Jungle World: Karl Pfeifers Interview mit Ferenc Gyurcsány

Der österreichische Journalist Karl Pfeifer hat für die linke Wochenzeitung Jungle World ein Interview mit Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány, dem Vorsitzenden der Partei Demokratische Koalition (DK), geführt.

http://jungle-world.com/artikel/2013/47/48871.html

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71 Kommentare zu “Jungle World: Karl Pfeifers Interview mit Ferenc Gyurcsány

  1. @Paloc
    Viel Spaß bei der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem von Herrn Pfeifer geführten Interview mit Gyurcsány. Ich bin wirklich gespannt, was dabei raus kommt..
    Mahlzeit.

  2. Genial: Gyurcsány fordert im Interview eine Steuerentlastung der Konzerne und eine Senkung des Mindestlohns im Osten Ungarns (dabei ist der Mindestlohn ohnehin bloß eine statistische Größe; niemand arbeitet um diesen Betrag 40h/Woche). Da Sozialversicherungsleistungen (Müttergeld, Arbeitslosengeld, Mindestrente etc) an den Mindestlohn gekoppelt ist, möchte er die Armen (im Osten) offenbar noch ärmer machen. Oder ihre Absiedelung fördern.
    Das sind sensationelle Steuerpläne, mit denen die linke Opposition die Wahl 2014 garantiert gewinnen wird (Achtung, Ironie!).
    Auch faszinierend ist sein logischer Gedankensprung: Das Wahlrecht für Trianon-Ungarn (die im Übrigen in der Slowakei, in Rumänien, in Serbien oder in der Ukraine arbeiten) ist pfui, aber das Wahlrecht für Inlandsungarn, die zum Arbeiten ins Ausland (zB in die Slowakei!) gegangen sind, ist jedoch hui. Richtig wäre, beiden Ungarn das gleiche Wahlrecht mit einheitlichem Verfahrensrecht zu geben, weil wesentliche, sie betreffende Entscheidungen (zB Auftreten als „Schutzmacht“, wie es Österreich im Fall von Südtirol unternimmt, Versorgung mit Informationen/ Kulturleistungen auf Ungarisch – man denke hier an das staatliche Duna TV, Ermöglichung/Erleichterung von Bildung/Weiterbildung in Ungarn oder „vor Ort“ auf Ungarisch, Gestaltung eines Steuer- und Sozialversicherungssystems, das für Auslandsungarn mit Einkünften in Ungarn beachtlich ist, Ausgestaltung von Infrastruktur in Ungarns Grenzbereich) in Budapest getroffen werden.

    • Sein Dilemma sieht Gyurcsány darin, dass man ihn als „charismatischen Politiker“ einschätzt und einige ihn deshalb nicht wollen. Ezeknek azt üzeni:
      „Fürchtet Euch nicht!“

      (Was zahlt Gyurcsány eigentlich für ein Interview mit ihm?“

  3. Mit seiner gentryhaften Nonchalance war mir Gyurcsány zuletzt sogar ein wenig sympathisch. Als Ministerpräsidenten fand ich ihn im Ausland rein optisch schon präsentabler als Orbán (geben wir es doch zu, Orbán sieht manchmal einfach aus wie ein Prolet). Aber es ist schon krass, dass ich keiner einzigen Aussage Gyurcsánys im Interview zustimmen kann. Hoffentlich bleibt er für ewig in der Versenkung.

  4. Zur sog. demokratischen Opposition wird die Partei, die heute im Parlament als Oppositionspartei sitzt partout nicht dazugezählt. Von dem Rest kriege ich nur Gänsehaut und ein déja-vu. Ich wünsche es keinem dass die Ideen verwirklicht werden.
    In der Einführung wurde es nicht erwähnt, was mit was für Tricks der „erfolgreiche“ Geschäftsmann nach der Wende gespielt hat. Ich meine die Steuerhinterziehungen, usw, weswegen in jedem bürgerlichem, west-europäischen, demokratischen Land dieser erfolgreiche Geschäftsmann hinter Gittern sitzen würde.

  5. „Diese Propaganda betont ständig, wie schwach die Opposition sei, trotzdem attackieren die regierungsnahen Medien diese, oft auch unter der Gürtellinie. Sie aber werden richtig verteufelt. Warum?

    Meine neue Partei, die Demokratische Koalition (DK), ist der härteste Gegner des Orbán-Regimes und ich bin der zielstrebigste oppositionelle Politiker. Dazu kommt noch, dass ich 2006 bei einer Fernsehdebatte der Ministerpräsidentschaftskandidaten meinem damaligen Herausforderer Viktor Orbán eine schwere Niederlage bereitet habe. Wenn er könnte, würde er mich aus der Politik entfernen.“

    Pfeifer spricht von „Propaganda“, ist aber selbst lediglich Stichwortgeber für Gyurcsánys Eigenwerbung. Der härteste Gegner und zielstrebigste Politiker? Orbán eine „schwere Niederlage“ beim Fernsehduell 2006 zugefügt? Meine Güte, geht es noch überheblicher? Er war der Totengräber der MSZP und betätigt sich nun an der Zersetzung der Opposition, einzig mit dem Ziel, sein eigenes Überleben zu sichern. Wenn Ungarn auf solche selbst ernannten „Charismatiker“ angewiesen ist, bedaure ich dieses Land. Seine Aktion am 23.10.2013, in der er seine DK bewarb, sich selbst als Retter gerierte und sogar seine Leute dazu brachte, MSZP-Chef Attila Mesterházy, immerhin den Oppositionspolitiker mit der weitaus größten Parteiunterstützung hinter sich, auszubuhen, spricht Bände. Unterirdischer geht es nicht mehr. Ein Spalter übelster Sorte, dem es nicht um die Opposition, und nicht einmal um die DK geht, sondern nur um sich selbst.

    Letztlich beneide diesen Mann aber: Er hat offensichtlich keinerlei Selbstzweifel.

    Karl Pfeifer muss sich fragen lassen, warum er statt des abgehalfterten Gyurcsány, der durch Bed & Breakfast im Plattenbau und Übernachtungen im Hohen Haus von sich reden macht, nicht lieber Gordon Bajnai oder Mesterházy interviewt hat. Wo liegt aus Sicht des Interviewers die Relevanz Gyurcsánys?

  6. „Meine neue Partei, die Demokratische Koalition (DK), ist der härteste Gegner des Orbán-Regimes und ich bin der zielstrebigste oppositionelle Politiker“
    Welcher ernsthafte MSZP-Politiker bekommt bei solchen Sätzen nicht das Lachen oder Grausen.

    11 Fragen und 11:0 für Pfeifer – aber alles Eigentore.
    Selbst der Hinweis von Gyurcsány auf das Jahr 2006, welches in Ungarn als Wendepunkt in Gesellschaft und Politik verstanden wird, die Staatsfinanzkrise Ungarns offenlegte und für Gyurcsány das langsame Ende bedeutete, wird von Pfeifer nicht für ein paar kritische Fragen genutzt.

    Was die ungarische Morgenröte für Jobbik
    ist Ferenc Gyurcsány für MSZP.

    – und Pfeifer, wie mir scheint, für den seriösen, weltoffenen Journalismus
    (obwohl ich letzteres nicht beurteilen kann, denn ich kenne zuwenig von Herrn Pfeifer)

    Die Linke ist leider zu doof. Sie atomisiert sich immer weiter.
    So wird das nichts mit einer regierungsfähigen Opposition.

  7. Beim Stichwort „2006“ hätte Herr Pfeifer noch mal nachhaken können. Wegen der damaligen Fernsehdebatte wird Gyurcsány heute sicher nicht „richtig verteufelt“, sondern die „Lügenrede“ und ihre Folgen waren die Gründe. Dem Interviewten mag das Thema ja zum Hals raushängen, aber dem Leser auf diese Frage eine solche Antwort zu geben, kann niemanden überzeugen, der sich ein bisschen auskennt. Schon gar nicht lässt die Reaktion so etwas wie Selbstkritik, Einsicht oder einen Lerneffekt erkennen. Mein Fazit: Geh endlich in Rente, Féri!

  8. Ungarnfreund ist mein liebster Stichwortgeber.
    Vielen Dank auch an Herrn Pfeifer, der sich der Sache Gryurcsánys so engagiert angenommen hat. Das spornt an.

    Wie es ist, habe ich Sanyi gestern am Telefon gefragt. Noch im Oktober hatten wir zusammen auf dem St. Georgsberg .sieben Mandelbäumchen gepflanzt und uns dabei über Politik unterhalten. Vor sechs Wochen war er noch unentschlossen. Das Pfeifkonzert am 23. Oktober, mit dem Gyurcsánys Truppe Olga Kálmáns Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte, hatte ihn schwer getroffen. Sanyi ist ewiger Schiedsrichter. Falscher Elfmeter – Gelbe Karte, die Fifa-Regel zur WM 2010 war nur für Torhüter eine gute Nachricht. Die Angst des Schiedsrichters vor dem Pfeifkonzert ist ihm geblieben. Sanyi sagt , Mesterházy hat zu wenig Profil und Bajnai, naja, Bajnai würde nie gewählt werden, in Ungarn nie.

    Inspiriert von Pfeifers Interview habe ich das Gespräch mit Sanyi gestern noch einmal auf die Wahl im Frühsommer gelenkt. Wenn er im Mai zwischen einem vollen Korb mit Kirschen, in dem eine Küchenschabe wuselt oder der vereinigten Linken wählen müsste, wofür er sich denn entscheiden würde, versuchte ich ihn zu provozieren. Er sagte nur, er glaube nicht, dass der Kirschbaum hinter dem Haus in diesem Jahr noch trägt. Letztes Jahr hätte der Frost die Kirschblüte geschädigt. Dazu sei noch der Hagel gekommen und die Trockenheit. Ich hakte nach: Sanyi, wenn Du die Wahl hättest, sagen wir es so, zwischen einer Schüssel Kirschen mir einer Kakerlake drin und …. Er ließ mich nicht ausreden. Er habe noch nie Kakerlaken zwischen seinen Kirschen gehabt. Im Übrigen würde er sich vor nichts ekeln. Den Kirschbaum müsse er nur vor der Blattlaus schützen und der Rosenkäfer sei noch viel gefährlicher. Der gehöre zu der Unterordnung der Polyphaga. Der Vollkerf des Rosenkäfers, Sanyi sagte Imago, ein Wort, das ich wegen Keno Verseck aus meinem Wortschatz gestrichen habe, das erwachsene, geschlechtsreife Insekt ernähre sich nahezu ausschließlich durch das Lecken an Flüssigkeiten, wie etwa an alten Wunden und würde die Brut und Nahrungsvorräte von Sozialen Insekten fressen. Kakerlaken sind keine Scarabaeoidea. Sie könnten ihn nicht schrecken.
    Ich gab auf. Als ewiger Schiedsrichter ist Sanyi unparteiisch. Er ist einfach kein Referenzpunkt wie Gyula Grosics, der legendäre Torhüter der ungarischen Nationalmannschaft, die von 1950 bis 1954, unbesiegt blieb, der auch noch 2009 Partei ergriff, als sie ihm die Ehrenbürgerschaft verleihen wollten,. Nem akart Sztálinnal egy tálból cseresznyézni. Sanyi bleibt das Arschloch, das er immer war und Gyurcsány ist sein größter Wunsch, weil er nur eine Angst kennt, dass Orbán ihm die Rente kürzt.

    http://index.hu/belfold/budapest/2009/11/03/grosics_nem_akar_sztalinnal_egy_talbol_cseresznyezni/
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gyula_Grosics

  9. Hat zwar jetzt nix mit Gyurcsány zu tun, aber evtl. kann man mir mal auf die Sprünge helfen, denn irgendwie komme ich mir gerade vor wie der letzte Depp.

    „Kritische Beobachter tun sich schwer, das Regime des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zu charakterisieren. Oft bleiben sie an der Oberfläche und sehen es als eine Art Fortsetzung des Regimes Miklós Horthys (1920 bis 1944) oder charakterisieren es als faschistoid beziehungsweise völkisch. Doch diese Zuschreibungen erfassen nicht die ganze Realität.“
    So weit so gut …und dann las ich weiter und irgendwie hab ich dann haarscharf geschlussfolgert: Es muss ja jetzt noch schlimmer sein, als damals??????
    Aber sicher hab ich da aber so was von missverstanden, oder?
    Ach, ja kommt sicher davon, dass ich kein kritischer Beobachter bin.

    http://jungle-world.com/artikel/2013/48/48907.html

  10. So ein Mist, hab ich doch den Vortrag des Jahres von Gyurcsánys Interviewpartner versäumt…

    http://rotesmuenchen.blogspot.de/2013/11/volkisches-krisenbewaltigung-in-ungarn.html

    Das Motto: „Mitmachen – selber machen – Kapitalismus kaputt machen“. Ob die Zuhörer erfahren haben, dass Pfeifer sonst der Regierung oftmals Wirtschaftspopulismus vorwirft, weil sie den zügellosen Neoliberalismus der „sozialdemokratischen“ MSZP nicht teilt? Ist ja sehr putzig…

      • Das stimmt so konnten wir in Frankfurt ein Vortrag verhindern durch kritische Frage im Vorfeld. /Heinrich Boll Stiftung/
        Tamas Bauer war da mutiger, er zog seine Gehirnwäsche durch. Allerdings wurde die Veranstaltung abgebrochen nach 3 kritischen Fragen abgebrochen.
        Herr Pfeifer wollten Sie mit dem „Vortrag“ die „Besorgnisse“ beseitigen oder sie generieren?
        Und wer sind die antisemitischen Agitatoren in Ungarn (die Jobbik mal weggelassen die sind für mich auch undiskutabel und sie sind auch keine Typisch Ung. Erscheinung)? Ich stelle die Frage weil ich als De. Rentner von Mai bis Oktober in Ungarn mein Anwesen pflege und außer Juden-, Zigeuner- und Polizistenwitzen keine bemerkenswerten Repressalien angetroffen habe.

  11. …und das Interview von Pfeifer mit dem neoliberalen Lügensozialisten Gyurcsány war
    wirklich eine Offenbarung für mich. Pfeifer ist kaum zu toppen.
    Kapitalismus kaputt machen – also ran an den Speck. Bei Gyurcsány werdet ihr fündig – und bei den Pfeifers unterm roten Sofa auch.

    https://hungarianvoice.wordpress.com/2013/12/01/jungle-world-karl-pfeifers-interview-mit-ferenc-gyurcsany/

    Lesenswert, wie Gyurcsány nun mit 16 Punkten daher kommt. Mit einem wahrlich roten Programm:
    http://www.budapester.hu/2013/12/06/gyu%C2%ADrcsany-legt-16-punkte-programm-vor/

    • Dr. Mokus, Ihre „Argumentation“ ist primitiv. Denn ich war ja auch am 28. November
      von einer norddeutschen reformierten Kirchengemeinde eingeladen einen Vortrag zu halten, Werden Sie jetzt fündig bei den „Pfeifers christlichem Sofa“?
      Anstatt sich mit Inhalten auseinanderzusetzen gibt es auf HV Pawlowsche Reflexe. Das spornt an.

      • Schön, dass sie sich melden, Herr Pfeifer,
        Ihr Interview in Jungle World spricht Bände. Primitiver geht es kaum, die Gründe dafür habe ich schon früher dagelegt. Wer die jüngere Geschichte Ungarns kennt und 2006 direkt vor Ort war, nicht nur vor der Glotze, der kann bei Verstand nur über ihre Verkürzungen und Verdrehungen lachen – oder verzweifeln. Was Sie im einzelnen so machen, kann ich nicht nachvollziehen. Ich reise Ihnen nicht hinterher. Aber das, was ich von Ihnen hier mitbekomme zum Thema Gyurcsány und die ungarische Linke ist brutal doof, ist bemerkenswert typisch für die Medientruppe im Westen. Ich hätte anderes erwartet.
        Dass Sie letztendlich sogar den Fidesz stärken, müsste Ihnen bekannt sein. Auch ich habe kein Interesse an seiner 2/3 Mehrheit – nirgendwo. Auch nicht für der CDU unter Merkel.

        „Anstatt sich mit Inhalten auseinanderzusetzen gibt es auf HV Pawlowsche Reflexe“
        Auch typisch. Meinungsdiktatur. Ist jemand nicht ihrer Meinung, dann ist dessen Denken primitiv. Ein Kennzeichen fast der gesamten linken Szene.

      • Ach, in dem Interview ging es um Inhalte? Etwa darum, dass man Gyurcsány verfolgt, weil er so charismatisch sei?

        Machen Sie sich bitte nicht lächerlich 🙂

        Haben Sie Gyurcsánys 16-Punkte gesehen? Die hätte er Ihnen und den JW-Lesern mal avisieren sollen. Es wäre interessant zu erfahren, was die davon halten.

      • „… war ja auch am 28. November
        von einer norddeutschen reformierten Kirchengemeinde eingeladen ..“

        Griaß God, Herr Pfeifer, basst scho. Das Glossar für Linkssprech – Edition München liefert dafür die Erklärung: „Entrismus“. Kann jeder hier nachschlagen. http://rotesmuenchen.blogspot.de/p/glossar.html
        Das Gegenstück zum Entrismus ist Penetrismus, sozusagen die Variante für die Personen ohne Sex Vagina, die nicht automatisch dem Gender Frau zugeordnet werden können, also die Variante für Personen mit Sex Pfeife die politisch korrekt dem Gender Mensch zuzuordnen sind.
        Apropos Weihnachtszeit im Norddeutschen Tiefland, waren Sie da zur Rassismusdebatte eingeladen? Als Nikolaus oder als „Schwarzer Peter“ verkleidet?
        http://www.welt.de/vermischtes/article121276008/Schwarzer-Peter-Rassismus-Streit-ueber-Nikolaus.html
        Oder kämpft die penetrante Variante des Entrismus in Norddeutschland mit offenem Visier?

  12. Nur zu. Der Pawlowsche Reflex kann auf HV gut beobachtet werden.
    Nur so weiter, denn Ihr Verhalten zeigt die Diskussionskultur von Fidesz bzw Jobbik.

      • Hier wird den Christen in Bremen-Blumenthal, die besorgt sind wegen der antisemitischen Agitation in Ungarn und mich eingeladen haben, unterstellt, sie wären naive fellow traverllers und ich ein kommunistischer Propagandist.
        Dr. Mokus, noch lebe ich in Österreich und muss keine Rechenschaft ablegen, wie und warum ich ein Interview mache.
        HV sie meinen also, das Orbán Regime wäre faschistisch? Das geht darüber hinaus, was ich in meinen Vorträgen sage.

      • Herr Pfeifer, Ihre Sätze, die Sie mit „Sie meinen also…“ einleiten, kann man immer mit NEIN beantworten. Es dürfte das gefühlte hundertste Mal sein, dass Sie mir was unterjubeln wollen.

        Weder halte ich Fidesz für faschistisch (das Merkmal des Antifaschismus unserer Zeit ist ja, dass er alles mögliche darunter subsumiert, von Horthy bis hin zu „Orbánistán“, Faschismus braucht es dafür nicht), noch halte ich Vorträge vor Linksextremisten. Der einzige Vortrag, den ich in aktuellen ungarischen Fragen hielt, fand 2012 statt und betraf den Rechtsschutz zum ungarischen Verfassungsgericht. Neben mir sprachen u.a. auch Prof. Dr. Herbert Küpper, Prof. Dr. Peter Paczolay (Präsident des ung. Verfassungsgerichts), Dr. Péter Darák (Präsident der Kurie), Prof. Dr. Klaus Tolksdorf (Präsident des Bundesgerichtshofes) und diverse ungarische Professoren. Ach, und Máté Szabó war auch dabei.

      • HV Sie kamen ja mit dem Antifaschismus und da Antifaschisten, wie schon der Name sagt, gegen Faschisten sind, ging ich von der Annahme aus, dass Sie auch Fidesz als faschistische Partei qualifizieren.
        Wie finden Sie es, wenn der Fideszfraktionschef A.R. sich zum Hausarrest einer slowakischen Staatsbürgerin äußert und das Gericht, darauf diese Frau sofort wieder in Untersuchungshaft nimmt? Gab es auch unter der vorherigen Regierung solche Fälle?

        Dr. Mokus: kennen Sie die Namen aller ehemaliger MSZMP-Mitglieder, die heute prominent bei Fidesz sind? Oder meinen Sie ehemalige III/III Spitzel, die im Dunstkreis von Fidesz gelandet sind, wären gute ehemalige Kommunisten und diejenigen, die zur MSZP gingen, sind schlechte ehemalige Kommunisten? Frau Morvai hat tatsächlich für eine MSZP-SZDSZ Regierung gearbeitet, und es gibt andere bei Jobbik, die das auch getan haben. Die Dame, die jetzt die Medienbehörde leitet, war nachdem sie Anwältin des kommunistischen Zeitungsherausgeber war, Anwältin des antisemitischen „Magyar Forum“, um dann nach der Niederlage von MIÉP 2002 zur Fidesz zu finden.

        Von Fidesz kontrollierte Medien Echo-TV, Magyar Hirlap, Demokrata „beinhalten Gedankengut, das in Östereich oder in Deutschland nur von Neonazis propagiert wird“.
        Krisztián Ungváry in der Europäischen Rundschau 2013/2
        Kein Wort darüber Dr. Mokus, dass Jobbik und Fidesz zum Teil Wähler hat, die hin und her wechseln.

        Was mir schwer fällt zu erklären, warum hier Einige vehemente Angriffe gegen die ung. Opposition führen, die fast keine Chance hat V.O. zu besiegen? Warum Angst haben vor einer Opposition, wenn so viele Ungarn den charismatischen Anführer mit „Viktor, Viktor“ begrüßen und wenn es Wahlgesetze gibt, die dem Wahlschwindel zugunsten von Fidesz Tür und Tor öffnen? Und vor allem, wenn man in jeder ung. Fernsehsendung und in den Printmedien die von der Regierung aufgestellte Behauptung finden kann: „Magyarország jobban teljesit“, „Ungarn leistet mehr“.

      • Haben Sie mit den Richtern gesprochen? An der Beratung teilgenommen? Sie wissen, dass sie Rezesová „darauf sofort“ wieder in Haft genommen haben? Haben Sie Kontakte zum Gericht oder sind Sie Hellseher?

        Sie werden vermutlich gelesen haben, dass die ungarische Justiz sich diese Art unwürdige Einmischungsversuch verbeten hat. Bis hinauf zum Kurienpräsidenten.

      • Jobbik-Wähler kommen nach Wählerstromanalysen großteils von der MSZP. Wussten Sie das nicht, oder versuchen Sie hier Nebelkerzen zu werfen?

        Was den „Wahlschwindel“ angeht, der durch das neue Wahlgesetz begünstigt werden soll, so bitte ich Sie, Ihre steile These zu begründen. Haben Sie diese Hocherkenntnis selbst geschöpft oder geben Sie nur das wieder, was Ihnen die DK mit auf den Weg gab?

      • Herr Pfeifer referiert nicht nur vor den Rotznasen der Ruth-Kampa-Partei in München. Auch Leser der Illustrierten „Stern“ bleiben im linken Spinnennetz kleben. So der Pastor i.R. Ridder, der sich, aufgewühlt durch einen Bericht des Journalisten Bernhard Albrecht in der Illustrierten Stern über die „Wiederkehr des Hasses“ in Ungarn, an die Grüne Europaabgeordnete Helga Trüpel um Hilfe wandte http://www.helgatruepel.de/zurperson/fghfghfgh.html ,
        was dem bekennenden Entristen die penetrante Chance eröffnete, auf einer Solidaritätsveranstaltung in Bremen aufdringlich und eindringlich für seinen Charismaten Gyurcsány zu werben.

        Spaß bei Seite, mit der Nachricht, die Musiker-Truppe habe ’ne Horthy-Büste als Anker fallen lassen, um die reformierte Kirche Ungarns an die Kette zu legen, ist klar, sobald der Anker fasst und wenn Geiger jun., Pfeifer & Co. die Kette nicht wieder loslassen, dann lässt sich das Schiff Kirche abstoppen und eintörnen. Horthy trägt als Anker. An ihm müssen sich die Reformierten jetzt messen lassen.
        http://rapidshare.com/share/EDE470FDB785E95E23C952014D34AC59

        Wie sich einst Opa Gaucks Onkel Gerhard an die Kette seiner „existenziellen Erfahrungen“ legen ließ, damals, als nach dem Mauerbau sich die EKD „von denen“ spalten ließ.
        http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-das-geheimnis-um-den-onkel_aid_524185.html

        PeterHerche@online.de

      • Dieser Link fehlte noch.
        http://www.kirche-bremen.de/gemeinden/65_st_magni/14381.php

        Übrigens war Helga Trüpel auch „Host“ jener denkwürdigen Veranstaltung der Grünen in Brüssel, an der Ágnes Heller sich zu der Aussage verstieg, während der Unruhen in Budapest 2006 habe die Polizei nicht auf Menschen geschossen und habe keine Menschen gequält. Die Opfer der Polizeigewalt, die ihr Augenlicht verloren, deren Finger gebrochen und die gesetzeswidrig festgehalten wurden, erinnern sich da freilich anders.

        Und um Karl Pfeifers Einwand zuvor zu kommen: Ja, es gab gewaltsame rechtsradikale Übergriffe, auch gegen die Polizei. Was im September 2006 im Gebäude des ungarischen Fernsehens passierte, ist aktuell Gegenstand eines Strafprozesses. Sein Interviewpartner Gyurcsány war damals Premier und trug für diese katastrophalen Pannen die politische Verantwortung. Die Frage hat Pfeifer wohl vergessen…

  13. Wir reden von Gyurcsány und Interviews, Herr Pfeifer, nicht von Pawlow und den Pawlowschen Reflexen der links-liberalen Medien. Die kennen wir doch 🙂 !!
    Sie weichen aus. ICH MÖCHTE WISSSEN: WIE KOMMEN SIE ZU SOLCHEN INTERVIEWS?
    Seit wann ist es illegitim, zu hinterfragen, warum Sie posthum der Regierung Gyurcsány Geltung verschaffen, und das bei Leuten, die – wenn sie Gyurcsánys Politik und Vergangenheit kennen würden – sich erbrechen müssten?

  14. Herr Pfeifer, im Internationalen Frühschoppen bei phoenix.
    Ein ungarische Journalistin: Fidesz ist keine antisemitische und antiroma Partei.
    Aber: Jobbik ist eine Abspaltung von Fidesz. Sozusagen „Fleisch vom Fleische“, wie ein anderer sagte.
    Kein Wort davon, dass überwiegend MSZP- Wähler in die rechte Ecke gegangen
    sind – zu Jobbik. Und auch kein Wort von der ehemaligen Mszp Politikerin und heutigen Jobbik- Spitze Morvai Krisztina. Und natürlich wieder kein Wort über die skandalöse
    Zeit der MSZP/SZDSZ Regierung, die das alles möglich machte.

    • Ich glaube, Sie haben mich verstanden. Aber ich wiederhole mich gerne: Woher wissen Sie, dass das Gericht die Haft anordnete, weil Rogán seinen Aufstand aufführte? Besteht Kausalität oder haben Richter das Recht, ihre Beurteilung zur vorläufigen Festnahme zu ändern, ohne Karl Pfeifer um Erlaubnis zu bitten?

      Wenn Sie meine Meinung zur Sache wissen wollen: Natürlich bestand ein Haftgrund, in der Sache stimme ich Rogán zu. Er hat als Parlamentarier aber jeden Versuch zu unterlassen, die Justiz weder verbal oder sonst wie zu beeinflussen.

  15. HV Aha reiner Zufall. Der Fraktionschef A.R. kritisiert ein Gerichtsurteil und ein paar Stunden später wird das Urteil kassiert und die Beschuldigte wandert wieder in die Untersuchungshaft.
    Zufälle gibt es in Ungarn. Und es gibt Menschen wie mich, die nicht daran glauben.
    Denn es gibt zuviel Zufälle in Ungarn.
    Wie immer, Frau Rzesova wird sich am Ende bei Antal Rogán bedanken. Denn wenn sie sich am Ende nach einem Gerichtsurteil an das EMGR wendet, wird man solch eine Intervention eines Politikers richtig einschätzen.
    Und bitte erklären Sie uns nicht, dass A. Rogán zufällig seine Bemerkung machte.

    • „Und bitte erklären Sie uns nicht, dass A. Rogán zufällig seine Bemerkung machte.“

      Anstelle von sich in der königlichen Mehrzahl zu sprechen, sollten Sie besser lesen, was ich zu Rogán schrieb. Da werden Sie nichts finden, was den Schluss zuließe, ich hielte seine Bemerkung für zufällig. Ich schrieb wörtlich:

      „Er hat als Parlamentarier aber jeden Versuch zu unterlassen, die Justiz weder verbal oder sonst wie zu beeinflussen.“

      Was Ihre Andeutung angeht, eine ganze Kammer eines Berufungsgerichts gehorche Antal Rogán, sollten Sie die Stellungnahme des Gerichts selbst lesen:

      „Semmi összefüggés nincs Rogán Antal nyilatkozata és a bíróság döntése között“ – mondta az Origónak Koszta János, a Budapest Környéki Törvényszék szóvivője. Szerinte ezt az bizonyítja a legjobban, hogy a Rezesová személyi szabadságáról döntő bírói tanács már ülésezett akkor, amikor kedden délelőtt Rogán kirakta a videót, és a sajtóban elterjedt a hír. A szóvivő szerint a tanács tagjai csak az után értesültek Rogán videójáról, hogy az előzetesről szóló végzést aláírták. „Fizikailag kizárt, hogy ez a politikusi nyilatkozat bármilyen hatást gyakorolt volna a bíróságra“ – mondta Koszta.“

      http://www.origo.hu/itthon/20131204-miert-kerult-ujra-elozetesbe-eva-rezesova.html

      Es ist bemerkenswert zu sehen, dass Sie den Fall Rezesová – übrigens nicht besser als Rogán – für billigste Demagogie nutzen. Der EGMR? Aha. Die vier Toten, die die offensichtlich sturzbetrunkene Dame nach den Feststellungen der ersten Instanz buchstäblich von der Autobahn schoss, interessieren in diesem Dialog offenbar nicht. Was mich zu der Frage führt: Was hat dieser Fall eigentlich mit Ihrem Interview zu tun?

      • Was hat dieser Fall eigentlich mit Ihrem Interview zu tun? Ist doch klar, Herr Pfeifer hat in mehreren Bereichen ein paranoides Gedankensystem entwickelt. Sein zentrales Thema sind vermeintliche, rechtsstaatswidrige Zufälle in Ungarn, an denen A. Rogán mitgewirkt habe. Auffällig und für die Krankheit bezeichnend ist, dass er inzwischen weitere Instanzen in dieses Wahnsystem einbezieht, z. B. den EMGR, Viktor Orbán, Ritter Nikolaus Horthy von Nagybánya und András Hegedüüs, mit dem er Interviews geführt hat.

      • Ich habe von einer Jugendgruppe der Linken in München gesprochen, bin also laut diesen HV- Fachleuten für politische Kategorisierung ein „Roter“, Ein Pastor wird angegiftet, weil er den „Stern“ gelesen hat und hier werde ich von P.H. als geisteskrank hingestellt.
        Ich bin aber weder Mitglied der Partei der Linken, auch nicht Mitglied der SPD, deren Bundestagsabgeordnete mich eingeladen hat vier Tage vor den Wahlen in D in einem Parteilokal aus meinem Buch zu lesen, Und schon gar nicht der Grünen Jugend, die mich bereits ein paar Mal eingeladen haben, um über Ungarn einen Vortrag zu halten.
        Wenn ich an einer Universität einen Vortrag halte über Ungarn, werde ich ja auch nicht zum Akademiker.
        Ich kann wirklich nichts dafür, wenn ich so viele Einladungen erhalte, um über die „Ungarische Krake“ und den „postkommunistischen Mafiastaat“ (MAGYAR POLIP A POSZTKOMMUNISTA MAFFIAÁLLAM) zu sprechen. Das Buch, das leider nur auf Ungarisch vorhanden ist, kann ich allen Ungarisch lesenden Menschen empfehlen,
        Die geballte Wut, weil ich es gewagt habe auf gewisse Zusammenhänge hinzuweisen, wenn ein paar Stunden nach einer Erklärung von Rogán eine Beschuldigte wieder in die Untersuchungshaft genommen wird wird verständlich, weil HV versuchte das als puren Zufall hinzustellen.
        Und jetzt soll ich sogar Partei ergriffen haben für diese Beschuldigte, für die auf HV die Unschuldsvermutung nicht zu gelten hat. Ohne den Anspruch zu erheben in die Zukunft schauen zu können, wage ich die Voraussage, dass Frau Rezesova sich noch bei Herrn Antal Rogán bedanken wird.
        HV Sie aber könnten sich bei mir bedanken, dass meine ruhigen und höflichen Beiträge solche Reaktionen auslösen.
        Die nicht Fidesz-Jobbik Sympathisanten unter den Lesern, die nicht Ungarisch können, erfahren dadurch, wie man in Ungarn mit Menschen umgeht, welche die Mantra von „links-liberal“, „neo-liberal“, „Rote“ und von den Teufeln Gyurcsány und Bajnai nicht akzeptieren.
        Die Diskussionsmethoden auf HV können und sollten von Wissenschaftlern untersucht werden.
        Wünsche allen Lesern eine gesegnete Adventzeit und eine angenehme Woche.

      • „Und jetzt soll ich sogar Partei ergriffen haben für diese Beschuldigte, für die auf HV die Unschuldsvermutung nicht zu gelten hat.“

        Werter Herr Rechtsgelehrter Karl Pfeifer,
        Ihre Phantasie, die Sie fortwährend dazu nutzen, sich in Debatten und bei Kritik als Opfer zu stilisieren, ist grenzenlos. Das ist bekannt.

        1. Das Gericht – immerhin ein Landgericht, bestehend aus Kammern von mehreren Richtern (bei denen Fidesz in Anbetracht der Zwangspensionierungsversuche gewiss uneingeschränkt beliebt ist…) – hat eine Stellungnahme herausgegeben. Hiernach hat das Gericht bereits in seiner Sitzung über die U-Haft zusammengesessen, bevor Rogán seinen Blödsinn abgesondert hat. Sie müssen das ja nicht so sehen, dürfen die große ungarisch-völkische Verschwörung wittern. Aber die Aussage ist nun einmal in der Welt: Die Frage, ob Frau Rezesova in U-Haft genommen wird, sei schon vor Rogáns Versuch der Intervention Thema gewesen.
        2. Dass Fluchtgefahr besteht, heißt – werter Herr Pfeifer – nicht, dass die Unschuldsvermutung nicht gilt. Untersuchungshaft wird angeordnet, um den (sich im Hauptverfahren zu prüfenden) „Strafanspruch des Staates“ zu schützen. Sie werden wohl nicht bestreiten, dass bei einer schwerreichen Person mit Wohnsitz im Ausland es Gründe gibt, zu befürchten, dass sie sich dem Verfahren entzieht und ins Ausland absetzen könnte. Zur Schuld oder Unschuld habe ich hier gar nichts gesagt. Ich sprach von den Feststellungen des erstinstanzlichen Urteils.
        3. Dass jemand wie Sie, der sich um Unschuldsvermutungen im Rahmen seines politischen Feldzuges einen Dreck schert, mir vorhält, ich würde diese missachten, ist schon reichlich dreist. Bitte ersparen Sie mir die Mühe, Ihr „Best of“ hier rauszusuchen, maßgeblich getragen von sinngemäßen Feststellungen wie „wenn es nicht stimmt, hätte Orbán geklagt“ oder „es stand in der Zeitung, also stimmt es“. Sie prophezeihen, als heroischer Bezwinger der Republik Österreich vor dem EGMR (bei 5:2 Stimmen), Rezesova bereits einen großen Sieg in Straßburg. Warum? Weil die Justiz auf Geheiß Rogáns entschieden hätte; mit einem Freispruch rechnen Sie offenbar nicht, denn ein Freigesprochener gelangt – außer auf Urlaubsreise – nicht nach Straßburg. Sie machen sich einfach nur noch lächerlich. Unter anderem deshalb, weil Sie sich, um vom Thema „Pfeifers Interview mit Ferenc Gyurcsány“ abzulenken, nicht entblöden, die ungarische Justiz zu besudeln, eine Justiz, die sich in den vergangenen Jahren mehr als einmal als unabhängig und von Beeinflussungsversuchen unbeeindruckt gegeben hat. Und dass Sie hier von Unschuldsvermutung schwadronieren, anstatt in Ihre Bewertung alltäglicher strafrechtlicher Fragen die Fluchtgefahr und die Schwere des Tatvorwurfes einzubeziehen, zeigt, um was Ihnen hier geht. Gewiss nicht um die Tat, und erst Recht nicht um die Opfer. Es geht Ihnen darum, Stimmung zu machen. Sie tun nichts anderes, als Rogán. Das ist, falls Sie es nicht bemerkt haben sollten, übrigens auch Kritik an Rogán.

        Karl Pfeifer, Sie (Hoheit, ich meine hier die königliche Mehrzahl) glauben nicht an Zufälle. Und ich glaube nicht, dass es Zufall ist, dass Sie sich zum Stichwortgeber Gyurcsánys degradiert haben, anstatt ihm auch nur eine kritische Frage zu stellen. z.B., wie Ungarnfreund anmerkte, zu 2006. Und ich halte es auch nicht für Zufall, wenn Sie hier fortwährend Ihre Stichworte einführen, ob es thematisch passt oder nicht. Ja, der ungarische Krake, herausgegeben von Bálint Magyar, pünktlich zum beginnenden Wahlkampf … :-), bestimmt genauso großartig und erfrischend wie die Bücher von József Debreczeni, der behauptet hatte, der Verfassungsrichter István Stumpf sei kein Jurist – eine glatte Lüge, wie wir beide wissen.

        Sie befinden sich im Wahlkampf. Und haben, anders als die ungarische Linksopposition, sogar ein inhaltliches Programm. Ich wünsche Ihnenbei dessen Verwirklichung von Herzen alles Gute und viel Erfolg. Gyurcsány wird meiner Überzeugung nach die 5% bekommen, schon wegen der geplanten Auflösung der (übrigens von Gyula Horn) geschlossenen „Vatikanverträge“. Und Gyurcsány kann sich vier weitere Jahre publikumswirksam durch den Schlamm von Sukoró kämpfen.

        Zur wissenschaftlichen Untersuchung der „Diskussionsmethode auf HV“ empfehle ich Ihnen, Ihre Freundin Magdalena Marsovszky zu bemühen. Und bis die ihre Studien beendet hat, schauen Sie mal auf mandiner.hu. Dort wurde dieser Blog gerade letzte Woche als „Erfindung“ dargestellt, geschaffen zu dem Zweck, Regierungskritikern wie Ihnen eine Plattform zu geben. Denn sonst würde kein Mensch sich dafür interessieren, was Sie und Marsovszky zu sagen haben. Sie sollten mir, anstatt mich zu kritisieren, vor dem Hintergrund, dass Sie hier seit fast 4 Jahren ihre „ruhigen und höflichen“ Parolen absondern dürfen, eigentlich dankbar sein. Da musste ich mir, weil ich Ihr Interview verlinkte, doch Einiges anhören. Vielleicht findet Marsovszky ja auch heraus, dass Sie Teil der hiesigen Diskussionsmethoden sind? Ganz im Sinne einer „Täter-Opfer-Umkehr“ 🙂

        Vielleicht bemühen Sie sich noch kurz, Ihre obige These vom Fidesz-„Wahlschwindel“ mit einigen prüfbaren Fakten zu untermauern. Das wäre der Debattenkultur eventuell förderlich.

      • Zufälle gibt es. Die Richter haben schon entschieden bevor Rogán was erklärte. Ich besudle also die ungarische Justiz, wenn ich Zweifel äußere.
        Doch ich habe einige Rechtsanwälte auf ATV angehört, die ähnliche Zweifel ausgedruckt haben. Lauter „Besudler“?
        Ich glaube nicht an Welt- oder Ungarnverschwörungen. Ob Sie meine Texte verlinken oder nicht ist mir ziemlich – wie die Wiener sagen – powidl oder wurscht.
        Mein Interview spricht für sich. Die Wutausbrüche, wieso ich es überhaupt gewagt habe, mit Gyurcsány ein Interview zu führen, sprechen auch für sich. Die muss ich nicht einmal kommentieren.
        HV Sie sind wirklich großzügig, wenn Sie trotz allem mir seit fast 4 Jahren erlauben meine „Parolen absondern“ zu dürfen. Doch mit der in Ungarn von Fidesz-Jobbik so beliebten Methode der Opfer-Umkehr würde ich nicht einmal im Spass kommen, denn hat hier nicht einer anläßlich der Nyirödebatte behauptet, die Juden in Transsylvanien hätten sich in der Zwischenkriegszeit zu Rumänien bekannt? Meine Antwort darauf: Vielleicht würde es besser sein für die ungarischen Jugendlichen, wenn sie in der Schule anstatt Nyirö, Wass und Tormay die „9 Koffer“ von Béla Zsolt lesen würden. Ein Buch, das auch in deutscher Sprache erschienen ist. Und jetzt dürfen Sie mich gerne als Besudler von Nyirö, Wass, Tormay und des mythischen Turulvogels hinstellen. Aber wie schon Franz Grillparzer sagte, Von der Humanität über die Nationalität zur Bestialität. Die hier oft genug zum Ausdruck kommt.

      • Ich stimme Ihnen zu, das IV mit Gyurcsány spricht für sich.
        Sie haben durch Ihre Bezugnahme auf einen bevorstehenden Sieg Eva Rezesovás in Straßburg auf eine glatte Rechtsbeugung angespielt. Und da gilt die Unschuldsvermutung offenbar nicht.
        Herr Pfeifer, was ist nun mit dem angeblichen „Wahlschwindel“ des Fidesz? Gibt es noch Inhalte dazu? Oder wollen wir uns gleich dem nächsten Thema, Nyirö, zuwenden?

      • HV Sie erlauben sich eine Methode, die Sie bei anderen verurteilen. Ich schrieb: „Warum Angst haben vor einer Opposition, … wenn es Wahlgesetze gibt, die dem Wahlschwindel zugunsten von Fidesz Tür und Tor öffnen?“

        Sie nehmen ein Wort aus dem Kontext und unterstellen mir ich hätte Fidesz Wahlschwindel vorgeworfen und rechnen damit, dass keiner zurückgeht auf mein Posting. Die Frage ist, gibt es solche Gesetze, wie ich behaupte oder nicht? Was meinen Sie?

      • Und wieder wissen Sie über meine Motive mehr als ich. Fragen beantwortet man nicht mit Gegenfragen. Welche Regelungen im Wahlgesetz sollen das denn sein, die den Wahlschwindel zu Gunsten des Fidesz begünstigen?

      • „Die Diskussionsmethoden auf HV können und sollten von Wissenschaftlern untersucht werden.“

        Herr Pfeifer, wo jeder seine Meinung frei äußern kann ist es nicht besonders sinnvoll von Methoden zu sprechen, es kann sich höchstens um die Gesamtheit von verschiedenen Methoden handeln. Ihre Methode, Herr Pfeifer lässt sich am einfachsten mit dem Wort Propaganda beschreiben. Um genauer zu sein: das ist die hohe Kunst der Propaganda, voller rhetorischen Tricks, verbalen Blutgrätschen, etc.

  16. HV zuerst unterstellen Sie mir was, dann antworten Sie nicht auf eine höflich formulierte Frage. Ich hingegen weiche Ihrer Frage nicht aus. Da ich kein Jurist bin, habe ich bei Kim Lane Scheppele nachgeschaut. http://lapa.princeton.edu/newsdetail.php?ID=63
    Alan Renwick Professor an der Universität Reading in GB erklärt im zweiten Teil seines Artikels was an diesem Wahlgesetz bedenklich ist und weist auf verschiedene Manipulationsmöglichkeiten hin.
    http://blogs.reading.ac.uk/readingpolitics/2011/12/25/hungary%E2%80%99s-new-electoral-law-part-1-the-basics/
    https://blogs.reading.ac.uk/readingpolitics/2011/12/26/hungary%E2%80%99s-new-electoral-law-part-2-analysis/
    Außerdem las ich in „Magyar Polip/ a posztkommunista Maffiaállam“ den Artikel von Zoltán Fleck: A maffiaállam joga, der sich mit dem allgemeinen Zustand des Rechtswesens in Ungarn auseinandersetzt und die Gründe für die Hyperaktivität bei Schaffung neuer Gesetze durch die 2/3 Mehrheit im Parlament aufzeigt.

    • Linkflut statt eigener Meinung? Um welche Vorwürfe geht es Ihnen denn konkret, was halten Sie vor dem Hintergrund der Regelungen im Wahlgesetz (von denen ich ausgehe, Sie kennen sie) für bedenklich? Was haben Sie inhaltlich denn vorzubringen?

      • Es geht nicht um die Ungleichbehandlung der Wähler, die Sie hier auch beanstanden, sondern um das was in den USA gerrymandering, also Manipulation mit den Wahlkreisen genannt wird.
        Kim Lane Scheppele hat dies in einem vor zwei Jahren erschienenen Artikel klar beschrieben und auch bemerkt, dass diese auch anderswo versucht werden und auf die besondere Gefahren in Ungarn hingewiesen
        Nachzulesen auf:
        http://hungarianspectrum.wordpress.com/2011/12/15/paul-krugman-and-kim-lane-scheppele-on-todays-hungary/
        Links gebe ich natürlich an, um den interessierten Lesern die Möglichkeit zu geben, meine Behauptungen zu überprüfen.

      • Aha, gerrymandering.

        Herr Pfeifer, ist Ihnen bewusst, dass nach altem Wahlrecht ein krasses Maß an Stimm-Ungleichgewicht existierte? Im Stimmkreis 06 von Veszprém wählten 27.000 Personen einen Abgeordneten, in Szigetszentmiklós hingegen 75.000. War das gerecht?

        Ich finde, es war korrekt, dieses – aus meiner Sicht verfassungsrechtlich problematische Wahlrecht (Prinzip der „gleichen Wahl“) zu überarbeiten. Dass die Wahlkreise neu gezogen werden mussten, ergab sich schon denklogisch hieraus, zusätzlich aus dem verkleinerten Parlament. Ich kenne keine Regierungspartei, die das Wahlrecht auf die Opposition zuschneidet – alles andere ist pure Heuchelei.

        Ich glaube, mein Beitrag von damals bringt einen ganz guten Überblick zum Wahlrecht.

        https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/12/25/neues-wahlgesetz-fragen-und-antworten/

    • Warum nehmen Sie den von Herrn Pfeifer hier längst nachgewiesenen Wahlbetrug in Ungarn nicht ernst? Geben Ihnen die Massenproteste in Ungarn nicht zu denken? Im Stadtzentrum von Kiskunmajsa sind Eliteeinheiten der Polizei aufmarschiert. DK-Wähler und die Regierungsgegner aus Wien flüchteten ins Elmegyfurdo http://www.jonathermal.hu/download/277/picture/elmegyfurdo1.jpg, steht in den schon längst getippten Presseberichten für 2014, die das Insider-Kommitee ausgearbeitet hat. Auch in Norddeutschland ist eine Stellungnahme zum ungarischen Wahlbetrug 2014 in Vorbereitung. Darin wird ein ehhemaliger Angehöriger der Waffen-SS und Drahtzieher der ungarischen Non-Faschisten zur Wahlniederlage der Oppositionsparteien in Ungarn so zitiert: DieLinke in Ungarn sei „Dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht…“ Was soll Herr Pfeifer hier denn sonst noch beweisen, wenn nicht den Wahlbetrug 2014 in Ungarn? Wir haben doch schon fast Weihnachten!

  17. Die Dimension eines Wahlbetrug, Herr Pfeifer, hat die vom Westen unter den Teppich gekehrte Lügenrede von 2006, in der Gyurcsány zugegeben hat, alle belogen zu haben.
    Im Westen glaubt man noch immer, er habe nur den Ungarn die bittere Wahrheit gesagt. Warum ist dann diese „geheime“ Rede erst nach der Wahl in die Öffentlichkeit lanciert worden ????
    Warum ist und war dieser Wendepunkt in der jüngeren ungarischen Geschichte für Sie wie für die Medien im Westen kein Thema ?

    Aber Pfeifer sagt:
    „Die Diskussionsmethoden auf HV können und sollten von Wissenschaftlern untersucht werden“

    Sie sind wirklich ein schlimmer Verdreher.

    • Und vergessen wir nicht: Die Regierung Gyurcsány, konkret deren Finanzminister János Veres, stellte vor der Wahl 2006 die Bekanntgabe der Haushaltsdaten zurück. Denn die „könnten die Wahl beeinflussen“. Ein Unding.

    • Dr. Mokus, was haben die Diskussionsmethoden auf HV damit zu tun, was Gyurcsány 2006 gesagt hat?
      Manche Ungarn glauben, Gyurcsány wäre ein Teufel und Orbán ein Engel,und die sagen vor sich hin wie eine Mantra „nyóc év, nyóc év“ und schreien beim Anblick ihres Idols „Viktor, Viktor“. Das aber hat genau so wenig mit den Diskussionsmethoden auf HV zu tun, wie der „Wendepunkt“ von 2002 als Viktor Orbán erklärte: „Die Nation kann nicht in Opposition sein“, um dann lange 8 Jahre in der Opposition zu sein.
      Ich bleibe dabei, die Diskussionsmethoden auf HV können und sollten von Wissenschaftlern untersucht werden.

      • Wenigstens haben Sie Orbán dieses eine Mal richtig zitiert. Seine Aussage war in der Tat kritikwürdig. Sie war dennoch nicht der Anfang des Abbruchs des Dialogs, der begann m.E. schon 1994 zu zerbröckeln.

      • Da ich aus der Erinnerung zitiert habe, könnte ich mich geirrt haben, denn er wird auch so zitiert: „A haza nem lehet elllenzékben“, d.h. die Heimat kann nicht in der Opposition sein.

      • Aktueller Stand der Wissenschaft ist, dass sich solche Menschen, wenn beides zusammenfällt, tiefgreifendes und vor allem nicht gerechtfertigtes Misstrauen sowie Argwohn gegenüber anderen Menschen, Wahn und eine paranoide Persönlichkeitsstörung, ständigen, vielfältigen und unfairen Angriffen ausgesetzt fühlen, was ihre Person, ihr Ansehen, ihre moralische Integrität, ihre Leistungsfähigkeit, ihren guten Willen u.a.m. anbelangt. Die Folgen kann sich, wer zu Höflichkeit neigt, denken. Ich nenne die Sachen gern beim Namen, Herr Pfeifer, weil ich, wie Sie kürzlich richtig festgestellt haben, außerordentlich primitiv bin. Deshalb erspare ich mir in Sachen Wahn und Persönlichkeitsstörung die Probe aufs Exempel. Mein Vertrauen in die Wissenschaft ist unerschütterlich, wenn es um den Wahn eines Paranoikers geht. Nur zu Kamerad!

  18. Nachtrag:
    Eines können Sie sich zugute halten, Herr Pfeifer. Sie haben den Wahlbetrug bei den ungarischen Parlamentswahlen im Jahr 2014 bereits vor Weihnachten 2013 öffentlich gemacht. Gott ist mächtig und Karl Pfeifer sein Prophet.

  19. Wir können natürlich alles untersuchen!
    Die westlichen Medien zu untersuchen, wurde jedoch
    kaum einer Wagen. Er würde niedergemäht.

    • UFF Pisti H. wo leben Sie? Glauben Sie wirklich, dass heute Medien geschützt sind?
      Es gibt tausende Untersuchungen der westlichen Medien.
      Und es gibt natürlich auch Untersuchungen der ungarischen Medien.
      Eine ganze Wissenschaft beschäftigt sich damit.

  20. n der heutigen FAZ [21.12.2013] auf Seite 6: „Aus Gyurcsánys Mund klingt die Sache freilich ganz anders. Der deutschsprachigen linken Wochenzeitung „Jungle World sagte er: „Das Hindernis für die Vereinigung sind die Meinungsverschiedenheiten bezüglich einzelner politischen Fragen, sondern die persönlichen Ambitionen“. Die Ambitionen Bajnais und Mesterházys notabene.“

    • Ich kann mir ein Lachen kaum verkneifen: Weiß doch jeder, der sich ein wenig mit Gyurcsány befasst hat, dass er selbst das größte Hindernis für eine Einbindung der DK ist. Und sich selbst für den einzigen würdigen Herausforderer Orbáns hält.

      Diesen Eindruck durch eine Charme-Offensive zu zerstreuen, wird weder ihm noch Ihnen gelingen. Auch wenn Sie noch 20 Pro-Gyurcsány-IV machen, in dem Sie ihn als wackeren Kämpfer um die ungarische Demokratie hinstellen.

      Mich wundert, wie viele Unterstützer dieser Mann noch immer im Ausland hat. Und das „warum“ macht mich erst Recht ratlos. Können Sie mir sagen, was Sie an F.G. gut finden?

      • Gerne, wenn Sie mir die Gründe mitteilen würden, weshalb Viktor Orbáns Wirtschaftspolitik von deutschen Neonazi gelobt wird.

      • HV Sie meinen also, ich muss alle meine Interviewpartner „gut“ finden? Ich habe auch mit Jörg Haider vor vielen Jahren ein Interview gemacht, was gleich zu zwei parlamentarischen Anfragen führte. Habe ich also Haider „gut“ gefunden? Ich habe mit Dutzenden Interviews gemacht, auch mit Politikern die nicht auf meiner Wellenlänge waren.

      • Sie vermeiden eine klare Antwort. Ich fragte Sie, was Sie an ihm gut finden. Und Sie drücken sich um eine Antwort, obwohl Sie heute schrieben, meine Frage „gerne“ zu beantworten.

        Sicher haben Sie eine Meinung über Gyurcsány. Die würde mich interessieren.

      • Ich gehe in jede Interview Situation unvoreingenommen gegenüber der Person vor, mit der ich ein Interview mache, d.h. in diesem Fall, ließ mich nicht von der Verteufelung F.G.s beeinflussen. F.G. wurde von einem oder mehreren seiner damaligen Genossen verraten. Erst so wurde es möglich, dass dieser sehr fähige Politiker ( V.O. gehört auch zu dieser Kategorie) zunächst politisch K.O. geschlagen wurde. Seine Qualität hat er bewiesen, als es ihm gelang seine Fraktion (der die Meinungsforschungsinstitute 2% vorausgesagt haben) in eine Lage zu bringen, dass sie eine realistische Chance hat, trotz der für Fidesz zurechtgeschneiderten Gesetzen ins Parlament zu kommen. Wenn das nicht so wäre, hätte Stephan Löwenstein nicht aus meinem J.W. Interview zitiert. Vor allem ist F.G. ein fähiger Politiker, auch wenn Sie HV und einige Ihrer Leser anderer Meinung sind und mir vorschreiben wollten, mit wem ich ein Interview führen soll.

        Und nun zu den deutschen Neonazi, die sich für V.O. Wirtschaftspolitik begeistern:
        Im, vom deutschen Neonaziverlag Nordland herausgegebenen „Volk in Bewegung – der Reichsbote“ fand ich neben einem Nachruf auf den in Italien gestorbenen Kriegsverbrecher Erich Priebke einen Artikel „Ungarn geht neue Wege, schuldenfreies Geld von eigener Nationalbank“: „Erstmals seit 1945 wagt ein großes europäisches Land sich aus dem Zugriff des internationalen Rothschild-Bankenclans zu befreien…“

        Das Blatt kehrt zur Nazitheorie vom schaffenden versus raffenden Kapital zurück: „Orbán erklärte: „Ungarn erfreut sich des Vertrauens der Investoren“, wobei damit nicht der IWF, die FED oder irgendeine andere Sektion des Rotschilds (sic!) Finanzimperiums gemeint ist. Orbán bezog sich auf Investoren, die etwas in Ungarn für Ungarn produzieren und wirkliches Wirtschaftswachstum generieren. Das ist kein „Papierwohlstand“ der plutokratischen Räubernomaden, sondern jene Art von Produktion, die schließlich Menschen beschäftigt und ihre Lebensqualität verbessert. Statt sich die Finanzangelegenheiten von internationalen Wucherern vorschreiben zu lassen, hat die Ungarische Regierung die Souveränität über ihre eigene Währung übernommen und emittiert jetzt Geld schuldenfrei. Die Ungarische Zentralbank erhebt die volle Souveränität in allen Währungsangelegenheiten“.

        Das Neonaziblattglaubt: „Nun könnte das Land die Einführung eines Geldtauschsystems für ausländische Währungen betreiben, wie es in Deutschland zwischen 1933 und 1945 existierte…“
        Warum glauben Sie begeistern sich diese Neonazi für die Wirtschaftspolitik von V.O.?

      • Ich habe Ihnen nicht vorgeschrieben, mit wem oder wie Sie ein Interview zu führen haben (was soll diese weinerlich-trotzige Bemerkung?), sondern nur meinen Eindruck von dem bereits fertigen und veröffentlichten Interview kundgetan. Haben Sie damit ein Problem? Halten wir doch mal fest: Kritische Fragen haben Sie Gyurcsány nicht gestellt. Für jemanden, der hier und da mal von „Lohnschreibern“ des Fidesz spricht, sind Sie, was Anmerkungen zu Ihrem eigenen IV-Stil angeht, sehr dünnhäutig.

        Sie halten Gyurcsány für einen fähigen Politiker. Nun, ich tue das nicht. Ich sehe nicht, welche positiven Entwicklungen er mitbeeinflusst hätte, halte ihn vielmehr für einen Menschen, dem es gelungen ist, durch sein Verhalten und seinen Führungsstil die ungarischen Sozialisten zu zertrümmern (er hat insoweit mehr „Verdienst“ am Zustand der Opposition als Orbán in seinen kühnsten Träumen) und der maßgeblich mitbeteiligt war, das Land von 2004 bis 2008 in eine Situation zu führen, aus der es nur mit Hilfe des IWF herauskam. Ungarns Wirtschaftswachstum war auf Pump finanziert, der Mittelstand wurde links liegen gelassen. Ganz zu schweigen von der Korruption. Gyurcsány als Opfer des Verrats? Mir kommen die Tränen…fragen Sie doch mal Medgyessy, wie „Sport- und Jugendminister“ Gyurcsány an die Macht kam.

        Dass Gyurcsány nun, m.E. als Ausfluss seines eigenen Ehrgeizes, sich zum großen Vereiniger der Linken macht, jener Linken, die wohl nur ohne ihn überlebens- und reformfähig ist, kann ich ebenfalls nicht als Verdienst ansehen. Er ist, wie das schon Paul Lendvai schrieb, der Totengräber der Linken. Ein Mann der Parolen, ein Demagoge. Der z.B. an die niedersten Reflexe seiner im Realsozialismus hängen gebliebenen Wähler appelliert, wenn er die Aufkündigung der vollkommen bedeutungslosen (und von Gyula Horn, nicht etwa Orbán geschlossenen) „Vatikanverträge“ in sein Programm schreibt. Vatikan? Um Himmels Willen! „Weg mit dem Klerikalfaschismus!“, schallt es da vom Avas, aus Köbánya-Kispest und Angyalföld 🙂 . Und mit der Stimmungsmache gegenüber den Auslandsungarn, den man getrost als Verrat bezeichnen kann, ist es auch nicht anders: Wahlkampf mit der Angst, wie schon 2004. Jedem, der Orbán einen Populisten nennt, müsste eigentlich der Jubel in Richtung Gyurcsány im Hals stecken bleiben. Tut es aber nicht. Denn Populismus ist offenbar gut, so lange er gegen Orbán gerichtet ist – ein wahrlich großes, wenn auch heuchlerisches Rezept für Ungarns Zukunft.

        Dass man ihn, dem man nicht nur im Bezug auf 2006, sondern auch auf seine desolate politische Gesamtbilanz hin genug Fragen hätte stellen können, so billig davonkommen lässt, wie Sie das im Jungle World IV taten, ist schade. Ich wollte eigentlich „verwunderlich“ schreiben, aber das trifft es nicht. Der als Werbebotschaft präsentierte Antifaschismus der DK und das ewige, wenn auch inhalts- und rezeptlose „weg mit Orbán“ ist wohl etwas, mit dem man bis heute viele Linke hinterm Ofen hervorlocken kann. Was danach kommt, ist damit freilich noch nicht beantwortet.

        Dass die DK darüber hinaus mit „linker“ Politik nichts zu tun hat, sondern einen neoliberalen Wirtschaftskurs für das eigene Klientel fährt, das, werter Herr Pfeifer, blieb den Jungle-World-Lesern verborgen. Aber vielleicht darf man die nicht komplexen Themen und Widersprüchen zwischen Dichtung und Wahrheit verwirren, weil es der ideologischen Ausrichtung schadet? Sie sprachen von Propaganda: Wie nennen Sie das, was Sie den JW-Lesern präsentiert haben? Aufdeckungsjournalismus?

        Ich selbst hoffe, dass MSZP-Chef Mesterházy, dem es zwar an Charisma fehlt, der aber zur Zeit im Hinblick auf die Unterstützung in der Wählerschaft der einzig legitime Oppositionsführer ist, der Versuchung und dem Druck widersteht, Gyurcsány einen Platz in der MSZP-E2014-Formation zu gewähren. Es wäre für ihn, der bereits an die Wahlen 2018 denken muss (2014 sieht derzeit nicht nach Wechsel aus), das Todesurteil. Und auch Bajnai hat seinen anfänglichen „Zauber“ verloren: Die Unterstützung durch György Konrád und andere, im Ausland gern gehörter Ex-SZDSZler genügt eben nicht mehr, die ungarischen Wähler zu überzeugen. Und das ist gut so. Bajnai wird, wie ich vermute, nach einer verlorenen Wahl im Mai 2014 seinen Rückzug erklären, an irgendeiner Eliteuni in den USA zum Dozenten werden, wie Joschka Fischer Anekdoten von der Welt der Mächtigen, Reichen und Schönen erzählen und von seinen Zinsen und Wallis-Dividenden leben. Dass er sich die Oppositionsbank antut, glaube ich nicht. Warum sollte er auch? Er ist, was auch die einzig positive Eigenschaft ist, die ich erkenne, kein „megélhetési politikus“. Wenn auch der Quell seines Reichtums ebenso Fragen offen lässt, wie bei Gyurcsány.

        Ich sage es mal so: Im Moment steht Orbán keine wählbare Alternative gegenüber. Das erfreut mich nicht, denn ein Land, das nur zwischen Orbán und Gyurcsány wählen kann, ist wirklich in keiner guten Position…

      • Übrigens, zum Stichwort „Aufdeckungsjournalismus“: Was von der DK zu halten ist, kann man – im Zusammenhang mit einer aberwitzigen Forderung der DK gegenüber átlátszó.hu auf Gegendarstellung, aus dem Munde von Attila Mong und Tamás Bodoky, lesen.

        Die DK hatte átlátszo gegenüber eine Gegendarstellung verlangt, weil ihr die Meinung von Attila Mong nicht gefiel.

        Viel Vergnügen, es melden sich bekannte Namen (Mong, Bodoky, István Vágó, Host des ungarischen „Wer wird Millionär“ und großer Gyurcsány-Fan, Zoltán Szabó (Ex-MSZP, jetzt DK) und sogar Magdalena Marsovszky, ebenfalls bekennende Anhängerin der DK) zu Wort 🙂 Letztere tritt auf den Plan, als nichts anderes mehr hilft als – na, was wohl??? – richtig: der Vorwurf des Antisemitismus. Was für ein armseliger Verein, diese DK samt des militanten Teils ihrer Anhängerschaft. Pressefreiheit gilt so lange, wie es einen selbst nicht betrifft. Und früher oder später sind sowieso alle Antisemiten. Ein wahrlich „tragender“ politischer Ansatz, der ebenso langweilig und abgedroschen ist wie Ihre ewigen Versuche, Herr Pfeifer, Fidesz und Neonazis in einem Atemzug zu nennen.

        Sogar 444.hu war es einen spöttischen Beitrag wert. Von dieser DK erfährt der deutschsprachige Leser in der SZ, im Standard, von der dpa und anderen Kämpfern um Meinungsfreiheit nichts.

        http://444.hu/2013/11/09/ugy-egymasnak-esett-az-atlatszo-es-a-dk-hogy-a-fal-adja-a-masikat/

      • Die DK kann ja mal beim Medienrat anfragen… Zum Stichwort DK fällt mir dann spontan auch das Manöver von Ásotthalom ein – wirklich aufrichtige Demokraten, die Jungs. Da wundert mich dann auch nicht mehr, dass 2010 viele Wähler von MSZP nach Jobbik abgewandert sein sollen. Man könnte glatt mal die ketzerische Frage stellen, mit wem die Jobbik wohl lieber koalieren würde bzw wer der wahrscheinlichere Partner wäre: Fidesz oder DK?

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