Béla Biszku angeklagt

Der ehemalige Innenminister der Volksrepublik Ungarn, Béla Biszku, wurde von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Budapest wegen seiner Beteiligung an der Erschießung von 51 Personen im Zuge der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstands im Jahr 1956 angeklagt. Biszku, der zum inneren Führungskreis der Regierung gehörte, wird Anstiftung vorgeworfen.

http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Ex-Innenminister-wegen-Kriegsverbrechen-in-Ungarn-1956-angeklagt-1079208825

http://www.zeit.de/news/2013-10/16/ungarn-ex-innenminister-wegen-kriegsverbrechen-in-ungarn-1956-angeklagt-16192405

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4 Kommentare zu “Béla Biszku angeklagt

  1. Wieso „Kriegsverbrechen“? Setzt so etwas nicht einen Krieg voraus? Bislang wurden die Ereignisse von 1956 mit Begriffen wie „Aufstand“ oder „Revolution“ charakterisiert. Wieso dann „Krieg“ und wer kämpfte dann (gleichberechtigt) gegen wen?
    (Ja, ich weiß, es gibt ein Buch über 1956, in dem der Aufstand als erster „Krieg im sowjetischen Machtbereich unter kommunistischen Ländern“ genannt wird. Doch hat sich diese Deutung meines Wissens in der Wissenschaft nicht durchgesetzt.)

    • Vielleicht war es ja ein Bürgerkrieg. Oder meint die marxistische Geschichtsschreibung, es gab zu wenig Tote, kaum Flüchtlinge? Alles nicht der Rede wert?

      „Ein Bürgerkrieg ist ein bewaffneter Konflikt auf dem Gebiet eines einzigen Staates zwischen mehreren inländischen Gruppen, häufig mit Einwirkung ausländischer Mächte“
      (in: Schindler, Staatslexikon, Spalte 1050)

      Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg

    • Nagy erklärte am 1. November die Neutralität Ungarns und dessen Austritt aus dem Warschauer Pakt. Damit ließe sich die anschließende Intervention als Krieg zwischen Ungarn und der Sowjetunion begreifen. Das Ende dieses Krieges wäre dann schwierig zu terminieren. HV weis vielleicht, ob dies aus juristischer Sicht (Völkerrecht…) so korrekt ist oder ob man so einfach einen einem Kriegsverbrechen gleichwertigen Vorgang annehmen kann.

  2. Ich weiß nicht, was die marx. Geschichtsschreibung meint. Ich weiß nur, dass gerade wenn es um juristische Tatbestände geht, diese sehr gut und fein definiert werden. Bestimmt gibt es auch eine gut ausgearbeitete Definition für „Kriegsverbrechen“, die evtl. auf die Taten Biszkus i.J. 56 passt. Meinetwegen. Ich wollte nur meiner Verwunderung ob der Begriffsverwendung Ausdruck verleihen. Schließlich will man ihn jener Verbrechen überführen, dann sollten ja wenigstens die entsprechenden Zustände vorgeherrscht haben. Ich finde, es wäre einfacher gewesen, hätten man ihn der Verbrechen gegen die Menschlichkeit/Menschenwürde angeklagt.

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