Es lebe die Meinungsfreiheit…

Kaum ist Viktor Orbán das dritte Mal zum Ministerpräsidenten Ungarns gewählt, geht der altbekannte Wettbewerb wieder los. Wer verpasst Orbán den schlimmsten Namen? Wer kommt mit den hanebüchensten Vorwürfen daher? Wer schafft es am besten, ein Minimum von Landeskunde mit einem Maximum an Wortgewalt zu paaren? Die Angst vorm bösen Wolf am effektivsten zu schüren?

Den „Spitzenplatz“ hat seit heute der TAZ-Kolumnist Deniz Yücel inne. Man darf annehmen: Für eine längere Zeit. Yücel erspart sich die Benennung von Fakten (da liegt die TAZ nämlich regelmäßig daneben!) und greift stattdessen zur Neutronenbombe des deutschen Linksjournalismus. Den Hitler-Vergleich. Gulasch-Hitler“ möge gestoppt werden, schreibt Yücel. Damit ist jede Debatte beendet: Für die TAZ-Leser und die der Magyar Nemzet gleichermaßen, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen.

Der Rest des Pamphlets kann – wie der Dreck am Abend – ruhig in einen Sack gepackt und der Tonne übergeben werden. Gegen Yücel wirkt der Pester Lloyd wie Betthupferls „Pezi“. Chapeau, wer hätte das gedacht!

Viel Spaß beim Lesen. Es empfiehlt sich allerdings, vorher auf Nahrungsaufnahme zu verzichten…

http://www.taz.de/Kolumne-Der-Kommissar-3/!138225/