Die Presse: APA mutmaßt über die baldige Freilassung der Roma-Mörder in Ungarn

Die österreichische Tageszeitung Die Presse druckte gestern nachmittag eine Meldung der APA ab, die sich mit dem seit mehreren Jahren andauernden Strafverfahren gegen die mutmaßlichen Roma-Mörder in Ungarn befasst. Laut APA drohe eine baldige Freilassung, wenn bis August kein Urteil gefällt werde. Die Angeklagten werden beschuldigt, in den Jahren 2008-2009 sechs Mitglieder der Roma-Minderheit – unter anderem ein kleines Kind und seinen Vater – aus rassistischen Motiven ermordet zu haben.

http://diepresse.com/home/panorama/welt/1403544/Ungarn_Kommen-mutmassliche-RomaMoerder-bald-frei?_vl_backlink=/home/panorama/welt/index.do

Leider teilt die APA zum Stand des Verfahrens keine Details mit. Dabei gäbe es etwas zu berichten. Der Prozess befindet sich, jedenfalls nach der Meldung des Nachrichtenportals origo.hu, in der Endphase. Gestern begann die Staatsanwaltschaft mit ihren Plädoyers, im Anschluss daran kann die Verteidigung die Schlussanträge stellen. Über eine drohende Freilassung zu sprechen, ist insoweit wohl etwas verfrüht.

http://www.origo.hu/itthon/20130517-az-ugyesze-a-szo-a-romagyilkossagok-pereben.html

Interessant ist auch, dass die APA zwar im Hinblick auf die drohende Freilassung Bezug auf ungarische Nachrichtenquellen nimmt. Aber zugleich die dort erschienenen Hauptmeldungen vom Ende der Beweisaufnahme und dem Beginn der Plädoyers verschweigt.

4 Kommentare zu “Die Presse: APA mutmaßt über die baldige Freilassung der Roma-Mörder in Ungarn

  1. Tja, es wird eben alles unternommen um das Bild vom bösen Ungarn aufrecht zu erhalten. Ich bin gespannt, ob das Thema so auch in der deutschen Presse aufgegriffen wird, was an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten wäre betrachtet man das Theather rund um die NSU-Morde. Jedenfalls denke ich, dass das Bild über Ungarn im den westlichen Medien auch ein wenig Eigendynamik entwickelt hat: die Medien haben sich so sehr bemüht ein negatives Bild zu zeichnen, dass sie das Gesicht zu verlieren drohen würden sie auch über die anderen Farbtöne des Bildes berichten. Insofern bleibt ihnen nur noch die Hoffnung, dass die ungarische Regierung abgelöst wird ehe der ein oder andere Leser vielleicht doch eigene Erfahrungen sammelt oder sich ein anderes Thema bietet, sodass die Medien ablenken und Gras über die Sache wachsen lassen können. Vielleicht wird Ungarn den Lesern auch einfach zu langweilig, sodass die Medien ihre Berichterstattung einfach ausklingen lassen können.

    • Immerhin erfahren hier die Leser etwas sehr wichtiges: die Mordserie an sechs Roma wurde von einer einzigen Tärergruppe begangen. Die vier Täter sitzen hinter Gittern und denen wird der Prozess gemacht. Die meisten Berichte in der deutschsprachigen Presse, in denen die Romamorde erwähnt werden spraren diese Informationen aus, und machen somit den falschen Eindruck, dass in Ungarn der Rassenhass gegen Roma regelmäßig Todesopfer fordert.

      • Ich ergänze: Es gab sogar Berichte – wie z.B. Paul Lendvais „Nationale Träume“ im staatlichen ORF -, die die Info zu den Morden in eine allgemeine Kritik an Orbán einbauten und die Tatzeit 2008-2009 einfach verschwiegen. Das war meiner Meinung nach bewusste Verzerrung. Der Nichtinformierte konnte (sollte?) den Eindruck bekommen, die Morde seien sozusagen die Folge von Orbáns Politik seit 2010…zumal der ganze Bericht nur die Phase ab 2010 behandelte.

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