DW fragt: “ Wie frei ist die Presse in Ungarn?“

Die aus öffentlichen Mittel finanzierte Deutsche Welle brachte diese Woche einen Beitrag unter dem Titel „Wie frei ist die Presse in Ungarn?“ der Autorin Ricarda Otte.

http://www.dw.de/wie-frei-ist-die-presse-in-ungarn/a-17174539

Der Artikel beginnt, gleich einer Beethoven-Sinfonie, kraftvoll:

Der Moderator Attila Mong war der Erste, der vor knapp drei Jahren auf das neue Mediengesetz der ungarischen Regierung reagierte: Es besagte, dass künftig eine Kontrollbehörde, deren Mitarbeiter der Regierungspartei angehören, die Medien beaufsichtigen solle. Gegen diese Einschränkung der Pressefreiheit protestierte der Moderator Attila Mong am Morgen des 21. Dezember 2010 in seiner Radiosendung beim staatlichen Sender Kossuth Rádió mit einer Schweigeminute. Man hatte ihm verboten, das neue Gesetz zu kommentieren. Noch am selben Tag wurde er gefeuert.

Fast drei Jahre sind eine lange Zeit. Zeit, ein wenig auf das scheinbar Wichtige zu fokussieren und die Ereignisse in einem Licht darzustellen, wie es der Narrative, aber weniger als den vergangenen Ereignissen entspricht? Vielleicht.

Denn Attila Mong, der mit seiner Schweigeminute gegen das Mediengesetz Ungarns protestierte, wurde nicht „am selben Tag gefeuert“. Eigentlich wurde er gar nicht gefeuert, was im Volksmund „entlassen“ heißt. Mong wurde, was kritikwürdig (aber für Frau Otte offenbar nicht furchterregend) genug ist, vom Dienst suspendiert und ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet. Dieses Verfahren wurde später eingestellt, Mong verließ dennoch – aus freien Stücken – den Sender und ist nun als investigativer Journalist tätig. Der Unterschied zwischen Dichtung und Wahrheit entspricht also bei DW jenem zwischen Entlassung und einer Kündigung. Alles im Namen der freien Presse, versteht sich. Und einer Zeit, in der man keine Zeit zu haben scheint, seine Zeit mit Recherche zu vergeuden.

Nach Auffassung Mongs soll das Mediengesetz repressiv und „antidemokratisch“ sein. Konkrete Argumente nennt er den DW-Lesern jedoch nicht. Die Entlassungswelle im öffentlichen Rundfunk gab es zwar wirklich, doch hatten diese weniger mit dem Mediengesetz zu tun als mit einer Kombination aus ökonomisch sinnvoller Kosteneinsparung, gepaart mit der Fortführung einer kritikwürdigen ungarischen Tradition, den Staatsfunk nach einem Regierungswechsel postwendend von den Anhängern der anderen Seite zu „säubern“. Gesehen 1994, 1998, 2002 und 2010. Beiträge der DW über die Entlassungswellen im öffentlichen und kulturellen Bereich im Jahr 2002 sind übrigens nicht überliefert…

Gedenken wir nun, in Tränen freilich, des Schicksals des MSZP-nahen (uups: natürlich „unabhängigen“) Radiosenders Klubradio, jenes Senders, der guten Grund hat, im Falle eines Wahlerfolges der Linksopposition auf die Rückkehr an die Fleischtöpfe zu hoffen. Weiß DW, dass der Chef dieser vermeintlich letzten Bastion der freien Presse in Ungarn, gerade einen seiner Moderatoren (Gábor Kuncze) aus dem Programm genommen hat, weil er – zugleich Politiker – zu offen Position gegen das Bündnis von MSZP und Együtt 2014-PM Partei bezogen hat? Ist das die freie Presse, die wir uns wünschen?

Die Hörer von Klubrádio, dessen Macher seit 2010 Flüge nach Brüssel unternahmen (György Bolgár und András Arató) und sich beim ORF ausheulen durften (Júlia Váradi), hatten, was den DW-Lesern ebenfalls nicht mitgeteilt wird, schon vor 2010 das Urteil über den Sender gesprochen: Bereits damals gab es finanzielle Probleme und das Programm war mit fortwährenden Spendenaufrufen durchzogen. 2009 erzielte der Sender bei Einnahmen von 702 Mio. Forint einen Verlust von 184 Mio. Forint.

Wenden wir uns dem zweiten Ankläger zu: Stephan Ozsváth. Der berichtet von gegen ihn gerichteten

Diffamierungskampagnen in den ungarischen Medien. Dort stellten sich dann Staatssekretäre ins Fernsehen, nannten unsere Namen und erzählten Unsinn über uns. Dazu gab es Shitstorm-Kampagnen im Netz, die so massiv waren, dass ich nicht glaube, dass das nur spontane Äußerungen von Einzelnen waren.“

Von was spricht Ozsváth? Der Leser erfährt nicht bei DW, sondern hier. Als Reaktion auf einen Beitrag Ozsváths im öffentlich-rechtlichen deutschen Rundfunk, in dem er die ungarische Regierung als „Räuberbande“ und Premier Viktor Orbán als ihren Anführer bezeichnet hatte, wurde der für internationale Kommunikation zuständige Staatssekretär Ferenc Kumin vom (regierungsnahen) privaten Nachrichtensender HírTV eingeladen, um diesen journalistischen Amoklauf zu kommentieren.

In diesem Interview bezeichnete Kumin Ozsváth als Journalisten mit Sympathien für die Linke. Ist das in Anbetracht der Beiträge Ozsváths Unsinn? Es war Ozsváth, der hier im Blog darüber phantasierte, von Kumin als „linksradikal“ bezeichnet worden zu sein. Vor diesem Hintergrund sollte er mit nebulösen Attacken, jemand würde „Unsinn“ erzählen, etwas vorsichtiger sein.

Auch die weiteren Ausführungen zu Strafen, die von der Medienbehörde verhängt werden können, müssen im DW-Beitrag ohne Details auskommen. Was konkret bemängelt Ozsváth? Was genau hat sich „in der Praxis“ wenig verändert? Etwa die Tatsache, dass kein Mitglied der Orbán’schen „Räuberbande“ mit Ozsváth ein offenes Pressegespräch führen möchte? Das wäre in etwa die selbe Überraschung wie die Verweigerungshaltung von Kanzler Gerhard Schröder, gegenüber der Bild-Zeitung. Wer möchte schon mit Journalisten sprechen, die Druck auf jene Regierung herbeisehnen, über deren Arbeit sie kritisch, aber möglichst unbefangen berichten sollen?

Ein Qualitätsmerkmal freier Presse sollte es sein, die Quellen kritisch zu be- und zu hinterfragen. Selbst wenn es sich um Journalisten handelt. Dem wird der DW-Beitrag leider ebensowenig gerecht wie viele Beiträge des ungarischen Staatsrundfunks. anders gesagt: Um die Leser mit Halbwahrheiten zu füttern, braucht das eine oder andere deutschsprachige Medium noch nicht einmal ein Mediengesetz.

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16 Kommentare zu “DW fragt: “ Wie frei ist die Presse in Ungarn?“

  1. „… um die Leser mit Halbwahrheiten zu füttern …“

    Genau!

    Und weil dem Deutschen seine kognitive Verzerrungen lieb und teuer sind, brauchts halt der ständigen Affenfütterung mit Convenience Food aus den Öffentlich-rechtlichen Anstalten. .
    (Was mich aber wirklich ärgert, ist die Ungerechtigkeit, die im Kampf um die Ressourcen herrscht. Mir werden von den Öffentlich-rechtlichen und den Rosa-Luxemburg Finanzierten Ozsváth, Pfeifer und ein paar Anonymlinge kredenzt, während die National Security Agency unmittelbaren Zugriff auf Putins Handy hat.)

    Was ja auch kein Wunder ist.

    • Danke für den Link, leider enthält er aber inhaltliche Fehler.

      „Die Ungarn in Rumänien nennen sich selbst „Szekler“ und ihre Heimat das „Szeklerland“.“
      Nicht alle Ungarn in Rumänien, noch nicht einmal alle Ungarn in Siebenbürgen, sind Székler. Außerdem ist Székler keine bloße Eigenbezeichnung.

      „Dieses „Szeklerland“, eine verarmte Region im rumänischen Siebenbürgen oder auch Transsilvanien, ist das Hauptsiedlungsgebiet der Minderheit von geschätzt 1,2 Millionen Magyaren und dafür wollen sie eine Selbstverwaltung erreichen.“
      „Die Minderheit“ bezieht sich offenbar wiederrum auf die Székler, die aber laut Wikipedia „nur“ knapp 700.000 Seelen zählen. Die Wikipedia gibt die Zahl der Ungarn in Rumänien mit 1,4 Mio. an, Stand 2002. Die 1,2 Mio. – so vermute ich – bezieht sich also auf alle Ungarn in Rumänien einschließlich der Székler. Ich schätze das ist die aktuelle Zahl laut dem letzten Zensus – nebenbei bemerkt bedeutet das einen Rückgang von 1/7 innerhalb von 10 Jahren, was ich bedenklich finde.

      Schon der Titel ist fragwürdig:
      „Massenaufmärsche für Autonomie der Ungarn im rumänischen Siebenbürgen“
      Bislang ging es vorallem um Autonomie für die Székler, keinesfalls für alle Ungarn, so auch gestern. Obwohl mittlerweile auch vom Partium die Rede ist.

      Unterm Strich finde ich, dass wieder jemand sein ganzes Fachwissen unter Beweis gestellt hat… Aber immerhin hören wir hier in Deutschland überhaupt etwas über die Demo.

  2. Auch der bekannte ungarische Journalist Lovas beanstandet die Schreibweise seiner ausländischen Kollegen.
    Der Brüsseler Korrespondent ( „Magyar Nemzet“) István Lovas schrieb einen offenen Brief and die ausländischen Kollegen in Budapest, der wieder einmal zeigt, wie treffend die Bemerkung Buffons ist: Le style est l’homme meme
    http://hvg.hu/itthon/20131029_lovas_kulfoldi_tudositok

    • István Lovas hat sie nicht alle, das ist doch hinreichend bekannt. Weshalb er auch nicht mehr Ernst genommen wird. Buffon hat in diesem Fall Recht, das schließt Kritik an „ausländischen Kollegen“ aber nicht aus.
      Das Thema hatten wir hier übrigens in der Diskussion schon vor Tagen. Anlass war, dass der ARD-Korrespondent Stephan Ozsváth in einem Blog-Beitrag behauptet hatte, Lovas lobe Kálnoky in seinem Pamphlet für dessen Bericht über Csanád Szegedi. Dabei beschimpft er ihn wüst…

      • Warum beschäftigt „Magyar Nemzet“ einen Korrespondenten in Bruxelles, der „sie nicht alle“ hat?

      • Welchen Sinn hat Ihre Frage? Die müssten Sie schon der Chefredaktion stellen. Oder hat Viktor Orbán persönlich die Finger im Spiel? 😀
        Ich kann die Ausfälle von Lovas nicht anders deuten. Der spinnt.

  3. Nun ist das wohl momentan „in“ sich im Ton zu vergreifen.Es kommt lediglich darauf an aus welchem „bolond lyukból bolond szél fúj “
    Danach richtet sich dann, ob es aufgebauscht wird oder ob man es „wohlwollend“ zur Kenntnis nimmt.MIR fällt da ganz spontan wieder der niveauvolle Ausspruch einer stellv. Chefredakteurin!! ein.

  4. Sehr geehrter Herr Dr. P. ,

    ich muss leider n Ihren Propaganda-Furor grätschen, denn Sie verbreiten hier „Halbwahrheiten“, bzw. falsche Tatsachen. Hier ein paar Präzisierungen:

    1. Attila Mongs Vertrag mit dem ungarischen Radio wurde nicht verlängert. Wie Sie wissen, ist das derzeit in Ungarn eine durchaus übliche Methode, sich unliebsamer Figuren zu entledigen. (s.Robert Alföldi u.a.) Attila Mong sagte mir aber auch, dass er „keine Chance gehabt hätte, jemals wieder ans Mikrophon zurück zu kehren“. Insofern ist das „Verlassen aus freien Stücken“ eine sehr eigenwillige Interpretation Ihrerseits. Sein Redakteur Zsolt Bogár übrigens wurde gefeuert.

    2. Sie greifen auch mich an, nicht nur die DW-Autorin Ricarda Otte. Da Sie ja Ihren Lesern versprechen, in Ihrem Blog zu erfahren, von was ich spreche, tue ich das lieber selbst als verzerrt aus Ihrem Munde. Ich kann mich nicht erinnern, Ihnen ein Mandat dafür erteilt zu haben.

    Es ist keineswegs eine „nebulöse Attacke“, wenn ich sage, dass Ferenc Kumin „Unsinn“ erzählt: Er hat z.B. behauptet, WDR 5 werde von einer kleinen Anzahl Leuten gehört, kaum messbar. Fakt ist: Es sind 600.000 Hörer. Ein großer Unterschied, finden Sie nicht ? Er hat auch behauptet, ich hätte keine Beziehungen mehr zu Ungarn, könne nicht einmal mehr Ungarisch. Weder das eine, noch das andere stimmt. Ich kann mich mit meinen Gesprächspartnern (übrigens auch Botschafter, Staatssekretäre, Minister) sehr gut auf Ungarisch verständigen.

    Ferenc Kumin hat auch in einem weiteren Fernseh-Interview behauptet, deutsche Journalisten seien die Erfüllungsgehilfen der deutschen Unternehmen, die in Ungarn nicht zum Zuge kämen. Dümmer geht’s nimmer, vulgo: Unsinn. Vor diesem denkwürdigen Auftritt wurde ein Interview mit dem Wiener ARD-Studioleiter Fernsehen gesendet, das so geschnitten war, dass von der ursprünglichen Aussage wenig übrig blieb. Auf die Frage, nach welchen Kriterien das ARD-Fernsehen Gesprächspartner aussucht, hat Thomas Morawski nämlich ursprünglich geantwortet, „wir versuchen, Gesprächspartner zu finden, die in der Originalsprache mit uns reden. Aber wir freuen uns, wenn wir welche finden, die Deutsch oder Englisch sprechen“. Der zweite Teil der Antwort wurde gesendet. Seriös ist anders.

    3. Sie fragen, was „genau sich in der Praxis wenig verändert hat“ und münzen die Aussage auf mich. Offenbar lernt man in einer Bank und in internationalen Anwaltssozietäten in Budapest nicht, Texte richtig zu lesen. Nur so kann ich mir erklären, dass Sie den Unterschied zwischen einem Zitat und einem Autorentext, der nicht in indirekte Rede gesetzt ist, nicht erkennen. Habe ich nie gesagt, worauf Sie Ihre Anklage aufbauen.

    Im weiteren versuchen Sie Ihren Lesern hier eine „Tatsache“ unterzujubeln, die keine ist: „Nämlich, dass kein Mitglied der Orbán´schen ´Räuberbande´ mit Ozsváth ein offenes Pressegespräch führen möchte ?“ Wie gesagt: Staatssekretäre, Minister Botschafter u.a. sind meine Gesprächspartner. Wenn hier jemand „phantasiert“, dann Sie, Herr Dr. P.

    Was ich der DW im Interview auch gesagt habe, was aber nicht veröffentlicht wurde: Wie ungarische Landsmannschaften eingespannt werden (denen Sie ja auch verbunden sind), um Druck auf uns Berichterstatter zu machen. Beim WDR füllt die entsprechende Korrespondenz einen Aktenordner. In einem Brief des BUOD-Mitglieds Andreas Egerváry an die ehemalige WDR-Intendantin Piel fordert er: Sie solle „Ihre Führungsfunktion mehr ausüben“. Tätig geworden ist man übrigens auf den Tipp eines Fidesz-Mitglieds aus Budapest hin. Bei Reporter ohne Grenzen hieß es dazu, „so ein Vorgehen kennen wir sonst aus zentralasiatischen Ländern“.

    4. Sie schreiben, ich sehnte mir Druck auf jene Regierung herbei.. über die ich möglichst unbefangen berichten soll. Ja, politischen Druck von Seiten der EU. Denn als EU-Bürger bin ich der Meinung, dass ein Club-Mitglied auch die Spielregeln des Clubs einhalten sollte. Und die verletzt ja die aktuelle ungarische Regierung immer wieder, wie zahlreiche Interventionen von EU-Kommission und Gerichtshof belegen.

    Also: Kommen Sie mal von Ihrem hohen Ross herunter, Herr Dr. P. und führen Sie die „sachliche Diskussion“, die Sie Ihren Lesern hier vollmundig versprechen.

    Stephan Ozsváth

    • Werter Herr Ozsváth,

      Tatsache ist, dass Sie wahrheitswidrig behauptet hatten, Kumin hätte Sie als Linksradikalen bezeichnet. Seinerzeit waren Sie hier, als die Nachfrage kam, wann er das gesagt haben soll, plötzlich verschwunden…

      Was den „Furor“ angeht, so mögen sich die Leser davon überzeugen, wie Ihr Beitrag zur „Räuberbande“ zu sehen ist.

      Auch die Aussage, Mong sei „am selben Tag gefeuert“ worden, stimmt nicht. Da helfen auch viele schöne Worte nicht weiter. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Mong, dessen Arbeit für átlátszó ich schätze, das so gesagt hat. Womit die Frage bleibt, ob das von Ihnen oder von Frau Otte kam.

      Ich gebe Ihnen einen Rat, wenn Sie erlauben: sobald Sie und Ihre Kollegen zur Sachlichkeit zurückkehren und aufhören, sich als Retter der Enterbten zu gerieren, werde ich aufhören, Fehler und Verzerrungen in den Berichten zu kritisieren. Für Journalisten, die für ihre Recherche und für ihre Beiträge – anders als ich – bezahlt werden (noch dazu aus Zwangsabgaben!), kann man etwas mehr Sorgfalt erwarten.

      Ihren kleinen Seitenhieb gegen Kálnoky finde ich putzig. Viel Sinn, außer seine Sachkunde in Frage zu stellen, hatte der nämlich nicht. Hohes Ross? So viel zum „Furor“ und zur Sachlichkeit, die Sie gerade anmahnten…:-)

      Und erzählen Sie jetzt bitte nicht, ich hielte Sie für linksradikal und einen Vaterlandsverräter. Das habe ich nicht gesagt und nicht gedacht.

      Einen schönen Tag.

    • Nun Herr O.
      etl. wäre es nicht unangebracht, mal darüber nachzudenken, ob die Leser dieses Blogs nicht evtl. doch zufälligerweise selber in der Lage sich ein eigenes Urteil zu bilden??? trotz „Propaganda“ von HV
      In einem muss ich Ihnen allerdings zustimmen:ies st das derzeit in Ungarn eine durchaus übliche Methode, sich unliebsamer Figuren zu entledigen. siehe letztens Klubradio
      (aber das ist sicher etwas anderes 😉 )
      Zum Thema Medienfreiheit fällt mir gerade noch (ich musste mich da schon sehr anstrengen mit dem Denken) ein, dass
      wenn es -wie man doch immer behauptet ,hier im Land keine Medienfreiheit gibt, wieso dann gestern Mesterhazy , Heller (um nur einige zu nennen) im sog. regierungstreuen königlichen TV ihre Meinung kundtun durften??
      Komisch, oder??

      http://mno.hu/magyarorszageloben/a-magyar-politikai-rendszer-kritikaja-atlepte-a-hatarokat-1193102

    • Ist doch mal eine klare Aussage:
      Ozsvát ist gegenüber der amtierenden ungarischen Regierung politisch voreingenommen. Als ARD-Korrespondent gibt er seine eigene Tendenz mit dem Ziel zu erkennen, die EU gegen Orbán zu instrumentalisieren, was als Verletzung des Modells der Gewaltenteilung und des Demokratieprinzips gesehen werden muss. Dümmer geht nimmer.
      Weil es noch andere Publikative als die ARD gibt. Und auf die hat er nicht einmal als NLP-Trainer Einfluss.

      (Anfrage an Herrn Ozsvát:
      Im Zusammenhang mit der Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit, der Nachfolgeorganisation des Ministeriums für Staatssicherheit, stellte die Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit am 1. März 1990 ihre Lehr- und Forschungstätigkeit ein. In wessen Besitz gerieten damals die Werke Richard Bandlers und Robert Dilts, die seit den 70-Jahren in der Hochschulbibliothek verfügbar waren?)

    • Sehr geehrter Herr Ozsváth,

      Alföldis Vertrag ist im Frühling dieses Jahres ausgelaufen: danach wurde ein neuer Leiter des Nationaltheaters ernannt.

      Ein ganz normaler Vorgang.

      Erinnern Sie sich an Jordán Tamás? Der war von 2003 bis 2008 Leiter des Nationaltheaters. Danach kam mit Alföldi ein weiterer MSZP-Liebling, nun ist eben mal ein anderer am Ruder. Wer daraus einen Kulturkampf ableiten will, schießt meiner Meinung nach in die falsche Richtung.

      Der folgende Satz aber stimmt mich nachdenklich:

      „Denn als EU-Bürger bin ich der Meinung, dass ein Club-Mitglied auch die Spielregeln des Clubs einhalten sollte.“

      Au weia, ein EU-Bürger – mir schwant Übles.

      Gerade die EU hat vor nicht allzu langer Zeit das Recht auf Privateigentum bei der willkürlichen angeordneten Plünderung privater Bankkonten in Zypern mit Füßen getreten.

      Wenn Frankreich den Zigeunerterror leid ist, nicht lange fackelt und sie zu zehntausenden einfach abschiebt, heißt es, das sei ein innenpolitisches Thema Frankreichs.

      Wenn Ungarn der Misere der ausufernden Sozialhilfezahlungen ein Ende macht und diese nur noch gegen Arbeit gewährt (auch wenn es sich dabei oft um „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ handelt), sprechen die unvoreingenommenen und edlen deutschen EU-Bürger von „Zwangsarbeit für Zigeuner.“

      Muss der „Club“ nicht erstmal seine eigenen Regeln einhalten, Herr Ozsváth?

      Geben wir uns keinen Illusionen hin: wenn ein kleiner Nationalstaat wie Ungarn gegen die despotische Gleichschaltungswalze namens EU ankämpft, finde ich das mehr als begrüßenswert.

      Für die kapitalschwachen Kleinstaaten der EU sind brave „EU-Bürger“ und „gute Europäer“ (was für irreführende Bezeichnungen …) eine tödliche Gefahr, da sie es sind, die die Selbstaufgabe ihres Landes „Vertiefung der Integration“ nennen, im Ausverkauf der staatlichen Unternehmen den „gesunden Wettbewerb“ erkennen und die Verbreitung ausländischer Banken in ihrem Land (natürlich handelt es sich dabei ausschließlich um zur Ausbeutung freigegebene Länder: Ungarn, Polen, Litauen, die Slowakei usw.) als „Zeichen der Demokratisierung“ ansehen. All dies haben wir in Ungarn seit 1990 erlebt.

      Zur Frage „Wie frei ist die Presse in Ungarn?“

      Herr Ozsváth, Frau Otte: so frei oder unfrei wie sie in Deutschland ist.

      MfG
      P. R.

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