Peinlich: Rádió Kossuth zensiert „Theatertipp“ von Péter Esterházy

Ziemlich genau eine Jahr nach den peinlichen Versuchen des staatlichen ungarischen Fernsehens, mehrere Zehntausend regierungskritische Demonstranten auf dem Andrássy út den Zusehern vorzuenthalten (HV berichtete) hat der öffentliche Rundfunk wieder einmal die Schere angesetzt.

Was war geschehen? Der staatliche Radiosender Kossuth (MR 1) hatte den ungarischen Schriftsteller Péter Esterházy gebeten, den Zuhörern monatlich Kulturtipps zu geben. Als Esterházy jüngst empfahl, das Nationaltheater zu besuchen, so lange Róbert Alföldi sein Direktor ist (d.h. Bis Mitte 2013), wurde diese Passage kurzerhand herausgeschnippelt.

http://index.hu/belfold/2013/01/03/esterhazy_petert_cenzurazta_a_kossuth_radio/

Peinlicher geht es kaum. Die verantwortlichen Akteure haben den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht nur abermals zur Farce werden lassen. Sonder auch ihre Gefährlichkeit unter Beweis gestellt: Denn wer es nicht einmal erträgt, dass ein Studiogast den amtierenden Direktor des Nationaltheaters lobt, ist zu weitaus schlimmeren Taten fähig. Und ganz nebenbei haben sie es wieder einmal geschafft, Ungarns Institutionen lächerlich zu machen. Denn wir wissen ja spätestens morgen: Viktor Orbán hat bestimmt persönlich den Befehl gegeben, nicht wahr?

21 Kommentare zu “Peinlich: Rádió Kossuth zensiert „Theatertipp“ von Péter Esterházy

  1. Plötzlich so kritisch, HV? Was ist passiert? Bisher schien doch alles in Ordnung mit dem Orbán-Regime. Nur die Kritiker machten sich des „falschen Tons“ und sachlicher Ungenauigkeiten schuldig, auch wenn sie wahrheitsgemäss voraussahen, dass Orbán das Land an die Wand fahren würde.

    • Vor exakt einem Jahr kritisierte ich genau diese Art von Nachrichtenfälschung. Der Blogpost und der Beitrag auf DRadio sind Ihnen vermutlich entgangen:

      https://hungarianvoice.wordpress.com/2012/01/03/staatliches-ungarisches-fernsehen-abermals-ein-bericht-der-eigenen-art-uber-die-demonstrationen/

      http://wissen.dradio.de/audioarchiv.55.de.html?drau:searchterm=webschau&drau:from=04.01.2012&drau:to=04.01.2012&drau:page=1&drau:audio_id=82667&drau:play=1

      „Das Land an die Wand fahren“, Ihr Lieblingsthema. Die ökonomische Argumentation scheint Ihnen heute allerdings abhanden gekommen zu sein. Mit einer sinkenden Staatsverschuldung und den seit 7 Jahren niedrigsten Anleihezinsen hätten Sie nämlich gewiss nicht gerechnet.

      Sprechen wir am besten 2014 wieder. Ich zähle immer noch auf pünktliche Wahlen. Sie hingegen vertreten ja seit Jahren die Auffassung, Orbán werde den Notstand ausrufen und Wahlen verhindern, nicht wahr? 🙂

      • Die ökonomische Argumentation ist mir keineswegs abhanden gekommen. Wie kommen Sie darauf? Ökonomie ist zwar keine exakte Wissenschaft wie z.B. Chemie oder Physik. Deshalb eignet sie sich auch nicht für Voraussagen. Aber sie ist ein vorzügliches Werkzeug für die historische Analyse. Allerdings ist man schon bei der Beschreibung eines Ist-Zustands in Schwierigkeiten. Dazu muss man nur die Zeitung lesen oder Vorlesungsverzeichnisse, die sich über die Entfaltung der Finanzkrise, die eigentlich nur eine Bankenkrise ist, nicht eindeutig äussern können.

        Hinsichtlich Ungar meine ich, dass man zweierlei nicht vergessen sollte: Ungarn hat sich in den letzten zwei Jahren auch zu sehr viel höheren Zinsen verschulden müssen als jetzt kürzlich. (Diktaturen gelten auf den Finanzmärkten als relativ stabil, wenigstens eine Zeitlang. Auch der Forint ist zur Zeit nicht gerade auf einem Höhenflug, was wohl die sechste oder siebte Neufassung des Budgets für 2013 bedeuten wird.

        Sehr viel wichtiger ist allerdings, dass man Ungarns Wirtschaft als „dual economy“ bezeichnet: Es gibt einen Sektor, der aus ausländischen Direktinvestitionen (FDI) besteht. Er beschäftigt ca. 750 000 Menschen, die überdurchschnittlich verdienen und Steuern zahlen. Dieser Teil der Wirtschaft sorgt für akzeptable Leistungs- und Zahlungsbilanzüberschüsse. Solange diese Unternehmen nicht aus Ungarn abziehen, ist Orbáns Regime auf Jahre hinaus sicher. Der andere Teil, die „heimische“ Wirtschaft serbelt, d.h. er schrumpft nachweislich. In den Mercedes-Autos aus Kecskemét stecken nur 7% Teile von rein ungarischen Zulieferern, obwohl Daimler jahrelang gesucht hat. Das ist soviel nicht.

        Ende des Monats sollen sich alle (?) Staatsangestellten im Pensionsalter entscheiden, ob sie ihre Pension weiterbeziehen oder weiterarbeiten wollen. Das betrifft ca. 30 000 Menschen, davon ca. 8 000 Ärzte und Pflepersonal. Jeden Monat verlassen ca. 100 Ärzte das Land. In den letzten zwei Jahren sind über 200 000 Ungarn emigriert. Im letzten Jahr ca. 40 000 allein nach Deutschland. Das sind weit mehr als 1956!

        Jetzt werden angehende Studenten vor eine unmögliche Wahl gestellt. Die besten werden im Ausland studieren.

        Sobald all diese Emigranten einmal Kinder haben, die im Ausland in die Schule gehen, kommen sie nicht mehr zurück – höchstens für Ferien bei der Grossmutter.

        Ich frage Sie: Welches Land hält einen solchen Aderlass aus?

        Wenn das Wahlgesetz und die Neuzeichnung der Wahlkreise („Gerrymandering“) nicht gekippt werden, hat Orbán mit Sicherheit eine Mehrheit, auch ohne das Registrierungsgesetz. Auch wenn er keine Zweidrittelmehrheit mehr erhalten sollte, sind alle wichtigen Verfassungsartikel und Kardinalgesetze so abgefasst, dass sie demokratisch nicht mehr geändert werden können.

        Falls Orbán ein Machtverlust droht, wird er alles tun, um ihn zu verhindern. Dazu kann auch gehören, dass er unter einem Vorwand die Wahlen ausfallen lässt. Aber das ist möglicherweise gar nicht nötig.

        Was erwarten Sie sich denn von „pünktlichen“ Wahlen?

        Ich möchte Ihnen ein Buch empfehlen: Michael Lukas Moeller: „Die Wahrheit beginnt zu zweit“. Der Autor meint, dass zu einer gedeihlichen Streitkultur wenige, aber bestimmte Regeln gehören. Eine dieser Regeln lautet, dass man nicht sagen soll, wie jemand anderes ist, sondern höchstens, wie seine Äusserungen bei einem selbst aufgenommen werden. Alles andere nennt er „Kolonialisierung“. In unserem Fall: Sie sollten mir nicht sagen, was mein Lieblingsthema ist oder meine Auffassung. Denn Sie können es nicht wissen. Kurz: Man sollte andere Menschen nicht etikettieren. Weshalb? Es hilft nicht.

      • Ich hoffe, Sie halten sich künftig selbst an Ihre Regel, der zufolge man Menschen nicht etikettieren soll. Das beträfe Ihre Äußerung, mir zufolge sei alles in Ordnung mit dem „Orbán-Regime“ und ich würde nicht kritisieren (bzw. hätte das bislang nicht getan). Beides ist nachweislich falsch, und zwar selbst nach naturwissenschaftlich exakten Maßstäben. Belassen wir es dabei.

        In der Sache möchte ich jetzt, zu später Stunde, nur auf einen Punkt eingehen: Gerrymandering.

        Die Neuzeichnung der Wahlkreise ist m.E. ein echter Fortschritt. Es konnte nämlich nicht richtig sein, dass das Stimmgewicht in einzelnen Wahlkreisen um bis zu 200% variierte, wie es früher der Fall war. In der Sache hatte ich mich mit der Kritik an der Neufestlegung der Wahlkreise schon hier befasst:

        https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/12/25/neues-wahlgesetz-fragen-und-antworten/

        Ich kenne übrigens keine Demokratie, in der die herrschende Mehrheit ein neues Wahlrecht auf die Bedürfnisse der Opposition zugeschnitten hätte. Nur dass Fidesz profitieren könnte, macht es nicht zwingend undemokratisch. Alles weitere wird das Verfassungsgericht sagen, wenn nötig. Dass die alten Festlegungen gegen die Verfassung verstießen, hat dieses Gremium vor 2010 ausgesprochen.

        Das größere Problem liegt in den Kardinalgesetzen (die hatte ich übrigens auch kritisiert…). Sie drohen eine totale Lähmung hervorzurufen, jedenfalls dann, wenn die Unfähigkeit beider Seiten, zu kooperieren, fortbesteht.

        Soviel für heute.

      • HV. Alles, was Sie tun in Ehren. Aber bei der Wirtschaftskompetenz dürfen Sie mal nachlegen, da hakt es mächtig. Nur weil Erzbischok B.K. schreibt, Orbán hätte in der Wirtschaft Erfolge vorzuweisen, muss das noch nicht so sein. Zumal er noch keinen genannt hat. Die Anleihezinsen sinken von einem Niveau, das Matolcsy und Orbán mit ihren Eiertänzen überhaupt erst geschaffen bzw. so lange gehalten haben. Außerdem sind die fast wie Lottozahlen und die Staatsverschuldung ist nur zugedeckt (10% des BIP aus Rentenbeiträgen). Beide sind nun wirklich die Kennzahlen mit der geringsten Aussagekraft über den Zustand der Wirtschaft.

        Alles andere ist reine DDR: Nehmen sie nur den Arbeitsmarkt: Regierung + 55.000 Beschäftigte in einem Jahr, wachsende Beschäftigung seit 28 Monaten. Realität: 45.000 weniger Arbeitsplätze in der Wirtschaft (die Zuwächse gibt es nur bei den Kommunalen Zangsbeschäftigten, also rein steuerfinanzert). Realeinkommen: -4-5%, je nach Lesart der Inflation, d.h. reale Einkommensverluste von bis zu 20% bei den 35% Niedrigstverdienern (weil die Teuerung bei Grundnahrungsmitteln, tägl. Bedarf etc.) viel stärker steigt, als die allg. Teuerung. Binnenkonsum rückläufig (im EU-Schnitt ist dieser Rücklauf nur für dieses Jahr), Investitionen -7% !! Danke für die Flat tax übrigens, die diese Investionen ja ankurblen sollte… Kreditklemme für KMU, Fehlleitung und Missbrauch von EU-Geldern wegen Absorbtion (also Vorenthaltung für KMU) durch staatl. Strukturen, bürokratischer Frust, Steuerdurcheinenander wie bei den Vorgängern. Schließung vieler Traditionsbetriebe, konzeptionslose Hilfspolitik, eine regelrechte Pleitewelle, die nur durch Investitionen hofierter ausländ. Konzerne BIP-mässig nicht so auffällt. Das sei nur ein kleiner Ausschnitt. Und da kommen Sie uns mit Anleihezinsen, die temporär ein bisschen niedriger als eine Totalkatastrophe sind? Ein ausgeglichener Haushalt, dafür hungert das halbe Land? Das ist Wirtschaftspolitik?

        Es ist zweifellos deprimierend, sehen zu müssen, dass das Subjekt der Zuneigung auf allen Ebenen versagt. Sie wollen es mir bis heute nicht glauben, aber O. und die Seinen sind eine Bande von Hochstaplern und Betrügern, wie ihre Vorgänger, aber noch strukturierter größenwahnsinnig. Den Beweis haben sie längst angetreten, nur die Einsicht bei den Fans fehlt halt noch. Muss man eben immer bis zur Neige trinken alle Becher, der Mensch lernt nie dazu…

        M.S.

      • Herr Schicker,

        ein frohes neues Jahr. Es fällt Ihnen wohl auch in 2013 schwer, die Etikettierungen sein zu lassen. A stílus maga az ember.

        – Die Anleihezinsen sind auf dem niedrigsten Stand seit 2005. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, kam Fidesz 2010 wieder an die Macht.
        – Staatsverschuldung „zugedeckt“, ich nehme diesen Fachbegriff zur Kenntnis.
        – Wie bewerten Sie den niedrigste Nettoneuverschuldung im Q3 seit 12 Jahren (0,2 Prozent), waren das auch (nur) die Entnahmen aus der Rentenkasse?
        – Fehlleitung von EU-Geldern? Ich darf hoffentlich lachen, wenn das ein neues Problem sein soll…Zahlen sind mir aber aktuell nicht bekannt.

        Zur DDR sage ich nichts, mir fehlt da – offensichtlich im Gegensatz zu Ihnen – die Sachkunde.

  2. @ minusio: woher stammt ihre Zahl bzgl. der 200.000 Auswanderer aus Ungarn 2010-2012 (2011-2013) und bzgl. der 40.000, die nach Deutschland gekommen sind?

    • Die Zahl 40 000 stammt vom Bundesamt für Statistik. Die Zahl 200 000 entstammt einem Zwischenbericht der OECD. Man kommt zu einer ähnlichen Zahl wenn man von der Nettoauswanderung pro Tausend die zugewanderten Ausländer abzieht. Allerdings sind die nicht alle erfasst… Die meisten Ungarn zieht es übrigens nach Grossbritannien.

      • Eine nähere Quellenangabe wäre hilfreich. Vor allem deshalb, weil der Migrationsbericht des Jahres 2010 (BAMF) meiner Recherche nach der letzte verfügbare ist. Auf der Seite des Statistischen Bundesamtes fand ich auf die Schnelle ebenfalls nur einen Bericht für das Jahr 2010, da wird von einem Nettozuzug aus Ungarn in der Größenordnung von etwa 9000 Personen gesprochen. Der schlüsselt aber, so weit ich es richtig verstehe, nicht die Staatsangehörigkeit derer auf, die zu- oder wegziehen, sondern nur das entsprechende Land.

        Von welchem OECD-Zwischenbericht sprechen Sie?

  3. HV Ihre ironische Anmerkung „Viktor Orbán hat bestimmt persönlich den Befehl gegeben, nicht wahr?“ erinnert mich an jene, die früher sagten „wenn das Kádár wüßte“.
    Die Frage, die gestellt werden sollte: Wie kommt es, dass Journalisten sich bereit erklären Nachrichten grob zu manipulieren, wie derjenige, der den Bericht über eine Pressekonferenz von Daniel Cohn-Bendit manipulierte, oder als das Gesicht eines ehemaligen Richters aus einem Bericht retouchiert wurde und jetzt die Zensurierung von Esterházy. Welche Atmosphäre herrscht dort, wo solche Dinge oft (und ich habe nur ein paar Beispiele gegeben) geschehen?
    Hat das gar nichts mit dem Führungsmethoden von V.O. zu tun?

    • Mit Führungsmethoden sehe ich keinen Zusammenhang. Vielmehr mit vorauseilendem Gehorsam, Schleimertum jener, die meinen, damit der Führung einen Gefallen zu tun und Karriere zu machen. Büttel eben. Die gab es immer.

      Lassen Sie Kádár mal stecken…

  4. HV
    Die Frage ist also warum blühen vorauseilender Gehorsam und Schleimerei unter der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán?

    • Leider hatte ich noch keine Möglichkeit, mit denen, die Esterházys oder Gerichtspräsidenten aus Sendungen herausschneiden, zu sprechen. Sie haben gewiss eine Antwort. Dann geben Sie sie.

  5. Ich denke, es könnte mit der Struktur der Machtentfaltung zusammenhängen. Es ist mir nicht bekannt, dass es während der „nyóc év“,(der acht Jahre 2002-2010) zu solchen groben Manipulationen in den königlichen Medien gekommen wäre.

  6. Also das Wichtigste aus einem Beitrag weglassen, vielleicht weil es einem nicht gefällt, kam ja auch bei uns vor, beim Interview mit Herrn Dalos. Nur sind wir immerhin nicht staatlich.

    Es ist leider so, dass Fidesz die öffentlich-rechtlichen kaputtgemacht gemacht hat. Und der Vorwurf an die Linke – und die europäischen Medien – muss hier lauten: Das schrille und falsche Geschrei um das Mediengesetz verdeckte teilweise den Blick für die eigentliche Tragödie, nämlich was mit den öffentlich-rechtlichen Medien passiert.

  7. Eszterházy sagte in diesem Zusammenhang irgendwo, dass er zuletzt 1981 zensiert worden sei. Das ist schon ziemlich peinlich für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Ungarn. Die Medienbehörde soll eine Eiluntersuchung durchgeführt, aber keine Beanstandung festgestellt haben. Hát… Ich persönlich vermute seitens des Redakteurs wie HV vorauseilenden Gehorsam und seitens der Medienbehörde bürokratischen Formalismus.

  8. Esterházy Péter
    Ujjgyak
    A gesztus

    (Élet és Irodalom, LVII. évfolyam, 4. szám, 2013. január 25.)

    Az interjúban R. professzor végig
    hűvösen, nyugodtan beszélt ő és társai
    nemtelen meghurcoltatásáról, csak akkor jött valamelyest indulatba, amikor
    ingerülten megemlítette, hogy mindezek
    miatt vagy két hónapig nem tudott dolgozni.

    Ahogy a költő mondja, „a kenetteljes mellébeszélést fölváltotta az arcátlan cinizmus”. És ha hiszik, ha nem, hazudnak is.

    Amikor nyilvánossá tettem (ÉS, 2013. jan. 4.), hogy a Kossuth rádióbeli kulturális ajánlóból kivették a Nemzetire vonatkozókat, a szép nevű Médiaszolgáltatás-támogató és Vagyonkezelő Alap nyilatkozatot adott ki, melyben visszautasította, hogy cenzúra esete forgott volna fenn, de a szerkesztői döntést hibásnak nevezte („a Kossuth-díjas író szavai megfeleltek a műfaji követelményeknek” (!?)), a szerkezeti változtatást nem tartja indokoltnak, az előzetes vizsgálat eredményeként az MTVA vezérigazgatója fegyelmi vizsgálat lefolytatását rendelte el a szerkesztővel szemben, és még tőlem is bocsánatot kért, a munkásságomra és személyemre tekintettel. – Már ez is elég sajátos indoklás; vajon más személy más munkássága esetén ez nem is minősült volna hibának? (Bunkóságnak, ahogy Borókai sajtófejedelem fogalmazott egy dodonai cikkében, hangsúlyozva, hogy bunkóság, nem cenzúra; ő, úgy látszik, tud valamit, mert a közvélemény semmit: mi történt valójában, mi a fegyelmi eredménye, ki a hunyó, van-e?; mért nem mondtak valamit a szerkesztők, végül is értelmiségi kollégák; állítólag nem nyilatkozhatnak; mért is nem? katonaság ez vagy hol vagyunk?)

    De azután változott a leányzó fekvése. Ez szokás mostanában, a Magyar Hírlap előbb bocsánatot kért, ha netán egy mélyen keresztény szellemiségű „állatos” cikke megsértett volna valakit, majd másnapra ezek a mondatok eltűntek a nyilatkozatból, és lásd Navracsics miniszter önmegalázó sasszéját ugyanezen ügyben. És itt is: az MTVA vezérigazgatója, Böröcz István a Heti Válasznak adott interjújában most már egyetértett a szerkesztő döntésével, mert a mondottaim „nem illettek a programajánlóba”.

    Hogy mi nem illett hova? Egy laza beszélgetéses ajánlóba mi tud nem illeni? Hogy élemedett koromra sem voltam képes fölfogni az efféle ajánlások szigorú és, fölteszem, közismert törvényeit? Akkor meg se kell az ilyet hívni (ahogy a Hír tévében Kálomista filmproducer nagy, értelmiségi empátiával javasolta). Hogy mi a van?

    Ha nem történt hiba, szólt az interjú drámai kérdése, akkor mért kértek bocsánatot? Megint jött az az én nagy munkásságom, melyet láthatóan kibaszottul tisztelhetnek arrafelé, és aztán: hogy ezt gesztusnak szánták, tekintsem annak.

    Ó, hogy csípje meg a kánya. (Alant stiláris okokból kénytelen vagyok gőgösen beszélni – és így nevetségesen. Nincs választásom.) Hát el tetszik lenni tévedve lenni. Van az az anekdota a szolnoki rendőrfőnökről meg a kurváról, hát ön már rég nem lesz vezérigazgató, amikor én még mindig strichelni fogok a Körúton, úgy értve, hogy még mindig n-ed rangú (n≥0) magyar író leszek, büszkén, hogy tagja lehetek annak a céhnek, amely nélkül ön vezérigazgató sem lehetne. Ez sok, visszavonom, lehetne. Mert mért ne lehetne meg egy közrádió irodalom nélkül? De akkor Wass Albert sincs.

    Aztán: ha az új verzió szerint a munkatársai nem követtek el hibát, akkor mért is kell megalázni egy nekem szóló bocsánatkéréssel – őket? Nekem már rég nem volt főnököm, de élnék-halnék egy ilyenért, aki csak úgy odadob egy gesztusért.

    Új bekezdés, kurzív: ugyanarról a dologról egyszer igen, egyszer nem; nem ezt nevezzük hazudozásnak? Ha igen: Böröcz hazudik.

    Ez mintha MTVA-szokás volna. Utasítás-e vagy csak ráérzés a követendő stílre (ad notam fejben van a lista vagy leírva), nem tudom, nincsenek információim. Tény azonban a következő: említettem a múltkori cikkemben, hogy Dést nem engedték be a Rádióba, de tőle is bocsánatot kértek, hogy félreértés történt. Erről ezt lehetett olvasni: Dés László kért engedélyt a bejutásra, és kapott is. Az archívumba szeretett volna bemenni. A kollégák hosszabb ideig bíbelődtek az adminisztrációval, ő pedig útközben meggondolta magát, és távozott. Természetesen bármikor szívesen várják az épületben! – mondta a blikk.hu-nak Lencsó Rita, az MTVA sajtóirodájának vezetője. Szóval fönt fáradságot nem ismerve bíbelődnek, míg lent az elkényeztetett sztár rumlizik, és sértetten távozik. Egy egész új történetet talált ki a kollegina. Mert történni az történt, hogy telefonáltak Désnek, hogy ne menjen, mert nem lehetett leadni a nevét a portán, így aztán oda se ment.

    Új bekezdés, kurzív: Lencsó Rita is hazudik.

    Mármost helyes-e a hazudozás? Van ez a Tízparancsolat, az nem igazán javallja. (Ez ügyben elvárjuk a KDNP, különösen Pálffy Istváninterpellációját „Keresztényellenes tendenciák a közszolgálati médiumok vezetésében” címmel.) De be kell látnunk, nem rossz módszer, sokaknál bejön, mert lehet ugyan, hogy a hazug embert hamarabb utolérik, mint a sánta kutyát, csak hát a magyar sánta kutyák (genetikailag) kurva gyorsak.

    Elrontva ezt a jó végszót, megemlítem még, hogy amikor megjelent az MTVA nyilatkozata meg utána itt a cikkem, a hír végigszaladt Lisszabontól Stockholmig, internet, újságok, tévék, rádiók. Aztán két napig ezeket hessegettem. Ezt szokták jobbról úgy mondani, hogy szaladgálnak külföldre gyalázni az országot. Kérdezem: akkor itt most ki gyalázta az országot, ki keltette rossz hírét?

    Az volt az eredeti célom, hogy könnyedén, elegánsan és nagyon röviden, ahogy Móricka bátyja az ismert viccben, elküldjem (kis szövegfélreértéssel) hat fele korpára malacnak – hát mindenkit, aki ebben benne van. Ez csak részben sikerült. Ennek kapcsán tehetne nekem a vezérigazgatóság egy szívességet: tekintse ezt a sikertelenséget gesztusnak a részemről.

    Mindezt írom január 22-dikén, a Magyar Kultúra Napján.

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