Ungarn-Themenabend im ORF (26.09.2012) – Sendungen in der ORF tvthek

Die beiden ORF-Sendungen von gestern Abend sind mittlerweile bei der Mediathek abrufbar:

Menschen und Mächte: http://tvthek.orf.at/programs/170407-Menschen—Maechte

Club 2: http://tvthek.orf.at/programs/1283-Club-2

Nachtrag vom 10.10.2012:

Die ORF Mediathek hat die Lendvai-Reportage mittlerweile nicht mehr im Angebot. Hier ist sie jedoch weiterhin verfügbar:

http://mandiner.blog.hu/2012/10/10/lendvai_magyarorszaga_bucsu_a_minosegi_ujsagirastol

Advertisements

21 Kommentare zu “Ungarn-Themenabend im ORF (26.09.2012) – Sendungen in der ORF tvthek

  1. Jenseits und abseits des Zählens der Wortmeldungen der einzelnen Parteien (Fidesz etc.) einige sachliche Fehler im Lendva-Film:
    a) Horthy habe den NC erfunden. Meines Wissens lässt es sich nicht direkt nachweisen, dass er dessen Einführung selbst in Auftrag gab, also dass die Initiative dafür von ihm ausging.
    b) Horthy habe den „nationalen Charakter“ der Ungarn erfunden, hieß es im Film. Dies ist, mit Verlaub, Bullshit. Diskussionen über den vermeintlichen nationalen Charakter der Ungarn (Stichwort „lovasnemzet“ bei Zsolt Beothy (?)) gab es schon im 19. Jh.
    c) Horthy habe 1940 Siebenbürgen zurückbekommen. Sachlich ebenfalls falsch, denn nur ein Teil Siebenbürgens kehrte damals wieder zu Ungarn zurück.

    Und dann gab es noch die polemischen Aussagen über Pusta-Putin etc. zurück, aber das ist wieder Polemik, also Ideologie, also soeht es jeder wie er es möchte. Solche sachlichen Fehler wie da oben hätte man aber von so einem Film nicht erwartet.

    • „Die Wahl 2010 gewinnt Orbán mit der populistischen Forderung, die Verantwortlichen der sozialistischen Regierung vor Gericht zu bringen“
      (bei ca 11:00 min)

      So ein Blödsinn. 2/3-Mehrheit nur wegen dieses Themas? Hatte nicht die Lüge von Öszöd, die Misswirtschaft und das Fehlverhalten der Polizei in 2006 etwas mit dem überragenden Wahlsieg zu tun? Für wie dumm hält Frau Morgenthaler die Ungarn eigentlich?

  2. Und weiters puncto sachliche Fehler:
    „Reichsverweser und Hitlerfreund Admiral Horthy…“
    bei ca. 10:16 „Orbán verliert gegen Gyurcsány…“

  3. Hab ich gerade gefunden.HV sie sind enttarnt:
    „…. in ungarn kennen prőhle nur eingeweihte. es wird auch gemunkelt, daß er hinter dem blog hungarian voice steckt, auf dem mitunter sehr eigenartige ansichten vertreten werden.“
    Hätte doch glattweg das Zeug zum Brüller des Tages.
    Ach, ja immer diese Ungarnfreunde .

  4. Mein Fazit zu dem ORF-Film: Ja, die Auswahl der Interviewten ist nicht ausgewogen und damit auch der Film nicht. Interessant fand ich vor allem den O-Ton des Taxifahrers. Oder den, wenn er über seine Erlebnisse spricht, immer noch fassungslosen András Schiff. Es ist wirklich was anderes, diese Äußerungen im Film zu sehen, als nur in der Zeitung zu lesen. Gyurcsány so ausführlich zu bringen, war recht ungeschickt. Aber wir sollten wenigstens zur Kenntnis nehmen, dass sich der ORF auch um ein Interview mit Orbán bemüht, jedoch keins bekommen hatte (so jedenfalls Lendvai).

    Lendvai schien in der anschließenden Diskussion mit dem Werk, das zwar auf seine Idee zurückgeht, aber von Frau Morgenthaler umgesetzt wurde, nicht ganz glücklich zu sein. Überhaupt war die Diskussion interessant: Wer hätte gedacht, dass sich Váradi und Pröhle dutzen? Und wer hätte gedacht, dass sich Ungváry rechts von der Mitte einordnet und vor allem darüber empört ist, dass eigentlich konservative Leute wie er von Fidesz ausgegrenzt werden, weil sie nicht den Stallgeruch der Partei haben. Das ist ja wie bei Sólyom.

    • Hat Júlia Váradi einen anderen Film gesehen als ich? Sie behauptet:

      „A film azért volt deprimáló, mert egyrészt Magyarország deprimáló. Másrészt meg azért, mert a megszólaltatottak közül – legyenek azok szélsőjobboldaliak, jobboldaliak, liberális elkötelezettségűek vagy szocialista látószögűek, mert tényleg mindenféle ember megszólalt – mindenki úgy beszélt arról, ami ma Magyarországon történik, és ami a közelmúltban zajlott, hogy azt lehetett leszűrni, hogy ez egy elveszett ország.“

      „Der Film war einerseits deswegen deprimierend, weil Ungarn deprimierend ist. Andererseits deshalb, weil unter den Befragten – ob dies rechtsextrem, rechtskonservativ, liberal Eingestellte oder Sozialisten waren, denn es kam wirklich jede Seite zu Wort – jeder sprach von Ungarn so, als sei es im Hinblick darauf, was hier passiert und in der jüngeren Vergangenheit geschah, ein verlorenes Land.“

      Wer kann mir die Aussage Váradis erklären? Ich verstehe nämlich trotz zweimaligem Ansehen der Doku nicht, was sie meint. Ich habe erstens nicht den Eindruck, dass alle Seiten angemessen zu Wort kamen, zum anderen habe ich nicht den Eindruck, als hätte jemand außer den Jobbik-Anhängern und den Linksliberalen Ungarn als verlorenes Land dargestellt.

      Ich muss zum Schluss kommen, dass Júlia Váradi eine Lügnerin ist.

      • Lassen Sie mal diese harten Worte über die Lüge, HV. Váradi glaubt wahrscheinlich im Gegensatz zu Ihnen einfach den Worten Ungvárys, der sich in der Diskussionsrunde nach dem Film selbst als Rechtskonservativen bezeichnet und dies damit illustriert hat, dass er wegen des Schicksals der von Assimilierung bedrohten Auslandsungarn trauere, von der Fidesz-Regierung aber trotzdem als außerhalb der Nation stehend eingeordnet werde.

        Wenn wir bspw. den Taxifahrer, Ungváry, Schiff und Gyurcsány zusammen nehmen — dann haben wir schon vier Figuren, die der Aufzählung von Váradi entsprechen, auch wenn die Auswahl der Interview-Partner insgesamt natürlich nicht ausgewogen war. Ich denke, Fidesz sollte mal über seinen Umgang mit unabhängigen Konservativen nachdenken.

        Ist Ihnen aufgefallen, wie Pröhle an einer Stelle der Diskussion betonte, dass die 2/3-Regierungsmehrheit in der Tat ein ziemlich „bunter Haufen“ sei? Ich habe das so interpretiert, dass er als Regierungsvertreter auch nicht mit allem einverstanden ist, was einige seiner politischen Freunde (Parteifreunde kann ich nicht sagen, weil Pröhle im Film andeutet, dass er gar kein Fidesz-Mitglied sei) von sich geben.

      • Ich bleibe dabei. Die von mir übersetzte Stelle zeigt, dass Váradi den Themenabend an einer entscheidenden Stelle falsch wiedergibt. Ich nenne das Lüge. Vielleicht revidiere ich mein Urteil, wenn Sie mir erklären, welche (Plural!) Konservativen Ungarn als verlorenes Land darstellten. Selbst wenn Sie der lächerlichen Zuordnung Ungvárys als Rechtskonservativer zustimmen, sehe ich nur einen.

        Und vergessen wir nicht, wie Váradi finanzielle Zuwendungen der MSZP an Klubrádió bestritt. Zwar war es „nur“ die MSZP-nahe Táncsics-Stiftung, die den Sender für seine MSZP-Propaganda (insbesondere zu Gunsten Gyurcsány) belohnte. Aber mit den Schultern zu zucken und dumm zu fragen, „wo ist denn das Geld“, ist halt auch nicht ganz wahrheitsgetreu.

        Wer Klubrádió kennenlernen will, kann sich dieses Bild ansehen. Es zeigt den Inhaber, Arató (mit Käppchen), und den MSZP-MP Gyurcsány nach dessen Wiederwahl:

        https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/10/01/klubradio-die-mar-vom-anschlag-auf-einen-unabhangigen-sender/#jp-carousel-3586

        Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Oder, Ungarnfreund?

      • Also wenn einer von sich selbst sagt, dass er ein Rechtskonservativer ist, dann fällt es mir schwer, einfach zu sagen: Nein, Sie sind ganz eindeutig ein Linksliberaler. Der Fall Ungváry sen. ist also sehr bemerkenswert und verdiente meines Erachtens eine genauere Betrachtung, wozu ich mich mangels vertiefter Kenntnisse seiner sonstigen Auftritte aber nicht in der Lage fühle. Was den Plural („Rechtskonservativen“) angeht, haben Sie natürlich Recht. Da ist Váradi ungenau. Richtig ist aber auch, dass in Ungarn wirklich ganz verschiedene Menschen unzufrieden mit der Regierung sind. Laut Umfragen angeblich 60-80% der Befragten. Können ja nicht bloß alles linke Stinkstiefel sein.

        Zur Finanzierung von Klubradio habe ich an anderer Stelle schon was gesagt. Váradi könnte auch einfach darauf abgestellt haben, dass das Geld der Tancsics-Stiftung 1. nicht mehr fließt und 2. man trotzdem nicht einfach irgendwelche Direktiven umsetzte, bloß weil man von dieser Stiftung Mittel erhielt. Váradi und Pröhle haben das in der Sendung nicht wirklich ausdiskutiert. Aber unterm Strich bleibt, dass beide hübsch polemisiert haben. Der Sender wird nicht gleich zum „Parteisender“ (Pröhle), selbst wenn er von einer parteinahen Stiftung Überbrückungsgeld bekommt. Wenn Sie darauf bestehen, dass Váradi gelogen hat, müssen Sie Pröhle wohl desselben bezichtigen.

        Zu dem Foto fallen mir erstmal die folgenden Fragen ein:

        – Von wann stammt die Aufnahme?
        – Von wann bis wann griff die Tancsics-Stiftung dem Sender unter die Arme?
        – Wie stehen eigentlich Tancsics-Stiftung und DK zu einander?

        Wenn es Sie beruhigt: Ich fand die ORF-Formulierung, Klubradio sei ein unabhängiger „Kultursender“ auch nicht ganz astrein. Er macht schon mehr Politik als Kultur und er steht fest im linksliberalen Lager. Aber das macht ihn nicht zum Sprachrohr einer bestimmten Partei.

      • Zu Ihren Fragen:
        – Die Aufnahme stammt aus 2006
        – Im Jahr 2011 floss definitiv ein Betrag in Höhe von 10 Mio. Forint an Klubrádió
        – Wie die Stiftung zur DK steht, weiß ich nicht. Allerdings sorgte Gyurcsány dafür, dass Klubrádió das Geld ausbezahlt bekam.

        Mit „Kultur“ hat Klubrádió nichts zu tun. Der Sender ist ein MSZP-freundlicher politischer Sender. Kein Grund, ihn zu bekämpfen, aber von „Unabhängigkeit“ kann keine Rede sein. Alles andere, auch was Ihre reflexartige Retourkutsche gegen Pröhle angeht, ist lauwarmes Gerede 🙂 …

      • Váradi fühlte sich vermutlich in ihrer journalistischen Ehre gekränkt, als ihr Sender Klubradio, der sie ihrer Aussage nach nicht mal anständig bezahlen kann, von Pröhle so mir nichts dir nichts als “Parteisender” bezeichnet wurde. Das Label “Parteisender” ist trotz der Finanzspritze durch die Tancsics-Stiftung und trotz des Handkusses mit Sicherheit genauso falsch wie das vom ORF verwendete Label “Kultursender”. Und in Talkshows wird in der Tat viel Lauwarmes geredet. Mehr habe ich zu dem Hin und Her zwischen Váradi und Pröhle eigentlich nicht mehr zu sagen.

    • Bisschen übereifrig, wenn man bedenkt, dass der Chef des Botschafters (Staatssekretär Pröhle) den ORF-Film schon in der anschließenden Talkrunde ausgiebig kritisiert hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s