Navracsics und Martonyi betonen Ungarns Mitverantwortung am Holocaust

Der stellvertretende ungarische Ministerpräsident Tibor Navracsics und Außenminister János Martonyi haben auf der in Budapest stattfindenden Konferenz „Jüdisches Leben und Antisemitismus im heutigen Europa“ die Mitschuld Ungarns am Holocaust betont.

In seiner am Dienstag gehaltenen Rede sprach Navracsics davon, das Land habe sich im Jahr 1990 der Tatsache gegenüber gesehen, dass der ungarische Staat sich gegen seine Mitbürger gestellt, sogar an ihrer Ermordung mitgewirkt habe. Diese Verantwortung müsse man akzeptieren. Ungarn habe aus der Vergangenheit gelernt und beschütze seine Bürger vor jenen, die Hass säten.

Am heutigen Mittwoch betonte Martonyi in der Abschlussrede, der ungarische Holocaust sei das größte nationale Trauma, denn er sei von Ungarn gegen Ungarn verübt worden. Und weiter: „Wir erkennen die Verantwortung an.“

Die zweitägige Konferenz, die vom Tom Lantos Institut organisiert wurde, fand im ungarischen Parlamentsgebäude statt. Als Eröffnungsredner war ursprünglich Ministerpräsident Viktor Orbán angekündigt, der jedoch wegen einer Verletzung ausfiel.