Győr: Wie ein Verkehrsunfall zu einer antisemitischen Straftat wurde

Die vergangenen 48 Stunden boten ein Musterbeispiel dafür, wie eine im Bezug auf Ungarn negative und vorurteilsbehaftete Grundstimmung, kombiniert mit dem journalistischen Prinzip „Flüsterpost“, dafür sorgt, aus einem alltäglichen Verkehrsunfall eine antisemitisch motivierte Straftat werden zu lassen. Ungarn-Berichterstattung der Deutschen Presseagentur (dpa) im Jahr 2013…

Was war geschehen? Gestern berichteten u.a. Spiegel Online, Die Presse und die Neue Zürcher Zeitung unter Abdruck einer dpa-Meldung darüber, dass die nahe eines Vororts der westungarischen Stadt Györ stehende, im Jahr 1980 eingeweihte Granitstatue des ungarischen Lyrikers Miklós Radnóti zerstört worden sei. Radnóti war Jude und wurde am 9. November 1944 auf einem der sog. „Todesmärsche“ von ungarischen Nazis ermordet. Die Statue, eine Schöpfung des Künstlers Miklós Melocco, steht am Ort des Verbrechens.

Der Spiegel titelte: „Ungarn: Denkmal des jüdischen Dichters Radnoti zerstört

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ungarn-denkmal-des-juedischen-dichters-radnoti-zerstoert-a-934173.html

Im Beitrag erfährt der Leser Folgendes:

Budapest – Am Rand der westungarischen Stadt Györ haben unbekannte Täter das Denkmal des jüdischen Schriftstellers Miklos Radnoti dem Erdboden gleich gemacht. Die Täter rammten die Statue mit einem Fahrzeug. Daraufhin stürzte sie um und zerbrach in mehrere Teile. Das berichtete die in Györ erscheinende Tageszeitung „Kisalföld“ am Montag.

Die Polizei fand den Wagen, einen schwarzen Mercedes, mehrere Kilometer entfernt in einem Straßengraben. Die Tat dürfte einen rechtsextremistischen beziehungsweise antisemitischen Hintergrund haben.“

Und an anderer Stelle:

Die Tat ereignete sich nur wenige Monate vor Beginn des Gedenkjahres, das die ungarische Regierung für 2014 plant: Anlässlich des Holocausts an den ungarischen Juden, der 70 Jahre zurückliegt, will die Regierung unter Viktor Orbán 2014 an die Verbrechen erinnern. Zusammen mit den jüdischen Gemeinden und unter Beteiligung Israels will sie landesweit Gedenkfeiern veranstalten, Synagogen renovieren lassen und in öffentlichen Einrichtungen die Erinnerungskultur fördern.

Das sind unerwartete Töne in Budapest. Denn die Orbán-Regierung steht im Ruf, die profaschistische Vergangenheit Ungarns zu verharmlosen, mit Rechtsaußen-Wählern zu liebäugeln und sich nicht klar genug von Antisemitismus abzugrenzen. Von diesem Image möchte sie offenbar endlich loskommen.“

Der letzte Absatz wurde vom Spiegel hinzugefügt. Der Rest entspricht der (auch bei der Presse und in dem NZZ abgedruckten) Beitrag der dpa. Insgesamt zehn Publikationen veröffentlichten die Meldung eines mutmaßlich rechtsextremistischen bzw. antisemitischen Hintergrunds.

Der Leser erfuhr gestern nicht, dass die Polizei wegen fahrlässiger Beschädigung der Statue ermittelte. Über entsprechende Auskünfte öffentlicher Stellen empörte sich eine Facebook-Kommentatorin über das „Orban-Land“ und den „Orban-Sprech“, wie er „peinlicher nicht sein“ könne. Schauplatz für diesen sinnhaltigen Beitrag, der den letzten fehlenden Beweis liefert, dass es Opfer politischer Indoktrination nicht nur in totalitären Systemen gibt, ist nicht zum ersten Mal die Werbeseite für das von dpa-Korrespondent Gregor Mayer und dem Journalisten Bernhard Odehnal verfasste Buch „Aufmarsch – die rechte Gefahr aus Osteuropa„.

Nur 24 Stunden später scheint die Tat aufgeklärt. Das Tatfahrzeug, der wenige Kilometer vom Denkmal in stark beschädigtem Zustand aufgefundene Mercedes Typ C-Klasse älteren Baujahres, wurde bereits gestern aufgefunden, vom Kfz-Führer fehlte jedoch zunächst jede Spur. Nun hat sich der 24-jährige Unfallfahrer (wohnhaft im Ort Pápa) der Polizei gestellt. Seiner Aussage zufolge habe er sich am Sonntag früh gegen 2 Uhr mit dem Wagen eines Freundes, in Begleitung eines Mitfahrers, auf dem Weg zu einer Discothek befunden. Aufgrund fehlender Ortskenntnisse und starken Nebels habe er die am Straßenrand errichtete Statue zu spät gesehen und trotz Bremsmanövers eine Kollision nicht mehr verhindern können. Er habe den Unfallort in Panik verlassen.

http://www.kisalfold.hu/gyori_hirek/abdai_radnoti-szobor_-_jelentkezett_a_mercedes_24_eves_soforje/2358135/

Der Vorfall ist bemerkenswert. Ein letztlich alltäglicher Verkehrsunfall ohne Personenschaden wird von der dpa für Spekulationen über einen antisemitischen Vorfall genutzt, ohne dass zum Zeitpunkt der Berichterstattung auch nur geringste tatsächliche Anhaltspunkte für eine derartige Straftat bestanden. Sensationslust setzte sich erneut gegenüber journalistischer Sorgfalt durch. Vorurteile gegenüber der ungarischen Regierung und – ja, auch das – gegenüber der ungarischen Bevölkerung sorgten in der auch von eben jener Presse geschaffenen Grundstimmung dafür, dass die „Story“ über Ungarn weitererzählt wird, und das ganz unabhängig von den Fakten.

Als hingegen vor wenigen Wochen der stellvertretende ungarische Ministerpräsident Tibor Navracsics in Gegenwart des israelischen Außenministers eine historische Rede im Parlament hielt (HV berichtete hier), in der er – als erster ungarischer Regierungspolitiker nach der Wende – die Verantwortung Ungarns und seiner Administration an der Deportation und Ermordung von 500.000 ungarischen Juden im Jahr 1944 offen und ohne Relativierung einräumte, war dies für die deutschsprachige Presse keine auch nur annähernd so große Zahl von Beiträgen wert. Liest man den dpa/Spiegel-Beitrag, verwundert dies nicht: Die Verfasser können nicht aus ihrer Haut, müssen die ungarische Regierung um jeden Preis im Negativkontext erscheinen lassen und – im Vorübergehen – auch noch das für 2014 geplante Jahr des Gedenkens an die ungarischen Holocaust-Opfer für unglaubwürdig erklären. Das wird zu „unerwarteten Tönen“ aus Budapest, obwohl es niemand anderes als die erste Regierung Orbán war, die im Jahr 2000 den Holocaust-Gedenktag einführte oder die Gründung des Terror-Hauses am Andrássy út beschloss. Auch die Mitveranstaltung des Wallenberg-Jahres geht auf das Konto der Regierung Orbán. Es war Viktor Orbán persönlich, der seinen Innenminister anwies, eine im Frühjahr 2013 geplante Nazi-Bikerveranstaltung (geschmackloses Motto: „Gib Gas!“) in Budapests Straßen zu unterbinden. Es ist einer der vielen paradoxen Elemente ungarischer Politik, dass die ungarische Rechte – obgleich sie auch falsche Zeichen setzt – mehr Aktivität im Bezug auf Erinnerung und zur Bekämpfung des Rechtsextremismus gesetzt hat, als die wortgewaltigen, doch im Hinblick auf Taten blutleeren Linken und Liberalen.

Es dürfte zum größten Teil den Ungarn-Berichterstattern bei der dpa und anderen Presseorganen zu verdanken sein, dass sich für viele Leser die geplanten Veranstaltungen des Holocaust-Gedenkjahres im Jahr 2014 als „ungewohnte Töne“ darstellen. Ihnen werden solche Fakten nämlich entweder verschwiegen oder auf die hier gesehene, tendenziöse Art und Weise präsentiert. Selbstkritik ist wohl keine Sekundärtugend von Journalisten.

Ob diese Art von Nachrichtenauswahl und Berichterstattung mit dem Objektivitätsgebot einer Presseagentur zu vereinbaren ist, mag jeder Leser für sich beurteilen. Zweifel an der Unbefangenheit sind zum wiederholten Male angebracht – spricht die Ente.

http://cink.hu/igy-mukodik-mediamanipulacio-ezuttal-a-randoti-szobor-1466557218

http://index.hu/belfold/2013/11/19/diszkobaleset_aldozata_lett_a_radnoti-szobor/

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88 Kommentare zu “Győr: Wie ein Verkehrsunfall zu einer antisemitischen Straftat wurde

  1. Der ultimative Beweis, danke HV.
    Hier sind Antidemokraten und Faszisták am Werk. Dass hier ein harmloser Autofahrer der Dumme war, wird der Westen nie erfahren. Es ist eben doch ein Diktatur, die Medienwelt.
    Wann kommt der dumme Beitrag von M.S. ?

  2. Ich denke, dass diese Medien tatsächlich spekulierten.
    Vielleicht weil gerade eine Budapester Konferenz der evangelischen Kirchen Ungarns und Norwegens über ein Ansteigen des Antisemitismus in Ungarn berichtete. Ganz konkret war auch die Nachricht, dass Ákos Kertész politisches Asyl in Kanada erhielt weil er in Ungarn auch auf Regierungs- und Parlamentsebene angegriffen wurde. Also es gibt keinen Anlass zu behaupten, in Ungarn in dem laut einer soeben veröffentlichten Untersuchung der Wiener EU-Menschenrechtsagentur bestätigt wird 90 Prozent der in Ungarn lebenden Juden spüren eine ausgeprägt antijüdische Haltung – mit zunehmender Tendenz, sei alles in Ordnung..
    Nach Einweihung der Horthybüste in der Budapester reformierten Kirche des Loránt Hegedüs jun,wurden die Gegendemonstranten von den aus der Kirche kommenden „Christen“ als „stinkende Juden“ beschimpft, die nach Brüssel oder Israel gehen sollten. Regierungspartei-Fraktionschef Antal Rogán beklagte deswegen u.a. die „Vorlage, die man damit der europäischen Linken und den westlichen Medien“ gibt, die nun wieder mit dem Finger auf Ungarn zeigen und „Antisemitismus schreien“ werden.
    Siehe auch in der Wiener Presse:
    http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/1481139/Horthys-schaendliche-Verherrlichung
    Vielleicht ist es diese Atmosphäre in Ungarn, die Journalisten zu voreiligen Schlüssen verleitet.
    Könnte es sein, dass die Polizei etwas vertuscht. Immerhin konnten ungarische Nazi ungestört von der ungarischen Polizei ausgerechnet am 9. November ein Gesamtwerk des Miklós Radnóti verbrennen.

    • Mit Ihrem Verständnis für solche Berichte bzw. Enten habe ich gerechnet…und natürlich vertuscht die königliche Gendarmerie einen ganz großen Skandal, wie soll es sonst sein?

      Wie ich sehe, hat sich Herr Schiff mal wieder die Wut von der Seele geschrieben. Was ihn verwundern wird: Rogán hat dieselbe Meinung wie er, sagte er doch, Horthy verdiene seiner Meinung nach kein Denkmal. Was regt sich der Pianist denn über Rogán auf, noch dazu unter Verschweigen der o.g. Aussage?

      Gehen Sie mal auf die Seite 444.hu. Ich empfehle das Schiff genauso. Sie werden hasserfüllte Gesichter auf beiden Seiten sehen. Die dort erschienenen gaben sich i.S. verbaler Höflichkeit nicht viel. Auch da erzählt Schiff also nur die Hälfte.

      Über Schiffs historische Bewertung Horthys kann man streiten. Das mit den Deportationen stimmt natürlich, aber so wie die Horthy-Fans den Reichsverweser glorifizieren, tun Leute wie Schiff so, als bestünde seine Regentschaft nur aus weissem Terror und der Deportation. Beides ist verkürzend. Ich halte die Figur Horthy und seine Rolle für komplex und widersprüchlich, eine unbefangene Aufarbeitung tut Not. Denkmäler würde ich ihm nicht errichten, auch wenn es sogar Juden gegeben haben soll, die ihm ewig dankbar waren, weil sie ihm ihr Leben verdankten (etwa nach der Flucht aus der heutigen Slowakei nach Ungarn). Horthy mit Hitler zu vergleichen, ist historisch so abwegig, dass sich jede Debatte erübrigt. Wie sehen Sie das, der von Wien nach Ungarn floh? Ging es zufällig nach Ungarn oder war es die Hoffnung, dort einigermaßen sicher zu sein? Würde mich interessieren, was Ihre Familie bewog, sich Horthy auszuliefern.

      Schiff soll sich um sein Klavier kümmern. Denn keiner hat den Beweis erbracht, dass Künstler gute Historiker oder Verfasser politischer Zwischenrufe sein müssen. Trifft natürlich auch auf Anwälte zu 🙂

    • Medien spekulieren, Herr Pfeifer ?
      Da diese kein ungarisch können, wird spekuliert.
      Da diese voreingenommen sind, wird manipuliert !
      Da diese von MSZP und anderen Bankroteuren
      gefüttert werden, sind sie nicht wirklich informiert.

    • Sieh an, er denkt, „dass diese Medien tatsächlich spekulierten“.
      Ein „Journalist“, der nicht weiß, was „Medium“ [lateinisch »Mitte«] das (Plural Medien), in der Kommunikationswissenschaft heißt. Unter Medium versteht sich jedes Mittel der Publizistik und Kommunikation (Medien.)

      Der Duden erklärt Medium so: Einrichtung, organisatorischer und technischer Apparat für die Vermittlung von Meinungen, Informationen, Kulturgütern; eines der Massenmedien Film, Funk, Fernsehen, Presse
      Zeitung als gedrucktes Medium – © Johnny Lye – Fotolia.com

      Warum deutsche Medien in Antisemitismus spekulieren, lieber Herr Pfeifer, darüber kann man nur spekulieren.

      Die echten Spekulanten suchen durch Spekulationen Gewinne zu erzielen. http://goo.gl/EJ3AuE

      Welcher praktische Nutzen oder welche innere Bereicherung aus der Spekulation in Hass kommt, kann Herr Pfeifer mir ja mal erklären.

      Bajnai? Gyurcsány? Mesterházy? Oder Geert Wilders? Marine Le Pen? (Vona?) Der Zerfall Europas?

  3. Falsch, ganz falsch, HV, denn die Ex -K und K Hälfte ist da wieder mal viel besser informiert.Die haben erkannt, dass die Tat ein rassistischer Selbstmoerder begangen hat und das mit dem Verkehrsunfall nur eine Ausrede ist.
    Da Kara Àkos sofort 100000 FT zur schnellstmöglichen Reparatur des Denkmals gespendet hat beweist natürlich, dass man sich „reinwaschen“ will.
    (auch wenn er das als Privatmann spendete )
    Es soll allerdings nicht verschwiegen werden, dass die MSZP auch 50000 FT spendete.
    Hat Mayer auch gespendet?

    • Diese zwanghaften Spendenaktionen sind peinlich, weil allein vom Wahlkampf motiviert. MSZP spendet, Andor Schmuck spendet auch…rührend.

      Wer die Reparatur der beschädigten Statue (inkl. der zerstörten Thujen) zahlen wird, ist niemand anderes als die Haftpflichtversicherung des Mercedes. Alles andere ist: Panem et circenses.

      • HV da Sie ein Gleichheitszeichen zwischen Demonstranten vor der Kirche und den „Christen“, welche die Demonstranten als „dreckige Juden“ bezeichneten frage ich, ob Sie auch in diesem Fall meinen, dass der Dokumentarfilmer Csillag gleich zu bewerten ist, wie der Nazi, der ihn angriff?

        Am 17. November veranstaltete Jobbik in Budapest einen Aufmarsch zu Ehren von Horthy. Der Filmemacher Ádám Csillag, der diese Nazidemonstration aus einem 86er Bus dokumentieren wollte, wurde von einem Nazi tätlich von hinten angegriffen, der ihm zurief, „ich werde Dich mit Deinem jüdischen Kopf abschlachten“.

      • Nein, Herr Pfeifer, das habe ich nicht gesagt. Ich kenne nämlich den Unterschied zwischen wechselseitiger Beleidigung und einer Bedrohung.

        Und ich kenne den Unterschied zwischen Verkehrsunfall und antisemitisch-rechtsextremistischem Anschlag. Letzteres unterstelle ich nur, wenn (und soweit) die Faktenlage das hergibt. Die dpa schreit lieber vorsorglich „Nazi“.

        Hoffen wir, dass auf diese Rufe dann noch jemand reagiert, wenn wir uns wirklich gegen Nazis zur Wehr setzen müssen…

  4. Es ist mir klar, dass ich Ihren verhaltensauffälligen, überkompensierenden Berufstrollen hier wieder reichlich Futter liefern werde, aber seis drum. Ich schätze Ihre integrative Arbeit, nicht auszumalen, wenn diese Leute (Vor den Volksgerichtshof mit dem Schicker!) ihren Loser-Frust im richtigen Leben austoben würden. Wollen wir sie nicht enttäuschen. Reicht das als Wichsvorlage, Herche, Rieckmann, Pisti „Antidemokraten und Faschisten am Werk“ (ich lach mich schief) etc.? Gern geschehen.

    Nun zu Ihnen HV: Es ist natürlich ein Riesenskandal und derart abwegig, dass die Westjournaille „nach der historischen Rede“ von Navracsics auch nur annehmen kann, in Ungarn könnte die Statue eines Holocaust-Opfers geschändet werden. Schon gar nicht nachdem die Regierung amtlich den Karólyi und den Attila József abgeräumt hab, nach dem beiden zuvor ungestraft Kippas und – wie damals in Nazideutschland – Schilder „Ich bin Schuld an…“ umgehängt wurden und sich die Jobbik-Kumpels daneben ablichten ließen. Erst recht nicht, seit es Doktrin ist, geltendes Recht (Verbot uniformierter Aufmärsche in bewohntem Gebiet) entweder zu ignorieren (Polizei) oder zu beugen (Gerichte), um den taktischen Verbündeten Spielfläche zu überlassen. Nyirö dichtete auch nur liebliche Kindermärchen, Kövér ist der oberste Märchenonkel. Es war auch kein Fidesz-Funktionär Redner beim 20. Jahrestag der Horthy-Überführung, Orbán hat auch nie gesagt, dass Horthy-Denkmäler Kommunalangelegenheit sind, Fidesz findet die ganze Dikaturm ups, die Zwischenkreigszeit, auch nur eine Sache für Museumspädagogen etc., Balog hat allen drei Rechtsradikalen die Auszeichnungen wieder aberkannt, Baloghs Frau ist über ihren Hund gestolpert. In Ungarn gibt es keine Diskriminierung und Nazis sind eine rein deutsche Angelegenheit…

    HV, Sie haben in Ihrem damaligen Beitrag geflissentlich verschwiegen, dass Rogán die Jobbik-Aktion auf dem Szabadság tér in der Hauptsache deshalb verurteilte, weil man damit „der linken, westlichen Presse“ wieder „Munition liefert“, um behaupten zu könnenm Ungarn sei antisemitisch. Er sagte das wörtlich so, Sie haben es verschwiegen. Es stört ihn nicht Horthy, es stört ihn, darüber zu schreiben. Sie offenbar auch. Nun fährt ein angetrunkener Hallodri bei Györ gegen die einzige dort befindliche Statue und ein paar Schnellschießer ziehen den falschen Schluss, aber einen so abwegigen? Natürlich nach der „historischen Rede“ von Navracsics. Wollen Sie die Welt verarschen, HV? Das sind nur Worte, Schall und Rauch, es ist reinstes Gelaber. Glauben Sie Navracsics, müssten Sie auch Bajnai oder Vona glauben, gar Mayer und mir! Die wollen auch nur Gutes! Warum hat Navracsics mehr Kredit bei Ihnen als Gyurcsány? Beide hielten Lügenreden, nicht nur eine. B

    Im Angesicht einiger „geladener Gäste“ wird doch Navracsics nicht über Machtkalkül und Volksverdummung reden, nicht über die strategische Bindung von rund 15-20% Wählerstimmen am rechten Rand, damit die nicht nach links oder ins Nichts abwandern. Natürlich wird er – wo man schon mal die Bühne dafür schuf – die Erwartungen der Welt erfüllen, ja überbieten. Und danach? Marschiert Jobbik weiter, wird weiter vom „neuen Moskau“ gelabert und der Ostküste und der Herrlichkeit des Magyarentums, beschließt Pintér ein Arbeitsprogramm und der Jobbik-Bürgermeister stellt die Büttel.

    Diese Regierung bekennt sich zu gar nichts hinsichtlich Schuld und Sühne. Warum bekommen Sie bei Ihnen einen Bonus? Weil die Worte so schön klangen? Diese Typen bekennen sich nur zu ihrem systematischen Beutezug und ihrer systematischen Umgehung von rechtsstaatlichen Prinzipien und der Gleichschaltung demokratischer Kontrollinstanzen. Orbán hat sich die Strukturen der Republik angeeignet. Sie stellen ihn hier permanent als ganz normalen Politiker dar, dem man ab und an mal auf die Finger klopfen muss. Über den tagtäglichen Betrug zum Nachteil des Volkes, geschützt von Legislative, Exekutive und zunehmend auch der Judikative, liest man in Ihrem Verharmlosungs- und Relativierungsblättchen nichts, er findet nicht statt, obwohl die Regierung selbst ihn als Ziel ausgegeben hat. Totalumbau, Revolution, Linke zertrümmern, aus- und inländische Feinde, Entkolonialisierung – das sind keine Wortschöpfungen der „linken“ Presse, das ist Regierungssprech.

    Das alles verschweigen Sie einfach und speisen die Leser mit ein paar pseudo-kritischen Häppchen ab, formalen Lappalien, die die Normalität der Umstände in Ungarn umso deutlicher machen. Ihre Hochform erreichen Sie, wenn Sie von München aus über Obdachlose und Zigeuner schwadronieren. Da kommt so richtig die fiese Sattheit des bayerischen Wohlstands zum Tragen, wirklich widerlich. – Warum steht hier nichts von den systematisch hinterzogenen EU-Geldern, für die die Fidesz-Mafia (ja die andern auch, aber die sind derzeit nicht an der Macht) extra Firmen gründen und dann wieder verschwinden lassen oder etwas vom großen Steuerskandal und den vielen kleinen Aneignungen, dem privaten und dem amtlichen Betrug von Stadionbauten, Rentenschwindel, 3 Mio. an der Armutsgrenze? Uninterssant? Nichts davon in Regierungsaussendungen gefunden? Auch möglich, dass Sie abwarten, ob sich all das nicht doch noch als Verkehrsunfall herausstellt, da wollen wir ja nicht voreilig werden, ja?

    ei uns, die wir natürlich lügen, fremdgesteuert sind und überhaupt eigentlich verboten gehören (finden Ihre Leser *rolleyes+), bei uns werden Halunken als das benannt was sie sind: Halunken? Warum nicht bei Ihnen? Warum stört es Sie nur, wenn man – ob richtig oder falsch – über Ungarns Regierung kritisch schreibt? Warum lassen Sie die Vergehen so systematisch aus?

    Ich sage Ihnen warum: weils nicht ins Bild passt und Ihrer, ja Ihrer Kundschaft, HV, im Wege stünde. Sie werben als Rechtsanwalt explizit um die Vertretung dt. Firmen in Ungarn und ung. Firmen in D, alles Kandidaten dafür, an diesem „System“ teilzuhaben. Sie haben also einen Interessenskonflikt, sogar einen heftigen. Ihnen passt dieses informelle System, das in Ungarn spielt, bestens ins Geschäftskonzept: Konspiration, Beziehungen, Absprachen, Regelumgehung, ein genialer Humus für Wirtschaftsanwälte. Bei uns sind das aber keine Investoren, sondern Verdächtige und die Beweise haben ataltszo.hu und Ex-NAV-Fahnder Horváth, aber auch andere längst vorgelegt, ja im Falle der Tabakkonzessionen rühmen sich die Betrüger schon offen selbst ihrer Taten. Alles nur Verkehrsunfälle? HV, ich habe Sie jetzt lange genug gelesen, Ihre Systematik ist offensichtlich, Ihre Motivation auch: Sie sind ein Nutznießer des Orbánsystems, ob direkt oder indirekt ist völlig wurscht und Sie sind bei Lichte genauso ein mittelmäßiger Klugscheißer wie Ihre Fans hier. Das mag sich als Anwalt ganz gut ausgehen, ist ja sogar ein wichtiges Berufsmerkmal, aber im Journalismus reicht es eben wirklich nur zu einem Verkehrsunfall.

    m.s.

    • Werter Herr Schicker,

      was mich stört, habe ich geschrieben. Was Sie in meine Worte hineinlesen, entspringt Ihrem vorurteilsbehafteten Schädel. Ebenso wie der Bericht über den antisemitischen Anschlag vorurteilsbehafteten Schädeln entsprang (es geht hier um den Zeitpunkt der Meldung!). Dass Sie da mitfühlen und diese Schlussfolgerung als quasi zwangsläufig darstellen, wundert mich nicht: Schließlich waren Sie Mitfahrer dieses Geisterzugs http://www.pesterlloyd.net/html/1347horthy94jahreeinmarsch.html

      Es tut mir aber nicht leid, wenn es gerade Figuren wie Ihnen weh tut, wenn man auf solche eklatanten Fehler hinweist.

      Nebenbei interessiert es mich einen Dreck, dass Sie prompt kontern müssen mit Phantasmen von angeblichem „Nutznießertum“ und Interessenkonflikten (sagt einer, der sein Käseblatt mit Werbeeinahmen finanziert, lach 🙂 !), von „bayerischer Sattheit“ (wie lebt es sich denn in Wien??), schlechtem Journalismus usw. Schlechter Journalismus? Schauen Sie in den Spiegel (oder besser: in den Lloyd), und schließen Sie nicht von sich auf andere. Dass ich in Ungarn gar keine Unternehmen vertreten kann, das zu erkennen – mein aufgeregter hobbyjuristischer Freund – übersteigt bereits Ihre Kapazität.

      Was Rogán neben seiner Reaktion im Bezug auf das „Futter“ für die ausländische Presse sagte, geben übrigens gerade Sie nicht vollständig wieder, Sie Wahrheitsfanatiker: HVG (hoffentlich ist das kein „Zentralorgan“, aber Sie kennen sich damit besser aus als ich…) tut es schon:

      http://hvg.hu/itthon/20131104_Rogan_se_Horthynak_se_Kadarnak_nem_jar_sz

      Ich darf übersetzen: „Weder Horthy, noch Kádár verdienen Statuen„. So Rogán vor Journalisten. Und damit kann jeder Leser sich einen Eindruck machen, wer hier „verschweigt“. Entscheiden Sie, ob sich das für jemanden gehört, der sich selbst zur crème de la crème des mittelosteuropäischen Journalismus zählt. Den Rest Ihres Ausbruchs kann man – wie immer – getrost unter den Tisch fallen lassen.

    • „Es ist natürlich ein Riesenskandal und derart abwegig, dass die Westjournaille “nach der historischen Rede” von Navracsics auch nur annehmen kann, in Ungarn könnte die Statue eines Holocaust-Opfers geschändet werden.“

      M.S., die Annahme, dass es um eine Schändung geht ist kein Skandal. Skandal ist, dass ohne nachzuprüfen, ob es tatsächlich eine Schändung war, aus einer Annahme dieser Artikel entstanden ist. Das hat mit seriösem Journalismus nichts zu tun. Skandal ist auch, dass die nächtliche Unfallfahrt eines – wahrscheinlich unpolitischen – Besoffenen im ungarischen Provinz versehen mit dem obligatorischen anti-Orbán-O-Ton den Weg in die Westjournaille findet, die historische Rede von Navracsics aber nicht. Genauso nicht, wie andere wichtige Ereignisse, die für diese Nachrichtenmacher nicht ins Bild passen. Ich habe zum Beispiel in den deutschsprachigen Medien keine Zeile, kein Wort über den Besuch vom Staatspräsident Áder in Serbien vernommen.
      http://444.hu/2013/06/25/nagyot-bekul-ader-szerbiaban/
      Der Besuch Áders hatte eine Symbolik ähnlich der Meilensteinen der deutsch-französischen Versöhnung. In den östlichen Regionen Europas war dieser Staatsbesuch in seiner Art mit großer Wahrscheinlichkeit eine Premiere. Trotzdem kein Wort in der Westjournaille.

      Die Kritik am Spiegel ist durchaus berechtigt. Merkwürdig finde ich mit welcher Vehemenz Sie diese berechtigte Kritik bekämpfen.

    • der blogbetreiber hat offenbar eine mission. entwickelt nach dem muster des ewig unverstandenen, infolge stets gekränkten, und zur kompensation die welt belehrenden meisters. die vermutung/befürchtung bleibt je länger, umso weniger hv sich zu seinen motiven äussert.

      könnten sie dazu einmal stellung nehmen, hv?

      • „der blogbetreiber hat offenbar eine mission”

        Kulturkrampf, der Blogbetreiber HV füllt lediglich eine Marktlücke, die die Mainstreammedien im deutschsprachigem Raum bedauerlicherweise fast komplett offengelassen haben: er berichtet objektiv über Ungarn und das tut er auf einem hohen Niveau.

        Als Spiegel- SZ- und TAZ-Leser musste ich irgendwann feststellen, dass die Ungarnberichterstattung meiner Lieblingsblätter sehr unbefriedigend ist. Ich habe mich nach Alternativen umgeschaut, so bin ich auf HV gestoßen. Vielen anderen geht es genau so. Wer einen gewissen Anspruch hat und sich über Ungarn in deutscher Sprache informieren will, kommt an HV kaum vorbei. Denjenigen, die eine Hegemonie der Anti-Orbán-Propaganda in der Ungarnberichterstattung anstreben ist der Meinungspluralismus, wozu auch HV einen wesentlichen Beitrag leistet, natürlich ein Dorn im Auge.

      • @halász: wenn sie sich schon befleissigt u/o verpflichtet sehen zu antworten, hätten sie ruhig auch etwas zum erwähnten muster schreiben können.denn darum geht es mir.

        ihre antwort hat in diesem sinne nährwert – nur altbekanntes blabla.

        nebenbei versuchen wir uns doch einfach mal an der suche nach dem typisch ungarischen (zb die „beleidigte leberwurst-nummer“) in dem ganzen hier. zumindest scheint die frage danach doch gelegentlich mal auf…

        schreiben sie etwas aus ihrer sicht zu dem unterstellten muster.

      • „… nebenbei versuchen wir uns doch einfach mal an der suche nach dem typisch ungarischen (zb die “beleidigte leberwurst-nummer”)“

        Ich wurde auf der Suche nach dem „typisch ungarischen“ schon fündig:

        „Képtelen vagyok büszke lenni, hogy bolondok közé születtem, és hogy bolondok között éltem.“

        „a magyaroknak száz identitást kell összeegyeztetniük, ezért nem csoda, hogy őrültek.“

        Quelle: http://konyves.blog.hu/2010/11/18/nem_azert_mert_magyar_hanem_mert_marai

        Vielleicht findet sich ja jemand, der die Zitate ins Deutsche überträgt. Ich übersetze nur, was ich für gut oder wichtig halte.

      • Sagt man „typisch jüdisch“ oder „so sind sie, die Türken“, bricht Empörung aus. Und das zu Recht. „Typisch ungarisch“ – kulturkrampf benutzt diese an der Nationalität/Staatsangehörigkeit anknüpfende Pauschalierung zum wiederholten Mal – scheint bei der abwertenden Schilderung dagegen in Ordnung zu sein. Vielleicht kann mir jemand erklären, warum das so ist.

        https://hungarianvoice.wordpress.com/2013/07/03/presseberichte-zur-abstimmung-des-eu-parlaments-uber-den-tavares-bericht/#comment-14880 („das ewig jammernde ungarische Opfer“)
        https://hungarianvoice.wordpress.com/2013/03/15/bundestag-aktuelle-stunde-zur-verfassungsreform-mit-einem-bemerkenswerten-eingestandnis/#comment-12629 („ungarisches Selbstmitleid“)

      • Empörung?
        Was ist Empörung?
        Empörung ist von starken Emotionen begleitete Entrüstung als Reaktion auf Verstöße gegen moralische Konventionen.

        Was ist eine Gurke mit Kopftuch? Na, wisst’s ihr? Eine Gürkin! Was denn sonst.
        Wenn Rolf Miller den loslässt, brechen die Leute in heftiges Lachen aus.

        Was ist Lachen?
        Lachen ist die natürliche Reaktion eines gesunden Menschen auf komische oder erheiternde Situationen.

        Ich mach das mal an einem Beispiel fest. Gesetzt den Fall, jemand behauptet, also wir Journalisten erfinden nicht den Antisemitismus in Ungarn, dann kann man sich über diese Behauptung weder empören noch darüber lachen. Warum nicht?
        Weil Judenhass, insbesondere aber Hass nicht einfach etwas ist, was sich ein Journalist ausdenkt. Hass ist ein starkes Gefühl der Ablehnung u. Feindschaft gegenüber einer Person, Gruppe od. Einrichtung. Dieses negative Gefühl entsteht nicht aus dem Nichts. Es kommt auf, wenn tiefe und lang andauernde Verletzungen nicht abgewehrt und bestraft werden können.

        Hass ist eine Mischung aus Vernunft und Gefühl. Die Vernunft ruft nach dem Ende der Verletzung und nach einer Bestrafung des Quälenden. Das Gefühl des Hassenden ist das des Ausgeliefertseins, der Gefangenschaft, der Wehrlosigkeit. (Quelle: Wikipedia)

        Was ist eine Türkin mit Kopftuch? Eine Frau, die (ihre) Etikette wahrt.

        Ihr Journalisten habt die Empörung über Kopftücher nicht erfunden. Ihr habt euch auch nicht den Gurkenwitz ausgedacht.

        Ich frag mich seit langem, wozu brauchen Journalisten eigentlich Pressefreiheit? Um ungestraft Falschmeldungen absetzen zu können? Um Empörung zu schüren? Um Menschen an den Pranger stellen zu können, der allgemeinen Verachtung preisgeben zu können?
        Um jeden Tag eine Sau durchs Dorf zu treiben?

        Es ist gar nicht zum Lachen, wenn sich Saukerle Journalisten nennen.

        Empörung? Ja, weil Ihr selbst Radnóti zur Sau macht, Schicker, weil ihr Journalisten die Zerstörung des Radnóti-Denkmals als etwas dargestellt habt, was dem Zeitgeist in Ungarn opportun sein soll.
        Was es nicht ist. Es ist die Erfindung der Journalisten. Darüber darf ich mich, muss ich mich empören.

        (Über Schickers besoffenes Gerede muss keiner lachen, darf aber jeder. Das ist gut für das Wir-Gefühl.)

      • „hätten sie ruhig auch etwas zum erwähnten muster schreiben können.denn darum geht es mir.”

        Kulturkrampf, zum erwähnten Muster habe ich bereits geschrieben. Journalistische Fehlleistungen sind kritikwürdig. Das hat mit „beleidigten Leberwurst-Nummern” nichts zu tun. Ich denke ein Bericht über die Rede von Navracsics wäre für den Spiegel-Leser eine viel wertvollere Lektüre, als die Ente der antisemitischen Denkmalschändung. Was meinen Sie dazu?

    • Sehr geehrter Herr Schicker!

      Ihre Wortwahl (Wichsvorlage, Klugscheißer etc) ist ebenso letztklassig wie ihre zutiefst einseitigen inhaltlichen Ausführungen. Sie wären eine bemitleidenswerte Kreatur, die man einfach in der Ecke toben und schmollen lassen müsste, wenn Sie nicht über ihr Revolverblatt ein Agitator der übelsten Kategorie wären.

      Dennoch bin ich als jemand, der an das Gute glaubt, zuversichtlich, dass immer mehr Ihrer Leser Ihr hasserfülltes Wesen erkennen und sich von Ihnen als objektive Informationsquelle abwenden.

      HV kann man nur wünschen, sich von solchen Menschen nicht demotivieren zu lassen, sondern den großen Zuspruch durch die stille Mehrheit seiner Leserschaft zu erkennen. Ich würde mich sehr freuen, wenn es im deutschen Sprachraum mehr Berichterstattung über Ungarn mit diesem hohen Grad an Objektivität gäbe.

  5. Abda Radnóti Statue
    MTI berichtete am 18. November 2013, um 10:22 über diesen Vorfall u.a. dass am gleichen Tag das Komitatsblatt Kisalföld u.a. folgendes publizierte: „A lap emlékeztetett arra, hogy a szobrot nem elöször gyalázzák meg, a rendszerváltás idején ismeretlenek vörös festékkel öntöttek le.“
    „Das Blatt erinnerte daran, dass die Statue nicht zum ersten Mal geschändet wurde, während der Wende haben es Unbekannte mit roter Farbe angeschüttet“

    Horthybüste in der Kirche des notorischen Antisemiten Loránt Hegedüs jun:
    HV Die Demonstranten haben Tafeln hochgehalten, die den aus der Kirche kommenden „Christen“ nicht gefallen haben. Politische Parolen zu skandieren ist eine Sache, „stinkende Juden“ geht nach Brüssel oder Israel zu schreien eine andere Sache. Und auch wenn Sie keinen Unterschied erkennen wollen oder können, wird der Unterschied von den meisten Medien bemerkt.

    • Die Demonstranten haben nicht nur Tafeln hochgehalten, Herr Pfeifer. Es erklangen Rufe wie „Nazi-Ungeziefer“, „Nazi-Ratten“, „Nazis raus“, „Faschisten“. Auf dem Video zeigt sich durchaus das aggressive Verhalten der Gegendemonstranten. Bei 5:10 min etwa droht ein freundlicher Herr mit Davidstern einem Teilnehmer des Horthy-Mummenschanzes mit einer gut bekannten Geste (Kehle aufschneiden, Pistole) und den Worten „Végetek“ – was so viel heißt wie „Ihr seid tot!“, „Das ist Euer Ende!“ . Ich denke, das reicht zur Dokumentation. Ich hoffe, das ist keine Parole, die Sie als politisch annehmbar einordnen.

      http://444.hu/2013/11/04/zsidolato-nyult-ala-a-jobbikos-alelnoknek/

      Es hätte der Gegendemo gut getan, wenn sich solche Herrschaften nicht darunter befunden hätten. Und wenn es Sie beruhigt: Natürlich sind mir die Gegendemonstranten sympathischer. Ich sagte schon, dass ich die Einweihung solcher Denkmäler nicht befürworte.

      Und ab ca. 6:00 auf dem Video sieht man – das ist im Grunde nur noch zum Totlachen – eine ganz besondere Figur auf der „rechten“ Seite der Veranstaltung. Die wird offenbar von niemandem rechts überholt. Noch nicht einmal von Gábor Vona, den sie ohrfeigte 🙂 …

  6. HV danke, Ich kannte dieses Video nicht.
    Hören kann man zuerst die Zurufe „geht nach Israel“.

    Selbstverständlich wäre es gut gewesen, wenn die Demonstranten einen Ordnerdienst gehabt hätten, der dafür sorgt, dass sich niemand auf das Niveau der aus der Kirche strömenden „Christen“ begibt. Das Video zeigt, wie in einer Kirche, die ein Ort der Nächstenliebe sein sollte, eine abstoßende Show abgezogen wurde.

  7. Wie man der Märkischen Oderzeitung entnehmen kann, hat die dpa ihre Meldung vom Vortag korrigiert bzw. in einer neuen Fassung herausgebracht.

    http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1216014/

    u.a. heißt es:

    „Die Statue von Radnoti, eines des bedeutendsten Lyrikers der ungarischen Moderne, stand an der Stelle, an der der Schriftsteller im November 1944 während eines sogenannen Todesmarsches von ungarischen Nazi-Milizionären erschossen worden war. Deshalb war anfangs vermutet worden, die Zerstörung des Denkmals könnte antisemitisch motiviert gewesen sein. In Ungarn sind Schändungen von jüdischen Friedhöfen und Holocaust-Gedenkorten nicht selten.“

    „Es war vermutet worden“? Nö. Journalisten haben es vermutet. Die Budapester Korrespondenten der dpa. Und sind diesmal ihren eigenen Vorurteilen auf den Leim gegangen. Wir brauchen mehr Recherche. Und: Weg mit den „Passivstrukturen der Sprache“ 🙂

    Der Spiegel klärt seine Leser aber nicht auf.

    • „…berichtete die in Györ erscheinende Tageszeitung „Kisalföld“… “

      Tatsächlich hat das ehemalige Parteiorgan, das heute in englischer Hand ist aber nur eine Mitteilung des Abgeordneten der sozialistischen Partei, György Fábián veröffentlicht.

      http://www.kisalfold.hu/gyori_hirek/gyori_mszp_megdobbento_barbarsag_az_abdai_radnoti-szobor_ledontese/2358227/

      Nach Schickers exzellentem Text, mit dem er hier Werbung für seinen Qualitätsjournalismus machte, sehe ich übrigens Anhaltspunkte dafür, dass Schicker mental schon Monate vor der ungarischen Wahl von der Wirklichkeit überfordert ist. Vielleicht wird’s ja noch mit ihm, wenn sich die Novembernebel lichten und Radnóti wieder auf seinem Denkmal am Straßenstrich vor Győr hergestellt ist. Sein Denkmal lässt sich instandsetzen.

      … csak az ész, csak az ész, az tudja, rémhirek és férgek közt él ma a magyar …

  8. Einige Poster und HV jubilieren. Einige Journalisten sollen vorschnell berichtet haben, weil die ungarische Polizei Verkehrsunfall und Fahrerflucht festgestellt hat und keine antisemitisch motivierte Straftat.
    Doch am Kern des Problems gehen sowohl HV als auch diese Poster vorbei.
    An der weit verbreiteten antisemitischen Hetze und dem im mainstream angekommenen antisemitischen Diskurs in Ungarn. Den auch konservative Journalisten und Analysten feststellen
    Am 8.11.2013 publizierte die European Union Agency for Fundamental Rights (FRA) ihre
    „Erhebung zu Diskriminierung und Hasskriminalität gegenüber Jüdinnen und Juden in Mitgliedstaaten der EU“ vollständig in englischer Sprache:
    http://fra.europa.eu/sites/default/files/fra-2013-discrimination-hate-crime-against-jews-eu-member-states_en.pdf
    In der deutschsprachigen Pressemitteilung kann man u.a. lesen: „In den 12 Monaten vor der Erhebung hat eine/r von fünf Befragten (21 %) mindestens einen Vorfall von verbalen Beleidigungen oder Belästigungen und/oder antisemitisch motivierter körperlicher Gewalt erfahren. Die Erhebung erkundigte sich auch nach Vorfällen, die die Befragten indirekt – etwa als Zeuginnen oder Zeugen – erlebt haben, wenn andere Jüdinnen oder Juden verbal beleidigt, belästigt oder körperlich angegriffen wurden. Die höchsten Quoten antisemitischer Vorfälle, die die Befragten indirekt betrafen, wurden in Ungarn (43 %), Belgien (35 %) und Frankreich (30 %) ermittelt….
    Beinahe ein Viertel (23 %) der Befragten gaben an, zumindest gelegentlich auf den Besuch jüdischer Veranstaltungen oder Orte zu verzichten, da sie/er sich dort oder auf dem Weg dorthin als Jüdin oder Jude nicht sicher fühlen. Mehr als ein Viertel (27 %) der Befragten meiden bestimmte Orte oder Gegenden in ihrer Umgebung zumindest gelegentlich, da sie/er sich dort als Jüdin oder Jude nicht sicher fühlen, mit den höchsten Anteilen an Befragten in Belgien (42 %), Ungarn (41 %) und Frankreich (35 %). Eine/einer von zehn Befragten (11 %) ist in den letzten fünf Jahren aus der bisherigen Nachbarschaft weggezogen oder hat dies erwogen, weil sie/er sich dort als Jüdin oder Jude nicht sicher fühlt. Solche Bedenken führen dazu, dass nahezu ein Drittel (29 %) der Befragten schon einmal an Auswanderung gedacht hat. Dies gilt insbesondere für Befragte in Ungarn, Frankreich und Belgien (48 %, 46 % bzw. 40 %).“
    http://fra.europa.eu/sites/default/files/fra-media_memo-antisemitism-survey_de.pdf
    Nach dem Skandal um die Einweihung der Horthybüste in einer Budapester Kirche beklagte Fidesz Fraktionschef Antal Rogán deswegen u.a. die „Vorlage, die man damit der europäischen Linken und den westlichen Medien“ gibt, die nun wieder mit dem Finger auf Ungarn zeigen und „Antisemitismus schreien“ werden.
    Was meinen HV und die Poster, ist dieser FRA Bericht lediglich eine „Vorlage“ damit man wieder auf Ungarn zeigt und Antisemitismus schreit? Dem widerspricht die Tatsache, dass auch Frankreich und Belgien nicht gut wegkommen.

    • So geht das nicht, Herr Pfeifer.

      1. Ich jubiliere nicht, sondern ich kritisiere.
      2. Der „Kern des Problems“, welcher hier diskutiert wird, ist mangelnde Sorgfalt. Dieser Vorwurf kann auch nicht unter Hinweis auf sonstige Verfehlungen und Erhebungen wegdiskutiert werden. Im Klartext: Ihre Überzeugungen rechtfertigen keine Schnellschüsse oder Falschberichte. Sie und ich wissen, dass dies nicht der erste eklatante Fall war.
      3. Schicker hat in seiner Parteitagsrede von gestern die Spezies „Journalist“ aus der Masse mittelmäßiger Klugscheißer heraus, quasi in die Nähe päpstlicher Unfehlbarkeit gehoben. Nun, dann wird es langsam Zeit, den hohen Ansprüchen ausnahmsweise mal selbst gerecht zu werden. Sonst müssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, letztlich für Orbán Wahlkampf zu betreiben…

      • HV ich rechtfertige nirgendwo diejenigen Journalisten, die hier voreilig Schlüsse gezogen haben. Doch kann man nicht so tun, als ob Journalisten den Antisemitismus in Ungarn erfinden würden. Wie es ausschaut hat der FRA Bericht zum Teil gezeigt. In Ungarn arbeitete daran IPSOS.
        Ich kann mich noch erinnern, wie ich 1983 vom damaligen Pressechef des ungarischen Aussenamtes empfangen wurde, der meine Berichterstattung rügte und mir erklärte: „Herr Pfeifer, wir werden Ihnen nicht erlauben, den Antisemitismus aus Wien zu importieren, wir haben dieses Problem ein für allemal 1945 gelöst.“ All das weil ich darüber berichten wollte, wie die ungarischen Massenmedien an den 100. Jahrestag des Tiszaeszlárer Ritualmord berichten.
        Übrigens publizierte Népszabadság gestern einen Artikel, wonach man Roma beschuldigte diese Tat in Abda vollbracht zu haben. Der Autor beklagt eine hysterische Atmosphäre in Ungarn.
        Ich bin nicht Herr Schicker. Mir können Sie nur das vorhalten, was ich geschrieben habe.
        Nirgendwo habe ich behauptet, Journalisten oder andere Menschen seien unfehlbar. Der Papst ist auch nur dann unfehlbar wenn er ex cathedra spricht.

      • Ich habe mit keinem Wort geschrieben, dass die Journalisten Antisemitismus erfinden würden. Warum fällt Ihnen eigentlich nie nichts besseres ein, als gegen Aussagen anzutreten, die keiner getätigt hat?

        Fakt ist: Es war nichtbdie erste Ente, die aus einer Mischung aus Vorurteil, Sensationslust, Faulheit und „copy and paste“ entstand.

      • HV Also wir Journalisten erfinden nicht den Antisemitismus in Ungarn.

        Aber es bleibt die Frage, warum widmen Sie eine Menge Platz einer Schlamperei von einigen wenigen Journalisten, haben sich aber – wenn ich mich richtig erinnere – nicht mit dem von mir erwähnten FRA Bericht befasst, der doch einiges über den Zustand der ungarischen Gesellschaft aussagt?

      • Herr Pfeifer, nicht „man“ beschuldigte. Diese Behauptungen kamen von Kommentatoren im Internet (diese Info war übrigens in dem Link zu „cink“ enthalten, der am Ende des Artikels eingefügt ist). Eben nicht von einer Presseagentur. Sehen Sie, Herr Pfeifer: Jeder darf glauben, was er möchte. Auch wenn die Annahme, Roma hätten die Statue demoliert, um an Altmetall zu kommen, bei einer Granitstatue nurmehr etwas für die Psychatrie ist…

        Aber Journalisten sollten eben prüfen, was sie schreiben. All das – ich kann mich nur wiederholen – kann die hier produzierte Zeitungsente weder rechtfertigen, noch bagatellisieren.

        Ich wiederhole mich gerne: Berichterstattung dieser Art ist Wahlkampf für Fidesz und sogar Jobbik. Auch wenn Sie es nicht gerne hören.

      • „Der Autor beklagt eine hysterische Atmosphäre in Ungarn.“

        dann würde ich gerne auch diesen blog hier zum inland erklärt wissen.

  9. Für HV war die Geschichte klar. Die ungarische Polizei wollte lediglich einen unbeabsichtigten Unfall sehen mit anschließender Fahrerflucht. Tatsächlich spekulierten einige Journalisten, die im Gegensatz zu HV, die Aussagen der ungarischen Polizei als nicht sehr glaubhaft fanden. Schon weil im Bericht der „European Union Agency for Fundamental Rights“ (FRA) festgehalten wird, dass diese von den ungarischen Behörden keine Auskunft über Antisemitismus erhalten hat. (“No official data on antisemitism were available for Hungary at the time this report was compiled”)
    Doch nun sind einige ungarische Journalisten der Sache nachgegangen und Eva Balogh hat die Ergebnisse dieser Recherchen publiziert:
    http://hungarianspectrum.wordpress.com/2013/11/22/the-fate-of-the-radnoti-statue-in-abda/

    Interessant auch ist die Geschichtslüge, die von den Kommunisten verbreitet wurde, die unterstellt haben, SS-Männer hätten Radnóti erschossen. Es waren Mitglieder des militärischen Begleitkommandos, also Ungarn.
    http://magyarnarancs.hu/belpol/sebezhetoen_tiszta_ember_-_ferencz_gyozo_kolto_irodalomtortenesz-65377
    Ab 1941 durften Juden keine Militäruniform tragen, in Russland erlebten diese Arbeitsdienstler eine Hölle auf Erden. Sie waren schweren antisemitischen Übergriffen wie auch derben, ja sadistischen Späßen ihrer Vorgesetzten und Chargen ausgesetzt. Diese endeten oft auch letal. Den Chargen, meist primitive Rohlinge, machte es, besonders im Winter Spaß, einzelne Arbeitsdienstler mit Wasser zu begießen und sie im Freien sterben zu lassen, bis sie zu Eissäulen erstarrten. Es gab auch vereinzelte Kompaniekommandanten, die gerne Arbeitsdienstler als lebende Zielscheiben benutzten oder sie den auf Judenjagd befindlichen SS-Einsatzkommandos auslieferten. (R.L. Braham, The Politics of Genocide, S. 313 f.)

    • Ich nehme Ihren Vorwurf, für mich sei „die Sache klar“ gewesen, mit Gelassenheit zur Kenntnis. Denn nichts, was Sie sagten, wird an der Tatsache rütteln, dass zum Zeitpunkt der dpa-Meldung nicht ein Funken tatsächlicher Hinweise für einen antisemitischen Hintergrund vorlagen. Nur darum geht es. Das war, worüber ich schrieb: Dass Vermutungen über ungarische Antisemiten schneller „berichtet“ werden als tatsächliche Ereignisse wie die Rede Navracsics‘. Weil ersteres ins Weltbild passt, letzteres nicht.

      Vielleicht muss ich es betonen: Nur weil ein Journalist etwas schreibt, muss es nicht die Wahrheit sein. Das Denken wird Ihnen keiner abnehmen.

      Wie so oft geht der Rest Ihres Kommentars am Thema vorbei. Rechtfertigungsversuche, mehr nicht…dem Pfeifer’schen Ansatz entsprungen, dass man über Ungarn alles Negative schreiben darf, ja: muss.

      • HV ich habe mich nicht gerechtfertigt, denn ich schrieb keine Zeile darüber. Ich versuche zu erklären, dass die ungarische Polizei nicht immer glaubhaft ist. Und nach dem Lesen von Baloghs Artikel, habe auch ich starke Zweifel, ob sich der Vorfall so abgespielt hat, wie es die ungarische Polizei darstellt.
        wenn ich aus einem klassischen Werk eines zuverlässigen Wissenschaftlers wie R. Braham zitiere, was den Hintergrund zur Geschichte der Ermordung von Radnóti beiträgt, dann schreibe ich alles Negative über Ungarn, auch wenn ich über die kommunistische Geschichtsfälschung berichte?

      • Sie schrieben nicht, dass die ungarische Polizei „nicht immer glaubhaft“ ist. Sie brachten die Spekulationen zweier dpa-Korrespondenten in diesem Fall mit der fehlenden Glaubwürdigkeit in Zusammenhang.

        Ich hoffe, Sie begeben sich in dieser Sache nicht auf dasselbe dünne Eis wie seinerzeit bei „Harry’s Place“. Oder gibt es auch hier wieder zwei Wahrheiten?

        Was Eva Balogh angeht: Die hat auch 2006 „gewusst“, dass die Oktober-Unruhen ein Fidesz-Putschversuch waren. Mit ihr geht immer mal wieder dieselbe Phantasie durch, die wir bei der dpa und im Spiegel Online dokumentiert sahen.

        Ich bin mir sicher, dass in diesem Moment Horden von Népszava-Journalisten dabei sind, Hinweise für einen rechtsradikalen Hintergrund zu suchen. Vielleicht findet sich ja ein Nachbar, der den Unfallfahrer schon mal mit Bomberjacke oder Trianon-Aufkleber sah? Ich wünsche denen bei der „Aufklärung“ viel Erfolg. Was morgen ist, kann ich nicht sagen. Bin ja kein Hellseher.

        Ich schlage vor, wir kommen nicht zu weit vom Thema ab. Dieses können Sie dem Beitrag entnehmen.

      • Ich spekuliere nicht. Doch halte ich es für möglich, dass die ungarische Polizei Interesse hat den wahren Hintergrund dieser Tat zu vertuschen. Ich bleibe also bei der Statue von Miklós Radnóti und begebe mich in keine Spekulation, warum Fidesz plötzlich nur mehr das Fehlverhalten einiger Polizisten groß hinausposaunt hat und nicht die Tatsache, dass ein rechtsextremistischer Mob, das Haus des ung. Fernsehens in Brand gesteckt und andere kriminielle Taten begangen hat. Sie sind sicher, dass sich Frau Prof. Balogh in ihrer Einschätzung geirrt habe, doch die von mir erwähnten Tatsachen über diesen Mob werden Sie doch wohl nicht bezweifeln.
        Sie HV unterstellten mir: „dem Pfeifer’schen Ansatz entsprungen, dass man über Ungarn alles Negative schreiben darf, ja: muss.“ und ich habe Ihnen dazu eine höfliche Frage gestellt, die sie nicht beantwortet haben.
        Was war das Negative an meinem Posting, dass ich nicht jede Aussage der ungarischen Polizei glaubhaft finde, oder dass ich den geschichtlichen Hintergrund des Arbeitsdienstes, die Radnóti geleistet habe beleuchtet habe? Was war daran falsch, darauf hinzuweisen, dass die ungarischen Kommunisten lange Jahre die Ermordung von Radnóti der SS in die Schuhe geschoben haben, obwohl diese Verbrecherorganisation diese Tat nicht begangen hat. Haben Sie schon die Präambel des ung. Grundgesetzes internalisiert, dass zwischen dem 19. März 1944 und Mai 1990 Ungarn nicht unabhängig war und deswegen auch für nichts verantwortlich sei, wogegen bekanntlich einige ung. Historiker – auch Krisztián Ungváry – protestiert haben?

      • Herr Pfeifer,
        Ich glaube, wir wissen beide ganz genau, wovon ich sprach.

        Ihre Frage zu Ungváry beantworte ich ihnen gerne: ich habe die problematische Geschichtsdarstellung in der Präambel des Grundgesetzes und den Protest Krisztián Ungvárys behandelt. Ich habe mir sogar die Mühe gemacht, einen langen Beitrag Ungvárys zu übersetzen und den deutschsprachigen Lesern zur Verfügung zu stellen.

        https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/04/15/krisztian-ungvary-praambel-enthalt-verfalschte-darstellung-der-ereignisse-von-1944/

        Die Debatte um die Kommunisten und darüber, dass Geschichte schon immer instrumentalisiert und verfälscht wurde (sehen Sie nur mal nach Katyn), hatten wir hier schon oft. Da herrscht zwischen uns kein Dissens. Sie glauben hoffentlich nicht, in mir jemanden zu finden, der die Geschichtsfälschungen nach 1945, der wir einen gehörigen Teil der heutigen Horthy-Verehrung zu verdanken haben, gutheißt. Das alles ist, wenn wir über die zu Schaden gekommene Radnóti-Statue sprechen, aber ohne Relevanz.

      • Also HV wieso unterstellen Sie mir, wie das die Machthaber der Volksrepublik Ungarn getan haben, „dass man über Ungarn alles Negative schreiben darf, ja: muss“. Das haben Sie mir noch nicht beantwortet.
        Stört Sie dass ich über den Arbeitsdienst geschrieben habe? Meinen Sie das hätte ich nicht tun sollen? Wo ist da das Problem? Haben Sie alle meine Texte, die ich über Ungarn geschrieben habe, gelesen?

      • Ich „unterstelle“ Ihnen gar nichts. Ich drücke meine Meinung nach dreieinhalb Jahren Diskussionen mit Ihnen hier im Blog aus. Das ist Grundlage für meine Meinung. Und konkret geht um Ihre Reaktion auf die hier thematisierte Falschmeldung.

        Nochmals: Ich bin kein Hellseher und weiß nicht, was sich hier noch alles ergeben wird. Nichts wird etwas daran ändern, dass hier sensationslustige Ankläger am Werk waren.

        Noch halte ich die Theorie des besoffenen Autofahrers für plausibel. Trunkenheit ist in einem Land mit „zéro tolerancia“ im Bezug auf Alkohol am Steuer ein nachvollziehbares Motiv. Abhauen und sich nüchtern stellen. Und plötzlich ist von Trunkenheitsfahrt keine Rede mehr. Aber ich war nicht dabei…

        Ich bin froh, dass Sie mich nur in die Nähe des Kádár-Systems rücken. Das ist zwar – im Hinblick auf damalige Repressionen und Einreiseverbote gegen meine Familie – höchst beleidigend, aber es hätte ja auch der Vorwurf des Neo-Pfeilkreuzlertums sein können.

      • HV die Tatsache, dass ich über den historischen Hintergrund der Radnóti Statue geschrieben habe, hat Sie unterstellen lassen, ich würde lediglich Negatives über Ungarn berichten. Denn, dass ich die Lügen der kommunistischen Propaganda erwähnt habe, hat sie nicht gestört, haben Sie selbst erklärt.

        Diese Argumentation wurde auch von den Kádárdiplomaten gegenüber den österreichischen Behörden gebraucht. Auf die Ähnlichkeit der Argumentation habe ich hingewiesen. Weder habe ich Sie in die Nähe des Kádárregimes gerückt noch in die Nähe einer anderer politischen Gruppe.

        Einverstanden bin ich mit Ihnen, dass diese Geschichte noch nicht zu Ende ist. Die Zweifel an der Version der ungarischen Polizei hat Frau Prof. Balogh geschildert.

      • Nein, es war nicht Ihre Aussage zum historischen Hintergrund, der mich zu diesem Schluss bewog. Es war u.a. der Umstand, dass Sie postwendend der Polizei unterstellten, sie könnte etwas vertuschen.

      • HV:Also nicht der von mir geschilderte historische Hintergrund war es, der Sie veranlasst hat das zu schreiben.
        Glauben Sie wirklich die ungarische Polizei würde nie etwas vertuschen?
        Nehmen wir doch den Fall der Ermordung eines rumänischen Staatsbürgers in Izsák in den Räumen der Polizeistation, da hat die Polizei nicht sofort durchgegriffen. Übrigens, der Polizist, der als Zeuge der Tat über die beiden Täter (damals Polizisten) ausgesagt hat, wurde herausgemobbt aus der Polizei.
        Ich erinnere auch daran, dass beim Serienmord an den Roma, die Polizei wenigstens in einem Fall nicht die Spuren gesichert hat.
        Vertrauen Sie wirklich absolut der ungarischen Polizei? und wer an der Professionalität dieser zweifelt, so wie ich, der sieht nur Negatives in Ungarn, „muss“ sogar nur Negatives berichten?

      • Herr Pfeifer,
        Wer hat gesagt, dass ich der (ungarischen) Polizei immer glaube/vertraue? Ich habe Ihnen eines voraus: ich kenne Aussagen von Polizeibeamten als Verteidiger aus dem Gerichtssaal. Und die sind ganz normale Menschen. Ich habe redliche und dreist lügende Beamte gesehen. Ich denke, das ist genauso in Ungarn. Polizisten haben bei mir keinen Vertrauensvorschuss gegenüber „Zivilisten“. Schon lustig, was Sie alles in meinen Worten lesen können 🙂 …

        All das bringt mich aber nicht dazu, ohne den geringsten tatsächlichen Anhaltspunkt die große Verschwörung zu riechen. Der Fall Izsák war davon geprägt, dass die Polizei „sich selbst schützen“ wollte. Anwälte nennen das „Korpsgeist“. Das ist ein echtes Problem. Aber welchen Grund sollten die jetzt gehabt haben, einen besoffenen Fahrer zu decken?

        Eine Anweisung Orbáns? Pintérs? Sind alle Polizisten Fideszler oder gar Neonazis? Vielleicht sehen Sie einen Anhaltspunkt, ein Motiv: Sagen Sie, was Sie denken, verlassen Sie die Ebene nebulöser Andeutungen.

        Es gibt aktuell keine Anhaltspunkte für die Verschwörung, die Sie in den Raum stellen.

      • „Es war u.a. der Umstand, dass Sie postwendend der Polizei unterstellten, sie könnte etwas vertuschen.“ schrieb HV. „Eine Anweisung Orbáns? Pintérs? Sind alle Polizisten Fideszler oder gar Neonazis? Vielleicht sehen Sie einen Anhaltspunkt, ein Motiv: Sagen Sie, was Sie denken, verlassen Sie die Ebene nebulöser Andeutungen.“ Keine nebulosen Andeutungen: Polizisten können verschiedene Motive haben eine antisemitische Tat zu vertuschen, es gibt erstens Mal tatsächlich eine Jobbiknahe Polizeigewerkschaft, zweitens gibt es so etwas wie einen vorauseilenden Gehorsam. Und die ung. Regierung ist bereit enorme Summen dafür auszugeben, im Ausland gewisse Probleme zu leugnen oder zu verharmlosen, siehe z.B.

        http://hungarianspectrum.wordpress.com/2013/11/12/the-orban-government-and-the-international-jewish-community/
        Und Balogh nennt auch einen ehemaligen Spitzel der kommunistischen politische Polizei der tatsächlich im Fidesz-Dunstkreis gelandet ist und Lobbyarbeit in den USA verrichten soll.

        Wenn Sie mich fragen, dann halte es es auch für möglich, dass es in einer solchen Sache eine Intervention gibt, von wem immer. Um es klipp und klar noch einmal zu deponieren, nirgendwo habe ich Pauschalurteile über „die Ungarn“ gefällt, auch nicht über „die Polizisten“.

        Warten wir ab, was in Abda herauskommt. Die von Eva Balogh beschriebenen Indizien werden – hoffentlich – wie Sie voraussagen – von Journalisten geprüft werden. Antisemitismus gibt es genug in Ungarn, da braucht man nicht noch eine gebrochene Radnóti Statue und die von ung. Neonazi verbrannten Radnóti Werke dazu.

        Immerhin hat die kanadische Regierung Ákos Kertész politisches Asyl gewährt, weil dieser in seinem Heimatland nicht sicher leben kann. Auch das sollte zu denken geben.

      • HV Viktor Orbán ´meinte die ungarische Linke müsse eine „nationale Wende“ vollziehen, „aber sie hat dazu genetisch gar keine Chance“
        Quod licet Orbán non licet Kertész?

    • “ … Um es klipp und klar noch einmal zu deponieren…“ (Zitat Pfeifer)

      Klipp und klar, ES sechzehnmal deponiert.

      Laut Duden kann
      Geld deponiert werden, sagt der Duden klipp und klar.

      Laut Duden können Schlüssel deponiert werden, steht im Duden klipp und klar.

      Schlamm.

      Der Duden führt als Beispiel Schlamm an, was Herr Pfeifer klipp und klar deponiert.

      Der Schlamm heißt „ES“ und ist das Unbewusste, deponiert der Duden.

      ES ist ihm unbewusst.

      (Höre ich genau hin erkenne ich ES als Lied. ES geht so:

      Leise, Peterle, leise,
      der Mond geht auf die Reise.
      Er hat ein weißes Pferd gezäumt.
      das geht so still, als ob es träumt.
      Leise, Peterle, leise !

      Stille, Peterle, stille,
      der Mond hat eine Brille.
      Ein graues Wölkchen schob sich vor,
      das sitzt ihm grad auf Nas und Ohr.
      Stille, Peterle, stille !

      Träume, Peterle, träume,
      der Mond guckt durch die Bäume.
      Ich glaube gar, nun bleibt er stehn,
      um Peterle im Schlaf zu sehen.
      Träume, Peterle, träume !

      Ruhe, Peterle, ruhe,
      der Mond hat goldene Schuhe.
      Er hat sie schon bei Tag geputzt,
      weil er sie ja nur nachts benutzt.
      Ruhe, Peterle, ruhe !

      Schlafe, Peterle, schlafe,
      der Mond hat goldene Schafe.
      Sie gehn am Himmel still und sacht
      und sagen Peterle „Gute Nacht!“
      Schlafe, Peterle, schlafe !

      Klipp und klar: Gute Nacht!

  10. PS Miklós Radnóti war als Arbeitsdienstler in Bor (Serbien) zur Zwangsarbeit eingesetzt und von dort wurde er „in Marsch gesetzt“, was dieser bedeutende ungarische Dichter beschrieben hat.

  11. HV: einige Quellen
    http://hirszerzo.hu/hirek/2005/7/29/1242_bekejobb_vagy_balegyenes
    http://mandiner.hu/cikk/20120727_hajra_genetikailag_alattvalok
    http://www.nol.hu/archivum/archiv-372376
    http://jungle-world.com/artikel/2013/02/46945.html

    für Oberlehrer H:
    http://www.duden.de/rechtschreibung/deponieren
    „Bedeutungen
    in Verwahrung geben, hinterlegen
    auf einen bestimmten Platz legen, stellen
    zur Ablagerung, Lagerung bringen
    sich absetzen lassen, ablagern
    Synonyme zu deponieren
    abgeben, ablegen, abstellen, einstellen, hinlegen, hinstellen, hinterlegen, in Verwahrung geben, niedersetzen, platzieren, postieren, unterstellen; (veraltet) niederlegen…“

    • Danke, Herr Pfeifer. Sie behaupteten, Orbán habe gesagt, die ungarische Linke habe „genetisch gar keine Chance“, eine nationale Wende zu vollziehen.

      Sie geben die Worte Orbáns falsch wieder.

      „Nekünk egy nemzeti baloldalra is szükségünk van. Sokan persze szkeptikusak, mondván, hogy különböző, hát genetikailag talán túlzás lenne mondani, inkább fogalmazzunk úgy, történelmi meghatározottság miatt ennek az esélyei csekélyek.“

      „Wir brauchen auch eine nationale Linke. Viele sind allerdings skeptisch, weil die Chancen hierfür aus mehreren Gründen – es wäre wohl übertrieben, von „genetischen“ zu sprechen, eher aufgrund historischer Bestimmung – ziemlich gering sind.“

      Nun Herr Pfeifer, Sie zitieren also falsch. Und stellen als Beleg nicht nur die Népszabadság (die den Originalwortlaut am Ende abdruckt) sondern auch einen Beitrag von Tótha W. Árpád ein. Wollen Sie die Leser für dumm verkaufen?

      Und bevor Sie wieder das Gleis wechseln: Nö, ich glaube nicht, dass Orbán richtig liegt. Eine Linke muss weder „national“ sein, noch sehe ich Hopfen und Malz verloren. Rückblickend auf die letzten 20 Jahre habe ich jedoch Zweifel, dass DIESE Linke in der Lage ist, sich zu reformieren. Sie war immerhin mitverantwortlich, dass eine echte Sozialdemokratie nicht entstehen konnte und wir bis heute mit Postkommunisten zu tun haben. Die es geschafft haben, ihre Brüder und Schwestern davon zu überzeugen, dass antifaschistisches Wahlkampfgeschwätz zur Qualifikation als „linke“ Partei ausreicht. Das war es nämlich mit den linken Inhalten der Postkommunisten. Und von den Liberalen, die sich nach der Wende den Nachfolgern der Staatspartei angebiedert haben, um an die Honigtöpfe zu kommen, rede ich noch gar nicht…

      Gerne können wir hier eine Debatte darüber führen, welche positive Rolle die Linke in der ungarischen Geschichte gespielt hat. Beginnend, wenn Sie wollen, mit Kún und seinen Volkskommissaren…

      Über die unrühmliche Rolle der Rechten reden wir ja oft genug.

      • HV Themaverfehlung. Ich bin nicht der Anwalt irgendwelcher ungarischer Linken oder „Linken“
        und auch nicht groß an einer Diskussion über Orbans Sprachgebrauch, wie das „halbasiatische“ Volk interessiert.

  12. Das „Es“ in Verwahrung geben, wie geht das?
    Das „ES“ hinterlegen, wie ist das möglich?
    Sein „ES“ auf einen bestimmten Platz legen oder stellen? Herr Pfeifer, Sie sollten für Ihr Verfahren ein Patent anmelden.

    Das „ES“ zur Ablagerung bringen, „ES“ lagern? Ja, aber wie lagert man das „ES“?
    Wie Kartoffeln richtig gelagert werden, erklärt die AOK.
    http://meine.aok.de/essen-und-figur/kochen/kartoffeln-lagerung-789.php

    Die perfekte „ES“ Lagerung bleibt Ihr Geheimnis. Eins aber muss man Ihnen lassen, Ihre „ES“-Deponie ist ein Fundus, aus dem Sie gestern sechzehn mal geschöpft haben. Ich beneide Sie in der Nacht. Wenn Sie jetzt auch noch ein Bekennerschreiben vorlegen können, das bei Tageslicht gesehen, mehr hergibt, als die Pressemitteilungen des sozialistischen Abgeordneten György Fábián, des Dr. Gregor Mayer und der Hetzbeitrag Ihrer Busenfreundin Balogh, dann kommt Peterle zur Ruhe.
    „Er“ ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön …

  13. „Die es geschafft haben, ihre Brüder und Schwestern davon zu überzeugen, dass antifaschistisches Wahlkampfgeschwätz zur Qualifikation als “linke” Partei ausreicht.“

    Guter Punkt, HV.

    Es grüßt
    PR

  14. Zitat Herr Pfeifer Nr. 1:
    „Um es klipp und klar noch einmal zu deponieren, nirgendwo habe ich Pauschalurteile über “die Ungarn” gefällt, auch nicht über “die Polizisten”. “

    Zitat Herr Pfeifer Nr. 2:
    „Turulistan“

    Nennen Sie mich ruhig nachtragend, weil ich Ihnen Ihre Verfehlungen hinsichtlich „Turulistan“ und Ihren zwei Versionen jener Rede Orbáns im EU-Parlament vehement vorhalte, da Sie bislang nicht dazu in der Lage waren Ihre Fehler in diesen Punkten zuzugeben oder zumindest einzuräumen.

    Ich erwarte aber eigentlich keine Antwort von Ihnen…

    • Palóc es geht um Orbans Rede im Juli 2005 in Tusnádfürdö und nicht um irgendeine Parlamentsrede. Seither wurde diese Rede auf den Fidesz Websites geändert. Ich habe meine Quellen genannt, HV bestreitet diese. Bleibt aber Orbáns Behauptung, die Ungarn wären „Halbasiaten“
      Palóc auch wenn vielleicht Sie und viele andere an diesen Unsinn glauben, kann man sich über Orbans Turul-Rede lustig machen,
      „Aus Orbáns Rede in Ópusztaszer 27.9.2012: „Der Turul ist ein Urbild, das Urbild der Ungarn. Wir werden in es hineingeboren, so wie wir in unsere Sprache und Geschichte hineingeboren werden…
      “…der Turul aber ist das Symbol der nationalen Identität der jetzt lebenden, der schon gestorbenen und der erst noch auf die Welt kommenden Ungarn. (…)“
      Das sehen zum Glück nicht alle Ungarn so. Wenn ich von Turulistan schreibe, dann ist das sicher ironisch gemeint. Hier haben wir aber wieder ein Beispiel für das Amalgam von Christentum und Heidentum, dass bei Jobbik aber auch bei Orbán Anklang findet.

      Stefan Löwenstein im Gespräch mit Viktor Orbán am 16.4.2013:
      Was haben Sie eigentlich mit Ihrer mythisch-heidnischen Rede im vergangenen Jahr über den „Turul“ beabsichtigt?

      V.O.: Das war eine hervorragende Rede. Was ist das Problem damit?

      S.L.: Ich kenne nur die übersetzte Fassung, aber da klingt es, als sei es ernst gemeint, dass das ungarische Volk von einem mythischen Greifvogel, dem Turul, aus Asien in die pannonische Ebene verbracht worden sei; dass sein Urbild zu Blut und Heimatboden gehören und die Nation über die Grenzen von Trianon hinaus ein einziges Vaterland hat. Der Duktus klingt, als fühlten Sie sich über diese Grenzen hinaus als Anführer dieser Nation.

      Es folgt eine langatmige Antwort von V.O. Fakt ist, Orbans Rede wurde vom Journalisten der FAZ als heidnisch qualifiziert.
      Das ganze Interview finden Sie auf:
      http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/im-gespraech-viktor-orban-ungarn-braucht-zur-zeit-keine-netten-jungs-12149848.html

      • Sie haben sich verheddert, Karl Pfeifer. Ich „bestreite“ keine Quellen. Ich habe Ihnen – übrigens gerade anhand einer IHRER Quellen – nachgewiesen, dass Sie Orbán falsch zitiert haben. Und die Népszabadság, der ich den Wortlaut von Orbáns Wortbeitrag entnommen habe, dürfte keine „Fidesz-Webseite“ sein.

        Sicher haben Sie aber noch andere Anklagepunkte im Gepäck. Hoffentlich stimmen die Zitate dort…

      • HV
        Schauen Sie doch wenn Sie ein gutes Archiv haben die Rede im Juli 2005 Tusnádfürdö an.
        Zweifeln Sie an der Turulrede Orbáns? meinen Sie die FAZ hat die Frage zur heidnischen Rede aus den Fingern gesogen?

      • Warum verlinken Sie die NOL, wenn dort die Rede nicht korrekt wiedergegeben wurde? Dort steht der Wortlaut.

        Ein gutes Archiv? Sie haben also wieder mal Recht?

        Zur Turul-Rede sagte ich kein Wort.

      • HV Da mich Palóc auf Turulistan angesprochen hat, habe ich den Kontext erläutert. Ich habe auch die FAZ als Quelle genannt. Leider habe ich die Orbán-Turul-Rede nicht belegt, sie ist nachzulesen auf:
        http://derstandard.at/1348284885395/Umstrittene-Blut-und-Boden-Rede-Orbans
        Schade, dass Sie diese heidnische Rede Orbáns, die er doch selbst – bescheiden wie er ist – als „hervorragende Rede“ qualifizierte, nicht kommentieren.
        Wir redeten aneinander vorbei, ich bezog mich auf die Rede Orbáns in Tusnádfürdö 2005, sie auf seine Rede im Parlament. Da ich im Moment vor einer längeren Auslandsreise stehe, werde ich erst im Dezember nachschauen. Möglicherweise war ich gerade im Juli 2005 auf Reisen und habe diese Rede Orbáns in der er die Wörter >>genetisch<>Linke<< in Verbindung gebracht hat, nicht abgespeichert. Aber wenn Sie darauf bestehen, könnte ich ungarische Freunde bitten, mir den genauen Text zuzusenden.

      • Nein, wir redeten nicht aneinander vorbei. Sie haben Orbáns Worte aus Tusnádfürö falsch wiedergegeben. So einfach ist das, weil es sich aus dem NOL-Link ergibt. Die NOL hat sich später sogar ausdrücklich korrigiert. Denn Orbán gab, wie sich übrigens aus meiner Übersetzung entnehmen lässt, die Gedanken anderer wieder. Wenn man weiterliest, was er sagte, gab er sich optimistischer, was die Wandlungsfähigkeit der Linken angehe.

        http://nol.hu/archivum/archiv-457576

        Orbáns Worte im Zitat (Quelle: http://nol.hu/archivum/archiv-457576):

        Nekünk egy nemzeti baloldalra is szükségünk van Magyarországon. Sokan persze szkeptikusak, mondván, hogy különböző – genetikainak talán túlzás lenne mondani -, inkább fogalmazzunk úgy, hogy történeti meghatározottság miatt ennek az esélyei csekélyek. Én azonban optimistább vagyok, mint akik így fogalmaznak. Ugyanis, ha valaki végigpásztázza az európai és a közép-európai baloldal történelmét, akkor azt fogja látni, hogy a baloldal rendkívül gyors változásokra képes. Hajlékony, és az általunk vártnál mindig sokkal könynyebben váltogatja a nézeteit. Ezért egy nemzeti fordulat sem zárható ki.“

        “Wir brauchen auch eine nationale Linke. Viele sind allerdings skeptisch, weil die Chancen hierfür aus mehreren Gründen – es wäre wohl übertrieben, von “genetischen” zu sprechen, eher aufgrund historischer Bestimmung – ziemlich gering sind. Ich selbst hingegen bin optimistischer als die, die sich so ausdrückten. Wenn man sich nämlich die Geschichte der europäischen und mitteleuropäischen Linken ansieht, wird man sehen, dass die Linke zu außergewöhnlich schnellen Veränderungen in der Lage ist. Sie ist anpassungsfähig, und verändert ihre Sichtweisen schneller, als wir das vermuten. Aus diesem Grund halte ich eine nationale Wende nicht für ausgeschlossen.”

        Ich bitte Sie also, im Interesse einer Diskussion, die sich an den Fakten orientiert, Falschzitate künftig zu unterlassen.

        Die Rede in Ópusztaszer war bereits Thema hier im Blog. Und hat – auch wenn ich mich wiederhole – weder mit Ihrem falschen Zitat Orbáns (Rede Tusnádfürdö) noch mit dem Radnóti- Denkmal zu tun.

      • „Fakt ist, Orbans Rede wurde vom Journalisten der FAZ als heidnisch qualifiziert.“ (Zitat Karl Pfeifer)
        Ja, das ist Fakt.
        Wobei offen bleibt, was der Journalist der FAZ denn mit heidnisch gemeint hat. Vielleicht dachte er sich ja, der Orbán, der ist jemand, der nicht der christlichen, jüdischen oder muslimischen Religion angehört, der ist jemand, der nicht an Gott glaubt und erst noch von Karl Pfeifer, Magdolna oder dem Évike, um hier mal das breite Spektrum des Pfeiferschen Glaubenfiebers abzustecken, bekehrt werden muss.

        Oder vielleicht hat der Journalist der FAZ Orbáns Rede ja auch nur als „heidnisch“ im Sinne von „primitiv“ abwerten wollen.

        Was ich jedoch nicht ausschließen möchte, ist eine dritte Bedeutungsvariante des Semems „heidnisch“ von „Heide“, die sich erst im Kontext realisiert.

        Vielleicht wollte der Journalist der FAZ ja nur zum Ausdruck bringen, dass aus seiner Sicht, also aus Sicht eines Trägers und Multiplikators der jüdisch-christlich geprägten abendländischen Kultur mit Adelstitel, das gesunkene Kulturgut der Magyaren, wie auch das primitive Gemeinschaftsgut der Ungarn, in dem nur noch zerzauste Fragmente aus dem magyarisch-uighurischen Mythenkreis flattern, es einfach nicht wert ist, von Orbán gehoben zu werden, weil die von den gehobenen Sozialschichten geschaffene jüdisch-christlich geprägte abendländischen Kultur, deren Repräsentanten Péter Esterházy, László Krasznahorkai, Konrád, Dalos oder z.B. Karl Pfeifer sind, von den niedrigen ungarischen Sozialschichten lediglich übernommen werden müssten, um Ungarns Duldung in Europa, also die von Adolf Hitler & Co praktizierte „vorübergehende Aussetzung der Abschiebung“ auf unbestimmte Zeit verlängern zu können?

        (Der letzte Satz ist etwas lang geraten, Herr Pfeifer. Lesen Sie ihn am besten mehrmals. Ich lese seit Monaten Kahnemans „Schnelles Denken … “ und bin immer noch viel zu sehr am Anfang, ohne mich dem Ende der Lektüre auch nur zu nähern. Ich wollte Sie nicht überfordern. Nein, gewiss nicht. Aber das musste mal gesagt werden, in wessen Tradition Sie mit Ihrem überheblichen Ungarnbashing stehen. So gesehen wären Sie ein vom jüdisch-christlichen Abendland geprägter Nazi, der sich ins 21. Jahrhundert gerettet hat, was von Ihnen jedoch nur rein ideologisch verstanden werden soll, natürlich, wenn das überhaupt noch möglich ist.)

      • Oberlehrer P.H. können Sie uns auch etwas über den Turul Studentenverein während der Horthyzeit berichten?

      • „Palóc es geht um Orbans Rede im Juli 2005 in Tusnádfürdö und nicht um irgendeine Parlamentsrede.“
        Das ist nicht die Rede die ich meine. Ich verweise auf die Rede Orbáns im Europaparlament auf Grundlage derer die FAZ Orbán unterstellte, dass er behauptet habe, Ungarn habe im und seit dem 2. Weltkrieg in Europa die meisten Opfer für die Freiheit zu beklagen. Tatsächlich bezog er sich aber nur auf die Zeit seit, also NACH, dem Ende des 2. Weltkriegs. Dies haben Sie dann flux abgeschrieben. HV kann uns sicher den Link zu seinem Beitrag dazu zur Verfügung stellen. Seitdem behaupten Sie vehement, dass es offenbar zwei Versionen dieser Rede gibt, obwohl die Rede beispielsweise auf YouTube gut dokumentiert ist und Ihr Ungarisch mit Sicherheit gut genug ist, diese Rede zu verstehen. Das Eingeständnis, dass die FAZ seinerzeit Mist geschrieben hat und Sie den Mist übernommen haben, würde ich ganz gerne mal von Ihnen selbst hören (ebenso von der FAZ), aber ich fürchte, dass das in diesem Leben nicht mehr der Fall sein wird.

        Was den Turul angeht, der ist ungarisches Kulturgut. Er spielt eine wichtige Rolle in der Mythologie (dabei ist unerheblich, dass so gut wie kein Ungar diese Mythologie für bare Münze nehmen dürfte, nicht mal bei Jobbik) und er ist als Teil vieler Gebäude und Statuen verewigt. Sozusagen als inoffizielles Wappenentier gilt er vielen – wenn auch nicht allen, wahrscheinlich nicht mal der Mehrheit – als Nationalsymbol. Das sind Tatsachen und Sie haben das bitteschön zu akzeptieren. Sie leben meines Wissens nach nicht in Ungarn, verfügen nicht über die ungarische Staatsbürgerschaft und identifizieren sich auch sonst nicht als Ungarn und deshalb liegt es nicht bei Ihnen zu entscheiden was ungarisches Kulturgut oder Nationalsymbol ist und was nicht (oder was es sein darf oder nicht). Das zu entscheiden liegt bei den Ungarn und deren Entscheidung haben Sie zu respektieren – Punkt. Ihre persönliche Meinung dazu interessiert da ehrlich gesagt keinen. Es würde Ihnen – mit Recht! – auch nicht passen, wenn jemand den Davidstern als Symbol der Rechtsradikalen werten oder zumindest als Mummenschanz abtun würde. Davon kann auch im Fallen des Turuls bzw. Ungarns keine Rede sein, denn der ist viel älter als Jobbik oder die Pfeilkreuzler (selbiges gilt übrigens auch für die Árpádenstreifen, die sogar teil des Wappens sind).

        Nun zum Kontext von „Turulistan“ und Ihrer genauen Wortwahl. Seinerzeit waren Sie darüber aufgebracht, dass Poster hier Ihren Namen verwurstet haben. Obwohl ich diese Verwurstungen noch harmlos empfand verglichen mit Ihrem „Turulistan“, gestehe ich durchaus zu, dass Sie selbst das Recht haben zu entscheiden, was Ihnen bzw. ob es ihnen gefällt, wenn Ihr Name verwurstet wird. Sie haben aber nicht differenziert die Poster angegriffen, sondern gleich eine allgemeine Raubeinigkeit in Ungarn unterstellt, was dann in den Begriff „Turulistan“ mündete. Auch dazu kann HV uns sicherlich einen Link geben. Schon diese undifferenzierte pauschale Wertung empfand ich als rassistisch oder zumindest nahe dran. Und entsprang Frustration wenn nicht gar Boshaftigkeit, also negativen Emotionen.

        Nun zur Wortwahl. Sie kennen sicherlich den Begriff Absurdistan. -stan ist eine nicht seltene Endung von Landesbezeichnungen fernerer Länder (in der Regel mit muslimischen Hintergrund bzw. die aus einem Turkvolk hervorgegangen sind, also einem anderen Kulturkreis zuzuordnen sind als Mitteleuropa), siehe Turkmenistan oder Kasachstan. Im Begriff „Absurdistan“ werte ich den Gebrauch dieser Endung so, dass der Sprecher das bezeichnete Land als „weit ab vom Schuss“, gewissermaßen fremd, nicht normal, indiesem Sinne als exotisch charakterisieren möchte. Ob Sie nun mit Turulistan auf Absurdistan anspielen wollten oder nicht, Sie haben die Endung -stan ebenfalls verwendet, wodurch „Turulistan“ schon nicht mehr Wertneutral ist – sondern abwertend gegenüber dem Turul als auch gegen Ungarn. Ich habe Ihnen bereits erklärt wie der Turul eigentlich zu betrachten ist, Sie jedoch rücken ihn regelmäßig in die rechte Ecke. Was dem Begriff – wenn Sie ihn gebrauchen – eine weitere negative Konotation beschert. Ganz zu schweigen davon, dass der Turul wie gesagt ein ungarisches Kulturgut ist und demnach eigentlich schon aus Respekt nicht verschandelt werden sollte und Sie den Begriff gleich auf ganz Ungarn bezogen haben. Letzteres wiederrum ist ein Urteil über eine Gruppe von Menschen auf Grundlage ihrer Herkunft. HV ist der Anwalt hier, er wird die Definition der Volksverhetzung sicherlich besser kennen als ich, aber… Und wir reden besser erst gar nicht darüber, dass es auch eine ganze Menge Ungarn geben dürfte, die mit dem Turul nichts anzufangen wissen und die deshalb vielleicht nicht glücklich darüber sind, dass man Ungarn auf den Turul reduziert.

        Ich hoffe Sie sehen ein, dass der Begriff in seiner Bedeutung recht problematisch ist. Gerade jemand der sich regelmäßig über „Zigeunerkriminalität“ – ein Begriff, dessen wertende Bedeutung sich eigentlich erst durch den Kontext ergibt und den ich deshalb als weniger probelmatisch empfinde – echauffiert, sollte mit seiner Begriffswahl vielleicht vorsichtiger umgehen, ein Journalist allemal. Die Wahrheit ist, das derartige Ausrutscher passieren können und ich sehe ein dass Sie frustriert waren. Aber Menschen mit anständigen Charakter und Vernunft sind dazu in der Lage sich von derartigen Fehltritten im Nachhinein mindestens zu distanzieren.

        Abschließend möchte ich Sie noch dazu anregen über die Frage nachzudenken, wer am Ende eigentlich verliert und wer gewinnt, wenn wir Symbole wie den Turul oder die Árpádstreifen – die wie gesagt viel älter sind als Jobbik oder Pfeilkreuzler – einfach an die Rechten abtreten. Wäre es nicht vielleicht besser zu thematisieren, dass Neonazis diese Symbole MISSBRAUCHEN?

      • Palóc, >>Der [ 1.] Weltkrieg hatt zu einer raschen Verbreitung des Mythos eines „tausendjährigen“ Ungarns geführt. Dies läßt sich nicht zuletzt davon ablesen, daß ein großer Teil der Gefallenendenkmäler sich der Symbole dieses neuheidnich-völkischen Kultkomplex der Árpádenlegenden des Turulvogels bediente.“ Árpád von Klimó
        János Gyurgyák schrieb „például a Turul Szövetség és a MEFHOSZ…. negyven tagja követelte a minisztertöl a Numerus clausus kiterjesztését az összes föiskolára…“ Seite 122
        Turul hat auch gegen Kuno Klebelsberg protestiert, weil dieser das Numerus clausus Gesetz ändern lassen wollte, auch bei Gyurgyák Seite 128
        „A zsidókérdés Magyarországon“

      • @Herr Pfeifer: Ich glaube nicht, dass das der Turulvogel sich für Numerus-Clausus-Gesetze interessiert hätte. Was nun Turul-Bunde angeht, da wären wir wieder beim Thema „den Turul an den rechten Rand abtreten?“.

        Wäre schön wenn Sie ein wenig detailierter auf denn falschen Mythos des tausendjährigen Ungarns eingehen würden – wie wollen Sie das verstanden wissen? Ungarn (das Volk) gibt es sehr wohl schon 1000 Jahre und länger. Gerade im Westen ist es verbreitet, ein Volk anhand seiner Sprache zu definieren. Also dann: Leichenrede (halotti beszéd), verfasst Ende des 12. Jahrhunderts. Der Turul wiederrum wird bereits in mittelalterlichen Chroniken (z.B. Gesta Hungarorum) als Teil der Legende „Emeses Traum“ erwähnt. Damit kann man mit Sicherheit sagen: der Turul ist in der ungarischen Kultur viel länger vertreten als es Pfeilkreuzler oder irgendwelche andere Nationalsozialisten in Ungarn gibt. Und ehe Sie meine Worte verdrehen können: ich rede vom ungarischen Volk, nicht vom Staat. Der Vollständigkeithalber: beim Staat sieht es komplexer aus, allerdings lässt sich sehr wohl argumentieren, dass das pre-habsburgische Ungarn dieselbe politische Entität darstellt. Gerade auch die Österreicher haben viel Wert darauf gelegt, sich mit der ungarischen Krone zu krönen um sich als Herrscher über Ungarn zu legitimieren – bis in die Zeit des 1. Weltkrieges. Und davor war sie ebenfalls schon in Gebrauch. Man könnte also argumentieren, dass es Ungarn nicht ununterbrochen gab, es aber bereits vor Jahrhunderten schon existierte. Ebenso existierte es ab dem Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn sozusagen als autonomes Gebiet. Das ist aber eine Diskussion die sich unser beider Fachkenntnisse entzieht – sollen sich die Historiker darum streiten.

        Interessant finde ich allerdings, dass Sie nach wie vor keine Einsicht zeigen, sich nicht mal wirklich verteidigen – kommen Sie in Erklärungsnot?

  15. HV:
    Index/MTI
    2005. július 24., vasárnap 18:18 |

    „A baloldal amikor csak teheti, ráront saját nemzetére, így tesz a mostani magyarországi baloldal is, amelynek a jövőben nemzeti fordulatot kell végrehajtania“ – mondta szombaton Tusnádfürdőn Orbán Viktor, a Fidesz elnöke a XVI. Bálványosi Szabadegyetem és Diáktábor zárónapján.

    http://index.hu/belfold/orbiet0723/
    ….
    Allein dieses Zitat meinte ich. Ist das nun ein Fälschung oder hat Orbán das tatsächlich gesagt?

    • Bei Ihnen ist es, als wollte man einen Pudding an die Wand nageln. Sie diskutieren unredlich, springen von einer Behauptung zur nächsten. Ich nenne das Agitation.
      Nochmals: Sie behaupteten hier

      https://hungarianvoice.wordpress.com/2013/11/19/gyor-wie-ein-verkehrsunfall-zu-einem-antisemitischen-straftat-wurde/#comment-16113 ,

      Orbán hätte gesagt, die Linke hätte zu einer nationale Wende „genetisch gar keine Chance“. Das, Karl Pfeifer, hat Orbán nicht gesagt. ich gab Ihnen gerade wieder, was er sagte.
      Nun sind Sie schon wieder beim nächsten Anklagepunkt gelandet. Sie argumentieren nach dem Motto: Und wenn Orbán das nicht gesagt hat, dann hat er eben was anderes gesagt.
      Jeder Leser kann sich anhand der Diskrepanz zwischen Ihrer Behauptung und der Wahrheit eine Meinung bilden. Ich für meinen Teil belasse es dabei. Sonst sind wir wieder bei Harry´s Place.

  16. Pudding an die Wand?
    • Utolsó frissítés: 18:23 GMT +2, 2005. július 23.
    S.G., K.A.
    MODERNIZÁCIÓS ÉS KORTESDUMA
    A helyi közönség szájíze szerinti kampánybeszéd Orbántól

    „Magyarországon a nemzeti életösztön nem elég erős“. Ez oda vezet, hogy a magyarok gyakran nem képesek felismerni saját nemzeti érdekeiket. „A baloldal december 5-én rárontott saját nemzetére“. A baloldalnak „nemzeti fordulatot“ kellene végrehajtania, de „genetikai vagy inkább történelmi meghatározottságai miatt ennek esélyei csekélyek“.
    http://itthon.transindex.ro/?cikk=3424

    • Unabhängig von der Richtigkeit des tatsächlichen Zitats: Sie haben den bei Ihrer Quelle angegebenen Satzbeginn einfach weggeschnippelt. Zensur? Wollen Sie mit Ihrer sinnentstellenden Propaganda beim „königlichen Fernsehen“ anheuern (Ironie!)?

      Was fehlt bei K.P.? –> „Sokan persze szkeptikusak, mondván…“

      Ach, um das hiesige Thema nicht zu vergessen:
      Nach wie vor kein Anhaltspunkt, dass Rechtsradikale ihre Finger bei der Zerstörung der Radnóti-Statue im Spiel hatten. Eine, wie ich finde, gute Nachricht, über die sich Befürworter und Kritiker der Regierung gleichermaßen freuen sollten. Diese Freude lasse ich mir auch durch bewusst verfälschte Zitate nicht verderben.

      • HV ich habe die Quelle angegeben, und alle die es interessiert können nachlesen. Im Gegensatz zu einigen anderen versuche ich nicht lange Postings hier unterzubringen, Zensur hatte ich sicher nicht vor, weil ich eigentlich nur dieses Zitat gesucht und gefunden hatte. Auch Orbán erwähnte das genetische.
        Schön dass Sie sich freuen. Ich las soeben den letzten Tárki Bericht 2012 über Armut in Ungarn. Der ist gar nicht erfreulich.

      • @Karl Pfeifer: schön, jetzt werfen Sie mir auch noch lange Postings vor. Gerade Sie, der sich regelmäßig begriffstutzig stellt und einem die Worte im Munde verdreht. Da schreibe ich lieber einen längeren Post als dreimal mit Ihnen Ping Pong zu spielen / hin und her zu diskutieren – das ist unterm Strich sogar noch kürzer…

  17. Polizisten können verschiedene Motive haben eine antisemitische Tat zu vertuschen,
    Polizisten können auch Motive haben eine Tat zu vertuschen, die aber absolut nix mit Antisemitismus zu tun hat, sondern damit, dass sie einfach in den letzten 30 Jahren versagt haben.
    Wenn sich das Motiv als Tatmotiv herausstellt, dann wäre das aber so was von peinlich, dass es wirklich verschwiegen werden sollte.

  18. Pingback: Tagesanzeiger: Bernhard Odehnal thematisiert die Radnóti-Statue | Hungarian Voice - Ungarn News Blog

  19. Hallo Herr Kronzeuge 😉
    Nun nach Meinung einiges Experte ist das „antisemitische“ Attentat auf die Radnoti Statue noch nicht genug hochgekocht wurden und somit muss man es nochmal aufwärmen.

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Unfall-oder-antisemitischer-Anschlag/story/14037554
    Nachdem sich Meister O. auch auf die Kisalföld beruft, hätte er noch einige Artikel zur Radnoti Statue lesen sollen,aber was macht das für Eindruck in der Internationalen Presse zu erwähnen, dass die Statue ein beliebter Treffpunkt war???
    Übrigens hat noch niemand erwähnt, dass es in Abda noch ein großes Radnoti-Denkmal gibt.
    Das zu zerstören, wäre sicher viel „durchschlagender“ gewesen.
    Das wirklich Schlimme ist, dass man das Denkmal von Radnoti, mal wieder für politische Meinungsmache missbraucht.

  20. Pingback: Radnóti-Statue: Unfallfahrer verwarnt, 3 Monate Fahrverbot verhängt | Hungarian Voice - Ungarn News

  21. Wo sind sie nur alle unsere Pressefuzzis?
    Wie ging doch ein Aufschrei durch die Medienwelt, als das Denkmal von Radnóti zerstört wurde?Hab gerade vergeblich versucht eine deutschsprachige Mitteilung zu finden, dass heute am 7. November das neugeschaffene Radnóti-Denkmal in Abda eingeweiht wird.
    Aber da man dieses Ereignis nicht so richtig medienwirksam ausschlachten kann, ist das selbstverständlich auch nicht interessant.

  22. Pingback: László Nemes, die Jüdische Allgemeine und der schmale Grat zwischen Dichtung und Wahrheit – Hungarian Voice – Ungarn News

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