zu erkennen. Was ist also passiert? Zwei gewählte Parlamentsabgeordnete sitzen im Parlament – offenkundig während einer Ausschusssitzung – nebeneinander. Aus diesem Grund sind die Namensschilder auch mit den Funktionen („Ministerpräsident“ und „Parteivorsitzender, Fraktionsvorsitzender“) tituliert. Mit einem weiteren Winkel wären wohl auch LMP und MSZP aufgenommen worden.

        Sehen Sie mal, das Bild ziert schon einen Beitrag der Hasspostille „Amerikai Népszava“ von August 2011: http://nepszava.com/2011/08/magyarorszag/a-jobbik-igazi-arcara-kivancsi-a-fidesz.html (merkwürdig auch, dass beide von Ihnen verlinkte Beiträge exakt die gleiche Wortwahl drauf haben…“köpönyéböl bújt elö“…).

        Und nun meine Frage: War das ein Vershen, Herr Pfeifer? Oder bewusste Täuschung?

      • Ich gebe mich da keiner Täuschung hin. Seine plumpen Tricks sind immer noch das Beste, was er leisten kann.
        Bloß langsam wird es langweilig. Als ob bei ihm die Zeit stehen geblieben wäre. Seit zwei Jahren immer dasselbe. Mein Huftier hat schon Dasselbeulen von ihm.

    • Sehr bedauerlich finde ich auch die Tatsache, dass das Thema Rechtsextremismus von den Gegnern der Regierung regelmäßig missbraucht wird. Mit großem propagandistischem Einsatz wird versucht die Regierung in die rechtsextreme Ecke zu drücken. Bei jedem Rülpser von irgendeinem Rechtsextremen Idioten wird Fidesz verantwortlich gemacht*

      Noch schlimmer finde ich, das man an einer Stelle ständig im „Dung“ wühlt , an anderer Stelle aber eisern schweigt.
      Wo hat man schon mal darüber gelesen, wie sich doch manche Dinge gleichen?
      Beispiel:
      „Im Rahmen der Ehe ist die Sexualität das Geschenk Gottes. Die Institution der Ehe und der Familie wird vor allem durch Hurerei, Abtreibung, Pornographie, Homosexualität, Blutschande, Alkoholismus, Drogenkonsum und ähnliche Sünden zerstört“Ach? Aus wessen „Programm “ das wohl ist und wer war das doch gleich der auch gegen oben genanntes ist?
      Weiter:
      „In Devecser demonstrierten die XYZ und forderten die Wiedereinführung der Todesstrafe!“
      aber
      oooh staun:
      die Pfingstler befürworten die Todesstrafe.

      http://kereszteny.mandiner.hu/cikk/20120816_a_hit_gyulekezete_tamogatja_a_halalbuntetest
      Na, bei sowas da fall ich doch glatt vom Glauben ab.

      Hat wohl wieder nix mit dem Thema zu tun, aber das musste einfach mal gesagt werden.

  3. Das habe ich wirklich nicht gewußt. Ich ging von der Annahme aus, dass weil doch Fidesz Abgeordnete mit Jobbik Abgeordneten in Transsylvanien gemeinsam vor Jugendlichen auftraten, dies auch Vona und Orbán taten.
    Der Fidesz Abg. Köszegi dachte laut dabei es könnte zur Revision der Grenzen von Trianon kommen.
    Da ich einen längeren Text schreibe, der nichts mit der Aktualität zu tun hat, habe ich den von mir angegeben NOL Artikel mit dem inkriminierten Bild nicht gelesen. Das hätte ich tun sollen bevor ich das URL angab und es tut mirt sehr Leid, dass ich es nicht getan habe.

    Hingegen habe ich heute erst erfahren, dass bei einer Kranzniederlegung am Grab eines Mitglieds der Rongyos Gárda, ungarische Freischärler, die in Österreich im August 1921 einfielen, um das Burgenland, das laut Friedensvertrag zu Österreich gehören sollte, wieder ungarisch zu machen, mit Jobbik, der ungarischen Garde und noch einigen rechtsextremen Organisationen auch Katalin Mária Gáal, Vorstandsmitglied von KDNP und deren Vorsitzende im XII Budapester Gemeindebezirk einen Kranz niedergelegt hat.
    http://atv.hu/belfold/20120828_egyutt_emlekezett_meg_a_feherterror_rettegett_alakjara_a_jobbik_a_garda_es_a_kdnp

    http://atv.hu/belfold/20120830_harrach_a_jobbikkal_kozos_koszoruzas_nem_jelent_egyuttmukodest

    Sollte Fidesz-KDNP sich klar abgrenzen von Jobbik, aber vor allem, sollte die ungarische Regierung das tun, was die MSZP-SZDSZ Regierung nicht gemacht hat, das Verbot der grassierenden uniformierten rechtsextremistischen Banden durchsetzen, dann werde ich das sicher würdigen. Es geht, um die Durchsetzung des Gewaltmonopols.

    • Bleiben wir doch einmal kurz beim Thema, ohne gleich wieder zum (vermeintlich) nächsten Anklagepunkt zu hüpfen.

      Meinen Sie, diese Art und Weise der Arbeit, das „schnell, schnell schlechte Nachrichten verbreiten“, ist mitverantwortlich für die Falschmeldungen über Ungarn, die uns in den vergangenen Jahren erreichten? Mitunter will man sich offenbar die Zeit nicht nehmen, nicht hinterfragen. Ich nenne das „hit and run“-Journalismus. Und hätten Sie keinen Widerspruch erhalten, wäre Ihre Behauptung abermals in der Welt.

  4. Vielleicht hat der eine oder andere Leser mitbekommen, dass kürzlich der erste nach dem Holocaust in Deutschland ordinierte Rabbiner in Berlin auf offener Straße vor den Augen seiner kleinen Tochter brutal zusammengeschlagen wurde. Angeblich waren die mutmaßlichen Täter arabischer Herkunft: http://www.welt.de/politik/deutschland/article108861318/Juden-und-Muslime-empoert-ueber-Angriff-auf-Rabbiner.html?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=berlin-schoneberg-juden-und-muslime-emport-uber-angriff-auf-rabbiner

    Wirklich wichtig war, dass umgehend alle entscheidenden Gruppen: Juden, Muslime, SPD, CDU usw. den Vorfall verurteilt und gesagt haben, dass sich sowas nicht wiederholen darf; einseitige Schuldvorwürfe gab es erst mal nicht. Dieses Zusammenstehen eines breiten gesellschaftlich-politischen Spektrums gegen Antisemitismus (und andere Formen von gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit) vermisse ich in Ungarn. Die Probleme sind vergleichbar (Zunahme verbaler Attacken usw.), aber der Umgang mit dem Problem unterscheidet sich doch sehr in unseren beiden Ländern.

    Warum reden unsere Politiker, wenn sie einander treffen nicht mal grenzüberschreitend über Strategien dafür, wie man Antisemitismus am besten bekämpfen kann? Auch polizeilich-justizielle Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch wären denkbar. Das wäre mal ein konstruktiver Ansatz.

  5. HV bitte übertreiben Sie nicht. Ein Bild von Vona und Orbán aus dem Parlament wurde von einem Blog ins Web gestellt und in Zusammenhang gestellt mit dem wirklich erfolgten gemeinsamen Auftritt von Jobbik und Fidesz Abgeordneten in Transsylvanien. Da Vona bevor er Jobbik gründete Mitglied des von Fidesz geschaffenenen bürgerlichen Kreises war und es aus dieser Zeit Bilder gibt, welche die beiden Politiker zusammen zeigen, habe ich fälschlicherweise angenommen, die beiden wären – so wie ihre Abgeordneten – auch in Transsylvanien gemeinsam aufgetreten. Dank Ihnen ist es klar, dass das Bild im ungarischen Parlament aufgenommen wurde. Was aber nicht bedeutet, dass es keine Zusammenarbeit zwischen Jobbik und Fidesz gibt.

    Ich brauche keine schlechte Nachrichten erfinden.
    Zum Beispiel jetzt darüber, wie Ungarn einen Mörder, der ethnisch motiviert einen Menschen mit einer Axt ermordete freiliess und welche Konsequenzen das hat. Zsófia Mihancsik hat darüber auf galamus einen Artikel geschrieben.
    http://galamus.hu/index.php?option=com_content&view=article&id=159142

    • „Was aber nicht bedeutet, dass es keine Zusammenarbeit zwischen Jobbik und Fidesz gibt.“

      Sie sind seit etwa drei Jahren bestrebt, diesen Beweis zu führen.

      Was der Fall Safarov mit diesem Thema zu tun hat, weiß ich nicht. Aber auch hier erzählen Sie den Lesern nicht die Wahrheit. Ungarn hat den verurteilten Mörder (der Soldat Safarov aus Aserbaidschan hatte einen armenischen Soldaten umgebracht) nicht „freigelassen“, sondern zur Verbüßung der Haftstrafe nach Aserbaidschan überstellt. Unter Einhaltung der Regelungen des Europarates, will ich betonen. Aserbaidschan hat ihn nun – entgegen der Zusicherungen – begnadigt. Wenden Sie sich mit Ihrem Beitrag also vertrauensvoll an die Behörden in Baku. Die Entscheidung der Behörden, den Zusicherungen aus Baku Glauben zu schenken, wonach die Strafe dort verbüßt wird, mag dumm gewesen sein.

      Ám hazánk elvileg nem követett el nemzetközi jogsértést, a vonatkozó európai egyezmény szabályainak megfelelően, jogszerűen járt el. Magyarország az 1957-es strasbourgi európai kiadatási egyezmény és az elítéltek átszállításáról szóló 1983-as strasbourgi európai egyezmény alapján mérlegelhette az elítélt férfi kiadatását. Az egyezményben szereplő feltételek pedig teljesültek. A kiadatási egyezmény tartalmazza az aláíró tagállamoknak azt a jogát is, hogy az elítélt amnesztiában részesülhet, az azeri elnök pedig csupán élt a kegyelemgyakorlás jogával. Mindez annak ellenére történt meg, hogy az azeri igazságügyi minisztérium arról tájékoztatta a Közigazgatási és Igazságügyi Minisztériumot (KIM), hogy Ramil Sahib Safarov ítéletét nem alakítja át, hanem az ítélet végrehajtását közvetlenül folytatja a magyar ítélet alapján.

      http://kulfold.ma.hu/tart/cikk/b/0/142481/1/kulfold/Ormenyorszag_szakit_a_magyarokkal_a_baltas_gyilkos_kegyelme_miatt

      Armenien hat zwischenzeitlich de diplomatischen Beziehungen zu Ungarn gekappt.

      Da Sie selbst immer wieder betonen, dass die Leser dieses Blog zu einem großen Teil nicht ungarisch sprechen: Wieso sprechen Sie von „Freilassung“ und einem „ethnisch motivierten Mord“, ohne den Fall näher zu schildern? Bei „ethnisch motiviertem Mord“ denken die meisten wohl an Opfer unter den Roma. Man könnte als Leser demnach fast den Eindruck bekommen, ein Ungar hätte einen Roma ermordet und wäre nun freigelassen worden. Schließlich hört man zur Zeit ja wieder so viel über tatsächlichen und vermeintlichen Antiziganismus in Ungarn. Das wollten Sie durch Ihre schlagwortartige Darstellung doch nicht etwa suggerieren, oder? Langsam höre ich nämlich auf, an Zufälle zu glauben.

  6. HV ich bin hier nicht als Journalist tätig. Das habe ich anläßlich der Diskussion um Nyirö klar gemacht. D.h. ich bin ein Poster, wie andere auch. Daher habe ich hier nichts nachzuweisen. Nachweisen bzw. Belege habe ich vorzulegen, wenn ich einen Kommentar oder Artikel schreibe.
    Ich schätze zum Beispiel das gemeinsame Erscheinen von Fidesz und Jobbik Abgeordneten in Transsylvanien als Zusammenarbeit. Sie und andere Poster schätzen das anders ein. Darüber kann man diskutieren.
    Mit dem Hinweis auf den Mord mit der Axt bezog ich mich auf die schlechte Nachrichten, die ich angeblich suchen muss. Leider gibt es fast täglich schlechte Nachrichten aus Ungarn.
    Es war ein etnischer Mord und das habe ich korrekt geschrieben.
    Also es war nicht Freilassung, sondern eine Auslieferung wie Sie erklären Und Ungarn hat rein zufällig ein paar Milliarden Dollar dabei lukriert. Was sie aber nicht erwähnt haben. Konnte man tatsächlich nicht damit rechnen, dass die Azeris den Mörder sofort freilassen und feierlich empfangen?
    Auch hier gibt es verschiedene Wertungen. Ich schätze, wenn ein Land seine diplomatischen Beziehungen zu Ungarn abbricht dies als einen Mißerfolg der Aussenpolitik, Sie schätzen das anscheinend anders ein.
    Angenehmes Wochenende wünsche ich Ihnen allen.

    • „Und Ungarn hat rein zufällig ein paar Milliarden Dollar dabei lukriert. Was sie aber nicht erwähnt haben.“

      Arbeidschan hat bis heute keine ungarischen Anleihen erworben. Oder wissen Sie gegenteiliges? Ich frage beide Karl Pfeifers, den Journalisten und den Poster…

    • Wie hat man sich das vorzustellen? Bei Gregor Samsa verlief die Verwandlung ja noch im Schlaf. Als er eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Aber wie funktioniert das, wenn sich ein berüchtigter Journalist in einen Poster verwandelt?
      Und überhaupt, wie fühlt er sich nach seiner Rückverwandlung?

  7. es gibt gründlichen Verdacht, dass die ungarische Regierung etwas bekommen hat dafür. Ene Anleihe sollte dort laut der Meldung, die ich für zuverlässig halte, aufgelegt werden.
    Wenn nicht, dann haben sie es gratis gemacht. So oder so ist bekannt, wie die Aser. Regierung die elementaren Menschenrechte verletzt. Ausführlicher Artikel hier:

    http://galamus.hu/index.php?option=com_content&view=article&id=159141

    In Österreich wurden iranische Mörder, die nach Wien kamen um einen kurdischen Exilpolitiker zu ermorden, einfach zum Flughafen begleitet und konnten ohne weiteres in den Iran fliegen. Darüber habe ich auch etwas geschrieben, wenn ich mich richtig erinnere.

  8. Ich bin hier nur Poster. Ich weise auf meinen Artikel hin, damit niemand kommt und mir vorwirft, dass ich für Österreich einen anderen Maßstab anwende als für Ungarn. Siehe: http://blog.z-word.com/2009/06/ahmadinejad-the-assassin/

    Und noch eine Nachbemerkung: Es ist nicht wichtig, ob Ungarn ein Deal gemacht hat oder nicht, denn auch wenn es nur so scheint, dass es einen Deal gegeben hat, schadet das dem Image Ungarns. Die Sache wird auch nicht dadurch besser, wenn man einen Brief der Azeris vorweisen und auf die EU-Vereinbarungen hinweisen kann.

  9. HV gegen meine obigen koherenten Argumente hilft nur eines, sie eine Karikatur zu nennen und ihnen die Logik abzusprechen.
    vielleicht hilft es, wenn ich noch dazu bemerke, dass niemand – auch keine EU Vorschrift – Ungarn gezwungen hat den Azeri Mörder freizulassen.

  10. HV da haben Sie vollkommen Recht. Aber die Selbstweihräucherung der jetztigen ungarischen Regierung, dass doch alles O.K. ist mit der Freilassung des azerischen Mörders, erhält hier prominenten Platz.
    Kann es sein, dass ich mit meiner diesmal leidenschaftlosen Kritik an der ung. Regierung anecke?

    • Ich verstehe Ihre Gedankengänge nicht. Wieso ist es Selbstbeweihräucherung, wenn die ungarische Regierung als Antwort auf die Kritik an ihrem Vorgehen erklärt, ihr Verhalten stehe im Einklang mit internationalen Recht? Darf sich die ungarische Regierung nicht gegen Vorwürfe verteidigen, es liege ein Rechtsbruch vor?
      Dass ich selbst das Vorgehen als politisch dillettantisch bezeichnet habe, scheint Ihnen entgangen zu sein. Legen Sie Ihre Scheuklappen ab.

  11. zu HV
    https://hungarianvoice.wordpress.com/2012/08/30/demonstration-vor-dem-neuen-theater-vorsitzender-der-ungarischen-antifaschisten-verletzt/#comment-9868

    Nun die wenigsten der Leser werden sich zu dieser Aussage Gedanken machen bzw. wem wird es schon auffallen? Es kommt nicht so genau auf den Inhalt an, Hauptsache es klingt für die Genossen kämpferisch.

    Beim Lesen des Artikels in der jw hab ich gleich mal „rot“ gesehen.
    Da wagt es eine Zeitung die in ihrer Ausgabe vom 13.August selbst Gewalt verherrlicht über Geschehnisse in anderen Ländern zu urteilen?
    Langsam frage ich mich wo leben wir momentan?

  12. HV Darf sich die ungarische Regierung nicht gegen Vorwürfe verteidigen, es liege ein Rechtsbruch vor?

    Natürlich darf die ungarische Regierung sich gegen Vorwürfe verteidigen. Und es ist möglich, dass formalrechtlich alles in Ordnung ist.
    Doch hier geht es offensichtlich um mehr. Sylvike ist der Meinung, das Orbán ein Genie ist und ein tolles Geschäft mit den Aseris gemacht hat. Auch wenn es so wäre, was ich bezweifle, dann wäre das ein unmoralisches Geschäft. Jemand der einen anderen Menschen im Schlaf nur deswegen ermordet, weil dieser einem anderen Volk angehört mit der Axt ermordet, gehört lange hinter Schloß und Riegel. Welche Garantien hat die ungarische Regierung verlangt, dass der Täter wenigstens so lange seine Strafe verbüssen muss, wie er sie hätte in Ungarn verbüssen müssen?

  13. …“Israel und die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas tauschen Gefangene aus. Für den israelischen Soldaten Gilad Schalit werden über 1000 palästinensische Häftlinge freigelassen. Bei der Aktion handelt es sich um den größten Gefangenenaustausch seit einem Vierteljahrhundert. “

    Wie viele Mörder darunter gewesen sind ?
    Sogar die Frage ist antisemitisch .

    Quod licet Iovi, non licet bovi ?

  14. terrier zu vermuten, dass es tabuisierte Fragen gibt, kann als Ausdruck eines sekundären Antisemitismus gewertet werden. Denn sie geht von der Annahme aus, dass Juden in Deutschland (und anderswo) die Meinungshoheit hätten, was Sie terrier doch hoffentlich nicht glauben.
    Ihre Frage ist natürlich nicht antisemitisch. Nur vergleichen Sie zwei ganz verschiedene Sachen. Hamas hielt einen israelischen Soldaten über 5 Jahre gefangen und ließ ihn auch nicht vom Intern. Roten Kreuz besuchen. Tatsächlich gab es unter den freigelassenen pal. Häftlinge auch Mörder. Die Entscheidung hat sich Israel nicht leicht gemacht. Der Staat Israel hätte natürlich auf das Prinzip beharren können und Shalit wäre zugrunde gegangen.

    Ungarn hat meines Wissens nach keinen Gefangenen bei den Aseris gehabt und ohne Not einen gemeinen Mörder die Heimreise ermöglicht. Obwohl es ganz klar hätte sein können, was die Aseris tun würden. Der aserische Brief, den die ung. Regierung sich beeilt hat am Samstag Magyar Nemzet zuzuschieben garantiert gar nichts.
    Die katholische und die reformierte Kirche sahen sich veranlasst bei der armenischen Kirche um Verzeihung zu bitten. Auch durchaus rechte Journalisten – wie z.B. Zsolt Bayer – sehen in dieser Aktion ihrer Regierung eine moralische Katastrophe.
    Vom politischen Debakel gar nicht zu reden. Die Regierung behauptet kein Deal geschlossen zu haben und gibt damit zu, dass höchstwahrscheinlich Orbán von den Aseri über den Tisch gezogen wurde.
    Viel schlimmer als das aber betrachte ich die moralische Katastrophe die dadurch ohne Not herbeigeführt wurde.

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