Ernst Gelegs versüßt den literarischen Herbst mit „Schöne Grüße aus dem Orbán-Land“

Der Herbst ist da. Und damit die Zeit, den Kamin anzuschüren und zu einem Glas Rotwein und einer passenden Lektüre zu greifen. Pünktlich bringt der in Budapest ansässige ORF-Osteuropakorrespondent Ernst Gelegs das Werk „Schöne Grüße aus dem Orbán-Land. Die rechte Revolution in Ungarn“ auf den Markt und verarbeitet – gemeinsam mit Roland Adrowitzer – seine Wut auf und die (im ORF vorherrschende) ablehnende Haltung gegenüber der ungarischen Regierung. Ungarnthemen haben schließlich Konjunktur, 2014 ist Wahljahr und das Weihnachtsgeschäft muss man auch mitnehmen.

http://www.amazon.de/Schöne-Grüße-aus-dem-Orbán-Land/dp/3222134146

Nach ORF-Meinungsmacher Paul Lendvai („Mein verspieltes Land“), Gregor Mayer und Bernhard Odehnal („Aufmarsch – Die rechte Gefahr aus Osteuropa“) sind Gelegs und Adrowitzer nun ganz offiziell in die Reihe jener (natürlich!) höchst objektiven Journalisten aufgestiegen, die ihren Lesern Ratschläge geben, wie man die von ihnen in ihrem Hauptberuf herbeigeschriebene „rechte Gefahr“ in und aus Ungarn bekämpft. Nachdem die Physik am perpetuum mobile gescheitert ist, konnte wenigstens die schreibende Zunft es umsetzen. Der Rat ist immer derselbe: Das Ausland muss Druck auf Ungarn ausüben. Warum? Lesen Sie das Buch. Oder die Artikel. Oder schauen Sie ORF. Ob auch Stephan Ozsváth, der uns wahre Horrorgeschichten über seine Erfahrungen mit Regierungsvertretern berichtete, bald mit einem Schmöker debütiert? Sie erfahren es natürlich hier, wenn es soweit ist.

Das Buch wird voraussichtlich zuerst auf den Schreibtischen der Fidesz-Wahlkämpfer landen. Nichts eignet sich schließlich besser, die Popularität der ungarischen Regierungspartei zu steigern, als Beiträge der o.g. Expertenriege. Die letzten Jahre sollten das eigentlich hinreichend bewiesen haben. Doch möglicher Weise ist es gekränkte Journalistenehre, die darauf fußt, dass die ungarische Regierung bis heute stümperhaft im Umgang mit Korrespondenten ist und sich feindselige Kritiker lieber auf Distanz hält, als sie durch Offenheit zu überzeugen. Oder der schnöde Mammon drängt die Einsicht, dass man mit seinen Beiträgen genau das Gegenteil von dem bewirken kann, als man vorgibt, in den Hintergrund.

Man kann dem ungarischen Regierungskritiker János Széky nur erneut Beifall klatschen. Die Aussage, die er als Antwort auf die Worte ausländischer Intellektueller („Stiftet Aufruhr“) und ihrer – auch vom ORF geschürter – Ungarn-Hysterie fand, konnte trefflicher nicht sein: „Schert Euch doch zum Teufel!

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54 Kommentare zu “Ernst Gelegs versüßt den literarischen Herbst mit „Schöne Grüße aus dem Orbán-Land“

    • Warum sollte/muss HV „objektiv“ sein und bleiben?
      Und wer besitzt schon die Maßstäbe, um das Vorhandensein oder Wegbleiben der „Objektivität“ festzustellen?

  1. Ist Ironie denn ein emotionaler Akt?
    Armer Kojote! Fühlt er linken Schmerz? Sind linke Gefühle objektivierbar?
    Ironie als kognitiver Akt? Vorstellung, Gedächtnis, Lernen, Erinnerung – auch bei Heulwölfen?
    Ein Testfall für die Kognitionswissenschaften!

  2. Sind Geleg und Adrowitzer etwa das österreichische Pendant zu Otto Lapp und Beate Lakotta?
    Halten die noch in Ungarn aktiven österreichischen Banken Erste Bank und Raiffeisen ihre Revisionsberichte seit 2009 in der Schublade?
    Wo doch schon jetzt jeder deutsche Ferngutachter ihnen bescheinigen kann, dass Orbán Frauen mit beiden Fäusten auf den ganzen Körper und den Unterleib schlägt, die Freiheit bis zur Bewusstlosigkeit würgt und das Volk beißt, bis es blutet.

    Apropos die zwei Perlen der Donau, Wien und Pest, sie kamen 1867 mit nur einem gemeinsamen Finanzminister und ohne Finanzaufsicht aus.

    Wen wundert es da, wenn die Wiener Finanzaufsicht 2009 mit dem Verbot von Fremdwährungskrediten eine Nostalgiewelle ausgelöst hat, die Donau abwärts gen Osten rollt?
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/oesterreich-wiener-finanzaufsicht-verbietet-fremdwaehrungskredite/3209658.html

    Das Weh hat auch Orbán erfasst. Er will die Banken zur Rückzahlung der Fremdwährungskredite zwingen!

    Derweil Mayers Aufmarsch mit Odehnal ob der ungeRechten Gefahr aus Osteuropa bei Amazon auf Rang: Nr. 609.748 abgerutscht ist.
    Längst abgelutscht, ein rechtes Thema für ein neues Buch?

    Da kann man nur hoffen, dass sich die in Ungarn noch aktiven österreichischen Banken Erste Bank und Raiffeisen nicht knausrig zeigen. Die müssen jetzt ja nicht unbedingt ganzseitige Annoncen der Pharmaindustrie für Neuroleptika schalten. Ein geschicktes Layout lässt Platz für beides, für Wehgeschrei-Rezensionen und Werbeeinnahmen.

    Ich kann nur hoffen, dass die noch in Ungarn aktiven österreichischen Banken diesmal nicht nur an die Pharmaindustrie denken, sondern sich in den Medien der Styria Media Group in einer Art „Eigenbeziehung ohne Anlass“ – wir kennen das vom Kröber aus Berlin – darstellen. Ich denke an Eigenbeziehungswerbung gleich neben den Rezensionen zu „Schöne Grüße aus dem Orbán-Land“, weil die schon wieder für Aufruhr an den Börsen sorgen.
    O.k., Details erfahren wir erst am 11. Oktober, verspricht uns AMAZON, für 24,99 €, inklusive kostenloser Lieferung.

    Einfach toll, wie die Wiener Börse auf Orbáns geRechte Revolution in Ungarn reagiert.

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1446055/Ungarn_Wieder-Umtausch-von-Fremdwaehrungskrediten

    • Aber Herr Herche, da bringen Sie ganz wichtige Prinzipien durcheinander. Österreich mit Ungarn zu vergleichen, ist ein Sakrileg und bringt sowohl SPÖ, als auch ÖVP und ihre jeweiligen, nach Proporz zu Posten gekommenen, Anhänger zur Weißglut. Allen voran den ORF, den Hort freier und und von Politik unbeeinflussbarer Berichterstattung.

      Ich erkläre es Ihnen:

      1. Wenn Österreich Fremdwährungskredite faktisch verbietet, ist das – weil der Kanzler Werner Faymann heißt und von der SPÖ kommt – eine gute Tat des Verbraucherschutzes. Wenn Ungarn – regiert von einem „Rechtspopulisten“ – das selbe Schlachtfeld aufzuräumen versucht, das RaiBa & Co. mit ihren Fremdwährungskrediten verursacht haben, so ist das verantwortungslose Staatswirtschaft.

      2. Wenn Ungarn eine Bankensteuer einführt, ist das – weil der Populist Orbán regiert – gleich einer Höllenmaschine. Wenn die Österreicher das tun, geht es freilich ok, denn Österreich ist ja eine Demokratie.

      3. Wenn unsereins in Österreich Dank der dortigen Grundverkehrsgesetze faktisch kein Agrarland kaufen kann, so ist das in Ordnung; vor allem für die alpenländische Agrarlobby, die in Personalunion zur ÖVP steht. Wagt es aber Ungarn, den Grundverkehr – übrigens im wesentlichen mit vergleichbaren Regelungen wie Tirol, Salzburg oder Vorarlberg – drastisch zu beschränken, so ist das Teufelszeug. Für ÖVP, die Bauernlobby und den ORF, der seit Jahren versucht, Taschenverträge (= illegalen Grunderwerb) ihrer Mitglieder in Ungarn zahlenmäßig zu bagatellisieren und zu Kavaliersdelikten herunter zu reden.

      Ich hoffe, Sie haben die Unterschiede jetzt verstanden, Herr Herche.

      • HV, ich bringe aus Prinzip alles durcheinander.
        Was die Unterschiede angeht, so kann ich nicht umhin, aber ich sehe sie, oft auch, ohne sie zu verstehen. Danke für die Nachhilfe.
        Mir fällt jetzt gerade eine Passage aus dem Aufsatz: >>Schwarzsein im „Deutschsein“? << (Feret Muanza Pokos Hugues Blaise) ein:

        "Eine gelungene Ich-Identität kann sich nur bilden (…), wenn (…) das Subjekt sich stets auch in Abgrenzung gegen andere als anders begreifen und von ihm anders begriffen und anerkannt werden kann. Unterschiedenheit muss dann auch heißen, sich von anderen als den anderen der Gemeinschaft zu unterscheiden."

        Jedenfalls hat es ein Ungarn, das zu sich selbst als Schwarzkopfschaf steht, leichter mit Österreich und den anderen blonden, blauäugigen EU-Mitgliedsstaaten, als es umgekehrt der Fall ist.

        Mir kommen schon jetzt die Tränen, wenn ich mir die Freude – Österreich schöner Götterfunken -vorstelle, die ausbricht, wenn der ungarische Wähler seine Hand in die Speichen des Rades der, seit Pfeifer sich rückwärtsdrehenden, ungarischen Geschichte legt.

        Ganz nebenbei: Können Sie auf diesem Bild einen Unterschied zwischen lechts und rinks erkennen?

  3. HV Nach Öffnung des Arbeitsmarktes 2011 registrierte man in Österreich 35.000 2012 bereits 53 ungarische Beschäftigte. Laut einer Radioerklärung des ung. Botschafters in Wien lassen doch die meisten ungarischen Eltern, die sich in Österreich niederlassen ihre Kinder nicht Ungarisch lernen. Berichten am 16.8.2013 Marie-Rose Makki und Mariann Szubotics in der Budapester Wochenzeitung Hetek.

    • Herr Pfeifer, meine Enkelin in Joinville spricht auch lieber portugiesisch. Und ich habe in Ungarn mit meinen Kindern auch nur ungarisch gesprochen. Was sie mir bis heute vorhalten. Ich find‘ Ihr Argument echt kindisch.

  4. In der heutigen FAZ wird über Gesetzänderugen in Ungarn berichtet. Der Kommentar dazu (auf Seite 10) endet mit den Worten: „Aber die Summe zweifelhafter Gesetze und die Art und Weise, wie Bestimmungen fast ohne Debatte im Parlament durchgepeitscht wurden, die das Land auf lange Zeit prägen können, zeugen davon, dass Orbán und seine Mannschaft vor demokratischen Institutionen wenig Respekt und an der Kontrolle durch sie wenig Interesse haben.“

      • Übrigens bestätigt der Kommentator zuvor: „Weder…… haben aus Ungarn einen völkisch-nationalistischen, autoritären Staat gemacht. Aber die Summe….“

        Diese Kurzkommentare sind immer mit drei Buchstaben signiert. In diesem Fall sind es: rve.

      • Aha, Reinhard Veser. Ich habe von ihm bislang nichts im Bezug auf Ungarn gelesen.
        Bitte zitieren Sie die Sätze vollständig. „Weder…..haben“ ist wenig hilfreich. Wie lautet der Satz?

      • Das bekannte Ritual „Durchpeitschen > (beißende) Kritik > Teilrücknahme > Granteln auf beiden Seiten“ hat Reinhard Veser gut dargestellt. Der zu seinem Kommentar gehörende Artikel im Politikteil stammt übrigens von Stephan Löwenstein (löw).

  5. Der rve. gezeichnete Kommentar
    Wenig Respekt
    Fast seit Anfang der Regierung Orbán vor etwas mehr als drei Jahren geht das nun so: Budapest beschließt Gesetze, die außerhalb Ungarns auf scharfe Kritik stoßen, die Europäische Kommission prüft, ob es Verstöße gegen EU-Recht gab, die ungarische Regierung gibt sich einsichtig und ändert die kritischen Gesetze, spielt aber gleichzeitig die beleidigte Leberwurst, weil man ihr ständig böse Absichten unterstelle und nicht sehe, wie demokratisch sie doch sei. In der Tat sind die meisten der aus Brüssel kritisierten Regeln für sich allein nicht besonders dramatisch. Weder das Mediengesetz noch all die später folgenden Verfassungsänderungen haben aus Ungarn….

    • Danke. Die Anmerkung lässt meinen Blutdruck nicht ansteigen. Ich selbst schrieb seinerzeit zur 4. Verfassungsnovelle:

      „Der Umgang mit dem Verfassungsgericht ist es, der zum wiederholten Male respektlos ist und damit Schatten auf die Regierungsmehrheit wirft, was den Respekt gegenüber dem Prinzip der Gewaltenteilung angeht. (…)“

  6. *Nach Öffnung des Arbeitsmarktes 2011 registrierte man in Österreich 35.000 2012 bereits 53 ungarische Beschäftigte. Laut einer Radioerklärung des ung. Botschafters in Wien lassen doch die meisten ungarischen Eltern, die sich in Österreich niederlassen ihre Kinder nicht Ungarisch lernen. Berichten am 16.8.2013 Marie-Rose Makki und Mariann Szubotics in der Budapester Wochenzeitung Hetek.*
    2012 doch schon 53! enorm!
    tja , das ist wirklich eine Katastrophe , wenn die Eltern ihren Kindern nicht ungarisch beibringen möchten (vorausgesetzt sie können es nicht schon)
    Man stelle sich mal vor „Orban kommt weg“.!!
    Wie sollen dann die Kinder die nachfolgenden Kanditaten verstehen?
    Wäre doch echt schade, wenn sie nicht ungarisch könnten.Zumal doch Kinder Kasperltheater so lieben.
    Ausserdem kann es sich dann nicht um die Schlausten handeln, die da nach A kamen.Langsam sollte es sich nämlich herumgesprochen haben, dass Kinder die 2-sprachig aufwachsen die nächsten Fremdsprachen quasi so im Vorbeigehen lernen.

    • Für die Leser, die kein ungarisch sprechen: Auf einem Techno-Festival in Graz (UAF) wurden zwei Ungarn mit neonazistischen Worten beschimpft. 444.hu berichtet. Österreichische Blätter und der ORF nicht. Die kümmern sich lieber um Budapest…

  7. HV Unterstellen Sie wirklich österreichischen Medien, sie würden über antisemitische Vorfälle in Österreich nicht berichten? Können Sie uns dafür ein paar Beispiele bringen?
    Haben die beiden Ungarn die Sache bei der Polizei angezeigt?
    Haben die beiden Ungarn versucht Ihre Erfahrung Grazer Medien zu erzählen?
    Erst unlängst hat der Oberbürgermeister von Budapest wieder mal ein paar Sachen zuviel über das alte Testament gesagt. Punkto Toleranz gegenüber Antisemitismus muß daran erinnert werden, dass der Herr Fekete Präsident der famosen Kunst-Akademie mit einem Satz unterstellt hat, György Konrád wäre kein Ungar. Ich glaube sogar HV hat darüber berichtet.

    • Werter österreichischer Patriot Karl Pfeifer, diese Art empört-inquisitorischen Nachfragens kenne ich ja gar nicht von Ihnen, wenn es um Antisemitismus geht. Dabei dachte ich, der wäre ein global und nicht nur in Ungarn unerwünschtes Phänomen. Ich habe bei Eingabe entsprechender Stichworte keinen einzigen deutschsprachigen Bericht über diesen Vorfall gefunden. Der „Beweis“, dass österreichische Medien über diesen klar antisemitischen/neonazistischen Vorfall nicht berichten, ist also erbracht. Über die Gründe lässt sich spekulieren. Vielleicht wussten sie es nicht. Womöglich sind Sie und Ihre Kollegen aber auch zu sehr damit beschäftigt, auf andere zu zeigen, als im „Land am Strome“ vor der eigenen Türe zu kehren. Oder herrscht etwa gemeine alpenländische Selbstzensur? Mutmaßungen. Seien wir konstruktiv: Sie kennen den Vorfall nun. Werden Sie für die „dzschungel világ“ darüber berichten? Dafür müssen Sie sich nicht mal in den Railjet setzen. Fekete kam wie aus der Pistole: Ich sehe aber u.a. den Unterschied, dass seine Worte um die Welt gingen und kritisiert wurden. Auch in Österreich. Und in Ungarn. Kommt jetzt wieder der Grenadiermarsch?

  8. HV Sie versuchen abzulenken von der ungarischen Wirkklichkeit mit Hinweis, es gäbe ja auch anderswo Antisemitismus. Und in Ihrem Bemühen scheuen Sie auch nicht davor zurück, sich selbst lächerlich zu machen.

    Schauen wir uns doch an was Krisztián Ungváry in dem von mir erwähnten Essay noch schreibt:
    „ln den westlichen Medien werden die Untenchiede zwischen FIDESZ und Jobbik
    oft unterschätzt. Aus politischer Sicht steht Jobbik in einem absoluten Konkurrenz-
    verhältnis zur FIDESZ. Auf ideologischem Gebiet jedoch sind die Trennlinien zwi-
    schen beiden Parteien fließend oder manchmal nicht einmal feststellbar. Diese Situa-
    tion hängt mit der Politik von FIDESZ zusammen: diese Partei versucht nämlich das
    gesamte rechte und ultrarechte politische Spektrum mit ideologischer Munition abzu-
    decken. Aufgrund dieser Entscheidung wird in den FIDESZ-Medien teils rechtsradi-
    kales Gedankengut legitimiert. Um das möglichst reibungslos über die Bühne zu brin-
    gen, ist in Ungarn eine doppelte Medienstruktur geschaffen worden. Für die bürger-
    liche Rechte steht Hir-TV (und seit 2010 auch das gesamte staatliche Fernsehen),
    >Magyar NemzetHeti Välasz<>Magyar Hirlap>Demokrata>Demokrata<>Sie waren Helden Europas.<Magyar HirlapFinanzjuden aus Brooklyn>Un-
    menschen<Magyar Nemzet<>Brauchen wir die sumerische Abstammung?<>Die Abstammung
    von Jesus<>Die älteste Zivilisation Europas kam aus Ungam<>Unser Magyaren-
    tum und die finno-ugrische Theorie<>bürgerlich-konservativ<>Feststellungen<< umrahmt, wie z. B. daß Jesus kein
    Jude war. Diese Umstände mußten dem zuständigen Minister, der die hohe Aus-
    zeichnung übergab, bekannt sein, um so mehr, als sich unter den Ausgezeichneten
    neben Bakay noch zwei Personen befanden, die landesweit für ihre rechtsradikale
    Gesinnung bekannt sind. Der Minister war jedoch nach dem Skandal nicht bereit, die
    Auszeichnung von Bakay zurückzuziehen."

    Darüber lohnt es nachzudenken. Können Sie uns etwas vergleichbares aus Österreich berichten?.

  9. HV Sie versuchen abzulenken von der ungarischen Wirkklichkeit mit Hinweis, es gäbe ja auch anderswo Antisemitismus. Und in Ihrem Bemühen scheuen Sie auch nicht davor zurück, sich selbst lächerlich zu machen.

    Schauen wir uns doch an was Krisztián Ungváry in dem von mir erwähnten Essay noch schreibt:
    „ln den westlichen Medien werden die Unterschiede zwischen FIDESZ und Jobbik
    oft unterschätzt. Aus politischer Sicht steht Jobbik in einem absoluten Konkurrenz-
    verhältnis zur FIDESZ. Auf ideologischem Gebiet jedoch sind die Trennlinien zwi-
    schen beiden Parteien fließend oder manchmal nicht einmal feststellbar. Diese Situa-
    tion hängt mit der Politik von FIDESZ zusammen: diese Partei versucht nämlich das
    gesamte rechte und ultrarechte politische Spektrum mit ideologischer Munition abzu-
    decken. Aufgrund dieser Entscheidung wird in den FIDESZ-Medien teils rechtsradi-
    kales Gedankengut legitimiert. Um das möglichst reibungslos über die Bühne zu brin-
    gen, ist in Ungarn eine doppelte Medienstruktur geschaffen worden. Für die bürger-
    liche Rechte steht Hir-TV (und seit 2010 auch das gesamte staatliche Fernsehen),
    >Magyar NemzetHeti Válasz<>Magyar Hirlap>Demokrata>Demokrata<>Sie waren Helden Europas.<Magyar HirlapFinanzjuden aus Brooklyn>Un-
    Menschen<Magyar Nemzet<>Brauchen wir die sumerische Abstammung?<>Die Abstammung
    von Jesus<>Die älteste Zivilisation Europas kam aus Ungam<>Unser Magyaren-
    tum und die finno-ugrische Theorie<bürgerlich-konservativ>Feststellungen<< umrahmt, wie z. B. daß Jesus kein
    Jude war. Diese Umstände mußten dem zuständigen Minister, der die hohe Aus-
    zeichnung übergab, bekannt sein, um so mehr, als sich unter den Ausgezeichneten
    neben Bakay noch zwei Personen befanden, die landesweit für ihre rechtsradikale
    Gesinnung bekannt sind. Der Minister war jedoch nach dem Skandal nicht bereit, die
    Auszeichnung von Bakay zurückzuziehen.

    • Der österreichische Patriot Karl Pfeifer meint, man mache sich lächerlich, wenn man auf Antisemitismus als globales, nicht allein ungarisches Problem aufmerksam macht. Ich nehme das zur Kenntnis. Bitte nehmen Sie ebenso zur Kenntnis, dass hier auf diesem Blog – wie Sie sagen – über die “ungarische Wirklichkeit” berichtet und diskutiert wird. Nicht etwa von ihr abgelenkt. Fekete, Bayer und andere waren hier ebenso Themen wie Antisemitismus und Antiziganismus. Und auch die Gründe, warum es hier und da in Ungarn so trostlos aussieht.

      Niemand will Ihnen verbieten, über Ungarn Ihre Anklagen zu schreiben, flammende Vorträge zu halten sowie den Unsinn, den Ihre Gesinnungsgenossen von sich geben, zu rechtfertigen. Zumeist tun Sie das ohne Verweis auf die historischen Gründe. Sie dürfen das, auch hier, wo angeblich abgelenkt wird. Aber sehen Sie es mir nach, dass ich die Scheinheiligkeit, die einem teilweise aus Österreich und Deutschland entgegenschlägt, im ungarischen Kontext thematisiere. Aus diesem Grund reagierte ich z.B. verärgert, als ich in einem deutschen Blatt las, “die Ungarn” hätten ihre jüdischen Mitbürger deportiert; das ist zwar auch richtig, aber ein deutsches Blatt sollte nicht verschweigen, dass es eine deutsche Mitwirkung und einen 19.3.1944 gab. Die Scheinheiligkeit pflanzt sich bei anderen Themen fort, wie z.B. die Bankensteuer und das Bodengesetz. Zumeist ist das, was in Ungarn kritisiert wird, in Österreich oder Deutschland kaum im Fokus der Öffentlichkeit. Es fällt eben leichter, auf andere zu zeigen, die eigenen Leser fühlen sich besser und danken es einem. Und wer will schon Leser verprellen, die sein Gehalt bezahlen?

      Wer die fehlende Geschichtsaufarbeitung in Ungarn nach 1949 kennt (und die Verantwortlichen bis und nach 1989), kann den Ursachen für die heutige Situation auf den Grund gehen. Ungarn war, anders als Deutschland und Österreich, nicht gezwungen, sich in geschichtswissenschaftlich belastbarer Weise mit der Nazi-Vergangenheit zu befassen; leider ist das bis heute so. Und trotz der, von deutschen Linken zumeist mit stolz erwähnten “Aufarbeitung” in Deutschland (der Begriff “Aufarbeitung” wird sogar im ungarischen verwendet), gibt es in D und Ö reichlich latenten und offenen Antisemitismus, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie in Ungarn. Wenn wir uns aber ansehen, wie es in Deutschland etwa 25 Jahre nach Kriegsende mit der Kenntnis um die Zeit 1933-1945 aussah, dann kommt einem das Fürchten. Offenbar leb(t)en wir also nicht auf zwei Inseln der Glückseligen, auch wenn wir durch Sätze wie “In Ungarn ist völkisches Gedankengute Mainstream” gerne so tun, als wäre es ein quasi auf die Eigenheiten Mittelosteuropas begrenztes Problem.

      Gestern las ich beim Pester Lloyd einen Leserkommentar, in dem es hieß, “wir” (Deutsche) seien von diesen Problemen “kuriert”. Ungarn nicht. So etwas kommt heraus, wenn man dem Finger folgt, der immer auf andere deutet. Man glaubt – als Leser solcher Publikationen – am Ende wirklich, im eigenen Land gäbe es (bei etwa 20% Antisemiten) keine Probleme. Freilich irrt man.

      Und so lange Sie es noch versuchen: Sie werden mich durch fetzenweises Zitieren von Krisztián Ungváry, den ich schätze, bereits persönlich kennen gelernt habe und dessen Thesen ich zumeist für richtig halte, nicht gegen ihn aufbringen. Er schrieb in einem Aufsatz in dem in Teilen beschämend schlechten Band “Quo vadis, Hungaria” Ihren alpenländischen Kampfgenossen Gregor Mayer und Bernhard Odehnal klare Worte ins Stammbuch.

  10. Also HV Sie enttäuschen mich. Zwei ungarische Staatsbürger waren in Graz Opfer einer antisemitischen Agression. Daraus folgern Sie, die Lage punkto Antisemitismus wäre genauso schlimm in Österreich wie in Ungarn.
    Meine Vorträge über Ungarn sind zumeist öffentlich und werden auch angekündigt. 2012 in Hannover wurde – ohne meine Zustimmung zu fragen – meine PP Präsentation über Ungarn fotografiert und auf Tonband aufgenommen. Keine Kritik meines Vortrages wurde bislang publiziert.
    Anstatt ernsthaft zu diskutieren, versuchen Sie und einige Poster mit ad personam Angriffen, von den ernsten Problemen, die ich behandle abzulenken.

    • „Ad personam“ dürfte wohl am ehesten auf Ihre Aussage zutreffen, ich würde mich „lächerlich machen“.
      Im übrigen habe ich nicht behauptet, die Situation in Österreich wäre „genauso schlimm“ wie in Ungarn. Ich schrieb das glatte Gegenteil. Das herauszufinden, müssten Sie meinen Kommentar allerdings lesen, bevor Sie loskrakelen.
      Wirklich putzig finde ich den Einwurf, es sei bislang keine Kritik Ihrer Vorträge publiziert worden. Welche Folgerung ist daraus zu ziehen? Ich ahne, worauf Sie hinausmöchten. Sprechen Sie es aus!

  11. Herr Pfeifer, wenn Sie Vorträge halten über Ungarn, verschweigen Sie dann auch den Wahlbetrug, die Lügenrede, Gyurcsánys kurva ország, die gallopierende Staatsverschuldung unter MSZP und SZDSZ, den beinahe Staatsbankrott, all die Affären ? Oder heucheln Sie wie Konrád, der 8 Jahre verschweigt und Orbán alles in die Schuhe schiebt? Begründen Sie auch die 2/3 Mehrheit im Parlament mit einem agressiven Wahlkampf des Fidesz?
    Danke für eine Antwort!

  12. Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit ….

    „Gestern las ich beim Pester Lloyd einen Leserkommentar, in dem es hieß, “wir” (Deutsche) seien von diesen Problemen “kuriert”. Ungarn nicht“

    Es sagt alles, was HV oben schreibt. Es geht ein Gespenst herum in Deutschland – und Österreich besonders, und das heißt Heuchelei !

    Wer zB in D eine Immobilie verkauft, bekommt Einblicke in die Gemütslage der Interessenten: „Am Ende der Straße wohnen auffallend viele Ausländer, wie sieht es da mit den direkten Nachbarn aus ?“ Und Türken bemerkten: „Die paar Türken am Ende der Straße sind ja eigentlich kein Problem, für uns jedenfalls nicht“. Was wäre nur gesagt worden, hätte es sich um Zigeuner (Entschuldigung, Sinti/Roma) am Ender der Straße gehandelt? Nichts! Denn es wären keine Interessenten gekommen.

    Müssten Deutsche oder Österreicher unter von MSZP und SZDSZ geschaffenen Verhältnissen leben, würden die Stiefel marschieren! Wer etwas anderes behauptet, ist doof.

    Schluss mit diesen arroganten Pfeifen! Aufklärung geht anders !

    • Dr.ága zur Aufklärung das nicht manipulierte Zitat, das HV las.

      „“Nun denn. Wir Deutschen wurden kuriert. Der Gendeffekt ist nur noch bei einigen wirren und bemitleidenswerten Kreaturen vorhanden. Allerdings gibt es ihn noch. Und man darf es nicht vergessen, dass es Subgemeinden in Deutschland gibt, welchen ihren Kinder immer noch eine gestörte Ideologie in den Kopf setzen. „“

      Der ganze Beitrag von Tobias steht unter der Überschrift Unsere Wahrheit.

      „Müssten Deutsche oder Österreicher unter von MSZP und SZDSZ geschaffenen Verhältnissen leben, würden die Stiefel marschieren!“ Ich lebe unter den Verhältnissen und marschiere nicht, und Sie?

  13. Wer hat manipuliert ? HV? Ich habe lediglich einen Gedanken aufgegriffen. Sind sie etwa nicht der Meinung, dass in D und A die Auffassung in weiten Teilen der Gesellschaft herrscht, dass Deutschland das Gröbste überstanden hat und heute viel weniger anfällig für nationale Arroganz wäre? Zugegeben, alles was ich weiß: In A ist man in der Aufarbeitung der Vergangenheit weniger konsequent gewesen, sieht sich sogar als Opfer. (zum Lachen)
    Wer Unbequemes sagt, wir attackiert. Die 8 Jahre unter den „Sozialisten“ können nicht vertuscht werden. Allerdings haben sie die gleichgeschalteten Medien hinter sich.
    Übrigends: Ihr ága ist gaga. Ist ihr Name klüger?
    Dass am Ende ihrer „Aufklärung“ eine kleine Unterstellung kommt (angedeutet wird) ist typisch. Kann ich auch: Arbeiten Sie in Ungarn mit westlichem oder ungarischem Gehalt?
    Oder haben Sie schon ausgesorgt? Wissen sie, was es bedeutet, sich durchzuschlagen?

    • -Wer hat manipuliert ? HV?-
      Antwort:
      HV benützte dieses Zitat:
      „Gestern las ich beim Pester Lloyd einen Leserkommentar, in dem es hieß, “wir” (Deutsche) seien von diesen Problemen “kuriert”. Ungarn nicht. So etwas kommt heraus, wenn man dem Finger folgt, der immer auf andere deutet. Man glaubt – als Leser solcher Publikationen – am Ende wirklich, im eigenen Land gäbe es (bei etwa 20% Antisemiten) keine Probleme. Freilich irrt man.“

      um beweisführend dazustellen, dass in der PL dumme unreflektierte Kommentare auf meine folgen. Gleichzeitig implementiert er das Gleiche für mich. Das vollständige Zitat war durchaus kritisch und reflektiert Nazigedankengut existiert auch in Deutschland. Noch einmal vollständig:

      „”Nun denn. Wir Deutschen wurden kuriert. Der Gendeffekt ist nur noch bei einigen wirren und bemitleidenswerten Kreaturen vorhanden. Allerdings gibt es ihn noch. Und man darf es nicht vergessen, dass es Subgemeinden in Deutschland gibt, welchen ihren Kinder immer noch eine gestörte Ideologie in den Kopf setzen. ““

      Das ist eine Masche, die Niemand auszeichnet. Im Besonderen wirft diese Masche einen Focus wenn man Andere Lügen straft oder Lügenstrafen möchte.

      -Die 8 Jahre unter den “Sozialisten”-
      Antwort:
      Sie erwecken den Eindruck als gäbe es nur diese 8 Jahre, Sie denken das BIP ist der einzige Sensor um Politik festzumachen. Ich habe in diesen acht Jahren hier auch gelebt. Ich möchte es einmal Robin-Hood-Politik nennen, den Menschen ging es besser aber die Staatsschulden stiegen. Heute steigen die Staatsschulden auch aber nur Orbáns-Fidesz-Klientel geht es besser.

      -Übrigends: Ihr ága ist gaga. Ist ihr Name klüger?-
      Antwort:
      Sie führen ein Dr., zwischen einem Doktortitel und ihren Kommentaren gibt es eine Diskrepanz. Deshalb nahm ich an es ist eine Abkürzung für Teuerste, eine Anrede. Mokus ist bei uns in der Gegend eher ein Schimpfwort, deshalb lies ich es weg oder ich übersetzte es. „Ist ihr Name klüger?“ nicht klüger aber passender.

      -Dass am Ende ihrer “Aufklärung” eine kleine Unterstellung kommt (angedeutet wird) ist typisch.-
      Antwort:
      Sie schrieben, Zitat:
      „Müssten Deutsche oder Österreicher unter von MSZP und SZDSZ geschaffenen Verhältnissen leben, würden die Stiefel marschieren! Wer etwas anderes behauptet, ist doof.“

      Wenn Sie in Ungarn leben marschieren Sie, so kann man lesen. Ich kann die Frage auch anders stellen. Leben Sie in Ungarn?

      -Oder haben Sie schon ausgesorgt? Wissen sie, was es bedeutet, sich durchzuschlagen?-
      Antwort:
      Zur Zeit bin ich unabhängig und ja ich weiß sehr wohl, was es bedeutet wenn man in Ungarn als Facharbeiter oder Hilfskraft arbeiten muss.

      • Don, Sie haben recht, es ist unklug, wenn man Kommentare mit Zitaten anderer wieder zitiert. Natürlich ergibt der gesamte Wortlaut einen anderen Sinn, als ich angenommen habe.

        Ob die Staatsschulden wirklich steigen, werden wir sehen. So weit ich weiß, waren es 2012 unter 80%. Kann mir jemand die Ursache nennen, wenn wir in Ungarn wieder da sind, wo Orbán nach Übernahme der Regierung den Hauhalt übernommen hat? Bei ca. 82% Sie Don ? Währungsschwankungen? Orbáns Klientelpolitik? Voreilige Tilgung des IWF Kredites?

        Glauben sie, dass die Staatsschulden von 50% auf 80% gestiegen sind, weil MSZP so schöne Autobahnen gebaut hat? Ich kenne Leute, die in Ministerien gearbeitet haben und tägliche Verschwendung und Vetternwirtschaft bezeugen. Heute wird es ähnlich sein.

        PS: Ich lebe teilweise in Ungarn. Die Jahre von 2002 bis 2009 hatte ich meinen Lebensmittelpunkt in Budapest – auch beruflich. Habe 2006 Straßenschlachten erlebt, den Wahlbetrug und die Reaktion der EU und der Medien genau verfolgt. Nochmal: Aufklärung geht anders.
        Ich erhebe auch nicht den Anspruch, wie manche, alles beurteilen zu können. Aber von ausgewogener, intelligenter Berichterstattung sind die Medien in D entfernt. Ich unterstütze nicht Orbán, weil ich auch den nicht mag, sondern die gleichgeschalteten Medien mit Scheuklappen sind mein Thema. Es schockiert mich.

  14. Wie schön, dass manche soviel Zeit zur genauen Recherche im Netz haben. Ansonsten wären die Deutschen wirklich über die 8 Jahre unter MSZP in Ungarn schlecht informiert.
    Spiegel, Don Kichote und soweiter sind Garanten der Vielfalt und Wahrheit.

  15. Ich finde das passt doch irgendwie noch zur „rechten Gefahr“
    Hab ich gerade in der Budapester Zeitung gefunden und hat bei mir einen „aha“ efFekt ausgelöst!
    „Überraschend ist ferner, dass die Wähler anderer Parteien, zumal der sogenannten Volksparteien, in puncto Roma-Feindlichkeit den Jobbik-Wählern gar nicht so sehr hinterherhinken, wie sich vielleicht vermuten ließe. Knapp ein Drittel der Sympathisanten von MSZP (33 Pro­zent) und Fidesz (31 Prozent) ist Roma-feindlich. Selbst unter den Wählern der Ökopartei LMP liegt der Anteil derjenigen, die antiziganistisch eingestellt sind, bei rund einem Fünftel (21 Prozent). Diese Ergebnisse sind deshalb sehr interessant, weil diese Par­tei­en rassistische Ideen dezidiert ablehnen.“
    Na, da schau her, die MSZP Sympatisanten 33% !!! So rassistisch unterm demokratischen Deckmäntelchen?

    http://forvio.de/bz/?p=16093

  16. hier geht es ja zum teil recht (möchtegern) intellektuell zu 🙂
    zumindest hatte ich die zweifelhafte ehre als erster das Buch auf Amazon zu bewerten…
    Mal sehen ob es auch freigegeben wird…

  17. Cathrin Kahlweit rezensiert in der Süddeutschen Zeitung vom 7.1.2014 das Werk von Gelegs und Adrowitzer. Sie attestiert den Autoren Faktenreichtum und kann auch die Sympathie für das Anliegen der Autoren – Kritik an der Regierung Orbán – nicht verhehlen. Ich war aber durchaus positiv überrascht über die kritischen Worte Kahlweits gegenüber ihren Kollegen. Einige Auszüge:

    „Zwei ORF-Journalisten, der Ungarn-Korrespondent Ernst Gelegs und der Leiter des ORF-Korrespondentenbüros, Roland Adrowitzer, haben nun mit einem überaus kritischen, ja parteiischen Buch ein Resumee der vergangenen Jahre vorgelegt.“

    „Leider echauffieren sich die Autoren selbst so sehr über ihre Arbeitsergebnisse, dass sie diese mit stark wertenden, bisweilen infantilen Kommentaren versehen: „Dass Orbán mit solchen Enteignungsaktionen die Rechtssicherheit seines Landes gefährdet, ist dem Ministerpräsidenten herzlich egal!“, heißt es da, oder „Donnerwetter“ und „Jetzt schlägt’s aber dreizehn“. Die Journalisten, die ein detailliert recherchiertes und spannendes Buch geschrieben haben, entwerten ihre Arbeit auch durch Feststellungen, nach denen „Landwirtschaftsexperten“ falsche Zahlen publizierten; die richtigen jedoch reichen sie nicht nach: „Jeder, der sich nur am Rande mit Landwirtschaft in Ungarn beschäftigt, weiß, dass dies blanker Unsinn ist“, steht da stattdessen zu lesen.“

    „Doch dann stolpert man inmitten kluger Analysen über Formulierungen wie „Orban und seine Jünger“ – und wünscht sich, die zwei Autoren hätten allein die Fakten für sich sprechen lassen. Denn so viel ist klar: In Ungarn, wo Meinungsvielfalt immer weniger gilt und eine kleine Clique sich an den Töpfen der Macht auf längere Zeit eingerichtet hat, braucht es konsequente Aufklärung, Information und Opposition.“

    Richtig, es braucht Aufklärung und Information, das ist die Aufgabe von Journalisten. Ob diese immer bravourös erbracht wird, kann man jedoch getrost anzweifeln. Auch Kahlweit unterlaufen in ihrem Beitrag einige der (fast schon) üblichen Verzerrungen, sie merkt es wahrscheinlich gar nicht. Etwa dort, wo sie schreibt: „Demnach dürfen nur noch Ausländer größere Stücke Land kaufen, die in Ungarn leben und selbst Landwirtschaft betreiben, also keinen Boden verpachten oder ungarische Dienstnehmer beschäftigen“, dabei aber verschweigt, dass es in Österreich identische Regelungen gibt.

    Aber letztlich ist Kahlweit dafür zu danken, dass sie Gelegs und Adrowitzer vorhält, in ihrem Werk die Ebene der Sachlichkeit an zahlreichen Stellen zu verlassen. Ja, das Buch ist eine schriftstellerische Retourkutsche eines verletzten Korrespondenten namens Gelegs. Das nebenbei rein zufällig vor Weihnachten (Mammon…) und fünf Monate vor der Wahl erscheint…ob mit oder ohne Geld österreichischer Steuerzahler (das ORF-Symbol prangt auf dem Umschlag), weiß ich nicht.

    Wo wir bei „Opposition“ wären. Die ist eben nicht Aufgabe von Korrespondenten. Aber das interessiert weder den ORF noch die dpa. Und dass Marco Schicker im Pester Lloyd eine Lobeshymne auf Gelegs Buch verfasste, die von Kahlweit festgestellte Unsachlichkeit aber übersah, verwundert Leser des Lloyd wohl kaum.

    • Gegenüber der im Ansatz kritischen Frau Kahlweit findet Ralf Leonhard von der TAZ nur lobende Worte für Gelegs Buch.

      Ob die aktuelle Empfehlung was mit der Schlussphase des Wahlkampfes zu tun hat? Schließlich ist der Band vor etwa 6 Monaten erschienen.

      Wir lernen: Der „Faktenreichtum“ der Autoren entspricht, ebenso wie die (immerhin von Kahlweit kritisierte) Intonation des Buchs, dem von Ungarn-Korrespondenten gewünschten Stil.

      Ach, die TAZ hält den Band übrigens für ein „Sachbuch über Ungarns Rechtsextreme.“ Tatsächlich ist es weder ein Sachbuch, noch hat es Jobbik zum Thema.

      http://www.taz.de/!135334/

  18. Na endlich! Es tut sich was!
    So wie damals, zum Jahreswechsel 2010/11, eilen auch heute die Schreckensmeldungen über Ungarn den tatsächlichen Ereignissen voraus.
    „Auslandsbanken flüchten aus Ungarn“ titelte DiePresse aus Wien.
    „Hohe Verluste: Europas Banken fliehen aus Ungarn“ steht in dem Panikblatt des Herrn Dr. Michael Maier.
    Dr. Michael Maier? Richtig, das ist der hier: http://www.blogformgroup.com/team
    Apropos Mayer, in der Juninacht 1991, als der Krieg am Balkan ausbrach, besuchte Maier gerade rein zufällig den PEN-Club in Ljubljana. Wo Maier gerade ist, da geht jedesmal was los!

    Apropos Brückenkopf, Brückenköpfe dienen in der Regel als Ausgangsbasis für Kampfhandlungen. Sie werden mit der Zielsetzung errichtet, einen Raum zu schaffen, welcher ein sicheres Anlanden des Nachschubs und der Truppen ermöglicht.

    Was mir heute noch auffiel? Na die strategische Frage, die Frau Dr. Regula Stampfli, die schöne Metzgertochter aus dem Berner Arbeiterrevier heute der Schweiz gestellt hat: „Wo liegt Ungarn?“ http://www.news.ch/dschungelbuch/

    Es tut sich was! Die Jagdsaison ist eröffnet?

    (Fliehende Banken! Wo liegt Ungarn? Hohe Verluste!)
    Ende: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/20/H_Hoffmann_Struwwel_15.jpg

    Quellen:
    http://regulastaempfli.eu/
    http://de.wikisource.org/wiki/Der_Struwwelpeter/Die_Geschichte_vom_wilden_J%C3%A4ger
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/08/hohe-verluste-europas-banken-fliehen-aus-ungarn/
    http://www.uni-graz.at/communication/unizeit/archiv/vor1999/595/5-95-11.html
    http://www.dasgelbeforum.de.org/board_entry.php?id=242358
    http://de.wikipedia.org/wiki/Christine_Novakovi%C4%87
    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&ved=0CEEQFjAC&url=http%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fpolitik%2Fdeutschland%2F2010-03%2Funicredit-sed-vermoegen-urteil&ei=ntbNUr3gCYX_ygOKxYDYCQ&usg=AFQjCNEMzL1SUHXklLgllUpoxprlddPu1g&bvm=bv.58187178,d.bGQ
    http://bilder.sz-photo.de/sz/index.php?offer_id=883171

      • Im letzten Satz steht ein Komma zu viel: Als der Krieg am Balkan ausbrach war ersterer, war der Maier mit dem gemeinen „i“ im Namen gerade in Ljubljana zu Gast beim slowenischen P.E.N.-Club.

        Was für eine Nacht …
        E non dirmi che è già tardi
        Questo mondo gira in fretta
        Il fascismo sta tornando
        di Berlino e Vienna ai Balcani

        Lascia fare tutto al cuore,
        lascia dirgli le parole,
        lascia entrare
        questa nuova realtà.

  19. Dr. Michael Panik-Maier fantasierte gestern von einem Flüchtlingstreck westlicher Banken, die wegen hoher Verluste Ungarn kopfüber verlassen.
    Dagegen zeichnet Reuters Deutschland heute ein etwas anderes Bild von den Schwierigkeiten, die die Raiffeisen Bank International (RBI) momentan hat. Offensichtlich ist es ja gar nicht der Untergang des Abendlands in Puszta-Putins Gruselkammer Ungarn, der dem Geldinstitut mit Sitz in Wien, das Österreich und Zentral- und Osteuropa (CEE) als seinen Heimmarkt betrachtet, die Goldgräberestimmung vermasselt hat.

    http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEEA0804120140109

    A hazug Maiert hamarabb utolérik, mint a sánta kutyát, selbst wenn der RBI noch die UNGARN-TOCHTER AM BEIN hängt.

    Sachen gibt’s!

    • Zur Raiffeisenbank
      „Eine Besonderheit der Firma: Top-Funktionäre sitzen in Parlament und Landtagen, Kammern und Ministerien, Bundes- und Landesregierungen und können Raiffeisen relevante Gesetzesvorhaben vorbereiten und beschließen. Statt Lobbyismus wird der direkte Eingriff in die Beschlussvorgänge der repräsentativen Demokratie praktiziert. “

      Aus dem „Schwarzbuch Raiffeisen“
      Da wir gestern im Mutterland der Demokratie waren, konnen wir nicht widerstehen und haben uns die 3.erweiterte Auflage geleistet.

      http://www.mandelbaum.de/books/806/7457
      Schön, wenn man dann vom wesentlichen Ablenken kann und das Augenmerk auf Ungarn lenken!!
      Ist doch praktisch!

  20. Habe mich heute morgen zum Frühstück aber sehr amüsiert, Herr Herche. Danke für den Hinweis auf Regula Srämpfli. Unsinn in reinster Form. Was man Orbán alles so zutraut, obwohl sein Land doch angeblich fast am Boden liegt. Als wären die Probleme nicht in ganz Europa, der Brüsseler Bürokratie, in den Etagen der Banken oder den Köpfen gutgläubiger aber eigennütziger Konsumenten entstanden. Und verwundert es nicht, dass eben national Denkende eine Kehrtwende einleiten möchten, die das eigene Land vor Exzessen des freien Marktes schützt?

    … In zehn Jahren werden dann selbst die Schlafwandler unter den Politikern und Medienschaffenden mit Schrecken feststellen, dass es das Modell Europa als einzige demokratische und wohlfahrtsstaatliche Alternative zum totalitären Globalkapitalismus nicht mehr gibt und dass der Beginn des Zerfalls durchaus auch mit der von Brüssel nie gebändigten Machtergreifung Orbans in Ungarn zusammenfiel.

    Verbrüdert sich die Linke Stämpfli als Möchtegern EU-Mitglied mit den Banken? Zehn Orbáns könnten nicht das anrichten, was Raffeisen und Letzte-Bank mit ihrem Schweizer-Franken Kredit angerichtet haben – und natürlich MSZP/SZDSZ mit ihrem beinahe Staatsbankrott.

    Ausgerechnet Orbán mit dem „totalitären Globalkapitalismus“ in Verbnindung zu bringen, zeugt von einer dämlichen, ideologischen Borniertheit und Ahnungslosigkeit in Sachen Ungarn. Wunderbar.

    • Warum „Menschenaffen“, Dr. Mokus?
      „… In zehn Jahren werden dann selbst die Schlafwandler unter den Politikern und Menschenaffen mit Schrecken feststellen, … „
      Im Sprachgebrauch der untergegangenen DDR gab es für Menschenaffen das Ersatzwort „Kulturschaffende”. Vielleicht sollten wir in Analogie dazu diese Spezies besser „Medienschaffende” und nicht Menschenaffen nennen.
      Wobei, ja, ich gebe zu: Toutes les fois qu’on les pousse vers l’Association, l’idolâtrie ils y retombent en masse.
      Von daher können wir Menschenaffen auch stehen lassen. Menschenaffe oder Medienschaffende? Das ist – vor dem Hintergrund der Ungarnberichterstattung – seit 2010 eh dasselbe, könnte man meinen.

      • Herr Herche, vielleicht wäre „Medienaffen“ die korrektere Bezeichnung für jene, die sich für Schaffende in der Ungarnberichterstattung halten.
        Hochachtungsvoll
        Ihr Eichörnchen im Hamsterrad.

      • The Soviet Story ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008. Im Juli 2011 erschien eine deutschsprachige Fassung des Films beim Kopp Verlag auf DVD, nachdem sich hierfür drei Jahre lang kein Vertrieb im deutschsprachigen Europa gefunden hatte.
        Quelle: Wikipedia

        Irgendwann werden dann selbst die Schlafwandler unter den Politikern und die Medienaffinen mit Schrecken feststellen, dass …

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