Standard: Paul Lendvai sieht „Juden im Visier“

Der in Ungarn geborene und in den 50er Jahren nach Österreich emigrierte Publizist Paul Lendvai sorgt sich wegen der Rede des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in Ópusztaszer:

http://derstandard.at/1348285402753/Juden-im-Visier

 

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5 Kommentare zu “Standard: Paul Lendvai sieht „Juden im Visier“

  1. Lendvai ist nicht nur boshaft in seiner Art, Artikel zu schreiben (1). Offenbar baut er auch intellektuell sukzessive ab (2).
    Ad 1.1: Einen antisemitischen Überfall hat es neulich auch in Wien gegeben, wobei der Täter meines Wissens nicht ausgeforscht werden konnte. In Ungarn wurden die Täter zum Glück sofort ausgeforscht. Hoffentlich wird ihnen eine hohe Strafe zuteil. Das Gesetz verbietet diese Übergriffe, die unabhängige ungarische Justiz wird den Rest machen. Die Regierung plant nicht, daran etwas zu ändern.
    Ad 1.2: Lendvai bleibt den Lesern schuldig, was er mit „jüngsten, kaum kodierten antisemitischen Tönen in den Fidesz-Medien“ meint. Wenn sie bestehen würden und kaum kodiert wären, könnte er sie ja im Standard zum besten geben. Somit könnte ihm jeder zustimmen. Somit bleibt seine Behauptung nur miese Angst- und Stimmungsmache.
    Ad 1.3: Nicht einmal Gregor Mayer vom Standard unterstellt der von ihm Blut-und-Boden-Rede genannten antisemitische Töne.
    Ad 2.1: Die Überleitung von der Mailath-Story zu Ungarn (5. Absatz, wenn man den Untertitel einrechnet) hat eine lupenreine Themenverfehlung, weil sie nichts mit der vermeintlichen Bedrohung der Juden in Ungarn zu tun hat. Sie ist nur gehässig und ein peinlicher Versuch, seine miese „Doku“-Darbietung zu objektivieren (er schreib so, als ob er sie nicht gedreht hätte) und ihre schlechte Qualität zu relativieren.
    Ad 2.2. Der letzte Satz seines Artikels ist deckungsgleich mit dem Untertitel und ist ebenfalls unseriöse Propaganda.

    • Zu 1.1.: Die letzten beiden antisemitischen Täter hat man in Budapest schnell ausfindig gemacht. Aber weiß man auch, wer den Landesrabiner a.D. Schweitzer angegriffen hat? Sie wollen wahrscheinlich wieder suggerieren, dass eine rechte Regierung härter durchgreift, auch gegen Rechtsextreme. Ich halte das für eine Mär.

      Zu 1.2.: Neben Kolumnen müssen normalerweise Artikel stehen, in denen die Hintergründe ausgeleuchtet werden. Hier gebe ich Ihnen mal Recht.

      Zu 1.3.: Lendvai sagt nicht, dass die Blut-und-Boden-Rede antisemitisch war. Er sagt, dass sie die jüdische Gemeinde beunruhigt hat. Spielen wir den Zusammenhang zwischen Nationalismus und Antisemitismus nicht herunter. Beide verstärken sich in der Regel gegenseitig, wenn sie auch nicht deckungsgleich sind.

      2.1.: Die Überleitung finde ich ebenfalls nicht besonders gelungen.

      2.2.: Die Behauptung, dass die ungarischen Juden mehr Angst vor Fidesz als vor Jobbik hätten, müsste man wenigstens mit Zitaten belegen. Verstehen könnte ich aber die folgende Haltung: offener Antisemitismus ist „besser“, weil berechenbarer als verdeckter Antisemitismus.

  2. Obwohl man weiß wer für Inserate, die im kuruc geschaltet werden Geld in Ungarn kassiert, sind die ungarischen Behörden nicht in der Lage sind, die Gesetze verletzende Website abzuschalten, indem man die Schreiber und die Macher, die sich in Ungarn aufhalten, dingfest macht.
    Man redet sich da lieber auf die USA aus.
    Wir in Österreich hatten eine ähnliche Website (alpendonau), die auch ihren Server in den USA hatte, trotzdem gelang es den Behörden, die Schreiber und Macher dingfest zu machen.
    Wer immer über Antisemitismus in Ungarn schreibt, dem wird entgegengehalten, dass es eine blühende jüdische Kultur gibt, und wie das ehemalige jüdische Viertel (Dob und Dohánystrasse) wieder zur Attraktion wird.
    Das stimmt, steht jedoch nicht im Widerspruch zur Politik von Fidesz, den Wind aus den Segeln von Jobbik zu nehmen, indem man ihre Forderungen – wie zum Beispiel die feierliche Bestattung des József Nyirö – erfüllt.
    Man spricht mit zwei Zungen, im Ausland versucht man es als lupenreiner Demokrat und im Inland macht man da und dort gemeinsame Sache mit Jobbik.

  3. *Man spricht mit zwei Zungen, im Ausland versucht man es als lupenreiner Demokrat und im Inland macht man da und dort gemeinsame Sache mit Jobbik.*
    Komisch da hat Jobbik wohl selber ein ganz andere Meinung darüber.

    Da lag doch vorgestern eine „Zeitung“, bei mir im Briefkasten ((Postwurfsendung an alle Haushalte übrigens, das nur mal zur Klarstellung)

    Hallo, dachte ich was ist das denn und es hat zugegebenermaßen eine Weile gedauert bis bei mir der Groschen fielum festzustellen, dass dieses Machwerk von Jobbik ist/war.
    Die hätte nämlich genau so gut von der „Gegenseite“ sein können, denn die erste groß aufgemachte Forderung war: DIE REGIERUNG MUSS WEG!!!
    und das zweite worüber man sich mächtig empörte, dass die TEK die Jobbik im Visier hat und an deren „Beseitigung“ arbeitet.
    Zitat:
    Hajdu János, a TEK főigazgatója
    szólta el magát: a Jobbikot egy
    megoldandó kezelhető problémának nevezte.
    hiszen a kijelentésből
    az következik, hogy költségvetésből működő szervezet dolgozik ezen a
    problémán – vagyis a Jobbik – megszüntetésén.
    Ha ezt valóban így gondolják, akkor a TEK-en belül
    működik egy osztály, amely ezzel foglalkozik,
    illetve létezhet egy kész terv, forgatókönyv ennek
    a megoldására.

    Die Jobbik steht im Visier der TEK?
    DER TEK, die in ihrem Wappen keinen heraldischen „Reichsadler“ hat, sondern einen völkischen Turul ?
    Die TEK, die bei Kritikern als “Orbáns Geheimpolizei” gilt?
    Na, sowas !

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