Das Wunder von Cserdi

László Bogdán ist parteiloser Bürgermeister der mehrheitlich von Zigeuner bewohnten Gemeinde Cserdi im ungarischen Komitat Baranya. Und er ist selbst Roma. Innerhalb von drei Jahren ist es dem Ort gelungen, unter seiner Führung vom „Rand des totalen Zusammenbruchs“ in eine Situation zu kommen, in der die Kriminalität faktisch nicht mehr existent ist, die Roma-Minderheit nicht mehr auf öffentliche Hilfen angewiesen ist, vielmehr selbst Bedürftigen Menschen hilft.

Um das zu erreichen, ergriff Bogdán unorthodoxe Mittel: So schloss er zum Beispiel die örtliche Kneipe oder nahm junge Roma mit zum Zuchthaus in Pécs, um ihnen zu demonstrieren, welches Leben auf sie warten würde, wenn sie straffällig würden. Und er ist – wie das unten verlinkte Video zeigt – ausgesprochen streng mit den Mitgliedern der eigenen Volksgruppe, wenn es um Fragen der Arbeitsmoral geht. Bogdán wörtlich: „Ich glaube nicht an eine Demokratie, die mir suggeriert, dass es mein Recht ist, öffentliche Hilfe zu verlangen, aber zugleich das Recht habe, mich der Arbeit zu verweigern“.

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte Bogdán auch klare Worte gegenüber der Mehrheitsbevölkerung gefunden: Diese müsse akzeptieren, dass die Roma-Minderheit nun einmal da sei und weiter wachsen werde. Keiner solle glauben, dass sich die Minderheit „in Luft auflösen“ werde.

Als erste seiner Amtshandlungen wurde die örtliche Kneipe geschlossen.

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14 Kommentare zu “Das Wunder von Cserdi

  1. Na, wie gut, dass es sich hier um die „Minderheit“ handelt.Ansonsten würde wohl beim Betrachten der HP von Cserdi / Képviselő-testület sofort der Verdacht von Posten“mutyi“ geäussert werden 😉

  2. Pingback: DRadio: Das Wunder von Cserdi – reloaded | Hungarian Voice - Ungarn News

  3. Ein sehr sehenswertes Gespräch zwischen dem Journalisten Zsolt Bayer (dem in der Vergangenheit öfter Antiziganismus vorgeworfen wurde) und dem Bürgermeister von Cserdi, László Bogdán:

  4. hungarianvoice und halász hatten die selbe idee und den gleichen eindruck und haben das gleiche Programm.
    Gratulation!
    Wie für die USA gilt auch für Ungarn: Die Menschen in diesem Land müssen noch einen weiten Weg zurücklegen, um Gyurcsány, Orbán und um diesen Hosenscheißer, Sunyi, den Kandidaten der russlandtreuen Linksfaschisten hinter sich zu lassen.

    Ich hätte da auch eine Idee, sicherlich wegen des Eindrucks, den Herr Bogdán auf mich macht, ich kann ihn mir gut als ungarischen Ministerpräsidenten vorstellen.
    Mit Obama als Präsidenten und Herrn Bogdán als Bürgermeister ist der Rassismus nicht aus der Welt. Aber der Anfang ist mit dem Tabubruch schon gemacht.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article142897867/Obama-hat-Nigger-gesagt.html

    • Bogdan as prime minister? You must be joking. He achieved something great in his village, it could be copied elsewhere, but he’s just a simple uneducated man with a strong sense of ethics and a talent for leadership. If his „method“ was introduced elsewhere by a non-Roma major, the major would be called an absolute racist.

  5. Na, wem interessiert schon der Inhalt des Interviews? Dem aufmerksamen Leser/Videobetrachter fällt doch viel mehr sofort auf :
    1.der Sender(EchoTV, dass dieses Interview im Jobbik TV Sender Echo TV geführt wurde spricht schon Bände.*)
    2.Zsolt Bayer (der geehrte Fäkal-Antisemit*)
    und dann
    unfassbar: a Mélymagyar! müsorban
    Nee, Leute, was ist denn das für ein Rassismus?
    Wenn ich jetzt ein Retter Ungarns wäre würde ich aber sooofort eine Abhandlung darüber schreiben, denn das lässt sich hervorragend ausschlachten, ist quasi eine auf dem Präsentierteller gelieferte Steilvorlage.
    also schnell ran an den Bleistift!

    *wo hab ich das nur gelesen??

  6. …nicht zum Thema gehörig:

    HV, möchten Sie nicht das Bild des ungarischen Parlamentsgebäudes durch eine aktuelle Ansicht ersetzen? Ist doch inzwischen alles wunderschön saniert worden. Würde die Optik der HV-Site etwas aufpeppen.

    p

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