„Der andere Zsolt Bayer“: Interview mit dem Zigeunerwojwoden Attila Lakatos

Der – auch in diesem Blog – wegen seiner nicht selten antisemitischen und antiziganistischen Ausfälle viel kritisierte ungarische Publizist Zsolt Bayer hat in seiner wöchentlichen Sendung „Korrektúra“ ein langes Interview mit dem Zigeunerwojwoden (cigányvajda) Attila Lakatos geführt. Ich halte das Interview, gerade wegen der Aussagen Lakatos´, sehr interessant. Es geht um die alltäglichen finanziellen Schwierigkeiten der größten Minderheit Ungarns, gegenseitiges Misstrauen, Angst und Kriminalität, sowie mögliche Lösungen für die Probleme.

http://www2.echotv.hu/videotar.html?mm_id=76&v_id=17990

Einige Auszüge und (zum Teil sinngemäß übersetzte) Kernaussagen:

Lakatos: „Die Zigeunervertretungen sagen fortwährend, wir seien die ersten Opfer des Systemwechsels geworden. Meiner Meinung nach ist das aber schon zu einem Slogan geworden. Ja, wir wurden die ersten Opfer. Aber warum? Dann sagen sie, wir seien ungebildet gewesen, hätten nur die acht Jahre Grundschule absolviert, und uns seien zuerst die Arbeitsplätze gekündigt worden. Um Himmels Willen! Wir hätten doch auch schon vor der Wende die Möglichkeit gehabt, zu lernen. Aber wir haben es nicht getan. Keiner hat uns gesagt, „Zigeuner dürfen nicht lernen“. Aber dennoch haben nur zwei von hundert eine höhere Schule besucht. (…) Und was haben unsere Eltern uns gesagt? „Es reichen die acht Jahre Grundschule,macht den Führerschein, dann könnt Ihr einen Wagen kaufen und Geschäfte machen.“ Und was haben wir davon? Wir haben Autos, aber kein Geld für Benzin.

Ich werde von den gewählten Vertretern der Zigeunerschaft immerzu angegriffen. Diese Leute haben wir gewählt, weil wir damals dachten, sie würden sich für uns einsetzen, sie wären für uns da. Sie hätten vor Ort sein sollen, um uns zu sagen: „Das und das und das solltet Ihr tun!“ Aber sie sind nicht bei uns. (…) Ich habe sie gefragt, warum sie nicht kommen, um sich von den Lebensverhältnissen selbst zu überzeugen. Die Antwort war, sie hätten Angst verprügelt zu werden. Wie um alles in der Welt sollen das Zigeunervertreter sein?

Ich dachte immer, die (Anmerkung HV: rechtsradikale Partei) Jobbik wäre unser größter Feind. Nach diesen ganzen Morden, die von uns begangen wurden – ich meine das ganze Land, nicht nur das Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén – halte ich unsere eigene Dummheit für unseren größten Feind. Wir reden immerzu davon, es gebe Rassismus, man würde uns hassen, und mir werfen sie – wenn ich Dinge anspreche – vor, ich würde verallgemeinern. Nun habe ich aber im Zigeunerdorf immer gelernt: Wer nichts getan hat, der soll sich nicht angesprochen fühlen.

Bayer: „Demnach glaubst Du, dass die Zigeuner selbst auch dafür verantwortlich sind, ja die Pflicht haben, ihre eigenen Lebensbedingungen zu verbessern.“

Lakatos: „Natürlich, wir leben ja gemeinsam in diesem Land, wir müssen alle mitwirken. Wir liegen zusammen im Krankenhaus, warten zusammen auf den Bus, steigen zusammen ein, vor der Wende haben wir auch gemeinsam und unsere Kinder zusammen auf die Schule geschickt. Natürlich müssen auch wir etwas dazutun, dass wir miteinander leben können. Leben und leben lassen! Es reicht nicht, zu wissen, welche Rechte wir haben, wir müssen auch unsere Pflichten kennen. Hier müssen wir Zigeuner zusammenarbeiten, um mit unseren Leuten zu sprechen. Viele haben ihr Wissen nur aus dem Fersehen. Und ungebildete Menschen sind leicht zu verführen. Mal kommen die NGOs, mal kommt Jobbik, und die Zigeunerschaft ist verwirrt. (…) Wir müssen eben miteinander auskommen. Ich zum Beispiel gehe bestimmt nicht weg von hier, schließlich sind meine Eltern hier gestorben.

Bayer: „Du hast einmal gesagt, man müsse in die Zigeunersiedlungen gehen, Haus für Haus, und den Menschen sagen, was man tun darf und was nicht.

Lakatos: „Das sage ich noch immer. Auch wenn man mich steinigt, ich will nichts Böses. Aber ich möchte Dich mal was fragen: Warum sind bei Dir die Sicherungen durchgebrannt, als Du sagtest, dass ein Teil der Zigeuner sich wie Tiere verhalten?

Bayer: „Als ich das schrieb, brannten mir die Sicherungen wegen des Vorfalls in Szigethalom durch, als ein Zigeuner im Teenageralter einen anderen jungen Mann viermal ins Herz stach, nur weil dieser vor ihm das WC benutzte. Wenn ich so etwas höre, dann weiß ich einfach nicht, was in den Köpfen dieser Leute vor sich geht.“

Lakatos: „Da kann ich Dir antworten, glaube ich. In seinem Kopf geht gar ichts vor, denn es ist ene spontane Tat. Aber das ist gar nicht mein größtes Problem bei der Sache. Mein Problem ist, dass wenn Du schreibst „ein Teil er Zigeuner benimmt sich wie Tiere“, wir es gar nicht zur Kenntnis nehmen, dass Du nur von einem Teil sprichst, und wir letztlich sagen könnten: Zu diesem Teil gehöre ich nicht.  Stattdessen nehmen wir nur wahr, dass Du von Tieren sprichst, und schon sind unsere Augen blutunterlaufen vor Wut. Und weißt Du, was das Schlimmste an der Sache ist? Dass 50 Prozent der Ungarn es so empfinden wie Du.“

Bayer: „Du sprichst mit vielen Leuten. Stimmst Du mir zu, dass es gerade in Borsod, wo die so genannte „Zigeunerfrage“ am präsentesten ist, viele Ortschaften gibt, in denen die überwiegende Mehrheit der Nichtzigeuner, die noch dort leben, alte und wehrlose Menschen sind, und diese oftmals 24 Stunden jeden Tag in Angst leben, weil sie nicht wissen, was aus ihnen werden soll? Und leider ist es so, dass sie vor den Zigeunern Angst haben. Stimmst Du mir zu?

Lakatos: „Das ist kompliziert. Es gibt tatsächlich Ortschaften, kleine zumeist, wo es diese Probleme gibt. Aber es gibt auch solche, wo die Menschen sehr gut miteinander auskommen. Meiner Erfahrung nach gibt es Probleme weniger mit den älteren Zigeunern, sondern mit einer schlecht erzogenen jungen Generation. Die Kinder müssen die Schule besuchen, der Lehrer kann ihnen Wissen vermitteln, aber Erziehung muss zu Hause stattfinden. Kein Lehrer wird es schaffen, ein Zigeunerkind zu erziehen. Das geht nur zu Hause. Zudem brauchen die Menschen Vorbilder. Ganz abgesehen davon, dass die Zigeunerschaft verstehen muss, dass die Bildung der Nachkommen eine gute Investition – auch in die eigene Zukunft – ist. Das wichtigste aber ist, dass man keine Angst hat. Weder die Nichtzigeuner vor den Zigeunern, noch andersrum.

Bayer: „Wir stimmen in vielen Punkten überein, haben heute viel miteinander gesprochen. Und eines ist wohl das Wichtigste: Dass niemand Angst haben muss, weder Zigeuner noch Nichtzigeuner. Denn wo die Angst beginnt, ist ein humanes, normales Leben zu Ende. Und daher möchte ich Dich eine weitere Sache fragen. Zu einem Thema kommen, das unser Zusammenleben aktuell so sehr erschwert. Fakt ist, dass ein wesentlicher Teil der Zigeuner in unserem Land unter Bedingungen leben müssen, die wir – Nichtzigeuner – uns gar nicht vorstellen können. Ich war in Ortschaften, etwa in Ópály in Szabolcs-Szatmár-Bereg, und musste in der Zigeunersiedlung Lebensumstände sehen, bei denen ich bis heute nicht begreifen kann, wie man so überleben kann. Man kann sich kaum vorstellen, wie es sein muss, im Winter in ungeheizten, strohgedeckten Hütten zu leben, ohne Lebensmittel, Geld und anständige Kleidung. Wenn ich also höre, dass Menschen, die so leben müssen, in den Wald gehen, Holz zusammenklauben und dieses auf ihrem kaputten Fahrrad nach Hause schieben, um nicht zu erfrieren, dann halte ich das für die einzig nachvollziehbare menschliche Verhaltensweise. Warum soll man kein Holz sammeln, um nicht zu erfrieren? Und wenn man in solchen Situationen ein Huhn stiehlt, um nicht verhungern zu müssen, dann billige ich das zwar nicht, weil es oftmals ebenso arme Menschen sind, denen man das letzte Huhn klaut. Aber ich kann es noch verstehen. Was ich einfach nicht verstehe, ist, wenn man nicht nur das Huhn oder die Portion Gulasch oder ein bisschen Geld klaut, sondern den Bestohlenen auch noch totschlägt. Wo kommt diese Brutalität, diese Aggressivität her, mit der wir es Woche für Woche zu tun haben? Und was können wir dagegen tun?

Lakatos: „Das ist kompliziert. Ich habe immer gesagt, dass man es den Zigeunern durchgehen lassen sollte, wenn sie Holz für den eigenen Bedarf aus dem Wald mitnehmen, um nicht zu erfrieren. Wenn das Holz allerdings mit der Stihl-Säge und dem Laster abtransportiert wird, muss man das natürlich bestrafen. Was allerdings nicht sein kann, ist die Einstellung „ich stehle, weil ich sonst hungern muss“. Denn ich muss bedenken, dass auch derjenige hungert, dem ich das letzte Huhn wegnehme. Alles andere führt in die Anarchie.“

Bayer: „Ich stimme Dir zu, dass es falsch ist, aber dennoch bleibt es ja menschlich irgendwie verständlich. Aber ich verstehe einfach nicht, warum man 70 oder 80 Jahre alte Frauen auch noch umbringen muss.

Lakatos: „Ich denke, die gehen los, um zu stehlen. (…) Aber eigentlich muss die Lösung sein, dass man nicht stehlen muss, um zu überleben. Sondern lieber arbeiten sollte. Wenn wir Schnee schippen müssen, sollten wir lieber das tun, statt zu stehlen. Denn wenn wir für unseren Lebensunterhalt Diebstähle begehen, wird man uns hassen. Der Nachbar pflanzt Kartoffeln, wir „ernten“. Das kann nicht lange gutgehen. Übrigens bekommen die Zigeunerfamilien, wenn sie Kinder haben, staatliche Hilfe. Das Leben ist zwar sehr hart, aber es geht irgendwie, weil wir hart im Nehmen sind. Trotzdem müssen wir das lösen: Bildung, Arbeitsplätze, Kriminalitätsbekämpfung. Und mit den Arbeitsplätzen wird sich auch das Kriminalitätsproblem lösen lassen. Dass es zu Gewalttaten kommt, hat oft mit Alkohol und Drogen zu tun.

Bayer: „Wir sprachen von Deinem Vater, einem Bergwerker. Er war Dir ein Vorbild. Nun gibt es aber schon in der zweiten Generation viele Zigeuner, die ihre Eltern nie arbeiten gesehen haben. Darin sehe ich einen furchtbaren Nachteil.

Lakatos: „(…) Stellen wir uns in dieser bedürftigen Gruppe von Menschen, von denen ein Teil seit der Wende von der Stütze lebt, mal vor, dass der Vater, der seit Jahren vor dem Ofen sitzt und von der öffentlichen Hilfe lebt, seinem 20jährigen Sohn eintrichtern will: Arbeite, damit Du es zu was bringst. Daraufhin wird der Sohn ihm vorhalten, er habe doch selbst nie gearbeitet, warum solle er es denn tun. Aber natürlich will auch der Zigeuner Nike-Schuhe, ein Handy und schöne Klamotten. Und da sind wir wieder bei der Kriminalität. Wer ist dafür verantwortlich, frage ich Dich. Irgend jemand trägt dafür die Verantwortung. Wir haben nach der Wende viel erzählt, aber kaum etwas bewirkt. 130 Milliarden Forint für die Zigeuner sind ausgegeben worden, aber für was? Wo ist das Geld hingeflossen? Was haben wir getan, damit der Zigeuner von eben nicht vor seinem Ofen sitzt? In meiner Familie hat der Vater gearbeitet, die Kinder gingen zur Schule, wir saßen zusammen – in bescheidenen Verhältnissen – aber fühlten uns sicher und sprachen Probleme an. Wir waren eine glückliche Familie. Diese Gewalttätigkeit, diesen Analphabetismus von heute gab es nicht. (…) Ich will nicht mehr, dass der meistgefürchtete Satz unter Magyaren folgender Satz aus dem Mund eines Zigeuners ist: „Guten Tag, Nachbar“. Man soll lieber zusammensitzen und Speck rösten. Und es ist auch nicht gut, dass die besser situierten Menschen ihre Kinder auf andere Schulen, mit geringerem Roma-Anteil, schicken. Denn wir müssen zusammenleben, den anderen kennenlernen. Auf der Straße trifft man sich sowieso…“

 

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19 Kommentare zu “„Der andere Zsolt Bayer“: Interview mit dem Zigeunerwojwoden Attila Lakatos

  1. Ich fand das Video – inkl der dokumentarischen Teile – erstaunlich guten Journalismus, mit Ausnahme des Einstiegs wo Bayer in einer Zigeunerkneipe sich singend verbrüdert. Da ist ganz am Anfang die Jahreszahl 2008 zu sehen – ich gehe davon aus, dass diese Aufnahme damals gemacht wurde. Heute vielleicht, nach seinem jüngsten Hetzartikel, schwerer vorstellbar.

    • Richtig. Etwa dass Bildung aus der Misere führt, dass auch die Minderheit eine Verantwortung für ihr Schicksal trägt. Und dass es tatsächlich Probleme mit Kriminalität gibt.

      Was genau an den Worten Lakatos‘ ist falsch?

  2. HV Natürlich führt Bildung aus der Misere. Wenn man aber so viele Kinder dieser Minderheit segregiert, und die meisten einfach in Sonderschulen steckt, dann gibt es einige Probleme, die ich hier nicht in ein paar Worten schildern kann. In Ungarn wurde dazu genug publiziert.

  3. Ich warte schon ganz gespannt darauf, bis die ersten Äusserungen kommen, die da feststellen, dass es sich bei dem Interview um ein abgekartetes Spiel handelt und die Antworten schon vorher festgelegt waren.

    • Ich habe wirklich lange und geduldig zugehört. Als Frau Marsovszky aber behauptete, das Konzept des „Europas der Nationen“ (was nichts anderes bedeutet als Subsidiarität!) sei völkisch, rechtsextrem, undemokratisch und würde (früher oder später) zu Völkermord (!!) führen, habe ich abgeschaltet. Für so einen Quatsch fehlt mir die Zeit. Teil 2, ab Min 22:00 bei rückwärts laufendem Zählwerk.

      http://atv.hu/videotar/20130211_marsovszky_magdolna_2_resz

      Und ganz abgesehen davon empfehle ich Frau M. die Lektüre des deutschen Grundgesetzes. Ihre Aussage, dessen erster Satz laute „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (während der erste Satz des ungarischen Grundgesetzes „Nationales Glaubensbekenntnis“ laute) ist nämlich schlicht falsch. Der erste Satz des deutschen GG, der übrigens (völkisch?) von „Deutschem Volk“ spricht, ist ein Teil der Präambel und lautet:

      Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“

      Wirklich ausgesprochen wissenschaftlich, was M.M. da tut.

    • Frau Marsovszky übersetzt den Begriff „népnemzeti” tatsächlich als „völkisch” ins Deutsche! Das ist eine krasse Falschübersetzung.

  4. Auf HV gibt es anscheinend keine andere Probleme mit den Aussagen von Frau Marsovszky, außer dass sie sich in dem oder jenem Detail laut Anschauung des Kritikers irrte und auch dass sie népnemzeti angeblich falsch übersetzte.
    Antiziganismus, Antisemitismus yok, aufmarschierende paramilitärische Garden yok, Hetze in Medien gegen Minderheiten yok. All das erinnert an den Admiral des Sultans, der die Aufgabe bekam Malta zu erobern, es aber nicht schaffte. Als er nach Istanbul zurückkehrte meldete er „Malta yok“ Malta gibt es nicht. (Ironie!)

    • Seien Sie nicht böse, Herr Pfeifer. wir akzeptieren Ihre Lieblingsexpertin eben nicht als wissenschaftlich arbeitende Person. Da können Sie noch so oft dämliche Reaktionen hier posten. Das, was M.M. zusammenbraut, ist ungenießbar.

      Wenn Sie glauben, man müsse M.M. zustimmen, um Rassismus und Ausgrenzung abzulehnen, kann ich Ihnen nicht mehr helfen. Ist aber auch nicht meine Aufgabe. Ich bin nämlich kein Arzt.

    • Ich bin Frau Marsovszky wieder einmal dankbar für den Denkanstoß.
      Von selbst wäre ich niemals auf die Idee gekommen, dass das Ethnokratie das Antonym zu Demokratie ist.
      Als ihr gelehriger Schüler habe ich auch gleich das Wörtchen Ethnokratie in die Google Suchmaske eingetippt.

      Mit den Google-Ergebnissen überfiel mich das blanke Entsetzen.
      (Unter Entsetzen verstehen wir in der deutschen Sprache laut Duden in etwa das: „mit Grauen und panikartiger Reaktion verbundener Schrecken“ – ich führe das an, weil Frau Marsovszky sich sprachlich gesehen außerhalb aller Konventionen bewegt. Deutsch kann Sie nicht und Ungarisch fällt ihr nach so vielen Jahren im Exil auch nicht mehr leicht. Aus ihr redet der blanke Wahnsinn, ganz unkonventionell, finde ich. )

      Ich zitiere Google-Treffer Nummer 1: „Israel, eine Ethnokratie? Eine Herrenvolk-Demokratie?“
      Ich zitiere Google-Treffer Nummer 2: „Heinz Kobald – Israel schafft sich ab“
      Ich zitiere Google-Treffer Nummer 3: „„Israel ist eine Ethnokratie“

      http://www.google.de/search?q=ethnokratie&aq=f&oq=Ethnokratie&sourceid=chrome&ie=UTF-8

      Danke, Herr Pfeifer!
      Danke, Frau Marsovszky!
      Danke, Denkanstoß!

      Ebből már nem kérek többet!

      Nachtrag:
      In Bayern werden Leute mit paranoider Wahnvorstellung schwuppdiwupp weggesperrt, jedenfalls dann, wenn es als erwiesen gilt, dass sie gemeingefährlich sind.
      An Bayern gemessen ist Ungarn ein Paradies für Verrückte.
      Indeed.
      Ich habe mich in Ungarn immer wohl gefühlt.

    • Sind Sie sich sicher, dass es Malta gibt?
      Maybe, dass es Malta gibt.
      Aber was hat Malta mit Ethnokratie zu tun?
      Ich suche und suche und suche und finde doch keinen Zusammenhang.
      Fremdwort.de fragt bei Ethnokratie, ob ich nicht Ochlokratie, Pornokratie, Theokratie, Timokratie oder Xenokratie meinte.
      Hmm, keine Spur von Malta.
      Maybe. Malta gibt es.
      Aber die ungarische Ethnokratie gibt es nur auf dem Propaganda-Sender-ATV.
      Wahnsinn.

      Nachtrag:
      Der Tod durch Erfrieren tritt, gemessen an der Einwohnerzahl Ungarns, nur selten ein. Laut Wikipedia soll die Hauptursache für Erfrierungen, insbesondere dritten Grades, eine unangepasste Kleidung bei langanhaltend tiefen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sein. Begünstigend für Erfrierungen sind akute Alkoholvergiftungen, da nach einer Zeit der erhöhten Hautdurchblutung die Wärmezufuhr aus dem Körperinnern erschöpft ist (Unterkühlung) und der die Gefahr (Zeitdauer, Kälte) unter- und sich selbst überschätzende Betroffene zumeist infolge Müdigkeit und Benommenheit nicht um Hilfe nachsucht oder diese nicht anzufordern vermag. (Quelle: Wikipedia)

      Maybe, dass es Malta gibt.
      Maybe, dass es den Tod durch Erfrieren gibt.
      Aber einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Malta, dem Tod durch Erfrieren und einer ungarischen Ethnokratie gibt es nur in Wirrköpfen.

      Aus diesen Erfahrungen leitet sich laut Wikipedia die unbedingte Empfehlung ab, bei organisierten Winterhilfsaktionen auf jedweden Alkoholkonsum zu verzichten.

    • Herr Pfeifer, Sie wissen wohl, dass die Sache weit über eine Falschübersetzung hinausgeht. Frau Marsovszky behält das Ergebnis der Falschübersetzung nicht für sich. Sie posaunt die deutsche Öffentlichkeit voll mit ihrer absurder Behauptung vom völkischen Denken bei den ungarischen Konservativen. Damit liefert sie einen wichtigen Baustein zum Medienhack, der in Zusammenhang mit Ungarn zu beobachten ist. Eine handvoll Propagandisten, unter ihnen Frau Marsovszky haben sehr erfolgreich in der deutschen Öffentlichkeit und bei den Medien den Eindruck geschafft, dass es bei den ungarischen Konservativen um völkisch denkenden, faschistoiden Leuten geht. Da die meisten Journalisten und Redakteure mangels Sprachkenntnisse und im Unkenntniss der ungarischen Verhältnisse die Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen nicht nachprüfen können, setzt sich dieses Bild in den Köpfen in den deutschen Redaktionen fest. Es ist eine Stimmung entstanden, dass ein Journalist, der über Ungarn berichtet ohne die Regierung anzugreifen sich der Kumpanei mit Rassisten und Faschisten schuldig macht.

      • Frau Marsovszky erwirbt sich immer wieder mein Wohlwollen, weil sie gut über uns Deutsche spricht. Weil wir als Deutsche ja alle gleich sind, darf ich wohl davon ausgehen, dass sie mich meint, wenn sie auf ATV über Deutschland redet. ich empfinde mich selbst schon immer als vorbildhaft für den Rest der Welt.

        Mein Vorbild ist meine Oma. Als die 6. Armee in Stalingrad unterging, strickte meine Oma unentwegt Ohrenschützer für bedürftige Volksgenossen. Die Ohrenschützer wurden 1943 vom Winterhilfswerk des Deutschen Volkes eingesammelt. Das stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl der deutschen „Volksgemeinschaft“. Seit Stalingrad dürfen wir stolz darauf sein, Deutsche zu sein.

        Dass mir im kalten Winter 1956 nicht die Ohren abgefroren sind, verdanke ich jedenfalls den Ohrenschützern von meiner Oma und dem deutschen Volk. Ich war im Winter 1956 noch kein Jahr alt, aber die Dankbarkeit, die ich dem Deutschen Volk gegenüber seither empfinde, lässt mir bis heute die Ohren glühen.

        Frau Marsovszky hat auf ATV voll in die Glut geblasen.

        Es ist gut für Ungarn, dass es den Propagandasender ATV gibt. Aus den deutschen Medien kommen immer nur Schreckensmeldungen über Deutschland. Dass die soziale Schere auseinander klappt. Dass der Deutsche Papst aus Bayern keine Kraft mehr hat und ihm das Ruder aus der Hand fällt. Dass Angela Merkel Gefühle gezeigt hat und die abgedankte Wissenschaftsministerin hart bleibt und vor Gericht ziehen will.

        Ich wusste es schon immer: Die Deutschen sind alle gleich, sagt Frau Marsovszky auf ATV. (Leider haben die Ungarn noch nicht die Form der indirekten Rede mit dem Verb im Konjunktiv I oder im Konjunktiv II aus dem Deutschen übernommen. Von daher lässt sich jetzt nur schwer sagen, mit welchem Grad der Wahrscheinlichkeit es die Frau Marsovszky für erwiesen hält, dass die Deutschen alle gleich seien oder wären. Ist aber auch egal. Sie verwendet als Wissenschaftlerin eh nur den Indikativ. )

        Jedenfalls bin ich der Frau Marsovszky für meinen Erkenntnisgewinn sehr dankbar, also dafür, dass sie bestätigt, was wir Deutschen seit Uwe Seeler schon immer wussten.

        Die Deutschen sind alle gleich!

        Doof nur, dass ich nicht weiß, ob ich der Frau Marsovszky ein Knäuel Wolle, sozusagen als Nachschub, schicken sollte, weil das Winterhilfswerk von 1943 ja nichts mehr tut und sich niemand mehr in den kalten Wintern um die bedürftigen Volksgenossen kümmert.

        Und ich frage mich, ob die drei Parzen im Winter 1943, so wie meine Oma, Ohrenschützer für das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes strickten oder ob sie, so wie Frau Marsovszky heute, nur emsig das Netz des Schicksals webten, bis die 6. Armee kapitulierte und so weiter und so fort … .

        Was ihre Boshaftigkeit angeht, da knüpft Frau Marsovszky jedenfalls die Fäden noch viel emsiger als die drei Parzen es je könnten.

        Sie webt einen Teppich aus Motiven, die niederträchtiger nicht sein können.

  5. Ich fand den Zeitpunkt des Interview sehr interessant.Wieso schreib ich hier mal nicht, aber man wird demnächst sowieso noch das Thema hervorkramen.

  6. Sehr gut das Intervew von Woywod Lakatos. Es wird immer nur geredet und zerredet, aber keiner fühlt sich bemüssigt, sich mal wirklich zu informieren, was so vor sich geht. Hier in unserem kleinen Ort wollen die Gemeinderäte die Schule, die sowieso nur noch aus 4 Klassen besteht mitsamt dem Kindergarten schliessen, weil zu viele Zigeunerkindeer und zu wenige Ungar. Kinder noch in diese Schule/Kindergarten gehen.

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