Ungarn platziert Anleihen im Wert von 3,25 Mrd. US-Dollar am Markt

Ungarn hat – erstmals seit 21 Monaten – wieder eine Emission von Staatsanleihen in Fremdwährung (US-Dollar) platziert. Das Volumen betrug 3,25 Mrd. USD. 2 Mrd. USD hiervon wurden in 10-jährigen Staatsanleihen, 1,25 Mrd. USD in 5-jährgen Papieren ausgegeben. Die Emission traf auf reges Interesse der Investoren.

http://online.wsj.com/article/BT-CO-20130212-710385.html#

http://www.businessweek.com/news/2013-02-12/hungary-registers-dollar-notes-after-21-month-eurobond-gap

Ungarn versucht nach seinem vorläufigen Rückzug aus den Verhandlungen um eine IWF-Kreditlinie, derzeit mit Erfolg, sich über die Märkte zu refinanzieren. Die jetzt durchgeführte Emission stellt etwas mehr als die Hälfte des für das ganze Jahr geplanten Volumens in Fremdwährungsanleihen (ca. 6 Mrd. US-Dollar) dar.

Experten vermuten, dass Ungarn und der IWF früher oder später an den Verhandlungstisch zurückkehren werden. Zwar sind die Finanzierungszinsen für ungarische Schuldpapiere seit vergangenem Jahr erheblich zurückgegangen, eine Kreditlinie würde jedoch weitere zur Stabilisierung des Marktes beitragen.

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3 Kommentare zu “Ungarn platziert Anleihen im Wert von 3,25 Mrd. US-Dollar am Markt

  1. Unabhängig von IWF Gut-Böse-Debatten, Orbáns Schaukampf um die „Entkolonialisierung“, der Frage, dass es geradezu überlebensnotwendig wird, die Schuldenspirale zu beenden etc., – die derzeit noch vorhandenen Schulden müssen refinanziert werden. Das IWF-Geld kostet 2% im Jahr, Fremdgeld wenigstens 5%, aber auch bis 7,5%. Die Differenz kostet den Staatshaushalt derzeit jährlich rund 500 Mio. EUR. Die könnte man sozusagen mitnehmen, wenn man einfach mal über seinen Schatten springt. Aber der ist wohl zu lang. Steht die Sonne tief genug, werfen auch Zwerge lange Schatten. Mit der jetzigen Anleiheaufnahme gehts also nicht um das „Wohl des Volkes“, sondern ums Prinzip. Ein teurer „Spaß“.

    • Nach der Berechnung von origo.hu (nicht gerade regierungsfreundlich Eigentümer: Deutsche Telekom): der ungarisch Staat verliert ca. 18 Milliarden HUF, also etwa 62 Mil eur pro Jahr, in Vergleich zu einer IMF Kredit. Die Voraussetzung für eine IMF Kredit wäre das Verzicht auf die „Sondersteuern“. Die bringt jährlich min. 500 Milliarden HUF, also min. 1.7 Milliarden Eur.

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