FAZ: Stephan Löwenstein über Orbán und die deutsche Kavallerie

Auch die FAZ befasst sich mit den Nachwehen des Merkel-Steinbrück-Gesprächs und der Reaktion des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán darauf. Stephan Löwensteins Artikel:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/ungarn-und-deutschland-schon-wieder-die-kavallerie-12189003.html

Löwenstein wahrt Augenmaß, wofür ihm zu danken ist. Er scheint Versecks Behauptung ebenfalls als Luftnummer anzusehen. Kritisch sieht er aber explizit die Reaktion Orbáns auf die inhaltliche Kritik aus Brüssel.

Bemerkenswert in der Debatte: Ganz Deutschland scheint sich über den angeblichen „Nazi-Vergleich“ Orbáns zu echauffieren. Eine grobe Beleidigung gegenüber Deutschland wird gewittert. Nun, dann empfehle ich gerade den Deutschen, mit Nazi- und Diktaturvergleichen in Richtung Ungarns Regierung vorsichtiger zu sein. Wie man sieht, hört sich so etwas nämlich keiner gerne an.

Boris Kálnoky über einen Sturm im Wasserglas

Boris Kálnoky befasst sich in der WELT mit der – insbesondere von Spiegel-Online-Autor Keno Verseck erhobenen – Behauptung, der ungarische Ministerpräsident habe Kanzlerin Angela Merkel „Nazi-Methoden“ vorgeworfen. Ein Sturm im Wasserglas, wie Kálnoky resümiert.

Anders als Verseck stellt Kálnoky in seiner Analyse auf Fakten ab und stellt fest, die Worte Orbáns, man möge „keine Kavallerie senden“, hätten sich nicht an Merkel, sondern an den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück gerichtet, der diese Worte einst als Finanzminister geprägt hat. Und mehr noch: Dass der Vorwurf, Orbán habe Merkel „Nazi-Methoden“ unterstellt, durch Fakten nicht zu untermauern ist.

http://www.welt.de/politik/ausland/article116345279/Viktor-Orban-verbittet-sich-deutsche-Einmischung.html