Drastisch gestiegene Zahl von EU-Gegnern

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Tárki ist in den vergangenen drei Jahren die Zahl der EU-Gegner in Ungarn drastisch gestiegen.

Bis in das Jahr 2010 bewertete die Mehrheit der Ungarn die EU positiv (38%) oder jedenfalls neutral (45%), die Negativstimmen (16%) bildeten die klare Minderheit. Aktuell liegt der Anteil derer, die die EU-Mitgliedschaft Ungarns als negativ bewerten, mehr als doppelt so hoch, bei 39%. Die Positivstimmen liegen bei 32%, die Neutralen bei 22%.

Die Zahlen deuten an, dass viele der ursprünglich „neutral“ eingestellten Staatsbürger Ungarns in das Lager der EU-Gegner gewechselt sind. Die Untersuchung zeigt ferner, dass der Anteil der EU-Befürworter bei den gut Ausgebildeten und Besserverdienenden überdurchschnittlich hoch ist (61%). In Bevölkerungsteilen in wirtschaftlich schwieriger Situation bewerten hingegen nur 24% die Mitgliedschaft als gute Sache.

http://www.tarki.hu/hu/news/2013/kitekint/20130829_eutagsag.html

 

Liebe Leserinnen und Leser! Bitte beachten Sie, dass die Umfrage von Tárki mittlerweile berichtig wurdet! Das Institut hatte falsche Zahlen bekannt gegeben.

https://hungarianvoice.wordpress.com/2013/09/02/tarki-berichtigt-umfrageergebnisse-eu-gegner-nicht-deutlich-gestiegen/

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13 Kommentare zu “Drastisch gestiegene Zahl von EU-Gegnern

  1. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen wie es zu solchen Zahlen kommen kann. Haben Sie doch Ihr bestes gegeben um alle Lügen aufzudecken HV. Au, es war ja nicht Ihr Anspruch alle Lügen aufzudecken, nur diese von „Hamburg bis Wien“. Und Sie wollten Ungarn auch nie reduziert „als rechtsradikalen Gewaltherd„ sehen. Da sind wir schon wieder bei den zwei sehenden Augen eines Weltbürgers. Was denken Sie HV, hat dieses Ergebnis eventuell die orbánschen Freitagsgebete hervor gebracht?

    • Wahrscheinlich stimmt es zum Teil, dass – um Ihre Worte zu wählen – „die orbánschen Freitagsgebete dieses Ergebnis hervorgebracht hat“.

      Dass die europaweite Wirtschaftskrise das Ergebnis ebenfalls mitverursacht haben könnte, scheint mir ebenso plausibel. Das krisengeschüttelte Griechenland – wie Ungarn Adressat von Forderungen der Union – kommt in etwa auf 33% Zustimmung, was mit dem ungarischen Ergebnis vergleichbar ist. Und womöglich ist die eine oder andere Aktion der EU ja auch nicht gerade förderlich für die Zustimmung gewesen.

      Ich werde Ihnen – wenn ich mal Zeit habe – den Begriff „Ursachenbündel“ erklären. Wer den versteht, der verfasst keine Kommentare, wie Sie es getan haben.

      Was die Umfrage übrigens nicht im Detail ausweist, ist, zu welchen politischen Lagern die Befürworter und Gegner gehören. Sie sagt nur: Im Lager Együtt 2014 liegt die Zustimmung bei hohen 58% (und Bajnai ist ja, wie man erfahren durfte, nicht ihr Mann, weil der mit Rechtsradikalen paktiert). Wähler sind eher EU-Befürworter, Nichtwähler sind überwiegend EU-Gegner. Und bei den Wählern geben sich rechts und links nicht viel. Vielleicht können Sie dieses Ergebnis ja analysieren?

      • Eines vorweg Herr HV, (und Bajnai ist ja, wie man erfahren durfte, nicht ihr Mann, weil der mit Rechtsradikalen paktiert) so etwas kommt heraus wenn man neben dem Einkochen noch etwas liest. Ich halte Gordon Bajnai für fähig und besser als Orbán allerdings traue ich im genau-sowenig, so geht es mir auch mit Mesterházy. Und wenn man nicht sehen will, wird es schwierig eine Verbesserung zu erwirken, soviel zu Bajnai.

        Meine Erfahrung ist, dass Fidesz Propaganda gegen die EU den größte Teil der Meinungsbildung in Ungarn ausmacht. Dazu gehört unter anderem Orbáns Ansprachen, die werden von der ländlichen Bevölkerung 1:1 übernommen. Aber auch Ihr Blog spart einiges aus sodass es Kommentatoren gibt, die Rassismus leugnen und Linken alles mögliche andichten. Weitere Gründe sehe ich in der persönlichen finanziellen Situation. Im Besonderen dann, wenn sich diese Situation seit dem EU-Beitritt verschlechtert hat. Eine Frage haben Sie oder können Sie die Freitagsgebete aus Deutschland verfolgen?

        Wenn ich mal Zeit habe, werde ich Ihnen erklären wer die Sehenden sind.

      • Ob ich die „Freitagsgebete“ verfolgen kann? Warum sollte ich nicht? Ich denke, die Nachrichten, die ich hier empfange, sind dieselben, die bei Ihnen laufen. Man bekommt hier sogar ATV rein…

      • Das Freitagsgebet „180 Minuten“ von Orbán läuft auf Kossuth Rádió, wussten Sie das nicht?

  2. „Orbáns Ansprachen, die werden von der ländlichen Bevölkerung 1:1 übernommen „, behauptet Don.
    Tut die ländliche Bevölkerung das kniend? Im Sitzen? Oder stehend vor dem ganzen Apparat?
    Wenn dem so ist, also wenn die ländliche Bevölkerung jeden Freitag „180 Minuten“ vor Orbáns Ansprachen kniet, bzw. undsoweiter, dann fällt Orbáns Prognose negativ aus.
    Ließe sich die nächste Wahl in Ungarn nicht auf 2030 verschieben?

    http://www.bpb.de/themen/YU96PA,0,0,L%E4ndliche_Bev%F6lkerung.html

  3. „Freitagsgebet“ für Orbáns Ansprachen ist eine latent islamophobe Wortwahl, die Behauptung dass die ländliche Bevölkerung es 1:1 übernimmt ein arrogantes Städter-Herabsehen auf die Menschen in der Provinz, die übrigens oft zu MSZP oder Jobbik neigen.

    • Herr Boris Kálnoky, alias „Man fragt sich manchmal wirklich, welche Halluzinogene jene konsumieren, die Jobbik und Fidesz in einem Atemzug nennen.“ das Sie mit so einer Leichtigkeit‏ Arroganz feststellen verwundert mich. Das „Freitagsgebet“ versteckt islamophobe sein soll auch.

  4. Ich oute mich als EU-Gegner .
    Warum?
    Kümmern die sich um die wirklich wichtigen Dinge?
    Nein, denn dazu haben sie keine Zeit, denn man muss ja Ungarn auf die Reihe bekommen.
    Das „Volk“, die Umwelt etcpp. sind denen doch so was von egal.
    Ansonsten würde man doch Einspruch dagegen erheben, dass die Goldmine in Vérespatak=Roșia Montană wiedereröffnet wird.Oder seh ich da schon irgendwie die Dollarzeichen in den Augen von irgendwem?
    Sauerei ohne Gleichen!!!

    http://mandiner.blog.hu/2013/09/01/verespatak_mordor_arnya_es_aranya

  5. Pingback: Tárki berichtigt Umfrageergebnisse: EU-Gegner nicht deutlich gestiegen | Hungarian Voice - Ungarn News Blog

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