EU-Gelder: Wer einzahlt, wer rauskriegt

Eine interessante interaktive Aufstellung des Guardian zum Thema „EU-Gelder“. Gezeigt werden die Einzahlungen und Auszahlungen pro Einwohner und Jahr.

http://www.guardian.co.uk/world/interactive/2012/nov/22/eu-budget-interactive-money?fb=native

Um die Spannung vorab wegzunehmen: Nach der Aufstellung zahlt jeder Ungar rechnerisch EUR 83,76 in den EU-Haushalt, erhält aber EUR 533,85 zurück (Verhältnis 1:6,37). Platz zwei nach Litauen (Verhältnis 1: 6,42).

Die Herausgabe der Zahlen zum jetzigen Zeitpunkt, noch dazu in einer britischen Zeitung, verwundert kaum. Das Thema ist vor allem im traditionell EU-kritischen und etwas eigenbrödlerischen Großbritannien heiß: Aktuell läuft der  „Kampf“ um den EU-Haushalt auf Hochtouren: Die jungen Mitgliedstaaten kämpfen für mehr Geld, die „alteingesessenen“ Geberländer – insbesondere Großbritannien und Deutschland – widersetzen sich einer Ausweitung.

 

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2 Kommentare zu “EU-Gelder: Wer einzahlt, wer rauskriegt

  1. Der EU-Steuerzahler interessiert sich wohl sehr für die Frage, wie das Geld, das an die Nettozahler geht, ausgegeben wird. Ich habe hier durchaus Zweifel an einer stets ökonomischen Verwendung, was natürlich nicht nur Ungarn betrifft. Aber wenn wir über Ungarn sprechen, so nehmen wir ein aktuelles Beispiel:

    Budapest, Sanierung der Margaretenbrücke. Es kam zur schon gewohnten Kostenexplosion, ewigen Verzögerung der Bauzeit, aktuell brechen (schon wieder) die Straßenbahngleise auf der Brücke. Spitzenqualität.

    Und das Schönste, wenn auch sehr vereinfacht und durch und durch populistisch 🙂 : Die Sanierung der Budapester Brücke kostete rund 50 Mio. Forint pro Meter, die Errichtung der Rügenbrücke über Strelasund (Neubau) in Deutschland kostete weniger als 8 Mio. Forint pro Meter.

    Das Konsortium des Margaretenbrückenbaus bestand aus Közgép (ich betone: schon vor 2010!) und der österreichischen Strabag.

    http://hvg.hu/gazdasag/20110913_margithid_finanszirozas#

    Und wer erinnert sich nicht an die Lieferung der Combino-Straßenbahnen? Für die musste die Oberleitung getauscht werden, die Genies des BKV und der Planungsbehörde haben aber leider übersehen, dass die neuen Drähte mehr wogen als die alten, weshalb in einer Nacht- und Nebelaktion die völlig unerwartet 🙂 instabil gewordenen Oberleitungsmasten auf der Brücke samt und sonders verstärkt werden müssten.

    Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wer seinerzeit OB der Stadt war…hilft mir jemand?

  2. Das Märchen von der Sternenschnuppe

    Eine vielzahl der Strassen, welche mit EU-Mitteln erneuert werden sollten, wurden nur abgeschliffen, und „schöngepinselt“. Die verschwunden Mittel rumpeln nun als Oberklassefahrzeuge uber die nach kurzer Zeit wieder verrotteten Strassen. Nun, das ist jetzt so geschehen, aber so wird das nie was!

    Ich habe hier deshalb nicht Ungarn benannt, denn das ist in manch anderem Land auch so.

    Nur ist der Zweck der Umverteilung von EU-Geldern, die Mitgliedsländer auf ein vergleichbares wirtschaftliches Niveau zu bringen, und war in diesem Sinne nicht als dauerhafte Zahlung geplant.

    Nach acht Jahren Zuzahlung, ist es wegen Gier und/oder dem beschriebenen Unvermögen nicht gelungen, das Verhältnis 1:6 zu verbessern. Nach Meinung vieler Menschen in Ungarn, ist das Niveau niedriger als noch vor 1989.

    Also, die Nettozahler sehen es nicht ein, dass ihre Steuergelder sinnlos verschwinden, die Emfänger sehen durch die Umverteilung keine Verbesserung. Da sollte man sich doch schnell einig werden.

    Ich wäre nicht so zynisch, wenn es nicht ein schönes Ende gäbe:

    1. wegen den durch Macht und Gier der Volkswirtschaft entzogenen Mittel, könnten die Kredite nicht mehr bedient werden.
    2. an wen soll man die schönen westlichen Güter verkaufen, wenn die betroffenen Länder einen Offenbahrungseid leisten?

    Naja, in Brüssel werden die Büros in der nächsten Zeit lang bis in die Nacht er-, oder sagen wir lieber beleuchtet sein, denn sie grübeln und grübeln, und wenn sie nicht gestorben sind…

    Gute Nacht!

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