Die Presse bietet Ex-Ministerpräsident Gyurcsány ein Forum

Die österreichische Tageszeitung Die Presse lässt den Ex-Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány zu Wort kommen:

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1295632/Gyurcsny_Viktor-Orbn-ist-ein-Putinist

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6 Kommentare zu “Die Presse bietet Ex-Ministerpräsident Gyurcsány ein Forum

  1. Es ist schlichtweg absurd, solche Aussagen als Journalist stehen zu lassen:

    „Die ungarische Gesellschaft ist eine halb feudale Gesellschaft. Sie ist durch und durch staats- und obrigkeitsgläubig. Die Mehrheit der Ungarn begibt sich lieber in persönliche Abhängigkeiten, als dem Gesetz zu vertrauen. So ist vielleicht auch der Deal zu verstehen, den Orbán mit der Gesellschaft geschlossen hat: Wohlstand gegen Freiheit. Diesen Deal hat seinerzeit auch das kommunistische Kádár-Regime mit der Gesellschaft geschlossen. Ich muss hier natürlich hinzufügen, dass Orbán auch mit Talent und Charisma gesegnet ist, und er versteht die ungarische Volksseele zu bedienen wie kein anderer. So geht er sehr bewusst daran, menschliche Gefühle wie Niedertracht, Neid und Egoismus für seine Politik zu instrumentalisieren.“

    Eine beleidigte Leberwurscht von politischem Versager und Lügner, der sich heute mit Hungerstreiks und Besuchen im Plattenbau ins Gerede bringt, maßt sich ein Werturteil der o.g. Art über die Menschen an, die ihn seinerzeit gewählt haben und von ihm bitterst enttäuscht wurden. Ich hoffe, seine Aussagen erreichen die Ungarn, damit die wissen, auf was sie sich gefasst machen müssen, wenn sie so dumm sind, Gyurcsány ihre Stimme erneut zu geben. Dieser Mensch hat einfach nur Verachtung für das Volk übrig, auch wenn er sich als Volkserzieher geriert. Und wenn er, der als ökonomischer Profiteur des Systemwandels – und damit auch der Seilschaften des Kádár-Systems – das heutige System mit damals vergleicht, dann hat er offenbar wirklich vergessen, woher er kommt und wie er zu Geld (und seinem Diplom…) gekommen ist. Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte!

    Dass der ORF diesen Mann zu Wort kommen lässt, überrascht mich nicht: Lendvai, der seine Bewunderung gegenüber Gyurcsány schon im Buch „Mein verspieltes Land“ zu erkennen gab (er ist ja laut Lendvai der einzige, der Orbán das Wasser reichen kann), lässt grüßen. Dass die Presse zur Stichwortgeberin wird, ist einfach nur noch traurig.

    • Interessant finde ich die Wortwahl der „ungarischen Volksseele“. Da war doch was… Mal sehen ob sich Pfeifer und Co. jetzt auch so empören…

    • Ich würde es nicht so harsch ausdrücken, aber auch mir fiel auf, dass Gyurcsány hier einen schweren politischen Fehler begangen hat. Aus solcher öffentlichen Schelte des Volkes durch einen aktiven Politiker kann ein schwerer Bumerang werden. Das riecht nach Elitismus, aber auch nach schwerer Enttäuschung und Entfremdung von der Wählerschaft. Gyurcsány glaubt wahrscheinlich immer noch, dass er doch nur das Beste wollte, aber keiner ihn verstanden hat. Wir hatten die Diskussion schon an anderer Stelle, wo ich wegen solcher Aussagen gleich zum Gyurcsány-Freund gestempelt wurde. Aber ich wiederhole trotzdem noch mal: Der Mann trägt tragikomische Züge.

  2. HV!
    Sie haben meine Meinung perfekt kommentiert.
    Dem ist nichts hinzufügen.
    Was die Presse betrifft ; der Untergang ist nicht aufzuhalten, leider.
    Die ehemalige bürgerlich-konservative Zeitung ist nur noch ein Schatten
    seiner selbst .

  3. HV meiner Meinung nach tun Sie dem Frage stellenden Journalisten Unrecht. Dieser hat ja nicht die Aufgabe in eine polemische Diskussion mit dem Befragten einzutreten, sollte aber kritische Fragen stellen. Und das hat Herr Bognár getan.
    Und wie man es auch immer dreht oder wendet ist ein Gespräch mit einem ehemaligen Ministerpräsidenten für jede Zeitung interessant.

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