LGBT-Rechte: Ungarn im grünen Bereich

Betrachtet man regierungskritische Berichte zu Ungarn, so glaubt man, in dem mittelosteuropäischen Land würden die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT) systematisch mit Füßen getreten.

Das Bild homophober Neandertaler prägt die aufgeklärte Presse. Das Land hat es gar gewagt, eine Verfassung in Kraft zu setzen, die die „Ehe“ als Bund zwischen Mann und Frau definiert. Unerhört! Empörung war die Folge, obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das für völlig unproblematisch hält, wenn – wie in Ungarn – ein Rechtsinstitut für gleichgeschlechtliche Paare zur Verfügung steht.

Kritik hört man insbesondere aus der besonders lautstarken deutschsprachigen Presse, auch aus Österreich. Nun wurde eine Untersuchung der NGO „ILGA“ herausgegeben, die die Situation in Europa beleuchtet. Diese ist, wie man dem Landesteil zu Ungarn entnehmen kann (ab Seite 113), fernab des geforderten Idealzustands einer diskriminierungsfreien Gesellschaft, aber siehe da: Ungarn (55%) schneidet besser ab als Deutschland (54%), liegt weit vor Österreich (43%) und den anderen umliegenden Staaten. Spitzenreiter ist Großbritannien (77%), Schlusslicht Russland (7%).

Ungarn schlägt in Sachen LGBT-Rechte somit auch alle seit 2004 in die EU eingetretenen Staaten um Längen.

http://www.ilga-europe.org/content/download/26894/168667/version/1/file/Side_A_Rainbow_Europe_Map-+2013may.pdf

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42 Kommentare zu “LGBT-Rechte: Ungarn im grünen Bereich

    • HV, was soll denn das für eine Schlagzeile sein: „Ungarn bei LGBT-Rechten Durchschnitt“ — so funktioniert die Medienwelt nun mal nicht.

    • Nein, Ungarn ist kein Schlusslicht, Heute hat das lokale Parlament von Budapest beschlossen,
      eine Straße nach Cecile Tormay – eine berüchtigte Antisemitin – zu benennen. Wahrscheinlich nicht weil sie Antisemitin war, sondern weil sie 1923 einen Skandal verursacht hat, als sie eine Gräfin „heiratete“, d.h. als bekannt wurde, dass sie Lesbierin ist.

      • Wie pakschierlich ist doch die die Weltsicht unseres luckerten Welterklärers:
        Eine 1937 (!!!) verstorbene Romanautorin und Frauenpolitikerin, die in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts mit “skandalösen” Liebesbeziehungen Aufsehen erregte, wird von Pfeifer im Jahr 2013 zu einer “berüchtigten Antisemitin” verklärt, nach der in Orbáns Reich der Judenhasser Straßen benannt werden.

        Und das auch noch im Wagner-Jubiläums-Jahr!

        Na so was, Herr Pfeifer!
        (Als Frau war Tormay Cécile vielleicht scheußlich! Doch ist sie schon seit 76 Jahren tot.)
        Regen Sie sich ab!

        http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.interview-zum-richard-wagner-jubilaeum-als-mensch-war-er-scheusslich.c679b3e1-9ab7-476a-bb0d-3f37485f0ad2.html

      • Gwyneth Jones beschreibt C. T.’s „almost peerless antisemitism“.

        C. T.: A GENTLEWOMAN IN THE THE GRAVEYARD OF THE HUNCHBACKS, 105-120, in: „In the Shadow of Hitler, Personalities of the Right in Central and Eastern Europe“, ed. by R. Haynes and M. Rady, NY 2011, S. 108

      • Das war vor 80 Jahren.

        Der Vergleich mit einem Laubfrosch, der in einem Glas mit einer kleinen Leiter gehalten wird und der, wenn er von der Leiter plumpst, damit Schlechtwetter voraussagt; ist vielleicht etwas weit hergeholt, zumal vor einem plötzlich aufziehenden Gewitter, dem Laubfrosch das Herz nicht nur vor Freude hüpft.

        „Aufregung tut mir gut“, sagte er und stieg auf einen Maulbeer-Feigenbaum. Er war „klein von Gestalt“, viel größer noch als ein Laubfrosch. Und haderte mit G´tt.
        Von OE1 untermalt mit großer Musik. http://oe1.orf.at/menschenbilder

        Der Verlauf des Hass-Rituals ist vorhersagbar. Es ist ein Spiel von alters her. Wiederholtes, immer gleich bleibendes, regelmäßiges Vorgehen nach einer festgelegten Ordnung. „Bäumchen, Bäumchen, wechsel dich!“. Es vollzieht sich jedes Mal dasselbe, solange, bis keiner mehr Lust hat.

        »Und wir übergeben den Flammen die Werke von …«
        schrien die Brandstifter.

        Das sei nur ein Vorspiel gegen Dekadenz und moralischen Verfall!“, schrieb Heinrich (Harry) H., erst dann kommen die Biblioklasten und wühlen in der Asche der Brandstifter.
        „Es war widerlich“, so Kästner.
        http://www.kiwi-verlag.de/home/volker-weidermann-das-buch-der-verbrannten-buecher/

  1. naja, lieber hv, für sie es jedoch, wie wir hier sehen, einen eintrag wert. also von ihrerseits diesmal kein beredtes schweigen. warum bloß immer dieser jammerhafte/jämmerliche unterton? oder kultivieren sie absichtsvoll das bild des ewig missverstandenen edlen ungarntum?

  2. vollkommen richtig, hv, für die inhalte sind sie zuständig. ich betrachte ihren blog eher unter einem von ihnen beabsichtigten reklamezweck für konservative/rechte politik.

    wie kommt es eigtl.,dass die aufdeckung von identitäten von ihnen und anderen hier so genüsslich betrieben wird? herr herche darf sich jetzt auch äussern…

    • Ich verstehe, daher auch die vollkommen destruktive, stänkernde Haltung und Verweigerung inhaltlicher Diskussion. Kein Problem, Ihre Feindbilder sind ja schließlich Ihre Sache.
      Aber die Aufdeckung von „Identitäten“? Glauben Sie, jemand sucht nach „kulturkrampf“ im Telefonbuch oder macht eine EMA-Anfrage? Wer auch immer es tut, dem wünsche ich viel Erfolg… 🙂

  3. HV, vielen Dank für den Hinweis auf diesen ILGA-Bericht und die gar nicht so schlechte Positionierung Ungarns. Ihre Begleitpolemik („Das Bild homophober Neandertaler prägt die aufgeklärte Presse“) finde ich aber etwas übertrieben.

    Nehmen wir das Beispiel der Definition von Ehe und Familie. Kritisiert wird von denen, die sich für LGBT-Rechte stark machen, dass die Definition dieser Institutionen als Verbindung von Mann und Frau bzw. „Reproduktionsgemeinschaft“ (ich verkürze) im Wortlaut der Verfassung ausdrücklich festgehalten werden. So wird den Gerichten auf Dauer und gezielt der Weg verbaut, die Definition von Ehe und Familie wie in anderen Ländern parallel zum Wertewandel in der Gesellschaft behutsam zu erweitern.

    Das ist für die Betroffenen eine Frage von hoher Symbolik, unabhängig von der Existenz einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die wieder abzuschaffen sich offenbar nicht mal Fidesz/KDNP traut. Es wird die Betroffenen wenig „trösten“ zu hören, dass ihre Lage unterm Strich in anderen Ländern Europas auch nicht besser wäre.

    Ich finde es völlig legitim, dass sich die Betroffenen und ihre Unterstützer hier über eine gewisse Engstirnigkeit des ungarischen Verfassungsgebers beschweren. Immerhin reden wir von der wohl jüngsten, aber –wie man sieht– nicht unbedingt der modernsten Verfassung in Europa. Auch die konservative Gegenposition zu vertreten, ist natürlich legitim, aber gerade bei solchen Themen sollten wir nicht der Versuchung nachgeben, in Zynismus zu verfallen.

  4. HV immer die übliche Taktik wie bei Nyirö, zuerst verharmlosen, dann erst zugeben?
    Krisztián Ungváry schreibt:
    „Sajátos, hogy az antiszemita Tormay“ [1] Seltsam, dass die antisemitische Tormay
    und erwähnt „Krenmüllerböl magyarositott Tormay Cécile [2] Tormay magyarisierte ihren früheren Namen Krenmüller
    Ungváry Krisztián: „A Horthy-Rendszer Mérlege / Diszkrimináció, Szociálpolitika és Antiszemitizmus Magyarorországon“, Jelenkor Kiadó – OSzK, Pécs – Budapest 2013
    1) Seite 77
    2) Seite 263

    • Ich wollte von Ihnen wissen, was Tormay Ihrer Auffassung nach zur Antisemitin machte. Dass Sie es als Verharmlosung betrachten, wenn ich konkretes wissen möchte, ist nicht mein Verschulden.

      Der große Karl Pfeifer kann mich nur mit Argumenten, mit Inhalt, nicht aber mit bloßen Behauptungen überzeugen. Sorry, echt! 🙂

      • Aktuelle Entwicklung: Oberbürgermeister István Tarlós befragt die Ungarische Akademie der Wissenschaften (MTA) zu Cecile Tormay, um zu klären, ob es vertretbar ist, Straßen nach ihr zu benennen.

    • Tormay Cécile ist eine ausgezeichnete Schriftstellerin. Das „Bujdosó könyv“ ein Pflicht wenn sich jemand über den roten Terror (1918-19) informieren möchte.
      Darüber, dass damals sehr viele jüdische Mitbürger sind beteiligt gewesen, ist nicht Tormay schuld, Sie berichtet wahrheitsgemäß.
      Ich denke hier ist der Hund begraben.
      Ich möchte gerne wissen wieviele Büchern von Tormay Hr. Pfeifer gelesen, (und von Nyirö, und von Wass) ?
      Sollten sie des Tun, ein Erlebnis.
      Ihre Homophobe bemerkung („Wahrschenlich nicht weil Sie…..“) hat mich ehrlich überrascht.

  5. Dem großen HV (Retourkutsche) genügt es nicht, dass Ungváry K. Tormay als Antisemitin charakterisiert und erwartet von mir einen wissenschaftlichen Beweis, vielleicht, weil es für HV undenkbar ist, dass man eine Straße nach einer drittrangigen antisemitischen Schriftstellerin nennt, als ob es keine Affäre Nyirö gegeben hätte und als ob es nicht klar ist, dass Fidesz alles macht, um Jobbik den Wind aus den Segeln zu nehmen. Fakt ist, dass Tarlós sich an MTA (Akademie der Wissenschaften) gewandt hat, die ja eine Kommission hat, (auch ein Hungaricum, die Akademie gibt Empfehlungen zu Straßennamen), um doch noch Tormay zu empfehlen oder abzulehnen. (Quelle ATV)
    >>Denkmäler für Antisemiten 4. November 2012: Bei der Einweihung einer Gedenktafel für die antisemitische Schriftstellerin Cécile Tormay in Budapest sagte Kerényi, sie sei Antisemitin gewesen, allerdings habe es sich in ihrem Fall “um den Salonantisemitismus der besseren Kreise” gehandelt, “der nie zu tätlicher Gewalt gegen Juden geführt” habe (fn.hir24.hu). Die ungarischen Judengesetze bleiben unerwähnt.<<
    Quelle: http://pusztaranger.wordpress.com/2012/11/09/die-ungarische-nation-in-spiritueller-verbindung-mit-viktor-orban/

    Hier ein interessanter Artikel zum Thema
    http://www.zeit.de/news/2013-05/30/ungarn-empoerung-ueber-plan-zu-strassenbenennung-nach-antisemitin-in-ungarn-30180202

    • Was ich mir vorstellen kann oder nicht, dürfte ohne Belang sein. Ihre Phantasie dürfte meine übersteigen. Jedenfalls weiß ich, dass Sie nicht unfehlbar sind. Beweise dafür haben Sie in den vergangenen drei Jahren oft genug gebracht.

      Wenn Ungváry jemanden als Antisemit bezeichnet, geht er anders vor als Sie: Er begründet seine Auffassung. Etwas, von dem Sie glauben, es nicht nötig zu haben. Warum auch immer. Daher werde ich die Quelle, die Sie nannten, gleich mal nachlesen. Sie wissen, dass ich Ungváry sehr schätze.

      Von Ihnen, Herr Pfeifer, erwarte ich ganz bestimmt keine wissenschaftlichen Beweise. Ein Hauch eigener Argumente, die über blindwütiges Zitieren hinausgehen, würde mir schon reichen.

      Übrigens verteidige ich Tormay nicht (chronologisch dürften Sie diesen Vorwurf bald erheben wollen…), ich möchte nur wissen, wovon Sie sprechen. Oder noch besser: Ich möchte wissen, ob Sie wissen, wovon Sie sprechen.

      Die Dame ist mir, ob lesbisch oder nicht, nämlich literarisch nicht geläufig. Und das ist gut, denn nun können Sie mir nicht einmal vorwerfen, dass ich – unterstellen wir mal, Tormay war Judenhasserin – antisemitische Literatur konsumiere.

      • HV Ihre „Argumente“ sind ein wenig verworren. Es ist ja auch schwer diese Tage „Orbanistan“ so zu verteidigen, dass man dabei ohne P.H. auskommt. Anstatt dankbar zu sein, dass ich sie aufmerksam mache auf neue Entwicklungen, versuchen Sie wieder das alte Spiel, das sie gemacht haben, als ich Sie auf Nyirö aufmerksam gemacht habe.
        Am besten läßt sich „Orbanistan“ im Ausland mit Beckmesserei verteidigen. Als ich Ihnen Tatsachen über Nyirö berichtete, wollten Sie meine Quellen wisssen, jetzt hingegen war Ihnen meine Quelle Ungváry nicht gut genug, ich sollte begründen, weshalb Tormay von Historikern als Antisemitin eingestuft wird.
        Das brauche ich nicht zu tun. Die Historikerin Eva S. Balogh, hat es getan:
        „Another blunder by Fidesz-Jobbik: Naming a street after the anti-Semite Cécile Tormay“
        Ein anderer Fehler von Fidesz-Jobbik. Eine Straße nach der Antisemitin Cécile Tormay zu benennen“
        http://hungarianspectrum.wordpress.com/2013/05/30/another-blunder-by-fidesz-jobbik-naming-a-street-after-the-anti-semite-cecile-tormay/

      • HV Sie können so viel Sie wollen hinterfragen. Was unter der Linie bleibt, natürlich verteidigen Sie Orbanistan. Das kann jeder unvoreingenomme Leser Ihrer Website bestätigen. Das heißt ja nicht, dass Sie alles und immer verteidigen. Aber die Tendenz ist klar ersichtlich und hat nichts mit mir zu tun. Auch andere Leser haben das bemerkt.

        T.R. Eva Balogh zitierte auch A. Szerb. Sie schrieb: „In his obituary of Tormay, Antal Szerb (1901-1945), the famous literary historian and critic, talked about the book with appreciation. Szerb only regretted that after the war Tormay turned her attention to politics. “She proved to be so active and energetic that many turned away from Cecile Tormay, the writer.” It was a polite way of saying that the literary elite couldn’t identify with someone who espoused antisemitism and fascism.“

      • Ich habe das verstanden. Sie sagen immerzu, wie etwas ist, ersparen sich aber Argumente, warum. Jetzt ziehen Sie, mangels Lust, Zeit oder Fähigkeit zu inhaltlicher Debatte, mal wieder „Bilanz“. Und können wieder nur nicht näher bezeichnete Verbündete anführen. Ich muss und kann das akzeptieren.

        Vor Gericht kämen Sie mit Ihrer Anklage nicht durch.

      • Erstaunlich zu welchen Schlussfolgerungen -hinsichtlich Tormay – Szerb Antal im Jahre 1937 kommt.

        „Artisztikus író volt, a finom, lelkiismeretesen kidolgozott részletek, a tûnõ és csendes hangulatok, az önmagukért megbecsült ritka szavak és hasonlatok írója, dekoratív tehetség és a szó nemes értelmében dekadens. Öncélú mondatokat írt, amelyek arra voltak rendelve, hogy ötvözött formásságukban a kontextusból kiszakítva is megállják a helyüket és megállítsák, elmerengésre hívják az olvasót, felkeltve benne a szépség szomorúságát és a távoli dolgok igézetét. Annak a stílusnak és stílusteremtõ életérzésnek volt a hordozója, amely legmagasabb szintjét Babits Mihály fiatalkori verseiben és Kosztolányi Dezsõ és Tóth Árpád költészetében érte el.“

      • „Was unter der Linie bleibt, natürlich verteidigen Sie Orbanistan. Das kann jeder unvoreingenomme Leser Ihrer Website bestätigen.“

        Herr Pfeifer, wenn der unvoreingenommene Leser nachdenkt, was er in der deutschprachigen Presse über Ungarn zu lesen bekommt muss er feststellen, dass er zum hundertsten Male die Meinungen von György Konrád, von Ágnes Heller, von Tamás Bauer und den übrigen prominenten und viel zitierten Orbán-Hassern erfahren kann und ihm im Gegenteil die Meinung und die Denkweise derjenigen Ungarn, die dieser Regierung bei den letzten Wahlen eine 2/3 Mehrheit im Parlament gegeben haben und nach jetztigen Umfragen der Regierung weiterhin eine Mehrheit geben würden – weitgehend im Verborgenen bleibt. Der unvoreingenommene Durchschnittsleser, wenn er nachdenkt, wird feststellen, dass er noch nie einen Nationalkonservativen Intellektuellen – von kurzen unvorteilhaften Einschnitten abgesehen – zu lesen oder hören bekommen hat. Kennt der unvoreingenommene Durchschnittsleser z. B. Zoltán Balog, der die Probleme der ungarischen Gesellschaft aus Sicht der Nationalkonservativen auch für den deutschen Leser gut verständlich erklären kann ( http://www.welt.de/videos/article112248716/Thomas-Schmid-mit-Gyoergy-Dalos-und-Zoltan-Balog.html )? Oder kennt der deutsche Leser György Barcza und seine Erklärung der ungarischen Wirtschaftspolitik ( http://www.budapester.hu/2013/02/%E2%80%9Eungarn-hat-keine-probleme-sich-zu-finanzieren/ )? Kennt der deutsche Leser die wahren Ursachen der Verstärkung der Jobbik-Partei unter den Vorgängerregierungen?

        Hungarian Voice hat tatsächlich eine besondere Stellung: es gehört zu den wenigen Inseln in der deutschsprachigen Medienlandschaft, wo der unvoreingenommene Leser die ungarischen Themen aus mehreren Blickwinkeln, objektiv kennenlernen und weiterhin unvoreingenommen bleiben kann. Anderswo kann ihm leicht passieren, dass er durch die propagandistische Anti-Orbán-Berichterstattung selber zum Orbán-Hasser wird. Ihnen, Herr Pfeifer, ist diese Objektivität von HV ein Dorn im Auge. Aber Sie sind auch nicht unvoreingenommen, deshalb setzen Sie die Objektivität durch Vielfalt der Meinungen auf HV der „Verteidigung Orbanistans“ gleich.

    • Ich bin natürlich auch strikt dagegen, eine Strasse nach Tormay Cécilie zu benennen.
      Allerdings sehe ich dann eine Strassenumbenennungswelle auf die Welt (einschließlich Wien ;-)) zu kommen
      Da muss doch die Pestalozzigasse umbenannt werden.Dazu kommen dann noch alle Wagner-, Friedrich Ludwig Jahn,Ernst Moritz Arndt -strassen, -gassen,- plätze usw.
      dazu dann noch alle Schulen !!
      Meine Güte unvorstellbar!!

    • I.J. Sie vergessen dabei, dass V.O. von Herrn Lauder zum Abendessen in das Budapester Hotel Intercontinental eingeladen wurde und dort eine Rede hielt. Ich gehe doch davon aus, dass der ungarische Ministerpräsident sich überlegt, von wem er sich einladen läßt und vor wem er spricht.
      Sie glauben also Orbanistan sollte im Ausland nur gelobt werden und die Fidesz-Jobbik Zusammenarbeit und die Benennung einer Straße, für diese „glühende ungarische Patriotin“ Tormay sollte man nicht kritisieren. So steht es in Magyar Hirlap, das zeigt wie das System der nazionalen Einheit in Ungarn funktioniert.
      Bei Juden schreiben nazionalbewußte Ungarn ihre früheren Namen hinzu, hingegen bei Tormay wird der ursprüngliche Name Krenmüller nicht angemerkt. Die Frau Krenmüller konnte nicht nur magyarisieren, sondern erhielt als „Arierin“ oder „Öskeresztény“ auch die Möglichkeit hinter torma (Kren) noch ein y zu setzen. Einige Assimilierte taten sich beim ungarischen Chauvinismus und Antisemitismus hervor. Dafür ein anderes Beispiel Bischof Ottokár Prohászka, dessen Vater Tscheche, die Mutter hingegen Deutsche war und er erst als teenager Ungarisch lernte. Er war ein Vorbild der C. Tormay.

  6. halász, wenn die Lage so ist, wie sie beklagen, wenn auch die FAZ und die Welt hauptsächlich negatives aus Ungarn zu berichten haben, woran liegt das Ihrer Meinung nach?

    • Wie sagten Sie sinngemäß bei ATV? „Wenn ich mit einem Journalisten spreche oder einen Artikel lese, (…), weiß ich immer, mit wem der Journalist gesprochen hat.“

      Ich denke, Sie haben die allgemeingültige Antwort auf die Frage von halász selbst gegeben.

      • Nun HV ich denke, dass man nicht ein Zitat aus dem Kontext nehmen soll. Es ging um die Geschichtsverdrehung, die von Geschichtsrevisionisten im Dunstkreis von Fidesz betrieben wird, wonach die Deportation von mehr als einer halben Million ungarischer Staatsbürger im Frühjahr 1944 von den Pfeilkreuzlern betrieben wurde. Wenn also ein ausländischer Journalist das schreibt, dann weiß ich mit wem er gesprochen hat, mit Geschichtsfälschern.
        Krisztián Ungváry betont in seinem Buch, dass es vor der deutschen Besatzung keinen Druck der deutschen Regierung auf Ungarn gegeben hat, Juden zu deportieren und dass Sztojay einfach in seinen Berichten als ungarischer Gesandter in Berlin, das den Deutschen unterstellt hat. Das widerspricht der gängigen Geschichtsdarstellung des offiziellen Ungarns.

        Vielleicht kann halász eine differenziertere Antwort geben als HV?

      • Das Thema ist das selbe. Sie meinen, anhand von Aussagen beurteilen zu können, mit wem derjenige gesprochen hat, der sie tätigt.

        Das dürfen andere auch.

      • HV natürlich dürfen das auch andere tun. Ich habe aber meinen Vorwurf konkret an einem Beispiel gezeigt.
        Was ist der Grund dafür, dass auch eher konservative Medien wie z.B. Die Welt und die FAZ derart negativ über das Orbánregime berichten? Die sprechen doch auch mit Fideszpolitikern, befragen sie auch kritisch und trotzdem werden (mit Ausnahme der Artikel von Koll. Kálnoky) die meisten dort publizierten Artikel gerade auf HV kritisiert.

      • Orbánregime, wow! Ist das dasselbe wie Orbánistan und Turulistan?

        So lange Sie so einleiten, erübrigt sich eine inhaltliche Debatte eigentlich. Das ist der Journalismus, der Ungarnberichte mitprägt. Sagen Sie mir, warum. Sie reden so dumm daher.

        Ich kann Ihnen nicht erklären, warum Ihre Kollegen zum Teil verzerren und verfälschen. Vielleicht aus Faulheit, Unkenntnis, Antipathie, weil sie den Pester Lloyd lesen 🙂 , vielleicht aber auch aus berechtigter Sorge. Auch letzteres wäre unredlich: Man darf bewerten, aber sollte die Fakten vollständig mitteilen.

        Und das Argument, die Mehrheit sehe es wie Sie und habe deshalb Recht, ist keins. Die Mehrheit hat nicht immer Recht, so wie Sie und Ihre Batallionskollegen übrigens fortwährend im Bezug auf Fidesz ausführen…

        Gerade der erwähnte Boris Kálnoky scheint Ihnen und den Herrschaften von Galamus ziemlich auf die Nerven zu gehen. Sie finden halt nix, die Beiträge sind inhaltlich gut recherchiert. 🙂

        Mit Löwenstein hat die FAZ zwar einen deutlichen Schritt in Richtung Mainstream vollzogen. Er bleibt aber bei den Fakten und verschweigt nicht systematisch. Mehr erwarte ich nicht.

    • Bemerkenswert, selbst Gordon Bajnai scheint an der Auffassung von halász und mir einen Funken Wahrheit zu finden:

      http://www.politics.hu/20130602/bajnai-says-current-hungarian-government-not-anti-semitic-or-racist-german-press-prone-to-confusion-on-issue/

      „Hungary’s government is not anti-Semitic or racist, leader of the electoral alliance E14-PM, said in Berlin on Friday.

      “There are a lot of problems with the government, but you cannot say that it has anything to do with anti-Semitism or racism,” Bajnai told a forum organised by the Heinrich Boll Foundation which is close to the German opposition Greens.

      Hungary is committed to the European Union, it is not a neo-Nazi country and does not like dictatorship, Bajnai insisted, adding that the German press often “confuses important things” in its reports about Hungary.“

      Wobei „confuses“ sehr vornehm ausgedrückt ist 🙂

      • Ich bin nicht Anhänger der „desto schlimmer umso besser“ Anschauung und deswegen versuche ich so weit als möglich die Lage in Ungarn emotionslos zu beobachten. Wenn der Forint auf Jahreshoch (€ 1 = 296.8) ist, freue ich mich für meine ungarischen Freunde. Von all den Nachrichten, die Sie da bringen, ist keine die meinen niedrigen Blutdruck hochsteigen läßt.
        Ich habe aufmerksam verfolgt, was Wirtschaftsminister a.D. Attila Chikan (erste Regierung Orbán) über den Zustand der ungarischen Wirtschaft sagte und stelle fest, dass er nicht Ihre optimistische Meinung teilt.
        HV Ihnen einen schönen Nachmittag und eine erfolgreiche Woche

      • HV Es macht keinen Sinn gegen offene Türen anzurennen.
        Ich habe nie behauptet, dass Ungarns Regierung antisemitisch oder rassistisch sei. Nur wird im Dunstkreis dieser Regierung allzuoft rassistische und antisemitische Hetze betrieben und es gibt peinliche Situationen wie gerade jetzt die Benennung einer Straße nach C. Tormay. Die Tendenz ins Fettnäpfchen zu treten ist nicht zu leugnen und ich beneide nicht diejenigen, die das versuchen zu retouchieren.

        Eine erfolgreiche Woche

      • Herr Pfeifer, wenn Sie so emotionslos bei diesem Thema sind, hätte ich gerne gewusst wieso Sie dann zu Begriffen wie Turulistan und Orbánistán greifen. Für meinen Teil sehe ich ohnehin schon keinen Grund für allergische Reaktionen, weil jemand den Namen verhunzt. Ich verstehe, dass Ihnen das nicht gefällt – muss es auch nicht – aber ich verstehe andererseits auch nicht, dass man deswegen an die Decke geht. Aber selbst wenn, verstehe ich nicht wieso Sie ein ganzes Land verunglimpfen, weil Ihnen die Kommentare Vereinzelter nicht gefallen. Das ist nicht nur dumm, sondern scharf an der Grenze zum Rassismus – Sie haben ja schließlich ein ganzes Land und dessen Volk (zumindest einen großen Teil) verunglimpft. Ehrlich gesagt warte ich hinsichtlich dieser Begrifflichkeiten eine Rücknahme.

  7. HV wie man in den Wald hineinruft so kommt das Echo. Wenn hier mein Name verhunzt wird, und Sie das tolerieren, dann denke ich tun Sie das um den Lesern zu zeigen, welche politische Kultur in Ungarn (und da gibt es leider nur wenig Ausnahmen) herrscht. ( Ironie)
    Ich denke es gibt eine Menge berechtigte und ausgewogene Kritik an der jetzigen ungarischen Regierung und das ist ja auch ein Problem für Sie. Mit Beckmesserei wird jedes falsch gesetzte i Tüpferl beanstandet. Auf das Wesen der Kritik aber selten eingegangen.
    Und da werden einige Feindbilder gepflegt, wie zum Beispiel Ágnes Heller, György Konrád und Paul Lendvai.
    Nehmen wir den letzten Artikel im Spiegel, wo Zoltán Balog kritisiert, hingegen János Lázár gelobt wird.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/ungarn-deutscher-verdienstorden-fuer-umstrittenen-minister-a-903006-druck.html
    Sie tun gerade so, als ob Orbán & Co nichts dazu beigetragen hätten, wenn Ungarn heute vielleicht mit Ausnahme von HV (und einigen rechtsradikalen Medien) keine gute Presse in Deutschland hat.

    • „Sie tun gerade so, als ob Orbán & Co nichts dazu beigetragen hätten, wenn Ungarn heute vielleicht mit Ausnahme von HV (und einigen rechtsradikalen Medien) keine gute Presse in Deutschland hat.“

      Inhaltsleer, aber immerhin angriffslustig. War offenbar keine gute Woche für Sie: Bundesverdienstkreuz an Balog, womöglich kein Monitoringverfahren, Kommission empfiehlt Einstellung des Defizitverfahrens, Forint auf Jahreshoch…Sie scheinen verärgert, daher der Rückgriff auf die argumentative Keule. Nur weiter so, zeigen Sie den „unvoreingenommenen Lesern“, wie die Opposition keift. 🙂

      Einen schönen Abend, Herr Pfeifer.

      • Es war mal wieder viel Geschrei um im Prinzip nix, aber zumindestens sind jetzt sicher einige Leute neugierig geworden und werden sich selber davon überzeugen wollen, wer war diese Tormay eigentlich und was hat sie geschrieben.

        Man höre und staune :Es wird keine Tormay Strasse geben.
        http://atv.hu/belfold/20130604_tarlos_nem_var_az_mta_ra_nem_lesz_tormay_cecile_koz

        Aber natürlich gibt es zwischenzeitlich nun wieder die allerneusten Skandale, die man ganz genüsslich ausschlachten kann.
        Danke Ungarn, worüber sollte man sonst auch berichten 😉

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