LMP vor der Spaltung

Die Oppositionspartei LMP (Lehet más a politika) steht vor der Spaltung.

Während des Parteikongresses am Wochenende wurde heftig über die Frage gestritten, ob die grün-alternative Partei sich dem 2014 zur Parlamentswahl antretenden Wahlbündnis „Gemeinsam 2014“ um Ex-Ministerpräsident Gordon Bajnai anschließen soll oder nicht. András Schiffer, Mitgründer der Partei, trat vehement für eine unabhängige LMP ein. Hingegen befürwortet eine Plattform innerhalb der LMP eine klare Aussage zu Gunsten eines Bündnisses mit „Gemeinsam 2014“.

Nach langer inhaltlicher Debatte wurde der Parteibeschluss von November 2012 bekräftigt. Demnach soll es zwar Gespräche mit Kooperationspartnern geben, die LMP jedoch als unabhängige Kraft antreten.

Als Reaktion auf den Beschluss kündigte die LMP-interne Plattform „Dialog für Ungarn“ (Párbeszéd Magyarországért), die für eine Kooperation mit Bajnais Wahlbündnis eingetreten war, ihren Austritt aus der Partei an. Durch dem Austritt würde die Partei zwei ihrer bekanntesten Politiker, Gergely Karácsonyi und Benedek Jávor, verlieren.

http://index.hu/belfold/2013/01/27/szakad_az_lmp/

http://hvg.hu/itthon/20130126_Elbuktak_az_LMP_platformistai

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20 Kommentare zu “LMP vor der Spaltung

  1. Einige wichtige Funktionäre der LMP verlassen die Partei, möchten aber weiterhin in der parlamentarischen Fraktion bleiben.

  2. Ich kann denen nur gratulieren!
    Gut für Ungarn! Schade nur, dass die Typen nicht einmal in Skandinavien gebraucht werden. Hülyeség ellen ott nincs diéta!

  3. Welche Chance haben beide Teile bei den Wahlen 2014, bei einem Parlament mit nur 200 Abgeordneten, ins Parlament gewählt zu werden?

  4. Dass die Partei bzw. ein Teil der Partei einen Anschluss nach links versuchen wird, war abzusehen. Zum Glück hat die Partei gut reagiert und verkommt nicht zu einer Nachfolgerpartei der MDF, in der Hinsicht, dass die MDF damals sich nach außen stets für eigenständig gaben, jedoch jeder wußte, dass sie der MSZP-SZDSZ auf Schritt und Tritt folgt und folgen wird.

  5. Mir tut diese sich abzeichnende Spaltung der LMP Leid. Die Partei war eine Alternative für all diejenigen, die von der Hasskultur in der ungarischen Politik die Nase voll haben. Nun zerbricht die LMP, die in gewisser Weise zwischen den Stühlen saß, an genau dieser Hasskultur. Das ist schon bitter.

      • Die LMP zerbricht gerade an der Frage, ob sie weiter gleichen Abstand zum linken und zum rechten Lager halten soll oder nicht. Mit anderen Worten, sie scheitert trotz hoher moralischer Ansprüche an der innenpolitischen Polarisierung, die von einer gesellschaftlichen Spaltung, einer — drastisch ausgedrückt — sinnlosen Kultur des Hasses genährt wird. Bitter ist das, weil diese Partei mal mit dem Anspruch angetreten war, dass nur das bessere Argument zählen soll, nicht irgendwelche machtpolitischen Erwägungen. Jetzt wird die LMP indirekt ein Opfer der politischen Zustände, die Ungarn seit dem Systemwechsel belasten und die die Partei eigentlich überwinden helfen wollte. So seh ich das.

    • Man hasst sich gegenseitig: die Rechten hassen die Linken und umgekehrt. In der Mitte ist kein Platz. Da kann man sich noch so unabhängig fühlen, man wird doch in das eine oder andere politische Lager gesteckt oder von beiden Seiten für unfähig erklärt, die Situation zu begreifen. Tertium non datur (etwas Drittes gibt es nicht).

  6. LMP zerbricht an Hasskultur? Dann ist die also auf links beschränkt? Und was genau ist bitter, die Partei hatte kein Programm, keine Vision – was jetzt passiert, ist normale Selbstfindung. Schiffer kann noch weit gehen.

  7. Gbt es eigentlich noch ein Land in Europa, wo 3 Personen eine Fraktion bilden (dürfen) ?
    Ist das nicht gegen die Eu-Regeln???
    Oder drückt man da ein Auge (oder auch 2 ) zu?

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