Der Standard, die Népszabadság und die fehlende Selbstkritik der Journalisten

Vor einigen Tagen las ich mit Interesse einen Beitrag im Standard über den Leiter des Osteuropabüros des Österreichischen Rundfunks (ORF), Ernst Gelegs. Der mit „Treue Diener der Regierung“ überschriebene Artikel über Ungarn macht – nicht zum ersten Mal – angebliche Versuche der amtierenden rechtskonservativen Regierung zum Thema, „kritische Journalisten“ mundtot zu machen.

http://derstandard.at/1361240851977/Treue-Diener-der-Regierung

Aufhänger des Interviews sind angebliche Sabotageakte ungarischer Regierungskreise mit dem Ziel, Gelegs Arbeit wegen seiner kritischen Haltung zu erschweren. Und Proteste des österreichischen Botschafters in Wien, der sich – unter Vorlage angeblich privater, von Gelegs verfasster E-Mails – beim ORF über Gelegs beschwerte. In den E-Mails hatte sich Gelegs mit „Grüßen aus Orbánistán“ verabschiedet. Und versteht gar nicht, was daran auszusetzen ist.

Der Botschafer betrachtete diese Wortwahl, die übrigens auch bei weiteren österreichischen Journalisten, etwa dem dpa-Nachrichtenlieferanten, bekennendem Antifaschisten und Orbán-Bekämpfer Gregor Mayer, zum eingeführten Wortgebrauch gehört, als Zeichen fehlender Neutralität, gar Feindseligkeit. Ein Eindruck, der jedenfalls nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist. Wenn auch die Reaktion überzogen erscheint und der Kampf gegen die Windmühlen des deutschsprachigen Mainstream-Journalismus, der seine Leser mit den immer gleichen Stichworten und oft genug Halbwahrheiten über Ungarn versorgt, kaum zu gewinnen ist.

Die Sinnhaftigkeit der amtlichen Leserbriefe und Protestnoten soll jedoch nicht mein Thema sein. Der Botschafter jedenfalls wies Vorwürfe, die Ablösung Gelegs betrieben haben, mit Nachdruck zurück. Wer aber glaubt, der ORF, der von politischer Einflussnahme völlig frei ist und als Bastion politischer Unvoreigenommenheit gilt 🙂 , ließe sich von rechtskonservativen Protestnoten beeindrucken, hat die linke Durchdringungstiefe und den Einfluss Paul Lendvais beim ORF völlig falsch eingeschätzt.

Lieber befasse ich mich mit dem Standard-Artikel. In diesem wird nämlich, was bemerkenswert ist, dem geneigten Leser nur ein Bruchteil dessen mitgeteilt, was Gelegs in der ungarischen Tageszeitung Népszabadság, der führenden und linksliberalen Publikation des Landes, zu seinem „Bann“ geäußert hat. Der ungarische Leser erfährt – anders als der des Standard – etwa, dass die Situation laut Gelegs unter den Sozialisten (namentlich Gyurcsány) auch nicht besser gewesen sei. Denen sei Gelegs zu konservativ gewesen. Gyurcsány habe erst dann auf seine Interviewanfragen reagiert, als er in die Opposition geschickt worden war. Merkwürdig, dass diese wichtigen Fakten, die ein realistisches Bild von der von Misstrauen geprägten ungarischen politischen Landschaft aufzeigen, im Wiener „Standard-Filter“ hängen geblieben sind.

Der Leser des Standard bekommt ein anderes, suggestives, Bild vermittelt: Das der Orbán-Regierung, die – vermeintlich entgegen bisheriger Praxis und guter demokratischer Traditionen – Journalisten die Arbeit unmöglich mache, sie gar ausschließe, um kritische Berichte zu verhindern. Das Mediengesetz wird auch erwähnt, obgleich Gelegs insoweit kaum Einschränkungen erlebt haben dürfte.

Auch an anderen Stellen ist die Népszabadság dem Standard ein Stück voraus: Sie lässt englischsprachige Korrespondenten zu Wort kommen, die die Erfahrungen ihrer deutschsprachigen Kollegen, namentlich die von Gregor Mayer und Bernhard Odehnal, die sogar „auf schwarze Listen gesetzt“ worden sein sollen, nicht nachvollziehen können. Adam LeBor, der für den Economist und die Times schreibt, konstatiert der aktuellen ungarischen Regierung professionelle Kommunikation, sie sei den Sozialisten gar überlegen. Eine Entwicklung, die man 1998-2002, als Fidesz der ausländischen Presse völlig unbeholfen gegenübertrat, nicht erwartet hatte.

Ein genialer Lacher ist am Schluss des Népszabadság-Artikels zu finden: Nach den Ursachen für die unterschiedlichen Wahrnehmungen zwischen englisch- und deutschsprachigen Kollegen befragt, beweist Mayer das zu erwartende Fehlen jeder Art von Selbstkritik:

„Nach Mayers Auffassung behandelt das Büro Orbáns die angelsächsischen Berichterstatter etwas freundlicher (Anm. HV: als die deutschsprachigen), vielleicht weil sie sich besser verständigen können.“

http://nol.hu/kulfold/20130226-kulfoldi_tudositok_magyar_feketelistan

Verehrter Herr Mayer, werter Herr Odehnal: Wie es in den Wald hineinruft, schallt es wieder heraus. Die englischsprachige Presse ist schlichtweg nicht so feindselig gegenüber dem („Copyright“ Gregor Mayer, dpa) „lieben Führer“ Orbán*. Sie versucht auch nicht, Fidesz fortwährend als antidemokratisch, faschistisch, verkappt rechtsradikal, antziganistisch und antisemitisch darzustellen. Kurz gesagt: Die britischen Journalisten verfolgen keine „Aufmarsch – die rechte Gefahr aus Osteuropa“ Agenda. Vielleicht liegt es ja an der Professionalität und eher gegebenen Unvoreingenommenheit der englischen Kollegen, die viele deutschsprachige Journalisten in ihrem politischen Kampf gegen Orbán längst abgelegt haben. Mayer (Standard, dpa), Lauer (Standard, dpa), Odehnal (Tagesanzeiger), Kahlweit (Süddeutsche Zeitung), Leonhard (TAZ) und auch Lendvai (everywhere…) sind Namen, die bei jedem Regierungsvertreter Gewissheit haben reifen lassen, dass mit einer fairen Berichterstattung nicht zu rechnen ist. Lendvai hat mit seinem 2012 gesendeten Zerrbild „Nationale Träume“ alle Dämme brechen und jeden Zweifel verschwinden lassen, wo er steht. Die fast allesamt in Wien ansässigen Ungarn-Korrespondenten eifern ihm nach, nur dass sie ihre offene Feindseligkeit nicht in Anekdoten, endlosen Monologen und Floskeln verhüllen. Sie lassen ihrer Verachtung freien Lauf.

An Verständigungsproblemen dürfte es bei Gregor Mayer nicht liegen: Der spricht nämlich hervorragend ungarisch.

Keiner verpflichtet Journalisten, fair zu berichten: Aber man sollte sich dann auch nicht beschweren, wenn die Interviewpartner abwinken.

Es gibt aber Licht am Ende des Tunnels: In den vergangenen 3 Jahren hat sich in Sachen „Pressearbeit“ des Fidesz mehr getan als in den 20 Jahren davor. Wer einen Beleg dafür braucht, der überzeuge sich von der Empörung der US-Kampfpostille „Amerikai Nepszava“, die kürzlich einen US-Journalisten unter dem Titel „Orbán kauft die amerikanische Presse“ wüst beschimpfte, weil der es gewagt hatte, den für Kommunikation zuständigen Staatssekretär Ferenc Kumin zu Wort kommen zu lassen und unverfälscht wieder zu geben (HV berichtete). So reagiert nur einer, dessen Monopol man gebrochen hat.

* Begriff („szeretett vezetö“ = geliebter Führer) ursprünglich geprägt von János Dési, der in der linksoppositionellen Tageszeitung Népszava publiziert, für Klubrádió arbeitet und bei ATV abgesetzt wurde, weil er den Zeremonienmeister für Ferenc Gyurcsánys „Demokratische Koalition“ spielte.

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24 Kommentare zu “Der Standard, die Népszabadság und die fehlende Selbstkritik der Journalisten

  1. Guten Tag HV,

    Die Fidesz-Regierung hat das Postgeheimnis verletzt und Emails des Herrn Gelegs verwendet, um ihm persönlich zu schaden, ihn beruflich zu vernichten, weil ihnen seine Berichterstattung politisch nicht passte. Darum ging es bei dieser Sache. Das sind Straftatbestände und es sind Versuche, die Pressefreiheit einzuschränken. Was Sie da sonst schreiben, ist eine vollkommen andere Geschichte.

    Der Rechtsanwalt, der diese Seite hier anonym betreibt, verteidigt also ein System das das Recht bricht, das ist schon interessant. Dass Sie Ihren Hass über mehr oder weniger qualifizierte Korrespondenten hier ständig verbreiten müssen, wohl als Kompensation für den mangelnden eigenen publizistischen Einfluss (Pressefreihet muss man eben aushalten, ist nicht leicht, ich weiß), ist natürlich Ihre Sache, auch, dass Sie die eigentlich Leittragenden der Orbán-Politik systematisch aus Ihrer „Berichterstattung“ ausblenden, Ihre Sache, auch wenn das einiges über Ihre Persönlichkeit aussagt, dass Sie aber Rechtsbruch durch irgendwelche Ablenkungsgeschichten zumindest relativieren, ist eine wirkliche Schande.

    Und zu Ihrem Lacher: dass sich ein englischsprachiger Kollege aufspielt und meint, seinen Kollegen in den Rücken fallen zu müssen (er wird dabei sicher Punkte sammeln), ist nun nicht gerade ein Beleg für die „Professionalität“ der Regierungs-PR. Den engl. Kollegen bedeutet „professionelle Pressearbeit“ lediglich, den besseren, sprich direkten und schnelleren Zugang zur „Story“ zu haben, die sie ihren Auftraggebern „verkaufen“ können. Hier gehts nicht um Pressefreiheit, sondern ums Geschäft. Entsprechend flach sind die Berichte.

    Wenn Sie die Aussendungen der Regierungs-Kommunikation lesen, die PK´s anhören, wüssten Sie, dass die Sprache primitiv und die Fakten erlogen sind. Bei den Sozis waren die Fakten erlogen und die Sprache so elaboriert, dass die Primitivität manchem entging. In Summe kein Unterschied. Giro-Szász, Selmeczi, Havasi sind reine Sprechpuppen, das müsste sogar einem Orbán-Fan klar werden oder? Auch die Nachrichtenkanäle und MTI sind reine Propagandainstrumente, sehr professione, wahrlich! Zur sonstigen Einstellung der Regierung in punkto Pressefreiheit kann ich Ihnen gerne mal ein paar Briefe aus diversen Ministerien weiterleiten, vor allem Ihr Favorit Balog tut sich da in kalvinistischem Eifer hervor, mit dem wir übrigens bald ein Tänzchen vor Gericht haben, auf unsere Initiative.

    Meine Zweifel, dass Sie hier nicht nur im Eigeninteresse handeln, werden mit dem jetzigen Post weiter genährt. Das wäre immerhin eine Motivation, die dieses absurde Zusammenbasteln der Themen irgendwie erklären könnte. Machten Sie das wirklich aus eigenem Antrieb, frage ich mich, wie man sich daran ergötzen kann, wenn eine Regierungsstelle einen Journalisten mit privater Post zu erpressen versucht….

    M.S.

    • Huch, der „alte“ Marco Schicker ist zurück. Ich habe gestern ein Interview mit Szalay-Bobrovnicky auf Klubrádió gehört (Bolgár Gyuri). Nachhören. Ich verteidige keine „Rechtsverletzung“, wo lesen Sie das denn bitte heraus?

      Auch wenn es für Sie vollkommen unbegreiflich erscheint: Ich mache das, was ich tue, einzig und allein aus persönlichem Antrieb. Ich bekomme kein Geld, fahre dafür nicht umsonst Metro, habe kein Grundstück am Plattensee bekommen und muss auch immer Maut zahlen, wenn ich die Autubahn benutze. Ich tue es u.a., weil mir die Adam LeBors und die Boris Kálnokys dieser Welt sypathischer sind als die Herrschaften, deren Namen ich nannte. Von Ihnen spreche ich dabei noch gar nicht. Was also konkret werfen Sie mir vor: Auf der payroll der Regierung zu stehen? Da muss ich sie leider enttäuschen.

      Ihre etwas nebulösen Andeutungen verstehe ich nicht. Bemerkenswert ist aber, dass Sie mir anbieten, Briefe weiter zu leiten, und sich weiter oben über die Verletzung des Briefgeheimnisses auslassen…

      Ihre persönlichen Anwürfe langweilen, ich sage Ihnen das immer wieder. Sie haben offenbar mal wieder schlecht geschlafen. Oder stört es Sie einfach, dass dieser Blog mit seinem „absurden Zusammenbasteln“ der Themen mittlerweile der größte zum Thema Ungarn im deutschsprachigen Raum geworden ist (ja, ich weiß, der Lloyd ist viel größer…ist aber auch ne Zeitung)? Da ich hier meine Freizeit einbringe, beschwere ich mich auch nicht über mangelnden publizistischen Erfolg. Im Gegenteil: Mit dem, was ich an Besucherzahlen sehe, habe ich nie gerechnet. Und letztlich beweisen Ihre von persönlichen Anfeindungen nur so triefenden Kommentare, dass HV wichtig genug ist, um diesen Blog zu bekämpfen. Alles natürlich im Interesse der Pluralität und Meinungsfreiheit, nicht wahr? „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“ (Rosa Luxemburg). Haben Sie noch in der Schule gelernt, denke ich.

      Ihre schlechte Laune, die Sie hier und an kritischen Kommentatoren auf Ihrer Webseite auslassen (Meinungsfreiheit…), kann nun wirklich nicht mein Problem sein. Mit einem Wort sollten Sie allerdings vorsichtig sein: „Hasserfüllt“. Denn wer im Glaushaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

      • Wer bitte bekämpft Ihren Blog? Wo habe ich die Freiheit der Andersdenkenden angezweifelt? Spielen wir jetzt Opfer? Ihre Ausführungen sind – wie immer – vom Eigentlichen ablenkend und reichlich lamoryant. Ich habe Ihnen nur mitgeteilt, was ich von Ihrem Geschreibe aus sicherer Deckung halte, von Ihrer Problemvermeidung und permanenten „Schuldumkehr“. Ich denke aber in Summe leidet das Projekt hier schlicht am Überblick und der Bereitschaft dazu, die unangenehmen Dinge beim Namen zu nennen. Orbán hat Generalabsolution, weil er nicht links ist. Bei mir ist er nicht dran, weil er rechts ist, sondern weil er ein Betrüger ist und die Presse nicht dazu da ist, Lorbeeren zu verteilen. Wie auch immer. Nur mit Enthusiasmus gehts eben nicht HV, das beweist uns ja auch das Objekt Ihrer Liebe. Ich käme auch nicht auf die Idee mich als RA zu tarnen und dann Ihre Kollegen zu bewerten. Das tun Sie aber, umgekehrt betrachtet.

        Wenn es nichts zu verteidigen gibt, muss man ablenken, das ist ja der einzige Weg und eines der Hauptinstrumente Ihres Berufes. Die Gegenrede zu disqualifizieren, ist aber noch kein Argument. Ich habe Ihnen gesagt: Sie kommentieren die pressefreindlichen und illegalen Handlungen gegenüber Kollegen Gelegs durch eine Beschimpfung von anderen Korrespondenten. (Der Satz mit der Übersendung meiner Briefe war rhetorischer Natur, das konnte man aber erkennen, ich bitte Sie!!) Sie kommen immer wieder zu dem gleichen Schluss. In fast jedem Beitrag: Jede gegen Demokratie und Rechtsstaat, jede wirtschaftlich asoziale Handlung wird bei Ihnen durch eine nicht korrekte, tendenziöse – was immer Sie wollen – Berichterstattung seitens westlicher Journalisten entschuldigt. Die schreiben falsch, also hat Orbán recht. Das ist zwar kausal völlig absurd, aber das Schema, dem Sie und Ihre Anhängerschaft hier folgen.

        Meine Einwürfe sind daher keine persönlichen Angriffe, sondern eher der Ärger darüber, dass der Lloyd einfach keinen ebenbürtigen „bürgerlichen“ Gegenpart findet. Ich hab´s weiß Gott mit Ihnen versucht 😉 – Wenn Ihnen das alles zu anstrengend ist und Sie nicht anders können, als meine Kritik jedes Mal mit Ihrem abwegigen Pathos und „Du aber auch“-Rhetorik zu beantworten, dann sagen Sie´s einfach. Ich hatte allerdings gehofft, dass Sie auch mal was wegstecken können, was man können sollte, wenn man in der Öffentlichkeit ist, auch wenn Sie sich nicht so recht trauen, wirklich öffentlich zu sein. Das muss ich ja auch jeden Tag, ich könnte Ihnen Briefe zeigen….. :p MfG M.S.

        An den Quarkriegel: wenn Sie irgendwie belegen möchten, wo der PL oder MS Pressefreiheit nicht achtet und verteidigt, geben Sie bescheid, dann lachen wir gemeinsam. Danke.

      • Ich bedaure, dass auch Anwälte zu Ihren Feindbildern gehören. Damit dürfte die Liste langsam zu lang werden, um auf ein Blatt Papier zu passen.
        Frage: Was mögen Sie, was gefällt Ihnen eigentlich? 🙂

    • Ich freue mich, erfahren zu dürfen, dass es noch Zeitunge gibt, wo
      weder Story noch Geschäft wichtig sind.
      Sondern einzig und allein nur die Wahrheit. Ja, und noch die Pressefreiheit.
      Gott sei Dank sind die Berichte niemals flach, aber wirklich nicht !

    • Schicker stellt die Tatsachenbehauptung auf:

      „Die Fidesz-Regierung hat das Postgeheimnis verletzt…“

      Jetzt frag ich mich, ob Schicker in der Verletzung des Postgeheimnisses der Fidesz-Regierung einen Verstoß gegen das Staatsgrundgesetz vom 21. December 1867, über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder sieht? Da heißt es doch tatsächlich:

      „Artikel 10. Das Briefgeheimniß darf nicht verletzt und die Beschlagnahme von Briefen, außer dem Falle einer gesetzlichen Verhaftung oder Haussuchung, nur in Kriegsfällen oder auf Grund eines richterlichen Befehles in Gemäßheit bestehender Gesetze vorgenommen werden.
      Artikel 10a. Das Fernmeldegeheimnis darf nicht verletzt werden.
      Ausnahmen von der Bestimmung des vorstehenden Absatzes sind nur auf Grund eines richterlichen Befehles in Gemäßheit bestehender Gesetze zulässig.“

      Vielleicht kann Ungarnfreund da mal recherchieren.
      Ich meine, anrüchig war die Fidesz-Regierung ja schon, ehe Orbán die Wahl gewann. Und das Strafurteil haben Schicker und Ernst Gelegs schon vor Amtsantritt über Orbán und Ungarn gefällt.
      Verstehe ich es richtig? Schicker und Gelegs als sprechende und vollziehende Gewalt?

      Die beiden Herren sollten mal in Bayern vorbeischauen. 6 Wochen wären ihnen sicher. Und wenn sie die Exploration ablehnen und dann noch jemand ’nen Mucks von ihnen hört, dann haben sie den Beweis erbracht, dass sie die Totalüberwachung gar nicht ablehnen. Und müssen in Bayreuth verschimmeln.

      Mia in Bayern wissn, was a Wahn is.
      Da hilft ihna aa ned de Gnade da spÃtn Geburt.
      Mia hobn den CSU-Rechtsstaod foatlaufend seit 1958.
      Solche wia Schicka werdn hia exploaiert.

    • Lieber MS Meister,

      woher nehmen Sie dass hier das Postgeheimnis verletzt wurde? Wie Herr Gelegs selbst sagte, er hat seine Orbanistan Unterschrift an einen weiten Kreis von Menschen geschickt, daher kann als allgemein gekannt betrachtet werden (wie Facebook posting) ich zitiere: „tudósító nem hiszi, hogy bárki meghackelte volna az e-mailjeit, ennél valószínűbb, hogy a levelek a népes ausztriai magyar kolónia valamelyik tagjától kerülhettek a követség birtokába“.

      Und warum denken Sie, dass man Herrn Gelegs beruflich vernichten wollte? der im Interview zitierte Adam le Bor hat auch sehr lange ziemlich einseitige Artikel auf dem Eastern Approaches Blog (Economist) gepostet. Daraufhin wurde er ordentlich beschimpft. Dann passierte was: die Posts von ALB haben sich qualitativ sprunghaft verbessert, und heute finden sich keine faktischen Irrtümer darin. Daran leiden seine Artikeln nicht, die sind weiterhin sehr kritisch, und erregen große Debatten. Das ganze hat ALB beruflich nicht geschadet, sondern viel geholfen, nach meiner Meinung. Kritik kann eben nicht nur Regierungen, sondern auch Journalisten nutzen.

      Und es ist überhaupt nicht in Ordnung , dass ein Korrespondent sich so ein schlechtes Humor wie Orbanistan, erlaubt. Er kritisiert damit nicht nur Orban, sondern wärmt das alte Klischee über die asiatischen Ungarn auf. Ich finde auch nicht in Ordnung, dass man Zentralasiatische Länder so einfach als Synonym für Korruption und Diktatur genutzt werden. Wir sind alle sehr PC wenn, es über Afrika, Nord-Amerikanische Ureinwohner, oder Romas geht. Aber anscheinend alle alte Vorurteile darf man los werden wenn es um Osteuropäer, Ungarn oder Zentralasien gesprochen wird.

    • M.S., warum haben Sie sich eigentlich so in Balog verbissen? Sie haben ihn vor einem guten Jahr mal im PL ziemlich übel in die Pfanne gehauen. Ich hätte Ihnen das jetzt gern noch einmal vorgehalten, was Sie damals geschrieben haben. Aber leider finde ich den Artikel nicht mehr. Was soll das für ein Prozess sein, den Sie da führen wollen?

      • Nicht für alle von Balogs Handlungen habe ich Verständnis. Zum Beispiel fand ich es irritierend zu sehen, dass er offenbar auch der Meinung war, dass das größte Problem an Gyöngyöspata die ausländische Presseberichterstattung darüber war. Außerdem habe ich nicht verstanden, was ihn geritten hat, bei der letzten Berlinale anlässlich der Vorstellung von Bence Fliegaufs Film ein in grottigem Deutsch verfasstes Propagandaflugblatt der Regierung verteilen zu lassen, das selbst der FAZ zu viel war. Manchmal denke ich, der Mann gehört eigentlich nicht in die Politik. An der Spitze einer Kirchgemeinde oder NGO wäre er vielleicht besser aufgehoben. Auf der anderen Seite mag es wichtig sein, dass es in der Politik auch solche, irgendwie so herrlich unprofessionellen, aber dafür noch als Menschen erkennbare Typen gibt.

  2. *Pressefreiheit muss man eben aushalten, ist nicht leicht, ich weiß*
    aus dem Munde von MS
    hätte das das Zeug zum Lacher des Tages.

  3. „Und zu Ihrem Lacher: dass sich ein englischsprachiger Kollege aufspielt und meint, seinen Kollegen in den Rücken fallen zu müssen (er wird dabei sicher Punkte sammeln), ist nun nicht gerade ein Beleg für die “Professionalität” der Regierungs-PR. Den engl. Kollegen bedeutet “professionelle Pressearbeit” lediglich, den besseren, sprich direkten und schnelleren Zugang zur “Story” zu haben, die sie ihren Auftraggebern “verkaufen” können. Hier gehts nicht um Pressefreiheit, sondern ums Geschäft. Entsprechend flach sind die Berichte.“
    Erinnert irgendwie an die Nestbeschmutzer-Debatte und an „Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns.“ Na, wer betreibt hier Gleichschaltung?

  4. Mister schicker,der bestraft und zensiert in seiner Online Zeitung ohne Zeitung.Wer nicht passt wird beschimpft oder in persönlichen Mails abgestraft.Herr Schicker und seine Jünger sind Zensur pur…Unglaubwürdig, ohne Fakten…wer am besten beleidigt ist der grösste…Der Mensch ist schlimmer als jede Regierung in Mali….

  5. Also die englischsprachigen Kollegen kenne ich ja teilweise und deren Berichterstattung ist qualitatitv oft Lichtjahre besser als die vieler deutscher Kollegen. Im Sinne von: Fair sein, alle Seiten anhören, das ganze Bild zeigen, ohne Schaum vor dem Mund. – Es wird zuweilen im Kollegenkreis auch über die merkwürdige Neigung der deutschen Kollegen diskutiert, mit Faschismusvergleichen zu arbeiten. Die These der britischen Kollegen ist: da sind vielleicht vergangenheitsbedingte deutsche Komplexe am Werk, man zeigt eifrig mit dem Finger auf „Faschismusgefahren“ bei Nachbarn, um der ganzen Welt zu beweisen, dass man selbst für alle Zeiten gegen Faschismus gefeit ist. Nebeneffekt: Vergangenheitsbewältigung einfordern heißt ja auch, sich selbst dazu gratulieren, wie viel besser man ist.

  6. Ferenc Kumin sieht von der Warte der Regierung aus Licht am Ende des Tunnels der deutschen Ungarnberichterstattung…
    Nun auch ein Ferenc Kumin darf sich mal irren.
    Es handelt sich m.E. wohl nur um einen kurzen Stromausfall.
    und evtl sollte man das Wort deutsch gegen „deutschsprachig“ Austauschen.

    Wie blöd 😉 wäre es denn auch, darüber zu berichten, das z.B. die Studenten in den Unis
    denjenige Raudaubrüdern (keine Ahnung ob HAHa oder Höök oder was auch immer) ganz einfach den „Saft“ abdrehen, wenn sie agitieren wollen.
    Ich dachte gestern ich werf mich weg, als ich das von einem „Augenzeuge“ (Jura-Student in Budapest) hörte

  7. Pingback: Und nochmal ZAPP: Ganz Wien beschwert sich | Hungarian Voice - Ungarn News Blog

  8. Wir erinnern uns: Die Kollegen von Ernst Gelegs meldeten sich wütend zu Wort, als dessen vermeintlich private Mails dem ORF-Chef vorgelegt wurden („Grüße aus Orbánistan“). Nun veröffentlicht der Blog 444.hu seine (inhaltlich völlig bedeutungslose) Konversation mit dem Regierungssprecher Bertalan Havasi. Die scheint nicht unter das Postgeheimnis zu fallen. Denn Chefankläger Gregor Mayer (dpa, Standard) verwertet es via Facebook dankbar für seine Lieblingsberichte aus „Orbánistan“ („Wie die Mandarine des Lieben Führers mit den Untertanen kommunizieren…). Anstatt sich darüber zu empören.

    Wir lernen: Die Presse darf das Postgeheimnis verletzen. Der Zweck heiligt die Mittel.

  9. Wird ein katholischer Pfarrer in Ungarn totgeschlagen, dann ist das keinem „Blättchen“ eine Zeile wert.Warum auch, ist ja nur ein „katholischer“ Pfarrer und somit als politisches Mittel a kaum auszuschlachten..passiert halt!

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