LGBT-Rechte: Ungarn im grünen Bereich

Betrachtet man regierungskritische Berichte zu Ungarn, so glaubt man, in dem mittelosteuropäischen Land würden die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT) systematisch mit Füßen getreten.

Das Bild homophober Neandertaler prägt die aufgeklärte Presse. Das Land hat es gar gewagt, eine Verfassung in Kraft zu setzen, die die „Ehe“ als Bund zwischen Mann und Frau definiert. Unerhört! Empörung war die Folge, obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das für völlig unproblematisch hält, wenn – wie in Ungarn – ein Rechtsinstitut für gleichgeschlechtliche Paare zur Verfügung steht.

Kritik hört man insbesondere aus der besonders lautstarken deutschsprachigen Presse, auch aus Österreich. Nun wurde eine Untersuchung der NGO „ILGA“ herausgegeben, die die Situation in Europa beleuchtet. Diese ist, wie man dem Landesteil zu Ungarn entnehmen kann (ab Seite 113), fernab des geforderten Idealzustands einer diskriminierungsfreien Gesellschaft, aber siehe da: Ungarn (55%) schneidet besser ab als Deutschland (54%), liegt weit vor Österreich (43%) und den anderen umliegenden Staaten. Spitzenreiter ist Großbritannien (77%), Schlusslicht Russland (7%).

Ungarn schlägt in Sachen LGBT-Rechte somit auch alle seit 2004 in die EU eingetretenen Staaten um Längen.

http://www.ilga-europe.org/content/download/26894/168667/version/1/file/Side_A_Rainbow_Europe_Map-+2013may.pdf

NZZ: Die Verfassung als ewige Baustelle?

Ein lesenswerter Artikel von Meret Baumann erschien in der Neuen Zürcher Zeitung. Der kritische Beitrag ist, anders als viele “ Zwischenrufe“ zum Grundgesetz und dessen Änderungen, sachlich fundiert und spricht zahlreiche Einzelaspekte an.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/die-verfassung-als-ewige-baustelle-1.18087690