Le Monde vergleicht Orbán mit de Gaulle

Es ist noch nicht zu lange her, dass die französische Tageszeitung Le Monde den ungarischen Ministerpräsidenten in Naziuniform karikierte. Anlass war das Inkrafttreten des neuen Grundgesetze.

http://www.nepszava.hu/articles/article.php?id=506658#null

In der heute erschienenen Wochenendausgabe der Zeitung schlägt Yves-Michel Riols einen anderen Tonfall an. Er sieht Parallelen zwischen Viktor Orbán und Charles de Gaulle.

http://nol.hu/kulfold/le_monde__orban_de_gaulle_szerepeben

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9 Kommentare zu “Le Monde vergleicht Orbán mit de Gaulle

    • Wirklich Hut ab vor einem Journalisten, für den auch ausserhalb einer international gleichgeschalteten Meute noch ein Leben gibt; doch auch vor der Courage der „Le Monde“!

  1. Allein schon diese nichts beschönigenden einleitenden Worte in der Le Monde verschlagen einem schier die Sprache:

    Un raz de marée qui en disait long sur le rejet massif des socialistes (ex-communistes) et des libéraux aux commandes du pays depuis huit ans dont la gestion avait plongé la Hongrie dans l’abîme – incurie économique, corruption massive et récession.

    Das korrupte, ex-kommunistische Heer von Schmarotzern haben Ungarn und die Ungarn wahrlich an den Rand des moralischen und wirtschaftlichen Abgrunds manövriert.

  2. „Autant d’ingrédients qui confèrent une posture gaullienne à la démarche de Viktor Orban, y compris dans la similitude du parcours des deux hommes ; de la résistance à l’occupant, en passant par une traversée du désert et un retour triomphal au pouvoir, porté par un sursaut national et l’ambition de rompre avec un ordre ancien discrédité.“

    Orbán Viktor ist, wirklich nach einer Durststrecke (vor allem) für Land und Leute, in 2010 endlich triumphal zurückgekehrt. Und wie? Getragen von echtem, nationalem Gefühlsausbruch des ungarischen Volkes, und mit dem festen Wille mit dem alten, total diskreditiertem System endgültig zu brechen.

  3. Orbán als De Gaulle… André Malraux statt György Fekete, „On n’arrête pas Voltaire“ statt Hetze gegen die „Viererbande“. Schön wär’s! Vive la différence!

    • Orbán als De Gaulle!

      Ja,ja! Die Tatsache, dass Viktor Orbán von „gutunterrichteten“, professionellen „Ungarnfreunden“ durchwegs gerne als Hitler, Göbbels, Mussolini, Szálasi, Rákosi bis zum Puszta-Putin tituliert wurde, ist Beleg genug dafür, dass manche Bediensteten sich wirklich wacker abrackern, für’s täglich Brot des „masters voice“ in die Welt zu trompeten.

      Andererseits verrät dieses „Sich-Überschlagen“ bei den hirnverbrannten Beschimpfungskanonaden gleich auch ihre Unsicherheit (oder bedauernswerten Unverstand) bei ihren Pflichtübun-gen. Was sie aber trotzt diametral entgegengesetzter Absicht nicht zu merken scheinen, dass sie Viktor Orbán nicht nur im Gegensatz zu Popanzen wie Gyurcsány und Bajnai, sondern auch vor dem Hintergrund der ineffizient sich abmühenden EU-Politikern unterschwellig für Europas begabtesten Politiker küren.

  4. „Tout au long du XXe siècle, la Hongrie a été un laboratoire des bouleversements du continent européen ; du démantèlement de l’Empire austro-hongrois après la première guerre mondiale à la révolution de 1956 contre l’occupation soviétique, en passant par les premières élections libres dans le bloc de l’Est, en avril 1990, les Magyars ont souvent été les précurseurs des grands changements à venir.“

    Durch’s ganze 20. Jahrhundert hindurch war Ungarn das Versuchslabor der europäischen Umwälzungen. Von der Zerstörung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie nach Ende des Ersten Weltkrieges zur Revolution und Aufstand gegen die sowjetische Besatzung, über die ersten freien Wahlen im ehemaligen Ostblock, im April 1990, waren die Magyaren oft Wegbereiter kommender, wesentlicher (von mir: positiver!) Veränderungen.

    Wahre Worte, unleugbare Tatsachen!
    (Gegeninteressierte haben natürlich ihr gutes Recht all dies zu verschweigen, gar zu leugnen.)

  5. Ich kann dem Le-Monde-Autor hierin nicht folgen. Ungarn hatte immer eine sehr eigene, spezielle Geschichte, die für die das übrige Europa keineswegs paradigmatisch erscheint. Wobei anzumerken wäre, dass es gerade die heute so beschimpften „Liberalen“ waren, die sich traditionell für den Freiheitskampf der Ungarn einsetzten.

    Anders als Ignac Unger begreife ich nicht den Stalinismus als die düsterste Episode der jüngeren ungarischen Geschichte, sondern die Horthy-Ära mit ihren katastrophalen Folgen.

    Und da, wie in diesem Blog bereits angemerkt, bei einer Verfassung die Art und Weise der Umsetzung das wesentliche Element ist, kann ich den Abscheu vor der bereinigten „stalinistischen“ Verfassung, die gleichsam im Sinne einer Generalreinigung des Landes unbedingt ersetzt werden muss, nicht nachvollziehen. Der konservative Jurist Sólyom sieht das nicht anders.

    Dass es der Wahrheitsfindung dienen soll, den politischen Gegner als „Popanz“ zu beschimpfen, will mir ebenfalls nicht einleuchten.

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