FAZ: Georg Paul Hefty zu Paul Lendvais neuem Buch „Leben eines Grenzgängers“

Der langjährige Berichterstatter der Frankfurter Allgemeine Zeitung, Georg Paul Hefty, hat einen lesenswerten Beitrag zu Paul Lendvai und seinem neuen Buch „Leben eines Grenzgängers“ verfasst.

Hefty geht auch auf die Vergangenheit des jungen und ehrgeizigen Lendvai als überzeugter Stalinist und ideologischer Schreiber für die Zeitung „Társadalmi Szemle“ Anfang der 50er Jahre.

http://www.faz.net/aktuell/politik/paul-lendvai-leben-eines-grenzgaengers-am-anfang-war-stalinistischer-uebereifer-12195738.html

16 Kommentare zu “FAZ: Georg Paul Hefty zu Paul Lendvais neuem Buch „Leben eines Grenzgängers“

  1. „Was wäre Lendvai heute, wenn er nicht vom Pál zu Paul (gemacht) geworden wäre? Wenn sein stalinistischer Übereifer nicht – und zwar paradoxerweise keineswegs von seiner Einsicht oder von seinen Gegnern, sondern von seinen ideologischen Freunden – gebremst und durch das von ihm beklagte Berufsverbot neutralisiert worden wäre?“

    Lässt sich die Frage beantworten? Nein.

    Einfach gelagert ist hingegen der Fall des Inoffiziellen Mitarbeiters mit dem Decknamen „Csanádi“. Hätte er sich von seiner Einsicht und seinen Gegnern nicht bremsen lassen, gäbe es in unserer Erinnerungskultur auch keine „Verbesserte Ausgabe“ dessen, was heute als Vergangenheit zulässig, was dem inneren Frieden zuträglich ist.

  2. Die selektive Betonung der Vergangenheit fällt auf. Wenn es um Fideszpolitiker ging, war Hefty nicht so heftig. Über ehemalige Kommunisten aus denen wichtige Politiker der Fidesz wurden lesen wir wenig auf HV wenn ich mich richtig erinnere.
    „A Fidesz kettős mércéje“
    Krisztián Ungváry kritisierte Fidesz, weil die selektiv an die Aufdeckung der Vergangenheit geht und er gibt auch ein konkretes Beispiel HETEK (24.5.2013, Seite 13)
    >>Ungváry Krisztián történész a Heteknek kifejtette, hogy nem tartja korrekt eljárásnak és tisztességes politikának, amit a Fidesz folytat az úgynevezett ügynökügyben, mert szelektíven viszonyulnak a múlt feltárásához, valamint elhagyják a társadalmi vitát ebben a morálisan kiemelten fontos ügyben. „Egyik kezükkel ugyanis büntetik az úgynevezett III/III-asokat, mint most a nyugdíjcsökkentéssel, de a másik kezükkel pedig fontos állami posztokra neveznek ki ilyen múlttal rendelkező személyeket, mint például Horváth Józsefet, aki a III/III-4-b. alosztály tisztje volt, és aki most a Katonai Biztonsági Hivatal főigazgató-helyettese” – fogalmazott a történész. Szerinte az sem az egyenlő mérce jele, hogy többi csoportfőnökség esetében nem, hanem csak a III/III-as osztály operatív tisztjei esetében alkalmazzák a nyugdíjpótlék megvonásának a „büntetését”.<<
    http://www.hetek.hu/belfold/201305/orbanek_nem_tudnak_mit_kezdeni_a_kommunistaikkal

    • Jetzt läuft sogar dem tapferen Pfeiferlein die Galle über. Wegen der selektiven Betonung der Vergangenheit!
      Weil der Partei Fidesz jedes Mittel recht ist, um ihre Rivalen zu kriminalisieren.
      Nicht einmal der Aufruf zum Morgengrauen, unterzeichnet von György Dalos, Miklós Haraszti, György Konrád und László Rajk bringt den Gallenfluss zum stocken.

      21 évvel a rendszerváltás után a Magyar Szocialista Pártról, a parlament egyik demokratikus pártjáról egy új törvényben mondták ki, hogy mint az egykori kommunista állampárt jogutódja, maga is bűnös szervezet.“

    • Die selektive Betonung der Vergangenheit tatsächlich fällt auf, Herr Pfeifer. In Falle von Nyirö haben Sie noch eine ganz andere Meinung vertreten. In dem Fall erwarten Sie sogar, dass man ausschließlich aus einem Aspekt Nyirö betrachtet.

      • Nyirö hat sich nicht von seiner Vergangenheit als Pfeilkreuzlerparlamentarier und Kriegshetzer distanziert.

  3. Der alte Lendvai zeigt eine bemerkenswerte Distanz gegenüber dem jungen Lendvai. Er findet klare Worte für seine frühen Irrtümer. Ich finde das sehr anerkennenswert.

    Was aus ihm hätte werden können, wenn er „im System“ geblieben wäre, zeigt vielleicht die Lebensgeschichte des etwa gleichaltrigen János Kornai. Auch er betätigte sich anfangs als „Journalist“ (oder besser Propagandist), bekam irgendwann ein paar Schüsse vor den Bug und wechselte dann zur Ökonomie.

    Allmählich wurde er zum akademischen Kritiker der marxistischen Wirtschaftslehre, genoß aber gleichzeitig die Privilegien, die die Kádár-Zeit einem zu bieten hatte, wenn man es nicht überzog, einschließlich einiger sicherlich schöner Lehr- und Studienjahre im „kapitalistischen Ausland“.

    Soll man sich als Nachgeborener oder auch nur als gleichzeitig, aber an ganz anderer Stelle Geborener zum Richter über solche Biografien aufschwingen?

    • „Aufschwingen“ war gut, Ungarnfreund.
      Schicker wäre die Nachgeburt endlich abzustoßen.
      Apropos Aufschwingen, wo kommen die Aasgeier so plötzlich wieder her?
      Das tapfere Pfeiferlein sehe ich auch mit seiner Klatsche. Sogar der Marco hat heute seine Duftmarke abgesetzt. Nur Mutti Wolf fehlt noch.
      Sind das die Umfragewerte, die Euch Schwingen verleihen?
      http://index.hu/chart/2013/05/31/szazadveg/
      Oder hat dieser Bericht Euch in so frohe Artikel 7 Erwartung versetzt?
      http://index.hu/belfold/2013/05/31/muszaki_hiba_miatt_derult_ki_hogy_all_a_bal_az_alaptorveny_korul/

      Pfuij Geier!

      • Peter Here beglückt uns mal wieder mit seinen Ergüssen. Wir bleiben auf seinem Niveau, d.h. nicht beim Thema. Er hatte eine schwere Kindheit, hat unter der Stasi aller Länder vereinigt euch gelitten und steht nun auch noch unter dem Pantoffel seiner Frau. In seiner beginnenden Altersintelligenz verwechselt er die Kommentarfunktion mit seinem Psychiater. Damit daran nicht nur er, sondern auch Ungarn genesen soll.

  4. Ohne seine Lehrjahre in Stalins/ Rákosis Diensten hätte Lendvai niemals 2012 so einen Propagandafilm „Nationale Träume – Ungarns Abschied von Europa?“ konzipieren bzw drehen können. Auch die Denuntiation seines Mitarbeiters Stipsicz anlässlich des Oppositionellentreffens, die er in den 1980er Jahren beim ungarischen Botschafter in Wien verwirklicht hat, entstammt seiner stalinistischen Trickkiste.
    Lendvai macht sich andauernd Sorgen, ohne diese Belegen zu können. Er klagt (moralisch) die Regierung an, zwar mit einem Konzept, aber ohne Substanz. Er habe Angst, dass unter Orbán der Geist der Horthy Zeit zurückkommt. Das ist zwar Unsinn, aber dabei lenkt er zumindest trefflich davon ab, dass er im Grunde genommen bis jetzt den Geist der Stalin Zeit weiter trägt. Umso mehr freut er sich jedoch, wenn schon seinen Schlammgeschossen an den Zielobjekten etwas kleben bleibt.

    • Lendvais Orbán-Kritik und seine — sagen wir mal: sozialdemokratische — politische Grundhaltung dürften etwas mit seiner jüdischen Herkunft zu tun haben. Stalin hat er längst hinter sich gelassen. Vielleicht schaffen wir es irgendwann noch, nicht in jedem Konservativen einen Nazi und in jedem Progressiven einen Kommunisten zu sehen. Dann wäre schon viel gewonnen.

      • Ungarnfreund, ich bleibe dabei, dass Lendvai seine im Stalinismus gelernten Methoden nie hinter sich gelassen hat. Den 88jährigen ex KP-Funktionär Lendvai als progressiv darzustellen ist ja echt drollig. Jedem gestandenen, modern denkkenden Liberalen muss sich der Magen umdrehen, wenn er sich die chauvinistisch-argen Sprüche reinzieht, die der „progressive“ Lendvai für Frauen parat hat.

  5. Es gibt gute weil „national-christlich“ gewendete Kommunisten die im Dunstkreis von Fidesz landeten und dann gibt es böse, wie Lendvai, der bereits vor Jahrzehnten kritische Berichte und Bücher über den „realen Sozialismus“ publiziert hat.

  6. Herr Pfeifer da liegen Sie mächtig daneben. In ungarischen konservativen Kreisen, in denen auch von Kommunisten verfolgte Menschen sind, wird z.B. die Vita von Schmitt oder Martonyi sehr wohl sehr kritisch gesehen.
    Und die Doppelmoral stimmt auch nicht, weil linksliberale Medien Papst Benedikt Zeit seines Pontifikats einen Strick daraus gedreht haben, dass er in seiner Kindheit zwangsweise in die HJ aufgenommen wurde. Dabei ist gerade er über jeden Naziverdacht erhaben.
    Lendvai hat die Verhältnisse aus stalinistischschem Kalkül immer geschönt, um mehr Reportagen machen zu können, welche wiederum seine Karriere im ORF massiv gefördert haben.

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