Versus: Die Standpunkte von Jan Mainka und Bernhard Odehnal

Das ungarische Portal vs.hu („versus“) hat dem Journalisten Bernhard Odehnal (Tagesanzeiger) und dem Herausgeber der Budapester Zeitung, Jan Mainka, die Möglichkeit gegeben, ihre Standpunkte zur Berichterstattung der westlichen Medien über Ungarn darzustellen.

http://vs.hu/versus/mit_tesz_a_nyugati_media/0/

Mainka sieht die Berichterstattung kritisch, bemängelt insbesondere, dass wichtige – insbesondere positive – Einzelaspekte ausgespart werden. Odehnal vertritt die Gegenposition, bemängelt u.a. die fehlende Gesprächsbereitschaft der ungarischen Regierung und berichtet über persönliche Erfahrungen (beleidigende Leserbriefe) sowie die „Überwachung“ durch die Machthaber.

Die Debatte auf dem Portal könnte in den folgenden Tagen durch Kommentare von Attila Mong (Átlátszó), Frédéric Pons (valeurs actuelles), Ralf Leonhard (TAZ), Lion Edler (freier Journalist) sowie Martin Bukovics (mandiner) und Péter Techet (vs.hu) um weitere interessante Sichtweisen ergänzt werden. Es lohnt sich wohl, dabei zu bleiben.

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27 Kommentare zu “Versus: Die Standpunkte von Jan Mainka und Bernhard Odehnal

  1. http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Ungarns-Regierung-schafft-die-Demokratie-ab/story/15440241
    «Ungarns Regierung schafft die Demokratie ab», erklärte Odehnal am 20. Dezember 2010 den Lesern des Schweizer Tages-Anzeigers.

    Und „Nacktheit und Gewalt machen noch keinen Skandal“, titelte letztes Jahr die Hannoversche Allgemeine. Der Körper des Schauspielers sei Spielmaterial. Die Darstellung von Gewalt und das Präsentieren nackter Tatsachen auf der Bühne ist üblich. Vielleicht sogar skandalös? Auf jeden Fall eines: Sehr direkt. Der Tambourmajor macht Geräusche. Zuerst mit seinem Mund und seiner Stimme, danach mit seinem Geschlechtsteil. Zuerst schreitet er „Tsching-tsching, sassa-sassassa“ skandierend das Bühnenrund ab. Dann hebt er seinen Rock hoch, unter dem er nichts weiter trägt, und beginnt sein Becken in ruckartigen Bewegungen vor- und zurückzuschieben. Bis in die letzte Parkettreihe ist zu hören, wie sein Geschlecht dabei an Bauch und Oberschenkel klatscht. Es ist bizarr, aber auch irgendwie witzig, wie das „Tsching-tsching“, das zuerst aus seinem Mund kam, nun aus einer anderen Körperregion kommt. Aber: Sollte das eigentlich witzig sein?

    „Cikkeim közül számos valóban kritikus az ezen országokban uralkodó közállapotokkal“ schreibt Odehnal. Witzig ist das nicht, wenn ein Journalist nackt dasteht. Kaum zu glauben, dass sich der Osteuropa-Experte der Lächerlichkeit preisgeben will. Eine subtilere Invention fiel ihm wohl nur nicht ein: “Te istentelen disznó!”
    Wenn sich Schauspieler auf der Bühne ausziehen, ist das längst nichts Besonderes mehr. Wenn Ungarn-Korrespondenten Texte schreiben, mit denen sie sich verraten, ist das noch lange keine Genitalperkussion, wie sie dem Publikum bei der „Woyzeck“-Premiere im Schauspielhaus Hannover im Februar 2012 geboten wurde. Verstört hat es die Zuschauer nicht. Niemand ist aufgesprungen, niemand hat den Schauspielern auf der Bühne ein „Ihr gottlosen Säue“ zugerufen, wie es Martin Luther im Jahr 1542 in seiner „Vorrede auf die lateinischen und deutschen Begräbnisgesänge“, tat, worin ein „neues Denkmal seines Eifers, für die Erbauung des Volkes durch religiöse Lieder zu sorgen“ gesehen wurde.

    Das Osteuropa „Tsching-tsching“ der Odehnals kleckert sogar schon aus dem Kinderfernsehen. Miért váltanak hát ki éppen a magyarországi tudósítások ilyen érzelmeket?
    Warum zeigen Hirnaufnahmen eine starke Reaktion der Amygdala auf ein bedrohliches Bild, das der Betrachter nicht als solches erkannte? Weil, so erklärt es Kahneman dem interessierten Laien, die Informationen über die Bedrohung wahrscheinlich über einen superschnellen Nervenkanal weitergeleitet wird, der direkt in ein Hirnareal mündet, das Emotionen verarbeitet, und dabei die Sehrinde umgeht, in der das bewusste Erleben des „Sehens“ stattfindet. (…) Das Gehirn des Menschen (…) enthält einen Mechanismus, der darauf ausgelegt ist, schlechten Nachrichten den Vorrang zu geben. Indem dieser Schaltkreis die Zeitspanne für die Wahrnehmung eines Fressfeindes um ein paar Hundertstelsekunden verkürzt, erhöht er die Chancen des Tieres, lange genug zu leben, um sich fortzupflanzen. In den automatischen Operationen von (Kahneman nennt es vereinfachend) System I spiegelt sich diese evolutionäre Geschichte wider. Bislang wurde kein vergleichbar schneller Mechanismus für das erkennen guter Neuigkeiten entdeckt. Natürlich reagieren wir und unsere tierischen Verwandten [in Wien] schnell auf Anzeichen für Paarungs- und Ernährungschancen.“

    Ich habe Euch erlebt, wie Ihr über Osteuropa hergefallen seid, weil es billiger zu haben war, als ein Theaterabend im Schauspielhaus Hannover, wo ihr nur zum Gucken reindürft.
    Das ist der Skandal. Das Ungarnbild, das Odehnal malt, ist der Skandal. Und das nur einer schreit: Du gottlose Sau!

    http://www.schauspielhannover.de/schauspiel/index.php?m=kalender&f=03_werkdetail&ID_Vorstellungsart=0&ID_Stueck=260&ID_Vorstellung=3453

    http://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Uebersicht/Nacktheit-und-Gewalt-machen-noch-keinen-Skandal

    • Odehnal verfasst eine Rechtfertigungs- und Opfertirade. Die Auslandskorrespondenten sollen dem Leser leid tun, man soll vielleicht gar Verständnis für ihre persönliche Abneigung bekommen, der sie in ihren Beiträgen freien Lauf lassen.

      Die eigentlich interessante Frage spart Odehnal aus: Warum werden Entwicklungen in Ungarn, die man auch positiv sehen könnte (wenn auch nicht muss), ausgespart? Weil es sie nicht gibt oder weil sie nicht mit der eigenen Überzeugung übereinstimmen? Konkret: Wenn Odehnals Thema z.B. Antisemitismus ist (vgl. Radnóti) und er zu denen gehört, die die fehlende Bereitschaft Ungarns kritisieren, die Mitverantwortung ihres Landes am Holocaust einzugestehen, so hätte er z.B. über die Rede Navracsics‘ schreiben können. Oder das Verbot des Nazi-Aufmarsches mit dem ekelhaften Motto „Gib Gas“. Leider spart Odehnal solche positiven Signale aus und stellt sich lieber in die ZIB, um über eine Quasi Diktatur mit „ganz starkem Antisemitismus“ zu berichten. Hier soll ein Bild vermittelt werden. Was man auch daran sieht, dass das Holocaust-Gedenkjar 2014 schon jetzt im Vorbeigehen als unglaubwürdig diffamiert wird.

      Und Odehnals Co-Autor Mayer führt seinen Privatkrieg gegen den „lieben Führer“ auf Facebook auch nicht mit Samthandschuhen.

      Geradezu absurd wird es, wenn Odehnal sich über Korruption (in der Sache zu Recht) echauffiert: wo war er vor 2010, wo er doch seit 10 Jahren aus der Region berichtet??? Dass keine Seite der politischen Skala die Finger aus den Schmuckschatullen lassen kann, weiß Odehnal so gut wie jeder, der Ungarn ein wenig kennt. Nur seinen Lesern teilt er das nicht mit.

      So ein Verhalten kann viele Gründe haben. Ich denke, dass der Wahlkampf begonnen hat und Odehnal sehr gut weiß, wo er steht. Auch wenn er Voreingenommenheit lieber anderen vorwirft…

  2. Odenahl ist eine beleidigte Leberwurst in der ideologischen Flasche.
    Die wesentliche Aussage in diesem Diskurs stammt von Mainka, der darauf hinweist, dass über : Sukoró-botrány, Hajdúbét, őszödi beszéd, bajai videó, kilőtt szemek, nokiás doboz, lefejezett Orbán-szobor …. in den westlichen Medien nix zu lesen ist. (Ausnahme: Kálnoky)
    Es wird auch so bleiben, denn der Wahlkampf hat begonnen.

    Odenahl sollte mal einen „Beitrag“ über die Lügenrede (őszödi beszéd), den Quasi-Wahlbetrug der MSZP/SZDSZ Regierung, schreiben. Mein Gott, was da alles verdreht
    werden müsste, um das einseitige Bild über Ungarn zu wahren. Also berichten sie erst gar nicht drüber, denn es würde vieles in ein anderes Licht vor einen anderen Hintergrund rücken.
    Ansonsten: Wer würde hier nicht zugeben, dass einiges unter der Regierung Orbán grenzwertig oder gar abzulehnen ist? HV und Mainka sind ein Beweis für den gelungenen Versuch, sachlich, intelligent und fair zu sein.

    Fairer Austausch und Information sind bisher auf der Strecke geblieben. Die ideologische Borniertheit der Medien wird anderes kaum zulassen.

    • Es ist eine Tatsache, dass der Umgang von Fidesz mit der Presse seit je her unprofessionell ist. Diese meine Auffassung haben mir Vertreter unterschiedlichster Medien bestätigt und Einzelheiten geschildert. Allerdings finde ich, dass auch die meisten Vertreter der Presse mit Schuld an der Situation sind. Wer angefangen hat, ist etwa so schwer zu beantworten, wie die Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei da waren…

      Interessant ist: Odehnal beschwert sich darüber, dass man mit ihm nicht redet. So eine Auffassung vertrat auch eine ehemalige Mitarbeiterin der Wiener Zeitung, die ich bei einem Kongress traf. Hingegen behauptete Stephan Ozsváth, er befinde sich in Kontakt mit Staatssekretären und Ministern: Was in mir natürlich die Frage aufwirft, warum man von diesen Gesprächen nichts von Ozsváth liest. Die Ansichten von Odehnal und Ozsváth jedenfalls sind durchaus verschieden.

      Mein Tipp: Fasst Euch an die eigene Nase. Und wenn dann immer noch nichts läuft, beschwert Ihr Euch zu Recht. Ich kann es der Regierung nicht verübeln, wenn sie wenig Lust hat, als „biódíszlet“ zur Verfügung zu stehen und Hetzbeiträgen wie den ORF-Film „Nationale Träume“ von Paul Lendvai den falschen Schein zu verleihen, man hätte beide Seiten zu Wort kommen lassen. Martonyi kam etwa 20 Sekunden zu Wort, der Rest der Sendung stand der Opposition zur Verfügung. Ein schlechter Witz.

    • Die beleidigte Leberwurst- pars pro toto – so kann es gesehen werden´, wenn der Tambourmajor Geräusche macht. Ich sehe es andersherum. Totum pro parte, Österreich hatte schon immer Interesse an Ungarn und Odehnal ist momentan halt Felix Austrias Geschlechtsteil.
      Was die Themen angeht, die er skandalisiert, so muss man Journalisten ja auch ganz private Interessen zugestehen. Wenn ich, wie Keno Verseck das kürzlich mit seinen Berichten zur Sachbeschädigung in Abda und zum Holocaust-Gedenken in Ungarn demonstriert hat, dem Spiegel denselben Satz zweimal verkaufen kann, dann trifft ein, was Odehnal hier so herrlich formuliert hat: Wenn die Kasse zweimal klingelt.

      http://www.tagesanzeiger.ch/Wenn-der-Pressesprecherbr-zweimal-klingelt/story/13648884

      Er verkauft dasselbe Thema, hier Einflussnahme der Politik auf die Berichterstattung, interessehalber mal als Wiener Operette mal als Gruselgeschichte vom Balkan, zeitlich verzögert, das versteht sich von selbst. Wovon sollen Journalisten denn sonst leben?

      • Wovon sollen Journalisten denn sonst leben?
        Na von Texten, die sich verkaufen, denke ich mir mal.

  3. Noch eine Anmerkung zum, im letzten Satz des Kommentars von Kollegen Odehnal geäußerten Vorwurf, dass sich Vertreter der ungarischen Regierung gegenüber den ausländischen Medien nicht äußern würden. Dazu muss ich erst einmal relativierend feststellen, dass es heißen müsste: „gegenüber einigen ausländischen Medien“, denn, dass etwa die korrekt arbeitende FAZ oder einige ebenso korrekt arbeitende englischsprachige Zeitungen Probleme haben sollten, Interviews mit Premier Orbán oder sonst jemanden aus der Regierung zu bekommen, wäre mir neu. Aber das nur am Rande…
    Worum es mir eigentlich geht, ist die Feststellung, dass gewisse Medien über Jahre alles dafür getan haben, auf der Interview-Warteliste eher nach hinten zu wandern. Mir wurden Fälle berichtet, in denen sich Korrespondenten namhafter deutschsprachiger Medien mit Vertretern der ungarischen Regierung und ungarischer Institutionen intensiv unterhalten haben und am Ende Artikel erschienen sind, die inhaltlich den Anschein erweckten, als hätte es vorher keins dieser Gespräche gegeben. So etwas prägt natürlich und ist nicht gerade förderlich für die Bereitschaft, seine wertvolle Zeit in derartige Begegnungen zu investieren.
    Ich spreche hier übrigens auch aus persönlicher Erfahrung. Nicht nur einmal habe ich westlichen Journalisten Interviews zur Lage in Ungarn gegeben, von denen später kein Wort erschienen ist. Einfach weil nichts dabei war, was für ein undifferenziertes Orbán-Bashing getaugt hätte. Zuweilen wurden Gespräche auch einfach abgebrochen, nachdem klar war, dass ich als Stichwortgeber für ein derartiges Bashing nicht tauge. Was aber immer noch besser ist, als wenn sich – auch das ist mir leider schon passiert – aus einem langen Gespräch mit mir in dem daraus resultierenden Artikel plötzlich völlig einseitig nur einige Orbán-kritische Passagen wiederfinden – obwohl ich in Sachen Kritikverteilung – siehe auch meinen aktuellen vs-Kommentar – stets nach allen kritikwürdigen Seiten austeile.
    Ich selber bin also durch meine Erfahrungen insbesondere der letzten drei Jahre sehr vorsichtig geworden im Umgang mit gewissen westlichen Journalisten. Einfach weil mir meine Zeit und mein guter Ruf zu wertvolle Güter sind, um mit ihnen hochriskant zu spekulieren. Gut möglich, dass ich mit dieser Einstellung nicht allein bin…
    Diese sicherlich für beide Seiten wenig erfreuliche Situation kann meiner Ansicht nach nur so aufgelöst werden, wenn Vertreter westlicher Medien durch ihre redaktionellen Beiträge erst einmal unmissverständlich klar machen, dass es ihnen nicht primär darum geht, ihre Sichtweise der Dinge mit sehr selektiv zusammengesammelten Informationen zu untermauern oder schlimmer noch: dem Interviewgeber durch gezieltes Weglassen und Aus-dem-Kontext-Reißen von Informationen gezielt in eine unangenehme Lage zu bringen, sondern einfach nur darum, sauber ihren Job zu machen und ausgewogen zu berichten, was ist. So entstünden auch wieder gegenseitiger Respekt und Vertrauen, und somit eine Atmosphäre, in der sicher auch wieder Interviews und Hintergrundgespräche leichter gedeihen würden…

    • Mittlerweile hat sich Attila Mong (átlátszó) zu Wort gemeldet.

      „Van egy teljesen elfogulatlan rossz hírem. Nincsen olyan, hogy nyugati sajtó. Vannak nemzetközi lapok, osztrák, német, francia, amerikai, olasz, svájci, spanyol újságok, azokon belül jobb- és baloldaliak, középre húzók, jók és rosszak, profik és amatőrök, vannak újságírók, akik már jártak Magyarországon, és olyanok is, akik még soha, tudósítók, akik értik és megértik a magyar helyzetet, és olyanok is, akiknek dunsztjuk sincs, mi történik nálunk.

      Nagyjából egyébként pontosan úgy, ahogyan a magyar külpolitikai újságírókat is lehetne osztályozni aszerint, hogy a franciaországi vagy német belpolitika fordulatait csak a magyar belpolitika analógiájára tudják értelmezni, vagy értően közelítenek a témához, és abban a kontextusban mutatják be az eseményeket, ahol azok történnek.

      Az úgynevezett nyugati sajtó, abban az értelemben ahogyan mi használjuk, leginkább csak Magyarországon létezik, ott ismert és híres, körülbelül ugyanúgy, ahogyan a magyar bor is világhírű idehaza, de nagyjából a kutya sem törődik vele a határokon túl. A nyugati sajtó tehát magyar eszmei torzszülött, édesapja a terhelt magyar múlt, főleg az 1950-es évek, édesanyja pedig a kisebbrendűségi komplexus.

      Nem tudom létezett-e ez a fogalom a II. világháború előtt, de ha meg is született már, igazán nagyra csak az 1950-es években, a kommunista diktatúra alatt nőtt és a Kádár-rendszer alatt is szépen hízott. Célja, hangvétele és mondanivalója éppen úgy változó volt, ahogyan változtak az évtizedek alatt a kommunista propaganda céljai. Volt, hogy a “nyugati sajtó” azt bizonyította, hogy milyen nagyszerű a teljes elzárkózásra épülő magyar politika (mert a Nyugat ellenséges, az ország és a rendszer megsemmisítésére tör), máskor pedig azt igazolta, hogy a piacgazdasági reformok az egyedül üdvözítőek.

      A rendszerváltás után volt esély rá, hogy elhal, de az “anyja”, a nemzeti kisebbrendűségi komplexus megmentette. Aki bizonytalan magában, külső igazolást, támogatót vagy ellenséget keres.

      Ezért van, és valószínűleg sokáig lesz is még “nyugati sajtó” Magyarországon.“

      Inhaltlich finde ich seine Anmerkung wenig aussagekräftig: Er beschränkt sich im wesentlichen darauf, den Begriff der „westlichen Presse“ in Frage zu stellen, in allgemeiner Form darzulegen, dass es gute und weniger gute Berichte (bzw. Berichterstatter) gibt. Konkrete Einzelheiten, etwa das sowohl von Mainka als auch der vs.hu-Redaktion aufgeworfene Thema der zum Teil irreführenden Berichte, spart Mong vornehm aus. Er schließt mit der – ebenfalls allgemeinen – These ab, dass man, wenn man unter Minderwertigkeitskomplexen leide, nach Feinden von außen suche. War es das wirklich schon? Ich hätte von Mong gerne mehr gehört zu Berichten über angebliche Strafzahlungen im Mediengesetz wegen unausgewogener Berichte, von angeblichen antisemitischen Anschlägen auf Radnóti-Statuen, zu Fidesz-Jobbik-Regierungskoalitionen und einer denkwürdigen Falschübersetzung einer Orbán-Rede, die dann dank FAZ und einiger übereifriger Orbán-Kritiker schnell die Runde machte. Natürlich gerne auch zur systematischen Weglassung von Themen, die nicht in die Narrative passen. Was lernen wir, für den Fall, dass Mong Recht hat, denn aus der Tatsache, dass es keine „westliche Presse“ gibt? Doch eigentlich nur, dass der einzelne Journalist entscheidet, was er schreibt. Und da halte ich es für durchaus interessant, wenn vs.hu einleitet mit Umfragen unter deutschen Journalisten, die ganz überwiegend politisch links stehen. Da denke ich, hilft der Verweis auf konservative Blätter nicht viel weiter. Jan Fleischhauer schrieb einmal pointiert über die Redaktion der WELT, die sich in einer Umfrage ganz überwiegend als „Gerhard Schröder-Fans“ outete und rot-grün wählen wollte. Wenn das die deutschen Konservativen sind, wie sehen dann die Linken aus? Ein lustiges Thema, wie ich finde 🙂 Boris Kálnoky mag, er wird hierfür oft genug angegangen, nach meiner Sichtweise konservativ sein. Thomas Schmid und Jacques Schuster, die ebenfalls für die WELT schreiben, kann ich nun wirklich nicht als Konservative identifizieren. Das vom ATV-„Újságíróklub“ so gerne vorgetragene Argument, selbst „a Die Welt konzervatív napilap“ kritisiere Orbán, ist somit ebenso irreführend wie die Behauptung Mongs, es gäbe keine „westliche Presse“, sondern ein Potpourri unterschiedlicher Richtungen. Mein subjektiver Eindruck ist nämlich der von vs.hu, wonach die linke Meinung bei den Journalisten vorherrscht. Jedenfalls in Blättern, die man liest (Spiegel, SZ, TAZ, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung, und selbst der WELT). Die FAZ würde ich hier von der Grundrichtung ausklammern, wenn auch Löwenstein – was die Ungarn-Berichterstattung angeht – deutlich mehr auf den Mainstream, der konservativer Tendenzen weitgehend entbehrt, eingeschwenkt ist. Machen wir uns nichts vor: Im Bezug auf Ungarn haben Antifaschisten und Alt-68er das Wort. Hinzu kommt der deutsche Phantomschmerz, der uns dazu bringt, im Ausland nach Faschisten zu suchen, um die eigene Geschichte zu verarbeiten. Ist nicht weiter schlimm, von Linken umgeben zu sein, aber gegen diese Erkenntnis zu Felde zu ziehen, ist m.E. ohne jeden Sinn und ohne Redlichkeit. Wir müssen schon wissen und sagen dürfen, was wir im Standard und in der SZ alles so bekommen. Von Stephan Prinz Löwenstein würde ich gerne mal persönlich erfahren, was ihm in der Ungarn-Thematik auffällt und missfällt. Er hält sich sehr vornehm zurück. Vielleicht liegt es an der adligen Herkunft 🙂 Die Kritik an der Grundtendenz und mangelnden Fairness der Medien lässt m.E. übrigens laute Kritik an Schießbudenfiguren wie Lovas, Zsolt Bayer und an der Regierungspolitik ohne weiteres zu. Ich selbst habe Personen aus der ungarischen Politik zu unterschiedlichen Anlässen darauf hingewiesen, dass man sich nicht einerseits beschweren darf darüber, nicht zu Wort zu kommen, andererseits aber Interviews abzulehnen. Das ist aber, wie Mainka gestern zutreffend schrieb, nur die eine Seite der Medaille (unprofessionelle Arbeit der Regierung in Pressefragen): Die andere, die mindestens so schwer wiegt, ist das Verhalten von Journalisten, die Interviews sinnentstellt (!) wiedergeben wollen. Wenn also Stephan Ozsváth tatsächlich guten Kontakt zu Regierungsvertretern pflegt, wie er kürzlich hier behauptete, dann möge er uns deutschen Lesern den Inhalt dieser Gespräche doch zwischen seinen Räuber- und Mafiaberichten hier und da mal mitteilen. Er tut es aber praktisch nicht.

      • Die Anmerkung von Frédéric Pons: http://vs.hu/versus/mit_tesz_a_nyugati_media/2/

        A nyugat-európai médiában, különösen a franciában, Magyarország egyre rosszabb megítéléstől szenved. Három okot látok erre: kulturálisat, ideológiait és pszichológiait.

        Kezdjük a kulturális okkal! Franciaországban a történelem és a földrajz oktatása évek óta egyre színvonaltalanabb, hasonlóan a geopolitikai gondolkodás állapotához. Politikai elitünk esetében igen zavaró ez a kulturális hiány, mert mindez politikai döntéseikre is kihat. Az újságíróknál se jobb a helyzet, sőt. Hibákkal teli közelítenek meg számos kérdést, vagy eleve ignorálják azokat. Ha mindezt tudatosan teszik, akkor manipulációról beszélhetünk.

        Mindezen szellemi hanyatlásnak talán épp Magyarország az első áldozata, annál is inkább, mert Közép-Európa gyakorlatilag teljesen hiányzik a francia tantervekből. Európa ezen része kapcsán a legtöbben még mindig az Osztrák-Magyar Monarchiára asszociálnak, de ismereteik legfeljebb Ausztriáig terjednek. Nem meglepő hát, hogy például a Le Monde napilap közép-európai tudósítói még mindig Bécsből dolgoznak.

        Ezen újságírói kulturális hiányokat csak felerősítik a bevésődött baloldali ideológiai elköteleződések. Még ha a baloldal hatása egyre halványul is, még mindig jelentősen meghatározza a francia szellemi életet. Számos francia újságíró csak vörösnek vagy pirosnak hajlandó látni a szemüvegén keresztül a világot. Ennek megfelelően mindenkit elítélnek, aki nem tartozik az ő szellemiségükhöz. A baloldal számára számos téma érthetetlen: a nemzeti identitás védelme, az európai keresztény gyökerek hangsúlyozása, a hagyományos családmodell támogatása a homoszexualitással szemben, a szociális segélyek visszavétele, a brüsszeli ukázok elutasítása, a globális internacionalizmus veszélyeinek ismertetése.

        Magyarországot azelőtt elítélték már, hogy egyáltalán meghallgatták volna – pusztán azért, mert a budapesti kormány ki mert lépni a baloldali értelmiségiek és moralisták által ránk kényszerített politikai korrektségből. Magyarország fontos tabukat döntött le. Magyarország a baloldaliak szemében tehát politikailag helytelen.

        Magyarországnak azonban türelemre van most szüksége, és nagy pedagódiai érzékre, hogy igenis érvényesíteni tudja a különbözőséghez való jogát.

        Az ideológiai elfogultságok Magyarország esetében igencsak kedveznek a dezinformálásnak. A magyar források Franciaországban ritkák és többnyire baloldaliak. Számos lap és újságíró megpróbálja azonban felülvizsgálni a kapott információkat, igyekszik meghallgatni minden felet, és szeretne túllépni a baloldal ideológiai szorításán.

        Ez ma egyszerre bátor és nehéz tett. A baloldali gondolatrendőrség azonnal lecsap arra, aki félreteszi a politikailag korrekt nyelvezetet és látásmódot. Sok újság ezért inkább behódol, és követi a kijelölt, megszokott utat. Csak nagyon kevesek merik a baloldali igazságok harcosait tetemre hívni. Csak nagyon kevés lap meri meghallani azt, amit a nép valóban gondol.

        Ma Magyarország ennek a politikai osztrakizmusnak a legnagyobb áldozata, de más országokra is igaz ez. Egyre több országban tör elő a mélyből a nép valós identitása. A baloldal és hasznos idiótáik által sulykolt konformizmus elutasítása mindenütt erősödik. Franciaországot is kezdi áthatni ez a szabadulási vágy.

  4. Zur Gesprächsbereitschaft der Regierung: Sie sind inzwischen recht gut wenn es darum geht Ihre Themen an den Mann zu bringen, und schwer ist es weiterhin, wenn man selbst eigene Themen voranbringen möchte. Und natürlich zählt es, wie fair man ist, allerdings wenn man sehr unfair UND sehr einflussreich ist, bemühen sie sich glaube ich schon um Überzeugungsarbeit. Das eigentliche Problem ist aber einfach, dass die allermeisten Minister grundsätzlich nicht wollen und die Kommunikationsleute um Kumin in dieser Hinsicht intern einen schweren Stand haben.

  5. Hier der heute veröffentlichte Standpunkt von Ralf Leonhard (TAZ):

    “Magyarország rendszerszerű fasizálódását” panaszolta fel áprilisban ötven német és osztrák értelmiségi, köztük az irodalmi Nobel-díjas Elfriede Jelinek. Nem kellett volna tenniük. A fenyegetettség eltúlzása ugyanis jól jön az Orbán-kormány csodálóinak és védelmezőinek, hogy nevetségessé tegyék a kritikusokat. Az alapvetően jogos ellenvetéseket azon kultúrpolitika ellen, amely az avantgarde helyett a népit támogatja, vagy azon kormány ellen, amely egyértelműen autoriter módon viselkedik és a maga pártpolitikai elveit írja az alkotmányba, könnyen le lehet söpörni az asztalról, ha a kritikusok túlzásba esnek. És megint csak Orbán lesz az áldozat, a magyarok meg a nemzeti büszkeségükben érezhetik magukat megsértve.

    “A hazafiasság a gazfickó legutolsó mentsvára”, szól egy angol konzervatív író, Samuel Johnson definíciója a 18. századból. Száz évvel később az amerikai Ambroce Bierce a maga “ördög szótárában” továbbpontosítja a definíciót: “a hazafiasság a gazfickó első menedéke”. Mindegy is, a lényeg, hogy jó okunk van minden politikusnál, aki a hazaszeretetet teszi politikája fő céljává, erősen gyanakodni.

    Aki Magyarországról tudósít, az lépten-nyomon patriótizmusba ütközik, amely az 1920-es trianoni szerződéssel okozott fantom-fájdalmat próbálja meg előhívni. Ezt szolgálja a rasszista írók rehabilitálása, a Hothy-szobrok állítása, és mindez olyan törvényekben csúcsosodik ki, amelyek gyakorlatilag megtiltják a külföldieknek mezőgazdasági földterületek szerzését.

    Még ha kormány nyíltan el is ítéli a Horthy-szobrokat vagy az antiszemitizmust, olyan politikai környezetet teremtett, amelyekben ilyen jelenségek burjánozhatnak. A médiatörvényét meg teli pakolta halom gumiparagrafussal, ami lehetővé teszi az önkényes fellépéseket a kellemetlenkedő sajtótermékek ellen.

    Persze igazából nem is kell alkalmazni ezeket a paragrafusokat, mert az öncenzúra és az elbocsátástól való félelem már most megfelelően gleichschaltolta a magyar sajtót.

    A külföldi médiát azonban nehezebb Budapestről befolyásolni. A külföldi média ezért gyakorta kap információkat magyar újságíróktól, akik otthon nem mernék a történeteiket megírni. Éppen ezért főleg a németnyelvű tudósítókat minősíti a kormány “Magyarország ellenségeivé”, pedig ezek a tudósítók nem csak a budapesti, de a saját kormányaikkal is hasonlóan kritikusan járnak el.

    Tartalmi kritikára a magyar kormány nem hajlandó válaszolni. Siránkozva vagy dühösen reagálnak a cikkekre, a szocialisták összeesküvését sejtik, akik a külföldet felheccelték volna Magyarország és annak miniszterelnöke ellen. Cikkeink így az “ostromlott vár” érzetét erősítik önkéntelenül is: a kormány mindenütt ellenségeket lát, és a még erősebb nemzeti összefogást sürgeti.

    Láthatóan sikerrel, mert a kormánybarát, németnyelvű HungarianVoice blog szerint az állítólag differenciálatlan nyugati média áldás Orbán számára: “Semmi sem alkalmasabb arra, hogy növekedjék a magyar kormánypárt népszerűsége”, írják.“

    Leonhard hat vielen seiner Kollegen – z.B. Bernhard Odehnal – eines meilenweit voraus: Er ist weniger hysterisch und sieht ein, dass die übertriebene Darstellung, Berichte und Wortmeldungen von „Faschisierungstendenzen“, letztlich der Regierungsseite nutzt. Das hätten wir also. Nun können wir darüber streiten, was „übertriebene Darstellung“ ist. Genug Raum für Dissens…

    Wer die Beiträge Leonhards kennt, ist im weiteren Verlauf auch nicht überrascht über die recht allgemeinen Aussagen zur „gleichgeschalteten“ Presse Ungarns, „Gummiparagrafen“ im Mediengesetz und Selbstzensur. Diese Punkte sehe ich anders. Wo ich Leonhard zustimme, ist die Verfassung: Hier hat Fidesz in der Tat die eigene Sichtweise in den Rang des Grundgesetzes gehoben, allerdings muss man hinzufügen, dass die Linksopposition sich durch ihren Boykott selbst jede Möglichkeit, den Verfassungsgebungsprozess zu beeinflussen, genommen hat; über den Inhalt kann man weltanschaulich trefflich streiten, auch hier sind Verzerrungen passiert (etwa bezüglich der Verfassungsbeschwerde).

    Was die Wiederbelebung des Trianon-Traumas angeht, spricht Leonhard von Phantomschmerz und übt Kritik: Ich würde den Begriff „Trauma“ bevorzugen, denn es handelt sich um ein bislang nicht aufgearbeitetes Thema – hier bin ich überzeugt, dass die Zeit eine Mäßigung mit sich bringt. Wir sehen aktuell eine „verkehrte 1968-er Bewegung“, sie schlägt nach rechts aus, weil das Establishment links war.

    Und bitte tun wir nicht so, als wäre in Westdeutschland alles toll gelaufen: Selbst die CDU hat Willy Brandts Ostpolitik bekämpft. Warum? Weil man ausdrücklich die territoriale Integrität Polens nicht als endgültig ansah, das war erst mit der Wiedervereinigung erledigt (d.h. 45 Jahre nach Kriegsende). Wir sollten Ungarn die Zeit geben, sich zu finden. Und nicht so tun, als wäre in Deutschland alles seit 1949 in perfektem Einklang mit (heutigem) europäischem Gedankengut vor sich gegangen.

    Abschließend erwähnt Leonhard HungarianVoice als „regierungsfreundlichen“ Blog, in dem die Auffassung geäußert wurde, dass die (nach Meinung Leonhards nur „angeblich“) undifferenzierte Medienberichterstattung der Regierung nutzt. Ich stehe zu dieser Meinung, und beziehe mich auf „Il Principe“ von Macchiavelli. Betone aber, dass meine Einschätzung nicht positiv (im Sinne des Regierungsfreundes), d.h. auch nicht als Ausdruck von Zufriedenheit, gemeint war. Sondern als Kritik an der Opposition und der oppositionsnahen Presse, die offenbar nicht verstehen wollen, dass sie kontraproduktiv vorgehen und dazu beitragen, den ohnehin kaum möglichen Dialog weiter zu erschweren.

    Ich selbst wünschte mir eine funktionsfähige Opposition außerhalb von Postkommunisten. Ungarn braucht eine wählbare Sozialdemokratie, keine in neoliberales Gewand gekleidete, zu Kapitalisten gewordene Ex-Nomenklatur. Das größte Kunststück, das der Teufel jemals zuwege gebracht hat, ist die Welt davon zu überzeugen, dass er gar nicht existiert – und das größte Kunststück der MSZP ist, die Welt davon zu überzeugen, sie sei eine sozialdemokratische Partei.

    • Ich lese jetzt schon zum siebten Mal die Stellen in Leonards Afflatus:
      “Magyarország rendszerszerű fasizálódását” panaszolta fel áprilisban ötven német és osztrák értelmiségi, köztük az irodalmi Nobel-díjas Elfriede Jelinek.“

      und

      „A fenyegetettség eltúlzása ugyanis jól jön az Orbán-kormány csodálóinak és védelmezőinek, hogy nevetségessé tegyék a kritikusokat.“

      Hat jemand Erfahrungen mit der modernen Pons-Methode?
      http://www.pons.de/sprachkurse/pons-power-sprachkurs-ungarisch-978-3-12-561312-6/ungarisch/

      Jedenfalls haben Odehnal und Leonard jetzt das Gegenteil bewiesen. Die böse Unterstellung, die deutschsprachige Ungarnberichterstattung krankte daran, dass die Herren kein Ungarisch können, ist- systemisch – falsch. Minden „fenyegetettség eltúlzása nélkül“, die können wirklich alles, sogar Ungarisch, ohne sich dem Gespött der Ungarn auszuliefern. Ein großer Verdienst des ungarischen Portals vs.hu . Meinen Glückwunsch! Wenn Stoiber und Oettinger doch auch so ein gutes Englisch sprächen! Sie könnten – a fenyegetettség eltúlzása nélkül – wieder in der Öffentlichkeit auftreten, ohne Angst vor den Hämespielen der deutschen Journaille.

      • Auf mandiner steht dieser Blog gar nicht mehr so rechts:

        Da steht in einem Kommentar:

        …“ mert a kormánybarát, németnyelvű HungarianVoice blog szerint az állítólag differenciálatlan nyugati média áldás Orbán számára“…
        Mindenki azt lát amit akar és azt olvas amit tud !
        A Hungarian Voice egy Dalos György, Karl Pfeifer .Magdalena Marsovszky , stb. stb. szócsöve..
        A “ kérdezz-felelek“ iskolapéldája:
        Valaki megkérdezi,egy mondatban: hogy is áll az államodásság és Karl Pfeifer két napig ír a “ magyar antiszemitizmusról“.Prágából 10 levélben megírják, hogy Orbán Viktornak patája van.A György Dalos a berlini „magyar“ ezred véleményhordozója…. Ez a játék.

        Különben itt van, ha már megemlítette valaki :
        https://hungarianvoice.wordpress.com

        Különben, mielőtt valaki is megpróbálná: a „demokrácia“, a szólásszabadság, nevében minden egyes komment személyesen lesz engedélyezve …vagy nem is jelenik meg.
        Hogy Imre Kertesz ismét Magyarországon van, az nekik nem hír. Hír csak, a Radnóti szobor ….

        http://m.media.mandiner.hu/cikk/20131206_ralf_leonhard_a_kormany_mindenutt_ellensegeket_lat

        Ich bin also das Sprachrohr von Pfeifer, Marsovszky & Co.

        Wie der Kommentator sagt: Jeder sieht das, was er sehen will.

      • Kedves HV,
        selber Schuld! Gucken Sie sich doch nur mal an, was da so alles steht: https://hungarianvoice.wordpress.com/kontrovers/
        Da schrieb ein Poster, der wohl aus falscher Scham unerkannt bleiben wollte:
        „Rein vom Gefühl her würde es mich gar nicht wundern, wenn sich eines Tages herausstellte, dass Herr Pfeifer oder Frau Marsovszky auch die Betreiber des Blogs Hungarian Voice sind. Es macht doch Sinn, so einen anonymen Blog zu betreiben., um der “echten Ungarn” und “Rassisten” habhaft zu werden.“

      • … a versenyképes közírás nem valósítható meg rendszerszerű minőségértékelés nélkül …

        Senki vagyok és/de szeretem tárgyilagosságát.

  6. „Ungarn braucht eine wählbare Sozialdemokratie, keine in neoliberales Gewand gekleidete, zu Kapitalisten gewordene Ex-Nomenklatur.“

    Ich kann nur zustimmen.
    Solange die etablierte ungarische Linke weiter vernebelt, die liberale Presse Scheuklappen behält, wird der Kurs Orbáns bestätigt. Das kann lange dauern. Mahlzeit.

  7. Weiter geht es heute mit der Anmerkung des freien Journalisten Lion Edler:

    http://vs.hu/versus/mit_tesz_a_nyugati_media/4/

    Ein in vielen Punkten treffsicherer Kommentar. Von ideologisch voreingenommenen Journalisten, die voneinander abschreiben, statt selbst zu recherchieren. Aber das ist nicht das Wesentliche. Denn es ist altbekannt.

    Viel wichtiger ist Edlers Anmerkung dort, wo er die Vermutung äußert, es gehe um mehr als um Ungarn. Sogar um einen regelrechten Richtungskampf links-rechts, in dem die Linken zahlenmäßig uneinholbar in Führung liegen. Jedenfalls, was ihre Rolle in den Medien angeht. Ein Beispiel? Die „konservative“ WELT wird von Thomas Schmid herausgegeben. Einem alten Frankfurter Weggefährten von Dani „le Rouge“ Cohn-Bendit, der bekanntlich von sehr weit links kommt. Was früher auch auf Schmid zutraf.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Schmid_(Journalist,_1945)

    Warum er konservativ geworden ist/sein soll? Hm, warum wurde Otto Schily vom RAF-Anwalt zum Bundesinnenminister?

    Und was die Wahlpräferenzen der Welt-Redakteure angeht, so haben wir alles notwendige von Jan Fleischhauer („Unter Linken“) erfahren. Offenbar wimmelt es selbst beim gehobenen Springer-Blatt von rot-grünen Stammwählen. Der rechte Mob ist bei der Bild untergebracht, vermute ich 🙂

    Kein Wunder, dass „rechts“ mit „rechtsradikal“ gleichgesetzt wird, wenn Linke die Definitionshoheit für sich beanspruchen (vgl. ATV újságíróklub). Die sehen die Lager ein wenig so wie die Jahreszeiten: Den Frühling und den Herbst gibt’s ja nicht mehr, nur noch Sommer und Winter.

    Die Heftigkeit der Reaktionen gegenüber Ungarn sind auch m.E. zu einem nicht unwesentlichen Teil mit der Furcht zu erklären, das dortige Beispiel könnte Schule machen. Nicht Orbáns 2/3 interessieren (Hallo? Ungarn hat 10 Mio. Einwohner!), sondern die Angst, auch in Italien, Frankreich und Deutschland könnte so etwas unerhörtes einmal passieren. Könnten „Rechte“ die Überhand gewinnen. Egal, wie unwahrscheinlich es ist: allein der Gedanke, die schiere Möglichkeit bringt die Alt-68er, die DDR-Nostalgiker, die Kommunismus-Verharmloser und selbsternannten „Europäer“, die sich die Abschaffung der Nationalstaaten auf die Fahne schreiben, zur Weißglut.

    Echte Gefahr droht ihnen natürlich nicht. Ist aber merkwürdig zu sehen, wie sehr ihnen das Lüftchen aus Ungarn die nackte Panik ins Mark schießen lässt. Denn eine Welt jenseits linker „Leitkultur“ ist schon Quasi-Diktatur, Demokratur, Autokratie. Daher darf man sich, wie man in DDR, Volksrepublik & Co. sah, auch nicht auf die Wähler verlassen… 🙂

    In Ungarn läuft es eben derzeit anders: Dort hat die Rechte die Nase vorn. Warum? Weil die (sog.) Linken keine Inhalte, keine Themen haben. Außer Meckern und dem Selbstverständnis, dass sie die Besseren sind. Aber selbst diesen Slogan haben sie an Jobbik verloren…

    • Martin Bukovics meldet sich als vorletzter Kommentator zu Wort. Er übt zunächst (zu Recht) Kritik an István Lovas, der die ausländischen Korrespondenten jüngst wüst beschimpfte. In der Sache kann auch er – ebensowenig wie Odehnal und Leonhard – eine Voreingenommenheit erkennen, bestreitet ferner (wie Mong), dass es die „Westpresse“ gebe. Und hält die Auslandskorrespondenten lediglich für neugierig.

      Zu den teils haarsträubenden Fehlern und der Divergenz zwischen der Ungarn-Berichterstattung vor und seit 2010 äußert er sich mit keinem Wort. Weil das die „Neugierde“ in Frage stellen könnte? Lediglich Ralf Leonhard hat den Durchblick, seine Kollegen vor Verzerrungen und Falschberichten zu warnen. Mong, Bukovics und Odehnal sind solche faux-pas egal?

      http://vs.hu/versus/mit_tesz_a_nyugati_media/5/

      Was Bukovics‘ etwas überoptimistische Charakterisierung der „Deutschen“ angeht, so wird es Ungarnfreund runtergehen wie Öl 🙂

      „Németországban például nem tetszik az embereknek a nacionalizmus, a kivagyiság és az arrogáns viselkedés. Sokkal inkább vevők olyan, egyébként Magyarországon is egyre szélesebb körben szimpatikussá váló gondolatokra, mint a tolerancia, a transzparencia, a demokrácia és a felelősség vállalása.“

      • Schlusswort von Péter Techet:

        http://vs.hu/versus/mit_tesz_a_nyugati_media/6/

        Seines Erachtens berichten über Ungarn „bestens informierte Fachleute“…wörtlich:

        „Magyarországról olyan újságírók számolnak be, akik a térségnek kiváló ismerői, számosan éveket éltek itt, a Balkánon, jól ismerik az itteni nyelveket – így a magyart is –, a történelmet, a problémákat.“

        In dieser Pauschalität kann man über diese Aussage nur den Kopf schütteln. Wir lernen: Alles in Ordnung mit der Berichterstattung. Denn so lange der Ostbahnhof stinkt und die Busse klappern, kann man über Ungarn keine positiven Berichte (wer hat die denn verlangt?) erwarten. Wieder kein Wort zu den Verzerrungen beim Mediengesetz, Falschzitaten usw… Techet wirkt so, als wolle er (fast) Generalabsolution erteilen. Die gibt es aber nur in der Kirche 🙂

    • „Die Heftigkeit der Reaktionen gegenüber Ungarn sind auch m.E. zu einem nicht unwesentlichen Teil mit der Furcht zu erklären, das dortige Beispiel könnte Schule machen.“

      Endlich wird das mal so klipp und klar ausgesprochen.

      Einige Wenige sind eben doch imstande, über den ideologischen Tellerrand zu schauen.

      Danke für den Beitrag, Herr Edler. Viele Grüße aus Ungarn:

      PR

  8. Frédéric Pons ist nicht von der Tageszeitung Le Monde, sondern von der Wochenzeitung Valeurs actuelles. Und ich selbst bin (und war) nicht beim Mandiner, auch wenn einige Artikel von mir auch dort erschienen, sondern ich schrieb jahrelang als freier Journalist für mehrere Zeitungen (Magyar Nemzet, Heti Valasz, hvg.hu, komment.hu, usw), und jetzt bin ich als Redakteur beim vs.hu für den Debattenressort zuständig. Bitte, korrigieren Sie Ihren Artikel dementsprechend! Danke im Voraus!

  9. „Als Alleinherrscher versteht er Demokratie nur noch als Bestätigungsmaschinerie seiner Macht, nicht mehr als Instrument der Mitbestimmung oder zum Schutz von Minderheiten. Kritikern droht Gefängnis. Das kennen die Europäer schon sattsam aus Ungarn oder der Ukraine.“

    http://www.zeit.de/2014/01/tuerkei-erdogan-korruption

    Es geht zwar um die Türkei und Erdogan in diesem Artikel, die Zeit-Leser erfahren aber nebenbei auch, dass in Ungarn Regierungskritikern das Gefängnis droht. Hoffentlich haben die Leser mehr Ahnung über Ungarn als der Journalist, der diese Sätze geschrieben hat und sie glauben es ihm nicht.

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