1,9 Mio. Forint Schadensersatz wegen Polizeigewalt im Oktober 2006

Wie das Nachrichtenportal Index.hu heute berichtet, hat das Budapester Tafelgericht (Fövárosi Itélötábla) einem 73-jährigen Verletzten Schadenserstz in Höhe von 1,9 Mio. Forint (ca. 6.300 EUR), Zinsen für 7 Jahre sowie den Ersatz von 500.000 Forint an Rechtsverfolgungskosten zugesprochen. Der Kläger war während der Unruhen zum 50. Jahrestag des ungarischen Volksaufstands im Oktober 2006 von Polizeibeamten tätlich angegriffen und rechtswidrig festgenommen worden.

Der Kläger befand sich am 23. Oktober 2006 zwischen dem Budapester Deák-Platz und dem Astoria und führte eine große ungarische Fahne mit sich. Er soll sich, so sein Anwalt Tamás Gaudi-Nagy (der zugleich Abgeordneter der rechtsradikalen Jobbik-Partei im ungarischen Parlament ist), auf eine Polizeiabsperrung zubewegt haben. Die Polizisten hätten erst Anstalten gemacht, ihn passieren zu lassen, dann aber auf den zum Tatzeipunkt 66-Jährigen eingeschlagen, ihm die Flagge abgenommen und ihn festgenommen haben.

http://index.hu/belfold/2013/09/13/1_9_milliot_kapott_a_2006-os_tunteto/

Die gegenüber freidlichen Demonstranten verübte polizeiliche Gewalt im Herbst 2006 (es kam auch zu Gewaltexzessen rechtsradikaler Hoolgans) ist seit Jahren Thema kontroverser Diskussion in Ungarn. Der damalige Bürgermeister der Hauptstadt, Gábor Demszky (SZDSZ), hatte den Polizeipräsidenten Péter Gergényi trotz offensichtlicher Gewaltexzesse unter den Beamten, mit zwei Auszeichnungen („Orden für die öffentliche Sicherheit von Budapest“, „Orden für Verdienste um Budapest“) geehrt. Gergényi, der wegen der Polizeiaktionen öffentlich in der Kritik stand, muss sich, ebenso wie der damalige ungarische Polizeichef László Bene, ab 17. September vor Gericht verantworten.

http://index.hu/belfold/2013/08/03/birosag_ele_all_gergenyi_2006_miatt/

Advertisements

3 Kommentare zu “1,9 Mio. Forint Schadensersatz wegen Polizeigewalt im Oktober 2006

  1. Gábor Demszky (SZDSZ), hatte den Polizeipräsidenten Péter Gergényi trotz offensichtlicher Gewaltexzesse unter den Beamten, mit zwei Auszeichnungen (“Orden für die öffentliche Sicherheit von Budapest”, “Orden für Verdienste um Budapest”) geehrt.
    Findet man darüber eigentlich irgendwo einen Protest in den Gazetten von irgendwelchen dpa Korrespondenten oder sonstigen Ungarn-Kennern?
    Ich habe vergebens gesucht. Kann natürlich sein, es liegt an meiner Unfähigkeit zur Suche.

  2. Nein, denn im Westen hat man kein Interesse an der Wahrheit. Es gibt nur ein Ziel: Der Brocken Orbán muss weg. Die Geschichte wird einfach umgeschrieben. Die Vorgeschichte
    des Rechtsrucks wird einfach weggelassen, so wie es Buchstabenkünstler (Konrád, Heller, Lendvai..) fast täglich vormachen. Sie können ja gar nicht anders, die Ungarn-Kenner aus dem Westen: weil sie kein Ungarisch können, damals nicht dabei waren und ein festes Weltbild haben.
    Die Kritiker aus dem Westen nehmen sich so die Möglichkeit, auf Ungarn positiven Einfluss auszuüben! Vorgelebte Ignoranz statt Toleranz, Information und Fairness. So geht der Frieden in die Fritten. Schönes Wochenende!

    • Der Wessi hat die Wahl zwischen Pester Lloyd und Cholera. Darum wird er auch nix über die Ereignisse des Jahres 2006 erfahren. Demszky ist doch ein Guter. Bitte keine Unruhe in die Diskussion bringen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s