Jobbik führt „Gegenveranstaltung“ zum Jüdischen Weltkongress mit gerichtlicher Genehmigung durch

Die durch das Innenministerium auf Weisung des ungarischen Ministerpraesidenten Viktor Orbán untersagte Jobbik-Demonstration in „Gedenken an die Opfer von Bolschewismus und Zionismus“ konnte heute vormittag mit gerichtlicher Genehmigung stattfinden. Das Budapester Verwaltungs- und Arbeitsgericht hatte das behördliche Verbot ausser Kraft gesetzt. Nach Berichten von hirado.hu versammelten sich mehrere hundert Jobbik-Sympathisanten. Jobbik-Parteichef Gábor Vona vertrat in seiner Rede unter anderem die Auffassung, das Verbot der parallel zum Jüdischen Weltkongress angesetzten Veranstaltung sei als „Machtmissbrauch“ zu werten. Man denke über eine Strafanzeige nach.

 http://www.hirado.hu/Hirek/2013/05/04/12/Anticionista_tuntetes__Budapesten_demonstralt_a_Jobbik.aspx

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33 Kommentare zu “Jobbik führt „Gegenveranstaltung“ zum Jüdischen Weltkongress mit gerichtlicher Genehmigung durch

  1. In der Rheinischen Post wird das Thema Ungarn wieder geradezu in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung gestellt, allerdings wieder in der gleichen Art und Weise, die mich daran denken lässt, dass MSZP mal wieder die Schlagworte und Auslegungen zum Thema Ungarn diktiert haben könnte. Jeder möge sich davon überzeugen, ob die Darstellung fair und sachlich ist – und ob nicht hier der mündige Bürger veräppelt wird. Aber vermutlich wissen es die Leute der RP einfach nicht, was in den Jahren bis 2010 passierte. Daher mal wieder der Tenor, der den Eindruck hinterlässt, dass Antisemitismus in Ungarn in erster Linie seit Orbán grassiert. Dass es die größte Wählerwanderung von MSZP zu Jobbik gab (man denke nur an Mórvai Kristina), dass Fidesz eine Partei mit auffallend vielen Menschen jüdischen Glaubends bzw. jüdischer Herkunft ist, Roma und Juden als Fidesz- Abgeordnete im europäischen Parlament arbeiten, kann der RP-Leser vom 5.Mai so oder so nicht erfassen.
    http://nachrichten.rp-online.de/politik/juedischer-weltkongress-kritisiert-ungarn-scharf-1.3375697
    „Gegenüber Jobbik steuert Orbans seit 2010 mit Zwei-Drittel-Mehrheit regierende Partei Fidesz einen undurchsichtigen Kurs. Einerseits stellte sie sich mit der Einführung eines Holocaust-Gedenktags den Leugnern von Jobbik entgegen, andererseits ließ sie tagelang eine im Parlament von einem Jobbik-Abgeordneten vorgetragene Forderung nach „Judenlisten“ unkommentiert.“
    Ich zitiere hier eine Darstellung von HV vom 28.11.12 für alle Leser, damit sie den Hintergrund meiner Kritik besser verstehen:
    „Grund des Eklats: Der Parlamentsabgeordnete Márton Gyöngyösi forderte gestern im Hohen Haus, die im ungarischen Parlament und in der Regierung tätigen Juden zu “erfassen”. Diese stellten ein “nationales Sicherheitsrisiko” dar. .. Die Regierung verurteilte die Äußerungen des Abgeordneten scharf. Auch der Parlaments-Vizepräsident István Újhelyi (MSZP) ergriff zu Beginn der Sitzung das Wort und teilte den Jobbik-Abgeordneten mit, die Partei habe eine Äußerung getätigt, die für mehr als 80 % des Hauses inakzeptabel sei und eine Grenze überschritten. Sowohl die Regierungsfraktionen, als auch die Opposition (mit Ausnahme von Jobbik) applaudierten Újhelyi in seltener Einigkeit zu seinen Worten: Fidesz/KDNP, MSZP und LMP verurteilten die Aussagen Gyöngyösis scharf und bezeichneten es als Fehler, dass Zoltán Balczó, der zum Zeitpunkt des Eklats die Sitzung leitende Vizepräsident, nicht eingeschritten sei; die Verwunderung darüber sinkt allerdings, wenn man weiß, dass Balczó selbst der Jobbik angehört.“

    Dass ein paar Tagen nach dem Angriff Gyöngyösis auf die jüdischen Bürger Ungarns der jüdische Fidesz Politiker János Fónagy im Parlament zu Wort kam, war natürlich in keiner deutschen Zeitung zu lesen. Bei gerechtfertigten Kritik an Orbán – aber bei solch einseitiger, teils falscher Darstellung der Ereignisse bekommt man einen Eindruck davon, wie manipuliert werden kann.

      • Mokus, Sie wiederholen die alte Legende, dernach Gyöngyösi die im ungarischen Parlament und in der Regierung tätigen Juden erfassen wollte, da sie ein nationales Sicherheitsrisiko darstellen.
        In der Debatte am 26.11.12 ging es um den offiziellen Standpunkt Ungarns im Gaza-Konflikt. Gyöngyösi bemängelte, daß die Regierung das israelische Morden nicht verurteilte.
        Aufgrund der entsprechenden Videoaufnahme sagte er Folgendes:
        „Es ist an der Zeit, die hier lebenden… und besonders im ungarischen Parlament und der Regierung wieviel solche jüdischstämmige Menschen sind, die ein gewisses nationales Sicherheitsrisiko darstellen.“
        Ich habe versucht, seinen grammatisch falschen Satzbau wiederzugeben.
        Also, er wollte nicht allgemein die jüdischstämmigen Menschen erfassen, sondern nur jene, die ein gewisses nationales Sicherheitsrisiko darstellen. Ein gewaltiger Unterschied.
        Die Jobbik hat einige Tage vorher ihren Standpunkt veröffentlicht, nämlich, daß die Abgeordneten und Regierungsmitglieder erklären sollen, ob sie neben der ungarischen auch die Staatsbürgerschaft eines anderen Staates haben, da dies eine doppelte Bindung bedeuten kann, und gerade im Falle des israelisch-palästinensischen Konflikts solche Abgeordnete nicht als ungarische, sondern als jüdische Staatsbürger im ungarischen Parlament ihre Stimme abgeben würden.
        Dies hat Gyöngyösi nochmals unterstrichen, als das Medienspektakel nach 2 Tagen losging.

      • gyergyo, Sie lügen. Gyöngyösi verlangte klipp und klar die Öffentlichmachung aller Abgeordneten mit israelischem Pass, weil sie per se ein Sicherheitsrisiko darstellten, später redete er sich raus, dass er ja nur allgemein „doppelte Loyalitäten“ aufdecken wollte…. Jobbik hat auf der oben beschriebenen Demo nochmals den „Ausschluss“ doppelstaatlicher, explizit isr.-ung. Abgeordneter gefordert. Warum schützen Sie Faschisten?

  2. Nun ich hätte ganz gerne einen hübschen kleinen Artikel von 2007!!! in der RP als „Leserkommentar“ hinzugefügt, aber diese Möglichkeit gibt es dort leider nicht.Allerdings wird in den nächsten Tagen sich die Presse jeglicher Richtung überschlagen und dieser Beitrag in der Rp wird dann noch zu den harmloseren gehören.

    Zitat aus der j-zeit von 2007!!!
    „Aber, so nochmals Ungarns Ministerpräsident, «ausgelebter Antisemitismus in politischen Diskussionen [sei] nicht zu entdecken». Reihe aggressiver Handlungen insbesondere gegen Kollegen, etwa einen jüdischen Reporter von einem Radio», der im nordostungarischen Debrecen verbal angegriffen und «nach Israel zurückgeschickt» worden sei. Auch die Gründung der «Ungarischen Garde», auf die wir… in dieser Ausgabe näher eingehen, lässt die Blindheit des Regierungschefs offensichtlich werden.“
    Blöd, das mir jetzt der Name des damalige Regierungschefs aber dermassen entfallen ist.

    http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.791.html

    • Ganz sicher nicht, denn mir scheint Bognár ist Ungar und die Ungarn reden ja bekanntlich im Ausland anders als im Inland …..sagt man.

      Bemerkenswert allerdings die Aussage von MAZSIHISZ, bezüglich der Entscheidung des Budapester Verwaltungs- und Arbeitsgerichtes:

      „Die Entscheidung des BVAG wurde nach veralteter Rechtsroutine getroffen und es wurde nicht beachtet, dass das Grundgesetz die Menschenwürde verletzende Handlungen strengstens untersagt.“

      http://www.mazsihisz.hu/2013/05/03/mazsihisz–alaptorveny-ellenes,-hogy-a-birosag-engedelyezte-a-holnapi-szelsojobboldali-tuntetest-6110.html
      Ich hoffe, die TASZ war demokratisch gesehen zufrieden.
      Wäre ja auch schade gewesen, wenn die Demo nicht stattgefunden hätte, denn was hätte man dann nur in den deutschsprachigen Blättern über Ungarn schreiben sollen???
      …obwohl: Man hätte sicher was anderes gefunden.

    • Übrigens, in der Printausgabe zwei(!) ganze Seiten wird dieses Thema besprochen, +
      Leitartikel. Nyírö als Nazi-schreiber wird sogar zweimal erwähnt. So belesen sind österreichische Journalisten. Hut ab!

  3. …zwar, aber…*

    Der jüdische Maler Mucius hebt die Augenbrauen.

    …zwar, aber…*

    Wie antisemitisch sind die Ungarn wirklich? (…zwar, aber…*)

    Die Deutsche Welle strahlt: „Rechtsextremisten rufen antisemitische Parolen“ aus.
    (…zwar, aber…*)
    Zeit Online titelt: „Antisemitismus: Rechtsextreme demonstrieren in Budapest“
    (…zwar, aber…*)
    Die Süddeutsche illustriert die neueste Nachricht: „Rechtsextreme Jobbik-Partei hetzt gegen Juden“ mit einem monströsen Stimmungsbild

    (…zwar, aber…*)
    Und die Süddeutsche klärt in einem zweiten Beitrag (Cathrin Kahlweit) auf: „Jüdischer Weltkongress in Ungarn – Demonstrativer Besuch gegen den Antisemitismus ( … ) Premier Viktor Orbán steht in der Kritik, er unternehme zu wenig gegen den grassierenden Antisemitismus im Land.“
    (…zwar, aber…*)

    Spiegel Online erledigt Ungarn in einem Abwasch: Rechtsextreme demonstrieren vor jüdischer Tagung
    (…zwar, aber…*)

    Die Deutsche Tagesschau braucht für ihre differenzierte Berichterstattung zwei Beiträge: „Jüdischer Weltkongress in Budapest“ und „Antisemitische Parolen in Budapest“ (…zwar, aber…*)
    Im ersten Beitrag wird die Drohkulisse aufgebaut: Ungarn, die Jobbik-Partei als drittstärkste Kraft im ungarischen Parlament, aggressiver Antisemitismus, Israelfeindlichkeit, antisemitische Verschwörungstheorien.
    Vor diesem Hintergrund erklärt sich die Angst der – wie schreibe ich es nur politisch korreckt – die Angst der Anghörigen der jüdischen Gemeinde:

    „Es gibt auch Gemeindemitglieder, die ungern zu Veranstaltungen außerhalb der Synagoge kommen, weil sie Angst vor Angriffen haben“, berichtet Verö. „Und es gibt sehr viele, die hier in der Synagoge erzählen, dass sie in der Straßenbahn oder im Bus als ‚Jude‘ beschimpft wurden.“ (…zwar, aber…*)

    Den rettenden Kontrapunkt setzt die Tagung des Jüdischen Weltkongresses in Budapest. (…zwar, aber…*)

    Was sagt Orbán?

    Der zweite Beitrag der Tagesschau suggeriert die Antwort auf die Frage: Was sagt Orbán“ „Antisemitische Parolen!“ (…zwar, aber…*)

    Berliner Morgenpost: Antisemitismus: Ungarn: Jüdischer Weltkongress will „Zeichen setzen“ (…zwar, aber…*)
    Die Presse bringt (…zwar, aber…*) einen ganzen Leitartikel : Ungeniert antisemitisch – In Ungarn breitet sich der Antisemitismus ungeniert aus. In keinem anderen europäischen Land wird so offen gegen Juden gehetzt. Und die Wortführer sitzen nicht verschämt in irgendwelchen Bierspelunken, sondern in Parlament.
    (…zwar, aber…*)

    Deutschlandfunk: Deutschlandradio ‎
    „Vor dem Hintergrund des wachsenden Antisemitismus in Ungarn tritt der Jüdische Weltkongress heute zu seiner Vollversammlung in Budapest zusammen.“
    (…zwar, aber…*)

    Tagesspiegel: Politik: „Hassparolen, Drohungen und Gewalt“ – Wir hören aber – von Gemeindemitgliedern in Ungarn, unabhängigen Beobachtern, Journalisten und Experten –, dass sich der Judenhass dort wieder offen manifestiert, auch in den Medien. aus Die Rheinische Post verkündet: „Ungarn: Rechtsextreme hetzen gegen Juden“
    (…zwar, aber…*)

    DiePresse.com: „Juden raus“: Antisemitische Kundgebung in Budapest – In Ungarn machten in den vergangenen Monaten immer wieder judenfeindliche Vorfälle Schlagzeilen. Jobbik kam bei der Parlamentswahl im Jahr 2010 auf 17 Prozent der Stimmen. Die zunehmend judenfeindliche Stimmung im Land führte dazu, dass …

    und so weiter und so fort ….

    http://www.google.com/news/story?pz=1&cf=all&ned=de&hl=de&q=Ungarn&ncl=dskGkNAoP-WvlkMIlT2eUoPS_fVVM&cf=all&start=0

    * …zwar, aber… – Was man über Konzessivsätze wissen sollte:
    Konzessivsätze geben einen Gegengrund , eine Einschränkung oder eine Einräumung an. Der Nebensatz formuliert eine Bedingung, der Hauptsatz eine Folge, die aber nicht oder anders als erwartet eintritt (= nicht logische Folge).

  4. Tja, ich denke diese Hetzpresse wird sich in den nächsten Monaten bis zu den Wahlen im Frühjahr noch verschärfen. Ich denke, es wäre endlich an der Zeit einen Prozess wegen Diffamierung anzustreben… Diese Presse praktiziert, was Goebbels gepredigt hat. Immer nur fleißig denselben Mist wiederholen, dann wird er zur „Wahrheit“. Ich schaue nur noch mit Entsetzen auf diese Hasspredigen. Die Vernunft muss jetzt schweigen, der Hass wird seine Bahnen ziehen und wie immer kräftig zerstören. Wenn dann wieder einmal die Scherben aufgekehrt werden müssen, schreiben ein paar „kluge“ Köpfe wieder „kluge“ Analysen und fragen sich verwundert: „Warum hat sich denn keiner gewehrt?“ Tja, das ist ein déjà vu ganz besonderer Art!

  5. Dass sich dort ein paar hundert jobbik formieren, und dies durch Gerichtsbeschluss genehmigt wurde, ist soweit rechtens (sozusagen).
    Das seltsame ist, dass sich in Ungarn niemand zu einer nennenswerten Gegendemonstration aufraffen konnte.
    Wie kann das sein???
    Auf die Ausreden wäre ich gespannt: „keine Genehmigung; zu wenig Zeit; Oma hatte Geburtstag…“?
    …wenn sich gestern zumindest ein paar tausend Menschen gegen die jobbik gestellt hätten, wäre dies eine Tat gewesen, und im Ausland als solche hochgewürdigt!
    Alles was jetzt nur folgen kann sind Ausreden!!

    • Sie werden es ja nun sicherlich als Ausrede abtun, aber wäre das dann nicht schon eine Gegen-Gegendemo? Irgendwann wird es dann halt albern.

    • „Dass sich dort ein paar hundert jobbik formieren, und dies durch Gerichtsbeschluss genehmigt wurde, ist soweit rechtens (sozusagen)“

      Babel,

      So ist es genau, und nicht nur sozusagen. Ähnliches zu verbieten, dürfte auch der Bundesregierung kaum einfallen, es wäre doch ein eklatanter Verstoss gegen das Grundgesetz.

      Viel wichtiger jedoch Ihr Hinweis auf „ein paar hundert“. Ich habe aus weniger kleinlichen Informationsquellen von bis zu eintausend gelesen. Aber möge man sogar beide Zahlen zusammenzählen, so bleibt das Ergebnis im Vergleich zu der etwa halbe Million Demonstrierende zählenden „Friedensmarsch“ für Ungarn und die Politik der Fidesz-Regierung weniger als mickrig.

  6. Nun da hoffe ich doch, dass Babel wenigstens den „Ungarn“ mit gutem Beispiel voranging und ein wenig mit flash mobte?

    • Tut mir leid, ich bin nur noch sporadisch in Ungarn; dies ist zu wenig um eine Flash zu mobilisieren.
      Um eines klar zu stellen: ich bin schon seit 2003 ein Gegner der MSZP, seit Gyurcsányi einmal sagte: „wenn es den Menschen hier nicht gefällt, steht es ihnen frei zu gehen!“. Sie werden sich sicher an diesen „Ausrutscher“ erinnern.
      Traurig ist, das der Fidesz dies nun in Tatsachen verwandelt.

    • Bild.de „Ungarn-Premier redet Rassismus-Problem klein“
      … zwar, aber…

      Zwar waren die Erwartungen an den Auftritt von Ungarns umstrittenem Premierminister Viktor Orbán (49) vor dem Jüdischen Weltkongress (WJC) groß – aber Orbán enttäuschte das Plenum beim festlichen Eröffnungsdinner

      Zwar war nichts anderes zu erwarten, aber es wird genüsslich gern konstatiert.

      http://www.bild.de/politik/ausland/viktor-orban/juedischer-weltkongress-ungarn-premier-redet-rassismus-klein-30281294.bild.html

      • Als eitler Mensch will Westerwelle vor allem gefallen.

        Überzeugungstransfer setzte Glauben und Vertrauen in Orbán voraus. Seine Glaubwürdigkeit wird aber nicht an dem gemessen, was er tatsächlich gesagt
        hat, bzw. was er zum Ausdruck bringen wollte, sondern an dem,
        was andere in seine Aussage „hinein-gehört“ haben. Dazu kommt, dass die Erwartungen an Orbán nicht nur aus dem entstehen, was er gesagt oder getan hat, sondern auch aus dem, was er nicht gesagt oder getan hat.

        Orbáns Problem ist der Rassismus. Phänotypisch ist er in den Augen seiner Feinde ein Woiwode aus der Wallachei.

        Westerwelle hingegen steht auf schöne Männer und will gefallen.

      • Und ich verstehe nicht, dass die Bild-Zeitung kein einziges Mal erwähnt, dass Orbán sich bereits zu zwei Anlässen gegen rechte (Gegen-)demos eingesetzt hat – dank Justiz mehr oder weniger erfolgreich. Mehr kann er nicht tun ohne dass jemand anderes meckern würde, dass er die Rechtsstaatlichkeit aushebeln würde. Gehubbt wie gesprungen: egal was Orbán macht, es ist immer falsch oder zumindest nicht genug.

    • Eine äusserst würdevolle Rede, die sowohl dem Anlass, wie dem bekannten Grundwesen der Ungarn grecht wird.

      Eine Rede, die in der gegebenen Situation einem echten Staatsmann zur Ehre gereichte.
      Sie wurde von den Anwesenden auch mit gebührendem Applaus honoriert.

  7. Die Auswahl der Fotos, die in letzter Zeit in Zusammenhang mit Ungarn in den deutschen Medien erscheinen, wäre eine Studie Wert. Eine Studie mit dem Thema Manipulation, AgitProp, usw. Die deutschen Leser werden vorsätzlich oder fahrlässig manipuliert, nichts ist zu billig um die Stimmung gegen den ungarischen Nationalkonservativen anzuheizen. Diese Bildern gaukeln den Lesern vor, dokumentarische Beweise zu den Vorwürfen zu sein, die in den Artikeltexten erhoben werden. In der Tat werden sie mit der Beliebigkeit eines Videoclips zu einem Popsong zusammengestellt. Das dokumentarische Wert ist egal, wichtig ist, dass durch die Bilder die Aussage vom Text noch verstärkt wird. So wird mal ein blutendes Gesicht von einem Mann, der von Roma zusammengeschlagen wurde als Opfer der Gewalt gegen die Roma dargestellt, so wird ein Bild von einer Sympatiedemonstration mit der Regierung als Demonstration gegen die Regierung dargestellt und wenn mal kein eindrucksvolles Bild über eine Demonstration für die Pressefreiheit in Ungarn gefunden wird, wird halt ein Bild aus den Philippinen benutzt. Bei den Photos, auf denen Vertreter der Regierungsparteien zu sehen sind hat man den Eindruck, dass Spiegel, Süddeutsche Zeitung, Standard und die anderen in einem Wettkampf miteinander stehen würden, wer die unvorteilhaftesten Bilder bringen kann.

    In diesen Tagen haben in den deutschen Bildredaktionen wieder die Fotos Konjunktur, die den ungarischen Antisemitismus darstellen. Spiegel Online bringt wieder zwei Photos mit Hakenkreuzmotiv, die bei jedem anständigen Menschen die Sicherungen rausschlagen. Beide Bilder sind in Artikeln eingebettet, die sehr stark regierungskritisch sind, so bilden für die Leser die Hakenkreuzbilder mit der Regierungskritik eine Einheit. Nur wenn man die Bilder näher anschaut wird es klar, dass diese Bilder zu diesen Artikeln zu bringen unanständig ist.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/orban-wehrt-sich-gegen-kritik-vom-juedischen-weltkongress-a-897459.html
    Das Foto mit dem tätowierten Demonstranten stammt laut Reuters aus dem Jahre 2009. Seit der Aufnahme sind 4 Jahre und ein Regierungswechsel vergangen. Spiegel Online macht keine Angaben zur Entstehung Bildes. Damit wird das Bild in direktem Zusammenhang mit der Regierungskritik im Text gehoben. Es ist sonst auch nicht selten, dass Fotos die vor 2010 gemacht wurden in Artikeln verwendet werden, die Stimmung gegen die aktuelle Regierung machen sollen. Vor 2010 gab es viel eindrucksvollere Demonstrationen von Faschisten wie heute, gerade aus dem Grund, weil die aktuelle Regierung einiges getan hat, um solche Demonstrationen zu erschweren.

    http://www.spiegel.de/fotostrecke/antisemiten-demonstrieren-in-budapest-vor-juedischem-weltkongress-fotostrecke-96341.html
    Das Foto mit dem Hakenkreuz sagt dem Spiegel-Leser, dass in Budapest Demonstrationen stattfinden, auf dem Hakenkreuze geschwungen werden dürfen. Nur wer näher hinschaut und die ungarische Politik kennt, erkennt, dass es hier um einen Schild eines Gegendemonstranten handelt. Auf dem Schild sind Fotos von Jobbik Politikern zu sehen, daneben ein Hakenkreuz. Den Hakenkreuz eines Antifaschisten als Beweis für den Faschismus der Ungarn serviert zu bekommen? Die ehrliche Empörung von anständigen Menschen wird hier missbraucht. Das ist Propaganda…

    • Há‘. Jemand, der den nötigen Mumm dazu hat und sich in der passenden Lage dazu befindet, sollte mal eine Diplom- oder Doktorarbeit darüber schreiben. Dessen weiter Karriere und der Umgang mit einer solchen Arbeit würde mich brennend interessieren.

      Unterdessen wurde der Prozess gegen Frau Zschäpe wegen Befangenheit vertagt… Außer heißer Luft und Spesen nix gewesen.

      • Korrektur: Der Prozess wurde vertagt, weil zwei Angeklagte gegen den Vorsitzenden einen Befangenheitsantrag gestellt haben. Über den muss jetzt entschieden werden. Solche Anträge gehören bei Großverfahren zum „guten Ton“. Erfolgversprechend sind sie aber nicht.

  8. Ich erlaube mir da noch etwas anzufügen, da „brandneu“
    http://euobserver.com/social/120039
    Mittlerweile ist das Bild ausgetauscht worden
    Das ursprüngliche Bild zeigte Jugendliche (siehe Kommentare ) aus Kolosvár
    und die Unterschrift dazu war: Far–right supports off the jobbik party stage anti Jewish rallye.

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