Der Fall Origo.hu: Boris Kálnoky berichtet für die WELT

Boris Kálnoky berichtet in der WELT über den Fall origo.hu.

http://www.welt.de/politik/ausland/article128776840/Kuendigungswelle-nach-Feuern-eines-Chefredakteurs.html#disqus_thread

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6 Kommentare zu “Der Fall Origo.hu: Boris Kálnoky berichtet für die WELT

  1. Nicht weniger Besorgnis erregend als die Meldungen zu Origo finde ich diese aktuelle Pressemitteilung der norwegischen Regierung vom 06.06.2014: http://www.norvegia.hu/Norsk/EEA-and-Norway-Grants1/EEA-and-Norway-Grants/Norway-concerned-for-civil-society-in-Hungary-/#.U5R6iyg0_NA

    Angeblich missfällt der ungarischen Regierung demnach, dass Norwegen den ungarischen Ableger von Transparency International, eine bekannte Menschenrechtsorganisation u. a. NROs fördert, die man in ungarischen Regierungskreisen als der Opposition nahestehend einordnet. Oslo wirft umgekehrt den ungarischen Behörden vor, fragwürdige Maßnahmen gegen die Zivilgesellschaft zu ergreifen und zu versuchen, die Meinungsfreiheit einzuschränken. Damit habe Budapest bestehende Vereinbarungen gebrochen. Schon am 8.5. setzte die norwegische Regierung die Auszahlung von Fördermitteln an Ungarn aus.

  2. Ich muss feststellen, dass mal wieder alle loslegen, ohne wirklich die Faktenlage zu kennen. Ich vermute auch, dass mal wieder selbstherrliche Politiker Fäden ziehen, jedoch ist es ein
    grundsätzlicher Fehler, wenn mit derartigem Getöse in deutschen Medien wieder zum Angriff geblasen wird. Engagierte Jorunalisten in Ungarn werden das Geheimnis wohl lüften.
    Sind Spiegel und co so sehr kundig in Sachen Ungarn und spiegeln sie ein umfassenderes Bild des Landes? Ein Freund aus D rief mich letzte Tage an und behauptete, also jetzt sieht es wirklich so aus: die Demokratie ist in Ungarn abgeschafft. Wo waren die Medien eigentlich 2006?
    Sollten deutschen Medienkonsumenten nicht erst mal ihre eigenen Machtstrukturen angehen
    und den Einfluss von Lobbyisten hinterfragen? In einer Welt, in der der Unterschied zwischen
    SPD und CDU kaum erkennbar ist, ist die 2/3 Mehrheit allgegenwärtig. Was politisch korrekt ist, wir z.B. von Gabriel und Kauder demonstriert. Eine Konservative gibt es in D nicht mehr
    und das linke Spektum ist zu Tode liberalisiert.
    Deutsschland ist ein verkommener Haufen, der mit Waffenexporten und hohem Ausstoß an klimaschädlichen Gasen der Welt nur schadet. Linke fahren heute zwei Autos und haben die nächste Reise gebucht. Der Staat der Deutschen, der in Zukunt zu Tode gepflegt werden möchte und anderen Ländern die Mediziener und Pfeger klaut, sollte ehrlch bleiben.

    • An den Grundmustern dieser „Ungarn-Debatten“ hat sich über die Jahre nichts geändert. Das ist wirklich ermüdend. Kennen Sie denn die Faktenlage in Bezug auf Sálings Abgang bei Origo, Dr. Mokus? Haben etwa nur ungarische Medien das Recht, über diese Angelegenheit zu berichten? Und wieso nehmen Sie eigentlich die Kritik an Lázár oder meinetwegen der Regierung Orbán gleich als Kritik am ganzen Land wahr?

      Es gibt noch keine echten Belege, aber sicher einige Indizien, dass an der Geschichte etwas dran ist. Dazu zähle ich die vielen Kündigungen aus dem Kreis der bei Origo beschäftigten Journalisten oder auch die Tatsache, dass Lázár plötzlich seine Hotelkosten doch selbst beglich. Dass er die Namen seiner Gesprächspartner nicht nennen will und mit angeblichen nationalen Interessen argumentiert, um sein Schweigen zu begründen, erinnert wiederum fatal an Kohls starre Haltung in der Parteispendenaffäre.

      Insofern würde ich Ihnen sogar zustimmen: Ja, auch in Deutschland liegen immer wieder Dinge im Argen. Gerade deswegen brauchen wir freie Medien, damit Missstände nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden können.

      • Wiederholung: Auch ich vermute, dass Lázár hier der Bösewicht ist. Orbán trägt dann letzendlich die Verantwortung. Was das Grundmuster der Ungarndebatte aber betrifft, so waren westliche Medien niemals an der Vermittlung eines realistischen Bildes interessiert, weil erwartungsgesteuert, ideologisch borniert.
        Ich empfehle aber mitlerweile keinem Ungarn mehr, Fidesz zu wählen. Die 2/3 sind ein Kreuz für die Demokratie, wenn selbstherrliche Politiker wie Lázár den Dialog mit den anderen gesellschaftlichen Gruppen vernachlässigen oder sogar ablehnen.

        Was ich meine und seit Jahren bei westlichen Medien beobachte ist in einem Kommentar zu lesen:
        http://www.budapester.hu/2014/05/18/nichtwaehler-ungarns-bevoelkerungsstaerkste-politische-kaste/

      • Was die Unterscheidung zwischen Ungarn einerseits und Orbán / Fidesz andererseits angeht, da geben die deutschen Medien selbst den Takt vor. Zwar bezieht man sich eher selten explizit auf das Land, aber es wird sich auch kaum um Differenzierung bemüht. Slogans wie „Meinungsfreiheit / Pressefreiheit in Ungarn abgeschafft“ fallen letztlich auf das ganze Land zurück – einerseits dadurch, dass ein Zusammenhang zum Land hergestellt wird, andererseits weil zu solch einer desaströsen Situation auch ein Stück weit Kollektivversagen nötig wäre. Ob das von den Medien so gewollt ist, möglicherweise nicht, aber es wird billigend in Kauf genommen. Und: es funktioniert. Schauen Sie sich mal um: die Leute wollen nicht mehr nach Ungarn fahren, beim ESC stimmt man aus Prinzip nicht mehr für Ungarn (auch dort gab es Berichte in den Medien, aber zugegeben: die Russen waren noch schlimmer dran…), Herr Meyer schreibt schon ganze Bücher über die Gefahr aus dem Osten – kurz: es wird ein negatives Klima erzeugt, in dem die Leute schon die Nase rümpfen wenn nur das Wort „Ungarn“ fällt. Außer innerhalb der Familie habe ich mir angewöhnt, das Thema lieber zu meiden. Ungarn ist auch kein Einzelfall: mit den Russen wird momentan das gleiche getan, nut scheint den Leuten dort aufzufallen, dass die Berichterstattung zu pauschal ist. Beachten Sie einfach mal die Leserpost in den Zeitungen, die sich doch zum Teil stark von der Meinung der Berichterstatter unterscheidet.

        Was nun die Medien angeht, ich denke in die setzen Sie zu großes Vertrauen. Letztendlich sind auch die Medien profitorientierte Unternehmen. Wenn Sie einem solchen Unternehmen völlig freien Lauf lassen, dann sollten Sie wissen worauf Sie sich einstellen können… Checks and Balances heißt daher auch hier das Zauberwort. Aber in diesem Punkt muss ich Dr. Mokus beipflichten: da liegt eine Menge im Argen in Deutschland. Über den Daumen gepeilt würde ich schätzen, dass 70% der Medien rot-grün sind, weitere 20% CDU und der Rest verteilt sich auf die übrigen Sparten. Nun haben wir auch noch eine große Koalition aus einer linken CDU und der SPD – was sagt das über die Situation der Medien in Deutschland aus? Heutzutage ist es doch so, dass die Medien die Politik maßgeblich mit vorgeben indem sie gefällige Politiker gut, ihnen unliebe aber schlecht dastehen lassen. Wen wundert es da noch, dass unsere Politiker kaum noch konkrete Aussagen treffen?

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