Überläufer: MSZP-Mitglieder von Ásotthalom treten in DK ein

Die neun Mitglieder der örtlichen MSZP (Ungarische Sozialistische Partei) in der südungarischen Gemeinde Ásotthalom (4.000 Einwohner, Komitat Csongrád) sind geschlossen zur Partei Demokratische Koalition (DK) des ehemaligen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány übergelaufen.

Die Austritte sind zwar zahlenmäßig zu vernachlässigen, sollten derartige Aktionen jedoch Schule machen, könnte dies weitere Unruhe in die ohnehin fragile Kooperation innerhalb der Linksopposition bringen. Die MSZP-Parteiführung um Attila Mesterházy hat sich im Oktober auf ein Wahlbündnis mit der Partei Együtt 2014 – PM um Ex-Premier Gordon Bajnai geeinigt und Gespräche mit der DK für beendet erklärt. Gyurcsány tritt für ein breiteres Bündnis ein. Keinesfalls ohne Eigennutz: Dies ist derzeit die einzige realistische Chance, seiner schwächelnder Gruppierung im Jahr 2014 den Einzug ins Parlament zu sichern. Hierbei stellte er jedoch derart hohe Forderungen und provozierte (zuletzt auf einer gemeinsamen Veranstaltung am 23. Oktober 2013) die Mitstreiter durch die indirekte Forderung, einem neuen Kandidaten (d.h. ihm selbst) die Führungsrolle einzuräumen.

Die Austritte zeigen nicht nur, dass das „enge“ Zweierbündnis mit E2014-PM keinesfalls allen Mitgliedern gefällt, sondern auch, dass Gyurcsány seine Agenda, um jeden Preis zu wachsen und eine „kritische Masse“ zu bilden, an der man nach der Wahl 2014 nicht vorbeikommt, auch auf Kosten der Linksopposition verfolgt. Die verbreitete Auffassung, nur ein übergreifendes Bündnis könne den haushoch führenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán bei der Wahl 2014 besiegen, befeuert diese Strategie. Die Situation in der Opposition scheint somit – trotz des riesigen Potenzials im Lager der Unentschlossenen und Nichtwähler – alles andere als stabil.

http://index.hu/belfold/2013/11/14/asotthalom_mszp-sei_atalltak_gyurcsanyhoz/

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5 Kommentare zu “Überläufer: MSZP-Mitglieder von Ásotthalom treten in DK ein

  1. Wie Index.hu berichtet, wird ein „alter Bekannter“ Bürgermeister von Ásotthalom: László Toroczkai, Vorsitzender der rechtsextremen Bewegung „64 Burgkomitate“, wurde heute gewählt. Toroczkai wurde als einer der Anführer der im Jahr 2006 gegen das Gebäude des ungarischen Staatsfernsehens gerichteten Unruhen bekannt. Damals wurden einige Polizisten verletzt, es entstand erheblicher Sachschaden.

    Das Absurde: Laut Index unterstützten die ortsansässigen Mitglieder der sich stets antifaschistisch gebenden Gyurcsány-Partei Demokratische Koalition (DK) die Wahl Toroczkais. Dieser sei für den Wandel eingetreten, sie hätten das unterstützt.

    http://index.hu/belfold/2013/12/15/toroczkai_laszlo_polgarmester_lett/

      • Warum, wieso stellt Olga so viele Fragen und verdreht dabei ständig die Augen? Volker Bouffier hat ihre Fragen doch schon längst beantwortet: „Demokraten müssen untereinander immer gesprächsfähig sein.” Und wäre Roland Kochs ehemaliger Innenminister Ungar oder sogar Mitglied in Gyurcsánys Partei der Demokratischen Koalitionen, dann hätte er Olga antworten können:
        Demokraten müssen untereinander immer austauschbar sein und auch mit Nazis koalieren können.
        Ich finde, man tut den gyurcsánytreuen Sozialisten aus Ásotthalom jetzt wirklich Unrecht. Da wächst doch nur zusammen, was in Ungarn schon immer zusammengehört hat. Wie anders ließen sich denn all die in Orbán personifizierten und von Hans-Henning Paetzke aufgelisteten Subspezies Adolf Hitler, Helmut Kohl, Norbert Blüm, Kanzlerin Merkel, Stasichef Erich Mielke oder János Kádár von den freizügig ihre Brüste zeigenden »Zigeunerinnen«, Bettlern, Obdachlosen, Atheisten, Kirchgängern, Parteifunktionären, Wirtschaftskapitänen und Geheimpolizisten, von kapitalkräftigen Unternehmern, Mietern, Wohnungseigentümern, emsigen Bau- und Landarbeitern, Arbeits- oder Obdachlosen, Schwarzarbeitern, Liberalen, die als Synonym für Juden stehen, wie anders ließe sich das in Viktor Orbán personifizierte Böse von den Schwächsten der Schwachen bekämpfen?
        http://www.spex.de/2013/12/16/viktor-orbans-ungarn-das-marchen-von-der-nation/

        Ich kann Olga Kálmáns Augendreherei einfach nicht verstehen. Ásotthalom hat letztendlich doch nur einen Glaubwürdigkeitsbeweis mehr für Ferenc la Pucelle geliefert, der im demokratischen Koalitionskrieg gegen den bösen Viktor die Oberherrschaft über Ungarn erringen soll. Es zählt nicht, wieviel Schwachsinnige gegen Viktor den Bösen zu Felde ziehen. Es zählt nur der Sieg über Viktor Orbáns Märchen von der ungarischen Nation. Den zu erringen, sind alle Mittel recht.
        Olga soll nicht so tun, als wäre sie Gyurcsánys Jungfrau.

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