NZZ und Presse über die Rückkehr Gordon Bajnais in die Politik

Der ehemalige ungarische Ministerpräsident (2009-2010) Gordon Bajnai hat die gestrige Kundgebung der Zivilorganisation Milla benutzt, um sein Comeback auf die politische Bühne zu verkünden:

http://www.nzz.ch/aktuell/international/rueckkehr-bajnais-in-die-politik-1.17711287

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1304725/Ungarn_Linke-zaubert-Messias-Bajnai-hervor

 

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18 Kommentare zu “NZZ und Presse über die Rückkehr Gordon Bajnais in die Politik

    • „Bajnai ( … ) gelang es, Ungarn vor dem Staatsbankrott zu retten.“

      Er hat es nötig, denn ohne solche Lobhudelei bliebe er für alle Ewigkeit der Mann ohne Gesicht, mit dem die Kommunisten 2009 ihre Peinlichkeit Gyurcsány ersetzten.

      HV hatte ja das lustige Foto vom Spiel gegen die Türkei eingestellt, auf dem Orbán als Kulisse für Bajnai dient.

      Ich bin wirklich gespannt, wie lange es noch dauert, bis diese Messias-Marionetteder den ordentlich gewählten Ministerpräsidenten Ungarns ersetzt.

      Apropos, meine Bank will mir 150 € schenken, wenn ich bis zum 30.11.2012 meine Freunde oder Bekannten von einem Not-Kredit – im Prospekt steht Top-Kredit – überzeugen kann.

      Jetzt frage ich mich, warum die bei meiner Bank denken, dass ich ’ne miese Drecksau bin, die Freunde und Bekannte für 150 € ins Unglück stürzen würde?

      Warum halten die mich für den Messias?
      Wollen die sich wirklich mit 150 Eurolingen vor dem Bankrott retten?

      Ist das der Zeitgeist?

      • @ Herche: Frau Balogh sieht das ganz anders. Sie lobhudelt auch mit. Und freut sich auch über einen Messiah – was unterscheidet sie eigentlich von den Fideszanhängern?

        „If there is a clear winner of the day it is certainly Gordon Bajnai. I always liked him and was impressed by the quiet, resolute way in which he managed to save Hungary’s sinking financial ship during one short year in office.“

        https://hungarianspectrum.wordpress.com/2012/10/23/a-great-speech-gordon-bajnai-the-hope-of-the-hungarian-opposition/

        Amen.

        Ungarn ist wirklich verkehrte Welt. Wenn die Linke einen neoliberalen Großkapitalisten wie Bajnai braucht, um sich zu einen. Zeigt, in welchem Zustand die ungarische Linke ist. Eigentlich gibt es sie gar nicht.

      • @HV: Sie sollten etwas mehr differenzieren. Ungarn ist nicht verkehrte Welt, sondern Spiegelbild dieser Welt.

        Das Klientel der Linken in Ungarn braucht frisches Geld und deshalb braucht es eines Bajnais.

        Oder können Sie sich Orbán als Croupier in einer Spielbank vorstellen?

        Ich meine, der käme doch nicht einmal durch die Einlasskontrolle. Weil Spielbanken Wert auf Etikette legen.

        Ich bleibe wegen der Etikette bei Marionette.

    • „Wenn die Linke einen neoliberalen Großkapitalisten wie Bajnai braucht, um sich zu einen… “

      … dann ist sie das, was sie immer wahr. Und sie hat das, was sie immer hatte, nämlich ein Dilemma.

      Die Dilemmata der Linken sind seit Marx unverändert.

      Dilemma 1.0

      Die Linke ist käuflicher als jede Straßenhure.

      Wer Geld hat und sich Zuneigung kaufen will, bekommt bei einer Straßenhure sogar Huckepackverkehr. Das ist in jedem Fall mehr, als die Linke jemals bieten konnte. Du zahlst für Lust und hast die Lustseuche gratis.

      An die Zukunftsaussichten, wie sie am Brückenkopf der Elisabeth-Brücke zu Budapest in den Himmel gemalt wurden, musst du glauben. Dann bekommst du von den Bankstern bestenfalls einen Huckepack-Kredit (Piggyback). Wenn Du aufwachst, hast Du gar nichts mehr und hörst ihn sagen:

      “I’m having a very good crisis”

      Quelle: http://louisproyect.wordpress.com/2009/04/02/george-soros-im-having-a-very-good-crisis/

      Dilemma 2.0

      Die ungarische Linke sehnt sich nach einem Louis, aber sie hat nur Luden.

      Dilemma 3.0

      Budapest ist nicht Versailles, „Haza und Haladás“ nicht die „Bilderberger Konferenz“. Auf der thronte 2011 nur Steinbrück von den deutschen Sozialdemokraten.

  1. Interessante Artikel über Bajnai. Aber damit hat man natürlich noch lange keinen vollständigen Überblick, über das, was am 23.10.2012 außerdem alles in Budapest passierte. Wenn das der jeweils einzige Artikel in der NZZ bzw. Presse über diesen Tag war, dann ist das auch wieder eine klare politische Aussage der Verfasser, aber noch keine ausgewogene Darstellung.

    • Nun den vollständigen Überblick erhalten sie hier.
      http://www.millamedia.hu/
      Womit man selber gleich widerlegt, was man so in die Welt posaunt, was man versucht der Welt einzureden.
      Ich habe mal einen Domainchek gemacht, wo denn die Seite gehostet wird etcpp. und siehe da: in Ungarn..hätte ich mir aber sparen können, steht nämlich schon bei mandiner

      • Beeindruckende Menge an der Erzsébet Híd, Pesti Hídfö. Die Rede Bajnais fand ich sehr, sehr hölzern. Er ist eben keine „Rampensau“. Das muss man Orbán lassen: Er ist ein guter Redner.

      • Der Vortragsstil ist in der Tat nicht besonders mitreißend. Das mag teils am Redner liegen, teils an der nicht perfekten Tontechnik. Trotzdem hat es der Redetext in sich. Ich blieb z.B. gerade an der Aussage bei 2:52:40 hängen: „Diese Regierung sagt von sich, sie sei stark (erös), dabei ist sie bloß aggressiv (eröszakos).“ Das finde ich sehr zutreffend. Da spricht ein ganz anderer Typ von Politiker, einer, der mich einfach mehr überzeugt.

      • Gregor Mayer erklärt in der selben Euphorie (Messiah!) wie Eva Balogh seinen Lesern mal eben, es habe ein „Hauch von Obama 2008“ in der Luft gelegen. Obama mit Bajnai zu vergleichen, dürfte eine glatte Beleidigung für den ersten sein. Bajnai war so hölzern wie die mit roter Farbe übergossene Horthy-Statue.

        „Seine Ansprache auf der Milla-Kundgebung geriet feuriger, als viele erwartet hatten. „Diese Regierung will euch einschüchtern“, rief: „Aber seht euch um: Ihr seid nicht allein. Gemeinsam können wir es schaffen.“ Ein Hauch von Obama 2008 lag in der Luft.“

        http://derstandard.at/1350259174299/Ungarn-Mobilmachung-am-Revolutionsfeiertag?seite=3#forumstart

        Können Sie mir erklären, warum linke Meinungsmacher zwar einerseits die Anhänger der Rechten als obrigkeitshörig, einem Führer ergeben, dumm und rückständig karikieren, sich aber sogleich vor Lobhudeleien überschlagen, wenn ihr eigener Messias im Learjet aus New York anrauscht? Sind die Linken vielleicht doch keine besseren, klügeren, aufgeklärteren Menschen?

      • Man kann Ungarnfreund einfach nur Recht geben.

        Beim Poker kommt es darauf an, durch eine unbewegte Miene die Mitspieler über den Wert seiner Karte im Unklaren zu lassen.

        Mir gefällt vor allem der meist unbewegte, gleichgültig wirkende Gesichtsausdruck von Bajnai.

        Haben Sie ihn gesehen, wie er der Welt erklärte, Orbán, der sich beim Fußballspiel gegen die Türkei in den Schatten seiner Größe gesetzt hatte, nicht bemerkt zu haben.

        Ich halte Menschen, deren Gesicht u. Haltung keinerlei Gefühlsregung widerspiegelt, wie Ungarnfreund einfach für die besseren.

        Insofern wäre Bajnai ein Glücksfall für Ungarn.

        Ich meine, die Geschwister der Liberalisierung sind Flexibilisierung und Prekarität.

        Was kümmert mich das Leid der Gänserupfer? Was gehen mich die Gänse an?

      • Das hatte ich gestern auch gelesen, war mir aber dann nicht mehr so ganz im Klaren darüber -nachdem ich die im Text eingebauten Verlinkungen durchlas, ob das nicht ein Art der „Reinwaschung“ darstellen soll??
        Besonders dann kamen mir Zweifel, als ich im Impressum folgendes fand:
        „Hazai partnereink: Egymillióan a Magyar Sajtószabadságért (EMS/Milla), Kalozpart.org, Mandiner.hu, Patyicivil.hu, online falugyűlés, Tilos Rádió, Védegylet.“

    • @Ungarnfreund

      Der Economist schreibt in seiner morgigen (Print)-Ausgabe unter der Überschrift: Two big rallies show how divided Hungary has become

      http://www.economist.com/news/europe/21565267-two-big-rallies-show-how-divided-hungary-has-become-marching-season?fsrc=scn/tw_ec/marching_season

      „Mr Orban recently claimed that he governed “ten million freedom fighters”. The reality is more mundane. Many Hungarians remember how they voted overwhelmingly to join the European Union. They want Budapest to stand up for their country’s interests but in a reasonable manner. They are growing tired of Mr Orban’s belligerent rhetoric, especially while the government is still seeking a deal with the EU and the International Monetary Fund for a loan of €15 billion ($19.5 billion).

      The biggest party is that of the undecided. Half of voters say they do not support any party. So the race remains wide open. Mr Orban’s nightmare is that the relaunched Mr Bajnai will unite the fractious opposition, reassure business people and the middle class, and thus bring the legions of undecided to the polling booths. The prime minister is right to be worried.“

      Hier wird in der Kürze das Wesentliche zusammengefasst.

  2. @HV

    Vielleicht passt es hier herein.

    In einer Umfrage soll die von Bajnai angeführte Bewegung ‚Együtt 2014’ bereits 14% Zustimmung bei den Wählern haben. Sie hat damit die Sozialisten als wichtigste Oppositionsgruppierung abgelöst!

    http://www.politics.hu/20121108/poll-finds-bajnais-new-electoral-movement-strongest-opposition-force/

    http://www.portfolio.hu/en/economy/new_political_group_of_former_pm_comes_in_2nd_in_hungarian_opinion_poll.25117.html

    „A new movement helmed by former Prime Minister Gordon Bajnai has become the country’s second most popular political force just days after it was founded, an opinion poll conducted by Medián showed on Thursday. The ‚Együtt 2014’ (‚Together 2014’) association had a 14% approval rating among eligible voters, which has completely redrawn the political map in Hungary, the pollster said.“

    In dem Beitrag auf Portfolio.hu gibt es dazu auch einige Grafiken zur Illustrierung.

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