Brüller des Tages: Die LINKE protestiert gegen den Besuch von Zoltán Balog auf dem Leipziger Lichtfest

Ich danke dem Leser, der mich auf diesen „Brüller des Tages“ aufmerksam machte:

http://jule.linxxnet.de/index.php/2012/08/einladung-eines-reprasentanten-der-ungarischen-regierung-zum-lichtfest-in-leipzig-ist-ein-affront-gegen-demokratische-werte-und-bewegungen/

Da protestiert eine Stadträtin der LINKEN im Leipziger Stadtrat gegen den Besuch von Minister Zoltán Balog. Und legt mächtig los.

Die Dame hat Balog offenbar noch nie sprechen hören. Vielleicht war die Trillerpfeife zu laut. Ein Hoch auf die „Völkerverständigung“, bei der man Vertreter von EU-Mitgliedstaaten aussperren will…

20 Kommentare zu “Brüller des Tages: Die LINKE protestiert gegen den Besuch von Zoltán Balog auf dem Leipziger Lichtfest

  1. Es ist bedauerlich, dass ausgerechnet Zoltán Balog als Repräsentant der ungarischen Regierung solchen Anfeindungen ausgesetzt. Aber er muss gewusst haben, worauf er sich einlässt, als er das Ministeramt angenommen hat. Wenn er Glück hat, kriegen die Leipziger rechtzeitig mit, dass er zwar für Fidesz im Parlament sitzt, aber gar nicht Mitglied der Partei ist.

    • Ich befürchte, all das, was Sie schreiben, wird die Damen und Herren „linxx“ nicht interessieren. Da geht es um Parolen. Balog entspricht nicht im Entferntesten dem, was man gemeinhin von ungarischen Regierungsvertretern zu wissen glaubt. Ein brillianter Redner mit nahezu perfektem Deutsch, einer, der auf Ausgleich statt auf Konflikt setzt. Kein lauter Mensch, das glatte Gegenteil von einem Lázár. Ich war von seinem Vortrag zur Roma-Politik vor etwa einem Jahr sehr beeindruckt.

  2. Die linksfaschistische SED-PDS-Linke soll einmal das Maul halten. Was bilden die sich die Stasi-Nachfolger bzw -Verharmloser ein, die historisch antidiktatorisch eingestellten Fidesz über Werte in der Demokratie zu belehren?

    • „Historisch antidiktatorisch“ ist ein gutes Stichwort, Hannibal. Ich würde mir wünschen, dass sich Fidesz und Orbán im Besonderen öfter mal an die demokratischen Ideale seiner Jugend erinnerte. Heute schwadroniert er über die „halbasiatische“ Identität der Ungarn und deutet rhetorisch in Richtung einer Art „Entwicklungsdiktatur“. Sie kennen das einschlägige Zitat bestimmt.

      • Oje, bitte nicht wieder das Thema „halbasiatisch“…

        Lesen Sie mal, was TGM in der HVG zu dieser Aussage Orbáns und der Reaktion von „mitte-links“ schreibt:

        „Amikor az említett Orbán „fél-ázsiai származéknak” titulálta hőn szeretett nemzetét, balközép véleményvezérek és közéleti személyiségek háborultak föl ezen az etnikai gyalázkodáson. Egy párizsi magyar trockistának kellett olvasói levelet írnia a pesti Zentralblattba, hogy rámutasson: aki az „ázsiai” jelzőn megsértődik (vagy – teszem hozzá – aki a „balkáni” vagy „bizánci” szót becsmérlő értelemben használja), az rasszista, sovén, etnicista tapló. Amikor az említett Orbán a szokott vidéki-reakciós módon gúnyolódott – pont ezért… – az Európai Unión, mert mindenféle előírásokkal akarja elejét venni az állatkínzásnak, pl. avval, hogy előírja a tyúkketrecek méretét (hehehe, göcögnek a Döbrögiek és a Pató Pálok), akkor a balközép Zentralblatt rendőri riportere még vidékiesebb és még reakciósabb modorban tette közzé gyűlöletét idősebb testvéreink, a még nálunk is butácskább állatok iránt, amelyek azonban épp olyan kifogástalanul tudnak szenvedni, mint hasonló helyzetben a miniszterelnökök és a rendőri riporterek.“

        Eine abschließende Frage. Sagt Ihnen der Begriff „gúnyolódott“ etwas? Mit „schwadronieren“ würde ich es nicht übersetzen…

  3. Der Beitrag ist noch „besser“ als das Original in der Leipziger Zeitung.
    Obwohl dort auch ein „Fachfrau“ nämlich Monika Lázár Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90 / Die Grünen zu Wort kommt.
    „Seit dem Regierungsantritt der Fidesz wurde eine Vielzahl institutioneller Machtbeschränkungen geschleift, wie etwa die Kompetenzen des Verfassungsgerichts. Die Meinungsfreiheit wurde deutlich eingeschränkt und in die Unabhängigkeit des Kulturbetriebes eingegriffen, was die Entlassung von über 900 Journalisten belegt“
    Ich hatte mal ganz bescheiden angefragt, an wem sie denn gedacht hatten denn gedacht hatten beim
    „Vertreter der demokratischen Opposition und Bürgerrechtler von damals“?
    Leider hab ich bis heute noch keine Antwort erhalten:

    http://www.l-iz.de/Politik/Leipzig/2012/09/Bundestagesabgeordnete-reden-Burkhard-Jung-ins-Gewissen-43525.html#

    • Frage mich, warum Rudi ausgerechnet diese^^ Passage („Seit dem Regierungsantritt….“) des L-IZ-Artikels in den Mittelpunkt seiner Kritik rückt. Der Umgang mit dem Verfassungsgericht, den Medien und den Kulturbetrieben in Ungarn verdient sehr wohl kritische Nachfragen. Ich finde vielmehr diesen Abschnitt des Artikels als viel zu pauschal und einseitig:

      „Schutz für Minderheiten, wie etwa die Sinti und Roma gibt es in Ungarn nicht. Übergriffe werden vom Staat geduldet, die paramilitärische und faschistische ‚Magyar Garda‘ ist zwar seit 2009 verboten, agiert aber dennoch unter anderen Namen weiter, mit Billigung der Regierung.“

      Wenn Frau Dr. Höll von der Linkspartei einen „Vertreter der demokratischen Opposition und Bürgerrechtler von damals“ als Vertreter Ungarns in Leipzig sehen will, dann ist sie mit Zoltán Balog eigentlich gar nicht so schlecht bedient. Möge die Dame doch mal in Balogs offiziellen Lebenslauf schauen: http://www.kormany.hu/en/ministry-of-human-resources/the-minister. Demnach hat er in den 80er Jahren zwischen ungarischen und DDR-Oppositionellen Verbindungen geknüpft und war 1989 Seelsorger für DDR-Flüchtlinge in Ungarn.

      Ich frage mich, was eigentlich Frau Dr. Höll in den 80er Jahren gemacht hat. Ausweislich ihres offiziellen Lebenslaufes war sie 1976 bis 1990, also seit ihrem 19. Lebensjahr Mitglied der SED: http://www.barbara-hoell.de/willkommen/zur_person/ — Das dürfte so ziemlich das Gegenprogramm zu dem gewesen sein, wofür Balog als Mitglied kirchlicher Oppositionskreise seinerzeit einstand.

      • Randthema: Wer im Zusammenhang mit Ungarn das in Deutschland gebräuchliche und politisch korrekte „Sinti und Roma“ verwendet, bekundet seine Unkenntnis. Sinti gibt es nämlich in Ungarn kaum bis gar nicht. Dort leben Angehörige der Volksgruppe der Roma – die sich selbst als cigány bezeichnen -, der Beás und der Oláh-Zigeuner. Spielt – wie gesagt – keine entscheidende Rolle bei der Beschriebung der Probleme. Aber es zeigt gleichwohl, dass der Redner offenbar von der Ethnie keinen blassen schimmer hat. Ich höre dann doch lieber echten Experten zu, die sich tiefer mit den Menschen befasst haben – wie z.B. dem Fotografen und Autor Rolf Bauerdick.

        http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1367479/

      • „Ich frage mich, was eigentlich Frau Dr. Höll in den 80er Jahren gemacht hat.“

        Herr Balogh und auch viele, die heute bei Fidesz sind, haben sich Ende der 80-er Jahre weit aus dem Fenster hinausgelehnt, für Demokratie gekämpft und dabei Kopf und Kragen riskiert. Dass die Wende friedlich erfolgt, war damals nicht abzusehen. Es hätte gereicht, dass sich in Moskau das Blatt wendet und die Gegner Gorbatschows an die Macht kommen, dann wären Balogh, Orbán und viele andere wahrscheinlich im Knast gelandet. Bei vielen, die sich heute als die grössten Demokraten geben, aber vor der Wende viele Jahre Diktaturen gedient haben wäre die Verwandlung zu Demokraten wahrscheinlich ausgeblieben, wenn die Demokratiebewegung Ende der 80-er Jahre gescheitert wäre. Sie hätten den gleichen Diktaturen weitergedient, die die Protagonisten einer gescheiterten Demokratiebewegung bestraft hätte. Wahrscheinlich wäre es so gewesen…

  4. Passt so schön zu Leipzig.
    http://www.leipzig.de/de/buerger/newsarchiv/2012/Rede-zur-Demokratie-des-ungarischen-Schriftstellers-und-Historikers-Gyoergy-Dalos-24145.shtml
    *Unter diesen Bedingungen empfinde ich die Haltung einer Regierung als geradezu absurd, die sich im dritten Jahr ihrer Amtszeit mit den Vertretern der demokratischen Opposition nicht einmal zu einer Tasse Kaffee zusammenfinden will. *

    Klar doch, Schuld sind immer die Anderen.
    An wem Herr Dalos bie „demokratischer Opposition“ da wohl gedacht hat?
    Meines erachtens wird man momentan vor lauter Blicken nach rechts,ein wenig auf dem linken Auge blind.

    • Im Hinblick auf den Inhalt des MSZP-Strategiepapiers, die Fidesz als Feind identifiziert, den man um jeden Preis bekämpfen müsse und mit dem es keine Kompromisse geben dürfe, erachte ich die Aussage Dalos´ für ein wenig verkürzt.

  5. Lieber Turó Rudi, danke für die Veröffentlichung meiner Rede, was dem HV hicht eingefallen war. Sie fragen, wen ich unter demokratischer Opposition verstehe. Ich ging bisher davon aus, dass Sie ungarische Zeitungen lesen… Wenn MSZP – dies für HV – Fidesz als Feind bezeichnet, dass ist in meinen Augen nur ein Spiegelbild des Fidesz-Verhältnisses zur MSZP. Jede ziviliserte Regierung veruscht aus dem Feind Gegner zu machen und europäische Normen sind halt europäische Normen. Was ist hier „ein wenig verkürzt“, HV?

    • Lieber Herr Dalos,

      zwar erwähnen Sie, dass es die unsägliche Hasskultur von beiden Seiten gibt. Und wir hatten hier ja auch vor einiger Zeit einen fruchtbaren Dialog mit Herrn Kálnoky. Diese Passage Ihrer Rede, die sich mit den Verantwortlichkeiten befasst, macht jedoch (allein) die Regierung zum Verantwortlichen dafür, dass man aus der heutigen Situation nicht herauskommt:

      „Unter diesen Bedingungen empfinde ich die Haltung einer Regierung als geradezu absurd, die sich im dritten Jahr ihrer Amtszeit mit den Vertretern der demokratischen Opposition nicht einmal zu einer Tasse Kaffee zusammenfinden will. Dabei hat diese Regierung angesichts der desolaten wirtschaftlichen und sozialen Lage geradezu die dringende Pflicht, um der Zukunft unseres Landes willen eine breite gesellschaftliche, parteiübergreifende, ja nationale Konsultation einzuleiten.“

      Die Haltung der Regierung ist in vielen Punkten tatsächlich kritikwürdig. Dass ich so denke, sollte jeder wissen, der sich mit diesem Blog befasst. Wer von „nationaler Konsultation“ spricht, kommt eben nicht ohne die Opposition aus. Hier aber liegt zugleich der Knackpunkt: Es ist auch die Pflicht der Opposition (insbesondere der Sozialisten), auf die Regierung zuzugehen. Davon sehe ich seit 2010 gar nichts. Konstruktive Kritik an der Verfassung nebst Mitarbeit in den Ausschüssen? Fehlanzeige. Totale Verweigerungshaltung, wohin man nur blickt. Und zusätzlich die Verlagerung des Wahlkampfes auf die internationale Ebene; wer das sagt, ist kein Fanat und Verschwörungstheoretiker, sondern befindet sich in bester Gesellschaft, z.B. mit András Oplatka, der lange für die NZZ berichtete. Wer Ágnes Heller, György Konrád oder (schlimmer) Ferenc Gyurcsány über Orbán befragt, muss wissen, welche einseitigen Antworten er bekommt. Und will es auch. Und wer András Arató, den Gyurcsány-Handküsser, fragt, weiss es auch, Herr Dalos.

      Solche Figuren gibt es natürlich auf beiden Seiten, hierzulande ist das aber leider nicht bekannt, weil immer nur in ein Eck geleuchtet wird. Da wird ein in Ungarn weitgehend unbekannter Publizist namens Zsolt Bayer, der nur seinen rechtslastigen Lesern ein Begriff ist, plötzlich (sinngemäß) zum Starpublizisten Orbáns oder (wie Mr. dpa Gregor Mayer schrieb) zur „Stimme aus dem Unterleib Viktor Orbáns“. Das ist unerträglich. Auch Sie brechen – leider – trotz Ihrer Bereitschaft zum Dialog, die ich sehr ernst nehme, mit dieser traurigen Tradition nicht, indem Sie mit Kritik an der Linken und an den SZDSZ-Granden allzu sparen. Lediglich die Situationsbeschreibung stimmt, bei den Ursachen sind Sie, was die Linken angeht, bestenfalls halbherzig.

      Ich saß neulich mit einem jungen Fidesz-Abgeordneten zusammen (ich traf ihn auf einem Vortrag), der sagte mir, es würde wohl erst die nachfolgende Generation diesen Hass ablegen, der Zsolt Bayer und Rudolf Ungváry gemeinsam ist (obwohl beide Personen nicht aus dem gleichen Holz sind).

      Auch die MSZP ist also nicht bereit, über ihren Schatten zu springen, die Verantwortung der Regierung mit dem Beispiel „einer Tasse Kaffee“ zu umschreiben, halte ich daher für verkürzt. Ich meine hingegen, es ist durchaus vielsagend, wenn die MSZP in ihrem Strategiepapier offen sagt, dass Jobbik sie eigentlich nicht interessiert – für mich ein Zeichen, dass man Jobbik letztlich sogar braucht, um Fidesz (über die Gleichsetzung) zu bekämpfen. Ohne Jobbik fällt dieses Schwert aus der Hand. Ist das so absurd, dass man jede Debatte darüber abwürgt?

      Und anders gefragt: Ist den wirklich alles, was Orbán tut, so schlecht? Gibt es im Mediengesetz nicht sinnvolle Passagen, ist die Verfassung in vielen Punkten nicht ein Schritt in die richtige Richtung, ist die Neuregelung der Wahlbezirke nicht ein lang fälliger Schritt, ist die Roma-Politik nicht der erste ernstzunehmende Versuch, das Elend zu beenden? Kein positives Wort geht dieser alten SZDSZ-Garde und anderen Orbán-Bekämpfern über die Lippen. Es ist wie 1998-2002, auch damals wurde alles in Bausch und Bogen verdammt. Zu Unrecht. Meinen Sie, Orbán wurde dadurch gesprächsbereiter?

      Zudem darf man nicht vergessen, welchem Lager die Akteure solcher bodenloser Frechheiten wie „Nationale Träume“ im ORF zugehörig sind. Sie, Herr Dalos, zähle ich nicht zu diesen komplett verbohrten, obwohl auch Sie sich schwerttaten, diese Leute, denen Sie immerhin näher stehen als den Konservativen (das ist so und keineswegs als Kritik gemeint, jeder hat die politische EInstellung, die er will!) für ihre Haltung zu kritisieren. Nehmen wir nur György Konrád, der Orbán einfach mal als schlechten Menschen bezeichnet und letztlich dafür eintritt, Ungarn für seinen Regierungschef zu bestrafen; denn sie müssten ihn ja nur vertreiben, und das Leid wäre vorbei. Solche Sichtweisen einer demokratisch nicht legitimierten Person des öffentlichen Lebens halte ich für schäbig und ja: So etwas erlaubt sich hierzulande nur Günther GRass, den nimmt politisch aber zu Recht niemand mehr ernst. So etwas schürt genau den Hass, von dem Sie sprechen. Sprechen Sie also bitte auch von denjenigen, die aufgrund ihrer Bekanntheit Zugang zu den „Meinungsmachern“ haben und diese Nähe für ihren politischen Kampf nutzen.

      Ich habe in den Jahren 2000-2002, als der Tonfall sich schon einmal verschärfte, Orbáns Reaktion hierauf sehr kritisch gesehen. Heute sehe ich vieles immer noch nicht ein, insbesondere liegt mir nationaler Pathos nicht, aber ich verstehe besser, was er seinerzeit sagen wollte, als er von den „a hazánk lejárató sajtócikkek“ sprach. Er sprach von denen, die um des eigenen politischen Fortbestehens Willen nicht einmal davor zurückschrecken, Ungarn als Diktatur zu diffamieren. Natürlich immer nur, wenn gerade Fidesz am Ruder ist. Von 2002-2010 herrschte Ruhe. Auch Sie, denke ich, können mir das nicht plausibel erklären.

      Bei Herrn Pfeifer ist, im Bezug auf Gesprächsbereitschaft, Hopfen und Malz verloren. Bei Ihnen nicht, denke ich. Zerstören Sie meinen Glauben daran nicht und glauben Sie mir bitte, dass auch mir am DIalog liegt. Wir nähern uns ihm nur von unterschiedlichen Seiten. Und ich bin weniger bekannt und bedeutend als Sie. Mit letzteren kann ich gut leben.

  6. Ja, liebe HV, wir sind alle verkrampft und haben dafür gute Gründe. Die Verantworung ist gemeinsam, aber Fidesz hat die Regierung und der erste Schritt zum Dialog soll eben von dieser Seite kommen. Als Herr Balog vorgestern in der Sakristei der Nikolaikirche zu meiner Rede gratulierte, mit der er, wie er sagte zu „95 Prozent“ einverstanden gewesen sei, hoffte ich, dass dies der Ausgangspunkt zu einem Gespräch sein wird. Leider hat er am nächsten Tag bereits in seinem Interview kein Wort über diees Ereignis fallen lassen. Offensichtlich herrscht das Lagerdenken nicht nur auf unserer Seite. Politik is aber wirklich ein Geduldspiel, und ich bin nicht einmal ein Politiker.

    • Lieber Herr Dalos,

      schön, dass Sie diesen Augenblick Ihrerseits hier erwähnen. Vielleicht können Sie ja eine Geste machen und dieses oder jenes Wort von Balog öffentlich als vernünftig anerkennen…. Er ist einer der wenigen, der sachdienliche Kooperation mit linken Persönlichkeiten aktiv praktiziert. Ich fand ihn da relativ unverkrampft.

  7. Danke, Herr Kalnoky, ich komme auf Ihren Vorschlag noch zurück. Zu HV: Die „totale Verweigerungshaltung“ wäre m. A. Erachtens relativ leicht aufzulösen. Sagen wir, Herr Orbán zeigt sich bereit zu einer Konsultation mit allen demokratischen Parteien und zivilen Gruppen über die ziemliche triste finanzielle Lage des Landes und würde aus dieser niemanden ausschliessen. Meines Wissens gibt es in Ungarn keine Partei ausser der Jobbik, die nicht auf dem Boden der Republik steht. Eine derartige Geste hätte die Atmosphäre verbessert, die kleinerein Parteien (MSZP, LMP) fühlten sich nicht mehr so in die Ecke getrieben. Oder: Dieselben Versicherungen, welche die Regierung im Einzelnen gegen die rechsradikale Gefahr aussprach (Nulltoleranz gegen Rassismus, Antisemitismus), zusammen mit anderen, in der Regierung nicht vertretenen Gruppen verkünden würde. Das sind nur vage Vorstellungen, aber ich glaube, sie hätten einiges bewirken können. Warum will eine so starke Regierung ihre Opponenten mit ihrer Grosszügigkeit in Verlegenheit bringen?

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