Ipsos: Zahl der Nichtwähler sinkt, Regierungslager weiter im Vorteil

Einer aktuellen Umfrage des Instituts Ipsos zufolge kann das Regierungslager bei rückläufiger Zahl von Nichtwählern leichte Zuwächse gegenüber dem Vormonat verbuchen. Unter allen Befragten Wahlberechtigten erlangte Fidesz-KDNP 30% (zuvor 28%), die aus MSZP, DK, Együtt 2014-PM und den Liberalen bestehende vereinigte Linksopposition, Összefogás, erhielt 23% (zuvor 22%). Den stärksten Zuwachs verbuchte der Umfrage zufolge die rechtsradikale Oppositionspartei Jobbik, sie steht nun bei 9% (6%). LMP („Politik kann anders sein“) liegt unverändert bei 2% und würde damit den Einzug ins Parlament verfehlen.

Bei den Parteiwählern erhält Fidesz-KDNP 51%, die Linksopposition 33% und Jobbik 13% Zustimmung. LMP liegt auch hier mit 2% unterhalb des erforderlichen Mindestquorums.

Interessant stellt sich das Ergebnis der Umfrage im Hinblick auf die Fähigkeit der beiden großen Lager zur Mobilisierung ihrer Wählerschaft dar. Hier sind 63% der Fidesz-Anhänger fest entschlossen, an der Wahl am 6. April teilzunehmen, hingegen liegt die Quote der Festentschlossenen im Lager der Linksopposition bei 51%. „Összefogás“ wird sich bis zum Wahltag um eine deutlich höhere Mobilisierung bemühen müssen.

Freilich kann auch der durch die aktuellen Umfragen aufgezeigte Vorteil des Regierungslagers – wie auch 2002 – zum Nachteil gereichen: Halten die Regierungsanhänger den Wahlsieg für sicher, dürfte die Mobilisierung bis zum Wahltag sinken. Fidesz versucht derzeit, die eigene Wählerschaft zur Wahl zu motivieren, immer daran erinnernd, dass auch 2002 eine Wiederwahl Viktor Orbáns sicher schien, dann aber der seinerzeitige Kandidat der MSZP-SZDSZ, Péter Medgyessy, zum Ministerpräsidenten gewählt wurde.

http://www.ipsos.hu/site/fidesz-vezet-s-ellenz-ki-es-lyek/

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11 Kommentare zu “Ipsos: Zahl der Nichtwähler sinkt, Regierungslager weiter im Vorteil

    • Solche Frage stellt man wenn man Überzeugung als frei
      käuflich versteht. Liberale Gesinnung. Wenn die Wähler in Ungarn
      den linksliberalen Koalition 2 Regierungsperioden gegeben haben den
      Karren im Dreck zu versenken, wäre es nur fair Fidesz auch 2 reg.
      Perioden zu geben um das Selbe aus den Dreck zu befreien. Man wird
      sehen wie lang das Gedächtnis der Wähler ist. Vagy elöre iszol a
      medve börére?

      • ich glaube, dass nur die wenigstens ungarn wissen, wem oder was sie ihre stimme geben o gaben. das interesse an politischen ideen ist doch, wie andernorts auch, eher unausgeprägt (freundlich formuliert).

        es wird scheinbar einfach mal alles durchprobiert. nun ist wohl jobbik an der reihe.

        und dann kann sich jeder mit seiner verantwortung bzw seinem anteil an dieser entwicklung auseinandersetzen (o eben auch nicht). die ideologische differenz zwischen jobbik u fidesz dürfte sowieso nicht allzu gross sein.

        und wenn wahlen nach gesichtspunkten, die sie als fair bezeichnen, stattfinden sollen, kann man sie sich eigtl sparen, oder?

        ihre ersten beiden bemerkungen hinsichtlich meiner von ihnen kunstvoll vermuteten einstellung lasse ich unkommentiert.

    • Das “Glauben” gehört in die Kirche. In der Schule soll man wissen, sagte mein Lehrer in der ungarische allgemein schule.
      Da ich den heißeren Teil des Jahres in Ungarn verbringe und die Sprache auf Muttersprache Niveau beherrsche / Die de. allerdings nur auf “kunstvolle” ebene. Mehr gibt mein Maschinenbau Studium am 2. Bildungsweg nicht her/ weis ich das mein Umgang in Ungarn. sehr wohl klar ist wen und warum sie wählt. Welchen Umgang Sie in Ungarn. pflegen kann ich nur vermuten.
      Was Jobbik betrifft; ist doch amüsant wenn liberale und ihr Schreibknechte das beklagen was sie selbst generierten. Die Wähler Wanderung in 2010 dürfte bei Ihnen und ihr Umgang in Ungarn. geläufig sein.
      Fidesz vertritt die Interessen Ungarns, Jobbik glaubt das Selbe zu tuen. Die patchwork Opposition verfolgt die Interessen internationale Spekulanten und sind käuflich.
      Ob dabei der Unterschied ideologisch fundiert ist soll man Fr. Heller fragen. Ich wie gesagt nur Maschinen Bau. Das mit der Verantwortung ist so eine Sache. Man kann es hin und her schieben wie bei de. Politiker.
      Ich vermisse Gefühl für Verantwortung eher wenn ein kleiner Teil einer schon verschwindende ethnische Minderheit mit fragwürdige Mitteln versucht ihr verflossene Macht / Privilegien wieder an sich zu reisen. Rein demokratisch versteht sich.
      Ob man sich Wahlen sparen kann? Der Versuch wurde schon gemacht in dem linksliberale Intellektuelle die Wahlen durch Unterschrift Sammlung ersetzen versuchten.
      Jobbik über zu bewerten mag zwar für die Opposition sachdienlich sein. Ich aber vermisse ein geeignete Führer /einer ihrer besten Männer wechselte gerade die Seiten. Den EU Mandat hatte er aber behalten. Liberalisierung der Überzeugung? (Ohne Hitler gäbe es auch keine Nazis). Die zwar relativ zahlreiche Schwachköpfe werden höchstens ein akustischen Schaden anrichten können. Nicht zu vergessen sei das den Schwert dieser Partei gerade Fidsz aus ihr Hand geschlagen hat mit dem Garda Verbot. Die linksliberalen ließen die Garda gewähren als Anarchiebeweis.
      Der wiederholte Versuch Fidesz mit Jobbik zu vermengen ist schon penetrant geworden.

      • aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich schon gern den zweck ihres hinweises auf ihr maschinenbaustudium erfahren. sind sie bereit diesbezüglich aufzuklären?

      • Ich vermute, Sie haben mit dem Hinweis, Sie seien Ingenieur, nur angedeutet, dass Sie ein nüchtern denkender Ungar sind. Eins und eins sind für Sie zwei.
        Über unsere kultur.nixe ist nur Krampf zu sagen. Nicht für ungut, sie gehört zu den Leuten, von Verhältnissen in Ungarn träumen, wie wir sie jetzt in Kiew haben. Ich denke mal, was ja nicht verboten ist, als die Polizei unter dem ungarischen Janukowitsch Zweitausendundsechs auf die Teilnehmer der Fidesz-Kundgebung losging, da hat sie geschwiegen. http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=n1fYWaTqKmA
        Weil sie eins und eins nicht addieren kann, die linke Krampfkeule.

    • Nach allem was in den letzten Tagen geschehen ist, muss man sich nicht wundern, wenn die Zahl der Nichtwähler sinkt und das Regierungslager weiter im Vorteil ist (und hoffentlich auch bleibt und wenn es nur deswegen ist, dass manch einer sich vor Wut sonstwohin beißt)
      Aber Jungs macht mal so weiter!!
      Ist doch sehr erleuchtend, wenn jemand 16 Jahre Bürgermeister in Jászberény war und sich dann auf einer Wahlkampfveranstaltung dahingehend äussert, dass die Bewohner der „Jászság“ quasi einen an der Klatsche haben.

  1. „Zahl der Nichtwähler sinkt, Regierungslager weiter im Vorteil“

    Das war gestern.
    Jetzt hat sich die Situation dramatisch verändert, verstärkt doch jetzt der panamaische Doktor die Reihen der vereinigten Linksopposition.
    Nun müssen die sich geistig auch nicht mehr überfordern, denn sie können ja gleich von 1995 etliches übernehmen.Da wird dann der Wohlstand in Ungarn ausbrechen , die Bürger werden nie mehr auf die Idee kommen das Land zu verlassen (es sei denn für einen Doktortitel in Panama) und die Studenten haben dann auch endlich, was sie sich schon immer gewünscht haben…
    liberdad oder so

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