Nazi-Aufmarsch am 21. April: Anti Defamation League bedankt sich bei Ministerpräsident Viktor Orbán für das Verbot

Anders als die Zivilorganisation TASZ und einige Stimmen in der Presselandschaft, die das Verbot des für den 21. April (dem Holocaust-Gedenktag) unter dem geschmacklosen Motto „Gib Gas!“ geplanten rechtsradikalen Motorradtreffens für rechtswidrig erachten oder wenigstens als PR-Maßnahme der Regierung diskreditieren möchten, hat sich – neben dem israelischen Botschafter in Ungarn, Ilan Mor – nun auch die amerikanische Anti Defamation League bei Orbán für das schnelle Handeln bedankt.

http://www.politics.hu/20130412/orban-gets-props-from-u-s-anti-defamation-league-for-banning-motorcade/

Ob die Veranstalter des Motorradtreffens die Gerichte anrufen, ist noch nicht bekannt.

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9 Kommentare zu “Nazi-Aufmarsch am 21. April: Anti Defamation League bedankt sich bei Ministerpräsident Viktor Orbán für das Verbot

  1. Nun hat die Polizei diesen Aufmarsch am 21. April doch genehmigt. Er soll nur nicht vor der Synagoge (Dohányu.) stattfinden. Andere, nazionale Motorradfahrer kündigten an sich nicht um Verbote zu kümmern und auch ohne Polizeischutz am 21.4. aufmarschieren zu wollen.

    „Die Presse“ berichtet heute („Budapest braucht Druck“) u.a. auch über die Absicht von Staatssekretär Reinhold Lopatka in Budapest über Antisemitismus zu sprechen.
    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1391012/Lopatka_Budapest-braucht-Druck?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/index.do

    • Laut index.hu ist das so nicht richtig. „Dieser“, d.h. der ursprünglich angemeldete und auch gestattete Aufmarsch unter dem schrecklichen Motto „Gib Gas“ wurde von der Polizei verboten. Die Motorrad-Organisation hatte Rechtsmittel eingelegt und verloren. Damit war´s das mit diesem Aufmarsch.

      Daraufhin haben andere Gruppierungen eigene Aufmärsche angekündigt. Hier ist bislang kein Verbot ausgesprochen worden. Dass diese Figuren unter „Gib Gas“ aufmarschieren wollen, konnte ich der index-Meldung nicht entnehmen.

      http://index.hu/belfold/2013/04/18/megis_megtartjak_az_adj_gazt/

      Sie werden gewiss Verständnis dafür haben, dass in einem Rechtsstaat (der Ungarn ja offenkundig immer noch ist, andernfalls hätte Orbáns Willen ja quasi Gesetzeskraft…) im Einzelfall über die Zulassung entschieden werden muss.

      Hoffen wir, dass der Marsch der Lebenden ohne Störungen und ohne rechtsradikale Provokationen verläuft. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Polizei entsprechend vorgehen wird, wenn jemand meint, die Würde dieses Gedenktages in den Schmutz ziehen zu können.

      • Kilóg a lóláb
        avagy
        „Hoffen wir, dass der Marsch der Lebenden ohne Störungen und ohne rechtsradikale Provokationen verläuft. …“

        Aber HV!
        Wie können Sie hoffen, dass der Teufelskreis durchbrochen werden kann?

        Orbán hat doch mit seiner Weisung an den ung. Innenminister gerade erst den Beweis für seine von seinen Gegnern behauptete Nazi-Alleinherrschaft erbracht!

        Und der Antichrist in Wien hat – schwupp·di·wupp – die fünf berittenen V- Männer, die als national gesinnte Kradfahrer getarnt, das Wesen der Orbán-Diktatur entlarven sollten, zu seinen „nazionale [sic!] Motorradfahrern“ deklariert.

        „National et nazionale“!, was semantisch nicht zusammengehört, sich aber im Klang ähnelt, das lastet als Fluch auf Ungarn.

        So wie das Wortspiel „urbi et orbi!“ aus dem Radio am Gedenktag zu Geburt und Auferstehung vor 2000 Jahren dem Unglaublichen die nötige Erhabenheit verleiht, kommt die Pa­r­o­no­ma­sie „Natio et Nazi!“ mit dem unwiderstehlichen Charme eines Teufelsbraten.

        HV, ich kann Ihre Hoffnung nicht teilen.

      • Hier ein Bericht über die russische Variante „national gesinnter Kradfahrer“, die russischen Männer in Lederkluft sind zum Glück nur nationalistisch, konservativ und offen schwulenfeindlich. Die Gasgeber waren Ungarn vorbehalten.

        (Wie lange will man sich im Westen noch der Aufarbeitung des kommunistischen Erbes verschließen? Hatte der diplomierte Gastrologe und -naziologe Pfeifer doch Recht, der in diesem Blog frei nach Hegel die Meinung äußerte, das Rad der Geschichte ließe sich im 21. Jahrhundert zurückdrehen?
        http://www.welt.de/geschichte/article125303841/Das-apokalyptische-Deja-vu-der-Krim-Krise.html )

      • Auf dem Bild hier sieht man Putin als Politiker der Mitte, was Orbán bis heute nicht geschafft hat:

        Wieviel Milliarden sind eigentlich unter den Postkommunisten in Offshore-Finanzplätze gelangt? Christine Lagarde vom IWF hat gerade die Welt zu beruhigen versucht, der Ukraine ginge es doch gut, es gäbe keinen Grund zur Panik!
        Wer sich noch an die lebhaften Diskussionen und die herzzerreißenden Beiträge von szarvasi erinnert, der Ungarn vor drei Jahren am Rand des Abgrunds sah, der fragt sich, wo sind die Miesmacher von damals eigentlich abgetaucht? Haben die sich alle nach Rostow am Don, in die Stadt, in der Gyula Horn vor der Niederschlagung des Ungarn-Aufstandes an der Hochschule für Finanzen auf seine Karriere als Ritter Georg des Unterganges, als Karlspreisträger und Stacheldrahtzaundiana präpariert wurde, haben sich die falschen Propheten endlich nach Rostow am Don verpisst?
        Die Steigbügelhalter der Wahlverlierer, Herr Stephen Tree, sind die jetzt alle in Ihrem PEN-Club ?

  2. Ich frage mich gerade: Was will man eigentlich, worin besteht der tiefere Sinn???
    Da wird einerseits staendig herumgejammert, wie rechts denn die Regierung sei, wenn dann aber ein Verbot gegen irgend eine „braun angehauchte“ Konferenz oder was auch immer in Kraft trit, dann blöken die gleichen Leute :Willkürakt gegen die Versammlungs – und Meinungsfreiheit.
    Na, gut, womit sollten sie auch anderweitig von sich reden machen.
    Irgendwie muss man seinen Frust rauslassen und seine (un) Wichtigkeit unter Beweis stellen.

    http://www.hir24.hu/belfold/2014/09/30/tasz-jogserto-a-fajvedo-konferencia-betiltasa/

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