Politics.hu: Präsident des EU-Parlaments behauptet, Ungarn wolle „die Juden zählen“

Das Online-Nachrichtenportal Politics.hu berichtet, dass der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) in einem Interview für eine belgische Zeitung die Behauptung aufgestellt habe, „Ungarn wolle die Juden zählen.“

http://www.politics.hu/20130518/demands-for-apology-from-european-parliament-president-schulz-over-charges-of-anti-semitism-in-hungary/

Tatsächlich fiel vor einigen Monaten ein Jobbik-Oppositionsabgeordneter (Márton Gyöngyösi) im Parlament durch antisemitische Äußerungen auf. Kurz danach fand eine öffentliche Großdemonstration auf, an der auch der Fidesz-Fraktionsvorsitzende Antal Rogán teilnahm und die Äußerung verurteilte.

Kein aktiver Fidesz-Politiker, d.h. Auch kein Mitglied der Regierung Ungarns, hat jemals die Forderung erhoben, die Schulz dem Land andichtet. Folglich ist die These, „Ungarn“ wolle Juden zählen, schlicht und einfach frei erfunden.

Zeit für eine Klarstellung, Herr Schulz.

Die Presse: APA mutmaßt über die baldige Freilassung der Roma-Mörder in Ungarn

Die österreichische Tageszeitung Die Presse druckte gestern nachmittag eine Meldung der APA ab, die sich mit dem seit mehreren Jahren andauernden Strafverfahren gegen die mutmaßlichen Roma-Mörder in Ungarn befasst. Laut APA drohe eine baldige Freilassung, wenn bis August kein Urteil gefällt werde. Die Angeklagten werden beschuldigt, in den Jahren 2008-2009 sechs Mitglieder der Roma-Minderheit – unter anderem ein kleines Kind und seinen Vater – aus rassistischen Motiven ermordet zu haben.

http://diepresse.com/home/panorama/welt/1403544/Ungarn_Kommen-mutmassliche-RomaMoerder-bald-frei?_vl_backlink=/home/panorama/welt/index.do

Leider teilt die APA zum Stand des Verfahrens keine Details mit. Dabei gäbe es etwas zu berichten. Der Prozess befindet sich, jedenfalls nach der Meldung des Nachrichtenportals origo.hu, in der Endphase. Gestern begann die Staatsanwaltschaft mit ihren Plädoyers, im Anschluss daran kann die Verteidigung die Schlussanträge stellen. Über eine drohende Freilassung zu sprechen, ist insoweit wohl etwas verfrüht.

http://www.origo.hu/itthon/20130517-az-ugyesze-a-szo-a-romagyilkossagok-pereben.html

Interessant ist auch, dass die APA zwar im Hinblick auf die drohende Freilassung Bezug auf ungarische Nachrichtenquellen nimmt. Aber zugleich die dort erschienenen Hauptmeldungen vom Ende der Beweisaufnahme und dem Beginn der Plädoyers verschweigt.