WJC fordert Verbot neonazistischer Parteien – Lauder entschuldigt sich bei Viktor Orbán

Zum Abschluss des World Jewish Congress, der dieses Jahr in Budapest abgehalten wurde, hat Präsident Ronald Lauder die europäischen Regierungen zum Verbot neonazistischer Parteien aufgerufen.

Zugleich entschuldigte sich Lauder beim ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Lauder hatte Orbán vorgeworfen, das mit der rechtsradikalen Partei Jobbik bestehende Problem nicht beim Namen zu nennen. Diese Kritik hielt Lauder nicht aufrecht, nachdem er von einem Interview Orbáns in einer israelischen Zeitung erfuhr, in der dieser Jobbik als Gefahr für die Demokratie bezeichnet hatte.

http://orf.at/stories/2180852/

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5 Kommentare zu “WJC fordert Verbot neonazistischer Parteien – Lauder entschuldigt sich bei Viktor Orbán

    • Kalman,

      Vergessen Sie nicht, dass Westerwelle – wenn auch nicht als Funktionär der sehr kleinen liberalen Partei – als deutscher Aussenminister an diesem Kongress in Budapest persönlich teilnahm und ganz Deutschland vertrat.

      Nun, auch wenn man bekanntermassen den modernen Antijudaismus das erste Mal in grossem Stil in Frankreich (siehe Dreyfuss-Affaire, die den fanatisierten Franzosen im 19. Jahrhundert schier den Verstand raubte) praktizierte, wurde diese Ideologie nur in Deutschland und Österreich staatlich schier zum Beruf verordnet, und fand dazu auch beinahe widerspruchslos allgemeine Verbreitung.

      Also Guido Westerwelle wird diese Ermahnungen der JWC wohl kaum unter Teppich kehren, sondern die Sache erst mit der Kanzlerin unter vier Augen besprechen, und dann für entsprechend wirksame Gesetzesentwürfe im Bundestag sorgen, wie Fidesz und Orbán an der Spitze der Magyaren im ung. Parlament der Welt es vormachte.

      Also die Sache braucht seine Zeit, doch am Schluss – dessen bin ich sicher – wird die Ermahnung auch die deutsche Presse zur Kenntnis nehmen, und erst vor der eigenen Haustür kehren, und den eigenen Unrat beseitigen müssen.

    • Wenn Sie die Hoffnung der WJC: Verbot neonazistischer Parteien meinen, dann haben Sie bestimmt recht.

      Dass die Neonazipartei in Deutschland verboten werde, bleibt natürlich auch für die WJC nur ein frommer Wunsch. Dafür ist Garant allein schon das linksliberale Demokratieverständnis der EU, wo die linksradikalen Vereine beinahe richtige Hätschelkinder sind.

      Liberalkonservatives Verständnis wie dasjenige der Fidesz in Ungarn sträubt sich allerdings gegen solche linksgeprägte „Toleranzedikte“, und tut sein Bestes, um im Rahmen geltender Gesetzte krude Protesteskapaden radikaler Sympatisanten beider Richtungen im Zaum halten zu können.

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