TV2 verkauft: Offene Fragen zu den neuen Eigentümern

Der deutsche Medienkonzern ProSieben Sat.1 Media AG hat seine ungarische Tochter TV 2 im Rahmen eines Management-Bouyouts an zwei ranghohe Führungskräfte veräußert. Bei den offiziellen neuen Eigentümern handelt es sich um den 40-jährigen Zsolt Simon, der seit Oktober 2010 den Posten des Generaldirektors hält, sowie Yvonne Dederick, die bisherige Finanzchefin (CFO). Zum veräußerten Portfolio gehören zusätzlich die Sender SuperTV2, FEM3 und Pro4.

Über die Finanzierung und die hinter den neuen Eigentümern stehenden Kreise wird heftig spekuliert. Die oppositionelle Presse vermutet ein Strohmanngeschäft Fidesz-naher Kreise. Die Vermutung beruht darauf, dass der Inhaber der Fidesz-nahen Medienholding Infocenter Rt., Zsolt Nyerges, schon früher Interesse an einem Erwerb von TV 2 geäußert hatte. Hinzu kommt, dass Simon, der Fidesz nahestehen soll, offen eingeräumt hatte, selbst nicht über das notwendige Eigenkapital verfügt zu haben, hinter den Erwerbern stünden „ungarische Interessengruppen“.

An der Übernahme sollen ein Netz von insgesamt fünf, in den letzten Wochen gegründeter, Unternehmen stehen. Sie alle haben ihren Sitz im Budapester Bank Center. An der Gründung war laut hvg.hu die Budapester Niederlassung der internationalen Anwaltskanzlei Weil, Gotshal & Manges beteiligt, bei der Dedericks Ehemann David Dederick als Managing Partner tätig ist.

http://tablet.hvg.hu/itthon/20131223_Komplikalt_ceghalon_keresztul_veszik_meg

http://m.dwdl.de/a/44027

http://tablet.hvg.hu/itthon/20131221_TV2_eladasa_bejelentes

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6 Kommentare zu “TV2 verkauft: Offene Fragen zu den neuen Eigentümern

  1. hv, bringen sie aufregendes, spannendes. sollte hier fidesz et al. ihre meinung weiter monopolisieren wollen, würde es doch nicht mal einen zwergpudel nicht hinter dem ofen hervorlocken…

    beginnen sie das nächste jahr mit neuen ideen! springen sie über ihren konservativen schatten…

    • Wow, jetzt haben Sie es mir aber wieder gezeigt! Konservativer Schatten, hm? Ich werde das neue Jahr beginnen, wie ich das alte beende: Zitternd vor Angst vor Ihrer kraftstrotzenden, substanziellen Kritik. 🙂

  2. zumindest bringt es dieser thead jetzt schon auf drei kommentare…ihnen ist doch die klickrate wichtig, sozusagen als massstab ihrer berichterqualität, oder? also produzieren wir fröhlich weiter.

    substanzielle kritik erfordert substantielle beiträge. und deshalb kann ich zu den mmn inhaltsleeren äusserungen ihrerseits auch nur inhaltsleer antworten…

    vllt springt uns ja der gute alte herche jetzt zu hilfe.

  3. Naja, in Polen gehören 90%!!! des „poln.“ Zeitungsmarktes dt. Konzernen. Und ja, es hat Bedeutung-so erscheinen Artikel gegen Atomkraft, gegen die Aufarbeitung des Kommunismus, für Windkraft, solche, die die Miniminderheit „schlesischer“ Separatisten unterstützen usw. Daher beglückwünsche ich die Ungarn, dass ungarische Medien langsam wieder in ungarische Hände kommen-und wünsche uns dasselbe!

    • Ich unterstütze Ihr Anliegen gegen ein ausländisches Medienmonopol und sehe die Entwicklungen diesbezüglich in Ungarn genauso wie Sie. Über die Angelegenheit mit der Minderheit wüsste ich aber gerne mehr. Gerade heute steht in meiner Lokalzeitung ein Artikel über Deutsche in Polen. Er gibt die Zahl der Deutschen dort mit 300.000 an. Da hier in den Medien sonst so gut wie nie etwas über deutsche Minderheiten in Polen oder Siebenbürgen oder weis der Kuckuck wo, berichtet wird (und wenn, dann oft nur a la „die Deutschen bringen den anderen die Arbeit bei“), kann ich die Situation der Deutschen in Polen aber überhaupt nicht einordnen. Interessanterweise sagt diese BErichterstattung auch etwas über das Interesse der Deutschen an ihren Minderheiten anderswo aus: nämlich sogut wie gar keins. 300.000 klingt jedenfalls erstmal viel – im Gegensatz zu „Miniminderheit“ – allerdings sagt das nichts über die Demografie vor Ort aus, denn wenn es sich um Gegenden mit Großstädten handelt, wirkt die große Zahl sehr schnell wieder kleiner (wegen des Anteils an der Gesamtbevölkerung). Um das zu beurteilen, fehlen mir allerdings die Infos. Grundsätzlich unterstütze ich Politik zum Schutz von Minderheiten, gerade wegen meines ungarischen Hintergrundes, denn Ungarn ist ja bekanntlich selbst davon betroffen und zweierlei Maß werde ich hierbei sicherlich nicht anlegen. Oder beziehen Sie „Miniminderheit“ nur auf die Separatisten?

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