Peter Bognar in der Presse: Die Ungarn und die „bösen anderen“

Die Presse veröffentlicht einen Beitrag zur Verbreitung von Antisemitismus und Antiziganismus in der ungarischen Gesellschaft. Der Autor, Peter Bognar, kommt zum Ergebnis, dass der Ansatz, „die anderen“ für Negativentwicklungen verantwortlich zu machen, überdurchschnittlich weit verbreitet ist.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1383072/Die-Ungarn-und-die-boesen-anderen?_vl_backlink=/home/index.do

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9 Kommentare zu “Peter Bognar in der Presse: Die Ungarn und die „bösen anderen“

  1. „Ist dieser Bericht der Presse Teil einer Weltverschwörung?“

    Afterreden lieber H.P., auf Deutsch heißt das nur ‚afterreden‘ im Sinne von Böses über „die anderen“ in Umlauf bringen, nicht Weltverschwörung.

    Laut Wikipedia korreliert der Ausdruck ‚Weltverschwörung‘ mit den Begriffen „Weltjudentum“ und bezeichnet eine antisemitische Verschwörungstheorie, wonach ein fiktives Kollektiv, „die Juden“ bzw. das Judentum, die Weltherrschaft anstrebe oder besitze. Verwandt sind Ausdrücke wie jüdische Weltverschwörung oder jüdische Weltbeherrschung, jüdische Internationale,Alljuda,internationales (Finanz)Judentum und der internationale Jude. Sinngemäß verwendet werden heute auch Ausdrücke wie Zionist Occupied Government, zionistische Völkermordzentrale, Israellobby und (US-)Ostküste

    Die Theatralischen aus Österreich und der Bremer Pleiteintendant setzen auf Ruhr, nicht auf Weltverschwörung. Die Synonyme von Aufruhr sind:
    Auflehnung, Aufstand, Empörung, Erhebung, Krawall, Rebellion, Revolte, Tumult, Unruhen; (schweizerisch) Unrast; (bildungssprachlich) Insurrektion; (umgangssprachlich) Rabatz, Rambazamba, Randale; (veraltet) Emeute, Sedition im Sinne von „Auflehnung und Zusammenrottung besonders gegen die Staatsgewalt“

    oder

    Aufgeregtheit, Aufregung, Ekstase, Erregtheit, Erregung, Hysterie, Taumel, Wallung; (gehoben) Aufwallung, Glut; (bildungssprachlich) Exaltiertheit; (bildungssprachlich, Psychologie) Exaltation im Sinne von „heftiger Erregung“
    (Quelle: Duden http://www.duden.de/rechtschreibung/Aufruhr)

    Auf Ruhr setzen ist nicht gleichbedeutend mit dem diskreditierenden und von Ihnen als Code für ‚Antisemit‘ verwendeten Ausdruck, „Weltverschwörung“.

    „Weltverschwörung“ ist nur ein Topos (Nachhilfe: Gemeinplatz, stereotype Redewendung), den Sie verwenden, um „DEN FEIND“ als Antisemiten zu markieren.

    Und zum Thema „Selbstdefininition durch Feindmarkierung“ finden Sie hier Aufklärendes:

    http://books.google.de/books?id=Xf6qEXNrISkC&pg=PA192&lpg=PA192&dq=Feindmarkierung&source=bl&ots=urB5m9SIor&sig=S9FNJ3iVNpyrCSF8jygr_Yykzgk&hl=de&sa=X&ei=IZtaUYjxAorMtQaOy4HwDQ&ved=0CF4Q6AEwCA#v=onepage&q=Feindmarkierung&f=false

  2. Ist nun Die Presse Teil dieser „Weltverschwörung“? Berichtet Peter Bognar ausgewogen ohne Aufgeregtheit oder ist sein Bericht überzogen?
    Gibt es nun diesen Antisemitismus und diesen Rassismus, den Bognar beklagt oder verwendet er diese Begriffe nur um „DEN FEIND“ als Antisemiten zu markieren?
    Vielleicht gibt es außer P:H. noch jemand, der diese Fragen beantworten kann?

    • Bognár spricht ein reales Problem an, die Darstellung von Art und Ausmaßen deckt sich nur zum Gutteil mit meiner Wahrnehmung. Es ist schwierig, dies überhaupt ausgewogen darzustellen, geschweige denn in Kürze.
      Ein hier nicht behandelter Aspekt, der hier ausgespart wurde, obwohl er immer wieder betont wird: man sei nicht „gegen Juden“, sondern gegen gewisse jüdische Kreise, wobei mitunter auch jüdische Quellen zitiert werden. Die Praxis zeigt aber, wie schwer es ist, einer Verallgemeinerung vorzubeugen.
      Eine Eigenschaft von Verschwörungstheorien ist ja gerade, dass sie mitunter nicht nur plausibel tönen, sondern auch einen Kern Wahrheit beinhalten.
      Eine interessante Information entnehme ich dem Artikel: Die Fidesz-Anhänger haben demnach weniger Ressentiments gegenüber Zigeunern als der Bevölkerungsdurchschnitt. Ich konnte diesbezüglich keinen Unterschied ausmachen.
      Ergebnisse wie jenes der zitierten ADL-Studie sollten differenziert betrachtet werden!
      Eine verkürzte und polarisierende Herangehensweise verspricht wenig Erfolg in Anbetracht gravierender Probleme. Darum kann ich mich u.a. auch diversen Vorstößen der letzten Tage aus Österreich nicht anschließen, insofern diese eine Eskalation wollen und häufig nicht zum Kern der Sache vorstoßen.

  3. HV lch stelle eine eine einfache Frage. Und Sie sehen schon einen von mir „reflexartig verwendeten Begriff“.

    Péter Bognár hat den Begriff Weltverschwörung verwendet und es geht hier allein um den Artikel von Herrn Bognár. Daher stellte ich meine Frage, die natürlich von P.H. zu einer unsinnigen Polemik benützt w
    Also HV präzisiere ich meine Frage. Ist der Bericht von Péter Bognár fair?

  4. Ad Vorurteile gegenüber Zigeunern

    Ich lebe bekanntlich seit fast zwei Jahrzehnten in Nordost-Ungarn und habe selbst gewisse Vorurteile gegenüber Zigeunern, in dem Sinn, dass ich aufgrund der Erfahrungen vorsichtiger geworden bin. Ich kämpfe dagegen an, tue mich aber schwer damit, wirklich ganz unvoreingenommen zu sein. Versuche immer wieder zu helfen und auf sie einzugehen und habe dementsprechend mein Lehrgeld bezahlt.
    In dieser Zeit wurde ich sieben mal auf kriminelle Weise im nennenswerten Ausmaß geschädigt, davon fünfmal von Zigeunern, einmal von einem Ungarn und einmal im Ausland von einer organisierten Bande.
    Nicht zu sprechen von den kleinen Beträgen, die man so hergibt, von versuchten Diebstählen, „gib mir soundsoviel wenn wir uns wiedersehen, geb ich dir das Doppelte zurück“ usw.
    Den Wählern von Fidesz und MSZP geht es weitgehend ähnlich. So müssen diese Vorurteile auch gesehen werden. Ein Vorurteil bleibt aber ein Vorurteil, auch wenn es in negativen Erfahrungen begründet ist.
    Wie würden die Kritiker Ungarns und anderer Länder der Regionen diese bestehenden Probleme lösen? Ich habe keine einfache Lösung, würde aber auch in Zukunft gerne konstruktive Ansätze unterstützen – trotz meiner Vorurteile.

  5. @Neumann István
    Wie würden die Kritiker Ungarns und anderer Länder der Regionen diese bestehenden Probleme lösen? Ich habe keine einfache Lösung, würde aber auch in Zukunft gerne konstruktive Ansätze unterstützen
    Ich befürchte, dass Sie konkret auf diese Frage wohl kaum eine Antwort erhalten werden.
    Wenn ich die journalistischen Möglichkeiten hätte , würde ich hier bei diesem Projekt mal ganz gern objektiv!! recherchieren.

    http://www.boon.hu/no-az-esely-megyenkben-elvileg-szaz-roma-no-szamara/2187775
    1.nach welchen Kriterien wurden die (Roma) Frauen ausgewählt
    2.wie wird das Projekt umgesetzt und
    3.welche Ergebnisse zeigt es (so nach 3 bis 6 Monaten)

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