Die Welt: Interview mit Viktor Orbán

Boris Kálnoky hat den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán für Die Welt interviewt:

http://www.welt.de/politik/ausland/article115309889/Wir-machen-es-anders-als-das-alte-Westeuropa.html

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42 Kommentare zu “Die Welt: Interview mit Viktor Orbán

  1. Nicht ich allein – wie wir es auch einführend festhalten, waren wir zu dritt mit den Kollegen vom Kurier und der FAZ. Kurier ist glaube ich auch schon online, FAZ noch nicht. Das Gespräch war sehr umfassend, hier ist nur ein Bruchteil zu lesen. Kurier deckt sicher mehr die österreichischen Aspekte ab, die ich neben vielen anderen mit Bedauern komplett rausliess.

  2. „Deswegen gibt es in unserer Gemeinschaft ein starkes Missionsgefühl.“ — Das hätte ich jetzt nicht erwartet, dass Orbán selbst bestätigt, was ich an anderer Stelle schrieb. Liest der meine Kommentare? Wohl kaum. Hab ich bestimmt was Offensichtliches festgestellt: Orbán hat ein starkes Sendungsbewusstsein. Er denkt, er darf alles. Siehe seine Feststellung, juristisch sei bei der letzten Verfassungsänderung alles einwandfrei. Er weiß genau, was für eine Trickserei er da macht. Orbán geht auf der Schwelle zur Hybris spazieren. Ich würde aufpassen an seiner Stelle, nicht auf der Nase zu landen.

    • Hallo Ungarnfreund, aufwachen!

      Mit dem Alptraum des von Gyurcsány & Co eingeführten berufsmässigen Lügens, woran sich auch die EU lange Jahre hindurch gewöhnen musste, ist es seit 2010 vorbei.

    • Ungarnfreund,

      Juristisch ist vor allem einwandfrei, dass die „alma mater“ (die Nährmutter) von Gyurcsány, Bajnai, Mesterházi & Co, die Partei der ung. Sozialisten mit Sack und Pack direkter Nachkomme ihrer Gebärerin, der sowjetisch geprägten ehemaligen ungarischen Kommunistischen Partei ist. Das Weiterleben der Partei, des ideologischen Nests, eines gescheiterten Terrorsystems ist ein Novum, eine Einmaligkeit ohnegleichen in Europa!

      • Nicht ganz einmalig, Herr Unger!

        Die DDR-Staatspartei SED benannte sich im Zuge der der Wende in PDS (Partei des demokratischen Sozialismus) um. Der wesentliche Unterschied dürfte darin liegen, dass die MSZMP auf ihrem letzten, XIV. Parteikongress im Oktober 1989 im Zuge der dortigen Umbenennung in „MSZP“ auch das Vermögen der ehemaligen MSZMP-Staatspartei auf die Nachfolgerin übertrug. Gyula Thürmer, der alte Kommunist, trat mit seinen Ewiggestrigen aus und gründete die MSZMP neu, die bis heute unter dem Logo „Munkáspárt“ existiert…

        Was den Einfluss alter Parteifunktionäre und Seilschaften angeht, so wage ich keinen abschließenden Vergleich. Ich befürchte aber, ihr Einfluss in Ungarn ist bis heute zu groß.

  3. Sie tun, als wäre Sendungsbewusstsein für einen Politiker etwas außergewöhnliches und sehen das eigentliche Problem nicht. Ich sehe dies in dem Versagen der ungarischen Salonsozialisten und Trümmerliberalen.

    Ich erkläre das an einem Beispiel: In der Zeit, in der die „Reformkommunisten“ das Volkseigentum in ihre Taschen transformierten ist Konrád, der am Fuße des St. Georgs Bergs in Hegymagas eine Datscha hat, als Wahlkämpfer aufgetreten und jämmerlich gescheitert. Seither macht er – völlig abgehoben – Demokratie von oben und lässt sich von Gauck als Bürgerrechtler hofieren.

    Es ist Ihr Demokratieansatz, Herr Ungarnfreund, der mir völlig daneben zu sein scheint.

    • “Ihr Demokratieansatz, Herr Ungarnfreund”

      Die Leute erzählen in der Umgebung von Hegymagas (Tapolca-Raposka), dass dieser „Reformkommunist“ György Konrad vor den letzten Wahlen mit seinen Kontakten zu den Grossen dieser Welt hausieren ging, wie: Er sei Du und Du mit dem Ex-Peäsidenten der USA, G.W. Bush und auch mit Hillary Clinton, der damaligen US-Aussenministerin usw.

      Doch nützte das alles nichts für seine korrupte Partei unter liberaler Flagge. Die bei der Wende in 1990 noch mächtigste Partei Ungarns mit über 50% Sympathisanten bei den Wahlberechtigten wurde in 2010 von den Wählern sang- und klanglos von der politischen Bühne gejagt.

      Paul Lendvai resonniert mit Wehmut in der Stimme folgendermassen über das verdiente Schicksal der Sozialisten und der Liberalen in Ungarn:
      „In den Jahren zwischen 2002 und 2010 bot das sozialistisch liberale Lager ein jämmerliches, ja zuweilen ekelerregendes Bild von Filz, Vetternwirtschaft und politischer Verkommenheit.“

      Georg Konrad als vermeintliches Zugpferd dieses Klüngels erwies sich als ein echter Rohrkrepierer traditionell hochgeschätzten liberaleren Gedankengutes in Ungarn.

      Warum Gauck sich von diesem Schriftsteller mit äusserst dubioser Vergangenheit an der Nase herumführen lässt, ist mir ein Rätsel.

      • Herr Unger. Sie haben offensichtlich eine hohe Meinung von dem Herrn Gauck. Lesen Sie Zeitung?

        „Als Pfarrer mit Reiseprivilegien begann Gauck ziemlich genau zu dem Moment lautstark gegen die DDR zu protestieren, als dies nichts mehr kostete“ höhnte die taz und Der „Tagesspiegel“ nannte ihn einen mutmaßlichen „Opportunisten“.

        Herr Gauck ist im Sinne von Max Weber die „einseitige Steigerung eines oder einiger Gesichtspunkte“.

        Selbiges gilt für Konrád. Der war zuerst Jugendschutzinspektor und nahm ab 1965 als marxistischer Soziologe am Aufbau des Sozialismus teil

        Weil Ungarnfreund keine Vorstellung vom Aufbau des Sozialismus hat, stelle ich hier mal ein Bild rein, das zeigt, warum ich mich nicht am Aufbau des Sozialismus beteiligt habe.
        Der Aufbau des Sozialismus sah so aus.:

        Das Bild wurde im Juli 1965 in Forst hinter der Post aufgenommen. Ich habe da gewohnt und bin jeden Tag zum Schaufenster der Eisdiele Gröger gegangen, wo es einen Neger gab, der unaufhörlich Eis leckte. Also der Neger hat unaufhörlich genickt. Ich habe mir das jeden Tag angeschaut, bis die Familie Gröger 1969 in den Westen abgehauen ist und der Neger aus dem Schaufenster verschwand. Da hatte ich eine Sinnkrise und wollte auch weg.
        _________________________________________________________________________
        Joachim Gauck blieb trotz Sinnkrise und bekam nach einer nervenärztlichen Begutachtung für den Aufbau des Sozialismus sogar eine Studienverlängerung bewilligt. Das war genau in dem Jahr, in dem der Onkel von Joachim Gauck Generalsuperintendent der ev. Kirche von Ost-Berlin und György Konrád marxistischer Soziologe wurde.

        Der Onkel von Joachim Gauck war zuerst Theologiestudent und hieß Gerhard Schmitt. Er erhielt 1931 die Mitgliedsnummer 624169 und unterbrauch sein Theologiestudium, um Parteifunktionär im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund und 1934 SA-Gruppenführer beim SA-Amt für Ausbildungswesen zu werden. Er gab weltanschaulichen Unterricht und wurde 1948 entnazifiziert, um sich folgerichtig als Seelsorger am Aufbau des Sozialismus beteiligen zu können. Er war wie ein Vater für Joachim Gauck.

        Auch wenn Ungarnfreund schon wieder gähnt, ich schreibe das hier mal auf:
        Der Sozialismus war eine Übergangsform zum Kommunismus, die folgerichtig den Hitlerfaschismus ablöste, um vom Postkommunismus beseitigt zu werden.
        Der Aufbau des Sozialismus, an dem Konrád und Gauck mitwirkten, endete 1989 folgerichtig in einer friedlichen Revolution.
        Gauck hat jeden Grund, die Inszenierung von 1989 als gelungenen Coup mit Konrád zu feiern.

        Oder haben Sie, Herr Unger, gestern die „Stimme Russlands“ nicht gehört:

        http://german.ruvr.ru/2013_04_19/Rentenerhohung-der-Osten-bekommt-mehr/

        Sie sollten Zeitung lesen!

    • Szarvasi, Szarvasi,

      Sie sind auch nicht das, dem Sie scheinen möchten!

      Anstatt ein junger Titan mit wachem Geist zu sein, präsentieren Sie sich zwar weiterhin als williger Eiferer, doch die Ermüdungserscheinungen weisen Sie eher ins Lager der Patriarchen ihres Metiers.

      Meine Güte! „Die Welt bringt unter dem Aufmacher: “Ungarns Premier Orbán holzt gegen die EU” noch einen Beitrag von Boris Kálnoky:“ Bedenklich, bedenklich.

      Kapieren Sie denn nichteinmal, dass es sich hier um einen Auszug, oder eine Zusammenfassung des Kálnoki-Interviews handelt?

  4. Es ist schon etwas eigenartig (oder eher traurig?), dass erklärte Freunde der Ungarn, die den Raubzug des Nachwuchs der Ex-Kommunisten in Ungarn, der Fahnenträgern der sogar formaljuristisch fixierten und dokumentierten Nachfolgepartei der MSzMP Kádárs, zumindest theoretisch nicht gutheissen, mittlerweile – offensichtlich Gefangene der Gewöhnung – in dem Masse deren Amoralität als normal empfinden, dass sie sich etwas anderes als Lügen und Betrug gar nicht mehr vorstellen können.

    • Zitat: „….die den Raubzug des Nachwuchs der Ex-Kommunisten in Ungarn….“ Zitatende.

      Ignatius, warten Sie mal ab, was am Ende der Ära O. alles ans Tageslicht kommt. Nur Geduld!

      • Lieber wrawanek,

        Sie müssen wirklich warten und hoffen, bis Sie einen Bart haben, der bis zum Knie reicht, um zu erfahren, was alles am Ende der Äre O. ans Tageslicht kommen könnte. Was an Korruption Gyurcsány und sein Gehilfe Bajnai produzierten, ist offesichtlich auch für Sie längst unbezweifelbare geschichtliche Tatsache. Ich kann mit Ihnen Ihre Befürchtung oder Hoffnung trotzdem nicht teilen, dass wenn die internationalistische ung. Linke erwiesenermassen eine Maffiabande gewesen ist, auch die national gesinnte Rechte unbedingt deren Erbe weiterführen müsste.

      • Nicht doch, Herrche, Herr O. ist ein Gralsritter. Schwebt vielleicht eine Idee zu zu sehr über dem Boden, dass er schon nicht mehr weiß, wie die Zweidrittelmehrheit im Parlament aus etwas mehr als 50% der abgegebenen Stimmen entstand.

      • Ignatius, auf den Bart hab‘ ich mich schon eingestellt. Aber nichts ist ewig und unendlich auf dieser Welt – außer das Universum vielleicht und noch etwas, was Sie bei Einstein nachlesen können.

  5. Meine Herren Unger und Herche, Sie verstehen mich nicht und ich versteh Sie nicht. Ich machte eine Bemerkung zu Orbáns Sendungsbewusstsein. Sie antworteten mit Gedanken zur Postkommunismusdebatte. Wie passt denn das zusammen? Wieso glauben Sie eigentlich, dass jemand, der was Kritisches über Orbán sagt, gleich ein Anhänger von Gyurcsány sein muss?

    Könnte ich in Ungarn wählen, würde ich mich derzeit sehr schwer tun, eine Entscheidung zu treffen. Ich hatte mal gewisse Hoffnungen in LMP gesetzt, aber nun ist diese Partei an genau der Frage zerbrochen, die in Ihrem Nachdenken über die ungarische Politik offenbar auch die zentrale ist: Wie hältst Du’s mit den sogenannten Ex-Kommunisten? Vielleicht ist das wirklich eine Generationenfrage. Mir kommt es so vor, als schlügen Sie immer noch die Schlachten von vorgestern. In Deutschland würde mir nie einfallen die Linkspartei zu wählen, aber wenn die als post-kommunistisch angegriffen wird, fange ich auch jedes Mal an zu gähnen.

    Was die MSZP angeht, muss man doch mal folgendes zur Kenntnis nehmen: Die ganzen kommunistischen Hardliner sind längst Geschichte. Selbst die Reformkommunisten der Regierung Németh, die für ihre Haltung 1989/90 großes Ansehen in Deutschland genossen, weil sie den Weg zu ihrer eigenen Entmachtung frei machten, spielen heute keine Rolle mehr: Németh ist Rentner und Horn liegt im Koma. Mesterházy hat seine Entourage deutlich verjüngt. MSZP-nahe Menschen haben sich nach dem Systemwechsel eine goldene Nase verdient, aber das haben andere doch auch. Bei Fidesz gibt es ebenso ehemalige MSZMP-Mitglieder und Oligarchen sowieso. Also, was wollen Sie eigentlich?

    Ganz kurz dann nochmal zurück zum Sendungsbewusstsein. Also mir bleibt bei manchen Fidesz-Aktionen einfach die Spucke weg. Ich nenne ein paar Beispiele: Entmachtung des Verfassungsgerichts in Finanzfragen nach unliebsamer Entscheidung auf diesem Gebiet, Absetzung des Präsidenten des Obersten Gerichtshofs infolge einer Namensänderung bei diesem Organ und jetzt die umstrittene vierte Verfassungsänderung mit der unverfrorenen Rechtfertigung, genau die habe das Verfassungsgericht doch vorgeschrieben. Um das alles nachvollziehen zu können, muss man fragen, was Fidesz eigentlich antreibt. Naja, und dann sind Sie eben schnell beim Thema Sendungsbewusstsein und daraus resultierender Stolpergefahr. Mit angeblicher Liebäugelei mit dem Kommunismus, meine verehrten Kalten Krieger, hat das nun wirklich nichts zu tun.

    • Ungarfreund,

      Sie scheinen sich mit Ihren Vermutungen vollends auf dem Holzweg zu befinden. Ihre Rechtfertigungen weisen darauf hin, dass gerade Sie es sind, der die Zeichen der Zeit nicht verstehen, und den längst verlorenen Kalten Krieg ihrer linken Altvorderen „heldenhaft“ weiterführen möchten.

      Sie sollten endlich begreifen, dass Europa inmitten der kaum mehr länger kontrollierbaren Wirtschaftskrise Politiker vom Format eines De Gaulles, Margaret Thatchers und Viktor Orbáns braucht, um nicht vollends zu untergehen. Das Stöhnen und Geifern für abgehalfter-ten Bediensteten des maroden alten Systems kompromittiert nicht nur jeden, der sich dafür noch immer hergibt, sondern gibt ihn je länger, um so mehr der Lächerlichkeit preis.

      Ihre etwas „idealistische“ Begeisterung für die LMP muss Sie auch vollends in die Irre führen. Die LMP, als politischer Versuch von im Nirwana gelandeten Anhängern der geldgierigen SzDSz sich selbst zu Überleben, war von Anbeginn Heimat von kommunis-tischen Enkelkindern von der Sorte eines Jávor, Karácsonyi usw, die als die Maskerade aufgeben mussten, bei den Ex-Kommunisten landeten, wo sie schon immer hingehörten.

      Auf der anderen Seite war es gerade Andreas Schiffer, der Führer der LMP, der den Sozi Maffiachef Gyurcsány, wegen seinen kriminellen Machenschaften bei der Staatanwaltschaft (noch vor dem Wahlsieg von Fidesz) anzeigte.

      Angesichts dieser Tatsachen und Ihren Sympathien für die LMP ist es mir schleierhaft, wieso wettern Sie gegen die Leute, diesem politischen Übel – koste was es wolle – ein Ende bereiteten.

    • Ob kalter Bruder oder warmer Krieger, Ungarnfreund, Sie neigen zu Hysterie. Sachbezogen führen Sie als Argument an, dass Ihnen manchmal die Spucke wegbleibt. Wenn Sie mich fragen, dann finde ich das bedauerlich, es erklärt aber, warum Sie unter den Geiferern von der Rolle sind und Verstand zeigen.

      Ich kann Sie darin nur positiv bestärken. Für alle, die in einem Disput „per fas et nefas“ (mit erlaubten und unerlaubten Mitteln) als diejenigen erscheinen möchten, die sich im Recht befinden, gibt es „Kunstgriffe“, die den Erfolg in einem Streitgespräch durch bestimmte argumentative Formen versprechen. Schopenhauer hinterließ für Rechthaber 38 rhetorische Strategeme, die 1864 durch Julius Frauenstädt als Teil der eristischen Dialektik – der „Kunst, Recht zu behalten“ publiziert wurden.

      Bei trockenen Schleimhäuten empfielt sich Schopenhauers Werk in jedem Fall zur Lektüre, für kalte Krieger wie für warme Brüder und andere sachbezogene Argumente.
      http://wechseljahre.gesund.org/beschwerden/trockene-schleimhaeute.htm

  6. Die Wahrheit ist immer schön auf vielen Seiten verteilt:
    Gyurcsány hat das Land betrogen und verschuldet – und sieht scheiße aus.
    Orbán ist einer, der durch die Wand will und sich von Rechtsradikalen nicht genug abgrenzt.
    Die EU wird von linksliberalen geldgierigen Kommissaren geredingt.
    Eichörnchen sind schlau.
    Poskommunisten sind doof.

    • „Die Wahrheit ist immer schön auf vielen Seiten verteilt:“

      Unter normalen Umständen ist es tatsächlich so. Die nationalkonservative Regierung Ungarns rackert sich seit drei Jahren ab, um einigermassen menschlich normale Verhältnisse wieder herzustellen.

    • „Poskommunisten sind doof“

      Dr. Mokus,

      Nicht so wie, Sie meinen!

      Sie sind viel mehr mies und vollends amoralisch. Doch was viel wesentlicher ist, sie sind für anständige, arbeitsame Menschen (wie die Ungaren grundsätzlich es sind, und auch weiterhin sein wollen) nach wie vor eine latent vorhandene Gefahr. Besonders mit dem starken ausländischen Rückenwind.

      Man darf sie ja nicht unterschätzen, denn solche Typen, dank ihrer totalen Amoralität, sind als Werkzeuge für dunkle Machenschaften aller Art allemal bestens geeignet.

      Also bitte nichts blauäugig verharmlosen wollen!

      • „Doch was viel wesentlicher ist, sie sind für anständige, arbeitsame Menschen (wie die Ungaren grundsätzlich es sind, und auch weiterhin sein wollen) nach wie vor eine latent vorhandene Gefahr.“

        Bei allem Respekt, Ihr blumiger Pathos ist ermüdend. Im übrigen ein Tipp: Grundsätzliche Aussagen interessieren die Leser dieses Blogs weniger als Einzelthemen. Über Lobpreisungen auf Anstand und Fleiß sollten wir längst hinaus sein…

  7. „Aber nichts ist ewig und unendlich auf dieser Welt,… ausser noch etwas, was Sie bei Einstein nachlesen können“

    Lieber wrawanek,

    Einstein ist mir nicht ganz unbekannt, zumal ich an der ETH in Zürich auch einige Semester in Mathematik und Physik bei „Nobel“-Professoren belegen konnte, die ihn sogar noch persönlich kannten. Doch ist mir noch nie etwas unter die Augen gekommen, in dem Einstein sich für pervertierte Ideen je begeistert gezeigt hätte. Denn viele empfanden es mehr als pervers, als solch ein zwielichtiger Gestalt, wie Gyurcsány, der Dank kommunistischen connections des Familienklans zu dessen Führer er vorgesehen worden ist, und durch Korruption Milliardär geworden, die Proletarier Ungarns mit seinem aus voller Kehle geschmetterten Singsang der Internationale (in der ung. Version etwa: „Auf zum Kampf ihr Sklaven dieser Erde, Auf zum Kampf du hungriger Proletarier..“) mehrfach öffentlich verhöhnte.

    Ich denke, dass Einstein auch nur den Gedanken von solch perversem Tun weit von sich gewiesen hätte.

    Oder habe ich Sie falsch verstanden, und Sie wollten eher sagen, dass die mit Schimpf und Schande davongejagten Linken in Ungarn der Idee der echten Sozialdemokratie unendlichen Schaden zugefügt hätten? Dann sind wir doch gleicher Meinung!

    • Ignatius, Sie wühlen mit Wollust in der Vergangenheit und meinen, damit hätten Sie die Lösungen für Gegenwart und Zukunft gefunden. Eine verbreitete Glaubensgrundlage.

      Haben Sie bei Einstein wirklich die Details nachgelesen?

      • „Lösungen für Gegenwart und Zukunft“

        Wrawanek,

        Lösungen für Gegenwart und Zukunft für die Ungarn zu finden ist die Aufgabe der Regierung Viktor Orbáns. Es wird von ihr erwartet, dass sie mit der üblen Vergangenheit bricht, neue Wege und Methoden sucht. Das ist ihre Aufgabe, dafür erhielt sie in demokratischen Wahlen die nötige 2/3 Mehrheit und das tut sie auch recht erfolgreich. Ihr Tun für Land und Leute passt verständlicherweise den geschassten Machthabern und ihrem Anhang, deren Interessen nicht mehr alleinbestimmend sind, klar nicht in den Kram.

        Daher das viele Gezeter und der Slogan der „Ungarfreunden“: Vorwärts Ungarn, ihr musst zurück.

        Das aber möchte ich als Ungar unter gar keinen Umständen, und werde dementsprechend auch wählen.

        Das neue ungarische Menü schmeckt auch nicht allen auf diesem Blog nicht, und es ist gut so. Vive la differance!

      • Ignatius, lassen Sie sich etwas korrigieren: Fidesz erhielt nur etwas mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen. Das ist sehr deutlich etwas Anderes als ‚in einer demokratischen Wahl die nötige 2/3-Mehrheit‘ zu erhalten.

      • wrawanek, was ziehen Sie denn in Zweifel? Dass Fidesz 2/3 der Sitze erringen konnte, weil das ungarische Wahlrecht das so hergab, oder dass es eine demokratische Wahl war?

      • Es ist auf demokratischem Wege eine etwas über 50%ige Mehrheit zustandegekommen. Daraus ergab sich nach dem (alten) Wahlgesetz eine 2/3-Mehrheit im Parlament. Derzeit ist aber bei manchen beliebt, daraus eine 2/3-Zustimmung der Bevölkerung zu konstruieren.

      • „Fidesz erhielt nur etwas mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen. Das ist sehr deutlich etwas Anderes als ‘in einer demokratischen Wahl die nötige 2/3-Mehrheit’ zu erhalten.“

        wrawanek,

        Man muss wissen, dass das ungarische Wahlsystem den jeweiligen Wahlsieger bewusst bevorzugt, um zu vermeiden, dass das Land unregierbar werde. (Deshalb ist es in Ungarn undenkbar, dass zB. wie in Italien in 100 Jahren etwa 200 Regierungen gibt 🙂 )

        Nun, im Jahre 1994 hat die MSzP mit 31,27% der Stimmen 54,15% der Parlamentsmandate eingesackt.

        Fidesz errang bei den Wahlen in 2010 mit 52% der Stimmen mit etwas mehr als 66,66% der Mandate die 2/3 Mehrheit.

        Was folgern Sie denn daraus?

    • @ Ignac Unger: Mit Verlaub, aber Ihre Ausführungen beginnend (wieder einmal) zu ermüden. Versuchen Sie bei der Sache zu bleiben, bitte. Der Speicherplatz dieses Blogs ist beschränkt 🙂

    • „Es ist auf demokratischem Wege eine etwas über 50%ige Mehrheit zustandegekommen.“

      Wawranek,

      Auch wenn Sie aus Österreich einen besseren Blick auf Ungarn haben, als zB. die bedauernswerte EU-Komissarin Vivien Reding, doch Ihr handicap, dass Sie auf Ihr linkes Auge blind sind, verunmöglicht Ihnen trotzdem vollends etwas Sinnvolles von sich zu geben.

      Selektives Gedächtnis bis zum totalen Gedächtnissausfall sind und bleiben menschliche Gebrechen, die jedoch – leider Gottes – in der letzten Zeit auch unter westlichen Meinungsgestaltern besonders gerne grassieren.

      Ich möchte Sie, den Wohlinformierten, hier auf diesem Blog nun doch bitten, unsereinen darüber aufzuklären, wie in 1994 der puffajkás Erzkommunist Gyula Horn seine Regierung mit 2/3 Mehrheit zusammenschusterte?

      • Ignotius, was hat der Horn mit dem Orban zu tun? Wieder ein wollüstiger Griff in die Vergangenheit.

        Ansonsten danke ich Ihnen für Ihre hervorragenden Beiträge ganz ohne Ausnahme. Für manche mehr, für andere weniger.

      • „was hat der Horn mit dem Orban zu tun?“

        wrawanek,

        Offensichtlich versuchen Sie als eine Art ostpolitischer „Hans Dampf in allen Gassen“, ohne von den tatsachlichen Gegebenheiten in Ungarn auch die geringste Ahnung zu haben, Ihre Landsleute, die dieses Blog verfolgen zu manipulieren, oder gar vollends in die Irre zu führen.

        Gyula Horn hat mit seinen linken Genossen das Land auch schön heruntergewirtschaftet, und nach seiner Wahlniederlage die Sanierung Orbán und Fidesz überlassen.

        Die durch Jungsozis aufgefrischte Linke unter ihren Führern Gyurcsány und Bajnai haben dann bewiesen, dass sie mit ihrem jugendlichen Elan zu viel mehr fähig sind, als ihr bedauernwerter Vorbild.

        Ungarn befand sich in 2010, als die zwei bösen Buben das Land Orbán vererbten, in katastrophalerem Zustand, als Griechenland oder Cypern.

      • wrawanek,

        Weiter etwas über Horn und die eigenartige Moral der sog. ungarischen Sozis und Liberalen.

        „Die Sozialisten nahmen in 1994 trotz ihrer absoluten Mandatsmehrheit sofort Verhandlungen zur Bildung einer Koalitionsregierung mit den Liberalen (SzDSz) auf, also mit jener Partei, die 1989-1990 den schärfsten antikommunistischen Kurs vertreten hatte.“ Zitat von Paul Lendvai.

        Ein unerhörter Vorgang! Eine Partei besitzt für die Regierung ein bequemes absolutes Mehr der Mandate und macht sich trotzdem auf die Brautschau (oder nach passenden Kumpeln?).

        Ich denke das wäre in Deutschland völlig undenkbar, denn so etwas stinkt zum Himmel.

        Doch die im „lustigsten Baracke“ des kommunistischen Ostens gezüchtete linke Elite hat ein grosses Herz für die ebenfalls vom gleichen System ausgebrütete liberale Elite des Landes, und nahm ihren vor wenigen Stunden noch geifernden* politischen „Gegner“ an die internationale Mutterbrust.

        *) In 1990 nach dem Sturz des Kommunismus und vor den ersten freien den Wahlen in Ungarn gebärdete sich die SzDSz gegen die sich neuerdings Sozialisten nennenden Kommunisten wie ein Berserker. Man hat damals zwar fest mit dem Wahlsieg der SzDSz gerechnet, doch gleich befürchtet, dass wenn diese Art von Liberalen an die Macht kommt, dann würden sie auf jeden Baum zwischen Budapest und Szombathely in Westungarn einen kommunistischen Funktionär hängen.

        Die Leute wollten jedoch Ruhe, und die düstere kommunistische Vergangenheit ohne jegliche Abrechnerei einfach vergessen, hinter sich lassen. So kam es, dass die sog. Sozis zwar einen vernichtenden Denkzettel verpasst bekamen, doch zur grössten Enttäuschung der sog. Liberalen, die recht unbekannte gemässigte MDF, die Partei des kultivierten József Antall, die Wahlen gewann.

      • wrawanek,

        Die ungarischen Sozis und Liberalen sind nicht aus dem gleichen Holz geschnitzt wie die Parteien mit ähnlich klingendem Namen des Westens.

        Die Liberalen hatten vor den Wahlen noch verlautbart, dass sie nur dann bereit seien, mit den Sozialisten eine Koalition zu bilden, wenn diese keine absolute Mehrheit gewinnen würden. Der damalige SzDSz-Sprecher, Bálint Magyar*, sagte sogar, dass sie in keine von Gyula Horn geführte Regierung eintreten würden. (Der in Deutschland gross propagierte György Konrad, Gründungsmitglied der SzDSz war Chefideologe der damaligen Wahlstrategie dieser „liberalen“ Partei.)

        Ohne diese und ähnliche, wie eine Grammophonplatte mit einem Sprung wiederholten, lügnerischen Propagandabekenntnissen befürchtete dieser Verein wesentliche Stimmeneinbussen bei den Wahlen. Nach den Wahlen – das war natürlich was anderes. Sein dummes Geschwätz von gestern interessierte diese „liberalen“ Vorreiter alles Edlen und Guten wirklich einen Dreck mehr.

        „Sie mussten freilich nach der Wahl sehr schnell über die ‚voreilig’ (Apostroph von mir) gestellten Bedingungen den Mantel des Schweigens breiten“ — Original Paul Lendvai.

        *)Bálint Magyar, dieser politischer Hochstapler, wurde für seine Flexibilität von den Sozis besonders geschätzt und mit Ministerposten verwöhnt. Er durfte lange Jahre hindurch als liberaler Kultusminister das ung. Schulsystem deformieren, damit der Nachwuchs des „besonderen sozialistischen Menschentyps“ mit der erforderlichen geistigen Flexibilität ja nicht ausstirbt und wertvolle Exemplare auch künftig für besonders wichtige Aufgaben zur Verfügung stehen.

  8. „Sie wühlen mit Wollust in der Vergangenheit“

    Wrawanek,

    Es ist typisch für Ihresgleichen, dass Angesichts des Elends und der Katastrophen des 20. Jahrhunderts, die uns Ungarn in erster Linie Gross- und Weltmächte, wie Nazideutschland, Sowjetrussland oder die noch mächtigeren globalen Finanz- und Wirtschaftsimperien bescherten, noch das Gesicht haben, über Wollust zu faseln.

    Wenn Sie bloss die Ergebnisse der letzten acht Jahre des Wütens der ungarischen Linken vor Augen führen, das für die Ungarn mehr Schaden anrichtete, als der berüchtigte Tatarenzug im 13. Jahrhundert, dann wollen Sie uns allen Ernstes unterstellen, wir hätten dabei Wollust empfunden? Wes Geistes Kind sind Sie denn?

    Mögen Sie Deutscher oder Österreicher sein, unser Leidensweg in der Neuzeit ist bestimmt wesentlich länger, und dauert ununterbrochen fort, als der Ihre auch nur theoretisch sein könnte.

      • Wawranek,

        Sind Sie etwa ein religiöser Eiferer, der ungeduldig auf die Auferstehung des wahren Messias’ aus dem Glassarkophag im Moskauer Mausoleum wartet?

        Dass Sie sich nicht genieren, für Ihre Mission sogar die Bibel zu missbrauchen?!

        Haben Sie übrigens nichts Besseres zu tun, als nach Splittern in meinen Augen zu fahnden?

        Helfen Sie lieber IHren Kosmetikerfreunden weiter die Balken in den Augen Ihrer Strählemänner vor der Öffentlichkeit besser zu kaschieren.

  9. „In Deutschland würde mir nie einfallen die Linkspartei zu wählen, aber wenn die als post-kommunistisch angegriffen wird, fange ich auch jedes Mal an zu gähnen. „

    Ungarfreund,

    Sie brauchen Herrn Herches Empfehlung wahrlich nicht zu beherzigen. Auch dieser Ihr Beitrag trieft nur so von eristischer Dialektik.

    Worüber aus Ihrem Elaborat manche – in unser aaach so speeden Welt 🙂 – nur so leichtfüssig vorüber gleitet, stört mich kleinlichen Ungarn (akik az európai demokrata kákán is csak csomót keresnek) ihr gezielt mieses „handa-banda“.

    Wer redet da von Ihrer Linkspartei in Deutschland? Und vor allem: Wann und von wem werden diese hier angegriffen? Herche untertreibt mit nachsichtiger Grandezza, wenn er Ihnen bloss gemeine Hysterie attestiert.

    Ihr „húzd meg, ereszd meg“ Stil entspricht, demjenigen Ihres öffentlich bekannten Doppelgängers Paulus Lendvai, mit dem Unterschied, dass er seinen kaum zu bändigenden Ungarnhass nicht unter dem Scheffel stellt.

    Und was Ihr Gähnen beim Thema „Kommunismus“ betrifft: befürchten Sie denn nicht, dass solch gelangweiltes Getue, Sie – auch wenn unbeabsichtigt – doch in die Nähe des Lagers postkommunistischen Profiteure bringen könnte. Steigen Sie lieber zeitig von Ihrem hohen Ross runter, bevor sie runtergeworfen werden.

    100 Millionen Opfer und ihre Nachkommen, mich eingeschlossen, finden das Verbrechen der Kommunisten gar nicht zum Gähnen

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