Paul Lendvai: „Ungarn würde in der jetzigen Form wohl kaum in die EU aufgenommen werden“

Paul Lendvai hat der APA ein kritisches Interview zu Ungarn gegeben, das die Tiroler Tageszeitung abgedruckt hat:

http://www.tt.com/Nachrichten/6306652-2/lendvai-ungarn-w%C3%A4re-in-jetziger-form-nicht-in-der-eu.csp

 

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13 Kommentare zu “Paul Lendvai: „Ungarn würde in der jetzigen Form wohl kaum in die EU aufgenommen werden“

  1. Meint denn Herr Lendvai allen Ernstes, dass die Mitgliedschaft in der in Dauerkrise versinkenden EU für alle Mitglieder nach wie vor unwiderstehlich attraktiv sei? Und wenn schon? Vergessen wir mal für einen Moment diese schrecklichen Ungarn.

    Wie steht es zB. mit den echt demokratischen Dänen, deren demokratischer Absprung meines Wissens gerade noch mit Not und Mühe verhindert werden konnte.
    Oder mit Camerons Grossbritannien in 2014?

    Und zu allem Übel dieses Zypern! Das hat unseren Eurokraten wirklich noch gefehlt.

    • Lieber Karl Pfeifer,

      Ungarn hat Europa noch nie im Stich gelassen!

      Zu Ihrer Information gerne zu Diensten:

      Im Jahre 1456 (ach diese Ungarn mit ihrer ewigen 56-er Opfern für urbis et orbis), als West-Europa berechtigt die Hose gestrichen voll hatte, haben die Ungarn den unwiderstehlichen Mehmet den Zweiten, der in 1453 mit der Eroberung von Konstantinopel den 1000 Jahre alten, der westlichen Europa kulturell weit überlegenen Byzanz auslöschte, vor seiner südlichen Grenzfestung Nándorfehérvár (Belgrad, die heutige Hauptstadt Serbiens) an seinem Weitermarsch nach dem Westen aufgehalten. Die Türken waren damals eine solche militärische Weltmacht, wie die USA unserer Tage!

      Sein Sohn und Nachfolger Bayezid II. bat in den 80.-er Jahren des 15. Jahrhunderts den mächtigen ungarischen Renaissance-König, Mathias Corvinus, die Kriegsmacht Ungarns mit derjenigen des Osmanischen Reiches zu verbinden und dann gemeinsam gegen Westeuropa zu ziehen. Wenn die Ungarn sich damals gegen West-Europa entschieden hätten, dann würde heute in London vom Big Ben ein Müezzin die Worte Allahs verkünden.

      Noch eine kleine Zugabe für alle, die es nicht wissen sollten: Ungarn hatte damals in seinem mittlerweile mehr 1000 jährigen Siedlungsgebiet, im Karpatenbecken, etwa genau so viele Einwohner wie England (ca. 4,5 Millionen). Die Grenze des ungarischen Machtbereichs reichte im Norden bis auf gut 100 Km vor Berlin. Wenn jemand nach Bautzen pilgert, der kann dort über dem Torbogen des Burgs das Konterfrei des ung. Königs Matthis bewundern, die ihm damals, vor mehr als 500 Jahren, die dankbaren Bürger Bautzens als Denkmal gestellt haben.

      Wenn man dazu noch bedenkt, wo all die massenhaften Denkmäler von „Welterlösern“ des letzten Jahrhunderts geblieben sind, dann muss doch dieser Ungar von einem ganz besonderen Holz geschnitten worden sein!

      • Werter Ignac Unger,
        Ihr historischer Exkurs wird die Leser, die nicht die ersten vier Klassen eines ungarischen Gymnasiums besucht haben sicher interessieren. Vielleicht werden die Schüler in Ungarn wieder vor dem Unterricht das Gebet aufsagen müssen, das damit endet „Ich glaube an die Wiederaufstehung Ungarns. Amen“, ich sagte das im Juni 1942 in der vierten Klasse zuletzt auf. Damals lernte ich all das, was Sie oben schildern und war schwer beeindruckt von all den ungarischen Erfolgen in der fernen Vergangenheit. Doch ein paar Monate später ist eine schlecht ausgerüsgtete ungarische Armee, die u.a. auch Kriegsverbrechen an Zivilisten begangen hat, untergegangen. Die ungarische Verwaltung, Polizei unter Horthy leistete nach der deutschen Besatzung Überstunden , um ca. 600.000 damalige Staatsbürger (d.h. auch aus dem Territorium, dass Ungarn nach 1939 wieder besetzt hatte) binnen 9 Wochen nach Auschwitz-Birkenau zu deportieren. Das wird heute von gewissen ungarischen „Patrioten“ damit erklärt, man wollte ja „nur“, dass Ungarn wiederaufsteht. Diesen Teil der ungarischen Geschichte sollte man doch nicht auslassen, werter Herr Unger!
        Aber die EU wird weder die ferne noch diese nahe Vergangenheit beurteilen müssen, sondern ob Ungarn den festgelegten Kriterien h e u t e entspricht.

        Ungarn hat ja die Möglichkeit sich an andere Staaten zu orientieren.
        Haben Sie gewußt, dass es im Ungarischen Parlament eine Kommission gibt für die Ungarisch-Iranische Freundschaft?
        Der Vorsitzende dieser Kommission ist Márton Gyöngyösi, Jobbik, der die Juden im ungarischen Parlament registriert haben wollte.
        Sein Stellvertreter ist ein Fidesz Mann, der glaube ich mich erinnern zu können Gruber heißt. Und in dieser Kommission sitzen lediglich Fidesz und Jobbik Abg. darunter solche prominente wie Gabriella Selmeczi und Maria Wittner. Es wächst zusammen, was zusammen gehört.
        Ausser Iran gibt es noch Aserbeidschan, wohin Ungarn einen Axtmörder, der zu einer lebenslangen Strafe verurteilt war nach lediglich acht Jahren ausgeliefert. Dass Orbáns enge Freunde dort gerade Geschäfte machen, hat vielleicht eine Rolle gespielt?
        China ist auch eine gute Adresse. Der Libanon auch, wohin binnen kurzer Zeit V.O. schon zum zweitenmal hingefahren ist.
        Wie schon V.O. betonte, das Wirtschaftsmodell Ungarns ist erfolgreich und die EU wird von einer sowjetähnlichen Bürokratie verwaltet. Ich wäre also nicht überrascht, wenn Ungarn unter V.O. die EU verlassen würde.

    • Lieber Herr Pfeifer, da haben Sie Recht. Ich denke wie Sie. Ich habe neulich mal jemand mit mitgenommen. Er ist freiwillig in mein Auto eingestiegen. Als wir durch die Hohenloher Ebene fuhren, wurde ihm schlecht. Die Tachonadel stand auf 200. Ich riet ihm auszusteigen. Ich machte ihm Mut.
      Aber er war zu feige und hat lieber in mein Auto gekotzt. Bei der Ausfahrt 46 bin ich von der A6 runtergefahren und habe ihn im Euro Rastpark Crailsheim-Satteldorf rausgeschmissen.

      Sagen Sie, Herr Pfeifer, warum kann man in Deutschland immer nur über die rechte Spur von der Autobahn abfahren. Die Abfahrt Gärtingen auf der A81 (Singen-Stuttgart) beweist doch, dass es zum Kotzen auch links runtergeht.

      Was zwingt eigentlich die Deutschen, links zu überholen und dann rechts runterzukommen? Hat das was mit Schwarmintelligenz zu tun? Oder können sie sich einfach nur nicht von ihrer Vergangenheit lösen?

  2. Schenken Sie sich Ihr Bedauern. Was mich ankotzt, ist Ihre penetrante Art, Ihre zur Schau gestellte Überheblichkeit, Niemand zwingt Ungarn? Sie haben doch nicht mehr alle!

    • Ja, ich fühle mich von Ihnen sexuell bedrängt, Herr Pfeifer. Ich war schon bei der Caritas und bei der Diakonie und hab‘ mich da individualpsychologisch bearbeiten lassen. Der paartherapeutische Prozess hängt sich aber jedesmal von selbst an Bildbrüchen, wie „orbánscher Pfauentanz“, auf. Ich überlege, ob es mir auch helfen könnte, wenn ich mich schwänzelnd an Ihren Journalistenkollegen wende. Vielleicht weiß er ja, wie es mit uns beiden ausgeht.

  3. HV ich glaube nicht die Grenzen des Anstands und der elementaren Höflichkeit überschritten zu haben mit meinen Antworten. Wenn Sie es wünschen, dann lasse ich zukünftig alle seine Angriffe gegen meine Person unbeantwortet.

  4. Wie geht man mit Kritikastern um, die sich im Recht wähnen, die ständig (unsachliche) Kritik anderen gegenüber üben, selbst aber gegen jede Aussage gefeit sind, die in einem kritischen und rationalen Kontext auftritt?

    Wie geht man mit denen um, die längst die Immunisierungsmechanismen parat haben, die es braucht, um jegliche Kritik an ihrer verlogenen und verdrehten, ja menschenverachtenden Weltsicht abprallen zu lassen?

    Wie geht man um mit den Selbstimmunisierten, die sich dünken, anständig und höflich zu sein?

    Den eitlen Pfauen, die noch nie ein Rad geschlagen, die nicht einmal die Matura haben, aber Bücher schreiben?

    Lächerlichkeit tötet.

    Warum soll ich meine Verachtung verbergen?

  5. Frei nach dem alten Witz Nietzsche: „Gott ist tot.“, Gott: „Nietzsche ist tot.“ und dem Aufmacher seines Artikels müsste man eigentlich sagen: „Ein junger Paul Lendvai würde in seiner jetzigen Form wegen Einseitigkeit in keinem Medium unterkommen, das einen Ruf zu verteidigen hat.“
    Erst dieser unsägliche Propagandafilm im ORF und jetzt dieser Angriff auf Ortner, weil er Politikern aus D und Ö Scheinheiligkeit attestiert (Man müsse Dinge trennen zwischen Ungarn und Deutschland, „wo ein Gauck (Joachim, Anm.) der Präsident ist und in Ungarn, wo der Präsident aus der Tasche von Orban gekommen ist“). Hat Lendvai etwa vergessen, dass Wulff auch aus der Tasche von Merkel gekommen ist und Fischer sein ganzes Leben in der SPÖ verbracht hat?
    Dass Lendvai seinen Ruf schon komplett ruiniert hat, ist seine Sache. Aber für seine Leser wird er mit seiner Agitprop immer unerträglicher.

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