Ungarn schlägt die Türkei 3:1 – Orbán und Bajnai in der selben Loge

Ist es ein Zeichen? Eine göttliche Eingebung, zu was Ungarn in der Lage wäre, wenn alle an einem Strang zögen oder jedenfalls kultiviert miteinander umgehen würden?

Wer weiß. Jedenfalls konnte Ungarn gestern die Türkei in der WM-Qualifikationsrunde mit 3:1 schlagen. Und die Chancen der Türkei auf eine WM-Teilnahme damit beenden.

Bemerkenswertes Detail: Ministerpräsident Viktor Orbán, Parlamentspräsident László Kövér, Justizminister Tibor Navracsics und der ehemalge Staatspräsident Pál Schmitt verfolgten das Spiel aus der selben Loge wie der aktuell als Orbáns Gegenkandidat für 2014 gehandelte, ehemalige Ministerpräsident Gordon Bajnai.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ist es Zufall, dass Ungarn ein so gutes Ergebnis gerade dann einfährt, wenn sich kleine Zeichen von „Normalität“, wenn auch nur auf der Fantribüne eines Fußballstadions, ergeben? Hoffen wir, dass die Akteure die Zeichen erkennen – wie es Orbán jüngst bei der Einweihung einer Statue formulierte.

Zugegeben, für Jubelschreie ist es zu früh. Denn ziemlich verkrampft sehen Bajnai und Orbán schon aus. Bajnai ließ übrigens verlautbaren, er habe nicht bemerkt, dass Orbán hinter ihm stehe. Klar. Willkommen in Ungarn. 🙂

Matolcsy-Paket: Neue Sparmaßnahmen – böser Bube EU?

Wie das Internetportal Index.hu berichtet, hat sich Ungarn zu weiteren Sparmaßnahmen und Belastungen der Steuerzahler entschieden. Wirtschaftsminister György Matolcsy teilte mit, die Regierung gehe – anders als die EU – davon aus, dass auch mit den bisherigen Maßnahmen das Defizitziel erreicht werden könne. In Anbetracht der Zweifel aus Brüssel habe man sich jedoch zu weitergehenden Maßnahmen entschlossen.

http://index.hu/gazdasag/magyar/2012/10/17/367_milliardos_csomag/#

Nach den jetzt beschlossenen Maßnahmen wird u.a. die Bankensteuer im Jahr 2013 nicht (wie ursprünglich geplant) auf die Hälfte reduziert, die Finanztransaktionssteuer steigt von einem Tausendstel auf zwei Tausendstel der Bemessungsgrundlage, ferner wird eine öffentliche Abgabe für unterirdische Leitungen (Strom, Wasser, Abwasser) eingeführt.