Abwandernde Ärzte: Brain Drain in Ungarn und Polen

Das Problem ist unbestreitbar: Medizinisches Fachpersonal aus Ungarn verlässt die Heimat und sucht in anderen Ländern sein Glück. Die populärste Erklärung: Viktor Orbán ist schuld.

Dass diese Abwanderung jedoch nicht allein mit der rechtskonservativen Regierungspolitik zu tun haben muss, sondern auch schnöde wirtschaftliche Motive (und die erst seit kurzem vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit) dahinter stehen könnten, wird in der hiesigen Presse kaum beleuchtet. Etwa, dass ein Arzt in Großbritannien ein Vielfaches verdient wie in Mittelosteuropa. Populärer als diese Sichtweise ist das Bild des Ministerpräsidenten, dessen quasi-faschistische Politik die gut ausgebildeten Absolventen aus dem Land jagt.

Der Tagesspiegel beleuchtet die Abwanderung ungarischer und polnischer Ärzte und Fachkräfte des Gesundheitssystems.

http://www.tagesspiegel.de/politik/polen-und-ungarn-dramatische-abwanderung-von-medizinern/8011382.html

Brüller des Tages: Vergleich der staatlichen ungarischen Nachrichten mit der ARD-Tagesschau

Ein kurzweiliger Vergleich der staatlichen ungarischen Nachrichten (M1 Híradó) mit der ARD-Tagesschau. Beide Sendungen wurden am Karfreitag ausgestrahlt.

Wer erkennt den Unterschied?

DRadio: György Konrád kritisiert „dünne Demokratie“ in Ungarn

Der Schriftsteller György Konrád im Deutschlandradio ein Interview zur Situation in Ungarn. Konrád bezeichnet Ungarn als „dünne Demokratie“.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/2059897/

Konrád hofft auf einen „Sturz des Regimes“. Allerdings lehnt er es ab, Ungarn aus der EU „auszustoßen“. Er schlägt vor, die Beziehungen zu Politikern „auf null abzukühlen“. Auch von der deutschen Bundeskanzlerin Merkel erhofft sich Konrád strengere Worte. Konrád sieht eine Wende hin zu einer solchen härteren Haltung. Das Volk allerdings solle darunter nicht leiden.